Bulgarien: Elf Jahre und eine Tat
Oktober 27th, 2019 | Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Jock Palfreeman saß wegen Mordes elf Jahre in einem bulgarischen Gefängnis. Der Australier hatte stets beteuert, in Notwehr gehandelt zu haben, um zwei Roma vor einem rassistischen Angriff zu schützen.
Jungle World: Jock Palfreeman ist frei. Der australische Antifaschist (…) wurde am Dienstag vergangener Woche aus der Haft entlassen. (…) Etwa einen Monat zuvor hatte ein Berufungsgericht in Sofia der vorzeitigen Entlassung auf Bewährung zugestimmt. Der mittlerweile 32jährige war 2009 wegen Mordes und versuchten Mordes zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte nach eigener Aussage im Dezember 2007 in Sofias Innenstadt versucht, zwei Roma gegen eine Gruppe von mehr als einem Dutzend junger Männer zu verteidigen. Bei der darauffolgenden Auseinandersetzung war eine Person ums Leben gekommen. (…) Auf dem erst kürzlich veröffentlichten Videomaterial von Überwachungskameras ist zu sehen, wie eine Gruppe (…) zunächst zwei Menschen verfolgt; anschließend zeigen die Aufnahmen eine Gruppe, die Steine auf Palfreeman wirft und ihn niederschlägt.
Hristo Monow, der Vater des Getöteten, war in den Jahren 2013 und 2014 für die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) Mitglied des Parlaments. (…) Im April 2019 trat Palfreeman in einen über 30tägigen Hungerstreik, um auf seine Haftbedingungen aufmerksam zu machen. (…) Fast 300 bulgarische Rechtsanwälte unterschrieben eine Erklärung, in der sie die (…) Haftentlassung Palfreemans forderten. Inzwischen ist der Australier frei, hat jedoch eine Ausreisesperre erhalten, weil eine endgültige Gerichtsentscheidung noch aussteht. Mitglieder der rechtsextremen Partei Ataka hatten zuvor noch Proteste gegen die Freilassung organisiert (…).
Lesen Sie bitte den hier nur auszugsweise wiedergegebenen Artikel von Mathias Fiedler in voller Länge auf Jungle.world.