Russisches Dorf: Hunderte Roma umgesiedelt
Juli 6th, 2019 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Russland: Konflikt unter Jugendlichen führt zu Blutvergießen, versuchter Pogrom gegen Roma nimmt tödliches Ende
Roma Antidiscrimination Network (RAN):
Am 15. Juni sind in einem russischen Dorf in der Nähe von Tschemodanowka (Anm.: in der Region Penza) die Häuser von Roma abgebrannt. Die mutmaßliche Brandstiftung hängt mit Auseinandersetzungen zwischen Roma und „weißen“ Russen in dem Dorf zusammen. Hintergrund war anscheinend ein Konflikt zwischen Jugendlichen an einem Fischteich. In dessen Folge sind (Anm.: am 13. Juni) etwa 200 „weiße“ Russen gegen die Roma-Community losgezogen, um Selbstjustiz zu üben. Infolge der Krawalle an diesem Tag kamen fünf Menschen ins Krankenhaus, der 33-jährige Russe Wladimir G. erlag seinen Verletzungen. Am 14. Juni haben etwa 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner von Tschemodanowka eine Nationalstraße blockiert, um Aufmerksamkeit auf den Konflikt zu ziehen und die Tötung G.s zu klären.
Am folgenden Tag, am 15. Juni, entstanden die Videoaufnahmen von dem brennenden Haus einer Roma-Familie.
Die Behörden reagierten auf die Eskalation, indem sie die rund 900 Roma-Einwohner aus Tschemodanowka und dem benachbarten Ort Lopatki zwangsweise in Bussen in die 500 km entfernte Region Wolgograd verbrachten. Die Presse zitiert den Gemeindevorsstand von Tschemodanowka: “All the Roma living here were taken to the Volgograd region, where the local diaspora agreed to shelter them. This was done by force. We are studying the question of the legality of their residence in our village council.”
Siehe auch:
Russia: Youth conflict sparks bloodshed, attempted pogrom against Roma has fatal outcome