Facts & Figures (229)
Juni 30th, 2019 | Published in Facts & Figures
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Juni 30th, 2019 | Published in Facts & Figures
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Juni 30th, 2019 | Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa
Erich-Zeigner-Haus, Leipzig
RadioBlau, Sendung vom 24.6.2019
→Anhören mp3 (1:09:42 h, 140 MB)
Wir hören einen Mitschnitt des Gesprächs zur gesellschaftspolitischen Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa vom 12. Juni 2019. Gesprächspartnerinnen sind Anja Reuss (vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) und Petra Čagalj Sejdi (vom Verein Romano Sumnal e.V.); Moderation: Gloria Pfister (Erich-Zeigner-Haus e.V.).
Das Gespräch hat Einblicke in aktuelle gesellschaftspolitische Themen von Sinti und Roma gewährt. Dabei wurden EU-Richtlinien und Maßnahmen, die die Minderheit betreffen, als auch Auswirkungen des Antiziganismus und daraus resultierende Diskriminierungserfahrungen diskutiert. Darüber hinaus wurde die Frage gestellt, wie antiziganistische Strukturen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene bekämpft werden können.
Sinti und Roma wurden in Deutschland 1996 als Minderheit anerkannt. Die deutsche Gesellschaft setzte sich über Jahrzehnte nicht mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an Sinti und Roma auseinander. Erst mit der verstärkten Bürgerrechtsarbeit von Sinti und Roma in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren wurde die fehlende Aufarbeitung der NS-Verbrechen an Sinti und Roma Thema.
„Antiziganismus“ ist weder in Deutschland noch in Europa ein Phänomen am „rechten Rand“, sondern zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten und ist eine Form von Rassismus, die eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung erfährt. Read the rest of this entry »
Juni 29th, 2019 | Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
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Juni 29th, 2019 | Published in Literatur & Bücher
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wird in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse (16. bis 20. Oktober 2019) vertreten sein. Mehrere Autoren werden in dieser Zeit am Stand auftreten.
Jovan Nikolić wuchs in einer serbischen Romasiedlung auf und flüchtete 1999 vor den Nato-Bombardements nach Deutschland. Er hat mehrere Lyrik- und Prosabände veröffentlicht, z.B. „Zimmer mit Rad“ (2004), „Weißer Rabe, schwarzes Lamm“ (2006) und „Käfig“ (2009). Sein Debütroman „Seelenfänger, lautlos lärmend“ erschien 2011. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit engagiert er sich auch (kultur)politisch. So hat er für den Kölner Rom e.V. die „Roma-Kulturkarawane“ initiiert und dort u.a. Seminare zur Kultur und Geschichte der Roma angeboten. Seit 2002 ist er außerdem Vizepräsident des in Helsinki ansässigen Internationalen Romani Schriftstellerverbandes (IRWA).
Der Berliner Sinto Janko Lauenberger und die Münchner Journalistin Juliane von Wedemeyer, die zusammen das Buch „Ede und Unku – die wahre Geschichte“ geschrieben haben, werden auch am Stand auf der Buchmesse vertreten sein. Ihre Lesung wird in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Roma e.V. am 19. Oktober stattfinden.
Juni 28th, 2019 | Published in Facts & Figures, Literatur & Bücher
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Juni 27th, 2019 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Die slowakische Regierung aktualisiert ihre Daten über die Roma-Siedlungen. Der „Atlas der Roma-Gemeinschaften“ wird nun überarbeitet.
Bereits seit fünfzehn Jahren existiert in der Slowakei ein offizieller „Atlas der Roma-Gemeinschaften“, ein im Auftrag der Regierung erstelltes Datensammelwerk zur Wohn- und Lebenssituation der Roma-Volksgruppe in der Slowakei. Das Verzeichnis wurde das letzte Mal 2013 überarbeitet („Atlas rómskych komunít 2013“). Seit 2014 ist der Statistiken und Karten umfassende Atlas, gemeinsam publiziert von Arbeitsministerium und Prešov-Universität, vollständig verfügbar.
Nun will die Regierung den „Atlas“ neuerlich aktualisieren. Nach dem Sommer wird die neue Version erscheinen, kündigte die sozialdemokratische Innenministerin Denisa Saková an. Erstellt wird die neue Datensammlung vom „Institut für Arbeits- und Familienforschung“ des Arbeitsministeriums. Der „Atlas 2019“, der Auskunft über die aktuelle Anzahl, Lebensbedingungen und Infrastruktur der Roma-Siedlungen gibt, soll als Grundlage für die evidenzbasierte Politikgestaltung dienen.
Die Daten des Atlas 2013
In die Erhebung von 2013 flossen neben dem Ausgangsmaterial von 2004 die Volkszählungsdaten von 2011 (alle Siedlungen mit mindestens 30 selbsterklärten Minderheitsangehörigen) sowie die Verzeichnisse des beim Innenministerium angesiedelten Büros des Regierungs-Bevollmächtigten für Roma-Gemeinschaften ein. Die Feldforschungsarbeit wurde von etwa dreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter Einbeziehung zahlreicher Roma in über 1000 Gemeinden durchgeführt. Insgesamt erfassten die Autoren für diese letzte aktualisierte Fassung 804 Roma-Siedlungen und -Viertel in 584 Kommunen. 231 davon wurden als „segregierte Siedlungen“ (0,9 bis 7 km Entfernung von den eigentlichen Wohnvierteln) klassifiziert. 327 weitere Siedlungen befinden sich am Orts- bzw. Stadtrand, 246 Roma-Wohnviertel bzw. -Siedlungen liegen innerhalb des Ortsgebiets. Demnach leben 17 Prozent der Roma-Bevölkerung (rund 70.000) in solchen völlig abgetrennten Siedlungen.
188 Siedlungen haben keinen Zugang zur öffentlichen Wasserversorgung. 451 Siedlungen sind nicht ans öffentliche Kanalsystem angeschlossen. Die größte Anzahl von Roma-Wohngebieten weisen die Regionen Banská Bystrica in der Mittelslowakei und Košice sowie Prešov im Osten des Landes auf. Fast die Hälfte (46,7 Prozent) der 403.000 slowakischen Roma („those who are generally considered as being Roma“) leben jedoch verstreut unter der Mehrheitsbevölkerung in den allgemeinen Wohngebieten.
(dROMa)
Juni 26th, 2019 | Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
Juni 25th, 2019 | Published in Einrichtungen, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
O Roma-Butschu 2019 telal o anav „30 berscha Romengeri buti“ terdschol.
O tradicijoneli Roma-Butschu andi Boslina ando 15to juni 2019 upro mulatintschagoskero rito Schuh, Angerstraße, andi Bari Boslina, tel likerdo ulo. I muschika uso mulatintschago kerde i sudburgenlanditiki Romani banda „Romano Rath“. Avre highlights sin i horvacki banda „Pannonix“, i prindschardi khelipeskeri grupn Betschistar Academia Flamenco taj i ungriki flogoskeri khelipeskeri grupn Sigeta taj o „David Samer Trio“. 1989 i erschti Roma-organisacija Erbate, o Farajn Roma, kerdo ulo. Tranda berscha flogoskeri grupnakeri buti use ada mulatintschago upro anglutno than terdschon.
Der Roma-Butschu (2019 stand unter dem Motto „30 Jahre Roma-Bewegung“.
Der traditionelle Roma-Butschu (Roma-Kirtag) in Bachselten fand am 15. Juni 2019 auf der Festwiese Schuh, Angerstraße in Großbachselten statt. Musikalisch wurde die Veranstaltung von der südburgenländischen Roma-Band „Romano Rath“ begleitet. Read the rest of this entry »
Juni 23rd, 2019 | Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte
Minority Monitor: „Keine Problemdatenbank, sondern eine Datenbank voller Lösungen“
Die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) präsentiert ein neues Online-Tool, das von den Minderheiten genutzt werden kann, wenn sie auf eine Verletzung ihrer Minderheitenrechte stoßen, Diskriminierung ausgesetzt sind oder wenn sie einen Fall von bewährten Praktiken miteinander teilen wollen. Die FUEN ist der europäische Dachverband der autochthonen, nationalen Minderheiten bzw. Volksgruppen in Europa. Die FUEN hat über 90 Mitgliedsorganisationen.
Die FUEN ist stets bestrebt, neue Vorschläge und Projekte zu entwickeln, insbesondere jetzt, da die Kampagne für das Minority SafePack (wir berichteten hier, hier und hier) beendet ist und wir die Initiative in guten Händen wissen. Einige Organisationen erwarten von uns, dass wir die Probleme, mit denen die Minderheiten konfrontiert sind, die Fälle von Diskriminierung, von Verletzungen der Minderheitenrechte auf die Tagesordnung setzen – und diese neue Initiative des Präsidiums tut genau das, sagte FUEN-Präsident Loránt Vincze bei der Vorstellung des Minority Monitor. „Wir sprechen auf unseren Kongressen immer über diese Fälle, aber wir mussten einen Ort finden, um sie zu sammeln und gemeinsam zu präsentieren. Der Minority Monitor stellt nicht nur bewährte Praktiken vor, sondern auch Lösungen, die andere Gemeinschaften und Staaten für ähnliche Probleme gefunden haben“, erklärte der Präsident.
Projektmanager Roman Roblek präsentierte das Projekt zusammen mit Judith Solzina, Jan Diedrichsen und Melek Kırmacı Arık den Teilnehmenden des FUEN-Kongresses. Ihnen wurde zum ersten Mal gezeigt, wie die Website aussieht, und sie erhielten eine Erklärung über ihren Zweck und ihre Einsatzmöglichkeiten. Die Website enthält bereits einige Beispiele von Fällen – darunter Diskriminierung, Verstöße gegen das Minderheitenrecht, aber auch bewährte Praktiken.
Juni 22nd, 2019 | Published in Facts & Figures
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Juni 21st, 2019 | Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Religion
„Als Nicht-Sinti hätte die Freiburger Missionsgruppe in Ingolstadt bleiben dürfen“
Radio Dreyeckland, 21.6.2019 (8:01 min)
Sendereihe: Fokus Südwest, Morgenradio
→Anhören (mp3)
Jedes Jahr gehen einige Freiburger Sinti mit ihrer evangelischen Freikirche auf Missionsfahrt. Dieses Mal machten sie u.a. in Ingolstadt halt. Dort mietete die Missionsgruppe für ihr Zelt und Wohnwägen eine städtische Grünfläche. Am Dienstag widerrief die Stadt Ingolstadt allerdings den Mietvertrag. Die Polizei wies die Gruppe an, das Gelände zu verlassen. Nach Angaben des Veranstalters der Mission Daniel Kobi erfolgte dieses Vorgehen, nachdem bekannt wurde, dass sie zur Gruppe der Sinti gehören. Laut Kopi sei die Gruppe rassistisch behandelt worden mit der Absicht, sie vom Platz zu verjagen. Die Stadt Ingolstadt widerspricht der Darstellung und erklärt hingegen, dass es sich um ein Missverständnis handele. Man habe nicht mit der tatsächlichen Zahl an Wohnwägen gerechnet. Über die Bedeutung des Falls haben wir mit dem Vorsitzenden des baden-württembergischen Landesverbandes der Sinti und Roma Daniel Strauß gesprochen. (Text und Sendung: rdl.de)
Pressemitteilungen des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg:
Vorfall in Ingolstadt, 19.6.2019
Stellungnahme zu den Äußerungen der Stadt Ingolstadt, 20.6.2019
Siehe auch:
Donaukurier: Alles nur ein Missverständnis?
Badische Zeitung: Verband beschwert sich über Umgang mit Freiburger Sinti in Bayern
Juni 21st, 2019 | Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Vom 22. bis 26. Juni 2019 veranstaltet das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg die Kulturtage der Sinti und Roma.
Die 2019 erstmals stattfindenden Kulturtage sollen zukünftig alle zwei Jahre veranstaltet werden und als feste Größe im kulturellen Leben der Stadtgesellschaft etabliert werden. Mit den Kulturtagen der Sinti und Roma will das Dokumentations- und Kulturzentrum in konzentrierter Weise die Beiträge der Minderheit zur deutschen und europäischen Kulturtradition sichtbar machen und Formate zur kritischen Diskussion über Gesellschaft anbieten. Aktuelle politische Themen wie „Heimat“ und „Identität“ aber auch historische Themen sollen mit Ausstellungen, Vorträgen und Diskussionsrunden reflektiert werden. Außerdem gibt es drei große Konzerte aus den Bereichen Jazz, Hip-Hop und Klassik.
Die wichtigsten Termine auf einen Blick:
Das vollständige Programm der Kulturtage finden Sie hier. Read the rest of this entry »
Juni 18th, 2019 | Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Das „Wir sind Wien. Festival“ 2019 widmet dem großen Roma-Jazzgitarristen Karl Ratzer einen Abend im Aktionsradius Wien.
Do., 20. Juni 2019, 19.30 Uhr im Aktionsradius Wien, Gaußplatz 11, 1120 Wien. Eintritt frei, Anmeldung erbeten: E-Mail oder Tel: 01-332 26 94
(Das Konzert ist ausreserviert. Unverdrossene Fans, die auch einen Stehplatz nicht fürchten, können ab 19:30 Uhr ihr Glück versuchen.)
Ein Naturtalent, ein Musikwunder, Österreichs unangefochtener Gitarrengott – auch heute noch“, beschreibt die deutsche Zeitung „Die Zeit“ Karl Ratzer in einem 2018 erschienenen Artikel. Im Augartenviertel aufgewachsen, Sohn des Künstlers und KZ-Überlebenden Karl Stojka, lebt der Ausnahmegitarrist Karl Ratzer nach Ausflügen in die Welt nun wieder in Wien.
Durchbruch in New York City
Bereits als 13-Jähriger als Gitarrenwunderkind in Wien gefeiert, folgt Ratzer 1972 einer Einladung nach New York City, um in der Welthauptstadt des Jazz den Durchbruch zu schaffen. Er spielt mit Musikgrößen wie Jo Chambers, Jeremy Steig, Eddie Gomez, Chet Baker, Chaka Kahn und vielen anderen. Während einer Europatournee in den 1980er Jahren entscheidet Ratzer, wieder in Wien zu bleiben, wo er seitdem seinen Wohnsitz im 20. Wiener Gemeindebezirk, nahe dem Augarten, hat.
Mit Peter Herbert & Margarethe Herbert
Der Jazzgitarrist spielt an diesem Abend im Aktionsradius im Trio mit dem Bassisten Peter Herbert und der Chellistin Margarethe Herbert. Zum Einstieg spricht Lorenz Giorgi einleitende Worte über Biografie und musikalischen Werdegang von Karl Ratzer.
Juni 14th, 2019 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
Juni 11th, 2019 | Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
„A început ploaia“ (dt.: Es begann zu regnen)
Dokumentarfilm von Michele Lancione (michelelancione.eu)
Rumänien / UK 2017, 71 Min. (Website)
Der Film kann hier kostenlos angesehen bzw. hier kostenlos heruntergeladen werden. Untertitel in diversen Sprachen.
„A început ploaia“ (dt.: Es begann zu regnen) behandelt das Thema Zwangsräumungen von Roma in Bukarest. Der Dokumentarfilm schildert die Geschichte einer Räumung, zeigt aber auch den Widerstand einer Gemeinschaft von Roma, die nach der Zwangsräumung zwei Jahre lang auf der Straße gelebt und für ihr Recht auf Wohnen gekämpft haben.
Accordingly to Amnesty International, in Romania ‘the right to housing is not effectively recognized or protected by national legisvlation’ and Roma people are ‘disproportionally affected’ by forced evictions. A început ploaia/It started raining is the first feature documentary narrating the full history of, and reasons behind, this continuous harassment and displacement. The film follows the story of the Vulturilor 50 community of Bucharest (100 individuals), who dwelt on the street from September 2014 to June 2016 in order to fight against the eviction from their home, enacting the longest and most visible protest for housing right in the history of contemporary Romania. Read the rest of this entry »
Juni 8th, 2019 | Published in Politik
Deutschland: Die Grünen kritisieren das mangelnde Engagement der Bundesregierung beim Schutz von Minderheiten in Deutschland wie in der Europäischen Union.
Frankfurter Rundschau, 7.6.2019: Dem Schutz und der Entwicklung der autochthonen, nationalen Minderheiten in Deutschand und Europa sollte ein größerer Stellenwert eingeräumt werden – diese Meinung vertritt die Grünen-Bundestagsfraktion. Der Bundesregierung werfen die Grünen vor, Minderheitenschutz nur mit Desinteresse zu begegnen.
Anlass ist eine 2013 gestartete europäische Bürgerinitiative namens „Minority Safepack“. Sie propagiert Vorschläge zum Schutz der Minderheiten und zur Erhaltung ihrer Sprachen. Dafür wurden nach Angaben der Initiative bereits mehr als eine Million Unterschriften gesammelt (Anm.: dROMa-Blog berichtete hier und hier) . Die neun von der Europäischen Kommission registrierten Vorschläge der Initiative umfassen etwa Förderprogramme für kleine Sprachgemeinschaften, die Stärkung von Medien in Muttersprachen und den Schutz staatenlos existierender Minderheiten wie beispielsweise den Roma. In Deutschland sind vier Volksgruppen anerkannt: die Dänen in Südschleswig, die Friesen, die deutschen Sinti und Roma und die Lausitzer Sorben. EU-weit werden mehr als 50 Millionen Menschen verschiedenen Minderheiten zugerechnet. Neben den 23 Amtssprachen der EU gibt es mehr als 60 Regional- und Minderheitensprachen auf dem Kontinent.
Die Grünen-Abgeordnete Filiz Polat hatte mit ihrer Fraktion in einer kleinen Anfrage Positionen der Bundesregierung zu diesem Thema abgefragt. Read the rest of this entry »
Juni 5th, 2019 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Angriff mit brennender Fackel auf Roma-Familie
Am 24. Mai kam es in der deutschen Kleinstadt Erbach (Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg) im Stadtteil Dellmensingen zu einem Angriff auf einen Roma-Wohnwagen. Durchreisende Familien aus Frankreich hatten sich auf einer Wiese am Ortsrand niedergelassen. Am Samstagabend schleuderten Unbekannte eine brennende Fackel in Richtung des Wagens und versetzten die Familie in Angst. Laut Aussagen der Roma war um etwa 23 Uhr ein dunkler Kleinwagen mit vier oder fünf Insassen vorgefahren. Diese hätten etwas gerufen, woraufhin einer einen Brandsatz warf, der jedoch knapp vor den Wohnwägen auf der Wiese landete. Die unbekannten Angreifer ergriffen sofort die Flucht. Verängstigt verständigten die angegriffenen Roma die Polizei.
Laut einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft, gehen die Ermittler inzwischen von einem antiziganistischen Anschlag aus. Die Ermittlungen haben bislang jedoch keine konkreten Hinweise auf die mutmaßlichen Täter gebracht. Deshalb bitten Staatsanwaltschaft Stuttgart und Kriminalpolizei um weitere Hinweise. Sie wollen wissen:
Hinweise nimmt die Ulmer Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0731/1880 entgegen.
(dROMa)
Juni 4th, 2019 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Juni 2nd, 2019 | Published in Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Berlin: Seminar „Antiziganismus im Netz – Erkennen, Monitoren, Melden“
Vom 10.–12. Mai richtete der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zusammen mit dem Bildungsforum gegen Antiziganismus und jugendschutz.net in Berlin eine Tagung zum Thema „Antiziganismus im Netz“ aus. Antiziganistische Hassrede ist in fast allen Online-Formaten und auf vielen Webseiten zu finden. Der Hass gegen Sinti und Roma, der in sozialen Medien, auf Webseiten und in Foren im Internet auftaucht, bedient sich dabei den tief verwurzelten und gesellschaftlich weit akzeptierten antiziganistischen Vorurteilen und Stereotypen.
Doch gegenwärtig gibt es keine angemessenen Monitoring-Strukturen für antiziganistische Hassrede im Netz und bei existierenden zivilgesellschaftlichen Projekten gegen Hass im Netz fehlt oft das Hintergrundwissen zu Antiziganismus, um Gegenstrategien zu entwickeln. 59 Prozent der rechtswidrigen Online-Beiträge stammen nicht aus einem rechtsextremen Umfeld, sondern aus der Mehrheitsgesellschaft – antiziganistische Aussagen sind sozusagen sozial akzeptiert. Im Sommer 2018 führten jugendschutz.net, der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ein Recherche-Pilotprojekt (Report: Antiziganismus online) durch, bei dem gemeinsam antiziganistische Hassinhalte recherchiert und analysiert wurden. Read the rest of this entry »