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AKE DIKHEA? Roma-Filmfestival in Berlin

Dezember 10th, 2019  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

Eröffnungsgast Zoni Weisz beim Festival (Foto: Ake Dikhea?)Die dritte Ausgabe des Roma-Filmfestivals AKE DIKHEA? star­tete am 5. De­zem­ber 2019 mit Stim­men von Über­lebenden des immer noch wenig be­kannten Völker­mords an euro­päi­schen Roma und Sinti. Mit dem Bewusst­sein für die grau­same Ver­gan­gen­heit sind auch Blicke in die Zukunft mög­lich: Mit jungen und progres­si­ven Per­spekti­ven, die eben­falls einen wich­tigen Raum beim dies­jähri­gen AKE DIKHEA? ein­nahmen. Vom 5. bis zum 9. Dezem­ber 2019 liefen im Rahmen der drit­ten Festi­val-Edition ins­gesamt 15 Filme, darun­ter Kurzfilme, Doku­men­tar- und Spielfilme. AKE DIKHEA? – Ber­line­risch et­wa NA KIEKSTE? – fand unter der Schirm­herr­schaft von Dr. Klaus Lederer, des Sena­tors für Kultur und Europa, im Kino Moviemento statt.

Das Roma-Filmfestival gehört inzwischen zu den Ereig­nissen, die die Stadt Berlin in ihrer Vielfalt und kul­tu­rel­len Offen­heit aus­machen und die un­sere Gesell­schaft heute drin­gen­der be­nötigt denn je. Es ver­ortet Roma und Sinti selbst­vervständ­lich in der gesell­schaft­li­chen Mitte, er­möglicht den Aus­tausch und hilft, tra­dierte Bilder kritisch zu reflek­tieren. Es ist ein Plädoyer für eine freie Gesell­schaft für alle Men­schen und macht dabei natür­lich auch viel Spaß.

(Dr. Klaus Lederer über AKE DIKHEA)

Neben Dr. Klaus Lederer wird auch der niederländische Holocaust-Über­le­ben­de und Blumen­könig Zoni Weisz am Er­öff­nungsvabend an­wesend sein. Weisz hat wäh­rend des National­sozia­lis­mus seine Eltern und Ge­schwis­ter verloren. Nach dem Krieg wurde er einer der führen­den Floristen in Europa und ar­beitete unter ande­rem für die nieder­ländi­sche Königs­familie. 2011 hielt er als ers­ter Vert­reter der Sinti und Roma an­läss­lich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Natio­nal­sozia­lis­mus eine Rede vor dem Deut­schen Bundestag. In MEMORY BOXES er­zählt der Florist über den Um­gang mit seiner Trauma­ti­sie­rung durch den NS-Völker­mord. Der animierte Kurzfilm ent­stand unter der Regie von Hamze Bytyçi, dem Künst­le­ri­schen Leiter des Festivals, und feier­te bei AKE DIKHEA? seine Welt­premiere. Read the rest of this entry »