Roma-NGOs verklagen ukrainische Polizei
August 30th, 2018 | Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
RAN, 28.8.2018: Nachdem es in der Ukraine wiederholt zu gewalttätigen Angriffen gegen Roma und Roma-Siedlungen gekommen ist, verklagen Menschenrechtsorganisationen die ukrainische Polilzei, da diese ihren Pflichten, Roma vor rassistischer Gewalt zu schützen, nicht nachgekommen sei. Das European Roma Rights Centre (ERRC) und das National Roma Centre vertreten Roma, die bei gewalttätigen Angriffen am 23. Juni und am 10. Mai zu Schaden kamen. Die Klage argumentiert mit Verstößen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention, andere Menschenrechtsabkommen und nationale Gesetze. Laut ERRC gibt es zunehmend Beweise für Absprachen zwischen rechtsextremen Gruppierungen und der Polizei sowie anderen Behörden. In einem Video schreiten die Polizisten nicht ein (ab ca. min. 11), als eine Miliz eine Roma-Siedlung in Kiew zerstört. Die Menschenrechtsorganisationen werfen der Polizei vor, nicht fähig oder nicht willens zu sein, Roma zu schützen und die Täter zu verfolgen.
Weitere Infos: „They wanted to kill us“ – Artikel des Guardian über die Lage in der Ukraine, 27.8.2018
(Text: RAN, 28.8.2018)
Siehe auch:
„Systematische Verfolgung“ in der Ukraine, 24.7.2018
Zentralrat: Ukraine muss handeln, 17.7.2018
Ukraine: Ein Toter bei bereits 5. Pogrom, 25.6.2018
Ukraine: Erneuter Angriff auf Roma, 16.5.2018
Presseaussendung zu Pogrom in Ukraine, 9.5.2018
„Viele versuchen, ihre Herkunft zu verschleiern“, 13.12.2017
Roma-Binnenflüchtlinge in der Ukraine, 21.8.2017
Angriff auf Roma-Siedlung in Kiew, 29.4.2017
Roma-Siedlung in Kiew niedergebrannt, 22.4.2017
Pogrom gegen Roma in der Ukraine, 29.8.2016
Ukraine: Gewalt gegen Roma eskaliert, 1.5.2014
Ukraine: Übergriffe auf Roma, 24.4.2014
Roma-Camp in Kiew niedergebrannt, 20.6.2012