FUEN startet Online-Meldesystem

Juni 23rd, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

FUEN startet europäisches Internet-Projekt "Minority Monitor" (Bild: Fuen)Minority Monitor: „Keine Problem­daten­bank, son­dern eine Da­ten­bank vol­ler Lö­sun­gen“

Die Föderalistische Union Euro­päi­scher Natio­nali­täten (FUEN) prä­sen­tiert ein neues On­li­ne-Tool, das von den Min­der­heiten ge­nutzt wer­den kann, wenn sie auf eine Ver­letzung ihrer Min­der­heiten­rechte sto­ßen, Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt sind oder wenn sie einen Fall von be­währ­ten Prak­ti­ken mit­einan­der tei­len wol­len. Die FUEN ist der euro­päische Dach­ver­band der autoch­tho­nen, natio­na­len Min­der­hei­ten bzw. Volks­grup­pen in Europa. Die FUEN hat über 90 Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Die FUEN ist stets bestrebt, neue Vorschläge und Pro­jek­te zu ent­wickeln, ins­be­son­dere jetzt, da die Kam­pagne für das Minority SafePack (wir be­rich­te­ten hier, hier und hier) be­endet ist und wir die Initia­tive in gu­ten Händen wis­sen. Einige Or­gani­sa­tio­nen er­warten von uns, dass wir die Proble­me, mit denen die Min­derhei­ten kon­fron­tiert sind, die Fälle von Dis­krimi­nie­rung, von Ver­letzun­gen der Min­der­heiten­rechte auf die Tages­ord­nung setzen – und diese neue Initia­tive des Prä­si­diums tut genau das, sagte FUEN-Prä­si­dent Loránt Vincze bei der Vor­stellung des Mino­rity Moni­tor. „Wir spre­chen auf unse­ren Kon­gres­sen immer über diese Fälle, aber wir muss­ten einen Ort fin­den, um sie zu sammeln und ge­meinsam zu prä­sentie­ren. Der Minority Monitor stellt nicht nur be­währte Prak­tiken vor, son­dern auch Lösun­gen, die ande­re Ge­mein­schaften und Staaten für ähn­li­che Proble­me ge­funden ha­ben“, er­klärte der Prä­sident.

Projektmanager Roman Roblek präsentierte das Pro­jekt zusam­men mit Judith Solzina, Jan Diedrichsen und Melek Kırmacı Arık den Teil­neh­men­den des FUEN-Kon­gresses. Ihnen wur­de zum ers­ten Mal ge­zeigt, wie die Website aus­sieht, und sie er­hielten eine Erklä­rung über ihren Zweck und ihre Einsatz­mög­lich­keiten. Die Website ent­hält bereits eini­ge Bei­spiele von Fällen – darun­ter Dis­kriminie­rung, Ver­stöße gegen das Min­der­heiten­recht, aber auch be­währte Prak­tiken.

Melek Kırmacı Arık stellte einen Fall von Diskriminierung gegen die türkische Min­der­heit in Griechenland vor, der das Recht der tür­ki­schen Kinder auf Bildung in ihrer Mutter­sprache be­trifft. „Ich denke, dass dieses Pro­jekt eine ge­mein­same Basis schaf­fen wird. Es wird ein Be­zugs­punkt für inter­natio­nale Organi­sa­tionen sein. Diese wer­den Gelegen­heit haben, sich die jüngs­ten Dis­krimi­nie­rungs­fälle in Europa an­zu­sehen“, er­klär­te Frau Melek Kırmacı Arık. Ein weite­rer Fall wur­de von Judith Solzina über zwei­spra­chige Schilder auf den deutschen Auto­bahnen vor­ge­stellt. Jan Diedrichsen prä­sen­tierte einen Bericht über die Sámi, die in den nörd­lichen Tei­len Norwegens le­ben und unter Öko­strom­pro­jekten leiden, die ihre Rentier­haltung ge­fährden und ihre Landrechte miss­achten. In dem Bericht ging es um die recht­li­chen Schritte, die in dieser An­gelegen­heit unter­nom­men wer­den können.

Roman Roblek hob hervor, dass das Entwicklungs­team ein Werk­zeug woll­te, das benutzer­freund­lich ist und dabei gut aus­sieht. Die Schluss­folge­rung war, dass das neue Tool ein leben­diges Instru­ment ist. Darüber hinaus wur­de deut­lich, dass die FUEN keine Problem­daten­bank, son­dern eine Datenbank vol­ler Lö­sungen er­stellt.

(Text: FUEN)

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