Hassverbrechen richtig dokumentieren

August 8th, 2018  |  Published in Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

FRA (2018): Hate crime recording (Foto: FRA)Die Europäische Grundrechteagentur FRA spricht sich in einem neuen Bericht für eine ver­bes­ser­te Praxis der Da­ten­samm­lung bei Hassverbrechen aus.

European Union Agency for Fundamental Rights (FRA):
Hate crime and data collection practice across the EU
Publications Office of the European Union: Luxembourg 2018
→Download (pdf)

Die Europäische Grundrechteagentur (FRA) hat einen neuen Bericht heraus­gege­ben, der sich für eine effi­zien­tere Do­kumen­ta­tion von Hass­verbrechen in den Mit­glieds­län­dern der EU aus­spricht. Der Bericht liefert einen Über­blick über die Praxis der Do­ku­men­ta­tion in den 28 Mit­glieds­staaten der EU. Auf dieser Grund­lage wur­den Ver­besse­rungs­vorschläge for­mu­liert:

  • Die Staaten sollten detaillierte Daten sam­meln und den Bias bei Hass­ver­brechen berück­sich­ti­gen. Das machen bis­lang nur 15 Mit­glieds­staaten.
  • Es sollten regelmäßig Viktimisierungs-Be­richte er­stellt wer­den, um einen bes­seren Ein­blick in die natio­nale Situa­tion zu be­kommen. Nur in neun Mit­glieds­staaten werden in diesen Berich­ten Fragen zu Hass­verbrechen ge­stellt.
  • Stakeholder sollten auf das Know-how der Zivil­gesell­schaft zurück­grei­fen, z.B. wird empfoh­len, dass die Polizei von Ver­tre­ter_innen der Zivil­gesell­schaft fort­gebil­det wird.
  • Die Polizei sollte für das Thema Hassverbrechen sensibilisiert wer­den, um den Opfern mehr Respekt und Ver­ständ­nis ent­ge­gen­zu­brin­gen.
  • Polizistinnen und Polizisten sollten immer unter­suchen, ob ein Ver­bre­chen von Hass moti­viert ist, damit das Verbrechen dem­ent­spre­chend ver­folgt wer­den kann. 15 Mit­glieds­staaten ha­ben dafür Regeln ent­wickelt, die FRA em­pfiehlt allen Mitglieds­staaten das eben­falls zu tun.

(Text: Klagsverband)

Comments are closed.