Archive for Juli, 2019

Campingplatz: Sinti und Roma unerwünscht

Juli 31st, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Campingplatz in Bayern: Keine Sinti und Roma!Keine Sinti und Roma auf deutschem Campingplatz. Mimikama: Mail ist kein Fake

Ein Campingplatzbetreiber in Bayern weist in einer Mail darauf hin, dass sie keine Sinti und Roma auf­neh­men. Die Re­cher­che-Platt­form Mimi­kama ist der Mel­dung auf den Grund ge­gan­gen.

Von Andre Wolf/Mimikama

Auf Social Media findet man einen Screenshot einer Mail. In dieser Mail ist eine ganz spe­zielle Pas­sage mar­kiert, in der man er­fährt, dass be­stimmte Gäste auf dem Camping­platz nicht er­wünscht sind. Diese zentrale Stelle in der Mail lautet:

Wir weisen sie darauf hin, dass wir keine Handels­reisende, Schau­steller sowie Mit­glie­der von Sinti und Roma auf unse­rem Camping­platz auf­nehmen. Vielen Dank für Ihr Ver­ständ­nis.

Dieser Screenshot wurde von Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Linken, am 10.07.2019 auf Facebook ver­öf­fent­licht: Read the rest of this entry »

Volksgruppen beim Landeshauptmann

Juli 30th, 2019  |  Published in Politik

Volksgruppen-Besuch bei Landeshauptmann Doskozil (3. v. li.), Juli 2019Burgenland: Kennenlerngespräch der drei Volksgruppen bei Landes­haupt­mann Doskozil

Die Präsidenten und Vizepräsidenten aller drei Volks­gruppen­beiräte fanden sich Donners­tag (25.7.2019) am Nach­mittag zum ersten offi­ziellen Kennen­lern­ge­spräch bei Lan­des­haupt­mann Hans Peter Doskozil ein. Dabei de­po­nierten Roma, Kroaten und Ungarn ihre Vor­stel­lungen hin­sichtlich ihrer Zu­sammen­arbeit, wie z.B. an­läss­lich der 1oo-Jahr-Feier für das 2021.

Vereinbarung eines Treffens für „100 Jahre Bur­gen­land“

Für die Feier anlässlich des 1oo. Bestandsjubiläums des Burgen­landes konn­ten schon erste Ideen vor­gestellt werden. Es wurde schon ein Treffen mit dem Or­gani­sator des Jubi­läums ver­einbart, um die Vor­schläge der Volks­gruppen zu  kon­kreti­sieren, sagte Martin Ivancsics, Vor­sitzen­der des Kroa­tischen Kultur- und Do­ku­men­tations­zentrums.

Die Vertreter der Volksgruppen infor­mierten den Landes­haupt­mann über die all­ge­meine Situation der Volks­gruppen sowie über die Beiräte. Es wur­den ihm ver­schiedene Projekte vor­gestellt, die sie für die Volksvgruppen, aber auch für die Mehr­heits­bevölvkerung ver­anstal­ten. Landes­hauptvmann Hans Peter Doskozil war sehr offen, gab aber auch ehr­lich zu, dass er nicht allzu ver­traut ist mit Dingen, die die Volks­gruppen be­treffen.

Volksgruppen hoffen auf eine höhere Subven­tio­nie­rung sei­tens des Landes

Weiters depo­nierten die Volks­gruppen, dass ihnen zu wenig Sub­ventionen zur Ver­fü­gung stehen. Wie Martin Ivancsics sagte, wur­de schon ein Termin mit dem ver­ant­wortvlichen Referat ver­einbart, um eine Lukrie­rung von Landes­geldern zu er­mög­li­chen. Vor allem der Volks­gruppe der Roma wäre dabei ge­hol­fen, da sie die Schulung der Kinder selbst finan­ziert, so Ivan­csics.

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Landesart Plus: Lulo Reinhardt

Juli 29th, 2019  |  Published in Musik, Radio, Podcast & TV

Gitarrenvirtuose aus Deutschland: Lulo Reinhardt (Foto: lulo-reinhardt.com)SWR Fernsehen RP
Sa., 3.8.2019, 18:15 Uhr, 30 Min.
Landesart Plus (zur Sendungsreihe)

Die Klänge anderer Kontinente und den Gypsy Swing seines be­rühm­ten Ah­nen Django Reinhardt ver­bin­det er zu seinem eige­nen musi­kali­schen Stil: der Gitarrist Lulo Reinhardt aus Koblenz am Rhein. Die Hälf­te des Jahres reist der Sinto um die Welt, spielt auf Kon­zerten und Festi­vals, trifft Men­schen aus ande­ren Kulturen, tauscht sich mit ihnen aus und ent­wickelt so seine Musik im­mer weiter. Für sein jüngs­tes Pro­jekt „Gypsy meets India“ ist er nach Indien zu den Ur­sprün­gen seines Volkes ge­reist. Von dort kamen Sinti vor mehr als tau­send Jahren (Anm.: eigent­lich sind es wahr­schein­lich mehr als 800 Jahre) nach Europa. In Kalkutta hat er mit dem welt­be­rühm­ten Musiker Debashish Battacharya, des­sen Bruder und Tochter eine CD auf­ge­nom­men, die mit dem Deutschen Schall­platten­preis für Weltmusik aus­ge­zeich­net wurde.

Wenn Lulo Reinhardt in seiner Heimat Koblenz ist, pflegt er inni­gen Kontakt zu seiner Familie. Seinen vier Enkeln gibt er regel­mäßig Unter­richt in Romanes, der Sprache der Sinti. Und er führt sie spie­le­risch in die Welt der Musik ein. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (233)

Juli 28th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Spätestens seit dem 12. Jh. le­ben Ro­ma in Eu­ro­pa (im heu­ti­gen Grie­chen­land).

(Quelle/pdf)

„Sinti und Roma. Eine deutsche Geschichte“

Juli 27th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Marianne Rosenberg (Foto:ZDF/Heinz Wieseler)Als „Zigeuner“ beschimpft, verfolgt, von den Nazis er­mor­det und aus­ge­grenzt bis heute:

ZDF-History: Sinti und Roma. Eine deutsche Geschichte“ blickt am Sonn­tag, 28. Juli 2019, 23.45 Uhr, an­hand be­we­gen­der Lebens­läufe auf die Ge­schich­te der Sinti und Ro­ma in Deutschland.

Der Film von Annette von der Heyde erzählt unter ande­rem vom Vater der Sänge­rin Marianne Rosenberg. Im Mai 1944 kämpfte er in Auschwitz mit im Auf­stand ge­gen die SS, über­lebte und hielt seine Kinder an, ihre Her­kunft bes­ser zu ver­schwei­gen. Dotschy Reinhardt er­zählt als junge Ver­trete­rin der gro­ßen Musiker­dy­nas­tie Reinhardt vom Schick­sal ihrer Fa­mi­lie. Rita Vowe-Trollmann er­in­nert an ih­ren Vater, den Boxer „Rukeli“, dem die Nazis den Meis­ter­titel ein­fach ab­erkann­ten – we­gen „un­deut­schen Boxens“. Romani Rose be­richtet von sei­nem Vater Oskar, der ver­geb­lich beim Münch­ner Kardinal Faulhaber um Hilfe für sein Volk bat. Der Musiker Janko Lauenberger er­in­nert an seine Ver­wandte Erna. „Ede und Unku“ heißt das Buch über sie, das in der DDR Schul­lek­türe war. Die Doku­men­ta­tion zeigt auch, wie Sinti und Roma nach dem Krieg für Ent­schä­di­gung und An­erken­nung kämpf­ten, und dass Anti­ziganis­mus noch im­mer weit ver­breitet ist.

Auszüge aus den Interviews

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Symposium zum Roma-Genozid

Juli 24th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Tagung zum Roma-Holocaust im Studienzentrum in Dachau (Foto: Max-Mannheimer-Studienzentrum, Dachau)Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte 2019

Sinti und Roma: Der nationalsozialis­tische Völker­mord in his­to­ri­scher und ge­sell­schafts­poli­ti­scher Per­spektive

25./26. Oktober 2019
Max-Mannheimer-Haus, Dachau

→zum Veranstaltungsprogramm (pdf)
|
Anmeldung bis zum 5.10.2019 auf www.mmsz-dachau.de

Der Völkermord an den Sinti und Roma erfuhr erst eine öffentl­ich weit­hin sicht­bare An­erken­nung, als 2012 in Berlin das zentra­le Denkmal für diese Opfer­gruppe ge­schaf­fen wur­de. Noch bis weit in die 1970er Jahre war die Be­haup­tung gang und gäbe, die Ver­folgung der Min­der­heit und selbst die De­portatio­nen in das Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau seien keine rassen­po­li­tisch mo­ti­vier­ten Maß­nahmen des natio­nal­sozia­lis­ti­schen Re­gimes ge­wesen.

Dachau ist in Bezug auf den Völkermord und seine Nach­geschichte ein zentraler Ort: Ab 1938 waren gro­ße Gruppen von Sinti und Roma im Kon­zentra­tions­lager in­haf­tiert und ins­be­son­de­re den Medizin­verbrechen aus­gesetzt. In der KZ-Ge­denk­stätte fand 1980 ein Hungerstreik statt, der wie die im Jahr zu­vor von der Bürger­rechts­be­we­gung deutscher Sinti und Roma in der KZ-Ge­denk­stätte Bergen-Belsen durch­ge­führte Gedenk­kund­gebung zu einer Wende in der Wahr­neh­mung des Völkermordes bei­trug. Auf­merk­sam­keit erregte schließ­lich 1993 der Pro­test gegen die staat­liche Ab­schie­bung von Roma, dessen Schau­platz er­neut die KZ-Ge­denk­stätte Dachau war.

Das Dachauer Symposium wendet sich der Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit zu. Ge­fragt wird ferner nach den Kon­tinui­tä­ten und Brüchen nach 1945. Anti­ziganis­ti­sche Ein­stellun­gen ha­ben nicht nur das Leben der Überlebenden und de­ren Nachkommen über­schat­tet, son­dern er­schwe­ren bis heute auch die Bildungs­arbeit. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (232)

Juli 19th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ab dem 15. Jh. wur­den Ro­ma oft als Ägyp­ter (in der Fol­ge: gyp­sies, gi­ta­nos) be­zeich­net. Dies geht verm. auf die Roma­sied­lung Gyp­pe (Klein-Ä­gyp­ten) auf dem Pe­lo­pon­nes zu­rück.

(Quelle/pdf)

Erbach: Verhaftungen nach Brandanschlag

Juli 18th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Romafeindlicher Angriff in Erbach-Dellmensingen (Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg)Deutschland: Weil Unbekannte Ende Mai im Erba­cher Orts­teil Dell­men­sin­gen (Ba­­den-Württem­­berg) eine bren­nen­de Fackel ge­wor­fen hat­ten (wir be­rich­te­ten), durch­suchte die Polizei meh­rere Wohnun­gen in Erbach und Blaustein. Die Er­mitt­ler nah­men meh­rere Ver­däch­tige fest.

Wie hier berichtet, hatte sich eine Roma-Familie mit ihren Wohn­wagen auf einer Wiese in Erbacher Orts­teil Dellmensingen nieder­gelas­sen. Am spä­ten Abend des 24. Mai fuhr ein dunkler Klein­wagen an dem Wiesen­gelände vor­bei. Aus dem Fahr­zeug wurde von den In­sassen etwas ge­rufen und an­schlie­ßend eine brennen­de Fackel aus dem Bei­fahrer­fens­ter in Rich­tung der Wohnwagen ge­worfen. Die Fackel lan­dete un­mittel­bar neben einem Wohn­wagen, in dem ein Ehepaar mit ihrem 9 Mo­nate alten Kind schlief. Die Polizei hat sofort die Ermitt­lun­gen auf­ge­nom­men. Kri­minal­tech­ni­ker sicher­ten die Spuren der Tat. Auf­grund des Verdachts, dass es sich um eine politisch mo­ti­vier­te Straftat han­deln könn­te, über­nahm die Schwer­punkt­staats­anwalt­schaft Stuttgart die Er­mitt­lun­gen. Die Kriminalpolizei bil­dete eine Er­mitt­lungs­gruppe.

Die intensiven Ermittlungen der Polizei ergaben jetzt einen Tat­verdacht gegen acht Männer aus Erbach und Blau­stein. Die 16- bis 20-Jäh­rigen sollen an der Tat be­teiligt ge­wesen sein. Am Diens­tag durch­suchten mehre­re Beamte acht Wohnun­gen und ein Garten­grund­stück in Blau­stein und Er­bach. Read the rest of this entry »

Urteile nach Angriffswelle auf Roma bei Paris

Juli 17th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Justitia (Bild: Clipart ETC, FCIT)Urteile gegen sechs Männer wegen Angriffs­plänen ge­gen Roma in Frank­reich

Roma Antidiscrimination Network (RAN): Im Zusam­men­hang mit den An­griffen auf Roma in Pariser Banlieues im März 2019 (wir berichteten) sind nun sechs Männer ver­urteilt wor­den. Sie wurden schuldig ge­spro­chen, einen gewalt­täti­gen Angriff auf Roma ge­plant zu haben. Vier Männer wur­den zu fünf bis sechs Mona­ten Ge­fäng­nis ver­urteilt, die beiden an­deren zu einer fünf­mona­ti­gen Be­wäh­rungs­strafe.

Nachdem online Fake News verbrei­tet wor­den waren, Roma wür­den Kinder ent­führen, kam es im März diesen Jahres zu Hetzjagden ge­gen Roma. Die Polizei hat an­schei­nend erst von der An­gele­gen­heit er­fahren, als sie in der Nacht vom 25. auf den 26. März einen Anruf er­halten hat, dass die Bidonvilles (Ar­men­sied­lun­gen) in Bobigny an­gegrif­fen wür­den. Die Gerüchte et­waiger Kindes­entfüh­run­gen wur­den von der Polizei ent­kräftet.

Frankreich plant der­weil ein Gesetz gegen Hate Speech im Internet, dem­zu­folge Platt­form­betrei­ber inner­halb 24 Stunden ent­spre­chen­den Content löschen müs­sen.

(Text: RAN)

Anm. der dROMa-Red.: Bereits im im April waren drei weitere junge Män­ner im Zusam­men­hang mit den­sel­ben An­grif­fen auf Roma zu mehr­mona­ti­gen Haft­strafen ver­ur­teilt wor­den.

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Italien: „Urgent Action“ nach Zwangsräumung

Juli 16th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Amnesty International: "Urgent Action" nach Zwangsräumung von Roma in SüditalienItalien: Roma-Gemeinschaft aus Giugliano (Neapel) nach Zwangs­räumung im­mer noch ohne Zu­hause

„Urgent Action“ von Amnesty International (→zur Aktion)

Etwa 500 Roma, darunter etwa 150 Kinder so­wie schwan­gere Frauen und älte­re Men­schen, sind obdachlos, nach­dem sie am 10. Mai im Rah­men einer rechts­wid­ri­gen Zwangs­räumung durch die Be­hörden aus ihrer Sied­lung in Kampanien in Süd­italien ver­trieben wurden. Sie kom­men der­zeit not­dürf­tig in einem In­dustrie­gebiet unter, brau­chen jedoch drin­gend an­ge­mes­sene Alter­nativ­unter­künfte. Die Behörden müs­sen um­gehend Maß­nahmen er­grei­fen, um die Gefahr eines schwe­ren und nicht wieder gut­zu­ma­chen­den Schadens ab­zu­wenden und die Rechte und Sicher­heit der be­trof­fenen Fa­milien zu ge­währ­leisten.

(Text: Amnesty International)

Neuerlicher Angriff auf Berliner Mahnmal

Juli 15th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Die Glasplatten des Roma-Holocaust-Denkmals in Berlin (Foto: Wikimedia)Glasdenkmal für ermordete Sinti und Roma in Berlin erneut beschädigt

Das Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Roma und Sinti in Berlin wur­de aber­mals von Un­be­kann­ten ge­schändet – be­reits zum zwei­ten Mal, und das inner­halb weni­ger Tage (und nur kurz vor dem be­vor­ste­hen­den 75. Jahres­tag des Massen­mor­des an­läss­lich der Auf­lösung des so­ge­nann­ten „Zigeuner­lagers“ in Auschwitz-Bir­kenau am 2. August). Die An­zeige des neuer­li­chen Vor­fall ging laut Polizei­anga­ben schon am Don­ners­tag über die Internet­wache ein. In beiden Fäl­len wurden die zum Denkmal ge­hö­renden Glas­platten mit einem spitzen Gegen­stand zer­kratzt. Über die Hinter­gründe der bei­den Taten liegen der Polizei nach eige­nen An­gaben der­zeit noch keine näheren Informa­tio­nen vor. In den Presse­meldun­gen ist von „Vandalis­mus“ die Rede. Der Sen­der „rbb24“ be­rich­tet, dass der Staats­schutz des Landes­kriminal­amtes nicht von einem politi­schen Motiv aus­gehe, weil die Kratz­spuren keinen Schrift­zug er­kennen lie­ßen. Read the rest of this entry »

dROMa 55 (2019): „Medien | Mediji“

Juli 14th, 2019  |  Published in Medien & Presse, dROMa (Magazin)

dROMa 55 Frühling | Terno linaj 2019
Themenschwerpunkt: Medien | Mediji

>>Download (PDF) | Inhalt

Vor 15 Jahren, im Frühling 2004, ging die erste Nummer unseres Magazins in Druck – ein Jubiläum, das wir in dieser Ausgabe zum Anlass nehmen möchten, um uns dem Thema „Medien“ zuzuwenden: Wir haben drei erfahrene Me­di­enprofis aus der Volksgruppe (eine Radioredakteurin, einen Fernsehmoderator und einen Printjournalisten) um Gastbeiträge bzw. ein Interview gebeten. Nach einem kurzen Überblick über das – durchaus respektable – Medienangebot der Roma in Österreich erzählt Susanne Horvath, burgenländische Roma-Radiojournalistin der ersten Stunde, im Gespräch mit Josef Schmidt über ihre Arbeit bei der ORF-Sendung „Roma sam“. Der slowenische TV-Journalist Vinko Cener wirft einen kenntnisreichen Blick auf die Medien der Volksgruppe in Slowenien. Und der Wiener Journalist Momčilo Nikolić stellt in einem Essay einige Überlegungen über mediale Bilder und Gegenstrategien an. Er plädiert für mehr Medienkompetenz auch seitens der Volksgruppe. Quer übers Heft verstreut stellen wir Ihnen darüber hinaus auch einige erfolgreiche internationale Roma-Medien vor. Es gibt mehr, als man meint.

Angle 15 berscha, ando terno linaj 2004, amaro erschti magaciniskero ardipe ando dschumintschago gelo – jek jubilejum, savo amen ande ada ardipe uso koja te lel kamaha, amen la temaha „mediji“ donde te bescharel: Amen trin latsche medijakere dschenen andar i flogoskeri grupn (jek radijoskeri reporterkija, jek televisakero moderatori taj jek pisinipeskero reporteri) vasch jek pisinipe vaj jek vakeripe molintscham. Pal jek harno prik dikipe pedar oda – respektabli – medijengero dipe le Romendar andi Austrija, phukal i Susanne Horvath, burgenlanditiki Romengeri-radijoskeri reporterkija la erschti oratar, ando vakeripe le Josef Schmidtiha pedar lakeri buti usi ORF-iskeri sendung „Roma sam“. O slovenitiko televisakeroreporteri Vinko Cener jek prindschardo barvalo dikipe upro mediji la flogoskera grupnatar andi Slovenija tschidel. Taj o betschitiko reporteri Momčilo Nikolić ande jek pisinipe pedar medijali kipi taj gejng strategiji gondi peske kerel. Read the rest of this entry »

Facts & Figuren (231)

Juli 13th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Ungarns neues Son­der­wahl­recht für Min­der­heiten hat­te zur Fol­ge, dass bei den Par­la­ments­wah­len 2014 kei­ne ein­zi­ge der 13 an­er­kann­ten Volks­grup­pen ein Man­dat er­reich­te.

(Quelle)

Roma-Holocaust-Denkmal geschändet

Juli 12th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Mit Bestürzung reagiert der Vorsitzende des Zen­tralrats Deut­scher Sinti und Roma auf die Schändung des Denk­mals für die er­mor­deten Sinti und Roma Europas in Berlin. Un­bekann­te Täter hat­ten ein gro­ßes «A» in eine Glas­scheibe der Gedenk­stätte am Simson­weg im Großen Tier­gar­ten geritzt.

„Es ist sicher kein Zufall, dass wenige Wochen vor dem 75. Jahres­tag der Auf­lösung des so­ge­nannten „Zi­geuner­lagers“ B IIe in Auschwitz-Bir­kenau am 2. Au­gust jetzt schon Rechts­extre­misten und krank­hafte Natio­na­lis­ten Anschläge auf Gedenk­orte vor­nehmen. Sinti und Roma sind in Deutschland und in Europa einem zu­neh­mend gewalt­berei­ten Rassismus aus­ge­setzt, der im­mer wieder auch von staat­li­cher Seite – wie noto­risch bei­spiels­weise vom italie­ni­schen Innen­minister Salvini – an­geheizt und ge­recht­fer­tigt wird. Der aggres­sive Anti­ziganis­mus rich­tet sich zuerst ge­gen Sinti und Roma, aber im Kern gegen unsere Demo­kratie und un­seren Rechts­staat“, so Romani Rose, der Vor­sit­zende des Zentral­rates. Der Zentralrat be­grüßt, dass um­gehend der zu­stän­dige Staats­schutz des LKA Berlin die Er­mittlungen über­nom­men hat.

Das Denkmal, in unmittelbarer Nähe zum Deutschen Bundestag ge­le­gen, war 2012 im Bei­sein von Bundes­prä­si­dent Joachim Gauck und Bun­des­kanz­lerin Angela Merkel ein­ge­weiht wor­den.

(Herbert Heuß, Wissenschaftlicher Leiter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma)

Facts & Fgures (230)

Juli 8th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Luther war ein „un­barm­her­zi­ger Geg­ner“ der „Zi­geu­ner“ und „ein frü­her Vor­be­rei­ter der Um­deu­tung von Ju­den- und Zi­geu­ner­bil­dern ins Eth­nisch-Völ­ki­sche“ (U. Op­fer­mann).

(Quelle)

Erinnerungsorte für Roma in der Ukraine

Juli 7th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Orte des Roma-Holocausts in der Ukraine: Im Juni 2019 fanden die ersten Einweihungszeremonien an den Erinnerungsorten statt (Foto: erinnerung bewahren) Während der deutsche Besatzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg er­mor­de­ten Ein­satz­grup­pen der SS, Ein­hei­ten der Wehrmacht, der Polizei und loka­ler Hilfs­polizei in der Ukraine zehn­tau­sen­de Roma. Lan­ge Zeit fand dieses Kapi­tel des Holocaust in der For­schung nur we­nig Be­ach­tung. In der Er­in­ne­rungs­kultur der Sowjet­union ka­men die Massen­erschießungen von Roma nicht vor. Inspi­riert durch die Or­gani­sat­ion „Yahad-In Unum“, die es sich zur Auf­gabe ge­macht hat, alle Orte der Massen­er­schie­ßun­gen von Juden und Roma in Osteuropa zu iden­ti­fi­zieren, be­gann 2010 das American Jewish Committee Berlin an den ver­nach­lässig­ten Massen­gräbern würdi­ge Gedenkorte ein­zu­rich­ten. Das deut­sche Auswärtige Amt för­derte das Pro­jekt, das mitt­ler­weile als „Erinnerung bewahren“ von der Stif­tung Denkmal für die er­mor­deten Juden in Europa weiter­ge­führt wird.

Am 18. Und 19. Juni wurden in der Ukraine im Gebiet Shytomyr die ers­ten drei Ge­denk­orte für Roma der Öffent­lich­keit über­geben. Die Ein­weihungen fand unter Beteili­gung des Vor­sit­zen­den des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, statt. Read the rest of this entry »

Russisches Dorf: Hunderte Roma umgesiedelt

Juli 6th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Russland: Konflikt unter Jugendlichen führt zu Blutvergießen, versuchter Pogrom gegen Roma nimmt tödliches Ende

Roma Antidiscrimination Network (RAN):

Am 15. Juni sind in einem russischen Dorf in der Nähe von Tschemodanowka (Anm.: in der Region Penza) die Häuser von Roma ab­ge­brannt. Die mut­maß­li­che Brandstiftung hängt mit Aus­einan­der­set­zun­gen zwischen Roma und „wei­ßen“ Russen in dem Dorf zu­sammen. Hin­ter­grund war an­schei­nend ein Konflikt zwi­schen Jugend­li­chen an einem Fisch­teich. In des­sen Folge sind (Anm.: am 13. Juni) etwa 200 „weiße“ Rus­sen gegen die Roma-Com­mu­ni­ty los­ge­zogen, um Selbst­justiz zu üben. In­folge der Kra­walle an die­sem Tag kamen fünf Men­schen ins Kranken­haus, der 33-jäh­ri­ge Russe Wladimir G. er­lag seinen Ver­letzungen. Am 14. Juni haben etwa 1.000 Be­woh­nerin­nen und Be­wohner von Tsche­mo­da­nowka eine National­straße blockiert, um Auf­merksamkeit auf den Konflikt zu ziehen und die Tötung G.s zu klären.

Am folgenden Tag, am 15. Juni, entstanden die Video­auf­nahmen von dem bren­nenden Haus einer Roma-Familie.

Die Behörden reagierten auf die Eskalation, in­dem sie die rund 900 Roma-Ein­woh­ner aus Tschemo­danowka und dem be­nach­bar­ten Ort Lopatki zwangs­weise in Bussen in die 500 km ent­fernte Region Wolgograd ver­brachten. Read the rest of this entry »

The Motif of ‘Gypsy’ Child-theft

Juli 5th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Patterns of Symbolic ViolenceMladenova, Radmila: Patterns of Symbolic Violence
The Motif of ‘Gypsy’ Child-theft across Visual Media
(=Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 1), Heidelberg 2019.

→Download  (pdf)

Anhand einer Reihe paradigmatischer Kunstwerke untersucht das Buch das Motiv des „Zigeuner“-Kinderraubs und dessen Visualisierungen. Im Vordergrund steht die Analyse der Farbkodierung von Körpern und deren rassistische bzw. antiziganistische Verwendung. Die Autorin nimmt eine Bestandsaufnahme der Anpassungen des Motivs in verschiedenen visuellen Medien vor und arbeitet seine vielschichtigen Bedeutungen und Funktionen heraus. Die Analyse beginnt mit einer kritischen Betrachtung von Cervantes’ Erzählung „La gitanilla“. Weitere inhaltliche Schwerpunkte sind die holländischen Historienmalereien des 17. Jahrhunderts und die neu aufkommende Drucktechnik im 19. Jahrhundert. Den Abschluss bildet eine annotierte Filmografie, die 49 Werke umfasst.

Dieses Werk ist unter der Creative Commons-Lizenz 4.0 veröffentlicht. Ab 20. Juli wird das Buch auch in der Druck­version vor­lie­gen.

Radmila Mladenova ist Literatur- und Filmwissenschaftlerin und promoviert am Slavischen Institut in Heidelberg zum Thema „The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film“. Sie studierte Anglistik und Amerikanistik an der Universität Sofia und schloss den Masterstudiengang „Kultur im Prozess der Moderne“ an der Universität Mannheim ab. Ihre Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Rassismus und Kunst.

(Text: Heidelberg University Publishing)