Roma-Binnenflüchtlinge in der Ukraine
August 21st, 2017 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Rund 50.000 Roma leben in der Ukraine. Der Konflikt im Donbas-Gebiet in Osten bzw. die russische Annexion der Krim machte viele von ihnen zu Flüchtlingen, die in anderen Landesteilen der Ukraine eine neue Heimat suchen. Vielerorts stoßen sie aber auf Ablehnung, viele Roma-Flüchtlinge leben auch noch Jahre nach ihrer Flucht, von humanitären Hilfsgütern. Ein Gastartikel von Anastasia Kanareva und Bogdan Kinashchuk (Hromadske) im Internetmagazin TOL schildert, wie schwer es ihnen die verbreitete Romafeindlichkeit macht, anderswo Fuß zu fassen. Laut einer Umfrage des Nationalen Soziologieinstituts der Ukraine rangieren die Roma in der Sympathieliste als unbeliebteste Minderheit auf dem letzten Platz. Immer wieder kommt es zu Vertreibungen und pogromartigen Vorfällen (mehr hier, hier, hier, hier, hier und hier). „Die Roma, die von der ATO („Anti-Terrorist Operation“ in Donezk und Luhansk) in andere Regionen geflohen sind, sind mit einem großen Ausmaß an Diskriminierung konfrontiert“, berichtet Zola Kondur, Rechtsanwalt und Mitarbeiter der Chirikli Foundation. „Für sie ist es viel schwieriger als für andere interne Flüchtlinge. Es ist schwieriger, eine Wohnung oder eine Arbeit zu finden, und 20 bis 30 Prozent von ihnen haben keine offiziellen Dokumente, was bedeutet, dass nicht alle den Ämtern gegenüber beweisen können, dass sie tatsächlich in der ATO-Zone gelebt haben. Viele humanitäre Organisationen, die mit versetzten („displaced“) Personen arbeiten, betrachten Roma aber dennoch nicht als eine spezifische Zielgruppe.“
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(dROMa)
Siehe auch:
Angriff auf Roma-Siedlung in Kiew, 29.4.2017
Roma-Siedlung in Kiew niedergebrannt, 22.4.2017
Pogrom gegen Roma in der Ukraine, 29.8.2016
Ukraine: Gewalt gegen Roma eskaliert, 1.5.2014
Ukraine: Übergriffe auf Roma, 24.4.2014
Roma-Camp in Kiew niedergebrannt, 20.6.2012