Berlin: Urteil nach Messer-Angriff

November 10th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

MariaTatmotiv „Hass auf Roma“: Deutsche vom Kri­mi­nal­ge­richt Moabit (Ber­lin) we­gen ver­such­ten Mor­des und Kör­per­ver­let­zung ver­ur­teilt

RAN: Zu vier Jahren und neun Mona­ten wurde am 4. Novem­ber eine deut­sche Frau ver­urteilt. Sie hat­te im März 2019 aus rassisti­schen Grün­den eine Roma-Familie mit einem Messer an­gegrif­fen. Ver­urteilt wurde sie wegen ver­suchten Mordes und Kör­per­ver­let­zung.

Am 23. September begann der Prozess (wir be­rich­te­ten) gegen die Frau, die in einer Berliner U-Bahn Maria, ihren schwer kran­ken Mann und ihren Schwa­ger mit einem Messer an­gegrif­fen hatte. Maria und ihr Schwa­ger tru­gen Stich­wunden da­von und muss­ten statio­när behan­delt werden. Bevor die Täterin Maria und ihre Ver­wandten an­griff, hat sie einen Ob­dach­losen, auch er Rom, angespuckt und rassis­tisch be­leidigt. Nach sechs Ver­hand­lungs­tagen und der Ver­nehmung vieler Zeugin­nen und Zeu­gen wurde der Pro­zess am 4. No­vember mit der Urteils­ver­kün­dung ab­geschlos­sen. Der Staats­anwalt hat­te vier Jahre und sechs Mona­te ge­for­dert und als Tat­motiv „Hass auf Roma ge­nannt. Das Gericht hat vier Jahre und neun Monate geurteilt. [...]

Maria leidet immer noch unter dem Angriff. Sie fühlt sich in ihrer Woh­nung nicht sicher und hat nach wie vor Angst und kann nicht schlafen. Auch der Schwa­ger, der in Rumänien lebt, hat­te Angst, zurück nach Deutsch­land zu kom­men, als er beim Pro­zess als Zeuge aus­sagen musste.

Maria ist der Mittelpunkt ihrer Familie, ihrer Kinder und Enkel­kinder, und sie pflegt ihren tod­kranken Mann. Sie möchte drin­gend aus dieser Gegend weg­ziehen und braucht Unter­stützung dabei, eine Woh­nung in Berlin zu fin­den. Sie braucht zudem finan­zielle Unter­stützung. (Das Roma Center Berlin be­müht sich zu hel­fen, De­tails zur Spenden­aktion fin­den Sie hier.)

(Text: RAN)

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