Film & Theater

4. Roma-Filmfestival Ake Dikhea?

November 8th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

LINDY. THE RETURN OF LITTLE LIGHT von Ida Persson Lännerberg (© Chinema Film Sweden AB)Das Berliner Roma-Filmfestival geht – online – in die vier­te Runde: Das Fes­ti­val zeigt 17 Filme, darun­ter Kurz­filme, Doku­men­tar- und Spiel­filme.

Vom 19. bis zum 23. November 2020 laufen in der vier­ten Festi­val-Edi­tion 17 Filme, darun­ter Kurzfilme, Doku­men­tar- und Spielfilme. AKE DIKHEA? findet dabei das ers­te Mal online statt. Wie wich­tig die An­passung an die aktuel­len Bedin­gungen ist, be­tont auch der Schirm­herr des Festivals, Dr. Klaus Lederer, Bürger­meis­ter von Berlin und Se­nator für Kultur und Europa:

Gerade in Krisen­zeiten braucht unsere Gesell­schaft Zusammenhalt, das Aufeinanderzugehen, Sich-ge­gen­seitig-Zu­hören. Und es ist es­sen­tiell, dass gerade Er­fah­run­gen von Roma, LGBTIQ-Men­schen und an­deren oft an­gefein­de­ten Men­schen sicht­bar wer­den. Das AKE DIKHEA?-Film­fes­tival bietet dazu seit vier Jah­ren eine groß­artige Platt­form.

Dr. Klaus Lederer über AKE DIKHEA?

Intersektionalität, Feminismus und Rechte von LGBTIQ+

Der thematische Fokus der diesjährigen Festivalausgabe liegt auf Inter­sek­tiona­lität. Men­schen werden oft nicht nur wegen einer, sondern meh­rerer Identitäts­merk­male be­nachteiligt und damit auch mehr­fach diskri­miniert. Dem­ent­spre­chend ist es ein Anliegen von AKE DIKHEA?, Solida­rität zu zeigen und zu üben – quer durch margi­nali­sierte Gruppen.

Eröffnet wird das Festival mit dem Kurzfilm TRAVELLER PRIDE von Lisa Smith und der inter­natio­na­len Premiere des Dokumentar­films LINDY. THE RETURN OF LITTLE LIGHT (Do, 19.11., 18.00 Uhr). Regisseu­rin Ida Persson Lännerberg be­gleitet darin den Sänger und Schauspieler Lindy Larsson bei der Suche nach seiner eigenen Identität als einem in Südschweden auf­gewach­se­nen Roma-Traveller. Dabei wird auch auf seine Arbeit als queerer Per­formance­künstler ein­gegan­gen sowie die damit ver­bun­dene Aus­einander­setzung mit dem Zu­sam­men­hang von Authen­ti­zität, Wahrheit und Zeugen­schaft. Read the rest of this entry »

„Die Roma-Gang“ („Shakira“)

Oktober 21st, 2020  |  Published in Film & Theater

ShakiraKurzfilm, Frankreich 2019, 25 Min.
Buch & Regie: Noémie Merlant
Mit Gimi-Nicolae Covaci, Catalina Danca
→Zum Streaming auf ARTE

„Shakira ist eine junge Roma-Frau. Sie will un­be­dingt einer Gang bei­tre­ten und Geld ver­dienen, da­mit ihre Fa­mi­lie sich die Miete leis­ten kann und nicht wieder zu­rück auf die Stra­ße muss.“
(Pro­gramm­info ARTE)

Ein empfehlenswerter, schöner, respektvoller kleiner Film aus Frankreich. Schade nur, dass auch diese Ge­schich­te sich dem Thema Roma und Migration im Kon­text von Kri­mi­na­li­tät nähert – und das sogar unter einem gänz­lich an­deren deut­schen Titel, der den Fokus von der Pro­ta­go­nis­tin Shakira (Catalina Danca) weg­be­wegt, um statt­dessen lie­ber das stereo­type Bild der „Zigeuner­kriminalität“ aufzurufen.

→Interview mit Noémie Merlant, Regisseurin von „Shakira“ (5 min)

(dROMa)

Latcho Dives: 1. Romafestival in Leipzig

September 4th, 2020  |  Published in Film & Theater, Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Latcho Dives in LeipzigVom 6. bis zum 13. September steht die Kul­tur der Ro­ma und Sin­ti im Mit­tel­punkt eines Fes­ti­vals in Leip­zig

„Latcho Dives“ ist Romanes, die Sprache der Roma, und be­deutet „ein schö­ner Tag“. Gleich acht „Latcho Dives“ bie­tet das 1. Kultur­festival der Roma und Sinti, das vom Roma­no Sum­nal e. V. – der ein­zigen in Sachsen exis­tie­ren­den Selbst­orga­ni­sation der Sinti und Roma – und dem Kultur- und Be­geg­nungs­zentrum Ario­witsch-Haus e. V. – Zentrum jüdi­scher Kultur – ins Leben ge­rufen wur­de. Die Kultur der Roma und Sinti mit ihrer Poesie, der authen­ti­schen Musik- und Tanz­kunst und den bilden­den Künsten spie­gelt wahren euro­päi­schen Geist wider, weil diese Kultur – trotz be­stän­diger Aus­gren­zun­gen – keine Grenzen kennt. Doch in Leipzig sind Roma und Sinti im Alltag und in der Kultur meist un­sichtbar. „Wir Roma- und Sin­ti-Bür­ger der euro­päi­schen Länder tragen zur Kultur der Länder bei und sehen uns als eine Bereiche­rung. Leider wir das selten in den Vorder­grund ge­stellt, son­dern von man­chen Men­schen sogar an­ge­zweifelt. Mit unse­rem Festival wollen wir in Leipzig selbst nach vorne treten und uns zeigen.“ so Gjulner Sejdi, der 1. Vor­sitzen­de des Roma­no Sumnal e. V. Un­gefähr 150 Roma und Sinti sind in Leipzig in diesem Verein en­gagiert.

„Selbst in einer so kulturprallen Stadt wie der un­seren sucht man Kunst, Kultur und Lebens­wirklich­keit von Sinti und Roma noch immer viel zu oft ver­gebens in den Ver­anstal­tungs­ka­len­dern“, sagt Ober­bürger­meis­ter Burkhard Jung in seinem Gruß­wort zum Festival. Mit dem Kultur­festival soll nun die Vielfalt und Kultur der Lebens­welt der Roma und Sinti in Leipzig an sechs ver­schiedenen Ver­anstal­tungs­orten er­lebbar werden. „Das Festival ist ein guter Schritt, um ein brei­teres Be­wusst­sein für die An­liegen der Sinti und Roma zu schaf­fen“, so Katja Meier, sächsi­sche Staats­minis­terin der Justiz und für Demo­kratie, Europa und Gleich­stellung. Und es ist ein Statement ge­gen Vor­urteile, Rassis­mus, Hass und Rechts­populis­mus in unserer Gesell­schaft.

Das Programm beginnt am Sonntag, den 6. Septem­ber mit der Eröffnung des Kul­tur­festi­vals und der Vernissage der Aus­stellung „Forgotten Lines“ von Emanuel Barica. Der Berliner Roma-Künst­ler ent­wickelte die Metho­de der „Zeichnung der In­tui­tion“, wobei er per­formativ zu Musik­klängen zeich­net. Read the rest of this entry »

„Wir sind da, wir gehören dazu“

April 27th, 2020  |  Published in Film & Theater, Interview, Rassismus & Menschenrechte

Filmstill Hessen: Film zur Alltagsdiskriminierung

Der Landesverband der deutschen Sinti und Roma in Hessen hat einen Film zur All­tags­dis­kri­mi­nie­rung er­stel­len las­sen. Für den Film wur­den An­ge­hö­ri­ge der Minderheit im Alter zwi­schen 12 und 50 Jah­ren in Hessen zu ihren Er­fah­run­gen mit Ausgrenzung und Antiziganismus in­ter­viewt. Der Lan­des­ver­band wird den Film für seine Bil­dungs- und Auf­klä­rungs­arbeit u. a. an Schulen in der Zu­kunft nut­zen. Hier kann der Film be­trach­tet wer­den: →zum Video (17:43 min)

(Text und Video: sinti-roma-hessen.de)

Zum Roma-Tag: „Roma-Armee“ im Stream

April 8th, 2020  |  Published in Film & Theater, Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

8. April 2020: 16–18 Uhr WE AIR HERE! im Live-Stream
18 Uhr ROMA-ARMEE im Gorki-Stream (24h online, engl. UT)

Heute ist Internationaler Roma-Tag. Seit vielen Jahren wird der 8. April als Aktions- und Fest­tag der Roma be­gangen. Die aktuel­le Corona­krise hat zahl­reichen Ver­anstal­tun­gen und Para­den, Auf- und Vor­führun­gen einen dicken Strich durch die Rech­nung ge­macht. Die 2. Roma-Bien­nale und das Berli­ner Gorki-Theater öf­fnen nun aber ihre On­line-Bühne via Stream für das Spe­zial­pro­gramm „We air here!“ und das Ro­ma-Stück „Roma-Armee“.

Entstanden ist das Stück nach einer Idee der Wiener Schauspielerin­nen und Universal­künstlerin­nen Sandra und Simonida Selimović. Das Ma­gazin Theater­kom­pass.de schreibt dazu: „Im gemein­sa­men Recher­che­pro­zess haben Gorki-Haus­regisseu­rin Yael Ronen und das Ensemble aus per­sön­li­chen Erfah­rungen, histori­schen Kon­tami­natio­nen und aktuel­len Vor­fällen dieses Theaterstück ent­wickelt.“ „Roma-Ar­mee“ bil­det den Ab­schluss der nach den Ver­anstaltungs­absagen aus dem Hut ge­zauber­ten On­line-Programm­reihe „We air here!“. Read the rest of this entry »

Fact & Figuren (265)

Januar 23rd, 2020  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Der alte antiziganistische Topos der „kin­der­steh­len­den Zi­geu­ner“ war auch ein be­lieb­tes Mo­tiv des frü­hen US-Ki­nos (1905 bis 1910).

(Quelle/PDF)

AKE DIKHEA? Roma-Filmfestival in Berlin

Dezember 10th, 2019  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

Eröffnungsgast Zoni Weisz beim Festival (Foto: Ake Dikhea?)Die dritte Ausgabe des Roma-Filmfestivals AKE DIKHEA? star­tete am 5. De­zem­ber 2019 mit Stim­men von Über­lebenden des immer noch wenig be­kannten Völker­mords an euro­päi­schen Roma und Sinti. Mit dem Bewusst­sein für die grau­same Ver­gan­gen­heit sind auch Blicke in die Zukunft mög­lich: Mit jungen und progres­si­ven Per­spekti­ven, die eben­falls einen wich­tigen Raum beim dies­jähri­gen AKE DIKHEA? ein­nahmen. Vom 5. bis zum 9. Dezem­ber 2019 liefen im Rahmen der drit­ten Festi­val-Edition ins­gesamt 15 Filme, darun­ter Kurzfilme, Doku­men­tar- und Spielfilme. AKE DIKHEA? – Ber­line­risch et­wa NA KIEKSTE? – fand unter der Schirm­herr­schaft von Dr. Klaus Lederer, des Sena­tors für Kultur und Europa, im Kino Moviemento statt.

Das Roma-Filmfestival gehört inzwischen zu den Ereig­nissen, die die Stadt Berlin in ihrer Vielfalt und kul­tu­rel­len Offen­heit aus­machen und die un­sere Gesell­schaft heute drin­gen­der be­nötigt denn je. Es ver­ortet Roma und Sinti selbst­vervständ­lich in der gesell­schaft­li­chen Mitte, er­möglicht den Aus­tausch und hilft, tra­dierte Bilder kritisch zu reflek­tieren. Es ist ein Plädoyer für eine freie Gesell­schaft für alle Men­schen und macht dabei natür­lich auch viel Spaß.

(Dr. Klaus Lederer über AKE DIKHEA)

Neben Dr. Klaus Lederer wird auch der niederländische Holocaust-Über­le­ben­de und Blumen­könig Zoni Weisz am Er­öff­nungsvabend an­wesend sein. Weisz hat wäh­rend des National­sozia­lis­mus seine Eltern und Ge­schwis­ter verloren. Nach dem Krieg wurde er einer der führen­den Floristen in Europa und ar­beitete unter ande­rem für die nieder­ländi­sche Königs­familie. 2011 hielt er als ers­ter Vert­reter der Sinti und Roma an­läss­lich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Natio­nal­sozia­lis­mus eine Rede vor dem Deut­schen Bundestag. In MEMORY BOXES er­zählt der Florist über den Um­gang mit seiner Trauma­ti­sie­rung durch den NS-Völker­mord. Der animierte Kurzfilm ent­stand unter der Regie von Hamze Bytyçi, dem Künst­le­ri­schen Leiter des Festivals, und feier­te bei AKE DIKHEA? seine Welt­premiere. Read the rest of this entry »

„Weil wir Romnja sind?!“

September 13th, 2019  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Drei Frauen in Frankfurt - ein Dokumentarporträt aus DeutschlandFilmpremiere im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt

Am Montag, 16. September, findet um 18 Uhr im Kino des Deutschen Film­museums, Schau­main­kai 41, die Pre­miere des Do­ku­men­tar­films „Weil wir Romnja sind?!“ mit an­schlie­ßen­dem Film­ge­spräch statt. Der Ein­tritt ist frei.

Die Protagonistinnen des Films, Dragiza, Anita und Alina, sind drei junge Roma­frauen mit rumäni­schem Hinter­grund aus Frankfurt. Dragiza ist in Fran­kfurt auf­ge­wach­sen und hat Hessen, weil sie keinen Aus­weis hat, seit­dem fast nie ver­lassen. Das soll sich jetzt aber än­dern. Ihre Freun­din Anita ist in Deutschland ge­boren, seit­dem aber immer wieder um­ge­zogen. Durch einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt ohne Ver­siche­rung ist sie in eine Privat­insol­venz ge­raten. Alina ist mit 18 nach Frank­furt ge­kom­men und hat anfangs Ob­dach­losen­zeitungen auf der Straße ver­kauft. In­zwischen über­setzt sie für hilfe­su­chen­de Roma.

Die drei unterschiedlichen Freundinnen kämpfen gegen Dis­krimi­nie­rung und für ein bes­seres Leben. Ihr Optimis­mus kennt dabei, trotz büro­kra­tischer und priva­ter Hürden, fast keine Grenzen. Der Film be­gleitet sie über zwei Jahre bei ihren all­täg­li­chen Kämpfen und Be­geg­nungen mit ande­ren Roma.

Nach einer Begrüßung von Linda Kagerbauer vom Frauenreferat Frankfurt ist im An­schluss an die Vor­stel­lung ein Film­gespräch vor­ge­sehen.

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Arte: Mord im Böhmerwald

August 28th, 2019  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Miniserie auf Arte (Foto: Arte/Filmstill)Der junge Blogger und Dokumentar­filmer Lukas kommt aus Prag ins böh­mi­sche Buchnov, um dort einen Film über einen Lynch­mord zu rea­li­sie­ren. Ein jun­ger Rom, Denis, wurde qua­si vor den Augen aller er­mordet. Nie­mand im Ort will mit dem Frem­den re­den. Denn es geht auch um den Rassismus gegen­über Roma Die acht­teilige Mini­serie (2018) aus Tschechien (Original­titel: „Lynč“) bietet „einen tiefen Ein­blick in so­ziale Ver­hält­nisse, die an der Spal­tung der tsche­chi­schen Gesell­schaft An­teil ha­ben“, so Arte. Zu sehen nur noch kurz in der Arte-Mediathek!

Siehe auch:
Serie „Mord im Böhmerwald“ auf Arte: Mit Rassisten leben in Tschechien (taz)

Es begann zu regnen (2017)

Juni 11th, 2019  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

„A început ploaia“ (dt.: Es begann zu regnen)
Dokumentarfilm von Michele Lancione (michelelancione.eu)
Rumänien / UK 2017, 71 Min. (Website)

Der Film kann hier kostenlos angesehen bzw. hier kos­ten­los herun­ter­ge­la­den wer­den. Unter­ti­tel in di­ver­sen Spra­chen.

„A început ploaia“ (dt.: Es begann zu regnen) behandelt das Thema Zwangs­räumungen von Roma in Bukarest. Der Doku­mentar­film schil­dert die Ge­schichte einer Räumung, zeigt aber auch den Widerstand einer Ge­mein­schaft von Roma, die nach der Zwangs­räumung zwei Jah­re lang auf der Straße ge­lebt und für ihr Recht auf Wohnen ge­kämpft haben.

Accordingly to Amnesty International, in Romania ‘the right to housing is not effect­ively re­cognized or pro­tec­ted by natio­nal legisvlation’ and Roma people are ‘dis­propor­tio­nally affec­ted’ by forced evictions. A început ploaia/It started raining is the first feature docu­mentary nar­rating the full history of, and reasons be­hind, this conti­nuous harass­ment and dis­place­ment. The film follows the story of the Vulturilor 50 com­munity of Bucharest (100 indi­vi­duals), who dwelt on the street from Sep­tem­ber 2014 to June 2016 in order to fight against the eviction from their home, en­acting the lon­gest and most vi­sible pro­test for housing right in the his­tory of con­tem­porary Romania. Read the rest of this entry »

Crossing Europe (Linz): Seule à mon mariage

April 25th, 2019  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte

Alone at My WeddingÖsterreichpremiere: Seule à mon mariage
(Alone at My Wedding
)

Spielfilm von Marta Bergman
BEL/FRA/RUM 2018, 121 Min.
Französisch/Romanes/Rumänisch/Flä­misch

Screenings bei Crossing Europe:
25.4.2019, 15:15: Movie 1 (Filmgast an­we­send)
27.4.2019, 10:30: Ursulinensaal

Pamela (Alina Serban) ist eine Romni Anfang 20, die mit ihrer Groß­mutter und ihrer zwei­jäh­ri­gen Tochter in einem Dorf am Stadt­rand von Bukarest lebt. Da ihre Eltern tot sind und es keine ech­ten beruf­li­chen Per­spekti­ven gibt, sieht sie im Ver­las­sen ih­rer Familie die Chan­ce für ein bes­se­res Leben und geht als „Kata­log-Braut“ mit einem Belgier eine Ehe ein. Der Film macht deut­lich, dass Ehen manch­mal mehr aus der Not als aus Liebe ge­schlos­sen wer­den. Der bit­ter­süße Ton, die leb­hafte Per­for­mance der Haupt­dar­stel­lerin und die außer­ge­wöhn­li­che Ge­schichte spre­chen für die­sen sehens­wer­ten Film.  (Sophie Rieger, YAAAS 2019)

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HEUTE: „dokFilm – Der Zigeunerbaron“

April 7th, 2019  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Am 7. April 2019 um 23.05 Uhr in ORF 2

Programmankündigung ORF: Anlässlich des Internationalen Tags der Roma (8. April) zeigt der ORF im „dokFilm“ am Sonntag, dem 7. April 2019, um 23.05 Uhr in ORF 2 die Dokumentation „Der Zigeunerbaron“ von Michaela Ronzoni, Oliver Indra und Anthony Jacobson. Die 2014 entstandene Produktion schildert das Leben sesshafter Roma in Soroca, einer Stadt in Moldawien, in der Nähe der ukrainischen Grenze. Im Mittelpunkt stehen Artur Cherrari, der demokratisch gewählte „Baron“ aller Roma von Moldawien und somit Oberhaupt der Roma in Soroca, sowie dessen Enkel und zukünftiger „Baron“ Vale. An ihrer Seite beleuchtet das Filmteam die Welt der Roma anhand ihrer Traditionen, Bräuche und in Alltagssituationen.

In Soroca stehen kleine Paläste mit goldenen Kuppeln und kuriosen Fassaden mit voll marmorierten Sälen und Luxusautos in der Einfahrt. Doch es ist nicht alles so, wie es scheint. Der ganze Ort gleicht einem gigantomanischen, surrealen und farbenfrohen Potemkin’schen Dorf. Der Film befasst sich mit der Bedeutung der Roma in Europa, ihrer sowjetischen Vergangenheit, ihrer Arbeit, dem sozialen Gefüge, der Stellung von Mann und Frau innerhalb der Romagesellschaft und dem Bewältigen von alltäglichen Situationen. Read the rest of this entry »

„Phral mende – Wir über uns“

März 8th, 2019  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV

Phral mendeRadio Corax | Sendung vom 13.3.2018
14:01 min | 32 MB | →Anhören (mp3)

Feministische Romnja-Perspek­ti­ven stär­ken, das hat sich das Rromnja-Ar­chiv RomaniPhen aus Berlin zur Auf­gabe ge­macht. Der­zeit ver­anstaltet es den Romnja Power Month. Einen Mo­nat lang wid­met sich das feminis­ti­sche Rrom­nja-Ar­chiv Sicht­weisen von Sinti und Roma. Eini­ge dieser eige­nen Sicht­weisen sind in dem Film „Phral mende – Wir über uns“ zu­sam­men­ge­fasst. Die Regis­seu­rin Tayo Awo­su­si-Onu­tor legt mit ihrem Film ein viel­stim­miges Selbst­porträt vor – dazu führ­te sie bio­gra­fi­sche Interviews mit Per­sön­lich­kei­ten wie Anita Awosusi, Fatima Hartmann oder Ilona Lagrene. Aus ih­ren Perspek­ti­ven und indi­vi­duel­len Er­fah­run­gen ent­steht in „Phral mende – Wir über uns“ ein leben­di­ges Bild von Sinti und Roma in Deutschland, das sich stereo­typen Sicht­weisen wide­rsetzt. Radio Corax hat sich mit der Re­gis­seu­rin Tayo Awo­su­si-Onu­tor über ihren Film und über femi­nis­ti­sche Romnja-Per­spek­ti­ven un­ter­halten.

(Text: www.freie-radios.net)

Tayo Awosusi-Onutor ist Sängerin, Autorin, Regisseurin, poli­ti­sche Aktivis­tin und Mut­ter. Sie lebt in Berlin. Sie de­fi­niert sich als Afro-Sintezza. Sie singt auf Deutsch, Eng­lisch und Romanes und ar­bei­tet auch als Synchron­spre­che­rin und -sän­ge­rin. Sie stu­diert deutsche Sprache und Litera­tur sowie Multi­media. Sie ist Vor­stands­mit­glied des feminis­ti­schen Roma-Ar­chivs Ro­ma­niPhen e.V., wo sie für die PR ver­ant­wort­lich ist, und Mit­glied der Ro­ma-Frauen­initia­tive IniRrom­nja.

(Text: roma-filmfestival.com)

Radio: „Möglichst freiwillig“

Februar 22nd, 2019  |  Published in Film & Theater, Interview, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Dreyeckland Radio Dreyeckland, 14.2.2019 (7:14 min)
→Anhören (mp3)

"Möglichst freiwillig" - Dokumentarfilm aus Deutschland (Filmplakat)Die Filmemacherin Allegra Schnei­der im Ge­spräch

Zijush war ein 13-jähriger Schüler in Bremerhaven, als seine Eltern sich ge­zwun­gen sahen, mit ihm und seiner Schwes­ter nach Maze­do­nien zu­rück­zu­gehen. Von Politik und Behör­den wird so etwas als „freiwillige Rückkehr“ beworben und als human be­zeich­net. Doch frei­willig war die Rück­kehr nicht, und für Zijush be­deu­tete sie unter ande­rem, dass er als Rom von einer Gruppe albani­scher Män­ner gewalt­sam an­gegrif­fen wurde. Seine Mutter hat seit­her täg­lich Angst, bis er heil aus der Schule zu­rück ist. Doch seine Bremer­have­ner Klasse will sich mit dem Ver­schwin­den ihres Freundes nicht ein­fach ab­finden. Zuerst lassen sie ihn per Smart­phone weiter am Unter­richt teil­haben, dann geben sie seiner Klassen­lehrerin eine Men­ge Fragen mit, die sie bei zwei Be­su­chen in Mazedonien zu be­ant­wor­ten ver­sucht. Beim zwei­ten Besuch ist auch Zijushs Schul­freund Rebal dabei …

Die Fotojournalistin Allegra Schneider und ihr Team waren mit dabei in Skopje und in der Bremer­have­ner Klasse. Ent­stan­den ist dabei ein Dokumentar­film, der keine Klischees zeigt, son­dern die Be­trof­fenen selbst aus­führ­lich zu Wort kom­men lässt und die Dis­kriminie­rung der Roma und Romnja in Mazedonien wie auch die Proble­ma­tik der „frei­wil­li­gen“ Ausreise viel­schich­tig be­leuch­tet. Read the rest of this entry »

„Geschwister“ (2016)

Februar 1st, 2019  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Fernsehfilm von Markus Mörth, D/A 2016, 105 Min.
ZDF/Das kleine Fernsehspiel, ARTE, ORF

Der künstlerisch hochbegabte 16-jährige Mikhail (Abdulkadir Tuncer) und sei­ne zwei Jah­re älte­re Schwes­ter Bebe (Ada Condeescu) le­ben in einem Waisen­haus auf dem Land in Moldawien. Die bei­den haben eine sehr enge Be­zie­hung. Sie hel­fen und schützen sich gegen­seitig, doch als Roma sind sie in ihrer Heimat auf Dauer nicht sicher. Auf ihrer gefähr­li­chen und illega­len Flucht über Rumänien und Serbien wer­den die beiden zu Ge­jagten, sie ge­ra­ten in die Hände mafiö­ser Schlepper­banden, Men­schen­händler und Bordell­betrei­ber. Die Sicher­heit, die ih­nen Deutschland als Ziel­land ihrer Flucht an­fangs zu bieten scheint, wird schnell brü­chig – zu viel ist auf der Reise pas­siert, zu lang ist der Arm derer, denen sie ent­kommen sind und die sich nun an den Flücht­lin­gen rächen wol­len. Neben dem Versuch, Arbeit zu finden, neue Be­ziehun­gen zu knüpfen, die Sprache und mehr über die Kultur zu ler­nen, kämpfen die beiden mit trauma­ti­schen Er­fah­run­gen, krimi­nel­len Ver­strickun­gen und der Schwierig­keit, Ver­trauen in die Chance auf eine bes­sere Zu­kunft zu fassen.

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„Float Like a Butterfly“ (Trailer)

Januar 9th, 2019  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Sport

Float Like a Butterfly, IRL 2018
Ein Spielfilm von Carmel Winters

Der zweite Spielfilm der Regisseuerin Carmel Winters, ge­dreht in Cork, er­zählt die Com­ing-of-age-Ge­schich­te eines 15-jäh­ri­gen Mäd­chens in den 70er-Jah­ren im länd­li­chen Irland. Frances (Hazel Doupe) ver­ehrt das Boxidol Muham­med Ali, und sie will in den Box­ring stei­gen und kämp­fen, stößt dabei aber ge­gen fast un­über­wind­li­che Wider­stände. Ein Plot, der sich ein we­nig so liest wie eine iri­sche Varia­tion des briti­schen Klas­si­kers „Billy Eliott“, nur mit ver­tausch­ten Ge­schlech­ter­rol­len.

„Float Like a Butterfly“ spielt im Milieu der Minder­heit der Irish Travellers, die als fah­ren­de „Gypsies“ ähn­li­che Aus­gren­zung und An­fein­dun­gen er­fah­ren wie die (eth­nisch eigent­lich gar nicht ver­wandten) Roma. “In Ire­land, to have a young female Irish Traveller at the centre of a film, where she is a cham­pion – not a victim – of her des­tiny, is un­think­able for most people”, er­zählt die Filme­mache­rin Carmel Winters. Im Herbst wur­de „Float Like a Butter­fly“ in Toronto mit dem „FIPRESCI Prize for the Dis­covery Pro­gramme“ aus­ge­zeich­net.

(dROMa)

Von Hamburg in die Roma-Slums

Dezember 27th, 2018  |  Published in Film & Theater, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Ein Film von: Lisa Hagen, Alena Jabbering und Jonas Schreiijäg
Kamera: Lisa Hagen, Gunnar Krupp, Jan Littelmann
Schnitt: Jule Zeymer

Stell dir mal vor, du bist in Deutschland ge­bo­ren, in Deutsch­land auf­ge­wachsen und wirst mit 18 Jah­ren plötz­lich in ein Land ab­gescho­ben, in dem du noch nie­mals warst. Das ist Fahreta pas­siert, einem Roma-Mäd­chen aus Hamburg. Was macht sie in einem Land, in dem sie die Sprache nicht spricht und noch nicht ein­mal re­gist­riert ist? In Ham­burg ging sie zur Fri­seur-Schule, jetzt droht ihr ein Leben in den Slums von Montenegro. „STRG_F“-Re­por­ter Alena und Jonas haben Fahreta und ihre Familie ge­trof­fen und zeigen, was sonst kaum je­mand sieht: Die Ge­schich­te nach einer Abschiebung.

Mehr hier: www.alle-bleiben.info

(Text und Film: STRG_F)

„Möglichst freiwillig“ (Trailer)

Dezember 20th, 2018  |  Published in Film & Theater, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Nach dem Willen der Bundesregierung sollten Ausreise­pflich­ti­ge Deutsch­land ver­las­sen. Und zwar am besten: »Mög­lichst frei­willig«. Ein Film über Freund­schaft, Schule, Hoffnung, Ab­schie­bung, Migra­tion, Roma, Rassis­mus, Deutschland, Mazedonien.

45 Min. / Dokumentarfilm / D 2018
OF Deutsch (Englisch u. Romanes mit deut­schen Un­ter­titeln)

Vor dem Hintergrundthema der Ausgrenzung von Roma erzählt die Foto­journalistin Allegra Schneider mit einem wech­seln­dem Team von einer Familie, die die Bundes­republik frei­willig ver­lassen muss­te. Im Zentrum des Films steht die gene­ra­tionen­über­schat­tende Erfah­rung des Gehen-Müs­sens und der Tren­nun­gen. Der Film zeigt eine Klasse mit ihrer Leh­rerin, die das nicht ak­zep­tieren und dem ehe­mali­gen (Mit-)Schüler nach­reisen.

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Filme nicht über, sondern von Roma

Dezember 10th, 2018  |  Published in Film & Theater, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

DreyecklandRadio Dreyeckland, 3.12.2018, 5:13 Min.
→Anhören (mp3)

AKE DIKHEA? – schaust du? So nennt sich das Roma-Film­fes­ti­val, das ab Donners­tag in Berlin statt­fand. Zum zwei­ten Mal wur­den dort an vier Festival­tagen ins­gesamt 25 Spiel- und Dokumen­tar­filme ge­zeigt. Alle, so der An­spruch des Festivals, sol­len die unter­schied­li­chen Lebens­reali­tä­ten und Identi­tä­ten von Sinti und Roma in ihrer Band­breite zei­gen. Gera­de im Film bleiben näm­lich An­gehö­rige der größ­ten euro­päi­schen Minder­heit oft als Stereotyp im Ge­dächt­nis. Als Boxer, Musi­ker/in­nen, Bettler/in­nen zum Bei­spiel. Zu­letzt wur­de darüber im Zu­sam­men­hang mit dem Kinder­film „Nellys Abenteuer“ dis­kutiert, der unter an­derem vom Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma scharf kriti­siert wurde (wir be­rich­te­ten: hier und hier). Im Zentrum der Film­auswahl für das Festival stand des­halb die Frage: Welche Geschich­ten er­zählen Sinti und Roma über sich selbst?

Radio Dreyeckland mit dem künstlerischen Leiter von AKE DIKHEA?, Hamze Bytyçi, ge­spro­chen.

(www.freie-radios.net)

Siehe auch:
„Halbe Katoffl“: Hamze Bytyçi, 1.12.2018

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Viennale: „Rom“ (1989)

November 1st, 2018  |  Published in Film & Theater

Eine Pionierarbeit des Roma-Films aus Griechenland: "Rom" (Foto: Viennale.at)Film von Menelaos Karamaghiolis
GR, 1989, 75 min, OmeU

Spezialreihe „Visual Justice“
Mo., 5.11.2918, 18:30, Metro/Histor. Saal

Ausgehend vom Fallbeispiel Griechenland findet ROM als Meis­ter­werk der figu­ra­tiven Be­trach­tung ande­re Bilder als die besten­falls grob ver­ein­fachen­den, schlimms­ten­falls dif­fa­mie­ren­den Dar­stel­lun­gen der romanes­spra­chi­gen Be­völ­ke­rung. Mene­laos Kara­maghio­lis über seinen Film: „ROM ist ein Avant­garde­film, pro­du­ziert von der staat­li­chen griechi­schen Rund­funk­anstalt, die nach jahre­langer Über­zeu­gungs­arbeit end­lich be­reit war, einen Film über die Situa­tion der Roma in Griechen­land zu finan­zie­ren. Erst­mals wurde in der grie­chi­schen Öffent­lich­keit das Wort ,Rom‘ ver­wendet, was zu Proble­men mit dem grie­chi­schen Fernsehen führ­te, das den Film bei seiner Erst­aus­strah­lung 1989 zen­sierte. Das Ko­mitee be­fand, der Film be­leidige die grie­chische Gesell­schaft und ver­letze ihre reli­giö­sen Ge­fühle.“ (Nicole Brenez)

In Anwesenheit von Menelaos Karamaghiolis.

A masterpiece of figurative reflection, ROM attempts to create images that dif­fer from other re­pre­sen­ta­tions that are defama­tory at worst and simp­lis­tic at best about Romani po­pu­la­tions, using the case of Greece as a star­ting point. Read the rest of this entry »