Juni 14th, 2017 |
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Jugend & Bildung, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
LaG-Magazin 4/2017: „Die Aktualität von Antiziganismus. Stereotype, Problemlagen und Gegenmaßnahmen“
Das Online-Bildungsportal „Lernen aus der Geschichte“ (abgekürzt LaG) widmet sich der politischen Bildung und der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sein monatlich erscheinendes Magazin richtet sich „an Praktiker/innen der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit“. Es informiert „über zeitgemäße historisch-politischen Bildung und deren theoretische Bezüge“. Eine aktuelle Schwerpunkt-Ausgabe zum Thema Antiziganismus finden Sie hier kostenlos als PDF-Download.
Im Editorial heißt es über das Themenheft:
Das neue LaG-Magazin befasst sich mit aktuellen Erscheinungsformen von Antiziganismus, also dem spezifischen Rassismus gegen Sinti und Roma. Im allgemeinen Diskurs über menschenverachtende Ideologien wird der Antiziganismus noch immer zu wenig beachtet. Dabei handelt es sich um ein weitverbreitetes und tiefsitzendes Ressentiment.
Dort, wo es uns möglich war, haben wir uns bemüht Angehörige der Minderheit selbst zu Wort kommen zu lassen. Denn das Sprechen über Sinti und Roma ohne deren Stimmen und Positionen ist bereits ein Teil der Problematik. Selbstkritisch müssen wir feststellen, dass es die Redaktion nicht in dem Maße vermocht hat Sinti und Roma anzusprechen, wie es im Grunde geboten wäre.
Wir möchten Sie mit dieser Ausgabe sowohl für den gesellschaftlich vorhandenen Antiziganismus und dessen Auswirkungen auf die Minderheit sensibilisieren, als auch zugleich ermuntern, sich in der außerschulischen Bildungsarbeit und im Unterricht dem Thema zu widmen. Die hier versammelten Beiträge und Rezensionen bieten dazu hoffentlich einige Anregungen.
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Juni 12th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte
Bei einem Schulfest im Großraum Athen sackte am Donnerstagabend ein elfjähriger Schüler plötzlich zusammen und verstarb kurz danach im Krankenhaus. Erst bei der Obduktion stellte sich heraus, dass er von einem Schuss getroffen worden war. Offenbar handelte es sich um eine verirrte Kugel – eine tragische Folge des in Griechenland bis heute nicht ganz unüblichen Brauchs, bei Feiern oder als Zeichen der Trauer mit Waffen in die Luft zu schießen. Der Schuss dürfte im Problembezirk Menidi abgefeuert worden sein, wo neben Immigranten auch zahlreiche Roma leben. In den letzten Jahren waren in Menidi und im benachbarten Agia Varvara viele Roma angesiedelt worden, die zuvor aus anderen Teilen Attikas vertrieben worden waren. Die Lage in Menidi ist nach dem Tod des Jungen deshalb schnell eskaliert. Bezeichnend für das aufgeheizte rassistische Klima, schreibt Wassilis Aswestopulos im Online-Magazin Telepolis, sei etwa „die flapsige Äußerung der früheren Regierungssprecherin der Nea Dimokratia, der Journalistin, Herausgeberin und Parlamentsabgeordneten Sofia Voultepsi, «schließlich leben neben den Roma Menschen …».“ Am Samstag kam es zu einer Protestkundgebung; die Pogromstimmung schlug rasch in tatsächliche Gewalt um. Brandsätze wurden auf Häuser von Roma geschleudert. Aswestopulos schreibt:
Die aufgebrachte und durch Medien angestachelte Menge der Anwohner und ihrer Unterstützer, mehr als tausend Menschen, sammelte sich am Samstagabend nahe der Schule. Mit der Präsenz des Abgeordneten der Nea Dimokratia, Vasilis Oikonomou, zog sie durch die Straßen. Als sie in die Nähe von Wohnhäusern von Roma kam, lösten sich vermummte Gestalten aus der Menge und warfen Molotow-Cocktails in die Wohnhäuser. Der erste Pogromabend hatte begonnen. Weitere sollen folgen. Die Anwohner möchten die Roma aus ihrer Nachbarschaft vertreiben.
Tags zuvor hatte die Polizei eine Großrazzia im Viertel durchgeführt. Wie sich herausstellte, hat eine Roma-Familie am Freitag bei einer Feier einige Freudenschüsse abgefeuert. Telepolis schreibt: Read the rest of this entry »
Juni 10th, 2017 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma will Deutschlands Außenpolitik zu mehr Verantwortung bei der Bekämpfung des Antiziganismus bewegen. Ein diesbezügliches Pilotprojekt in Serbien ist bereits angelaufen. Der Zentralrat strebt zudem die Einrichtung einer Expertenkommission zum Thema Antiziganismus im Bundestag an.
Zentralrat: Anerkennung und Bekämpfung von Antiziganismus – auf politischer Ebene in Deutschland und Europa
Für die Jahre 2017–2018 hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Zusammenarbeit mit der Open-Society-Stiftung ein Projekt ins Leben gerufen zur Anerkennung und Bekämpfung von Antiziganismus auf politischer Ebene in Deutschland und Europa, um damit die Ursachen und Auswirkungen des Rassismus zu thematisieren, welche zur Stigmatisierung und Ausgrenzung von Sinti und Roma führen. (Projekttitel: Advocating the German Foreign and Development and Cooperation Policy with regard to Roma and Antigypsyism).
Das Projekt verfolgt das Ziel, dass Deutschland auf nationaler wie gesamteuropäischer Ebene mehr Verantwortung bei der Bekämpfung des Antiziganismus übernimmt und das Engagement zur Bekämpfung von Fluchtursachen und zur Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Roma im Westbalkan stärkt.
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Juni 7th, 2017 |
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Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Studiogespräch über Betteln in Linz
FroZINE | Radio FRO 105,0 (49,52 min.)
Erstausstrahlung: 6.6.2017 | Moderation: Michael Diesenreither
Eine Sendung zum Thema Betteln in Linz: Thomas Diesenreiter von der BettelLobby OÖ und Michaela Haunold von der Caritas diskutieren mit Michael Diesenreither im Studio über die Situation der Bettler/innen in Linz, Auswirkungen des sektoralen Bettelverbots und die politische Forderung von FPÖ und ÖVP nach zivilen Kontrollmöglichkeiten durch den Ordnungsdienst der Stadt Linz.
Seit rund einem Jahr gilt in Teilen der Innenstadt ein sektorales Bettelverbot in Linz. Dennoch werden regelmäßig im Linzer Stadtgebiet Zeltlager von osteuropäischen Bettler/innen durch den städtischen Erhebungsdienst gemeinsam mit der Polizei zwangsgeräumt. Obwohl es politisch keine Mehrheit gibt, will der für Sicherheit in Linz zuständige FPÖ-Vizebürgermeister Detlef Wimmer Zivilkontrollen der Stadtwache gegen Bettler/innen durchsetzen. „Professionelle Bettlerbanden verfügen oft über einen Aufpasser. Wenn in Uniformen kontrolliert wird, warnen Kollegen die illegalen Bettler und vereiteln die Kontrollen“, so das Argument von Wimmer.
Im Studiogespräch mit Thomas Diesenreiter von der BettelLobby OÖ und Michaela Haunold von der Caritas gehen wir der Frage nach, wer diese Armutsreisenden überhaupt sind, die nach Linz zum Betteln kommen, und welche Auswirkungen das sektorale Bettelverbot hat. Wie wird der Vorstoß von Zivilkontrollen durch den Ordnungsdienst bewertet und welche Lösungsstrategien im Zusammenhang mit Betteln und der immer wieder geräumten Zeltlager könnte es geben? Außerdem gibt es in der Sendung ein Telefoninterview mit Landespolizeidirektor-Stv. Erwin Fuchs zu hören. Wie schätzt die Polizei die Situation mit den Bettler/innen in Linz derzeit ein und sieht die Polizei derzeit den Bedarf, dass der Ordnungsdienst Kontrollen in Zivil durchführen können sollte?
(Text: FROzine)
Juni 2nd, 2017 |
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Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Wie könnte ein solidarisches EU-Asylrecht aussehen? Vor welchen Herausforderungen steht die Forschung zum Thema Erstaufnahmeeinrichtungen von Flüchtlingen? In der ersten Ausgabe der „Zeitschrift für Flüchtlingsforschung“ stellen Wissenschaftler aktuelle Erkenntnisse vor.
Zeitschrift für Flüchtlingsforschung
The German Journal for Refugee Studies
Die Zeitschrift für Flüchtlingsforschung (ZFlucht) ist ein neues peer-reviewed journal, das sich explizit als trans- und interdisziplinäres Organ versteht und danach strebt, als „Informationsknoten“ der wissenschaftlichen Community die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung in der Flüchtlingsforschung sichtbar zu machen und diese langfristig voranzutreiben.
Die ZFlucht zielt darauf, herausragende wissenschaftliche Beiträge zu den Themen Flucht, Vertreibung und anderen Formen der Gewaltmigration sowie zum Flüchtlingsschutz und zur (Re-)Integration von Flüchtlingen zu veröffentlichen. Inhaltlich relevante Beiträge können sich auf globale, regionale, nationale und lokale Entwicklungen sowie auf theoretische Auseinandersetzungen beziehen. Die Zeitschrift ist an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis angesiedelt. Sie richtet sich explizit an Sozial-, Kultur-, Rechts- und GeisteswissenschaftlerInnen und zudem an BerufspraktikerInnen und EntscheidungsträgerInnen in Politik, Verwaltung, Verbänden und (internationalen) Nichtregierungsorganisationen sowie an Ehrenamtliche, Freiwillige und Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit.
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Mai 30th, 2017 |
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Dokumente & Berichte, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Berlin, 30.5.2017 – Amaro Foro stellt neuen Antiziganismus-Bericht vor: „Ausgrenzung und Diskriminierung von Roma nehmen zu“
Amaro Foto e.V. (Hg.): Dokumentation von antiziganistischen und diskriminierenden Vorfällen in Berlin 2016, Berlin, Mai 2017, 48 S.
>>Download (PDF)
Das Dokumentationsprojekt von Amaro Foro hat 2016 568 antiziganistische und diskriminierende Vorfälle in Berlin erfasst. Darunter sind 146 gemeldete Vorfälle und 63 diskriminierende Medienberichte, 350 Äußerungen in Kommentarspalten und neun Social-Media-Beispiele. Bei den gemeldeten Vorfällen ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr (118) ein Anstieg von etwa 20 Prozent.
„Roma oder Menschen, die dafür gehalten werden, erleben in Berlin eine fast umfassende und vor allem zunehmende Diskriminierung. Dies betrifft besonders den Kontakt zu Leistungsbehörden wie Jobcenter oder Familienkasse – in diesem Bereich haben wir strukturelle Diskriminierung ebenso wie individuelles Verhalten von Behördenvertreter*innen erfasst“, erklärt Projektkoordinatorin Diana Botescu. „Außerdem kommt es vor allem im Bereich Alltag und öffentlicher Raum immer wieder zu Beleidigungen bis hin zu massiven Drohungen und Angriffen.“
Für 2016 wurden außerdem zum ersten Mal die Lebensrealitäten von Roma-Asylbewerber*innen gezielt erfasst und ausgewertet. „Die Asylrechtsverschärfungen von 2014 und 2015 wirken sich auf die Situation von Roma-Asylbewerber*innen aus den Westbalkanstaaten verheerend aus. Ihre Asylanträge werden im Schnellverfahren bearbeitet, immer häufiger werden sie in separaten Unterkünften untergebracht und die Abschiebepraxis wird verschärft. Dies betrifft auch Menschen, die seit über zehn Jahren hier sind oder hier geboren sind. Besonders bei jungen Menschen mit Duldungsstatus wirkt sich diese Situation außerdem dramatisch auf ihre weitere Biografie und ihre Bildungschancen aus“, betont Mitarbeiterin Violeta Balog.
Das Medienmonitoring wurde in diesem Jahr ausgeweitet; die Berichterstattung der Berliner Zeitungen wurde nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ erfasst und ausgewertet. Außerdem wurde Antiziganismus im Internet dokumentiert. „Im Bereich der Kriminalitätsberichterstattung beobachten wir, dass ein Roma-Hintergrund der Tatverdächtigen inzwischen offenbar von allen Medien grundsätzlich genannt wird. Die inhaltliche Relevanz wird dabei basierend auf Zuschreibungen konstruiert.
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Mai 29th, 2017 |
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Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Sonderausstellung im Vorarlberg Museum:
Romane Thana. Orte der Roma und Sinti
Kornmarktplatz 1, Bregenz
25. Mai bis 8. Oktober 2017
VN: Betteln ist ein Menschenrecht – Kommentar von Walter Fink
„Menschen dürfen betteln, es ist ein Menschenrecht.“ Das hat die Katholische Kirche Bregenz vor einiger Zeit gesagt, als die Hetze regen die Roma und Sinti in Vorarlberg auf ihrem Höhepunkt – den sie bis heute nicht verlassen hat – angelangt war. Und Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums, meinte: „Wenn hundert bettelnde Menschen eine Krise auslösen können, dann zeigt das, wie dünn das Eis des Wohlstands ist, auf dem wir gehen.“ Die Roma und Sinti, die so vielen Vorurteilen begegnen, finden wir derzeit nicht nur auf den Straßen, sondern auch im „vorarlberg museum“, wo ihnen die Ausstellung „Romane Thana“ gewidmet ist.
Es war eine gute Idee des Museums, diese Ausstellung, die bereits 2015 vom „Wien Museum“ gezeigt und von Andrea Härle vom Romano Centro zusammengestellt wurde, zu übernehmen. Erstens weil wir bei uns seit Jahren mit einem vermeintlichen Roma-Problem zu tun haben, zweitens weil die Ausstellung ein hervorragendes Bild dieser Volksgruppe in Österreich zeichnet. Zwangsläufig ist – auch im erstklassigen Katalog – viel von Verfolgung die Rede, vom Kampf um Anerkennung, von Rückschlägen und Erfolgen der Volksgruppe der Roma und Sinti. Man muss nicht nur an die Zeit des Nationalsozialismus denken, als die „Zigeuner“ gleicher Verfolgung ausgesetzt waren wie die Juden. Es gab nicht nur einen Antisemitismus, es gab auch einen Antiziganismus. Und es gibt beides bis heute. Auch bei uns. Mit Schrecken erinnern wir uns an den 4. Februar 1995, als in Oberwart Roma Opfer eines Anschlags wurden. Vier junge Menschen starben durch eine Bombe, die von grausamen Rassisten gelegt wurde. So weit geht es nicht immer – aber Verfolgung und Denunzierung kennen auch wir in Vorarlberg.
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Mai 26th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte
Das European Roma Rights Centre (ERRC) hat Videoaufnahmen von Polizeiübergriffen gegen Roma in Zborov in der nordöstlichen Slowakei veröffentlicht. Die Polizisten drangen am 16. Mai in das von Roma bewohnte Viertel ein und begannen wahl- und grundlos auf die Einwohner einzuprügeln, auf Kinder ebenso wie auf alte Personen. Die Polizei war wegen einer vorangegangenen Schlägerei gerufen worden. Drei Personen mussten aufgrund der Polizeigewalt ärztlich versorgt werden: ein 5-jähriger Bub, ein Mann mit Herzproblemen und eine behinderte ältere Dame. Die Polizei soll einen Rettungswagen vorübergehend an der Zufahrt ins Viertel gehindert haben. Nach den Übergriffen sollen Polizisten Augenzeugen, die das Geschehen gefilmt hatten, in deren Wohnung aufgesucht und unter Druck gesetzt haben, sämtliche Aufnahmen vom Polizeieinsatz zu löschen. Ein Zeuge weigerte sich jedoch und übergab das Beweismaterial dem ERRC.
Mehr hier: ERRC, 24.5.2017
(dROMa)
Mai 21st, 2017 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Die Alltäglichkeit des Unsichtbaren:
Junge Roma in der Slowakei und in Europa
Radio-Feature von Elisabeth Putz
Koprod. DLR Kultur/RBB/ORF 2016
Ö1 Hörbilder, 20.5.2017: >> Anhören
Die Mehrheit der Slowaken bezeichnet Roma als integrationsunwillig. Die Mehrheit der Roma ruft ins Mikrofon, Slowaken seien Rassisten. Zwei Randpositionen einer komplexen Materie. Die Mitte wird dabei oft vergessen. Und so kommen viele Journalist/innen nach Lunik IX, einem der größten Ghettos Europas, um eine „Safari“ zu machen. Sie bezahlen ein wenig Geld und Roma liefern Geschichten. Dieses Feature ist ein Versuch, hinter die Klischees zu blicken. „Ich habe über mehrere Monate hinweg die Slowakei bereist, vornehmlich den Osten des Landes“, so Elisabeth Putz. „Die Recherchedauer für dieses Feature war immens wichtig, da es mir nur so möglich war, Zugang zu den Menschen zu finden bzw. meine schon vorhandenen Kontakte zu erweitern und zu vertiefen. Nur so konnte und kann eine Nähe entstehen.“
(Text: Ö1)
Siehe auch:
„Millionaires of time“ – Ausstellung in Berlin, 1.6.2016
Apartheidsmauer in Košice, 12.7.2013
Slowakei: Stadt bietet Roma Geld für Ausreise, 16.9.2009
Slowakei: Polizei misshandelte Romakinder, 9.4.2009
Mai 13th, 2017 |
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Musik, Rassismus & Menschenrechte
Beim großen Eurovision-Finale in Kiew steht heute Abend Joci Pápai mit „Origo“ (hier der Liedtext) als achter von 26 Teilnehmern auf der Bühne – eine Premiere, denn noch nie trat beim Eurovision Song Contest ein Angehöriger der Volksgruppe der Roma für Ungarn an. Bei den Buchmachern liegt der 35-Jährige aus der nordungarischen Kleinstadt Tata im Mittelfeld. Wir halten ihm die Daumen. (Einen Artikel über Roma beim ESC finden Sie übrigens in der letzten Sommerausgabe unseres Magazins dROMa: mehr hier.)
Im Vorfeld der Großveranstaltung, die sich ansonsten so gerne als Festival der Diversität inszeniert, geschah allerdings auch Schreckliches: Über 300 Roma der Stadt wurden gewaltsam – und unter Duldung der Polizei – aus Kiew vertrieben. Sie flüchteten, sechs Häuser von Roma-Familien wurden niedergebrannt. Das „European Roma Rights Centre“ (ERRC) schreibt:
More than 300 people, over a 100 families, have been forced to leave their homes in Kiev after threats were made against their lives in the beginning of April. Only a day after the last families departed, the threats were carried out and six houses burned to the ground, likely with Molotov cocktails. The police had full knowledge of the severity of the threats that were made, yet no preventative measures were taken. Read the rest of this entry »
Mai 11th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte
Drei Schwestern (vier, acht und 20 Jahre) verbrannten nachts im Campingwagen ihrer Familie. Bilder der Überwachungskamera zeigen Täter mit Molotowcocktail. Die Roma-Familie soll zuvor bedroht worden sein.
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Mai 10th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Verwaltungsakademie zeigt Roma-Ausstellung und veranstaltet Antiziganismus-Workshop
Wien (OTS) — „Roma stehen immer noch in vielen Ländern der Europäischen Union am Rande der Gesellschaft. Immer noch ist der Antiziganismus weit verbreitet“, sagte Staatssekretärin Muna Duzdar beim Besuch des Workshops „Sensibilisierung gegen antiziganistische Vorurteile“ der Verwaltungsakademie des Bundes im Schloss Laudon. „Immer noch gibt es vielfach Ausgrenzung, Ungleichheit und Diskriminierung gegen die mit zwölf Millionen Menschen in Europa größte ethnische Minderheit. In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht, leiden vor allem die Ärmsten. Und das gilt nicht zuletzt auch für Österreich, wie es leider der Antiziganismusbericht 2015 belegt hat“, so Duzdar weiter. „Roma und Sinti sind überdurchschnittlich von unzureichender Schulausbildung, Arbeitslosigkeit und Diskriminierungserfahrungen betroffen, so dass die Armutsgefährdung besonders stark ausgeprägt ist.“
In der Roma-Strategie 2020 wird nun der Sensibilisierung für Diskriminierungen von Roma ein wichtiger Platz eingeräumt. Die Verwaltungsakademie des Bundes zeigt daher im Schloss Laudon neun Wochen lang die Ausstellung „Auf den Spuren der Vergangenheit“, die Informationen über den Völkermord an Roma und Sinti während der Zeit des Nationalsozialismus bringt. (Anm. d. dROMa-Red.: Ausstellung des Vereins Karika, zu sehen ist auch die Zeitzeugen-Dokumentation Mri Historija von Roma-Service.) Zudem findet heute ein erster Sensibilisierungsworkshops statt, der offen für Bedienstete des öffentlichen Dienstes, aber auch für Länder- und Gemeindebedienstete und NGOs ist. Read the rest of this entry »
Mai 9th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellungseröffnung am 10. Mai 2017, 17:30 Uhr
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bayernstraße 110, Nürnberg
Einleitende Worte von Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Der Eintritt zur Austellung ist frei. Zu sehen bis 2. Juli 2017.
Ausgangs- und Schwerpunkt der Ausstellung ist der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma: von der Ausgrenzung und Entrechtung der Minderheit im Deutschen Reich bis zur systematischen Vernichtung im besetzten Europa. Den Täterdokumenten werden historische Privat- und Familienfotos der von Verfolgung betroffenen Menschen entgegengesetzt. Der zweite Teil behandelt die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden. Er zeigt den maßgeblichen Anteil der Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, die ideologischen und personellen Kontinuitäten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte zu machen. Am Ende der Ausstellung steht ein Ausblick auf die Menschenrechtssituation der Sinti- und Roma-Minderheiten in Europa nach 1989.
Eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
(Text: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)
Mai 8th, 2017 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
hr / Hessenreporter, 7.5.2017, 30 Min.
Frankfurt/M. – eine Reportage von Jochen Riegler
>>Zum Video
Jahrelang leben sie in selbst gezimmerten Hütten auf einer Industriebrache im Schatten der Frankfurter Skyline: rund vierzig Menschen aus Rumänien, die meisten Roma. Ohne Rudi von der Helm, einen Rentner aus Frankfurt, der sich um sie kümmert, wäre es wahrscheinlich gar nicht so lange gut gegangen – bis dann, Anfang Februar, ein Feuer auf dem Platz ausbricht. Die Feuerwehr rückt an, und wenige Tage später geschieht, was alle schon lange befürchteten: Bagger walzen die Buden nieder. Endlich gibt es einen Anlass für die Stadt, das umstrittene Bretterbudendorf zu räumen.
Doch damit ist das Problem nicht gelöst: Vorübergehend kommen die Rumänen in einem Flüchtlingsheim unter (Anm. d. dROMa-Red.: das Vorgehen der Stadt rief heftige Kritik hervor, mehr hier und hier), ein paar treten mit ein paar Euro ausgestattet die Heimreise per Bus an. Aber die meisten sehen in ihrer Heimat Rumänien noch weniger Lebensperspektiven als im wohlhabenden Frankfurt, wo sie von Gelegenheitsjobs und Flaschensammeln leben. Ein Dauerbrenner für die Bankenstadt: Wohin mit den Armutsmigranten aus Europa? „Hessenreporter“ Jochen Riegler begleitet die Rumänen und ihren Helfer Rudi bei der Suche nach einem Ort zum Leben und das Taktieren im Frankfurter Rathaus, den Römer.
(Text: hr/Hessenreporter)
Siehe auch:
Frankfurt: Förderverein wiederholt Vorwürfe, 5.3.2017
Kritik nach Räumung in Frankfurt a. M., 2.3.2017
Frankfurt: Brandanschlag auf Obdachlose, 8.12.2016
Mai 5th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte
Ende April wurden Abgeordnete des deutschen Bundestages in einer Geheimsitzung über Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Neonazi-Terrorzelle unterrichtet, über deren Existenz der Öffentlichkeit bislang nichts bekannt war. Diese Gruppierung soll geplant haben, gezielt Anschläge gegen Roma zu begehen. „Neonazis versuchten offenbar 2012, eine europäische Gruppe nach dem Vorbild des NSU zu bilden. Stand eine neue Mordserie bevor?“, schreibt „Der Spiegel“, der die Ermittlungsunterlagen einsehen konnte, in seiner aktuellen Ausgabe. Die neun Neonazis hätten sich systematisch konspirativ verhalten, auch von Schießübungen in Tschechien ist die Rede.
Die Zelle war jahrelang von Verfassungsschützern aus sechs deutschen Ländern observiert worden, später auch vom Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln. Die gemeinsame Operation namens „Mazoleti“ trug genug alarmierende Indizien zusammen, um den Generalbundesanwalt einzuschalten. Von März 2013 an ermittelte dieser gegen neun Personen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sieben Verdächtige waren namentlich bekannt, die Identität von zwei weiteren Männern konnte nicht ausgeforscht werden (es dürfte sich um zwei Neonazis aus Tschechien handeln). Die Ermittler versuchten u.a., über V-Männer zu Informationen aus dem inneren Kreis der Gruppe zu gelangen. „Mitten in den Ermittlungen versiegte diese Quelle jedoch”, berichtet der „Spiegel“. Anfang 2016 musste das Verfahren dann ohne Anklage eingestellt werden, die Beweislage war zu dünn. „Man werde die Verdächtigen und ihr Milieu weiter im Blick haben“, heißt es seitens des Verfassungsschutzes.
In Anlehnung an den Rechtsterrorismus des sog. Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), der zwischen 1999 und 2007 zehn Morde und mehrere Bombenanschläge verübt hatte, soll sich die neue Gruppierung „Zweiter Frühling“ genannt haben – eine Anspielung auf das Video, in dem sich der NSU 2011 unter dem Titel „Frühling“ zu seiner rassistischen Mordserie bekannt hatte.
Laut Spiegel deutet all das darauf hin, dass sich schon ein Jahr nach der Selbstenttarnung des NSU eine Nachfolgeorganisation zu formieren begann, die den rassistischen Terror des NSU fortsetzen wollte. Read the rest of this entry »
April 29th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellung von Marika Schmiedt in Wien:
Rassismus, die soziale Konstruktion natürlicher Ungleichheit — Zusammenhang von Sprache, Rassismus, Ökonomie und Macht
Ausstellung 18. Mai bis 1. Juni 2017
Eröffnung: 18. Mai 2017, 19:00 Uhr
Lesung: Helga Gutwald, Der Menschenfresser-Prozess von Kaschau | Galeriewerkstatt NUU, Wilhelm-Exner-Gasse 15, 1090 Wien
„Tatsächlich ist die Sprache des Kolonialherrn, wenn er vom Kolonisierten spricht, eine zoologische Sprache. Wenn der Kolonialherr genau beschreiben und das richtige Wort finden will, bezieht er sich ständig auf das Tierreich.“ (Frantz Fanon)
Rasse als biologische Einheit oder als Konglomerat natürlicher Eigenschaften, sozialer Zuschreibungen und ideologischer Wertungen, eine trübe Mixtur aus Aggression und Vorurteilen. Auch wenn der Rassismus mittlerweile wissenschaftlich widerlegt ist, ist er weiterhin im kollektiven Bewusstsein tief verankert. Diskriminierungen aufgrund von Herkunft und Hautfarbe gehören heute leider zum Alltag sehr vieler Menschen. Neue Formen des Rassismus argumentieren kulturalistisch, indem sie unterschiedliche kulturelle Traditionen als miteinander unvereinbar ansehen. Der Begriff „Kultur“ ersetzt dabei den Begriff „Rasse“. Die Anderen werden entlang des Kriteriums kulturelle Identität, erkennbar an Merkmalen wie Haar- und Hautfarbe, Sprache, Kleidung und Auftreten, in verschiedene Kategorien unterteilt, denen eine scheinbar neutral bestimmbare Differenz zur österreichischen und deutschen Kultur zugeschrieben wird. Das Erklärungsmuster der Kulturunterschiede ist fast immer das Erste, was auf der Hand zu liegen scheint. „Kultur“ scheint beinahe als Natur des Menschen gedacht zu werden, als etwas, das einem anhaftet und das Handeln bestimmt.
Die Ausstellung zeigt, wie ein Konzept des angeblich naturwissenschaftlich gesicherten Rassenbegriffs fortgeschrieben wird und wie stark Sprache durch rassistische Diskurse und Wissensfelder geprägt ist. Dabei wird deutlich vor Augen geführt, dass die Bilder und der Umgang damit vom Ausgang des Kaiserreichs bis in unsere Tage keine prinzipiellen Unterschiede aufweisen.
(Text: marikaschmiedt.wordpress.com)
April 29th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte
„Erzähle bloß niemandem, dass ich Rom bin!“
Von Mitya Gerasimov (Pushkin Klezmer Band), für tapferimnirgendwo.com aus dem Russischen übersetzt von Lisa Piesek
Ein wunderbarer Musiker sagte mir, als wir uns kennenlernten: „Erzähle bloß niemandem, dass ich Rom bin! In der Stadt weiß das keiner, ich sage allen, ich sei Jude.“
Anfang April kamen Maskierte in die Romasiedlung (Schatra) in Kiew. Sie kamen im Morgengrauen, fotografierten alle Bewohner und nahmen Fingerabdrücke. Sie bedrohten die Menschen und befahlen ihnen, sich zu verziehen. Man schreibt, diese Razzia sei autorisiert gewesen. Die netten Schläger haben kostenlose Bus- und Zugtickets ohne Rückfahrt verteilt, die meisten Bewohner flohen nach Transkarpatien. Aber man sagt, dass auch viele in Kiew überdauern wollen und sich zur Zeit verstecken. Die Schatra hatte sich bald geleert, und als sie ein paar Tage später angezündet wurde (wir berichteten), waren nur noch wenige Frauen und Kinder vor Ort.
Die Initiative zur Deportation ortsansässiger Roma stammt von lokalen Abgeordneten, Aktivisten und Strafverfolgungsbehörden. Der Einsatz wurde im Voraus geplant, bei Facebook besprach man Probleme, die mit der Lösung der „Zigeunerfrage“ einhergehen, die Organisatoren schrieben von der Verantwortung des „Titularvolkes“ und luden engagierte Aktivisten in ihre Bürgersprechstunde ein, einige delikate Details könne man nicht öffentlich erörtern.
Dieses Mal wurde die Schatra in Kiew unter dem Vorwand der Vorbereitung zum Eurovision Song Contest verwüstet, das letzte Mal geschah es im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012. Die Roma sind nicht die Einzigen, die das Bild einer europäischen Ukraine verschandeln. Vor der EM wurden auch sehr viele Straßenhunde in Kiew abgeschlachtet, damals wurde überall darüber geschrieben. Read the rest of this entry »
April 28th, 2017 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Infotext: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
Die Europäische Menschenrechtskonvention wurde 1950 – auf der Basis der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen – verabschiedet. Um ihre Einhaltung sicherzustellen, errichteten die Mitgliedstaaten des Europarats 1959 den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg.
Die Konvention garantiert insbesondere das Recht auf Leben, auf ein faires Verfahren, auf Achtung des Privat- und Familienlebens, die Freiheit der Meinungsäußerung, die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit und den Schutz des Eigentums. Sie verbietet Folter und unmenschliche oder erniedrigende Behandlung, Zwangsarbeit, willkürliche Freiheitsentziehung sowie Ungleichbehandlungen bei der Ausübung der Rechte und Freiheiten. Die nationalen Gerichte sind verpflichtet, die Konvention anzuwenden, andernfalls kann der EGMR den betroffenen Mitgliedsstaat verurteilen. Die Urteile sind für die Mitgliedsstaaten bindend, die Umsetzung wird vom Europarat überprüft.
Infolge der Aufnahme neuer Mitgliedstaaten in den 1990er Jahren stieg die Zahl der Beschwerden stark an. Seit 1998 besteht ein ständig tagender Gerichtshof, der es jeder Person ermöglicht, sich direkt an den EGMR zu wenden, sofern alle innerstaatlichen Rechtsmittel zuvor ausgeschöpft wurden und die endgültige innerstaatliche Entscheidung nicht länger als sechs Monate zurückliegt. Die Beschwerden können sich allerdings nur gegen Staaten richten, die die Konvention ratifiziert haben. Die Zahl der Richter entspricht der Anzahl der Mitgliedstaaten (derzeit 47). Read the rest of this entry »
April 22nd, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte
Das European Roma Rights Centre (ERRC) informiert in einer Kurzmeldung über einen aktuellen Gewaltvorfall in der Ukraine: Nach Einschüchterungen und Drohungen waren mehr als 180 Bewohner einer Roma-Siedlung in Kiew Anfang April gezwungen, aus der Siedlung zu fliehen. Ihre Unterkünfte wurden kurz nach ihrer Flucht niedergebrannt. Das ERRC ist vor Ort, um den Fall zu untersuchen.
(dROMa)
April 18th, 2017 |
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Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Als Herr Georgiev am 3. April die Zeitung „Österreich“ öffnete, traute er seinen Augen nicht: Der Bulgare wird als Mitglied einer „rumänischen Bettlerbande“ dargestellt. „Niemand hat mit mir gesprochen. Man hat mich heimlich von hinten fotografiert.“ Herr Georgiev bat Straßensozialarbeiter von „Wieder wohnen“ um Hilfe, die ihn an die Rechtsberatung der BettelLobbyWien verwiesen: „Ich kann es nicht zulassen, dass man mich hier darstellt, als würde ich für einen Boss arbeiten. Ich bin alleine hier und habe immer nur für mich selbst gebettelt.“ Viele Menschen in Floridsdorf werden ihn auf dem Foto erkennen, so seine Befürchtung, denn er ist der einzige Bettler im Rollstuhl mit einer blauen Jacke. Herr Gevorgiev möchte prüfen, ob er rechtlich gegen die Zeitung vorgehen kann.
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