Archive for September, 2018

Zipflo Weinrich (1964–2018)

September 30th, 2018  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik, Radio & TV

Zipflo Weinrich bei einem Konzert in Wien (März 2014), (Foto: www.zipfloweinrich.com)Spielräume: Eine Erinnerung an den Jazzgeiger Zipflo Weinrich

Zipflo Weinrich, geboren 1964 in Wien, hat in jungen Jah­ren Geige und Bass ge­lernt und nach dem Ende seiner Kar­riere als Profi­fuß­baller eine er­folg­rei­che Karriere als Musiker be­gon­nen – als Band­leader, Kom­ponist und Part­ner heraus­ra­gen­der Kol­le­gen, so­wohl in Öster­reich wie bei seinen Auf­ent­halten in den USA. Letz­te Woche wurde be­kannt, dass Zipflo Weinrich einer schwe­ren Krank­heit er­legen ist. Die Ö1-Sen­dung „Spiel­räume“ bringt aus diesem An­lass einen Nach­ruf auf den be­gna­deten Sinti­musiker (Ge­sta­ltung: Johann Kneihs).

→Anhören: oe1.orf.at

Siehe auch:
Zipflo Weinrichs Sinti-Messe
, 30.6.2017
Sintiwallfahrt im Weinviertel
, 30.5.2016
Amari Roas: Jazz-Geiger Zipflo Weinrich, 14.12.2014


600 Jahre Roma in Frankfurt a. M.

September 29th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik

Konzert Sinti und Roma1418–2018: Festkonzert der „Roma und Sinti Philharmoniker“ zum Jubiläum der erst­ma­li­gen Er­wäh­nung der Sinti und Roma

Wenn die „Roma und Sinti Philharmoniker“ am Sonn­tag, den 30. Septem­ber, um 11 Uhr auf dem Rö­mer­berg beim Frank­fur­ter Alt­stadt­fest mit einem Fest­konzert zu Gast sind, wieder­holt sich ein Stück Frank­furter Ge­schichte: Genau dort trat im Jahr 1418, also vor ge­nau 600 Jahren, eine Grup­pe von Roma auf. Eine im Frank­furter Insti­tut für Stadt­geschich­te er­hal­te­ne alte Ab­schrift aus den im Zwei­ten Welt­krieg ver­brann­ten städti­schen Rech­nungs­büchern ist eine der frü­hes­ten Spuren ihrer An­wesen­heit nörd­lich der Alpen. Sie be­rich­tet, dass eine Gruppe von Roma auf dem Römer­berg für die Ein­wohner musi­zierte und tanzte. Dieses Er­eignis steht auch sym­bo­lisch für den Beginn einer ge­mein­sa­men Geschichte von Min­der­heit und Mehr­heit in Deutschland, die einer­seits durch staat­li­che Ver­folgung und Diskri­mi­nie­rung, ande­rer­seits aber durch ein fried­li­ches Zu­sam­men­leben auf lo­kaler und re­gio­naler Ebene ge­kenn­zeich­net war. Über die deutschen Gren­zen hinaus be­ein­fluss­ten und präg­ten Sinti und Roma in viel­facher Wei­se die Geschichte und Kul­tur­ges­chich­te der ver­schie­de­nen Länder des euro­päi­schen Kon­ti­nents.

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Eva Davidová (1932-2018)

September 27th, 2018  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Wissenschaft

Eva Davidová (1933-2018) (Foto: Peter Axmann via Romea.cz)Tschechische Roma-Ethnogra­fin Eva Davidová ve­rstor­ben

Im Alter von 85 Jahren ist die Ethno­gra­fin und Sozio­lo­gin Eva Davidová ge­stor­ben, die sich auf das Stu­di­um des Le­bens und der Kultur der Roma in Tschechien und in der Slowakei kon­zentrier­te. Über den Tod der Ex­pertin in­for­mier­te der Nach­rich­ten­ser­ver romea.cz am Mitt­woch. Davi­dová stu­dier­te Ethnografie und Kunst­ge­schich­te an der Karls­univer­si­tät in Prag. Mit­te des 20. Jahr­hun­derts do­ku­men­tierte sie das Le­ben der Oláh-Roma in der Slowakei. 1976 zog Davidová nach Český Krumlov/ Krumau um, wo sie im Museum und beim Denk­mal­schutz­amt ar­bei­tete. Sie hielt zudem Vor­träge an der Süd­böh­mi­schen Univer­si­tät in České Budějovice/ Budweis. Das Haupt­werk von Eva Davidová ist das Buch „Romano drom – Wege der Roma“, in dem sie sich mit den Än­de­run­gen in der Stel­lung der Roma-Min­der­heit be­schäftigt.

(Text: Radio.cz)

Siehe auch:
Eva Davidovás Roma-Fotografien (veröffentlicht 2004)

Tagung: Antiziganismus in den Medien

September 26th, 2018  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Amaro Foro DeutschlandFachtagung in Berlin am 24.10.2018

09:00 bis 17:00 Uhr im Tagungshaus am Haupt­bahn­hof (Stadt­mis­sion), Lehr­ter Stra­ße 68, 10557 Berlin | An­mel­dung: hier

Amaro Foro führt seit 2014 ein systematisches Medien­moni­to­ring durch, bei dem die Bericht­erstat­tung zum The­ma „Roma“ in den Berli­ner Zeitun­gen be­rück­sich­tigt wird. Im Rah­men des Projektes „Do­ku­men­ta­tion antiziganistisch mo­tivier­ter Vor­fälle“ wird das Monitoring jähr­lich auf einer Pres­se­kon­fe­renz ver­öf­fent­licht (wir be­rich­te­ten: hier, hier und hier).

Die alljährliche Fachtagung von Amaro Foro widmet sich in diesem Jahr anti­ziganis­ti­scher und stereo­typer Bericht­erstattung in den Medien. Ge­mein­sam mit Jour­na­list*in­nen, ande­ren Medien­schaf­fen­den, Ju­rist*innen und Wis­sen­schaft­ler*in­nen wird dis­ku­tiert, wel­che dis­kri­mi­nie­ren­den Muster in den deutschen Medien bis heute do­mi­nant sind, wel­che Ent­wick­lun­gen es ge­ge­ben hat und wie vor diesem Hinter­grund erfolg­ver­spre­chen­de Stra­tegien von Roma-Selbst­orga­ni­sa­tio­nen aus­se­hen kön­nen. Das Pro­gramm wird lau­fend aktua­li­siert, die An­mel­dung ist bereits mög­lich.

Vorläufiges Programm:

Einführungsvortrag von Dr. Markus End

Workshop 1: „Die Macht der Bilder. Visuelle Repräsentationen von Rom*nja“. Mit Dr. Frank Reuter, Wis­sen­schaft­li­cher Ge­schäfts­füh­rer der For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus an der Uni­ver­si­tät Heidelberg und Markus End, Vor­sitzen­der der Gesell­schaft für Anti­ziganis­mus­for­schung.

Workshop 2: „Auf Augenhöhe? Antiziganistische Medien­diskurse und Ge­gen­strategien, mit Ver­tre­ter*in­nen von Selbst­organi­sa­tio­nen“. Mit Andrea Wierich, Pres­se­refe­ren­tin Ama­ro Foro e.V.

Podiumsdiskussion:
Ferda Ataman, Sprecherin der Neuen Deutschen Medienmacher und Spiegel-On­line-Ko­lum­nis­tin
Thomas Moritz, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Medienrecht
Vertreter*in des Presserats (angefragt)
Andrea Wierich, Pressereferentin Amaro Foro
Moderation: Neue Deutsche Medienmacher

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Facts & Figures (199)

September 24th, 2018  |  Published in Facts & Figures

Heute vor 25 Jahren, am 24.9.1993, jag­ten Skin­heads im tschech. Pí­sek drei Ro­ma in den Fluss: Ti­bor Da­ni­hel (17) starb, weil sie ihn nicht mehr ans Ufer lie­ßen.

(Quelle)

Ausstellung: Roma in der Tschechoslowakei

September 22nd, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

100 Jahre: 1918-2018 (Foto: Romea.cz)Ausstellungseröffnung in Prag

Unter dem Titel „100 Jahre Roma in der Tsche­cho­slo­wa­kei“ („100 let: Romové v Česko­slo­vensku“) wurde vorges­tern in Prag eine Aus­stel­lung über die Ge­schich­te der Roma-Min­der­heit eröffnet. Die Aus­stel­lung ist bis 10. No­vem­ber im so­genann­ten Saal der Ar­chi­tek­ten im Alt­städter Rat­haus in Prag zu se­hen, an­schlie­ßend wird sie in meh­re­ren Städten in Tsche­chien und der Slo­wakei ge­zeigt. The­matisch be­han­delt die Aus­stellung das Leben der Volks­grup­pe wäh­rend der Zwi­schen­kriegs­zeit, wäh­rend der NS-Be­satzung so­wie unter dem kom­munis­ti­schen Regime und seit der Wen­de von 1989. Ver­an­stal­ter der Aus­stel­lung sind das neu ge­grün­dete Roma-Mu­seum (Muzeum romského národ­ního obrození) und die Berufs­mittel­schule für Manage­ment und Recht (Střední odborná škola manage­mentu a práva).

(dROMa)

4 Romnja: 4 Leben – 1 Geschichte

September 20th, 2018  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Interview, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

4 RomnjaEine Dokumentation über die Le­bens­­wirk­lich­keit von Rom­nija in Vor­arl­berg

Im Auftrag des „Vorarlberg-Mu­se­ums“ wur­de 2017 für die Aus­stel­lung „Romane Thana“ ein 13-mi­nüti­ger Doku­men­tar­film über die Lebens­realität von vier Romnija, die über ihr Le­ben in Vor­arlberg be­rich­ten, er­stellt. Der Film der öster­rei­chischen Roma-Ak­ti­vis­tinnen Irina Spataru und Ionia Spataru ist über die Website www.romane-thana.at online ab­ruf­bar (dort nach un­ten scrollen).

RomaRespect #26: Wohnsituation in Usti

September 19th, 2018  |  Published in Interview, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #25:Das Antidiskriminierungsgesetz gilt nicht in Usti

Sendung vom August 2018: Ubytovna ist tschechisch und heißt „Wohnheim“. In Usti nad Labem steht so ein Ge­bäu­de in der Klíšská-Stra­ße 53. Hier wohn­ten bis vor Kur­zem viel mehr Men­schen, als die An­zahl der Fens­ter ver­muten lässt. Und diese Men­schen be­zahl­ten dafür we­sent­lich mehr Geld, als der Zu­stand des Ge­bäudes ver­muten lässt. Und dann schließt dieses Wohn­heim auch noch. Miroslav Broz er­klärt die Hin­ter­gründe des Kampfs von etwa 200 Roma in Usti im Juni 2018 um wür­de­vol­len Wohnraum. Er ist aktiv bei der Gras­wur­zel­orga­ni­sa­tion Konexe in Usti nad Labem in Tschechien.

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Linguistic Atlas of Central Romani

September 17th, 2018  |  Published in Fundstücke, Internet & Blogothek, Romani

Gruppen des Zentral-Romani

Das Romani ist keine homogene Sprache, son­dern wird in meh­re­re gro­ße Dialekt­grup­pen unter­teilt. Eine davon ist das Zentra­le Ro­mani. Auch bei diesem Dialekt­strang unter­schei­det die Sprach­wis­sen­schaft zwei Unter­gruppen: das Nörd­liche und das Süd­liche Zentra­le Romani. Ein digita­ler Sprach­atlas der Karls-Uni­versi­tät Prag, der 2011 bis 2013 er­arbei­tet wur­de, führt die viel­fältigen Unter­schiede der Varie­tä­ten des Zentral-Ro­mani per Maus­klick vor Augen. Diesem „Lingu­is­tic Atlas of Central Ro­mani“ ist auch die hier ge­zeig­te Grafik mit den Beleg­orten des Nördli­chen (weiß) und des Süd­li­chen Zentra­len Roma­ni (blau) ent­nom­men. Zu Letz­te­rem zählt auch das sog. Roman, der Dia­lekt der Bur­gen­land-Roma.

(dROMa)

Hildegard-Lagrenne-Preis verliehen

September 15th, 2018  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Lagrene (Foto: Stadt Mannheim9Ein Zeichen für Toleranz und Menschenrechte: Preis an Ilona Lagrene

Mit dem Hildegard-Lagrenne-Preis würdigt die Stadt Mannheim ge­mein­sam mit dem Landes­ver­band Sinti und Roma Ba­den-Württem­berg seit dem Jahr 2012 en­gagier­te Per­sön­lich­kei­ten, die sich vor­bild­haft für Tole­ranz, Men­schen­rechte und Bil­dungs­gerech­tig­keit in Mannheim und der Metro­pol­regi­on Rhein-Neckar ein­setzen. In die­sem Jahr wurde der Preis an Ilona Lagrene ver­lie­hen, die nicht ver­wandt mit der Namens­geberin des Prei­ses ist.

„Mit dieser Auszeichnung wollen wir nachhaltige An­erken­nungs- und Teil­habe­struk­tu­ren für die Minder­heit der Sinti und Roma in der Ge­sell­schaft schaf­fen, um Dis­krimi­nie­rungs­erfah­run­gen zu mi­ni­mie­ren und gelin­gen­de Bildungs­pro­zes­se zu ge­stal­ten. Der Hilde­gard-Lag­renne-Preis ist ein Zei­chen, um zur Be­kämpfung des Anti­ziga­nis­mus bei­zu­tragen“, be­tonte Bil­dungs­bür­ger­meis­terin Dr. Ulrike Freund­lieb in ihrer Wür­di­gung der Preis­trä­gerin, der sie Pokal und Ur­kunde ver­lieh. Lagrene en­gagiert sich seit über 40 Jah­ren gegen Dis­krimi­nie­rung und für Men­schen­rechte. Frauen­rechte und Anti­ziganis­mus sind Schwer­punk­te ihres Wirkens.

„Gerade in der heutigen Zeit ist es dringend erforder­lich, dass wir uns als Zivil­gesell­schaft ent­schieden gegen jede Form der Dis­krimi­nie­rung stellen. Vom All­tags­rassis­mus bis zu Fäl­len konkre­ter rassis­ti­scher Gewalt ist es oft nur ein kur­zer Weg“, be­kräf­tig­te Freundlieb ge­ra­de vor dem Hin­ter­grund der aktuel­len Er­eig­nisse in Chemnitz. Read the rest of this entry »