Archive for November, 2019

Facts & Figures (255)

November 30th, 2019  |  Published in Facts & Figures

1781 be­strit­ten im Groß­fürs­ten­tum Sie­ben­bür­gen 1.291 re­gist­rier­te Ro­ma-Fa­mi­li­en ih­ren Le­bens­un­ter­halt als Gold­wä­scher.

(Quelle)

Verbotszonen: Innsbruck vor Kehrtwende?

November 29th, 2019  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Die Bettellobby Tirol begrüßt, dass die ge­trof­fe­ne Ko­ali­tions­ver­ein­ba­rung der Inns­bru­cker Stadt­re­gie­rung zur Ab­schaf­fung der Ver­bots­zonen nun um­ge­setzt wer­den soll. Inns­bruck soll nicht län­ger eine Vor­zei­ge­stadt der Ver­bote sein, son­dern für ein so­li­da­ri­sches Mit­einan­der ste­hen.

Vorweihnachts-Aktion "Armut bestraft" in InnsbruckAnlässlich der heurigen Christkindlmärkte möge die Stadt­regie­rung zu­aller­erst das Bettelverbot bei Ge­le­gen­heits­märk­ten ab­schaf­fen. Ent­gegen einer christ­li­chen, sozialen und soli­dari­schen Haltung wur­den hier die weni­gen in Innsbruck prä­senten betteln­den Men­schen zu einem „er­hebli­chen Missstand“ er­klärt und groß­räu­mig aus der Innenstadt ver­drängt. (Sektorale) Bettel­verbots­bestim­mun­gen, Näch­ti­gungs- und Alkohol­ver­bots­zonen sind Aus­druck einer Politik, bei der un­lieb­same, von Armut betrof­fene Per­so­nen im Namen „öffent­licher Sicher­heit und Ord­nung“ ver­trieben, bestraft und letzt­end­lich ein­ge­sperrt werden. Sie zeu­gen von einer Politik, die auf dem Rücken von wirt­schaft­lich Be­nach­teilig­ten aus­ge­tragen wird.

Sogenannte „Randgruppen“ werden als Problem für Tourismus, Stadt­bild und Konsum dar­gestellt. Armut und ihre Ur­sachen blei­ben hing­egen weit­gehend un­berück­sich­tigt und be­stehen. Dass der­artige Maß­nahmen in den letzten Jahren neu ein­geführt und ver­stärkt wurden, ist nicht nur be­schä­mend, son­dern auch alar­mie­rend: Men­schen, die in mas­siver Armut leben, werden herab­gewür­digt, krimina­lisiert und aus dem Blickfeld ver­bannt. Read the rest of this entry »

Peter Wagner lehnt VHS-Ehrung ab

November 28th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen

Peter Wagner (Foto: ORF.at)Am Samstag sollen im OHO Oberwart an­läss­lich des Fest­aktes „30 Jahre Roma-Be­we­gung“ und „20 Jah­re Roma-Volks­hoch­schu­le Burgenland“ Per­sön­lich­kei­ten we­gen ihrer Ver­diens­te für die Volks­gruppe aus­ge­zeich­net wer­den. Der Künst­ler Peter Wagner lehn­te diese Aus­zeich­nung aber im Vor­feld ab.

Im Interview mit ORF-Burgenland-Redakteurin Silvia Freuden­sprung-Schöll sag­te der Schrift­steller und Regis­seur Wagner, dass er von An­fang an ein un­gutes Gefühl dabei ge­habt habe. Denn er könne den Ein­druck nicht unter­drücken, dass die Fort­schritte, was die Ent­wicklung der Roma-Gruppe im Bur­gen­land be­treffe, nicht so über­wäl­ti­gend seien, dass man hier Aus­zeich­nun­gen und An­erken­nun­gen um Ver­dienste aus­spre­chen sollte. „Ich glaube, dass die An­erken­nung der Roma als Volks­gruppe ein wirk­lich großer Fortvschritt in der Ge­schichte der Volks­gruppe war, dass aber das Attentat von Oberwart viel mehr zer­fetzt und zer­sprengt hat, als vier Men­schen­leben, näm­lich den in­ne­ren Zu­sam­men­halt dieser Volks­gruppe“, sagte Wagner.

„Von entscheidenden Fortschritten weit entfernt“

Man sei weit davon entfernt, wirklich entscheidende Fort­schritte be­obach­ten zu können, so Wagner. „Ich habe den Ein­druck, dass sich im Wesent­li­chen an der Grund­hal­tung der Be­völ­kerung zu den Roma nicht wirk­lich etwas ge­ändert hat.“ Read the rest of this entry »

Facts & Figures (254)

November 27th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

Laut deutschem BKA las­sen sich 4 von 5 Hass­kom­men­ta­ren (77 %) im In­ter­net dem rechts­extre­men Spek­trum zu­ord­nen.

(Quelle)

„Hommage an meine Familie“

November 26th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Buchautorin Katharina Janoska aus NeusiedlDie Neusiedler Autorin Katharina Janoska prä­sen­tiert ihr neues Buch „KriegsROMAn“, in dem sie sich mit ihrer un­ge­wöhn­li­chen Fa­mi­li­en­ge­schich­te aus­einan­der­setzt.

BVZ, 23.11.2019: „Meine Geschichte wird immer jene mei­ner Familie sein, man ist immer Teil von etwas Grö­ßerem. Oft sind es die un­bedeu­ten­den, klei­nen Dinge, die das Leben ver­ändern und letzt­end­lich zu dem füh­ren, was heute ist.“ – Mit diesen Wor­ten leitet Katharina Janoska ihr neues­tes Werk „KriegsROMAn“ ein.

Geschichten von Krieg, Flucht und Familie

In ihrem dritten Buch bringt die Neusiedler Autorin ihre Her­kunft und Familien­geschichte zu Papier: Der „Kriegs­ROMAn“ erzählt auf 235 Sei­ten von den Schick­salen zweier grund­ver­schie­de­ner Fa­milien und wie diese, durch die Ver­ket­tung zu­fälliger Er­eig­nisse, zu­einander­gefun­den ha­ben. Das Werk der 31-Jäh­rigen be­ruht zum größten Teil auf Auf­zeich­nun­gen und Erzäh­lun­gen ihrer Familien­mit­glieder. Lücken in der Geschichte füllt sie mit ihren eige­nen, fikti­ven, Vor­stel­lungen davon, was ge­wesen sein könnte. Das Ergeb­nis ist ein kurz­weili­ges Lese­erleb­nis, das einen Bogen von der Vor­kriegs­zeit bis zur Gegen­wart schließt.

KriegsROMAn Der BVZ hat Katharina Janoska ver­raten, wie die Idee für ih­ren „Kriegs­ROMAn“ ge­bo­ren wurde: „Die Idee ist schon sehr früh ent­standen, wobei mir damals noch nicht klar war, dass einmal ein Buch daraus wird. Als ich als Kind bei Fa­milien­feiern da­bei war, sind oft Geschich­ten über meinen Groß­vater vä­ter­licher­seits erzählt wor­den, der schon mit 55 Jahren ge­storben ist. Später hat mir meine Mutter er­zählt, dass ihr Vater ein Kriegs­tagebuch ge­führt hat.“

Den turbulenten Jahren des Zweiten Weltkrieges werden meh­rere Kapitel im „KriegsROMAn“ ge­widmet. Zwei der Haupt­akteure darin sind Katha­rina Ja­noskas Großväter. Der eine, Tiroler Patriot und NSDAP-Par­tei­mitglied, der andere Berufs­musiker aus einer Roma-Familie in Bratislava. Bei­de haben im Zwei­ten Welt­krieg für das Nazi-Re­gime ge­kämpft. Tage­buch­ein­träge des Tiroler Großvaters aus den Kriegs­jahren bilden ein Herz­stück von Janoskas Buch.

Ein weiteres großes Thema im „KriegsROMAn“ ist, wie der Name schon nahe­legt, die Zu­gehörig­keit zur Volks­gruppe der Roma von Ja­nos­kas Familie auf väter­licher Seite. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (253)

November 26th, 2019  |  Published in Facts & Figures

In Moldau wurden 1785 „Misch­ehen“ von Mol­dau­ern und Ro­ma-Sklaven gänz­lich ver­bo­ten, be­ste­hen­de Ehen wur­den für un­gül­tig er­klärt.

(Quelle)

Roma-Doku: Verdacht der Volksverhetzung

November 25th, 2019  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Selten fand der Zentralrat so drastische Worte. Und in der Tat duchziehen Bilder wie dieses (etwa bei 04.00) die Sendung. Roma werden mit Unrat, Ungeziefer und Verbrechen verknüpft, Ratten fungieren Leitmotiv die Reportage. (Bild: Screenshot aus der Sendung/Sat1)„Ein rassistischer Reißer“: Gutachten über Spiegel-TV-Dokumentation auf Sat 1 sieht anti­ziga­nis­ti­sche Dar­stel­lung von Sinti und Roma

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hatte die Pro­duk­tion von Spiegel-TV schon kurz nach seiner Aus­strah­lung bei SAT 1 am 7. August 2019 als „rassis­ti­sche Dif­fa­mie­rung von Sinti und Roma in Europa“ kritisiert (wir be­rich­te­ten). Diese Ein­schät­zung be­stätigt jetzt das Gut­achten von Pro­fes­sor Hajo Funke, denn „dieser Film be­dient das Arsenal der Vor­urteile ge­gen­über Sinti und Roma, das in Deutschland auch nach jüngs­ten Unter­suchun­gen außer­ordent­lich ver­breitet ist – in einer Zeit ver­mehr­ten Hasses, ver­mehr­ter Hetze und ver­mehrter Gewalt. Er wider­spricht allen journalis­ti­schen Kriterien von Fairness, Aus­gewo­gen­heit und Aufklärung.“ Die Bilder „schüren Angst und poten­tiell die ohne­hin be­ste­hende Gewalt­bereit­schaft auf der Basis eines ent­spre­chend ent­fessel­ten Sozialneids“.

Zu einer angemessenen Thematisierung des struk­turel­len Antiziganismus in Europa kommt es zu keiner Zeit. Statt­dessen ergeht sich der Film in Dar­stel­lun­gen von Kriminalität, ver­meint­lich fehlen­der An­passung und Sozial­staats­miss­brauch und ver­stärkt so Klischees und Vorurteile ge­gen­über Sinti und Roma.

Professor Funke bilanzierte, dass die Produktion „gegen eine Kultur der Achtung und An­erken­nung von Minder­heiten und ihren Schutz ge­richtet [ist] und alle Kriterien der Volks­verhetzung [er­füllt], und es sollte daher geprüft werden, ob man ein Verbot der Weiter­verbreitung er­rei­chen kann.“

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (252)

November 22nd, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

In den rumän. Fürs­ten­tü­mern wur­den al­le, die eine Ehe mit Ro­ma-Skla­ven ein­gin­gen, selbst zu Skla­ven. Eine Lo­cke­rung wur­de im 18. Jh. nur in der Wal­la­chei durch­ge­setzt.

(Quelle)

6. Dezember: Fest der Roma in Oberwart

November 21st, 2019  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Hango Roma lädt zum Roma-Fest in OberwartEinladung zum Mulantintschago le Romendar


Fr., 6. Dezember 2019 um 19.30 Uhr
OHO, Oberwart, Lisztgasse 12 | Eintritt Frei!

Im Rahmen unserer Kultur- und Kunst-Werkstatt HANGO ROMA ver­an­stal­ten wir heuer im Jahr 2019 unter dem Motto „30 Jahre Roma-Be­wegung“ das Fest der Roma – Mulan­tin­tscha­go le Ro­men­dar. Drei Jahr­zehnte sind seit der Grün­dung des ers­ten öster­rei­chi­schen Roma-Ver­eins „Verein Roma Oberwart“ bis heu­te ver­gangen. Die Gleich­stellung der öster­reichi­schen Roma und Sinti ist noch nicht am Ziel an­ge­kom­men. Aber seit 1989 wurde sehr viel erreicht, durch den enor­men Einsatz vieler Roma-Ak­ti­visIn­nen, die mit sehr gro­ßem Engage­ment sich für die An­liegen von Roma und Sinti ein­ge­setzt haben. Das Burgenland ist das Haupt­siedlungs­gebiet der autoch­tho­nen Roma. Die Stadt Ober­wart ist das Zentrum der Roma-Or­gani­satio­nen. wo die Akti­vi­täten und Tätig­keiten um­ge­setzt werden.

Grund genug, wichtige Etappen und zentrale Momente der Ent­wick­lung in Erin­ne­rung zu rufen: „30 Jahre Roma-Be­wegung im Spiegel der Kultur und Bildung“.

Ein Musik­konzert mit „Romano Rath“, dem „Stefan ,Pisti‘ Horvath Ensemble“ und der „David Samer Banda“. Wei­ters möch­ten wir im Rah­men der Ver­anstal­tung zwei wich­tige Pro­jekte im Bereich der Bildung prä­sen­tieren und einen nähe­ren Ein­blick in die Projekt­arbeit geben, das sind: „Außer­schu­lische Lern­betreu­ung Roma“ und „ROMABIZ“ sowie die Buch­präsen­tation „KriegsROMAn – Eine Ge­schichte einer Familie“ von Katharina Janoska. Ein wei­teres High­light der Ver­anstaltung ist der Einblick in die Roma-Küche. Wir laden die Be­su­cherInnen auf eine kulina­rische Reise in die Roma-Küche ein.

In Kooperation mit dem OHO Oberwart, Verein Roma-Service und BFI Ober­wart.

Auf Euer Kommen freut sich der Verein HANGO ROMA!

(Text: Hango Roma)

Facts & Figures (251)

November 20th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Religion, Romani

1927 gründete ein Ro­ma-Pas­tor in Bul­ga­ri­en die Zei­tung Svetilnik, die mit einer Ro­ma­ni-Bei­la­ge, Ro­ma­no alav (Roma-Wort), er­schien. Es gab nur eine Ausgabe.

(Quelle)

Land Burgenland ehrt Gärtner-Horvath

November 17th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken

Ehrung bei Gedenkfeier in Lackebach [Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz, Landesrat Heinrich Dorner und Christian Klippl (Obmann Kulturverein Österreichischer Roma) (v.l.) mit Emmerich Gärtner-Horvath (2.v.l.).] (Foto: Bgld. Landesmedienservice)Emmerich Gärtner-Horvath bekam das Große Ehren­zeichen des Lan­des Bur­gen­land ver­lie­hen – Gedenk­ver­an­stal­tung vor dem Mahn­mal für Roma und Sinti in Lackenbach

Für seine Arbeit und seinen Einsatz für die Volksgruppe Roma und Sinti schlug der Kultur­verein Öster­rei­chi­scher Roma mit Andreas Sarközi an der Spitze vor, dass Em­me­rich Gärt­ner-Hor­vath das Gro­ße Ehren­zeichen des Lan­des Burgenland ver­lie­hen be­kommt. Gärtner-Hor­vath, Ob­mann des Vereins Roma-Service und Vor­sitzen­der des öster­reichi­schen Roma-Volks­grup­pen­bei­rates, wur­de am 18. Juni 1962 in Oberwart ge­boren. Nach Be­endi­gung der Pflicht­schule absol­vierte er eine Aus­bildung zum Einzel­han­dels­kaufmann bei der Firma Josef Horvath. Danach war er Filial­leiter bei der Fir­ma Mondo, ehe er bei der Firma Packard an­gestellt war.

Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) über­reichte ihm am Samstag­nach­mittag im Zuge der Gedenk­ver­anstal­tung beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach das Gro­ße Ehren­zeichen des Landes Bur­gen­land. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (250)

November 13th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Das tschechosl. „Ge­setz über land­fah­ren­de Zi­geu­ner“ von 1927 sah die er­ken­nungs­dienst­liche Re­gist­rie­rung von Roma vor. Die­se mussten nun Spe­zi­al­aus­wei­se bei sich tra­­gen.

(Quelle/pdf)

RomArchive ausgezeichnet

November 12th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen

Die Preisträger des European Heritage Award 2019 in Paris, ganz links Romani Rose (Foto: Europa Nostra)RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, mit dem European Heritage Award/Europa Nostra ausgezeichnet

Im Rahmen einer festlichen Ver­lei­hungs­ze­re­mo­nie am 29. Ok­to­ber 2019 im Théâtre du Châtelet in Paris wur­de RomaArchive, das digita­le Archiv der Sinti und Roma, bei den Euro­pean Heritage Award/Eu­ro­pa Nostra Awards mit dem mit 10.000 € dotier­ten Gro­ßen Preis der Jury aus­ge­zeich­net. Der Preis wur­de von Plácido Domingo, Prä­si­dent von Europa Nostra, und Tibor Navracsics, EU-Kom­mis­sar für Bil­dung, Kul­tur, Ju­gend und Sport über­reicht.

„Das Thema dieser Forschung ist für die Ge­schich­te der Men­schen in Europa von we­sent­li­cher Be­deu­tung“, führte die Jury in ihrer Be­grün­dung aus. Wei­ter heißt es: „Die Roma bilden mit 12 Mil­lio­nen Men­schen die größ­te und am we­nigs­ten be­ach­tete Minder­heit Europas. Dieses Archiv ist be­son­ders in­novativ, da es sich auf die Selbst­dar­stellungen von Roma-Iden­ti­tä­ten fokus­siert, so­wohl mate­rielle als auch im­mate­riel­le Aspekte dieses Erbes zum Aus­druck bringt und sich von den stereo­typen Wahr­neh­mun­gen von Roma ent­fernt.“

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats und des Doku­men­ta­tions- und Kul­tur­zentrums Deut­scher Sinti und Roma, be­tonte in seiner Dankes­rede, dass Sinti und Roma seit Jahr­hun­der­ten fester Be­stand­teil ihrer je­weili­gen Heimat­länder sind und dort die europäi­sche Kultur durch ihre Bei­träge mit­geprägt haben. Read the rest of this entry »

Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse

November 11th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Samuel MagoZentralrat: Roma leben in Deutschland, in Europa, in der Welt. Und sie schrei­ben auch über­all – ent­weder in Romanes oder in der je­wei­li­gen Landes­sprache. Roma haben in den ver­gange­nen Jahren und Jahr­zehn­ten sowohl auto­bio­graphi­sche als auch fiktio­nale Literatur ver­fasst. Das lite­rari­sche Schaffen ost­euro­päi­scher Roma-Autoren war hier­bei be­sonders frucht­bar. Die Roma-Klassiker – zu de­nen Alexander Germano, Matéo Maximoff und José Heredia Maya ge­hö­ren – ha­ben in ihren Wer­ken v.a. die sozia­le Wirk­lich­keit, die Aus­gren­zung, das Elend und die Hoff­nung be­schrie­ben. Im deutsch­sprachi­gen Raum hat­ten jahr­hundert­lange Ver­fol­gung und Ver­nich­tung für lange Zeit zu einem literari­schen Schwei­gen ge­führt, das erst jüngst mit auto­biographi­schen Texten, vor al­lem über Holocaust-Er­fah­run­gen, be­endet wurde.

Auf der Buchmesse wurde den zahlrei­chen Be­su­cherin­nen und Be­suchern des Standes einen Über­blick über die reiche Viel­falt der sog. „Roma-Literatur“ ge­bo­ten, die bis­lang kaum ins öf­fent­li­che Bewusst­sein vor­ge­drun­gen ist. Der Schwer­punkt der aus­ge­wähl­ten Literatur lag auf der Selbst­repräsen­ta­tion der An­gehö­rigen der Minderheit. Wir wollten pri­mär kei­ne Literatur „über“ Sinti und Roma zei­gen, son­dern Literatur „von“ Sinti und Roma, was sich auch an un­se­rem Begleit­programm ge­zeigt hat.

Read the rest of this entry »

Berlin: Urteil nach Messer-Angriff

November 10th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

MariaTatmotiv „Hass auf Roma“: Deutsche vom Kri­mi­nal­ge­richt Moabit (Ber­lin) we­gen ver­such­ten Mor­des und Kör­per­ver­let­zung ver­ur­teilt

RAN: Zu vier Jahren und neun Mona­ten wurde am 4. Novem­ber eine deut­sche Frau ver­urteilt. Sie hat­te im März 2019 aus rassisti­schen Grün­den eine Roma-Familie mit einem Messer an­gegrif­fen. Ver­urteilt wurde sie wegen ver­suchten Mordes und Kör­per­ver­let­zung.

Am 23. September begann der Prozess (wir be­rich­te­ten) gegen die Frau, die in einer Berliner U-Bahn Maria, ihren schwer kran­ken Mann und ihren Schwa­ger mit einem Messer an­gegrif­fen hatte. Maria und ihr Schwa­ger tru­gen Stich­wunden da­von und muss­ten statio­när behan­delt werden. Bevor die Täterin Maria und ihre Ver­wandten an­griff, hat sie einen Ob­dach­losen, auch er Rom, angespuckt und rassis­tisch be­leidigt. Nach sechs Ver­hand­lungs­tagen und der Ver­nehmung vieler Zeugin­nen und Zeu­gen wurde der Pro­zess am 4. No­vember mit der Urteils­ver­kün­dung ab­geschlos­sen. Der Staats­anwalt hat­te vier Jahre und sechs Mona­te ge­for­dert und als Tat­motiv „Hass auf Roma ge­nannt. Das Gericht hat vier Jahre und neun Monate geurteilt. [...]

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (249)

November 7th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Romani

Wie in viele europ. Spra­chen fan­den Ro­ma­ni-Wör­ter auch Ein­gang ins Schwe­di­sche. So z.B. tjej für jun­ge Frau (ro­mani: čhai für Toch­ter, Mäd­chen).

(Quelle)

Ausstellung „Ohh Porajmos“

November 3rd, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung in Göttingen (Bild:  1. Nov. bis 15. Nov. 2019 in Göttingen

Das „Roma Center“ zeigt die Ausstellung „Ohh Porajmos“. Die Comic- und Text­tafeln des Sinti-Künst­lers Boris Weinrich be­fas­sen sich aus der Sicht des Nach­kom­men mit der Ver­folgung und Er­mor­dung der Roma und Sinti, mit den Men­schen­ver­suchen und den Tätern, die un­be­hel­ligt nach dem Krieg weiter Kar­riere ma­chen konnt­en, sowie mit Dis­krimi­nie­rung und Rassismus ge­gen Roma und Sinti bis heute.

Die Ausstellung ist bis zum 15.11.2019 im Stadtlabor (Schildweg 1, Göttingen) zu se­hen. Das Stadt­labor ist von Mon­tag bis Frei­tag von 14 bis 17 Uhr ge­öff­net. Der Ein­tritt ist frei.

(Text: Roma Center)

Messer-Angriff in der Ukraine

November 2nd, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Messerangriff auf ukrainische Roma-Aktivistin (Foto: Böttcher/GfbV)GfbV: Roma-Aktivistin schwer verletzt

Am Abend des 24. Oktober wurde die Roma-Ak­ti­vis­tin Anzhelika Bielova von einem Un­be­kann­ten at­ta­ckiert und schwer ver­letzt. Der Täter ist auf der Flucht. Bie­lova leitet die Or­ga­ni­sa­tion Lacho Drom, ein Zentrum für Roma-Rechte in der süd­ukrainischen Stadt Zaporizhia. „Wir sind scho­ckiert von diesem of­fen­bar ge­ziel­ten Angriff auf eine Akti­vis­tin für Min­der­heiten­rechte“, erklärt Jasna Causevic, Re­fe­ren­tin für Genozid-Prä­ven­tion und Schutz­ver­ant­wor­tung bei der Gesell­schaft für be­drohte Völker (GfbV). „Wir er­war­ten, dass die ukrai­ni­sche Justiz zügig und ent­schlos­sen reagiert. Die Regie­rung von Prä­si­dent Wolody­myr Selenskyj muss den Schutz von Minder­heiten, ins­be­son­dere der Roma ge­währ­leisten. Zivil­gesell­schaft­li­che Ak­teure müs­sen frei und sicher ar­bei­ten können.“

Die 24-jährige Romni war am Donnerstag­abend auf dem Rück­weg vom Super­markt verfolgt und vor ihrer Woh­nungs­tür nieder­gestochen wor­den. Nach einer Not­operation liegt sie nun auf der Inten­siv­station.

Bielova hat­te 2017 an einem Aus­tausch zwi­schen Minder­heiten aus der Ukraine und Deutschland teil­ge­nom­men, den die GfbV ge­mein­sam mit der krim­tatarischen Or­ga­ni­sa­tion DEVAM durch­geführt hatte. Read the rest of this entry »