Archive for Dezember, 2019

Roma-Neujahrskonzert in Frankfurt

Dezember 31st, 2019  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Riccardo M. Sahiti (Foto: Slovo21, via Radio Prag)Neujahrskonzert der Roma-und-Sinti-Philharmoniker im Bockenheimer Depot, Frankfurt a. M., 8.1.2020, 19:30 Uhr

Jedes neue Jahr beginnt, wie es sich gehört, mit dem Neujahrskonzert. Oder besser: mit zwei – denn auch das in Frankfurt beheimatete Orchester der Roma-und Sinti-Philharmoniker lädt zu seinem Neujahrskonzert. Die Philharmoniker unter der Leitung Riccardo M. Sahitis veranstalten ihr Neujahrs-Konzert unter dem Motto „Roma-Romantik“ mit einem Programm aus Oper, Operette und sinfonischer Literatur am Mittwoch, 8. Jänner im Bockenheimer Depot in Frankfurt. Konzertkarten sind im Vorverkauf des Opernhauses Frankfurt am Main erhältnlich.

Programm:

Johann Strauß II (1825–1899): Csárdás aus der Oper »Ritter Pásmán«, Op. 441
Pietro Mascagni (1863–1945): Intermezzo aus der Oper »L´amico Fritz«
Camille Saint Saens (1835–1921): Mon coeur s’ouvre à ta voix aus »Samson et Dalila«
Peter I. Tschaikowski (1840–1893): Der Nussknacker, Op. 71, Pas de deux
Franz Lehár (1870–1948): Meine Lippen, sie küssen so heiß (aus der Operette »Giuditta«)
Johann Strauss II (1825–899): Éljen A Magyar (Polka, op. 332) Read the rest of this entry »

Facts & Figures (262)

Dezember 31st, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Am Anfang der sog. „Stol­per­stei­ne“ stand 1990 Gun­ter Dem­nigs Ge­denk­pro­jekt „Spur der Er­in­ne­run­gen“ für die de­por­tier­ten Sin­ti und Ro­ma in Köln.

(Quelle)

Kai Dikhas: Stopping Places VII

Dezember 30th, 2019  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Kunstausstellung in Berlin, Galerie Kai DikhasDie GALERIE KAI DIKHAS – die Galerie für zeit­genös­sis­che Kunst der Sinti und Roma – zeigt noch bis 31. Ja­nuar 2020 die Gruppen­aus­stel­lung STOPPING PLACES VII. Öff­nungs­zeiten: Mi. bis Sa. 14–18 Uhr u.n.V. Aus­­stel­lung mit Wer­ken von:

EMANUEL BARICA, MANOLO GÓMEZ, DAMIAN LE BAS, DELAINE LE BAS, VALÉRIE LERAY, NIHAD NINO PUŠIJA, MERSUD SELMAN, IMRICH TOMÁŠ, ALFRED ULLRICH, KÁLMÁN VÁRADY, GEORGE VASILESCU, DAVID WEISS

Kai Dikhas/Aufbauhaus: Die Galerie hält inne und wirft mit zwölf zeit­genös­si­schen Künst­lern*in­nen der Min­der­heit aus ganz Europa einen Blick zurück auf mehr als acht Jahre bewegter Aus­stel­lungs­arbeit und etwa 100 Aus­stel­lungen im In- und Aus­land. „Stopping Place“ heißt so viel wie Rast­platz oder Halte­punkt. Für uns sind diese Kunstwerke Weg­marken, an denen wir reflek­tie­rend zu­rück-, aber auch nach vor­ne blicken. Nach ihren jährlichen Vorgängerausstellungen STOPPING PLACES I–VI ist auch STOP­PING PLACES VII die Bilanz und Ge­gen­warts­dia­gnose der Galerie Kai Dikhas. Der dies­jähri­gen Ein­ladung sind zwölf sehr unter­schied­lich arbei­tende Künst­ler*in­nen gefolgt. Das Er­gebnis ist ein ab­wechs­lungs­reiches Kalei­doskop, so­wohl hin­sichtlich der unter­schiedli­chen künstle­ri­schen Aus­drucks­möglich­keiten wie auch des diver­gie­ren­den Um­gangs mit der sie oft einen­den Thematik.

STOPPING PLACES VII fragt wieder nach dem Umgang mit dem in Gesamt­europa eska­lie­renden Antiziganismus und Rechts­popu­lis­mus: DOES HISTORY RE­PEAT ITSELF? Read the rest of this entry »

Facts & Figures (261)

Dezember 26th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Romani

Für die Verwendung der „Zi­geu­ner­spra­che“ sahen die Richt­linien Jo­sephs II. von 1783 eine Strafe von 24 Stock­schlä­gen vor.

(Quelle/pdf)

Boschitschani rat

Dezember 24th, 2019  |  Published in Allgemeines

Boschitschani rat (1832)

Le Nikolaus Lenauistar
Übersetzung/prik bescharipe: Josef Schmidt

Angli schil i diha baruni hi,
Patalinel o dschiv mre jomendar,
Geselinel mri diha, larmasinen mre tschor;
Tschak bejg, tschak mindig bajder bejg!

Saj mulatim o than hi mirno!
O tschon ududarel o phure fejovtscha,
Save, tatjarde uso mulipe pumen bandscharen,
I aga usi phuv pal dsschuminel.

Schilalipe! fadschin mange ando vodschi ande,
Hor ando jagalo micindo, varno!
Kaj jefkar mirnipe ande te ol,
Sar adaj ando ratjakero than!

___

Winternacht (1832)

von Nikolaus Lenau

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Read the rest of this entry »

dROMa 57 (2019): „Orte der Roma 2“

Dezember 21st, 2019  |  Published in dROMa (Magazin)

dROMa 57Winter | Dschend 2019
Orte der Roma 2 | Thana le Romendar 2

Download (PDF) | Inhalt

Vor rund fünf Jahren sorgte das Wiener „Romano Centro“ mit der Aus­­stel­lung über „Romane Thana“, über „Orte der Roma und Sinti“, für Furore. Als kleine Ver­­beu­gung vor unseren Kol­­le­­gin­nen und Kol­­le­gen möch­ten wir diese Idee hier ein wenig weiter­­spin­nen. Mit dem zweiten Teil unse­rer Reihe über „Orte der Roma“ wenden wir uns wieder einigen Orten zu, die für Roma eine be­son­dere Be­deu­tung haben. Den An­fang macht Clemens Prinz mit einem recht trost­losen Lage­bericht aus Ungarn – trost­los vor allem für die ver­armten Gegen­den und ihre Roma. Im Dorf Berettyóújfalu je­doch malt und zeichnet eine Kunstschule für Roma­kinder erfolg­reich ge­gen das Elend an. Momčilo Nikolić stellt einige Über­legun­gen zum The­ma Museali­sie­rung an und bietet einen Über­blick über die wich­tigs­ten Roma-Museen in Europa. In Frankfurt a. M. schlug im Okto­ber die große Stunde der Roma-Literatur: Mit gleich zwei viel be­achte­ten Ständen war die Minder­heit bei der größ­ten Buchmesse der Welt zu Gast. Tobias Neuburger skiz­ziert den langen Kampf um An­erken­nung des NS-Ge­nozids, den die Sinti und Roma in Deutschland aus­fech­ten muss­ten: Vor 40 Jahren fand in Bergen-Belsen die erste Gedenk­feier statt. Und Roman Urbaner be­fasst sich mit der Central European University, die sich zur Kader­schmiede für Roma-Aka­de­miker ge­mausert hat. Von der Re­gie­rung drang­saliert musste sie ge­ra­de ihren Standort von Budapest nach Wien ver­legen.

Angle valami pantsch berscha o betschiti­ko „Romano Centro“ pre artschi­ji­peha pedar o „Romane Thana“, pedar „Orte der Roma und Sinti“, bare diki­peske sor­gintscha. Ojs tikno patija­ripe ka­maha amen ada gondo eknaj ar te bul­­harel. Amare dujte fala­toha amare redos­tar pedar „thana le Romen­dar“ papal poar tha­nenge use amen irinas, saven le Romen­ge igen baro bari­ka­nipe hi. O kes­dipe kerel o Clemens Prinz jeke bri­gaschne phu­kaji­peha andar o Ungriko – bri­gasch­no but­var le tscho­rikane thanen­dar taj lengere Romen­dar. Ando gav Berettyóújfalu ham jek kunstakeri isch­kola le Romen­gere tscha­venge, jerim gejng o tscho­ripe feschti­nel. O Momčilo Nikolić poar gondi usi tema muse­ja­li­si­ri­nipe sikal taj jek dikipe pedar o lek barikaneder Romenge­re-mu­seum­tscha andi Europa del. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (260)

Dezember 19th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Genomanalysen ergaben, dass sich die Vor­fah­ren der europ. Ro­ma bis vor ca. 1500 Jah­ren im Nor­den bzw. Nord­wes­ten In­di­ens auf­hiel­ten.

(Quelle)

Facts & Figures (259)

Dezember 16th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Die Zeitschrift Romano Kipo (dt.: Roma-Bild) kam erst­mals 1994 he­raus. Das deutsch­spra­chige Vereins­or­gan des Kul­tur­vereins er­scheint bis heu­te in Wien.

(Quelle/pdf)

Sobotka: Bekenntnis zu Volksgruppen

Dezember 16th, 2019  |  Published in Politik

25 Jahre Volksgruppenanerkennung der Roma in Österreich: Matinee im Nationalrat, 16.12.2018Anerkennung der Roma als Volksgruppe am 16. De­zem­ber 1993

Nationalratspräsident Sobotka: Vielfalt ist Teil der ös­ter­rei­chi­schen Identität

APA-OTS: Die Verantwortung gegenüber den Volksgruppen und ihren An­liegen betont Natio­nal­rats­präsi­dent Wolfgang Sobotka 26 Jahre nach Anerken­nung der Roma in Österreich. „In An­betracht welt­um­span­nen­der Trends wie Globali­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung ist es von be­son­derer Be­deutung, die eigene Identität zu stär­ken“, meint der Präsident des Nationalrats. Es sei daher not­wendig und zeit­gemäß, die Reich­haltig­keit der öster­rei­chi­schen Identität durch ihre Volks­gruppen in den Fokus zu rücken und diese Tat­sache im kollek­tiven Bewusst­sein der Men­schen zu ver­ankern, so Sobotka.

Ihm zufolge dürfe man die Bemühungen nicht nur auf Österreich be­schränken. „Ich halte dies für eine euro­päi­sche Haus­aufgabe, die es zu er­füllen gilt. Die Volks­gruppen und ein dies­bezüg­li­ches euro­päi­sches Be­wusst­sein müs­sen in allen Mitglied­staaten nach­haltig ge­fördert werden“, sagt Sobotka.

Zudem müsse die Auseinandersetzung mit den Volksgruppen auch in den Schulen ver­ankert und geför­dert werden. „Die Volks­gruppen dürfen nicht nur zu beson­deren kalen­da­ri­schen Gegeben­heiten in den Fokus ge­rückt werden, son­dern müssen per­ma­nent im emotio­na­len Bewusstsein der Men­schen vor­handen sein“, so der National­rats­präsident.

Die Roma und Sinti wurden am 16. Dezember 1993 als Volks­gruppe der Roma in Österreich an­er­kannt. Read the rest of this entry »

13 Porträts: Ausstellung in Graz

Dezember 15th, 2019  |  Published in Frauenrechte, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

13 Porträts aus Bulgarien: "In Between" von Anaïs Horn, im Rahmen der Ausstellung "Kunstraum Steiermark" (Foto: Neue Galerie Graz)Zu sehen bis 12.1.2020
in der Neuen Galerie in Graz (Ein­tritt frei)

Die Fotografin Anaïs Horn zeigt in der Sammel­aus­stel­lung „Kunst­raum Steiermark“ in der Neuen Gale­rie in Graz eine Porträt­serie von bul­ga­ri­schen Romnja. Im Zuge ihres Aus­lands­auf­ent­hal­tes in Plowdiw in Bulgarien setz­te sich Horn mit der Minder­heit der Roma aus­einan­der: Dabei sind 13 Porträts von jun­gen Roma-Frauen im Alter zwi­schen elf und 18 Jahren ent­stan­den, Mädchen und jungen Frauen, die entweder in Stolipinowo, einem der größten und be­kann­tes­ten Roma-Ghet­tos Europas, oder auch in ande­ren Roma-Com­mu­nitys rund um Plowdiw le­ben. Bereits im Okto­ber war die Foto­serie un­ter dem Titel IN-BETWEEN in Plow­diw selbst zu sehen. Im Ausstellungstext heißt es dazu:

„In her latest work IN-BETWEEN, Anaïs Horn (Paris/Vienna) puts herself in a long row of Romnia-portrayal, but chal­lenges and questions the tra­ditions, existing methods and aesthetics of this de­piction with her aware­ness for dif­ferent angles of female sub­jectivity. The por­trayed Romnia girls may come from different socio-eco­no­mi­cal back­grounds and live under diverse con­ditions within their home­town Plovdiv, but still share com­mon aspira­tions for their future life. Anaïs Horn de­velops an intimate dia­logue with the teenage girls and portrays them de­tached from their ever­yday environ­ment in a ’white cube‘ which leaves enough room for their per­so­na­lities to unfold. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (258)

Dezember 13th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Im Juni 1993 brachte das Wiener „Ro­ma­no Cen­tro“ die ers­te Aus­ga­be seiner gleich­na­mi­gen Zeit­schrift he­raus. Sie er­scheint bis heu­te.

(Quelle/pdf)

Innsbruck hebt Bettelverbotszonen auf

Dezember 13th, 2019  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Nicht mehr länger "Hauptsstadt der Verbote": Innsbruck hebt Bettelverbot auf (Bild: Innsbruck informiert)Innsbruck hebt Bettelverbot bei „Gelegenheitsmärkten“ auf. Bet­tel­lob­by for­dert Ab­schaf­fung wei­te­rer Ver­bote: Für einen so­li­da­ri­schen Um­gang mit Ar­muts­betrof­fe­nen und einen öf­fent­li­chen Raum, wel­cher für al­le nutz­bar und zu­gäng­lich ist

Die Bettellobby Tirol begrüßt die Aufhebung des Bettelverbots bei „Gele­gen­heits­märkten“ in Innsbruck. Die Tiro­ler Lan­des­haupt­stadt setzt damit ein Zeichen für ein soli­dari­sches Zu­sammen­leben und einen öffent­li­chen Raum, in dem sich unter­schied­liche Men­schen und Grup­pen mit- und neben­einander auf­halten kön­nen. Innsbruck soll nicht län­ger eine Vorzeige­stadt der Verbote sein. Mit Bettelverboten werden Men­schen bestraft und aus dem öffentlichen Raum ver­trie­ben, weil sie Armut sichtbar ma­chen. Es ist an der Zeit, ande­re Wege zu gehen und sich von einer Politik der Verbote und einer Kriminalisierung Ar­muts­betrof­fe­ner zu ver­ab­schieden. Verbote und Bestra­fung ver­schlim­mern die Not­lagen der Betrof­fenen und füh­ren zu weite­rer Aus­grenzung. Statt­dessen braucht es mehr Angebote, die den Betrof­fenen zugute­kommen und Alter­nati­ven zum Betteln ermöglichen.

Für die Bekämpfung von Armut sowie eine Verbesserung der sozia­len und öko­nomi­schen Hand­lungs­mög­lich­keiten armuts­betrof­fener Men­schen

Es gilt, gemeinsam Kräfte zu bündeln, um verstärkt an den Struk­turen, die Armut be­din­gen, zu ar­bei­ten und die Ursachen von Armut statt Armuts­betrof­fene zu be­kämpfen. Dazu be­darf es der Aufhebung wei­te­rer Verbotszonen in Innsbruck (Nächti­gungs- und Alkoholverbot), die eben­falls darauf ab­zie­len, armuts­betrof­fe­ne Men­schen aus dem Blick der Öffentlichkeit zu ver­bannen. Ge­fragt ist je­doch auch der Tiroler Landtag, die ge­setzli­chen Bestim­mun­gen auf Landes­ebene zu über­denken, welche die Grund­lage für das Bettel­ver­bot bei Gelegenheits­märkten in Inns­bruck boten und das vom Öster­reichi­schen Ver­fas­sungs­gerichts­hof ein­geräumte Recht auf „stilles“ Betteln aus­höh­len.

Für ein Ende der Kriminalisierung von Armutsbetroffenen und eine Politik, die sich ge­gen Verbote, Hetze, sozia­le Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung richtet

Die aktuelle Debatte um das Bettelverbot bei „Gelegenheitsmärkten“ in Inns­bruck zeigt, dass es Be­für­worten­den im Gemeinderat nicht um eine sach­liche und dif­fe­ren­zierte Aus­ein­ander­setzung geht. Man be­dient sich rassisti­scher Vorurteile und Unter­stel­lun­gen wie der Rede von „organsierten Bettlerbanden“, um Stim­mung gegen Armuts­betrof­fene zu ma­chen und Menschen gegen­einander aus­zu­spielen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (257)

Dezember 11th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Im Feb. 1998 erschien in Ober­wart die ers­te Aus­ga­be des zwei­spra­chi­gen Ro­ma-Ma­ga­zins Romani Patrin. Die Zeit­schrift exis­tier­te bis Dez. 2015.

(Quelle)

AKE DIKHEA? Roma-Filmfestival in Berlin

Dezember 10th, 2019  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

Eröffnungsgast Zoni Weisz beim Festival (Foto: Ake Dikhea?)Die dritte Ausgabe des Roma-Filmfestivals AKE DIKHEA? star­tete am 5. De­zem­ber 2019 mit Stim­men von Über­lebenden des immer noch wenig be­kannten Völker­mords an euro­päi­schen Roma und Sinti. Mit dem Bewusst­sein für die grau­same Ver­gan­gen­heit sind auch Blicke in die Zukunft mög­lich: Mit jungen und progres­si­ven Per­spekti­ven, die eben­falls einen wich­tigen Raum beim dies­jähri­gen AKE DIKHEA? ein­nahmen. Vom 5. bis zum 9. Dezem­ber 2019 liefen im Rahmen der drit­ten Festi­val-Edition ins­gesamt 15 Filme, darun­ter Kurzfilme, Doku­men­tar- und Spielfilme. AKE DIKHEA? – Ber­line­risch et­wa NA KIEKSTE? – fand unter der Schirm­herr­schaft von Dr. Klaus Lederer, des Sena­tors für Kultur und Europa, im Kino Moviemento statt.

Das Roma-Filmfestival gehört inzwischen zu den Ereig­nissen, die die Stadt Berlin in ihrer Vielfalt und kul­tu­rel­len Offen­heit aus­machen und die un­sere Gesell­schaft heute drin­gen­der be­nötigt denn je. Es ver­ortet Roma und Sinti selbst­vervständ­lich in der gesell­schaft­li­chen Mitte, er­möglicht den Aus­tausch und hilft, tra­dierte Bilder kritisch zu reflek­tieren. Es ist ein Plädoyer für eine freie Gesell­schaft für alle Men­schen und macht dabei natür­lich auch viel Spaß.

(Dr. Klaus Lederer über AKE DIKHEA)

Neben Dr. Klaus Lederer wird auch der niederländische Holocaust-Über­le­ben­de und Blumen­könig Zoni Weisz am Er­öff­nungsvabend an­wesend sein. Weisz hat wäh­rend des National­sozia­lis­mus seine Eltern und Ge­schwis­ter verloren. Nach dem Krieg wurde er einer der führen­den Floristen in Europa und ar­beitete unter ande­rem für die nieder­ländi­sche Königs­familie. 2011 hielt er als ers­ter Vert­reter der Sinti und Roma an­läss­lich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Natio­nal­sozia­lis­mus eine Rede vor dem Deut­schen Bundestag. In MEMORY BOXES er­zählt der Florist über den Um­gang mit seiner Trauma­ti­sie­rung durch den NS-Völker­mord. Der animierte Kurzfilm ent­stand unter der Regie von Hamze Bytyçi, dem Künst­le­ri­schen Leiter des Festivals, und feier­te bei AKE DIKHEA? seine Welt­premiere. Read the rest of this entry »

Arte: „Die Bettler aus der Walachei“

Dezember 9th, 2019  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

"Re: Die Bettler aus der Walachei" (Filmstill, BR/Arte)„Re: Die Bettler aus der Walachei. Bedürftige oder organisierte Bande?“

33 Min., BR, Deutschland, 2019
Online ansehen, verfügbar bis 22.1.2020

Sie kommen gemeinsam, jeder steuert seine Straßenecke an, legt eine Decke über die Beine und harrt aus – in der Hoff­nung, dass Passan­ten Geld in den Pappbecher wer­fen. Genauso schnell wie sie ge­kommen sind, ver­schwinden sie gemein­sam wieder. Wo gehen diese Men­schen hin, wer sind sie, steckt organi­sierte Krimi­na­lität da­hinter?

„Re:“ folgt einer Bettlerin in ihr Romadorf in Rumänien – und stößt auf bittere Armut und Aus­gren­zung. Das Dorf ist Teil der EU – und den­noch ein ver­gesse­nes Stück Land, zu dem Jour­na­lis­ten kaum Zutritt haben.

Vor Ort stellt sich heraus, wer die junge Frau tatsächlich ist. Ihr Mann sitzt im Gefäng­nis, sie kann nicht lesen noch schrei­ben, braucht aber Geld, um ihre bau­fällige Hütte zu renovie­ren, ihre Kinder will sie in die Schule schicken, doch der einzi­ge Weg zur Schule ist ein aus­ge­trock­ne­tes Fluss­bett, das sich bei Regen in einen rei­ßenden Fluss ver­wandelt. Und so scheint das Betteln im Ausland als der einzige Weg, sich buch­stäblich über Wasser zu halten – und mün­det doch nur in einen Teufels­kreis von Armut und Aus­grenzung.

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (256)

Dezember 4th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Der moldauische Prinz Ştefan Răzvan, der 1595 den Thron Mol­daus be­stieg, war ein ehem. Ro­ma-Skla­ve, der zum Heer­füh­rer auf­ge­stie­gen war.

(Quelle)

Bettellobby kritisiert Wiener Sozialstadtrat

Dezember 3rd, 2019  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Polizisten und Bettler in WienOffener Brief der Bettellobby Wien an Sozial­stadt­rat Peter Hacker

Sehr geehrter Herr Stadtrat Hacker!

Eine Diskussion um eine härtere Vorgehensweise gegen bettelnde Men­schen pünkt­lich zum ersten Advent über­rascht wohl nie­man­den mehr. Diese Debatte kehrt bei­nahe alle Jahre wieder. Was uns jedoch über­rascht, ist, dass gerade Sie diese Debatte an­stoßen, nor­maler­weise ist es der Boule­vard oder die politi­sche Kon­kur­renz. Als Ge­schäfts­führer des Fonds Soziales Wien waren Sie bis vor kurzem noch auf der Seite jener, die um konstruk­tive Lö­sun­gen für sozia­le Probleme be­müht sind, und haben erfreu­li­cher­weise Angebote für armuts­betrof­fene EU-Bür­ger*in­nen ge­schaf­fen. Es scheint, dass die SPÖ – wie schon im Wahl­kampf 2009/2010 – das Thema wieder einmal für sich ent­deckt hat. Damals resul­tierte die De­batte in der Ein­führung des Verbotes des „gewerbs­mä­ßi­gen“ Bettelns, eines Tat­bestan­des, von dem – trotz vieler Gerichts­ver­fahren – bis heute nicht ge­klärt ist, was er denn genau be­inhal­tet, und der der will­kür­li­chen Bestra­fung von betteln­den Men­schen Tür und Tor ge­öffnet hat.

Diejenigen, die Sie als „organisierte Banden“ diffamie­ren, sind Men­schen, die ver­suchen, ihrer Armut zu ent­kommen. Es sind Eltern und Groß­eltern, die ihren Kindern und Enkeln eine bes­sere Zukunft er­mög­li­chen wollen. Es sind arbeits­unfä­hige Men­schen, die in Wien einige Jahre betteln, bis sie alt genug sind, um in ihrem Her­kunfts­land eine Pension be­kommen. Es sind Men­schen, die nicht nur betteln, sondern bei jeder Gelegen­heit andere Jobs an­nehmen, etwa als Ernte­hel­fer*innen. Es sind Men­schen mit Behinder­ungen, die durch Bettelei etwas zum Fami­lien­ein­kom­men bei­tragen können, anstatt sich nur als Last zu empfin­den. Fragen Sie doch Ihre ehe­mali­gen Mit­arbeiter*innen in der Woh­nungs­losen­hilfe des Fonds Sozia­les Wien oder spre­chen Sie selbst mit betteln­den Men­schen. Sie werden Infor­ma­tionen er­halten, die diffe­ren­zier­ter sind als jene, die Sie in den letzten Tagen ver­breitet haben. Und Sie wer­den be­ein­druckt sein von diesen Men­schen und es wird Ihnen in der Folge schwer fallen, sie pau­schal zu dif­fa­mieren.

Es ist unbestritten, dass manche dieser Personen Belästi­gun­gen ver­ursachen. Doch die Ver­trei­bungs­politik à la „Aktion scharf“ der Polizei erweist sich seit Jahren als in­effizient. Bet­telnde Men­schen werden – völlig un­abhän­gig davon, wie sie sich ver­halten – mit hohen Geld­strafen belegt. Werden diese Strafen be­ein­sprucht, werden sie in vielen Fällen vom Ver­wal­tungs­gericht auf­ge­hoben oder re­duziert. Doch viele Bettelnde bringen kein Rechts­mittel ein und müssen in der Folge häufig Ersatz­frei­heits­strafen von meh­reren Tagen an­treten. Read the rest of this entry »

Prag: Roma wollen NS-Enteignungen aufarbeiten

Dezember 1st, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Bild: Kunstausstellung mit Tomáš Rafas Roma-Adaptierungen der tschechischen Flagge, 2013 (Foto: Romea-cz) Tschechien: Rat für Roma-Angelegenheiten plant Ana­ly­se von Vor­kriegs-Eigen­tums­ver­hält­nis­sen

Der Rat für Roma-Angelegenheiten bei der Re­gie­rung plant eine Analy­se von Eigentums­ver­hält­nis­sen von An­gehöri­gen der Minder­heit vor dem Zweiten Weltkrieg. So soll fest­ge­stellt wer­den, wie viel des Eigen­tums wäh­rend der deutschen Besatzung in den Jah­ren 1938 bis 1945 enr­eignet wurde und wie hoch mög­liche Ent­schädi­gungen sein könn­ten. Darüber be­rich­tete die Presse­agen­tur ČTK am Sonn­tag. Der Rat fordert von der Regie­rung nun die nöti­gen Mittel für die Forschungen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund 5.500 tschechi­sche Roma in Kon­zentra­tions­lager ver­schleppt, nur rund 500 kehr­ten nach Ende des Krieges in ihre Heimat zurück. Read the rest of this entry »