Archive for Dezember, 2009

Roma-Politik: Finnland sucht Vorreiterrolle

Dezember 17th, 2009  |  Published in Politik

42-16335689Finnland will in den kommenden Jahren innerhalb der EU eine Vorreiterrolle im Bezug auf die Förderung und Gleichstellung von Roma in der Gesellschaft übernehmen. Das ist das Ziel eines von einer ministeriellen Arbeitsgruppe in Helsinki über neun Monate hinweg erarbeiteten Positionspapiers. Im Vorschlag für ein „Erstes nationales Roma-Programm“, das den anderen EU-Mitgliedstaaten im Frühjahr vorgestellt werden soll, sind eine Reihe von schrittweisen Verbesserungen der Situation der Minderheit in Finnland skizziert, die bis ins Jahr 2017 die Gleichbehandlung von Roma im täglichen Leben in Finnland gewährleisten sollen. Ein formeller Regierungsbeschluss ist noch ausständig.

Diskrepanz zwischen Gesetzen und Realität

In dem Papier wird auf die herrschende Diskrepanz zwischen vorhandenen Gesetzen und der Realität hingewiesen. Auch in Finnland sind Fälle von versteckter und offener Diskriminierung von Roma im täglichen Leben und bei der Arbeitssuche bis heute keine Seltenheit. Das Programm zielt auf die verstärkte Förderung von Sprache und Kultur (zur Lage des Romani in Finnland siehe dROMa-Blog) der auf zwischen 7.000 und 10.000 geschätzten Roma in Finnland ab. Insbesondere soll dabei auf die Ausbildung von Angehörigen der Minderheit sowie deren aktive Teilhabe in der finnischen Gesellschaft Wert gelegt werden. Read the rest of this entry »

OHO: Fest für Roma & Nicht-Roma

Dezember 16th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland: 14.12.2009, 20:40 Uhr

Hans SamerFest für Roma & Nicht-Roma – unter diesem Motto feierte die Volkshochschule der burgenländischen Roma im Offenen Haus Oberwart (OHO) ihr 10-jähriges Jubiläum. Zur Jubiläumsfeier wurde auch eine Ausstellung von namhaften Roma-Künstlern eröffnet. Die Werke von Julius Horvath aus Unterwart (Fotografie), Gustav Horvath, ebenfalls aus Unterwart (Holzschnitzarbeiten), sowie Ludwig Papai aus Eisenstadt (Malerei) sind bis 24.12.2009 in der OHO-Galerie zu besichtigen.

Horst Horvath, Gründer und Vorstandsmitglied der VHS der burgenländischen Roma, macht im Gespräch mit Susanne Horvath für die Sendung „Roma sam“ einen kurzen Rückblick bzw. einen Blick in die Zukunft und meint: „Geschichte und Kultur der Burgenland-Roma, ihre gesellschaftliche Position in der Gegenwart und in der Zukunft, werden uns auch in den nächsten Jahren beschäftigen.“ Höhepunkt des Abends war das Ferry Janoska Quartett und die Hans Samer Band, die bekannte und weniger bekannte Facetten der Musik der Roma spielten. Auch hier begegneten einander burgenländische und slowakische Traditionen.

(volksgruppen.orf.at)

Mulatintschago ando Pradimo Kher

Dezember 15th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 14.12.2009, 20:40 orenge

Mulatintschago le Romenge taj gadschenge telal ada alaviskero gondo mulatintscha i Flogoskeri utschi ischkola le burgenlanditike Romendar ando Pradimo Kher Erba „Offenes Haus Oberwart“ (OHO) pumaro 10 berschengero jubilejum. Uso jubilejumiskero mulatintschago „10 berscha flogoskeri utschi ischkola le burgenlanditike Romendar” te jek artschijipe barikane Romengere kinstlerendar le Julius Horvathistar Tenuerbatar (fotografija), le Gustav Horvathistar te ov Tenuberbatar al (kaschteskeri faraginipeskeri buti) sar le Ludwig Papaistar Tikni Martonatar (molerej) andi OHO-galerija prado ulo. O artschijipe dschi ando 24. decemberi 2009 andi OHO-galerija te dikel hi.

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Film pedar o Roma andi Austrija

Dezember 14th, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
11.12.2009, 20:00 & 12.12., 20:30 & 14.12., 11:30 orenge

Mundi Romani„Le Romen andi Austrija latsche flogosgere grupnengere tschatschiptscha hi, ham o atentatscha ando Burgenland ando bersch 1995 sikan, hot adaj meg mindig tel dikiptscha taj diskriminacija del“, phenel i Katalin Bársony ando vakeripe la Gilda Horvathaha andar o radijo Kaktus.

I ungriki Romengeri regiseurkija Katalin Bársony andi Austrija sina. I 27-berschengeri ungriki andar Budapest 2009 pra dokumentacijaha pedar o Roma andi Italija „Lashi Vita/Schukar ileto“ le CIVIS medijakere dipeske nominirim sina. Andi Austrija kerel oj akan jek dokumentariskero film pedar i situacija le Romendar. O film schaj ando 22. decemberi 2009 upro „DUNA TV“ andi ungriki tschib schaj dikes, i dokumentacija ham te telutne alavenca andi englitiki, francitiki taj Romanes ando internet tel te vrischtschanel hi.

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Soharipe pali kulutura aun prindschardo

Dezember 13th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte

La NenaO europitiko kris le manuschengere tschatschipenge o na aun prindscharipe jeke soharipestar pali kultura le Romendar duach o espanitiko biroschago ojs diskriminacijakero prasipe kritisirintscha. Adale biroskere phenipeha o birovscha andar Strassburg la 53 berschengera Romnake o tschatschipe dine, savi ando bersch 2000 vasch jek vitvejakeri rentn aun rodija. Lake akan i regirung andar Madrid 70.000 euro iste potschinel.

I Romni ando bersch 1971 ojs terni tschaj andi espanitike kultura le Romendar sohartscha. Oj schov tschaven pre murscheha uschtidija, save andi familjiakero kenva ande pisim ule. I familija o cile lokipeskere pomoschagi uschtidine, save le familijenge saven but tschave hi, angle dikle hi. O dad pedar 19. berscha ojs maureri butschalintscha taj te i socijalakeri fasicherung ande potschintscha. Kada lakero Rom mulo ando ar le berschestar 2000 i Romni vaschi vitvejkakeri rentn aun rodija. Phendo lake ulo, hot oj na uschtidel la, kaj oj na palo espanitiko tschatschipe sohartscha.

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Roma-Filmfestival in Ungarn

Dezember 13th, 2009  |  Published in Film & Theater

Urania-Filmtheater

Im Budapester Uránia-Filmtheater und dem Kino Örökmozgó findet derzeit das erste „Europäisch-ungarische Romafilmfestival“ statt. Als Begleitprogramm zum Festival findet im Café des Filmtheaters eine Reihe von Diskussionsveranstaltungen mit Künstlern und Filmemachern, Experten und Vertretern der Volksgruppe statt, die sich mit dem oftmals problembelasteten Verhältnis zwischen Roma und Mehrheitsgesellschaft in Ungarn und Europa auseinandersetzen. Die Veranstalter erhoffen sich durch die Film- und Veranstaltungsreihe „einen erfolgreichen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen“ zu leisten. Der „Pester Lloyd“ schreibt dazu:

„Vor allem die jungen Menschen in Ungarn sollen sich ein realistischeres Bild von der Situation und den Lebensweise der Roma in Europa machen können, als das durch die Berichterstattung in den ungarischen Medien vielfach möglich ist. Die festliche Eröffnung des ersten Festivals dieser Art in Ungarn fand am Dienstag im Kino Uránia statt, mit dabei waren auch die Szilvásy Gipsy Band und das Rajkó Orchester. Seit Mittwoch laufen die zahlreichen Filmbeiträge von Spielfilmen über Dokumentarbeiträge bis hin zu Kinder- und Animationsfilmen, vor allem von und nicht nur über Roma.“

Lesen Sie bitte den vollständigen Artikel im Pester Lloyd.

Mundi Romani: Roma in Österreich

Dezember 12th, 2009  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
11.12.2009, 20:00 & 12.12., 20:30 & 14.12., 11:30 Uhr

Barsony Katalin„Die Roma in Österreich haben zwar bessere Rahmenbedingungen, das Attentat im Burgenland von 1995 zeigt jedoch, dass es auch hier noch immer Vorurteile und Diskriminierung gibt“, so Katalin Bársony im Interview mit Gilda Horvath von Radio Kaktus. Die ungarische Roma-Regisseurin Katalin Bársony war zu Besuch in Österreich. Die 27-jährige Budapesterin war 2009 mit ihrer Dokumentation über Roma in Italien „Lashi Vita/Schönes Leben“ für den CIVIS-Medienpreis nominiert. In Österreich drehte sie nun einen Dokumentarfilm über die Roma und deren Situation. Den Film kann man am 22. Dezember 2009 auf DUNA TV in ungarischer Sprache sehen, die Dokumentation ist auch mit Untertiteln in Englisch, Französisch und Romanes im Internet abrufbar. Read the rest of this entry »

Nevo flogoskere grupnengero tschatschipe

Dezember 11th, 2009  |  Published in Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Enquete in WienAndo bundakero birovtschago use jek „Enpuete“ o arbutschalinipe jeke neve flogoskere grupnengere tschatschipestar ar kerdo ulo. I regirung peske upre dija, dschi ando bersch 2011 jek putripe le dujtschibtschengere gavengere tablinenge ando Kärnten te lakel. Use pro vakeripe o schtotiskero sekretetari Josef Ostermayer (SPÖ) phentscha, hot usi aja tema vasch jek latscho putripe butschalim ol. Ostermayer becajchnintscha o gavengero tablinakero phutschajipe ojs jek pharo taj ambicijonirti cil. O cile iste jeke putripeske butschalinahi, o politischi partajtscha sar te o flogoskere grupnengere fatretertscha. Ham o phutschajipe le duj tschibtschengere becajchjnungenge andi nimtschki taj slovenitiki tschib na tromal o cilo avro pedar te bugolinel.

Diskusija pedar i tschatschipeskeri novele

Diskutirim ulo uso „Enpuete“ te jek le flogoskere grupnengere centrumistar ande ando angle tschalajipe jeka tschatschipeskera novelejatar. Ostermayer ar asdel, hot use ada tschak vasch jek diskusijonakero papruschi dschal. Akan o pradimo dijalog phutschlo hi. O dschenengero visenschoftleri Rainer Münz te gondolinel mukla, saj pharo hi, jek flogoskeri grupn te definirinel. Ov trin upre diptscha dikel, savo jek nevo tschatschipe le te putrel. Read the rest of this entry »

Beginn für neues Volksgruppengesetz

Dezember 10th, 2009  |  Published in Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Enquetevolksgruppen.orf.at: Bei einer Enquete im Bundeskanzleramt in Wien ist der Startschuss zur Erarbeitung eines neuen österreichischen Volksgruppengesetzes gefallen. Die Regierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, bis 2011 uner anderem eine Lösung für die zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten zu finden. Bei seiner Eröffnungsrede betonte Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ), dass man sich bei diesem Thema weiter um eine „konsensuale Lösung“ bemühe. Möglichst alle sollten eine Lösung mittragen können, politische Parteien wie auch Volksgruppenvertreter.

Schwierigkeiten einer Volksgruppendefinition

Diskutiert wird bei der Enquete auch ein vom Volksgruppenzentrum eingebrachter Vorschlag für eine Gesetzesnovelle. Ostermayer betonte, dass es sich dabei nur um eine Diskussionsgrundlage handle. Nun sei der offene Dialog gefragt. Der Bevölkerungswissenschafter Rainer Münz gab zu bedenken, wie schwierig es sei, eine Volksgruppe überhaupt zu definieren. Er sieht drei Aufgaben, die ein neues Gesetz lösen solle. Read the rest of this entry »

Spanien muss Roma-Ehe anerkennen

Dezember 9th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

La Nena (Foto: Mujer hoy)Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Nicht-Anerkennung einer nach dem Brauch der Roma geschlossenen Ehe durch die spanischen Behörden als diskriminierend gerügt. Mit diesem Urteil gaben die Strassburger Richter gestern einer 53 Jahre alten Romni aus Madrid Recht, die im Jahr 2000 vergeblich eine Witwenrente beantragt hatte. Ihr muss die Regierung in Madrid nun 70.000 Euro Entschädigung zahlen.

Die Klägerin María Luisa Muñoz Díaz (La Nena) hatte 1971 als junges Mädchen nach dem Ritus der spanischen Roma geheiratet. Sie bekam mit ihrem Mann sechs Kinder, die alle ins Familienbuch eingetragen wurden. Die Eltern und Kinder erhielten auch alle Vergünstigungen, die für kinderreiche Familien vorgesehen sind. Der Familienvater arbeitete über 19 Jahre als Maurer und zahlte Beiträge an die Sozialversicherung. Nach dem Tod ihres Mannes Ende 2000 beantragte die Frau eine Witwenrente. Diese wurde ihr mit dem Argument verweigert, sie habe nicht nach spanischem Gesetz geheiratet.

Der Gerichtshof für Menschenrechte wies dieses Argument zurück. Im Jahre 1971 habe Spanien ausschließlich Eheschließungen nach dem kanonischen Recht der katholischen Kirche anerkannt, stellten die Richter fest. Erst seit 1981 gebe es auch die Möglichkeit, nur standesamtlich zu heiraten. Die Klägerin sei aber überzeugt von der Gültigkeit ihrer traditionellen Heirat gewesen, zumal sie im Besitz offizieller Unterlagen – etwa des Familienpasses – gewesen sei. Unter diesen Umständen sei die Verweigerung der Witwenrente unverhältnismäßig und diskriminierend gewesen.

(volksgruppen.orf.at)

Radijo: „Rodipe pre nipostar“

Dezember 7th, 2009  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
4.12.2009, 20:00 & 5.12., 20:30 & 7.12., 11:30 orenge

Mri Historija, DVD: Ich habe es keinem erzählt, es hätte mir niemand geglaubt„Me mindig upro rodipe somahi pal mre phrala taj mri phen. Me kamahi te dschanel, so lenca kerdo ulo“, phenel o Emmerich Gärtner-Horvath, schero le projektistar „Mri Historija – Meine Geschichte“, te le pal leskeri motivacija phutsches. „Me mindig manuschen phutschavahi, save maschkar i nacijonalsocijalistischi cajt dschivnahi, so ande oja cajt tschatschikan lenca kerdo ulo. Adaleha o na vakeripe phaglo sina, taj o phukajipe kesdintscha“, phukal o Gärtner-Horvath ande „Radijo Kaktus“. Le Gärtner-Horvathiskeri familija 1943 legedi uli. Leskere phrala taj leskeri phen imar uso ladipe Auschwitzate murdarde ule. Ov schoha na tromtscha le Josef (desch berscha terno), Karl (ofto berscha terno), taj la Berta (schov berscha terni) te prindscharel.

O farajn Roma-Service presentirintscha ando 26.11.2009 ando ORF-thaneskero schtudijo andi Tikni Martona o cajtceugeniskero projekto „Mri Historija – Meine Geschichte“. O aktujeli ardipe le Radijo Katusistar le projektiske „Mri Historija“ vidmim hi.

Phare thardi dukadi Natálka khereste

Dezember 6th, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Natálka Sivakova mit ihrer MutterUso jek jakakero aun tschalajipe le nejonacisendar, kaj jek Romani tschaj andar i Tschechija dukadi uli, akan pal ofto masek andar i schpita ari mukli uli. Ando 18. april nejonacis trin „Molotow-Cocktails“ ando kher la Natálkasakere niposke ando Vitkov tschidija, dschidokle i familija sutscha. I duj berschengeri Natálka Siváková iste dujvar ando kurko andi schpita o phandliptscha parul, phentscha idsch i schpita ando ost tschechitiko Ostrava. I Natálka uschtidija uso auntschalajipe ando april tharipe 80 procentscha le teschtostar. „Nisaj avre tschave ande ada phuranipe asaj phare dukajiptscha ande ada vilago prik dschivtscha“, phentscha lakero badari o Michal Kadlcik.

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Radio Kaktus: „Selbst auf der Suche“

Dezember 5th, 2009  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
4.12.2009, 20:00 & 5.12., 20:30 & 7.12., 11:30 Uhr

Charly„Nach den Interviews haben wir oft eine Stunde geschwiegen. Erst danach konnten wir langsam darüber sprechen, was wir gehört hatten“, sagte Emmerich Gärtner-Horvath sichtlich berührt bei der Präsentation der Roma-Zeitzeugen-Edition „Mri Historija − Meine Geschichte“. Erschreckend, berührend und manchmal auch überraschend ist das Ergebnis, das auch Projektleiter Emmerich Gärtner-Horvath nicht kalt lässt. „Nach den Interviews haben wir oft eine Stunde geschwiegen. Erst danach konnten wir langsam darüber sprechen, was wir gehört hatten. Die Interviews haben uns manchmal schlaflose Nächte bereitet“, so Gärtner-Horvath im Interview mit Gilda Horvath.

„Ich war immer auf der Suche nach meinen eigenen Geschwistern. Ich wollte wissen, was ihnen widerfahren ist“, sagt Emmerich Gärtner-Horvath, wenn man ihn nach seiner Motivation fragt. Gärtner-Horvaths Familie wurde 1943 deportiert. Seine Geschwister verstarben bereits beim Transport nach Auschwitz. Er lernte Josef (zehn Jahre alt ), Karl, (acht Jahre alt), und Berta (sechs Jahre alt) niemals kennen. „Ich fragte immer wieder Menschen, die während der nationalsozialistischen Zeit ebenfalls Betroffene waren, was damals eigentlich wirklich passiert ist. Damit war das Schweigen gebrochen, und das Reden begann“, erklärt er in „Radio Kaktus“.

Der Verein Roma-Service präsentierte am 26. November 2009 im ORF-Landesstudio in Eisenstadt seine Zeitzeugen-Edition „Mri Historija − Meine Geschichte“. Die aktuelle Ausgabe von Radio Kaktus ist dem Projekt gewidmet. Nähere Informationen und Bestellungen gibt es beim Verein Roma-Service (Kontakt: office@roma-service.at)

(volksguppen.orf.at / volksgruppen.orf.at)

„Tat des Jahres 2009“

Dezember 3rd, 2009  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Logo Gypsy SpiritNeuer „Gypsy-Spirit“-Preis in Tschechien vergeben

Am 1. Dezember wurde im Prager Kulturzentrum „Pražská křižovatka“ zum ersten Mal der „Gypsy Spirit“-Preis verliehen. Die neue Auszeichnung, die als Beitrag zur Integration der Roma gedacht ist, geht auf die Initiative des Ministers für Menschenrechte und Minderheiten, Michael Kocáb, zurück, der eine Projektidee aus der Slowakei (Gypsy Spirit Project) für Tschechien übernommen hat. „Das Ziel ist, eine Tradition der Anerkennung für Arbeit zum Nutzen der Roma-Community zu schaffen“, erklärte der tschechische Minister. Die Jury − der u.a. Václav Havel angehörte − verlieh den Preis in fünf Kategorien. In der Kategorie „Tat des Jahres zur Rettung eines Menschenlebens“ ging die Auszeichnung an das Ärzteteam der Intensivstation der Kinderabteilung im Universitätsklinikum in Ostrava, das sich nach dem Brandanschlag auf ein Roma-Haus monatelang für die Rettung des schwerverletzten Kindes eingesetzt hat.

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Nach Anschlag: Roma-Mädchen zu Hause

Dezember 3rd, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Natálka Siváková mit ihren GeschwisternEin bei einem Brandanschlag von Neonazis lebensgefährlich verletztes Roma-Mädchen in Tschechien ist nach gut acht Monaten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Am 19. April 2009 hatten Neonazis drei Molotow-Cocktails in das Haus von Natálkas Eltern in Vítkov geworfen, während die Familie schlief (siehe dROMa-Blog). Die zweijährige Natálka Siváková müsse sich allerdings zweimal wöchentlich im Krankenhaus ihre Verbände wechseln lassen, teilte das behandelnde Krankenhaus im osttschechischen Ostrava gestern mit. Natálka erlitt beim Anschlag im April Verbrennungen an 80 Prozent ihres Körpers. „Kein anderes Kind ihres Alters mit solch schweren Verletzungen hat in diesem Land jemals überlebt“, sagte der behandelnde Arzt Michal Kadlcik. Im August wurden vier Rechtsextreme festgenommen und wegen versuchten Mordes an Familie Siváková angeklagt (dROMa-Blog).

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Gadsche taj Roma ando Ungriko

Dezember 2nd, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

UngarnO khetan dschivipe maschkar o Roma taj gadsche ando Ungriko bibastaleder ol. Ada phenel jek phutschajipe le institutistar Szonda Ipsos, savo paraschtun ando internetiskero nevipe FN.hu. ari alo. O phutschajipengere na jek politischi sor ando Ungriko diken, save o problemo schaj putren. Dschidokle 51 procenti le nipostar bajder uschte cinkoliniptscha fejst likeren, diken tschak schov procenti o schajipe, hot o khetan dschivipe maschkar o tschuliptscha taj o ungrike dschene feder ol. Palo partajengero use kerinipe le phutschajiptschendar phenen 76 procenti o pajtaschtscha la rechtsekstremi Jobbik-partajatar, hot o cinkloinipe bajder dschal. Usi rechtskonservativi oposicijonakeri partaj Fidesz-MPSZ 52 procenti hi, uso regirendi socijalistscha MSZP 43 procenti. Bojd epasch le phutschajiptschendar (49 procenti) na dschanen, saj partaj o cinkolinipe lek feder ada te putrel dschanel.

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Umfrage: Roma und Nicht-Roma im Konflikt

Dezember 1st, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Aufmarsch der GardeDas Verhältnis zwischen Roma und Nicht-Roma in Ungarn verschlechtert sich. Das konstatiert eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Szonda Ipsos auf der Internetseite FN.hu. Die Befragten sehen keine politische Kraft in Ungarn, die das Problem lösen könnte. Während 51 Prozent der Bevölkerung weiter erhöhte Spannungen registrieren, sehen nur sechs Prozent die Möglichkeit einer Verbesserung des Verhältnisses zwischen Minderheit und Mehrheitsgesellschaft. Nach Parteizugehörigkeit der Befragten meinen 76 Prozent der Anhänger der rechtsextremen Jobbik-Partei, dass sich der Konflikt weiter vertieft. Bei der rechtskonservativen Oppositionspartei Fidesz-MPSZ sind es 52 Prozent, bei den regierenden Sozialisten MSZP 43 Prozent. Nahezu die Hälfte der Befragten (49 Prozent) weiß nicht, welche der Parteien den Konflikt am ehesten managen könnte.

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