Juli 31st, 2019 |
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Rassismus & Menschenrechte
Keine Sinti und Roma auf deutschem Campingplatz. Mimikama: Mail ist kein Fake
Ein Campingplatzbetreiber in Bayern weist in einer Mail darauf hin, dass sie keine Sinti und Roma aufnehmen. Die Recherche-Plattform Mimikama ist der Meldung auf den Grund gegangen.
Von Andre Wolf/Mimikama
Auf Social Media findet man einen Screenshot einer Mail. In dieser Mail ist eine ganz spezielle Passage markiert, in der man erfährt, dass bestimmte Gäste auf dem Campingplatz nicht erwünscht sind. Diese zentrale Stelle in der Mail lautet:
Wir weisen sie darauf hin, dass wir keine Handelsreisende, Schausteller sowie Mitglieder von Sinti und Roma auf unserem Campingplatz aufnehmen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Dieser Screenshot wurde von Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Linken, am 10.07.2019 auf Facebook veröffentlicht: Read the rest of this entry »
Juli 30th, 2019 |
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Politik
Burgenland: Kennenlerngespräch der drei Volksgruppen bei Landeshauptmann Doskozil
Die Präsidenten und Vizepräsidenten aller drei Volksgruppenbeiräte fanden sich Donnerstag (25.7.2019) am Nachmittag zum ersten offiziellen Kennenlerngespräch bei Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ein. Dabei deponierten Roma, Kroaten und Ungarn ihre Vorstellungen hinsichtlich ihrer Zusammenarbeit, wie z.B. anlässlich der 1oo-Jahr-Feier für das 2021.
Vereinbarung eines Treffens für „100 Jahre Burgenland“
Für die Feier anlässlich des 1oo. Bestandsjubiläums des Burgenlandes konnten schon erste Ideen vorgestellt werden. Es wurde schon ein Treffen mit dem Organisator des Jubiläums vereinbart, um die Vorschläge der Volksgruppen zu konkretisieren, sagte Martin Ivancsics, Vorsitzender des Kroatischen Kultur- und Dokumentationszentrums.
Die Vertreter der Volksgruppen informierten den Landeshauptmann über die allgemeine Situation der Volksgruppen sowie über die Beiräte. Es wurden ihm verschiedene Projekte vorgestellt, die sie für die Volksvgruppen, aber auch für die Mehrheitsbevölvkerung veranstalten. Landeshauptvmann Hans Peter Doskozil war sehr offen, gab aber auch ehrlich zu, dass er nicht allzu vertraut ist mit Dingen, die die Volksgruppen betreffen.
Volksgruppen hoffen auf eine höhere Subventionierung seitens des Landes
Weiters deponierten die Volksgruppen, dass ihnen zu wenig Subventionen zur Verfügung stehen. Wie Martin Ivancsics sagte, wurde schon ein Termin mit dem verantwortvlichen Referat vereinbart, um eine Lukrierung von Landesgeldern zu ermöglichen. Vor allem der Volksgruppe der Roma wäre dabei geholfen, da sie die Schulung der Kinder selbst finanziert, so Ivancsics.
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Juli 29th, 2019 |
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Musik, Radio, Podcast & TV
SWR Fernsehen RP
Sa., 3.8.2019, 18:15 Uhr, 30 Min.
Landesart Plus (zur Sendungsreihe)
Die Klänge anderer Kontinente und den Gypsy Swing seines berühmten Ahnen Django Reinhardt verbindet er zu seinem eigenen musikalischen Stil: der Gitarrist Lulo Reinhardt aus Koblenz am Rhein. Die Hälfte des Jahres reist der Sinto um die Welt, spielt auf Konzerten und Festivals, trifft Menschen aus anderen Kulturen, tauscht sich mit ihnen aus und entwickelt so seine Musik immer weiter. Für sein jüngstes Projekt „Gypsy meets India“ ist er nach Indien zu den Ursprüngen seines Volkes gereist. Von dort kamen Sinti vor mehr als tausend Jahren (Anm.: eigentlich sind es wahrscheinlich mehr als 800 Jahre) nach Europa. In Kalkutta hat er mit dem weltberühmten Musiker Debashish Battacharya, dessen Bruder und Tochter eine CD aufgenommen, die mit dem Deutschen Schallplattenpreis für Weltmusik ausgezeichnet wurde.
Wenn Lulo Reinhardt in seiner Heimat Koblenz ist, pflegt er innigen Kontakt zu seiner Familie. Seinen vier Enkeln gibt er regelmäßig Unterricht in Romanes, der Sprache der Sinti. Und er führt sie spielerisch in die Welt der Musik ein. Read the rest of this entry »
Juli 28th, 2019 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Spätestens seit dem 12. Jh. leben Roma in Europa (im heutigen Griechenland).
(Quelle/pdf)
Juli 27th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Als „Zigeuner“ beschimpft, verfolgt, von den Nazis ermordet und ausgegrenzt bis heute:
„ZDF-History: Sinti und Roma. Eine deutsche Geschichte“ blickt am Sonntag, 28. Juli 2019, 23.45 Uhr, anhand bewegender Lebensläufe auf die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland.
Der Film von Annette von der Heyde erzählt unter anderem vom Vater der Sängerin Marianne Rosenberg. Im Mai 1944 kämpfte er in Auschwitz mit im Aufstand gegen die SS, überlebte und hielt seine Kinder an, ihre Herkunft besser zu verschweigen. Dotschy Reinhardt erzählt als junge Vertreterin der großen Musikerdynastie Reinhardt vom Schicksal ihrer Familie. Rita Vowe-Trollmann erinnert an ihren Vater, den Boxer „Rukeli“, dem die Nazis den Meistertitel einfach aberkannten – wegen „undeutschen Boxens“. Romani Rose berichtet von seinem Vater Oskar, der vergeblich beim Münchner Kardinal Faulhaber um Hilfe für sein Volk bat. Der Musiker Janko Lauenberger erinnert an seine Verwandte Erna. „Ede und Unku“ heißt das Buch über sie, das in der DDR Schullektüre war. Die Dokumentation zeigt auch, wie Sinti und Roma nach dem Krieg für Entschädigung und Anerkennung kämpften, und dass Antiziganismus noch immer weit verbreitet ist.
Auszüge aus den Interviews
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Juli 24th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte 2019
Sinti und Roma: Der nationalsozialistische Völkermord in historischer und gesellschaftspolitischer Perspektive
25./26. Oktober 2019
Max-Mannheimer-Haus, Dachau
→zum Veranstaltungsprogramm (pdf) | Anmeldung bis zum 5.10.2019 auf www.mmsz-dachau.de
Der Völkermord an den Sinti und Roma erfuhr erst eine öffentlich weithin sichtbare Anerkennung, als 2012 in Berlin das zentrale Denkmal für diese Opfergruppe geschaffen wurde. Noch bis weit in die 1970er Jahre war die Behauptung gang und gäbe, die Verfolgung der Minderheit und selbst die Deportationen in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau seien keine rassenpolitisch motivierten Maßnahmen des nationalsozialistischen Regimes gewesen.
Dachau ist in Bezug auf den Völkermord und seine Nachgeschichte ein zentraler Ort: Ab 1938 waren große Gruppen von Sinti und Roma im Konzentrationslager inhaftiert und insbesondere den Medizinverbrechen ausgesetzt. In der KZ-Gedenkstätte fand 1980 ein Hungerstreik statt, der wie die im Jahr zuvor von der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen durchgeführte Gedenkkundgebung zu einer Wende in der Wahrnehmung des Völkermordes beitrug. Aufmerksamkeit erregte schließlich 1993 der Protest gegen die staatliche Abschiebung von Roma, dessen Schauplatz erneut die KZ-Gedenkstätte Dachau war.
Das Dachauer Symposium wendet sich der Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit zu. Gefragt wird ferner nach den Kontinuitäten und Brüchen nach 1945. Antiziganistische Einstellungen haben nicht nur das Leben der Überlebenden und deren Nachkommen überschattet, sondern erschweren bis heute auch die Bildungsarbeit. Read the rest of this entry »
Juli 19th, 2019 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Ab dem 15. Jh. wurden Roma oft als Ägypter (in der Folge: gypsies, gitanos) bezeichnet. Dies geht verm. auf die Romasiedlung Gyppe (Klein-Ägypten) auf dem Peloponnes zurück.
(Quelle/pdf)
Juli 18th, 2019 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Deutschland: Weil Unbekannte Ende Mai im Erbacher Ortsteil Dellmensingen (Baden-Württemberg) eine brennende Fackel geworfen hatten (wir berichteten), durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen in Erbach und Blaustein. Die Ermittler nahmen mehrere Verdächtige fest.
Wie hier berichtet, hatte sich eine Roma-Familie mit ihren Wohnwagen auf einer Wiese in Erbacher Ortsteil Dellmensingen niedergelassen. Am späten Abend des 24. Mai fuhr ein dunkler Kleinwagen an dem Wiesengelände vorbei. Aus dem Fahrzeug wurde von den Insassen etwas gerufen und anschließend eine brennende Fackel aus dem Beifahrerfenster in Richtung der Wohnwagen geworfen. Die Fackel landete unmittelbar neben einem Wohnwagen, in dem ein Ehepaar mit ihrem 9 Monate alten Kind schlief. Die Polizei hat sofort die Ermittlungen aufgenommen. Kriminaltechniker sicherten die Spuren der Tat. Aufgrund des Verdachts, dass es sich um eine politisch motivierte Straftat handeln könnte, übernahm die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Stuttgart die Ermittlungen. Die Kriminalpolizei bildete eine Ermittlungsgruppe.
Die intensiven Ermittlungen der Polizei ergaben jetzt einen Tatverdacht gegen acht Männer aus Erbach und Blaustein. Die 16- bis 20-Jährigen sollen an der Tat beteiligt gewesen sein. Am Dienstag durchsuchten mehrere Beamte acht Wohnungen und ein Gartengrundstück in Blaustein und Erbach. Read the rest of this entry »
Juli 17th, 2019 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Urteile gegen sechs Männer wegen Angriffsplänen gegen Roma in Frankreich
Roma Antidiscrimination Network (RAN): Im Zusammenhang mit den Angriffen auf Roma in Pariser Banlieues im März 2019 (wir berichteten) sind nun sechs Männer verurteilt worden. Sie wurden schuldig gesprochen, einen gewalttätigen Angriff auf Roma geplant zu haben. Vier Männer wurden zu fünf bis sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die beiden anderen zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe.
Nachdem online Fake News verbreitet worden waren, Roma würden Kinder entführen, kam es im März diesen Jahres zu Hetzjagden gegen Roma. Die Polizei hat anscheinend erst von der Angelegenheit erfahren, als sie in der Nacht vom 25. auf den 26. März einen Anruf erhalten hat, dass die Bidonvilles (Armensiedlungen) in Bobigny angegriffen würden. Die Gerüchte etwaiger Kindesentführungen wurden von der Polizei entkräftet.
Frankreich plant derweil ein Gesetz gegen Hate Speech im Internet, demzufolge Plattformbetreiber innerhalb 24 Stunden entsprechenden Content löschen müssen.
(Text: RAN)
Anm. der dROMa-Red.: Bereits im im April waren drei weitere junge Männer im Zusammenhang mit denselben Angriffen auf Roma zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden.
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Juli 16th, 2019 |
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Rassismus & Menschenrechte
Italien: Roma-Gemeinschaft aus Giugliano (Neapel) nach Zwangsräumung immer noch ohne Zuhause
„Urgent Action“ von Amnesty International (→zur Aktion)
Etwa 500 Roma, darunter etwa 150 Kinder sowie schwangere Frauen und ältere Menschen, sind obdachlos, nachdem sie am 10. Mai im Rahmen einer rechtswidrigen Zwangsräumung durch die Behörden aus ihrer Siedlung in Kampanien in Süditalien vertrieben wurden. Sie kommen derzeit notdürftig in einem Industriegebiet unter, brauchen jedoch dringend angemessene Alternativunterkünfte. Die Behörden müssen umgehend Maßnahmen ergreifen, um die Gefahr eines schweren und nicht wieder gutzumachenden Schadens abzuwenden und die Rechte und Sicherheit der betroffenen Familien zu gewährleisten.
(Text: Amnesty International)
Juli 15th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken
Glasdenkmal für ermordete Sinti und Roma in Berlin erneut beschädigt
Das Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Roma und Sinti in Berlin wurde abermals von Unbekannten geschändet – bereits zum zweiten Mal, und das innerhalb weniger Tage (und nur kurz vor dem bevorstehenden 75. Jahrestag des Massenmordes anlässlich der Auflösung des sogenannten „Zigeunerlagers“ in Auschwitz-Birkenau am 2. August). Die Anzeige des neuerlichen Vorfall ging laut Polizeiangaben schon am Donnerstag über die Internetwache ein. In beiden Fällen wurden die zum Denkmal gehörenden Glasplatten mit einem spitzen Gegenstand zerkratzt. Über die Hintergründe der beiden Taten liegen der Polizei nach eigenen Angaben derzeit noch keine näheren Informationen vor. In den Pressemeldungen ist von „Vandalismus“ die Rede. Der Sender „rbb24“ berichtet, dass der Staatsschutz des Landeskriminalamtes nicht von einem politischen Motiv ausgehe, weil die Kratzspuren keinen Schriftzug erkennen ließen. Read the rest of this entry »
Juli 14th, 2019 |
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Medien & Presse, dROMa (Magazin)
Frühling | Terno linaj 2019
Themenschwerpunkt: Medien | Mediji
>>Download (PDF) | Inhalt
Vor 15 Jahren, im Frühling 2004, ging die erste Nummer unseres Magazins in Druck – ein Jubiläum, das wir in dieser Ausgabe zum Anlass nehmen möchten, um uns dem Thema „Medien“ zuzuwenden: Wir haben drei erfahrene Medienprofis aus der Volksgruppe (eine Radioredakteurin, einen Fernsehmoderator und einen Printjournalisten) um Gastbeiträge bzw. ein Interview gebeten. Nach einem kurzen Überblick über das – durchaus respektable – Medienangebot der Roma in Österreich erzählt Susanne Horvath, burgenländische Roma-Radiojournalistin der ersten Stunde, im Gespräch mit Josef Schmidt über ihre Arbeit bei der ORF-Sendung „Roma sam“. Der slowenische TV-Journalist Vinko Cener wirft einen kenntnisreichen Blick auf die Medien der Volksgruppe in Slowenien. Und der Wiener Journalist Momčilo Nikolić stellt in einem Essay einige Überlegungen über mediale Bilder und Gegenstrategien an. Er plädiert für mehr Medienkompetenz auch seitens der Volksgruppe. Quer übers Heft verstreut stellen wir Ihnen darüber hinaus auch einige erfolgreiche internationale Roma-Medien vor. Es gibt mehr, als man meint.
Angle 15 berscha, ando terno linaj 2004, amaro erschti magaciniskero ardipe ando dschumintschago gelo – jek jubilejum, savo amen ande ada ardipe uso koja te lel kamaha, amen la temaha „mediji“ donde te bescharel: Amen trin latsche medijakere dschenen andar i flogoskeri grupn (jek radijoskeri reporterkija, jek televisakero moderatori taj jek pisinipeskero reporteri) vasch jek pisinipe vaj jek vakeripe molintscham. Pal jek harno prik dikipe pedar oda – respektabli – medijengero dipe le Romendar andi Austrija, phukal i Susanne Horvath, burgenlanditiki Romengeri-radijoskeri reporterkija la erschti oratar, ando vakeripe le Josef Schmidtiha pedar lakeri buti usi ORF-iskeri sendung „Roma sam“. O slovenitiko televisakeroreporteri Vinko Cener jek prindschardo barvalo dikipe upro mediji la flogoskera grupnatar andi Slovenija tschidel. Taj o betschitiko reporteri Momčilo Nikolić ande jek pisinipe pedar medijali kipi taj gejng strategiji gondi peske kerel. Read the rest of this entry »
Juli 13th, 2019 |
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Facts & Figures
Ungarns neues Sonderwahlrecht für Minderheiten hatte zur Folge, dass bei den Parlamentswahlen 2014 keine einzige der 13 anerkannten Volksgruppen ein Mandat erreichte.
(Quelle)
Juli 12th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken
Mit Bestürzung reagiert der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma auf die Schändung des Denkmals für die ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin. Unbekannte Täter hatten ein großes «A» in eine Glasscheibe der Gedenkstätte am Simsonweg im Großen Tiergarten geritzt.
„Es ist sicher kein Zufall, dass wenige Wochen vor dem 75. Jahrestag der Auflösung des sogenannten „Zigeunerlagers“ B IIe in Auschwitz-Birkenau am 2. August jetzt schon Rechtsextremisten und krankhafte Nationalisten Anschläge auf Gedenkorte vornehmen. Sinti und Roma sind in Deutschland und in Europa einem zunehmend gewaltbereiten Rassismus ausgesetzt, der immer wieder auch von staatlicher Seite – wie notorisch beispielsweise vom italienischen Innenminister Salvini – angeheizt und gerechtfertigt wird. Der aggressive Antiziganismus richtet sich zuerst gegen Sinti und Roma, aber im Kern gegen unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat“, so Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrates. Der Zentralrat begrüßt, dass umgehend der zuständige Staatsschutz des LKA Berlin die Ermittlungen übernommen hat.
Das Denkmal, in unmittelbarer Nähe zum Deutschen Bundestag gelegen, war 2012 im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeweiht worden.
(Herbert Heuß, Wissenschaftlicher Leiter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma)
Juli 8th, 2019 |
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Facts & Figures
Luther war ein „unbarmherziger Gegner“ der „Zigeuner“ und „ein früher Vorbereiter der Umdeutung von Juden- und Zigeunerbildern ins Ethnisch-Völkische“ (U. Opfermann).
(Quelle)
Juli 7th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken
Während der deutsche Besatzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg ermordeten Einsatzgruppen der SS, Einheiten der Wehrmacht, der Polizei und lokaler Hilfspolizei in der Ukraine zehntausende Roma. Lange Zeit fand dieses Kapitel des Holocaust in der Forschung nur wenig Beachtung. In der Erinnerungskultur der Sowjetunion kamen die Massenerschießungen von Roma nicht vor. Inspiriert durch die Organisation „Yahad-In Unum“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Orte der Massenerschießungen von Juden und Roma in Osteuropa zu identifizieren, begann 2010 das American Jewish Committee Berlin an den vernachlässigten Massengräbern würdige Gedenkorte einzurichten. Das deutsche Auswärtige Amt förderte das Projekt, das mittlerweile als „Erinnerung bewahren“ von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden in Europa weitergeführt wird.
Am 18. Und 19. Juni wurden in der Ukraine im Gebiet Shytomyr die ersten drei Gedenkorte für Roma der Öffentlichkeit übergeben. Die Einweihungen fand unter Beteiligung des Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, statt. Read the rest of this entry »
Juli 6th, 2019 |
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Rassismus & Menschenrechte
Russland: Konflikt unter Jugendlichen führt zu Blutvergießen, versuchter Pogrom gegen Roma nimmt tödliches Ende
Roma Antidiscrimination Network (RAN):
Am 15. Juni sind in einem russischen Dorf in der Nähe von Tschemodanowka (Anm.: in der Region Penza) die Häuser von Roma abgebrannt. Die mutmaßliche Brandstiftung hängt mit Auseinandersetzungen zwischen Roma und „weißen“ Russen in dem Dorf zusammen. Hintergrund war anscheinend ein Konflikt zwischen Jugendlichen an einem Fischteich. In dessen Folge sind (Anm.: am 13. Juni) etwa 200 „weiße“ Russen gegen die Roma-Community losgezogen, um Selbstjustiz zu üben. Infolge der Krawalle an diesem Tag kamen fünf Menschen ins Krankenhaus, der 33-jährige Russe Wladimir G. erlag seinen Verletzungen. Am 14. Juni haben etwa 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner von Tschemodanowka eine Nationalstraße blockiert, um Aufmerksamkeit auf den Konflikt zu ziehen und die Tötung G.s zu klären.
Am folgenden Tag, am 15. Juni, entstanden die Videoaufnahmen von dem brennenden Haus einer Roma-Familie.
Die Behörden reagierten auf die Eskalation, indem sie die rund 900 Roma-Einwohner aus Tschemodanowka und dem benachbarten Ort Lopatki zwangsweise in Bussen in die 500 km entfernte Region Wolgograd verbrachten. Read the rest of this entry »
Juli 5th, 2019 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Mladenova, Radmila: Patterns of Symbolic Violence
The Motif of ‘Gypsy’ Child-theft across Visual Media
(=Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 1), Heidelberg 2019.
→Download (pdf)
Anhand einer Reihe paradigmatischer Kunstwerke untersucht das Buch das Motiv des „Zigeuner“-Kinderraubs und dessen Visualisierungen. Im Vordergrund steht die Analyse der Farbkodierung von Körpern und deren rassistische bzw. antiziganistische Verwendung. Die Autorin nimmt eine Bestandsaufnahme der Anpassungen des Motivs in verschiedenen visuellen Medien vor und arbeitet seine vielschichtigen Bedeutungen und Funktionen heraus. Die Analyse beginnt mit einer kritischen Betrachtung von Cervantes’ Erzählung „La gitanilla“. Weitere inhaltliche Schwerpunkte sind die holländischen Historienmalereien des 17. Jahrhunderts und die neu aufkommende Drucktechnik im 19. Jahrhundert. Den Abschluss bildet eine annotierte Filmografie, die 49 Werke umfasst.
Dieses Werk ist unter der Creative Commons-Lizenz 4.0 veröffentlicht. Ab 20. Juli wird das Buch auch in der Druckversion vorliegen.
Radmila Mladenova ist Literatur- und Filmwissenschaftlerin und promoviert am Slavischen Institut in Heidelberg zum Thema „The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film“. Sie studierte Anglistik und Amerikanistik an der Universität Sofia und schloss den Masterstudiengang „Kultur im Prozess der Moderne“ an der Universität Mannheim ab. Ihre Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Rassismus und Kunst.
(Text: Heidelberg University Publishing)