Mai 13th, 2020 |
Published in
Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Schuliche Segregtion: Ungarisches Höchstgericht spricht diskriminierten Roma-Kindern Entschädigung zu
Das ungarische Oberste Gericht hat den Familien von 60 Roma-Kindern eine finanzielle Entschädigung zugesprochen. Die Kinder waren in der Schule (Anm.: in der Gemeinde Gyöngyöspata) jahrelang getrennt von den anderen unterrichtet worden und durften nicht am Schwimmunterricht und an Ausflügen teilnehmen. Getrennter Unterricht aufgrund von Herkunft ist in Ungarn illegal. Das Gericht bestätigte damit das Urteil der Vorinstanz, das Ministerpräsident Orbán als „ungerecht“ bezeichnet hatte. Die Klage gegen die Grundschule und die kommunalen Behörden hatte eine Kinderrechtsorganisation (Anm.: Chance for Children Foundation) im Namen der betroffenen Familien geführt. Ihnen steht nun eine Entschädigung von umgerechnet knapp 300.000 Euro zu.
Read the rest of this entry »
Mai 6th, 2020 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Gedenkstättenschändungen: Mauthausen-Komitee kritisiert Totschweigen. Mernyi fordert Transparenz und Aktionsplan
Gestern vor 75 Jahren wurde das KZ Mauthausen befreit. Für die Häftlinge war dieser Ort die Hölle. Noch immer kämpfen die Überlebenden für ein „Niemals wieder“. Umso schockierter ist das Mauthausen-Komitee Österreich (MKÖ) über die hohe Zahl an Schändungen von Gedenkstätten für NS-Opfer. Wie Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz durch eine Parlamentarische Anfrage an das Innenministerium herausgefunden hat, sind 107 Fälle allein seit 2013 aktenkundig [Anm. d. dROMa-Red.: Stichtag 3. Februar 2020; spätere Vorfälle wie dieser sind nicht inkludiert]! 22 dieser Fälle waren Schändungen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. (→Anfragebeantwortung / PDF, 958 KB)
Die Öffentlichkeit hat nur von ganz wenigen dieser Straftaten erfahren, zuletzt im Jänner von der Beschmierung des niederländischen Denkmals in Mauthausen mit fünf Hakenkreuzen.
„Es ist völlig unverständlich, dass das Innenministerium, die Sicherheitsbehörden und die verantwortlichen Politiker die allermeisten Gedenkstättenschändungen bisher totgeschwiegen haben“, kritisiert MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. „Wenn gerade an einem Ort, Read the rest of this entry »
Mai 5th, 2020 |
Published in
Rassismus & Menschenrechte
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 78 antiziganistisch motivierte Straftaten registriert. Zentralrat: Antiziganistische Straftaten müssen besser dokumentiert und verfolgt werden
Die Hemmschwelle, Sinti und Roma in Deutschland anzugreifen, zu verletzen oder gar zu töten ist weiterhin sehr niedrig, wie die aktuellen Zahlen der Bundesregierung zu antiziganistischen Straftaten 2019 belegen. Seit drei Jahren wird Antiziganismus als eigenständige Kategorie in der Statistik „Politisch motivierte Kriminalität (PMK)“ erfasst (Fallzahlen: 2017: 53; 2018: 68; 2019: 78) und die Fallzahlen zeigen eine stete Zunahme. Im letzten Jahr wurden auch zahlreiche Fälle von Köperverletzungen und zwei versuchte Tötungen dokumentiert.
Angesichts der geringen Anzahl dokumentierter Fälle antiziganistisch motivierter Kriminalität ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Nur ein Bruchteil der Straftaten wird von Betroffenen zur Anzeige gebracht oder von Strafverfolgungsbehörden als antiziganistisch motiviert angesehen. Betroffene haben oft kein Vertrauen in die Polizei, befürchten Nachteile für sich selbst oder Angehörige und stellen nur selten eine Anzeige. Zudem verhindert oft fehlendes Wissen über die Wirkungsmechanismen von Antiziganismus, dass Polizeibehörden Ermittlung bei antiziganistisch motivierten Straftaten aufnehmen.
Rechte Gewalt gegen Sinti und Roma
Im Jahr 2019 haben Polizeibehörden mindestens zwei Fälle, bei denen eine Tötungsabsicht vorlag, als antiziganistisch motiviert registriert. In beiden Fällen wurden die Opfer im Zuge des Angriffes rassistisch beleidigt und herabgewürdigt. In einem Fall wurde im letzten Jahr eine langjährige Freiheitsstrafe verhängt und die antiziganistische Motivation der Tat vom Gericht gewürdigt. Aber nicht immer sind Angriffe auf Sinti und Roma von laut geäußerten antiziganistischen Beleidigungen begleitet und werden dann oft nicht als Hasskriminalität anerkannt. 2018 schoss etwa ein Mann in Berlin-Friedrichshain auf das siebenjährige Nachbarskind einer Roma-Familie. Amaro Foro dokumentierte denn Fall in seinem Projekt DOSTA als antiziganistischen Vorfall. In der offiziellen PMK-Statistik tauchte dieser Angriff allerdings nicht auf.
Read the rest of this entry »
Mai 2nd, 2020 |
Published in
Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) stellt Beschwerdeverfahren gegen SAT.1 ein
Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Medienanstalten versagt bei der Prüfung der Zentralrats-Beschwerde. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hatte Programmbeschwerde eingelegt gegen die SPIEGEL-TV-Produktion „Roma: Ein Volk zwischen Armut und Angeberei“, die in der Reihe „Akte 20.19“ am 7. August 2019 von SAT1 ausgestrahlt worden war. Eine Vielzahl von Sinti und Roma hatten sich telefonisch an den Zentralrat gewandt und ihre Bestürzung über diese massiv diffamierende Sendung geäußert. Die Einstellung des Beschwerdeverfahrens gegen SAT1 durch die LMK Rheinland-Pfalz kommt überraschend und ist in der Sache vollkommen unverständlich.
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma: „Die Prüfgremien der Medienanstalten legitimieren mit dieser Entscheidung eine stigmatisierende und rassistische Dokumentation. Diese hat wiederholt Ratten gezeigt oder im Kommentar eingesprochen und so einen systematischen Zusammenhang zwischen Ratten und der Minderheit herstellt, der die Minderheit wieder als eine Gefahr für Hygiene und Gesundheit in der Gesellschaft erscheinen lässt. Die Stigmatisierung von Sinti und Roma in Sendungen wie dieser schafft die Atmosphäre für einen zunehmend gewaltbereiten Antiziganismus, der wiederum zu Anschlägen wie denen in München 2016 oder in Hanau im Februar 2020 führt.“
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte die Kritik an dem Filmbeitrag vollumfänglich geteilt und erklärt „gerade das entsetzliche die ‚Dokumentation‘ bestimmende Bild von Ratten … erinnert auf verheerende Weise an Zeiten, in denen die visuelle Verbindung zwischen Mensch und Ratten Teil staatlich organisierter Hetze war“.
Read the rest of this entry »
April 28th, 2020 |
Published in
Rassismus & Menschenrechte
Polizeigewalt gegen Roma im südrumänischen Bolintin
RAN, 25.4.2020: In sozialen Medien wurde kürzlich ein Video (→auf Facebook ansehen) geteilt, das zeigt, wie ein Polizist auf einen am Boden liegenden gefesselten Mann einprügelt und eintritt. Daneben liegen mehrere weitere Verhaftete und Polizisten stehen herum und unternehmen nichts gegen ihren gewalttätigen Kollegen. Die Polizeigewalt ereignete sich am 18. April. Die Gewerkschaft der Polizei hat bestätigt, dass es sich bei dem Täter um den Polizeichef von Bolintin-Vale (Giurgiu, Südrumänien) handelt.
Die Verhafteten sollen auf der Straße mit Musik und Alkohol gefeiert und in Streit mit der Polizei geraten sein. Sie haben dafür eine Geldstrafe bekommen. Der gewalttätige Polizist wurde anscheinend suspendiert und ein Verfahren gegen ihn eingeleitet.
Menschenrechts-Organisationen der Roma haben den rumänischen Präsidenten aufgefordert, Innenminister Marcel Vela und seinen Kabinettschef Traian Berbeceanu zu entlassen, die kürzlich äußerten, dass die Polizei „Gewalt mit Gewalt begegnen sollte“. Eine solche Äußerung würde die Polizei zu Gewalt gegen ihre eigenen Bürger ermutigen. Es war nicht der erste Fall von Polizeigewalt gegen Roma in der letzten Zeit. Zudem wird die rumänische Polizei beschuldigt, den Ausnahmezustand im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu missbrauchen, um unangemessen hohe Geldstrafen für geringfügige Verstöße gegen die Ausgangssperre zu kassieren.
Read the rest of this entry »
April 27th, 2020 |
Published in
Film & Theater, Interview, Rassismus & Menschenrechte
Hessen: Film zur Alltagsdiskriminierung
Der Landesverband der deutschen Sinti und Roma in Hessen hat einen Film zur Alltagsdiskriminierung erstellen lassen. Für den Film wurden Angehörige der Minderheit im Alter zwischen 12 und 50 Jahren in Hessen zu ihren Erfahrungen mit Ausgrenzung und Antiziganismus interviewt. Der Landesverband wird den Film für seine Bildungs- und Aufklärungsarbeit u. a. an Schulen in der Zukunft nutzen. Hier kann der Film betrachtet werden: →zum Video (17:43 min)
(Text und Video: sinti-roma-hessen.de)
April 22nd, 2020 |
Published in
Interview, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Drohende humanitäre Krise durch Corona-Maßnahmen – Gespräch zur Situation von Roma in Südost- und Mitteleuropa mit Herbert Heuß
Radio Corax (Halle), Sendung vom 31.3.2020
13:22 min, 16 MB, →Anhören (mp3)
Stigmatisierung von Sinti und Roma ist ein Problem das in ganz Europa präsent ist. In der aktuellen Corona-Pandemie wird das wieder besonders deutlich. Minderheiten sind jetzt ein leichtes Ziel für Schuldzuweisungen und Angriffe durch Rechte und andere Menschenfeinde. Davon sind auch Sinti und Roma in Europa betroffen. So wurden in Bulgarien in drei Städten ganze Stadtviertel abgeriegelt. Begründet wird das mit der angeblichen Missachtung von Ausgangsbeschränkungen. Gleichzeitig bedrohen die Maßnahmen gegen Corona die wirtschaftliche Existenz vieler Roma in Bulgarien. Maßnahmen gegen eine drohende humanitäre Krise gibt es dagegen nicht. Über die Stigmatisierung von Sinti und Roma in Zeiten von Corona sprachen wir mit Herbert Heuß. Read the rest of this entry »
April 19th, 2020 |
Published in
Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte
Corona-Krise: Roma-Frau und ihr Baby starben in Nordmazedonien in den Wehen. Mehrmals wurde ihr Behandlung verweigert, sie verstarb schließlich an einer Sepsis. ERRC spricht von Verdacht auf Fahrlässigkeit und institutionellem Rassismus.
ERRC/RAN, 6.4.2020: Eine 37-jährige Roma-Frau und ihr ungeborenes Baby sind in Skopje, Nordmazedonien, gestorben, nachdem sie als Notfall ins Krankenhaus transportiert worden waren. Die Mutter erlitt Komplikationen, die zum Tod ihres Babys in der Gebärmutter führten, während sie stundenlang außerhalb des Krankenhauses auf die Behandlung wartete. Sie starb am 31. März an einer Sepsis.
Drei Tage zuvor war ihre Fruchtblase geplatzt, und die Frau wartete darauf, zur Geburt in der Frauenklinik in Ohrid aufgenommen zu werden. Die Frau stammte aus sehr armen Verhältnissen und lebte unter menschenunwürdigen Bedingungen mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern. Sie war nicht in der Lage, die Kosten für Reisen und häufige Arztbesuche zu tragen. Sie besuchte die Frauenklinik in Ohrid erstmals am 26. März, nachdem die Fruchtblase geplatzt war. Sie wurde untersucht und darüber informiert, dass sie noch nicht entbindungsbereit sei. Am 29. März kam sie wieder in die Klinik und klagte über starke, abnormale Schmerzen, hatte Blutungen und Anzeichen einer Infektion. Derselbe Arzt teilte ihr mit, dass sie für die Entbindung noch nicht bereit sei, und schickte sie nach Hause. Am nächsten Tag wiederholte sich dies mit einem anderen Arzt, obwohl sie ihn um einen Kaiserschnitt bat. Am 31. März kam sie morgens in der Klinik an und bat um sofortige Behandlung, da sie die Schmerzen nicht mehr ertragen könne. Ein Arzt, den sie zuvor nicht gesehen hatte, war im Dienst und sagte ihr, dass ihr Baby in einem schlechten Zustand sei und nicht richtig atmen könne. Um 10 Uhr kam ein Krankenwagen, der sie ins Krankenhaus von Skopje brachte, da ihre Komplikationen in der Klinik in Ohrid zu schwierig zu behandeln seien.
Ärzte fanden sie außerhalb des Krankenhauses allein vor, was bedeutet, dass der Fahrer des Rettungswagens sie nicht ins Krankenhaus gebracht hat, sondern sie vor der Tür abgesetzt hat. Da sie hohes Fieber hatte, nahm das medizinische Personal eine Probe, um sie auf Covid-19 zu testen, und man ließ sie auf die Behandlung warten, bis die Testergebnisse zurückgekommen waren. Read the rest of this entry »
April 16th, 2020 |
Published in
Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Amnesty International kritisiert Tschechien wegen Diskriminierung von Roma
In Tschechien werden Roma weiterhin diskriminiert, und das vor allem auf dem Wohnungsmarkt und in der Bildung. Diesen Schluss zieht Amnesty International im neuesten Bericht zum Stand der Menschenrechte in Europa (→Download). Demnach kommen in den Bildungs-Sonderprogrammen (Anm.: den früheren Sonderschulen) fast 29 Prozent der Kinder aus der Roma-Minderheit. In den regulären Schulen läge ihr Anteil aber nur bei vier Prozent, hieß es. Amnesty International äußert sich in dem neuesten Bericht aber auch besorgt über die Pläne, den Zugang zu Mietzuschüssen zu erschweren. Read the rest of this entry »
April 14th, 2020 |
Published in
Rassismus & Menschenrechte
Stellungnahme des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zum Internationalen Roma-Tag
Eine Mutter und ihr ungeborenes Kind sterben in Nordmazedonien wegen Verweigerung medizinischer Versorgung
In der vergangenen Woche starben in Nordmazedoniens Hauptstadt Skopje eine junge Frau und ihr ungeborenes Kind, nachdem ihnen mehrfach medizinische Versorgung verweigert wurde. Das European Roma Rights Center in Budapest verfolgt diesen Fall von institutionellem Rassismus und wartet auf das Ergebnis der Untersuchungen durch das dortige Gesundheitsministerium, bevor rechtliche Schritte eingeleitet werden können.
Für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma bestätigt dieser traurige Fall erneut, dass sich der strukturelle Antiziganismus, diese spezifische, gegen Roma gerichtete Form des Rassismus, in Europa gerade auch unter den kritischen Bedingungen der Corona-Krise verschärft.
Anlässlich des Internationalen Roma-Tages am 8. April erneuert der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma seinen Appell an die nationalen Regierungen und die europäischen Institutionen, jetzt die besonders prekäre Situation von Roma in den Ländern Mittel- und Südosteuropas anzuerkennen und umgehend zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen. Der Zentralrat begrüßt hier besonders die Erklärung der EU-Kommissarin für Gleichstellung, Helena Dalli, die eine „Verfolgung und Bestrafung von rassistischen Äußerungen in der Öffentlichkeit“ forderte, „die zu Gewalt gegen Roma in Zeiten der Krise führen können“.
Read the rest of this entry »
April 10th, 2020 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Am Karfreitag 1980, dem 4. April, traten zwölf Sinti, unter ihnen die Überlebenden des Holocaust Jakob Bamberger, Hans Braun, Ranco Brandtner und Franz Wirbel, in der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau in den Hungerstreik. Zentrale Forderungen waren die Anerkennung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma durch die Bundesregierung, die sofortige Beendigung der polizeilichen Sondererfassung von Sinti und Roma sowie die Herausgabe der NS-Akten aus dem ehemaligen Reichssicherheitshauptamt, die im Bayerischen Landeskriminalamt weiterhin verwendet worden waren. Der Protest löste eine breite internationale Solidaritätswelle aus und markierte einen Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung der Minderheit.
„Die Anerkennung des Völkermords an den Sinti und Roma am 17. März 1982 durch Bundeskanzler Helmut Schmidt stellte die Erfüllung einer zentralen Forderung des Hungerstreiks dar. Diese völkerrechtliche Anerkennung bedeutete einen Neubeginn im Verhältnis der Bundesregierung zu den deutschen Sinti und Roma“, erklärt Romani Rose.
Die polizeiliche Sondererfassung in der Bundesrepublik erfolgte durch bayerische Kriminalpolizisten in der „Landfahrerzentrale“, die bis in die 1970er Jahre Namen, Fingerabdrücke und persönliche Daten von Sinti und Roma aus dem gesamten Bundesgebiet in Akten erfasste. Diese Erfassung setzte direkt die NS-Erfassung fort, und zwar auf der Grundlage der NS-Akten und mit dem Personal aus dem ehemaligen RSHA, die im Bayerischen LKA wieder verbeamtet worden waren – und die regelmäßig in Entschädigungsanträgen von Sinti und Roma als Gutachter fungierten. Read the rest of this entry »
April 8th, 2020 |
Published in
Film & Theater, Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
8. April 2020: 16–18 Uhr WE AIR HERE! im Live-Stream
18 Uhr ROMA-ARMEE im Gorki-Stream (24h online, engl. UT)
Heute ist Internationaler Roma-Tag. Seit vielen Jahren wird der 8. April als Aktions- und Festtag der Roma begangen. Die aktuelle Coronakrise hat zahlreichen Veranstaltungen und Paraden, Auf- und Vorführungen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Die 2. Roma-Biennale und das Berliner Gorki-Theater öffnen nun aber ihre Online-Bühne via Stream für das Spezialprogramm „We air here!“ und das Roma-Stück „Roma-Armee“.
Entstanden ist das Stück nach einer Idee der Wiener Schauspielerinnen und Universalkünstlerinnen Sandra und Simonida Selimović. Das Magazin Theaterkompass.de schreibt dazu: „Im gemeinsamen Rechercheprozess haben Gorki-Hausregisseurin Yael Ronen und das Ensemble aus persönlichen Erfahrungen, historischen Kontaminationen und aktuellen Vorfällen dieses Theaterstück entwickelt.“ „Roma-Armee“ bildet den Abschluss der nach den Veranstaltungsabsagen aus dem Hut gezauberten Online-Programmreihe „We air here!“. Read the rest of this entry »
April 6th, 2020 |
Published in
Politik, Rassismus & Menschenrechte
Roma und Sinti stellen die größte ethnische Minderheit Europas dar. Die Angehörigen der Minderheit sind derzeit massiv bedroht. Europa muss jetzt hinsehen und helfen.
Aussendung des Landesverbands deutscher Sinti und Roma in Hessen, 31.3.2020:
In Bulgarien wurden in den vergangenen Tagen mehrere Stadtviertel, in denen Menschen mit Roma-Hintergrund leben, von staatlicher Seite abgeriegelt. Dabei wird auch mit dem Gerücht operiert, Angehörige der Roma hätten das Corona-Virus nach Bulgarien eingeschleppt. Die betroffenen Menschen werden grundrechtswidrig von jeder medizinischen Versorgung ausgeschlossen, die Versorgung mit Lebensmitteln und allen anderen Gütern des täglichen Bedarfs abgeschnitten. Damit wird eine katastrophale humanitäre Notlage vom bulgarischen Staat unter Verwendung rassistischer Begründungen herbeigeführt.
In vielen weiteren osteuropäischen Ländern, vor allem in Ungarn, in der Slowakei und in Rumänien sowie auf dem Balkan, ist die Lage für Menschen mit Roma-Hintergrund bereits jetzt äußerst prekär. In Serbien leben mindestens 70 Prozent der Roma in sogenannten Roma-Siedlungen und sind dort mit schrecklicher Armut konfrontiert, häufig ohne Kanalisation und Wasseranschluss. Einen geringen Lebensunterhalt finden die dort lebenden Menschen im informellen Sektor, in der Saisonarbeit und dem Sammeln von Wertstoffen. Da es keine soziale Absicherung gibt, sind die Menschen nun völlig mittellos. Gleichzeitig sehen sich die zuständigen Institutionen nicht in der Verantwortung, die Menschen zu unterstützen. Letzte Woche haben Angehörige der Roma auch in mehreren albanischen Städten protestiert, da sie nichts mehr zu essen haben.
In Nordmazedonien sind neun Roma-Musiker aus einer Gruppe von 200 Menschen an der Grenze angehalten und unter Quarantäne gestellt worden. Sie sind die ersten Personen, die bei ihrer Rückkehr ins Land in Quarantäne mussten, und die einzigen, die festgehalten wurden, obwohl sie keine Symptome des Covid-19-Virus zeigten.
„An diesen Vorgängen zeigt sich, wie erschreckend aktuell der jahrhundertealte Antiziganismus noch immer ist“, sagt Adam Strauß, Vorsitzender des Landesverbandes [der Sinti und Roma in Hessen]. Read the rest of this entry »
April 4th, 2020 |
Published in
Politik, Rassismus & Menschenrechte
Roma auf dem Westbalkan und in der Türkei sind durch die COVID-19-Pandemie ernsthaft bedroht
Ein gemeinsames Statement vom 31.3.2020 des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit dem Europäischen Roma-Grasswurzel-Netzwerk (ERGO Network, Belgien), Roma Active Albania (Albanien), Otaharin (Bosnien und Herzegowina), Voice of Roma, Ashkali and Egyptians (Kosovo), Advancing Together (Kosovo), Phiren Amenca (Montenegro), RROMA (Nordmazedonien), Romalitico/Romaversitas (Nordmazedonien), Forum Roma Serbia (Serbien), Association of Coordinators for Roma Issues (Serbien), Zero Discrimination Association (Türkei).
- Roma auf dem Westbalkan und in der Türkei sind durch die COVID-19-Pandemie ernsthaft bedroht.
- Ein erhöhtes Armutsrisiko, Hungersnöte und rassistische Gewalt stellen eine ernsthafte Gefahr für Roma aber auch für die Gesellschaft insgesamt dar.
- Wir rufen die Regierungen der betroffenen Länder, die Europäische Union und die einzelnen Mitgliedsstaaten auf die Situation der Roma umgehend und nachhaltig zu verbessern.
Die Auswirkungen und Risiken der COVID-19-Pandemie auf Roma
Risiken durch Armut und Arbeitslosigkeit
Viele Roma sind aufgrund früherer prekärer Arbeitsbedingungen sowie fehlender Einkommen und Ressourcen, auf die sie sich in dieser Krisensituation verlassen können, einem extremen Armutsrisiko ausgesetzt. Die große Mehrheit war auf prekäre Selbständigkeit, unregelmäßige tägliche Arbeit, das Sammeln von wiederverwertbaren Materialien oder auf andere Einkommensquellen angewiesen, die nun aufgrund von Krisenmaßnahmen nicht mehr zur Verfügung stehen. Betriebsstilllegungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit verschlechtern die Situation weiter. Die Menschen waren und sind nicht in der Lage Vorräte anzulegen und haben oft keine Möglichkeiten Vorräte zu Hause zu lagern. Read the rest of this entry »
März 27th, 2020 |
Published in
Politik, Rassismus & Menschenrechte
Bulgarien: Anti-Coronavirus-Maßnahmen für Roma „grenzen an Kriegsrecht“
Krassen Nikolow/Euractiv: Bei der Umsetzung von strikten Maßnahmen gegen COVID-19 scheinen die bulgarischen Behörden besonderes Augenmerk auf die Roma-Minderheit im Land zu richten. Angeblich seien viele Roma mit bulgarischen Pässen in den vergangenen Tagen aus Westeuropa zurückgekehrt. Es sei denkbar, dass sie sich im Westen mit dem Coronavirus infiziert hätten, so die Befürchtung.
In einigen Teilen Bulgariens gelten für zehntausende Roma bereits Maßnahmen, die an Kriegsrecht ernnern. Auf Seiten der Behörden herrscht Angst, die Angehörigen der Minderheit könnten die scharfen Regelungen und Ausgangseinschränkungen der Regierung ignorieren. Für ganze Stadtviertel in Nowa Sagora, Kasanlak und Sliwen, in denen insgesamt mehr als 50.000 Roma leben, wurden Sondermaßnahmen verhängt. In diesen drei Städten haben die Stadtverwaltungen ein spezielles Kontrollsystem an den Ausgängen der Roma-Viertel eingeführt, um die Einheimischen daran zu hindern, ihre Wohngebiete in großen Gruppen zu verlassen. Die aktuellen Anti-Coronavirus-Strategie in Bulgarien verbietet es, dass mehr als zwei Erwachsene an einem Ort im Freien gemeinsam unterwegs sind.
Bisher ist in den drei besagten Städten kein einziger COVID-19-Fall gemeldet worden. Allerdings ist bisher auch unklar, wie viele Menschen – wenn überhaupt – getestet wurden.
Die politische Kraft, die den Ruf nach strengeren Maßnahmen für die Roma-Gemeinschaften am lautesten erhebt, ist die nationalistische Partei VMRO, ein Junior-Koalitionspartner der konservativen GERB (EVP-Mitgliedschaft auf EU-Ebene) von Ministerpräsident Bojko Borissow. Die VMRO stellt zwei Abgeordnete im Europäischen Parlament. Diese gehören der EKR-Fraktion an. Die rechte Partei hatte zuvor gefordert, dass die Roma-Viertel im ganzen Land komplett isoliert und unter Quarantäne gestellt werden sollten, weil es „an Disziplin von Seiten ihrer Bewohner“ mangelt. Doch schon bevor die VMRO diese Forderungen stellte, war in Nowa Sagora ein Checkpoint-System für das Roma-Viertel „Schesti“, in dem fast 10.000 Menschen leben, sowie eine Ausgangssperre für Minderjährige verhängt worden.
Die zweifellos bestehenden zahlreichen Probleme im Viertel dürften indes nicht nur auf die „mangelnde Disziplin“ seiner EinwohnerInnen zurückzuführen sein, sondern beispielsweise auch auf die mangelnde Wasserversorgung und Kanalisation.
Read the rest of this entry »
März 26th, 2020 |
Published in
Rassismus & Menschenrechte
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma warnt vor Rassismus in der Corona-Krise
Rechtsextreme und nationalistische Politiker in einer Vielzahl von Ländern Mittelost- und Südosteuropas wollen die gegenwärtige Krise, die durch den neuen Corona-Virus entstanden ist, nutzen, um ihre rassistischen Positionen jetzt als Regierungshandeln zu legitimieren und umzusetzen.
In Bulgarien forderten Politiker der extremen Rechten die Regierung auf, als „nationale Maßnahme“ Kontrollstellen an allen von Roma bewohnten Stadtvierten einzurichten. In der Folge haben nationale und lokale Behörden bereits mehrere Roma-Stadtviertel abgeriegelt. Damit werden Roma grundrechtswidrig von jeder medizinischen Versorgung ausgeschlossen, die Versorgung mit Lebensmitteln und allen anderen Gütern des täglichen Bedarfs wird abgeschnitten. Damit bereiten die staatlichen Institutionen bewusst eine humanitäre Notlage vor. Der Rassismus gegen Roma, der in diesen Ländern massiv und gewaltbereit seit Jahren existiert, bekommt durch dieses staatliche Handeln eine neue Qualität. Damit ist wieder die Gefahr von neuen Pogromen gegen Roma gegeben.
Die Krise, die der Corona-Virus international ausgelöst hat, trifft alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft. Anstelle von Stigmatisierung und Ausgrenzung müssen die verantwortlichen Regierungen die besonders bedrohte Situation von Roma in den Ländern Mittel- und Südosteuropas anerkennen und umgehend zielgerichtete Maßnahmen ergreifen. Infolge des bestehenden strukturellen Rassismus in vielen Regionen haben große Teile der Roma-Bevölkerungen keinen Zugang zu Trinkwasser und leben oftmals in desolaten Wohnverhältnissen. Read the rest of this entry »
März 25th, 2020 |
Published in
Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung steht der fahrenden Lebensweise sowie den Jenischen, Sinti und Roma positiv gegenüber. Dies zeigt eine von der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) und dem Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführte repräsentative Umfrage. Die Umfrage macht auch deutlich, dass wenig Wissen über die Minderheiten und ihre Lebensweisen vorhanden ist.
→BERICHT: Fachstelle für Rassismusbekämpfung/Eidgenössisches Departement des Innern (Hg.), «Auch Menschen mit fahrender Lebensweise brauchen eine Wohnmöglichkeit». Analyse zur Umfrage «Diversität: Verschiedene Lebensweisen in der Schweiz», Text von Basil Weingartner, Bern 2020, 18 S. (pdf)
Erstmals liegen detaillierte Ergebnisse zur gesellschaftlichen Akzeptanz der fahrenden Lebensweise in der Schweiz vor. Zwei Drittel (67 Prozent) der Bevölkerung sehen die fahrende Lebensweise als Teil der Schweizer Vielfalt. 56 Prozent findet, dass die Schweiz mehr für sie tun sollte, etwa gegen den Mangel an Halteplätzen für fahrende Gruppen. Jenische und Sinti sind heute in der Schweiz akzeptiert. 63 Prozent der Bevölkerung betrachten die Kultur dieser Minderheiten als kulturelle Bereicherung für das Land. Allerdings hatte kaum jemand Kontakt zu den Minderheiten. In allen drei Sprachregionen geben rund 10 Prozent an, bereits einmal bewusst Kontakt zu den beiden Minderheiten gehabt zu haben.
Für die repräsentative Umfrage des BFS wurden 3.000 Personen im Alter von 15 bis 88 Jahren befragt. Zusätzlich ermöglicht ein Bericht der FRB eine Einschätzung der erhobenen statistischen Daten. Dazu sind die Rückmeldungen der im Vorfeld der Erhebung durchgeführten ausführlichen Gesprächen herangezogen und die Einschätzungen von Vertreterinnen und Vertretern der Minderheiten einbezogen worden.
Alle zwei Jahre führen die FRB und das BFS die Umfrage «Zusammenleben in der Schweiz» durch. Bei dieser werden Personen zu ihren Einstellungen zu verschiedenen Formen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit befragt. Read the rest of this entry »
März 24th, 2020 |
Published in
Interview, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Darstellung von Roma in Schulbüchern: Die größte europäische Minderheit ist im Schulunterricht eine Unbekannte
Radio Dreyeckland, Morgenradio, 23.3.2020
→Anhören, 8.05 Min. (mp3)
Rassistisches Denken ist sehr oft mit Stereotypen verknüpft. Erste Stereotype lernen wir bereits in der Schule, in unseren Schulbüchern. Riem Spielhaus ist Professorin für Islamwissenschaft an der Universität Göttingen. Außerdem leitet sie die Abteilung „Wissen im Umbruch“ des „Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung“ (Link). Sie hat sich angeschaut, wie Roma in europäischen Schulbüchern dargestellt werden. Sie sind die größte europäische Minderheit; rund 10 bis 12 Millionen leben nach Schätzungen des Europarats in Europa. In Schulbüchern kommen sie trotzdem kaum vor. Die Geschichts-, Politik- und Sozialkundebücher in 21 europäischen Ländern erwähnen Roma nur rund 800 Mal. Demographische Daten und ihre Verfolgung zu Zeiten des Nationalsozialismus stünden dann im Vordergrund. Als Einzelpersonen mit Namen und individuellem Lebensverlauf lernen Schüler/innen sie hingegen kaum kennen, sagte Riem Spielhaus im Interview mit Isabel.
Read the rest of this entry »
März 15th, 2020 |
Published in
Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
„Die Masche der Roma“? Wann die „Bild“-Medien Roma und Romnja erwähnen
Eine Frau hat mehreren Rentnern Lügengeschichten erzählt und ihre Opfer dabei um viel Geld gebracht: Mal behauptete sie, dass sie ein Vermögen auf einem Schweizer Konto liegen hätte, an das sie aber nur rankäme, wenn man ihr Geld für Notar und Anwalt leiht; mal sagte sie, dass sie Probleme bei der Rückzahlung eines Darlehens hätte. Die Männer gaben ihr teilweise sechsstellige Summen, die sie nie wiederbekamen — insgesamt 1,5 Millionen Euro soll sich die Frau auf diese Weise ergaunert haben. Vergangene Woche wurde sie zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Bild.de und die Frankfurt-Ausgabe der „Bild“-Zeitung berichteten über den Prozess:

(Zur Unkenntlichmachung: Verpixelung links und Augenbalken rechts durch „Bild“, der Rest durch BILDBlog.de.)
Der Autor schildert in seinem Text auch das Vorgehen der Frau und schreibt als Einleitung in „Bild“:
DIE MASCHE DER ROMA:
Read the rest of this entry »
März 7th, 2020 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Na prindscharde tetertscha ando ar le kurkestar o tikno gondolipeskero than „Niemals Vergessen“ ande Leopoldskron-Moos (Salzburg) phare pujste tschite. Ada palgondolinel upro ande tschapime dschene le „Zigeuner-“ vaj. „Anhaltelager“istar le nacijonalsocijalistendar ando pasche paschlo Maxglan. O Sinti taj Roma dschi 1945 ando logeri murdarde ule.
O gondolipeskero than la Salzburger Radiofabrikatar 2010 ando keripe jek EU-akere projektistar usi dokumentacija la logeriskera historijatar ando foro Salzburg kerdo ulo. Jeke dschenesko suboton upre pelo o pujsto tschijipe le gondolipeskere thanestar. Palalal dikipe dschenendar i bavlal artschapim ol, hot o pujsto tschipe odotar al. I skulptura andar srasta igen pharo hi. O kascht pasche sasto. O pujsto tschijipe le gondolipekere thanestar uso harengere aunsesim ulo. Odola gejng na prindscharde tetertscha ermitlinen. Te politischi aunastaripe sina, ada dschijakan na prindschardo hi.
Hitleriskeri reschiserkija Riefenstahl
O aguno logeri le nacijonalsocijalistendar ande Maxglan te la Hitler reschiserkijatar Leni Riefenstahl te kerel hi. Oj ando haburi barikani filmiskeri keraschkija andi Germanija sina. Lakere filmiske „Tiefland“, savi oj ando 1940 dschi 1942 dranintscha taj erscht 1954 telal demokratischi situacija andi bundakeri republika kisetintscha, lija oj ando „Dritten Reich“ schtatisktscha andar i flogoskeri grupn le Romendar taj Sintijendar. Odola ale te andar o logeri Maxglan andar Salzburg. Read the rest of this entry »