Archive for August, 2018
August 31st, 2018 |
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Interview, Radio, Podcast & TV
Gemeinsam die Welt besser verstehen – ein Podcast von Andreas Sator: Nr. 6 der Interviewreihe vom Apr. 2018
→Anhören/Download auf erklaermir.simplecast.fm
Zigtausende Roma und Sinti leben in Österreich und doch wissen wir fast nichts über sie. Zeit, das zu ändern. Katharina Janoska erklärt, wer sie sind und woher sie kommen. Andreas Sators Gesprächspartnerin ist Literaturwissenschafterin und moderiert im ORF die Sendung Servus Szia Zdravo Del tuha. Sie ist eine Romni, genau so wie sie eine Burgenländerin und Tirolerin ist.
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August 30th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
RAN, 28.8.2018: Nachdem es in der Ukraine wiederholt zu gewalttätigen Angriffen gegen Roma und Roma-Siedlungen gekommen ist, verklagen Menschenrechtsorganisationen die ukrainische Polilzei, da diese ihren Pflichten, Roma vor rassistischer Gewalt zu schützen, nicht nachgekommen sei. Das European Roma Rights Centre (ERRC) und das National Roma Centre vertreten Roma, die bei gewalttätigen Angriffen am 23. Juni und am 10. Mai zu Schaden kamen. Die Klage argumentiert mit Verstößen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention, andere Menschenrechtsabkommen und nationale Gesetze. Laut ERRC gibt es zunehmend Beweise für Absprachen zwischen rechtsextremen Gruppierungen und der Polizei sowie anderen Behörden. In einem Video schreiten die Polizisten nicht ein (ab ca. min. 11), als eine Miliz eine Roma-Siedlung in Kiew zerstört. Read the rest of this entry »
August 29th, 2018 |
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Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV
Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma in Leipzig – der Verein Romano Sumnal
RadioBlau, Sendung vom 20.08.2018
→Anhören mp3 (11:55 min, 27 MB)
Ein Interview mit Petra Sejdi vom Verein „Romano Sumnal. Verein für Roma in Sachsen | O klubi e Romenge taro Sachsen“ in Leipzig. Anlässlich einer Fotoausstellung zur Geschichte der Sinti und Roma im Nationalsozialismus blickt eine Veranstaltung in Leipzig auch auf die speziell Leipziger Geschichte. RadioBlau hat mit Petra Sejdi über Geschichte und Gegenwart gesprochen.
(Text: Radio Blau)
August 27th, 2018 |
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Romani, dROMa (Magazin)
Terno linaj/Linaj 2018
Romani tschib | Romani
>>Download (PDF) | Inhalt
„Romani tschib“, so nennen die Roma ihre Sprache, das Romani oder Romanes. Vielerorts ging diese Sprache durch Verbote, Verfolgung und Assimilierungsdruck verloren – und dennoch hat das Romani überlebt, heute hat es einige Millionen Sprecher. Zu Beginn unseres Themenhefts stellen wir Ihnen diese neuindoarische Sprache vor, die heute auch in der Literatur, in Medien und Unterricht genützt wird. Michael Teichmann hat mit dem Grazer Romani-Linguisten Jakob Wiedner über seine Arbeit gesprochen. Roman Urbaner berichtet von einem Archivfund, der beweist, dass diese lange nur mündlich tradierte Sprache schon vor einem halben Jahrtausend erstmals in Schriftform gegossen wurde – und zwar um 1515 in Wien. Der Politologe Thomas Schmidinger fragt, warum Romani im Gegensatz zu anderen, weniger verbreiteten Sprachen noch immer keine EU-Amtssprache ist. Und Clemens Prinz und László Takács-Tenigl erinnern – anlässlich des 10. Jahrestags – an die übersetzerische Großtat einer Romani-Bibeledition in Ungarn. Abgerundet wird das Heft von einigen Sprachbeispielen aus dem Roman, dem burgenländischen Romani-Dialekt, der 2011 sogar zum Unesco-Kulturerbe erklärt wurde.
„Romani tschib“, afka o Roma pumari tschib akaren, Romani vaj Romanes. Ande but vilagi aja tschib vasch o fabot, o tradipe taj o asimilacijonakero dschumipe naschadi geli – kekaj afka hi, Romani prik dschivtscha, adi poar milijoni vakeraschtscha hi la. Uso kesdipe adala temakera heftlinatar aja nevi indojarischi tschib angle tumenge terdscharas, savi adi te andi literatura, ando mediji taj ando sikajipe nucim ol. O Michael Teichmann le gereciskere Romani-lingujistoha Jakob Wiedner pedar leskeri buti vakertscha. O Roman Urbaner pedar o archiviskero lakipe phukal, savo sikal, hot aja dugi tschak mindig mujali tradirimi tschib imar angle epaschel berscha erschtivar andi pisinipeskeri forma tschordi uli – valami 1515 Betschiste. Read the rest of this entry »
August 24th, 2018 |
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Facts & Figures
Bis 2009 betrachtete die Republik Zypern die Roma nicht als eigene Volksgruppe, sondern als Teil der türkischen Minderheit.
(Quelle/pdf)
August 23rd, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland
Ausstellung im Landesmuseum Burgenland
Eisenstadt – noch bis 4.11.2018
Die Ausstellung setzt sich mit den Folgen der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Burgenland auseinander und erzählt anhand persönlicher Schicksale die Geschichte des Jahres 1938.
Am Abend des 11. März 1938 – und damit früher als in allen anderen Bundesländern – begann im Burgenland eines der dunkelsten Kapitel seiner Geschichte: die Zeit der NS-Diktatur. 80 Jahre danach setzen sich das Landesmuseum Burgenland und das Österreichische Jüdische Museum in einer gemeinsamen Ausstellung mit den burgenländischen Aspekten dieses schicksalshaften Jahres auseinander.
In vielerlei Hinsicht nahm das Burgenland 1938 eine Sonderstellung ein. Mit über 99% war die Zustimmung für den „Anschluss“ besonders hoch. Juden und Jüdinnen wurden hier schnell vertrieben und ihr Vermögen besonders rasch eingezogen. Mit der Auflösung im Herbst 1938 verschwand das Burgenland schließlich gänzlich von der politischen Landkarte. Der Illusion von einem besseren Leben als Bestandteil des Deutschen Reiches folgte bald die ernüchternde Realität. Nur eineinhalb Jahre nach dem „Anschluss“ marschierten Burgenländer in Hitlers Armeen. Juden und Roma waren nicht länger Teil der „Volksgemeinschaft“. Sie wurden systematisch entrechtet, beraubt und vertrieben. Der nationalsozialistische Terror forderte im Burgenland unter Roma, Juden und politisch Andersdenkenden fast 9000 Todesopfer.
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August 22nd, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen
Servus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland, 12. august 2018
>>On Demand
I duk, savo o dujto haburi le Romenge kertscha, meg mindig adaj hi. I generacija le Romendar taj Sintijendar, savi paloda upro them ali, maschkar i naci cajt ande pumari eksistenca pujsto tschite ule, ledschel o erbinipe „schoha buter te pobisterel“ le pradipeske bajder.
Festivalo „E Bistarde“ — Te o kinstlerkiji Sandra taj Simonida Selimović kamna hi jek bajderi inicijativa le dikipeske le pradime dukipeske la flogoskera grupnatar te sikal. I „Roma-Wiese“ pasche mero „Ringelseeplatz“ Betschiste-Floridsdorf ojs festivaloskero than dinintscha.
2. august: Roma Holocaust Memorial Day — Andi rat phendo ol „Zigeunernacht“ andar o 2. upro 3. august 1944 2.897 Roma ando Auschwitz-Birkenau murdarde ule. Epasch milijona Roma taj Sintijenge gondolim ol, save le nacijendar tradim taj murdarde ule.
Roma-Butschu 2018 — Ando maschkarutno juni o tradicijoneli Roma-Butschu andi Boslina tel likerdo ulo. Imar sajt o bersch 1991 adaj pumen o dschene resen taj khetan mulatinen. Ada bersch terdschino o Roma-Butsch telal o anav „25 berscha aunprindscharipe le Romendar“. Read the rest of this entry »
August 20th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen
Servus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland, 12. Aug. 2018
>>On Demand
Die Wunde, die der Zweite Weltkrieg Romnja und Roma zugefügt hat, ist leider weiterhin kaum zu lindern. Die nachkommende Generation der Roma und Sinti, die während der Nazizeit in ihrer Existenz vernichtet wurden, trägt ihr Vermächtnis, „nie mehr zu vergessen“, unermüdlich an die Öffentlichkeit.
Festival „E Bistarde | Vergiss mein nicht“ — Auch die Künstlerinnen Sandra und Simonida Selimović wollten mit ihrem Festival „E Bistarde | Vergiss mein nicht“ eine weitere Initialzündung zur Sichtbarmachung der weit offenen Wunde der Volksgruppe darstellen. Die Romawiese in der Nähe des Ringelseeplatzes in Wien-Floridsdorf diente als Festivalgelände.
Gedenkfeier am Ceija-Stojka-Platz — In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. „Dikh He Na Bister! Schau und vergiss nicht!“, unter diesem Motto wurde am Donnerstag, 2. August, auch in Wien am Ceija-Stojka-Platz einer halben Million Menschen gedacht, die vom Nazi-Regime als „Zigeuner“ verfolgt und ermordet wurden.
Roma-Butschu 2018 — Mitte Juni fand der traditionelle Roma-Butschu in Kleinbachselten statt. Schon seit 1991 trifft man sich hier und feiert gemeinsam. Heuer stand der Roma-Butschu unter dem Motto „25 Jahre Anerkennung der Roma“. Und dies wurde gebührend mit einem außergewöhnlichen Line-up zelebriert: Romano Rath, Bruji, Kalyi Jag sowie die Volkstanzgruppe Siget sorgten für eine ausgelassene Stimmung und gute Unterhaltung.
(Text: volksgruppen.orf.at)
August 18th, 2018 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Konferenz des IDZ „Gewalt gegen Minderheiten: Internationale Perspektiven und Strategien zum Umgang mit Hasskriminalität“
Fachtagung am 20. & 21. Sept. 2018 in Jena
Begrenzte Plätze! Anmeldung bis 23.8.2018.
Eine wichtige Tagung zu einem wichtigen Thema. Seltsam nur, dass die europäische Minderheit, die derzeit wie keine andere mörderischer Gewalt und Pogromen ausgesetzt ist (in den letzten Wochen etwa hier, hier, hier, hier und hier), weder in der Ankündigung noch im Programm konkret genannt wird: Roma nämlich. Darauf angesprochen, schreiben die Veranstalter: „Der Schwerpunkt der Tagung liegt auf Deutschland. Es ist vorgesehen, mit Onur Özata, der als Rechtsanwalt u.a. Sinti vertritt, die zum Opfer von Gewalt wurden (bspw. beim OEZ-Anschlag in München [wir berichteten]), auch auf Antiziganismus einzugehen.“
Im Folgenden der Ankündigungstext des IDZ:
Neun Menschen aus Einwandererfamilien und eine Polizistin tötete der in Jena entstandene „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) – ohne dass Behörden und Gesellschaft die Motive des Terrors erkannten. Von 193 Todesopfern rechter Gewalt, die die Amadeu Antonio Stiftung zählt, sind nur 83 staatlich anerkannt. In Deutschland gab es im Jahr 2017 nach Erhebungen der Amadeu Antonio Stiftung und von Pro Asyl 1.713 Übergriffe gegen Geflüchtete oder ihre Unterkünfte. Im gleichen Jahr erfasste die Polizei insgesamt 1.453 antisemitische Delikte. In beiden Fällen sind das durchschnittlich täglich mehr als vier Straftaten dieser Art. Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) zeigen: 2017 wurden mindestens 17 wohnungslose Menschen getötet. Deutsche Behörden registrierten 2017 300 Straftaten gegenüber LSBTTIQ* aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Read the rest of this entry »
August 16th, 2018 |
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Facts & Figures
Im Jänner 1995 ordnete die rumän. Regierung an, dass Roma in offiziellen Dokumenten nur noch „țigani“ („Zigeuner“) genannt werden dürfen.
(Quelle)
August 15th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Interview zur Ausstellung in Leipzig
Felsenkeller, 16.8. bis 23.8.2018
Sendung von RadioBlau, 13.8.2018
→Anhören mp3 (34:04 min, 78MB)
Am Donnerstag wird die Ausstellung „‚…vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig…‘ – Die Verfolgung mitteldeutscher Sinti und Roma im Nationalsozialismus“ im Felsenkeller in Leipzig-Plagwitz eröffnet. RadioBlau hat mit Jana Müller vom AJZ Dessau gesprochen, die sich mit der Geschichte der Sinti und Roma in Dessau-Rosslau und der Region beschäftigt hat. Im Gespräch geht es auch um die Verknüpfung zwischen der lokalen Dessauer Geschichte und dem in der DDR ja sehr populären Roman „Ede und Unku“ von Grete Weiskopf alias Alex Wedding. Die in der Ausstellung zu sehenden Photographien von Hanns Weltzel sind zwischen 1932 und 1939 zustande gekommen. Read the rest of this entry »
August 13th, 2018 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung
„So geht Geschichtsvermittlung 2018“
MKÖ präsentiert multimediale Wissensvermittlung: Mit der App durch ehemalige KZ-Außenlager
Die Wissensvermittlung, vor allem an Jugendliche, ist ein bedeutender Teil der Arbeit des Mauthausen-Komitees Österreich (MKÖ). In Erinnerung an die Errichtung des KZ Mauthausen vor 80 Jahren und zur Mahnung launcht das MKÖ die „Mauthausen-Außenlager-App“ mit Informationen, Fotos, Videos zur Geschichte und den Überlebenden. Für die Überlebenden des KZ Mauthausen und seiner Außenlager war die Sensibilisierungsarbeit mit Jugendlichen von enormer Bedeutung. Diesen Auftrag haben die Überlebenden auch dem Mauthausen-Komitee Österreich bei der Übergabe ihres Vermächtnisses im Jahr 2000 mitgegeben.
Das Mauthausen-Komitee Österreich arbeitet, gemeinsam mit seinen lokalen Initiativen, bereits seit Jahrzehnten an der wissenschaftlichen Aufarbeitung und an der Vermittlung der Geschichte der ehemaligen Außenlager des KZ Mauthausen. Das Mauthausen-System umfasste neben dem Hauptlager circa 49 Außenlager in nahezu allen Bundesländern Österreichs. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde die Geschichte der jeweiligen Orte aufgearbeitet und für die „Mauthausen-Außenlager-App“ aufbereitet.
Christa Bauer, Geschäftsführerin des Mauthausen-Komitees Österreich, zur Bedeutung der digitalen Wissensvermittlung: „Nicht nur digital affine Jugendliche, sondern auch historisch Interessierte aller Altersgruppen haben nun die Möglichkeit, alle Orte der KZ-Außenlager virtuell zu besuchen. Read the rest of this entry »
August 10th, 2018 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Romani Rose fordert Erklärung des Duisburger SPD-Oberbürgermeisters zu seinen Äußerungen über Kindergeldzahlung an EU-Ausländer: „Hier werden rassistische Stereotype gezielt benutzt, um Sündenböcke zu produzieren – selbst auf die Gefahr von Gewaltanschlägen hin“.
Mit scharfer Kritik reagiert der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, auf Äußerungen des SPD-Oberbürgermeisters von Duisburg, der die aktuellen Zahlen der Bundesregierung zur Überweisung von Kindergeld in andere Länder der Europäischen Union zum Anlass nahm, auf die Situation in Duisburg aufmerksam zu machen.
„Selbstverständlich muss gegen jede Form des Betrugs ermittelt werden, und ebenso selbstverständlich muss jeder Missbrauch von Leistungen unterbunden werden. Dies muss ohne Ansehen der Person geschehen, entsprechend den Vorgaben unseres Rechtsstaates. In diesem Kontext aber durch eine gezielte, an der Abstammung festgemachte Kennzeichnung die Angehörigen der Minderheit zur alleinigen Ursache dieses Problems zu machen, steht in der Tradition der Herstellung von Sündenböcken und birgt, gerade jetzt, die Gefahr von Gewalt gegen Sinti und Roma in Deutschland“, erklärte Romani Rose. Es sei darüber hinaus ein Kennzeichen zutiefst rassistischer Bilder, wenn der Duisburger Oberbürgermeister erst kriminelle Schlepperbanden verantwortlich macht, die „Sinti und Roma“ nach Duisburg bringen würden [Der Duisburger OB zeigt sich hier wenig informiert: Sinti leben seit über 600 Jahren im deutschen Sprachraum; weder in Bulgarien noch Rumänien gibt es Sinti], und er dann erklärt: „Ich muss mich hier mit Menschen beschäftigen, die ganze Straßenzüge vermüllen und das Rattenproblem verschärfen. Das regt die Bürger auf.“ Genau diese Verbindung von „Rattenproblem“ und Vorwürfen gegen die gesamte Minderheit mache Sinti und Roma zur Zielscheibe potentieller Gewalt. Read the rest of this entry »
August 8th, 2018 |
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Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Die Europäische Grundrechteagentur FRA spricht sich in einem neuen Bericht für eine verbesserte Praxis der Datensammlung bei Hassverbrechen aus.
European Union Agency for Fundamental Rights (FRA):
Hate crime and data collection practice across the EU
Publications Office of the European Union: Luxembourg 2018
→Download (pdf)
Die Europäische Grundrechteagentur (FRA) hat einen neuen Bericht herausgegeben, der sich für eine effizientere Dokumentation von Hassverbrechen in den Mitgliedsländern der EU ausspricht. Der Bericht liefert einen Überblick über die Praxis der Dokumentation in den 28 Mitgliedsstaaten der EU. Auf dieser Grundlage wurden Verbesserungsvorschläge formuliert:
- Die Staaten sollten detaillierte Daten sammeln und den Bias bei Hassverbrechen berücksichtigen. Das machen bislang nur 15 Mitgliedsstaaten.
- Es sollten regelmäßig Viktimisierungs-Berichte erstellt werden, um einen besseren Einblick in die nationale Situation zu bekommen. Nur in neun Mitgliedsstaaten werden in diesen Berichten Fragen zu Hassverbrechen gestellt.
- Stakeholder sollten auf das Know-how der Zivilgesellschaft zurückgreifen, z.B. wird empfohlen, dass die Polizei von Vertreter_innen der Zivilgesellschaft fortgebildet wird.
- Die Polizei sollte für das Thema Hassverbrechen sensibilisiert werden, um den Opfern mehr Respekt und Verständnis entgegenzubringen. Read the rest of this entry »
August 6th, 2018 |
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Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Gegen Hass im Internet:
Bürgerrechtliche Initiativen seit 2000
Zusammengestellt von Arnold Roßberg, hrsg. vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, November 2017
→Download (pdf)
Die Dokumentation von Arnold Roßberg beschreibt das Kapitel der Bürgerrechtsarbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zu der ebenso wichtigen wie schwierigen Thematik „Bedrohungen und Hetze im Internet“. Über mehr als 17 Jahre wehrte sich die Selbstorganisation und Vertretung der deutschen Sinti und Roma gegen die – seit den Anfängen des Internets immer stärker und gefährlicher werdende – Hasspropaganda und Drohungen mit Gewalt durch Neonazis, die sich gezielt – unter Benutzung des alten NS-Jargons – auch gegen Sinti und Roma (ebenso wie gegen die Juden) richteten.
Wegen der weltweiten Dimension des Internets und der daraus resultierenden, fast unüberwindlichen rechtlichen und technischen Probleme gibt es bis heute keine perfekte Lösung, um diese Hass-Seiten endgültig zurückzudrängen. Beginnend mit der ersten großen internationalen Konferenz unter Beteiligung von Politik, Internetwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Jahrtausendwende in Berlin bis hin zur Schaffung des „Gesetzes zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz – NetzDG)“, das im Oktober 2017 in Kraft trat, hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kontinuierlich politische und bürgerrechtliche Initiativen zur Bekämpfung des Hasses im Internet unternommen. Diese Initiativen bestanden aus politischen Fachgesprächen, öffentlichen Veranstaltungen und Presseerklärungen, Eingaben und Statements bei internationalen Organisationen, Behörden und Justiz, Fachtagungen mit den Internetunternehmen und den Minderheitenorganisationen u.a.m.
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August 3rd, 2018 |
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Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma in Deutschland soll in die Ausbildung von jungen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aufgenommen werden. Das vereinbarten der Präsident der Bundespolizei, Dr. Dieter Romann, und der Vorsitzende des Zentralrates, Romani Rose.
Am 27. Juli 2018 besuchte der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, zusammen mit dem Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, die Bundespolizeiakademie in Lübeck. Hintergrund der Einladung war die bei einem Besuch im Bundespolizeipräsidium im vergangenen Oktober gemeinsam vereinbarte Aufnahme des Themas „Sinti und Roma als nationale Minderheit in die Ausbildung junger Bundespolizeianwärter.
Bei dem Besuch im Bundespolizeipräsidium hatte Romani Rose unter anderem angeregt, die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland in die Aus- und Fortbildung der Bundespolizei und in das Programm der Akademie aufzunehmen. Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums hat diese Anregung aufgegriffen und die Vertreter des Zentralrates im Gegenzug eingeladen, sich an der Bundespolizeiakademie in Lübeck selbst ein Bild davon zu machen, wie die Lehrinhalte für junge Bundespolizeianwärter zum Thema „Minderheitenschutz“ heute konkret ausgestaltet werden.
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August 2nd, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
EU-Abg. Lukas Mandl (ÖVP) schlägt 2. August als offiziellen österreichischen Gedenktag für Roma und Sinti vor. 2019 wird sich der Tiefpunkt der nationalsozialistischen Verfolgung der Roma und Sinti zum 75. Mal jähren.
Wien (OTS) – „Neben mehr als sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden auch die Angehörigen anderer Bevölkerungsgruppen im Nationalsozialismus systematisch verfolgt und ermordet. Zu den Verfolgten zählten auch Roma und Sinti. Von 2. auf 3. August 1944 wurden in nur einer Nacht 2.897 Roma und Sinti im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Nächstes Jahr wird das genau ein Dreivierteljahrhundert zurückliegen“, erinnert der österreichische Europa-Abgeordnete Lukas Mandl. „Es ist eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts für Menschlichkeit und Menschenwürde, eine Frage des Anstands und der Mahnung, um derartige Entwicklungen für alle Zukunft auszuschließen, dass wir den Opfern ein ehrendes Andenken bewahren. Unter Roma und Sinti waren es insgesamt etwa eine halbe Million Kinder, Frauen und Männer, die im nationalsozialistischen Verbrecherstaat ermordet wurden“, so Mandl. Mandl macht folgenden Vorschlag: „Meine Anregung ist, im kommenden Jahr 2019 anlässlich des 75. Jahrestages des Tiefpunkts in der Verfolgung der Roma und Sinti auch in Österreich den 2. August offiziell zum Gedenktag zu erklären. Der Tag ist bereits seitens des Europa-Parlaments und einiger Staaten zum Gedenktag erklärt worden.“
(OTS)
August 1st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Dikh He Na Bister! Schau und vergiss nicht!“ – unter diesem Motto wird am 2. August, dem Gedenktag an den Völkermord an Roma und Sinti, der Menschen gedacht, die vom Nazi-Regime als „Zigeuner“ verfolgt und ermordet wurden.
Do., 2. August 2018, 18:00 Uhr
Ceija-Stojka-Platz, 1070 Wien
OTS/Romano Centro: In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. Erst 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Genozid an einer halben Million Roma und Sinti vom Europäischen Parlament anerkannt. In der Resolution vom April 2015 wurde dazu aufgerufen, der Diskriminierung von Roma ein Ende zu setzen. Das Europäische Parlament fordert dazu auf, der Opfer des Völkermordes am 2. August – dem internationalen Roma Genocide Memorial Day – zu gedenken. Das EU-Parlament sei „sehr besorgt um den steigenden Antiziganismus, der sich in Anti-Roma-Rhetorik sowie in Übergriffen und Attacken gegen Roma in Europa manifestiert. Antiziganismus ist unvereinbar mit den Normen und Werten der Europäischen Union und sollte in allen Mitgliedsstaaten bekämpft werden.“ Maßgebend für die Anerkennung waren die Bemühungen der Roma Genocide Remembrance Initiative und zahlloser Roma-Organisationen in ganz Europa. Vor allem jugendliche Aktivistinnen und Aktivisten erhoben dafür ihre Stimmen.
In Österreich ermordeten die Nationalsozialisten 90 % der Roma und Sinti. Bis heute ist das Trauma bei den Überlebenden und den Nachfahren der Opfer vorhanden und wirksam. Ein Genozid, der lange verschwiegen und vergessen wurde und heute aktueller ist denn je.
Romano Centro organisiert in Kooperation mit der Roma Genocide Remembrance Initiative und „zentrum exil“ zum vierten Mal die Gedenkveranstaltung zum 2. August in Österreich. Die Veranstaltung wird von der Stadt Wien, dem 7. Bezirk und der Pfarre Altlerchenfeld unterstützt. Eine Gedenkveranstaltung, bei der Angehörige von Opfern und junge AktivistInnen zu Wort kommen. Da es in Wien für diese Opfergruppe noch keinen eigenen Gedenkort, kein Denkmal gibt, wurde der nach der Holocaust-Überlebenden Romni Ceija Stojka benannte Platz im 7. Bezirk dafür ausgewählt. Read the rest of this entry »
August 1st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenkveranstaltung zum Roma Genocide Remembrance Day in Göttingen
2.8.2018, 17 Uhr, Foyer des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4 – Göttingen
Am 2. August 2018 findet die Gedenkveranstaltung des Roma Centers zum Roma Genocide Remembrance Day statt. Dr. Dietmar Sedlaczek, Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen, hält einen Vortrag über die im Jugendkonzentrationslager Moringen inhaftierten Sinti-Jungen, die nach Auschwitz deportiert worden sind. Im Anschluss werden wir die Ausstellung des Roma-Antidiscrimination-Networks „Kampf ums Bleiberecht“ eröffnen. Mit der Gedenkveranstaltung erinnern wir nicht nur der Ermordeten – die Ausstellung befasst sich mit den Überlebenden und der heutigen politischen Situation für Roma, die immer noch kein sicheres Bleiberecht haben. Unsere Wanderausstellung wird für zwei Wochen im Neuen Rathaus Göttingen zu sehen sein. Anschließend zieht sie nach Hamburg weiter.
(Text: Roma-Center)