Archive for Juni, 2019

Facts & Figures (229)

Juni 30th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Slowenien veranker­te 2016 das Recht auf Was­ser in sei­ner Ver­fas­sung, man­che Ro­ma-Sied­lun­gen sind aber wei­ter­hin ohne Zu­gang zu Was­ser.

(Quelle)

Radio Blau: Die Lage von Sinti und Roma

Juni 30th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Podiumsgespräch in Leipzig (Foto: Erich-Zeigner-Haus)Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa

Erich-Zeigner-Haus, Leipzig
RadioBlau, Sendung vom 24.6.2019
→Anhören mp3 (1:09:42 h, 140 MB)

Wir hören einen Mitschnitt des Gesprächs zur gesell­schafts­poli­ti­schen Lage von Sinti und Roma in Deutsch­land und Eu­ro­pa vom 12. Ju­ni 2019. Ge­sprächs­part­nerin­nen sind Anja Reuss (vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) und Petra Čagalj Sejdi (vom Verein Romano Sumnal e.V.); Mo­de­ra­tion: Gloria Pfister (Erich-Zeig­ner-Haus e.V.).

Das Gespräch hat Einblicke in aktuelle gesellschafts­poli­ti­sche The­men von Sinti und Roma ge­währt. Dabei wur­den EU-Richt­linien und Maß­nah­men, die die Minder­heit be­tref­fen, als auch Aus­wir­kun­gen des Anti­ziganis­mus und daraus re­sul­tie­rende Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen dis­ku­tiert. Darüber hinaus wur­de die Frage ge­stellt, wie anti­ziga­nis­ti­sche Struk­tu­ren auf politi­scher und gesell­schaft­li­cher Ebene be­kämpft wer­den kön­nen.

Sinti und Roma wurden in Deutschland 1996 als Minder­heit an­erkannt. Die deut­sche Gesell­schaft setzte sich über Jahr­zehnte nicht mit den Ver­brechen der National­sozia­lis­ten an Sinti und Roma aus­einan­der. Erst mit der ver­stärk­ten Bürger­rechts­arbeit von Sinti und Roma in der Bundes­republik seit den 1970er Jah­ren wurde die feh­lende Auf­arbei­tung der NS-Ver­bre­chen an Sinti und Roma Thema.

„Antiziganismus“ ist weder in Deutschland noch in Euro­pa ein Phä­no­men am „rechten Rand“, son­dern zieht sich durch alle ge­sell­schaft­li­chen Schich­ten und ist eine Form von Rassis­mus, die eine breite Ak­zep­tanz in der Bevöl­ke­rung er­fährt. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (228)

Juni 29th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Italienische Hilfsorganisationen berichten, dass Neofaschisten der „Casa Pound“ Roma-Kindern in Rom im Nov. 2014 den Zutritt zur Schule versperrten.

(Quelle)

Roma-Stand auf Frankfurter Buchmesse

Juni 29th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher

Roma und Sinti auf der Frankfurter Buchmesse (Foto: Zentralrat)Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wird in diesem Jahr erst­mals mit einem eige­nen Stand auf der Frank­fur­ter Buch­messe (16. bis 20. Ok­to­ber 2019) ver­tre­ten sein. Meh­rere Auto­ren wer­den in die­ser Zeit am Stand auf­treten.

Jovan Nikolić wuchs in einer serbischen Roma­sied­lung auf und flüch­tete 1999 vor den Nato-Bom­barde­ments nach Deutsch­land. Er hat meh­rere Lyrik- und Prosa­bände ver­öf­fent­licht, z.B. „Zim­mer mit Rad“ (2004), „Weißer Rabe, schwarzes Lamm“ (2006) und „Käfig“ (2009). Sein Debüt­roman „Seelen­fänger, laut­los lärmend“ er­schien 2011. Neben seiner schrift­stel­leri­schen Tä­tig­keit en­ga­giert er sich auch (kul­tur)po­li­tisch. So hat er für den Kölner Rom e.V. die „Roma-Kul­tur­kara­wane“ initiiert und dort u.a. Semi­nare zur Kultur und Ge­schichte der Roma an­ge­boten. Seit 2002 ist er außer­dem Vize­prä­sident des in Helsinki an­säs­si­gen Inter­natio­na­len Ro­mani Schrift­steller­ver­ban­des (IRWA).

Der Berliner Sinto Janko Lauenberger und die Münchner Journalistin Juliane von Wedemeyer, die zu­sam­men das Buch „Ede und Unku – die wah­re Ge­schichte“ ge­schrie­ben haben, wer­den auch am Stand auf der Buch­messe ver­treten sein. Ihre Le­sung wird in Zu­sam­men­arbeit mit dem För­der­verein Roma e.V. am 19. Ok­to­ber statt­finden.

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Facts & Figures (227)

Juni 28th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Literatur & Bücher

Alexandre Romanès, Grün­der des fran­zö­si­schen Ro­ma-Zir­kus „Ro­ma­nès“, hat meh­re­re Ly­rik­bän­de ver­öf­fent­licht, u.a. im re­nom­mier­ten Ver­lag Gal­li­mard.

(Quelle)

Slowakei aktualisiert Roma-Atlas

Juni 27th, 2019  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Verteilung der Roma-Bevölkerung in der Slowakei: Roma-Volksgruppen-Anteil in den Kommunen (Roma-Atlas 2013)Die slowakische Regierung aktua­li­siert ihre Daten über die Roma-Sied­lun­gen. Der „Atlas der Roma-Ge­mein­schaf­ten“ wird nun über­ar­beitet.

Bereits seit fünfzehn Jahren existiert in der Slowakei ein of­fi­ziel­ler „Atlas der Roma-Ge­mein­schaf­ten“, ein im Auftrag der Re­gie­rung er­stell­tes Daten­sam­mel­werk zur Wohn- und Le­bens­situa­tion der Roma-Volks­grup­pe in der Slo­wakei. Das Ver­zeich­nis wurde das letz­te Mal 2013 über­ar­bei­tet („Atlas rómskych komunít 2013“). Seit 2014 ist der Sta­tisti­ken und Karten um­fas­sen­de Atlas, ge­mein­sam publi­ziert von Ar­beits­minis­te­rium und Prešov-Uni­ver­sität, voll­stän­dig ver­füg­bar.

Nun will die Regierung den „Atlas“ neuer­lich ak­tuali­sie­ren. Nach dem Som­mer wird die neue Ver­sion er­schei­nen, kün­digte die sozial­demokra­ti­sche Innen­minis­te­rin Denisa Saková an. Er­stellt wird die neue Daten­samm­lung vom „Insti­tut für Arbeits- und Fa­milien­for­schung“ des Arbeits­minis­te­riums. Der „Atlas 2019“, der Aus­kunft über die ak­tuelle An­zahl, Lebens­be­din­gun­gen und Infra­struk­tur der Roma-Sied­lun­gen gibt, soll als Grund­lage für die evidenz­basier­te Politik­ge­stal­tung dienen.

Die Daten des Atlas 2013

In die Erhe­bung von 2013 flos­sen ne­ben dem Aus­gangs­material von 2004 die Volks­zählungs­daten von 2011 (alle Sied­lun­gen mit mindes­tens 30 selbst­erklär­ten Min­der­heits­ange­hö­rigen) sowie die Ver­zeich­nis­se des beim Innen­ministe­rium an­gesie­del­ten Büros des Regie­rungs-Be­voll­mäch­tig­ten für Roma-Ge­mein­schaf­ten ein. Die Feld­for­schungs­arbeit wurde von etwa drei­ßig Mit­arbei­terin­nen und Mit­arbei­tern unter Ein­bezie­hung zahl­reicher Roma in über 1000 Ge­mein­den durch­geführt. Ins­ge­samt er­fassten die Auto­ren für diese letzte aktuali­sierte Fas­sung 804 Roma-Sied­lun­gen und -Vier­tel in 584 Kom­mu­nen. 231 davon wur­den als „segre­gierte Sied­lun­gen“ (0,9 bis 7 km Ent­fer­nung von den eigent­li­chen Wohn­vierteln) klas­si­fi­ziert. 327 wei­te­re Sied­lungen be­finden sich am Orts- bzw. Stadt­rand, 246 Roma-Wohn­viertel bzw. -Sied­lun­gen liegen inner­halb des Orts­gebiets. Dem­nach le­ben 17 Pro­zent der Roma-Be­völke­rung (rund 70.000) in sol­chen völ­lig ab­ge­trenn­ten Sied­lungen.

188 Siedlungen haben keinen Zugang zur öffentlichen Wasserversorgung. 451 Sied­lun­gen sind nicht ans öf­fent­li­che Kanal­system an­ge­schlos­sen. Die größ­te An­zahl von Roma-Wohn­gebie­ten wei­sen die Re­gio­nen Banská Bystrica in der Mittel­slowa­kei und Košice so­wie Prešov im Osten des Lan­des auf. Fast die Hälfte (46,7 Pro­zent) der 403.000 slo­waki­schen Roma („those who are ge­ne­rally con­sidered as be­ing Roma“) leben je­doch ver­streut unter der Mehr­heits­be­völ­ke­rung in den all­ge­mei­nen Wohn­ge­bieten.

(dROMa)

Facts & Figures (226)

Juni 26th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Antiziganis­ti­sche Straf­ta­ten wer­den in der deut­schen Kri­mi­nal­sta­tis­tik („Po­li­tisch Mo­ti­vier­te Kri­mi­na­li­tät”) erst seit 2017 ge­son­dert er­fasst.

(Quelle/pdf)

Roma-Butschu 2019

Juni 25th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba


O Roma-Butschu 2019 telal o anav „30 ber­scha Ro­men­geri buti“ terdschol.

O tradicijoneli Roma-Butschu andi Boslina ando 15to juni 2019 upro mula­tin­tscha­gos­ke­ro rito Schuh, Anger­straße, andi Bari Boslina, tel liker­do ulo. I muschika uso mu­latin­tschago ker­de i sud­burgen­landiti­ki Roma­ni ban­da „Romano Rath“. Av­re high­lights sin i hor­vacki banda „Pannonix“, i prin­dschardi khe­lipes­keri grupn Betschis­tar Academia Flamenco taj i un­griki flo­gos­keri kheli­pes­keri grupn Sigeta taj o „David Samer Trio“. 1989 i ersch­ti Roma-or­gani­saci­ja Erbate, o Farajn Roma, ker­do ulo. Tranda ber­scha flogos­keri grup­nakeri buti use ada mula­tintscha­go upro ang­lut­no than terdschon.

Der Roma-Butschu (2019 stand unter dem Mot­to „30 Jah­re Roma-Be­wegung“.

Der traditionelle Roma-Butschu (Roma-Kirtag) in Bachselten fand am 15. Juni 2019 auf der Fest­wiese Schuh, Anger­stra­ße in Großbachselten statt. Musika­lisch wurde die Ver­anstal­tung von der süd­burgen­ländi­schen Roma-Band „Romano Rath“ be­gleitet. Read the rest of this entry »

FUEN startet Online-Meldesystem

Juni 23rd, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

FUEN startet europäisches Internet-Projekt "Minority Monitor" (Bild: Fuen)Minority Monitor: „Keine Problem­daten­bank, son­dern eine Da­ten­bank vol­ler Lö­sun­gen“

Die Föderalistische Union Euro­päi­scher Natio­nali­täten (FUEN) prä­sen­tiert ein neues On­li­ne-Tool, das von den Min­der­heiten ge­nutzt wer­den kann, wenn sie auf eine Ver­letzung ihrer Min­der­heiten­rechte sto­ßen, Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt sind oder wenn sie einen Fall von be­währ­ten Prak­ti­ken mit­einan­der tei­len wol­len. Die FUEN ist der euro­päische Dach­ver­band der autoch­tho­nen, natio­na­len Min­der­hei­ten bzw. Volks­grup­pen in Europa. Die FUEN hat über 90 Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Die FUEN ist stets bestrebt, neue Vorschläge und Pro­jek­te zu ent­wickeln, ins­be­son­dere jetzt, da die Kam­pagne für das Minority SafePack (wir be­rich­te­ten hier, hier und hier) be­endet ist und wir die Initia­tive in gu­ten Händen wis­sen. Einige Or­gani­sa­tio­nen er­warten von uns, dass wir die Proble­me, mit denen die Min­derhei­ten kon­fron­tiert sind, die Fälle von Dis­krimi­nie­rung, von Ver­letzun­gen der Min­der­heiten­rechte auf die Tages­ord­nung setzen – und diese neue Initia­tive des Prä­si­diums tut genau das, sagte FUEN-Prä­si­dent Loránt Vincze bei der Vor­stellung des Mino­rity Moni­tor. „Wir spre­chen auf unse­ren Kon­gres­sen immer über diese Fälle, aber wir muss­ten einen Ort fin­den, um sie zu sammeln und ge­meinsam zu prä­sentie­ren. Der Minority Monitor stellt nicht nur be­währte Prak­tiken vor, son­dern auch Lösun­gen, die ande­re Ge­mein­schaften und Staaten für ähn­li­che Proble­me ge­funden ha­ben“, er­klärte der Prä­sident.

Projektmanager Roman Roblek präsentierte das Pro­jekt zusam­men mit Judith Solzina, Jan Diedrichsen und Melek Kırmacı Arık den Teil­neh­men­den des FUEN-Kon­gresses. Ihnen wur­de zum ers­ten Mal ge­zeigt, wie die Website aus­sieht, und sie er­hielten eine Erklä­rung über ihren Zweck und ihre Einsatz­mög­lich­keiten. Die Website ent­hält bereits eini­ge Bei­spiele von Fällen – darun­ter Dis­kriminie­rung, Ver­stöße gegen das Min­der­heiten­recht, aber auch be­währte Prak­tiken.

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Facts & Figures (225)

Juni 22nd, 2019  |  Published in Facts & Figures

1981 kam es in der pol­ni­schen Stadt Oś­wię­cim (Ausch­witz) zu ei­nem Po­grom ge­gen Ro­ma. Über 100 Ro­ma emi­grier­ten da­rauf­hin auf Be­trei­ben der Be­hör­den in den Wes­ten.

(Quelle)

Ingolstadt: Nur ein Missverständnis?

Juni 21st, 2019  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Religion

„Als Nicht-Sinti hät­te die Frei­bur­ger Mis­si­ons­­­grup­­­pe in In­­­gol­­­stadt blei­­ben dür­­­fen“

Dreyeckland Radio Dreyeckland, 21.6.2019 (8:01 min)
Sendereihe: Fokus Südwest, Morgenradio
→Anhören (mp3)

Jedes Jahr gehen einige Freiburger Sinti mit ihrer evan­geli­schen Freikirche auf Mis­sions­fahrt. Die­ses Mal mach­ten sie u.a. in Ingolstadt halt. Dort mie­te­te die Missions­grup­pe für ihr Zelt und Wohn­wägen eine städti­sche Grün­fläche. Am Diens­tag wider­rief die Stadt Ingolstadt al­ler­dings den Miet­vertrag. Die Polizei wies die Gruppe an, das Ge­län­de zu ver­lassen. Nach An­gaben des Ver­anstal­ters der Mis­si­on Daniel Kobi er­folg­te dieses Vor­gehen, nach­dem be­kannt wur­de, dass sie zur Grup­pe der Sinti ge­hö­ren. Laut Kopi sei die Grup­pe rassistisch be­han­delt wor­den mit der Ab­sicht, sie vom Platz zu ver­jagen. Die Stadt Ingolstadt widerspricht der Darstellung und er­klärt hin­ge­gen, dass es sich um ein Miss­ver­ständ­nis han­dele. Man habe nicht mit der tat­säch­li­chen Zahl an Wohn­wägen ge­rechnet. Über die Be­deutung des Falls haben wir mit dem Vor­sitzen­den des ba­den-württem­bergi­schen Landes­ver­ban­des der Sinti und Roma Daniel Strauß ge­spro­chen. (Text und Sen­dung: rdl.de)

Pressemitteilungen des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg:
Vorfall in Ingolstadt
, 19.6.2019
Stellungnahme zu den Äußerungen der Stadt Ingolstadt
, 20.6.2019

Siehe auch:
Donaukurier: Alles nur ein Missverständnis?
Badische Zeitung: Verband beschwert sich über Umgang mit Freiburger Sinti in Bayern


Kulturtage: Neues Festival in Heidelberg

Juni 21st, 2019  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ein neues Festival feiert in Deutschland seine Premiere: "Kulturtage der Sinti und Roma" in Heidelberg Vom 22. bis 26. Juni 2019 veranstal­tet das Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in Heidel­berg die Kultur­tage der Sinti und Roma.

Die 2019 erst­mals statt­fin­den­den Kulturtage sol­len zu­künf­tig alle zwei Jah­re ver­anstal­tet wer­den und als fes­te Größe im kul­turel­len Leben der Stadt­gesell­schaft etab­liert wer­den. Mit den Kul­­tur­­ta­­gen der Sinti und Roma will das Doku­­men­ta­tions- und Kultur­zentrum in kon­zentrier­ter Weise die Bei­träge der Minder­heit zur deut­schen und euro­päi­schen Kultur­tradi­tion sicht­bar machen und For­mate zur kriti­schen Dis­kus­sion über Gesell­schaft an­bieten. Ak­tu­el­le politi­sche The­men wie „Heimat“ und „Identität“ aber auch histori­sche The­men sol­len mit Aus­stel­lun­gen, Vor­trägen und Dis­kus­sions­runden re­flek­tiert werden. Außer­dem gibt es drei große Kon­zerte aus den Be­rei­chen Jazz, Hip-Hop und Klassik.

Die wichtigsten Termine auf einen Blick:

Das vollständige Programm der Kulturtage fin­den Sie hier. Read the rest of this entry »

Wir sind Wien.Festival: Karl Ratzer

Juni 18th, 2019  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Das „Wir sind Wien. Festival“ 2019 widmet dem großen Roma-Jazzgitarristen Karl Ratzer einen Abend im Aktionsradius Wien.

Do., 20. Juni 2019, 19.30 Uhr im Ak­tions­radius Wien, Gauß­platz 11, 1120 Wien. Ein­tritt frei, An­meldung erbeten: E-Mail oder Tel: 01-332 26 94

(Das Konzert ist ausreserviert. Unver­dros­se­ne Fans, die auch einen Steh­platz nicht fürch­ten, kön­nen ab 19:30 Uhr ihr Glück ver­suchen.)

Ein Naturtalent, ein Musikwunder, Österreichs un­an­ge­foch­te­ner Gitarren­gott – auch heute noch“, be­schreibt die deut­sche Zei­tung „Die Zeit“ Karl Ratzer in einem 2018 er­schiene­nen Arti­kel. Im Augarten­viertel auf­gewach­sen, Sohn des Künst­lers und KZ-Über­leben­den Karl Stojka, lebt der Aus­nahme­gitarrist Karl Ratzer nach Aus­flügen in die Welt nun wie­der in Wien.

Durchbruch in New York City
Bereits als 13-Jähriger als Gitarrenwunderkind in Wien ge­feiert, folgt Ratzer 1972 einer Ein­ladung nach New York City, um in der Welt­haupt­stadt des Jazz den Durch­bruch zu schaf­fen. Er spielt mit Musik­grö­ßen wie Jo Chambers, Jeremy Steig, Eddie Gomez, Chet Baker, Chaka Kahn und vie­len an­deren. Wäh­rend einer Europa­tour­nee in den 1980er Jah­ren ent­schei­det Ratzer, wie­der in Wien zu blei­ben, wo er seit­dem sei­nen Wohn­sitz im 20. Wiener Ge­mein­de­bezirk, nahe dem Augarten, hat.

Mit Peter Herbert & Margarethe Herbert
Der Jazzgitarrist spielt an diesem Abend im Aktions­radius im Trio mit dem Bassis­ten Peter Herbert und der Chellis­tin Margarethe Herbert. Zum Ein­stieg spricht Lorenz Giorgi ein­leiten­de Worte über Bio­grafie und musi­kali­schen Werde­gang von Karl Ratzer.

(volksgruppen.orf.at)

Facts & Figures (224)

Juni 14th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im Rahmen des grie­chisch-tür­ki­schen Be­völ­ke­rungs­aus­tauschs 1923 muss­ten auch zahl­rei­che Ro­ma aus Thes­sa­lo­ni­ki ih­re Hei­mat ver­las­sen.

(Quelle)

Es begann zu regnen (2017)

Juni 11th, 2019  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

A început ploaia“ (dt.: Es begann zu regnen)
Dokumentarfilm von Michele Lancione (michelelancione.eu)
Rumänien / UK 2017, 71 Min. (Website)

Der Film kann hier kostenlos angesehen bzw. hier kos­ten­los herun­ter­ge­la­den wer­den. Unter­ti­tel in di­ver­sen Spra­chen.

A început ploaia“ (dt.: Es begann zu regnen) behandelt das Thema Zwangs­räumungen von Roma in Bukarest. Der Doku­mentar­film schil­dert die Ge­schichte einer Räumung, zeigt aber auch den Widerstand einer Ge­mein­schaft von Roma, die nach der Zwangs­räumung zwei Jah­re lang auf der Straße ge­lebt und für ihr Recht auf Wohnen ge­kämpft haben.

Accordingly to Amnesty International, in Romania ‘the right to housing is not effect­ively re­cognized or pro­tec­ted by natio­nal legisvlation’ and Roma people are ‘dis­propor­tio­nally affec­ted’ by forced evictions. A început ploaia/It started raining is the first feature docu­mentary nar­rating the full history of, and reasons be­hind, this conti­nuous harass­ment and dis­place­ment. The film follows the story of the Vulturilor 50 com­munity of Bucharest (100 indi­vi­duals), who dwelt on the street from Sep­tem­ber 2014 to June 2016 in order to fight against the eviction from their home, en­acting the lon­gest and most vi­sible pro­test for housing right in the his­tory of con­tem­porary Romania. Read the rest of this entry »

Für das Recht der wenigen

Juni 8th, 2019  |  Published in Politik

Minority Safepack InitiativeDeutschland: Die Grünen kritisieren das man­geln­de En­gage­ment der Bun­des­re­gie­rung beim Schutz von Min­­der­­­hei­ten in Deutsch­land wie in der Euro­pä­i­schen Union.

Frankfurter Rundschau, 7.6.2019:  Dem Schutz und der Ent­wicklung der autoch­tho­nen, na­tio­nalen Minder­hei­ten in Deutsch­and und Europa soll­te ein grö­ßerer Stel­len­wert ein­ge­räumt wer­den – diese Mei­nung ver­tritt die Grü­nen-Bun­des­tags­frak­tion. Der Bundes­regie­rung wer­fen die Grü­nen vor, Minder­hei­ten­schutz nur mit Des­interes­se zu be­geg­nen.

Anlass ist eine 2013 gestartete europäische Bürger­initia­tive na­mens „Minority Safepack“. Sie pro­pa­giert Vor­schlä­ge zum Schutz der Minder­hei­ten und zur Er­hal­tung ihrer Sprachen. Da­für wur­den nach An­ga­ben der Ini­tia­ti­ve b­ereits mehr als eine Million Unter­schriften ge­sam­melt (Anm.: dROMa-Blog be­rich­tete hier und hier) . Die neun von der Euro­päi­schen Kom­mis­sion re­gistrier­ten Vor­schlä­ge der Initia­tive um­fassen etwa Förder­program­me für kleine Sprach­ge­mein­schaf­ten, die Stärkung von Medien in Mutter­sprachen und den Schutz staaten­los exis­tie­ren­der Minder­heiten wie bei­spiels­weise den Roma. In Deutschland sind vier Volks­gruppen an­erkannt: die Dänen in Süd­schleswig, die Friesen, die deut­schen Sinti und Roma und die Lausitzer Sorben. EU-weit wer­den mehr als 50 Mil­lio­nen Men­schen ver­schie­de­nen Minder­heiten zu­gerech­net. Neben den 23 Amts­sprachen der EU gibt es mehr als 60 Regio­nal- und Min­der­heiten­sprachen auf dem Kon­tinent.

Die Grünen-Abgeordnete Filiz Polat hatte mit ihrer Frak­tion in einer klei­nen An­frage Posi­tio­nen der Bun­des­regie­rung zu diesem Thema ab­gefragt. Read the rest of this entry »

Deutschland: Angriff auf Roma-Wohnwagen

Juni 5th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Romafeindlicher Angriff in Erbach-Dellmensingen (Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg)Angriff mit brennender Fackel auf Roma-Familie

Am 24. Mai kam es in der deutschen Kleinstadt Erbach (Alb-Donau-Kreis in Ba­den-Württem­berg) im Stadt­teil Dell­men­sin­gen zu einem An­griff auf einen Ro­ma-Wohn­wa­gen. Durch­rei­sen­de Familien aus Frankreich hatten sich auf einer Wiese am Ortsrand niedergelassen. Am Samstag­abend schleu­derten Unbekannte eine bren­nen­de Fackel in Rich­tung des Wa­gens und ver­setz­ten die Fa­milie in Angst. Laut Aus­sagen der Roma war um etwa 23 Uhr ein dunkler Klein­wagen mit vier oder fünf In­sassen vor­ge­fah­ren. Diese hät­ten etwas ge­rufen, woraufhin einer einen Brand­satz warf, der je­doch knapp vor den Wohn­wägen auf der Wiese lan­dete. Die un­bekann­ten An­greifer er­griffen sofort die Flucht. Ver­ängstigt ver­stän­digten die an­ge­grif­fe­nen Roma die Polizei.

Laut einer ge­mein­samen Mit­tei­lung von Polizei und Staats­anwalt­schaft, ge­hen die Er­mittler in­zwi­schen von einem anti­ziganisti­schen Anschlag aus. Die Er­mitt­lungen haben bis­lang je­doch keine kon­kreten Hin­weise auf die mut­maß­lichen Täter ge­bracht. De­shalb bit­ten Staatsanwaltschaft Stuttgart und Kriminal­polizei um weitere Hinweise­. Sie wollen wissen:

  • Wer hat am Samstag, 24. Mai, kurz nach 23 Uhr, den Vorfall an der Werden­stein­straße in Er­bach-Dell­men­sin­gen be­obach­tet?
  • Wer hat den dunklen Kleinwagen gese­hen oder kann Hin­weise auf ihn ge­ben?
  • Wer kennt die Personen, die mit dem dunk­len Klein­wagen unter­wegs waren?
  • Wer kann sonst Hinweise ge­ben?

Hinweise nimmt die Ulmer Kriminalpolizei un­ter der Telefon­num­mer 0731/1880 ent­gegen.

(dROMa)

Facts & Figures (223)

Juni 4th, 2019  |  Published in Facts & Figures

65 % der Litauer ge­ben an, sie wür­den als Ver­mie­ter kei­ne Woh­nung an Ro­ma ver­ge­ben.

(Quelle)

Tagung „Antiziganismus im Netz“

Juni 2nd, 2019  |  Published in Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Hassrede im InternetBerlin: Seminar „Antiziganismus im Netz – Er­ken­nen, Mo­ni­to­ren, Melden“

Vom 10.–12. Mai richtete der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zu­sam­men mit dem Bildungs­forum gegen Anti­ziga­nis­mus und jugend­schutz.net in Berlin eine Tagung zum The­ma „Anti­ziga­nis­mus im Netz“ aus. Anti­ziganis­tische Hassrede ist in fast allen On­line-For­maten und auf vielen Web­seiten zu finden. Der Hass gegen Sinti und Roma, der in sozia­len Medien, auf Web­sei­ten und in Foren im Internet auf­taucht, be­dient sich dabei den tief ver­wurzelten und gesell­schaft­lich weit ak­zep­tier­ten anti­ziganis­ti­schen Vor­urtei­len und Ste­reo­typen.

Doch gegenwärtig gibt es keine angemessenen Monitoring-Struk­tu­ren für anti­ziganis­tische Hassrede im Netz und bei exis­tieren­den zivil­gesell­schaft­li­chen Pro­jekten gegen Hass im Netz fehlt oft das Hinter­grund­wissen zu Anti­ziga­nis­mus, um Gegen­strate­gien zu ent­wickeln. 59 Pro­zent der rechts­widri­gen Online-Bei­träge stam­men nicht aus einem rechts­extremen Um­feld, son­dern aus der Mehrheits­gesell­schaft – anti­zi­ga­nis­ti­sche Aus­sagen sind so­zu­sagen sozial ak­zeptiert. Im Som­mer 2018 führ­ten jugend­schutz.net, der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma und das Do­ku­­men­ta­­tions- und Kul­tur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma ein Recherche-Pi­lot­projekt (Report: Antiziganismus online) durch, bei dem ge­mein­sam anti­ziganis­ti­sche Hass­inhalte re­cher­chiert und analy­siert wur­den. Read the rest of this entry »