Gedenken am Wiener Ceija-Stojka-Platz

August 1st, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gedenken am Ceija-Stojka-Platz 2015 (Foto: Romano Centro)„Dikh He Na Bister! Schau und vergiss nicht!“ – un­ter diesem Motto wird am 2. August, dem Gedenk­tag an den Völ­ker­mord an Roma und Sinti, der Men­schen ge­dacht, die vom Nazi-Re­gime als „Zigeuner“ ver­folgt und er­mor­det wurden.

Do., 2. August 2018, 18:00 Uhr
Ceija-Stojka-Platz, 1070 Wien

OTS/Romano Centro: In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kin­der – in den Gas­kam­mern von Auschwitz-Bir­kenau er­mor­det. Erst 70 Jahre nach dem Ende des Zwei­ten Weltkriegs wur­de der Genozid an einer hal­ben Mil­lion Roma und Sinti vom Euro­päi­schen Par­la­ment an­er­kannt. In der Reso­lu­tion vom April 2015 wurde dazu auf­ge­rufen, der Dis­krimi­nie­rung von Roma ein Ende zu setzen. Das Euro­päi­sche Parla­ment for­dert dazu auf, der Opfer des Völker­mor­des am 2. August – dem inter­natio­na­len Roma Genocide Memorial Day – zu ge­denken. Das EU-Par­la­ment sei „sehr be­sorgt um den stei­gen­den Anti­ziganis­mus, der sich in Anti-Roma-Rhe­torik sowie in Über­griffen und At­tacken gegen Roma in Europa mani­fes­tiert. Anti­ziganis­mus ist un­ver­einbar mit den Normen und Werten der Euro­päi­schen Union und soll­te in allen Mit­glieds­staaten be­kämpft wer­den.“ Maß­gebend für die An­erken­nung waren die Bemü­hun­gen der Roma Ge­no­cide Re­memb­rance Ini­tiative und zahl­loser Roma-Or­ganisa­tio­nen in ganz Europa. Vor allem ju­gend­liche Ak­tivis­tin­nen und Akti­visten er­hoben dafür ih­re Stimmen.

In Österreich ermordeten die Nationalsozialisten 90 % der Roma und Sinti. Bis heute ist das Trau­ma bei den Über­le­ben­den und den Nach­fahren der Opfer vor­han­den und wirk­sam. Ein Genozid, der lan­ge ver­schwie­gen und ver­gessen wurde und heute aktuel­ler ist denn je.

Romano Centro organisiert in Kooperation mit der Roma Genocide Remembrance Initiative und „zentrum exil“ zum vier­ten Mal die Gedenk­ver­anstal­tung zum 2. Au­gust in Österreich. Die Ver­anstal­tung wird von der Stadt Wien, dem 7. Bezirk und der Pfarre Alt­lerchen­feld un­ter­stützt. Eine Gedenk­veranstaltung, bei der An­gehö­rige von Opfern und jun­ge Akti­vistIn­nen zu Wort kom­men. Da es in Wien für diese Opfer­gruppe noch keinen eige­nen Gedenk­ort, kein Denkmal gibt, wurde der nach der Holocaust-Über­le­ben­den Romni Ceija Stojka be­nannte Platz im 7. Bezirk dafür aus­ge­wählt. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung wie­der auf der Ju­gend-Ge­denk­arbeit. Daher wer­den neben Nuna Stojka (Schwie­ger­tochter von Ceija Stojka) und Manuela Horvath (Enke­lin von Holo­caust-Über­leben­den) auch Benjamin Hess (Prä­si­dent der Jüdisch-Öster­rei­chi­schen Hoch­schü­lerInnen), Lena Nanut (ÖH), Derai Al-Nuaimi (Vor­sit­zen­der der Bun­des­jugend­ver­tre­tung) und junge Roma-Ak­ti­vistInnen bei der Ver­anstaltung spre­chen. Der Völker­mord und das Ge­den­ken sol­len einen höhe­ren Stel­len­wert in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung be­kom­men. Dazu for­dern die Or­gani­sa­toren auch einen eige­nen, zentra­len Gedenk­ort in Wien.

Im Anschluss die Gedenkveranstaltung wird eine Aus­stellung mit Wer­ken von Jugend­li­chen, die in SchülerIn­nen­work­shops mit der Auschwitz-Über­leben­den Ceija Stojka (1933-2013) ent­stan­den sind, ge­zeigt.

Es sprechen: Anna Babka (Bezirksvorstehung), Simona Anozie (Enke­lin Ceija Stojka), Nuna Stojka (Schwie­ger­tochter Ceija Stojka), Manuela Horvath (Roma-Pas­to­rale Eisenstadt), Alexandru Spataru (Roma-Ak­tivist), Derai Al Nuaimi (Bun­des­jugend­ver­tretung), Lena Nanut (ÖH), Benjamin Hess (JÖH), Gilda Horvath (Romblog.at)

Musik: Samuel Mago

(Text: Romano Centro)

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