Mehrheit der Schweizer akzeptiert Fahrende

März 25th, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Fahrende in Nyon (Foto: SF)Eine Mehrheit der Schweizer Be­völ­ke­rung steht der fah­ren­den Le­bens­weise so­wie den Jeni­schen, Sinti und Roma po­si­tiv ge­gen­über. Dies zeigt eine von der Fach­stelle für Ras­sis­mus­be­kämp­fung (FRB) und dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik (BFS) durch­ge­führ­te re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge. Die Um­frage macht auch deut­lich, dass we­nig Wis­sen über die Min­der­hei­ten und ihre Le­bens­wei­sen vor­han­den ist.

→BERICHT: Fachstelle für Rassismusbekämpfung/Eidgenössisches Departement des Innern (Hg.), «Auch Menschen mit fahrender Lebensweise brauchen eine Wohnmöglichkeit». Analyse zur Umfrage «Diversität: Ver­schie­dene Lebens­weisen in der Schweiz», Text von Basil Weingartner, Bern 2020, 18 S. (pdf)

Erstmals liegen detaillierte Ergebnisse zur gesell­schaft­li­chen Akzeptanz der fahren­den Lebens­weise in der Schweiz vor. Zwei Drittel (67 Pro­zent) der Bevöl­kerung sehen die fahrende Lebens­weise als Teil der Schweizer Vielfalt. 56 Pro­zent findet, dass die Schweiz mehr für sie tun sollte, etwa gegen den Mangel an Halteplätzen für fah­rende Grup­pen. Jenische und Sinti sind heute in der Schweiz ak­zeptiert. 63 Pro­zent der Bevöl­kerung be­trach­ten die Kultur dieser Minder­heiten als kultu­rel­le Bereiche­rung für das Land. Aller­dings hatte kaum je­mand Kontakt zu den Minder­heiten. In allen drei Sprach­regio­nen geben rund 10 Pro­zent an, bereits ein­mal bewusst Kontakt zu den beiden Minder­heiten ge­habt zu haben.

Für die repräsentative Umfrage des BFS wurden 3.000 Perso­nen im Alter von 15 bis 88 Jah­ren befragt. Zu­sätzlich er­möglicht ein Bericht der FRB eine Ein­schätzung der erho­benen statis­ti­schen Daten. Dazu sind die Rück­meldungen der im Vorfeld der Erhe­bung durch­geführten aus­führ­lichen Ge­sprächen heran­gezogen und die Ein­schätzungen von Ver­tre­terin­nen und Ver­tretern der Minder­heiten ein­be­zogen worden.

Alle zwei Jahre führen die FRB und das BFS die Umfrage «Zusammen­leben in der Schweiz» durch. Bei dieser werden Per­sonen zu ihren Ein­stellungen zu ver­schie­denen For­men von Rassismus und Frem­den­feind­lich­keit be­fragt. In den Zwischen­jahren wird er­gänzend eine separate Ver­tiefungs­umfrage «Diversität» zu je­weils einem spe­zifi­schen Themen­gebiet durch­geführt. Ziel der Er­hebungen ist es, ein ver­läss­li­ches Bild der Heraus­for­de­run­gen zu geben, die sich für das Zu­sam­men­leben ver­schie­dener Bevöl­ke­rungs­gruppen in der Schweiz stellen.

(Fachstelle für Rassismusbekämpfung, PDF)

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