„Hommage an meine Familie“

November 26th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Buchautorin Katharina Janoska aus NeusiedlDie Neusiedler Autorin Katharina Janoska prä­sen­tiert ihr neues Buch „KriegsROMAn“, in dem sie sich mit ihrer un­ge­wöhn­li­chen Fa­mi­li­en­ge­schich­te aus­einan­der­setzt.

BVZ, 23.11.2019: „Meine Geschichte wird immer jene mei­ner Familie sein, man ist immer Teil von etwas Grö­ßerem. Oft sind es die un­bedeu­ten­den, klei­nen Dinge, die das Leben ver­ändern und letzt­end­lich zu dem füh­ren, was heute ist.“ – Mit diesen Wor­ten leitet Katharina Janoska ihr neues­tes Werk „KriegsROMAn“ ein.

Geschichten von Krieg, Flucht und Familie

In ihrem dritten Buch bringt die Neusiedler Autorin ihre Her­kunft und Familien­geschichte zu Papier: Der „Kriegs­ROMAn“ erzählt auf 235 Sei­ten von den Schick­salen zweier grund­ver­schie­de­ner Fa­milien und wie diese, durch die Ver­ket­tung zu­fälliger Er­eig­nisse, zu­einander­gefun­den ha­ben. Das Werk der 31-Jäh­rigen be­ruht zum größten Teil auf Auf­zeich­nun­gen und Erzäh­lun­gen ihrer Familien­mit­glieder. Lücken in der Geschichte füllt sie mit ihren eige­nen, fikti­ven, Vor­stel­lungen davon, was ge­wesen sein könnte. Das Ergeb­nis ist ein kurz­weili­ges Lese­erleb­nis, das einen Bogen von der Vor­kriegs­zeit bis zur Gegen­wart schließt.

KriegsROMAn Der BVZ hat Katharina Janoska ver­raten, wie die Idee für ih­ren „Kriegs­ROMAn“ ge­bo­ren wurde: „Die Idee ist schon sehr früh ent­standen, wobei mir damals noch nicht klar war, dass einmal ein Buch daraus wird. Als ich als Kind bei Fa­milien­feiern da­bei war, sind oft Geschich­ten über meinen Groß­vater vä­ter­licher­seits erzählt wor­den, der schon mit 55 Jahren ge­storben ist. Später hat mir meine Mutter er­zählt, dass ihr Vater ein Kriegs­tagebuch ge­führt hat.“

Den turbulenten Jahren des Zweiten Weltkrieges werden meh­rere Kapitel im „KriegsROMAn“ ge­widmet. Zwei der Haupt­akteure darin sind Katha­rina Ja­noskas Großväter. Der eine, Tiroler Patriot und NSDAP-Par­tei­mitglied, der andere Berufs­musiker aus einer Roma-Familie in Bratislava. Bei­de haben im Zwei­ten Welt­krieg für das Nazi-Re­gime ge­kämpft. Tage­buch­ein­träge des Tiroler Großvaters aus den Kriegs­jahren bilden ein Herz­stück von Janoskas Buch.

Ein weiteres großes Thema im „KriegsROMAn“ ist, wie der Name schon nahe­legt, die Zu­gehörig­keit zur Volks­gruppe der Roma von Ja­nos­kas Familie auf väter­licher Seite. Die Geschichte be­ginnt mit der Geburt des Ur­groß­vaters 1913 in Ungarn. Bis heute hält sich in der Familie das Gerücht, dass des­sen Vater Jude ge­wesen sein soll – was nie wirk­lich ge­klärt wurde. Katha­ri­na Janoska liefert in ihrem Buch eine mög­liche Er­klä­rung: Der Her­kunft des Ur­groß­vaters wid­met sie ein fiktives Kapitel.

„Aus tiefer Dankbarkeit geschrieben“

Auch die spannende Fluchtgeschichte der Großeltern samt Kindern fin­det sich im „KriegsROMAn“ wieder: 1972 schmuggelt Ferry Janoska seine Fa­milie in einem um­ge­bau­ten Auto-Benzin­tank in zwei Fahrten von der da­maligen Tschecho­slowakei ins Burgenland. Die Autorin schil­dert die Um­stände der Flucht in all ihren un­glaub­li­chen Details und zieht auch Paral­lelen zu den Flucht­bewe­gun­gen im Jahr 2015.

Worum es ihr bei dem „KriegsROMAn“ geht, fasst Katharina Janoska fol­gen­der­maßen zu­sammen: „Es ist eine Hommage an meine Familie. Ich habe das Buch aus einer ganz tief­lie­gen­den Dank­bar­keit ihnen allen gegen­über ge­schrie­ben. Ich bin ihnen dank­bar, dass sie auf beiden Seiten im­mer wieder Mut, Rück­grat und Charak­ter be­wiesen haben. Sonst würde es mich ja gar nicht geben.“

Das Buch erscheint in Janoskas eigenem Bu&Bu Verlag und ist um 15 Euro unter www.buundbu-verlag.at er­hält­lich.

(Text von Paul Haider, erschienen in der BVZ vom 23.11.2019. Wir danken dem Autor für die freund­li­che Ge­neh­mi­gung.)

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