Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse

November 11th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Samuel MagoZentralrat: Roma leben in Deutschland, in Europa, in der Welt. Und sie schrei­ben auch über­all – ent­weder in Romanes oder in der je­wei­li­gen Landes­sprache. Roma haben in den ver­gange­nen Jahren und Jahr­zehn­ten sowohl auto­bio­graphi­sche als auch fiktio­nale Literatur ver­fasst. Das lite­rari­sche Schaffen ost­euro­päi­scher Roma-Autoren war hier­bei be­sonders frucht­bar. Die Roma-Klassiker – zu de­nen Alexander Germano, Matéo Maximoff und José Heredia Maya ge­hö­ren – ha­ben in ihren Wer­ken v.a. die sozia­le Wirk­lich­keit, die Aus­gren­zung, das Elend und die Hoff­nung be­schrie­ben. Im deutsch­sprachi­gen Raum hat­ten jahr­hundert­lange Ver­fol­gung und Ver­nich­tung für lange Zeit zu einem literari­schen Schwei­gen ge­führt, das erst jüngst mit auto­biographi­schen Texten, vor al­lem über Holocaust-Er­fah­run­gen, be­endet wurde.

Auf der Buchmesse wurde den zahlrei­chen Be­su­cherin­nen und Be­suchern des Standes einen Über­blick über die reiche Viel­falt der sog. „Roma-Literatur“ ge­bo­ten, die bis­lang kaum ins öf­fent­li­che Bewusst­sein vor­ge­drun­gen ist. Der Schwer­punkt der aus­ge­wähl­ten Literatur lag auf der Selbst­repräsen­ta­tion der An­gehö­rigen der Minderheit. Wir wollten pri­mär kei­ne Literatur „über“ Sinti und Roma zei­gen, son­dern Literatur „von“ Sinti und Roma, was sich auch an un­se­rem Begleit­programm ge­zeigt hat.

Flankiert wurde der Auftritt durch zahlreiche Begleit­ver­anstal­tun­gen, wie Lesungen, Po­diums­diskus­sio­nen oder Autorinnen, die am Stand über ihre Werke und ihre Erfah­run­gen als Kultur­schaf­fende und An­ge­hö­rige der Minder­heit Aus­kunft gaben.

(Text: Zentralrat)

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