September 30th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Skulpturenfund in Berlin-Dahlem: Die Marmorbüste des NS-Bildhauers Arno Breker zeigt einen jungen Sinto bzw. Rom, dem Beker in den 1920er Jahren in Paris begegnet war. Die unvollendete Arbeit stammt aus dem Jahr 1940 – dem Jahr, in dem die ersten Massendeportationen von Roma und Sinti ins besetzte Polen anliefen.
Zu sehen bis 15. 1. 2021 im Kunsthaus Dahlem
Im August 2020 wurden bei Bauarbeiten im Garten des Kunsthaus Dahlem zwei Marmorskulpturen gefunden. Ein Werk konnte durch die Mitarbeiterinnen des Kunsthaus Dahlem unmittelbar nach Auffindung als Arno Brekers verschollene Skulptur „Romanichel“ von 1940 identifiziert werden. Das Werk ist leicht beschädigt – der Schaden bestand vermutlich bereits zum Zeitpunkt der Vergrabung. Die Zuordnung des zweiten Werks sowie die Erforschung der Fundumstände sind in Bearbeitung.
Nach der Funderfassung wurden beide Objekte zur Präsentation in den Ausstellungsbereich des Kunsthaus Dahlem gebracht, wo sie ab sofort bis zum 15. Januar 2021 zu sehen sind (mit Unterbrechung durch einen Ausstellungsumbau vom 19. bis 30. Oktober 2020).
„Romanichel“ (1940)
Bei dieser Skulptur handelt es sich um einen überlebensgroßen Porträt-Kopf aus weißem Marmor, wobei lediglich die Gesichts- und vordere Halspartie aus dem Steinblock herausgearbeitet wurden. Anhand historischer Fotografien konnte das Objekt zweifelsfrei als die bekannte Plastik „Romanichel“ (1940) von Arno Breker identifiziert werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach entstand das Werk in Brekers Atelier am Käuzchensteig. Es gilt als eines der wichtigsten Beispiele von Brekers Porträttorsi.
Bei dem Dargestellten handelt es sich um einen jungen Sinto oder Rom, dessen Name nicht überliefert ist. Breker begegnete ihm in den 1920er Jahren in Paris und porträtierte ihn mehrfach, eine erste Fassung entstand Ende der 1920er Jahre. Über seine Begegnung mit dem jungen Mann, der sich im Freundeskreis um Jean Cocteau bewegte, schrieb Breker: »Sein Kopf faszinierte mich sofort, noch am gleichen Tag begannen die Sitzungen. Read the rest of this entry »
September 29th, 2020 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Prozess in Ulm: Verurteilung wegen Vertreibung in 45 Fällen

Radio Dreyeckland, 29.9.2020 (10:37 min)
→Anhören (mp3)
Am 24.05.2019 fuhr ein dunkler Kleinwagen an dem Wiesengelände in Erbach-Dellmensingen in der Nähe von Ulm vorbei, wo mehrere Familien, Roma-Angehörige, mit ihrem Wohnwagen standen. Die Insassen des Kleinwagens riefen antiziganistische Parolen und warfen eine brennende Fackel in Richtung des Wohnwagens einer Familie. Diese verfehlte ihr Ziel nur knapp. Die Ulmer Polizei nahm fünf Tatverdächtige vorläufig fest. Gegen zwei der Beschuldigten bestand bereits ein Haftbefehl. Ab Juli 2019 saßen vier der fünf Angeklagten für zehn Monate in Untersuchungshaft. Der fünfte Angeklagte war zum Tatzeitpunkt minderjährig und saß für viereinhalb Wochen in Untersuchungshaft. Bei den Tätern handelt es sich um eine gewaltbereite Gruppierung, die der Fußball-Szene angehört. Alle fünf Angeklagten gaben vor Gericht an, dass sie die Personen aus Erbach-Dellmensingen am 24.5.2019 vertreiben wollten, was ihnen auch gelang. Der Staatsanwalt forderte Haftstrafen für vier der fünf Angeklagten wegen versuchten Mordes und versuchter Brandstiftung nach dem Jugendstrafrecht. [Anm.: Am vergangenen Mittwoch erging das Urteil: Die Täter wurden wegen Vertreibung bzw. gemeinschaftlicher Nötigung in 45 Fällen zu bedingsten Haftstrafen verurteilt (wir berichteten).]
Radio Dreyeckland sprach mt Chana Dischereit, wissenschaftliche Prozessbegleitung, vom Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg (Website).
(Text und Sendung: rdl.de)
September 28th, 2020 |
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Facts & Figures
Die rumänische Verfassung von 1832 nennt 6 Kategorien („Gilden“) von Roma-Gruppen: Lingurari, Aurari, Ursari, Zavragi, Lăeţi, Netoti. (Art. 94)
(Quelle/pdf)
September 25th, 2020 |
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Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Fest der Vielfalt 2020 – Mulantintschago le mindenfelitikostar“
Unter dem Motto „Kultur verbindet uns“ findet das „Fest der Vielfalt 2020“ wegen COVID-19 heuer auch online statt. Die Ungarische Tanzgruppe Jabing, die Roma-Band Romano Rath sowie die Samer Banda geben mit ihren tänzerischen und musikalischen Darbietungen einen Einblick in die jeweiligen Kulturen.
Sa., 26. Sept. 2020, 19.00 Uhr: Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12
Eintritt frei (mehr hier)
September 25th, 2020 |
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Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Fest der Vielfalt 2020 – Mulantintschago le mindenfelitikostar“
Unter dem Motto „Kultur verbindet uns“ findet das „Fest der Vielfalt 2020“ wegen COVID-19 heuer auch online statt. Die Ungarische Tanzgruppe Jabing, die Roma-Band Romano Rath sowie die Samer Banda geben mit ihren tänzerischen und musikalischen Darbietungen einen Einblick in die jeweiligen Kulturen.
Sa., 26. Sept. 2020, 19.00 Uhr: Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12
Eintritt frei (mehr hier)
September 25th, 2020 |
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Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Fest der Vielfalt 2020 – Mulantintschago le mindenfelitikostar“
Unter dem Motto „Kultur verbindet uns“ findet das „Fest der Vielfalt 2020“ wegen COVID-19 heuer auch online statt. Die Ungarische Tanzgruppe Jabing, die Roma-Band Romano Rath sowie die Samer Banda geben mit ihren tänzerischen und musikalischen Darbietungen einen Einblick in die jeweiligen Kulturen.
Sa., 26. Sept. 2020, 19.00 Uhr: Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12
Eintritt frei (mehr hier)
September 23rd, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Urteil nach Fackelwurf in Deutschland: Bedingte Haftstrafen nach rassistischem Angriff auf französische Roma/Sinti in Baden-Württemberg. Am Abend des 24. Mai 2019 hatten die fünf Täter eine brennende Fackel in Richtung der Wohnwägen geschleudert (wir berichteten hier, hier und hier).
Im Ulmer Prozess um einen antiziganistischen Anschlag im Mai 2019 wurde heute nach 16 Verhandlungstagen das Urteil über die fünf Angeklagten verkündet. Alle fünf wurden wegen Vertreibung bzw. gemeinschaftlicher Nötigung in 45 Fällen nach Jugendstrafrecht verurteilt. Alle Strafen wurden auf Bewährung ausgesetzt. Die Kammer betonte, dass die Motivation der Tat Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antiziganismus gewesen sei. Auch zum jetzigen Zeitpunkt wiesen die Angeklagten diese Neigungen auf. Für eine Verurteilung wegen versuchten Mordes und versuchter Brandstiftung hätten objektive Indizien gefehlt. Alle Angeklagten wurden verpflichtet, die KZ-Gedenkstätte Dachau zu besuchen und danach einen zehnseitigen, handschriftlichen Bericht anzufertigen über ihre Erfahrungen, Gefühle und Eindrücke. Zwei der Angeklagten wurden dazu verurteilt, Geldstrafen in Höhe von 1.200 Euro an die „Hildegard Lagrenne Stiftung“ zu zahlen. Die Stiftung wurde 2012 von Angehörigen der nationalen Minderheit der Sinti und Roma gegründet und setzt sich für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland ein.
Die Nebenklage kann mit dem Urteil leben, weil das Gericht die antiziganistische Hassmotivation klar benannt hat.
Dr. Mehmet Daimagüler, Vertreter der Nebenklage
Das war die erste Verurteilung wegen gemeinschaftlicher Nötigung aus rassistischen Motiven auf deutschem Boden nach 1945.
Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender des VDSR-BW
Dieser Fall zeigt, dass Antiziganismus in der Gesellschaft weit verbreitet ist und als Normalität wahrgenommen wird. Genau das ist das gefährlich.
Romeo Franz MdEP
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September 23rd, 2020 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Ein Erlass des faschist. Italien von 1928 brandmarkte Roma als Staatsgefahr, da sie kommunist. Schriften ins Land schmuggeln könnten.
(Quelle)
September 22nd, 2020 |
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Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Der Verein Hango Roma und die Roma-Volkshochschule Burgenland hatten im Frühjahr 2020 eine Veranstaltung zum Internationalen Tag der Roma geplant, der weltweit am 8. April gefeiert wird. Die aufgrund der Covid-19-Maßnahmen abgesagte Veranstaltung findet nun am 26. September 2020 im Offenen Haus Oberwart (OHO) statt.
Samstag, 26. Sept. 2020, 14.00 Uhr
Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12. Eintritt: frei
Das Attentat von Oberwart hatte erhebliche Folgen für die autochthone Roma-Gesellschaft im Burgenland und in Österreich. Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik wurde der Volksgruppe gesellschaftlich relevante Aufmerksamkeit zuteil. Die teils prekären Lebensumstände rückten ebenso in den Blickpunkt der Öffentlichkeit wie die strukturelle Diskriminierung und die Vorurteilsstrukturen, mit denen Roma nach wie vor konfrontiert waren. Während das Attentat von Oberwart also mehr oder weniger spürbare Veränderungen nach sich zog, blieben und bleiben Übergriffe auf Roma und Morde in anderen europäischen Ländern weitgehend folgenlos für die Gesellschaften. Staatliche Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Roma fehlen in den meisten Ländern genauso wie ein rigoroses Vorgehen gegen rechtsextreme Gruppen und Medien, die mit rassistischen Parolen den Boden für die alltägliche Gewalt gegen Roma bereiten.
„Tradipe gejng o Roma – Gewalt gegen Roma“
Ab 14.00 Uhr gibt es im Offenen Haus Oberwart eine Tagung zum Thema „Gewalt gegen Roma – Rezeption und Umgang mit einem europäischen Phänomen“. Read the rest of this entry »
September 21st, 2020 |
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Interview, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Romeo Franz: Die EU-Politik gegen Antiziganismus muss sich grundlegend ändern
Fast 30 Prozent der Deutschen hegen Vorurteile gegen Sinti und Roma. Mit diesen Zahlen aus der Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung steht Deutschland allerdings nicht allein. In ganz Europa grassiert, auch mit Blick auf die Covid-19-Pandemie, Antiziganismus. Ein Bericht aus dem EU-Parlament fordert jetzt eine Neuausrichtung im Kampf gegen Vorurteile und Diskriminierung von Menschen mit Romani-Hintergrund.
Von Stefan Lauer/Belltower.News
Romeo Franz sitzt für Bündnis 90/Die Grünen im Europaparlament in Brüssel. Franz ist deutscher Sinto und der zuständige Berichterstatter des EU-Parlaments. Sein Bericht befasst sich mit den Bemühungen der letzten zehn Jahre und stellt ihnen kein gutes Zeugnis aus. Es ist ein Rückblick auf den „Europäischen Rahmen für nationale Roma-Integrationsstrategien“ und gleichzeitig eine Empfehlung für eine neue Rahmenstrategie der Staatengemeinschaft gegen Antiziganismus. Der Rechtsausschuss des Parlaments hat die Empfehlungen für die neue Strategie mit großer Mehrheit verabschiedet.
Ein Problem des bisherigen Vorgehens zeigt sich schon in der Sprache. „Vom Begriff ‚Integration‘ habe ich mich nicht angesprochen gefühlt. Meine Familie lebt seit 600 Jahren in Deutschland“, berichtet Romeo Franz. Er fordert, dass von Inklusion statt von Integration gesprochen wird. Und dass die Heterogenität von Menschen mit Romani-Hintergrund endlich wahrgenommen wird. Read the rest of this entry »
September 20th, 2020 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Die erste archäologische Erforschung einer Stätte des NS-Genozids an den Roma fand 2016/17 im ehemaligen KZ Lety in Tschechien statt.
(Quelle)
September 18th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Religion
Papst Pius XII. (Eugenio Pacelli) versagte angesichts der Shoah und des NS-Genozids an den Roma und Sinti. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma unterstützt die Initiative zur der Umbenennung der Pacelliallee in Berlin
Der Zentralrat unterstützt die Initiative der Historiker Julien Reitzenstein und Ralf Balke, die Pacelliallee nach der früheren israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir zu benennen. Seine Unterstützung drückt auch der Beauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein aus, der hervorhob, dass Pius XII. zum Holocaust und zum Mord an den Sinti und Roma schwieg. Sowohl Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., als auch die katholische Kirche in Deutschland verweigerten sich mit Passivität, eine hilfreiche Stimme gegen dieses Menschheitsverbrechen zu sein.
Der vergebliche Versuch eines Angehörigen der Minderheit bei Kardinal Faulhaber am 5. April 1943 in München vorzusprechen und seine darüber hinaus gerichteten Schreiben an den Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, den Breslauer Kardinal Adolf Bertram, und den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber, zeigen wie auch andere Quellen, dass hohe Mitglieder der katholischen Kirche in Deutschland informiert waren über die systematische Ermordung tausender christlicher Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
Für die systematische Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten aufgrund der Abstammung öffneten die Kirchen in Deutschland ihre bis ins 16. Jahrhundert reichenden Bücher, damit selbst „1/8 Zigeunern“ der Ermordung preisgegeben werden konnten. Read the rest of this entry »
September 16th, 2020 |
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Facts & Figures, Politik
In den postkommunistischen Ländern Ostmittel- und Südosteuropas wurden seit der Wende über 180 politische Roma-Parteien angemeldet.
(Quelle)
September 14th, 2020 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellung von Manolo Gómez
Bis 17.10.2020 im Bildungsforum gegen Antiziganismus, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin
Am 3. September eröffnete das Bildungsforum gegen Antiziganismus zusammen mit der Galerie Kai Dikhas und dem Theater Aufbau Kreuzberg/TAK die Ausstellung „Desde lo Profundo | Aus der Tiefe“ des spanischen Künstlers Manolo Gómez.
Mit seiner Kunst hat der spanische Gitano einen adäquaten bildnerischen Ausdruck für den Flamenco gefunden und so diese Kultur um eine neue Facette abstrakter Kunst erweitert. Dem Träger des Premio de la Cultura Gitana 2012 gelingt die kongeniale Umsetzung des rätselhaften Duende-Zustands des Flamenco in der Malerei und der Keramik. In seiner Kindheit beobachtete Gómez Romero fasziniert die Formen, die der auf den Boden fallende Kalk bildete, mit dem seine Mutter die Wände ihres Hauses jedes Jahr aufs Neue kälkte. Er verlor sich in der Betrachtung der unzähligen Formen der Kleckse und Spritzer. Und es sind immer noch diese Formen, die den Maler heute in seiner Arbeit beschäftigen. Unter Einfluss seiner Frau Joana Artigas, deren Vater Joan Gardy Artigas und Großvater Llorenc Artigas mit ihrer Keramikkunst Weggefährten und zum Teil Mitarbeiter von Pablo Picasso, Juan Miró, Georges Braque, Marc Chagall oder auch Alberto Giacometti waren, wurde die Arbeitsweise der Keramik Teil seines Malerei. In der Werkstatt Artigas lernte Manolo Gómez Romero zuerst das keramische Arbeiten, um dies später in der Malerei anzuwenden. Read the rest of this entry »
September 11th, 2020 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Die älteste Nennung von Roma in der Walachei (1385) bestätigt eine frühere Schenkung von 40 Roma-Unterkünften an das Kloster Vodiţa.
(Quelle/pdf)
September 10th, 2020 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Religion
Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Gespräch mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg
Am 1. September 2020 trafen Mitglieder des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Vertreter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma erstmalig in Heidelberg zu offiziellen Gesprächen zusammen. Beide Seiten betonten die Bedeutung des Treffens auf dem Weg zu Vertrauen und Dialog und für das gemeinsame Engagement für Demokratie und Menschenrechte, sowie um Antiziganismus und jeglicher Form von Rassismus und Menschenverachtung entgegenzutreten.
Der vom Rat der EKD entsandten 10-köpfigen Delegation gehörten Präses Dr. Irmgard Schwaetzer, Ratsvorsitzender und Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann und Prälat Dr. Martin Dutzmann an. Von Seiten des Zentralrats und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma nahmen der Vorsitzende Romani Rose, der stellvertretende Vorsitzende Jacques Delfeld und die Vorstandsmitglieder Oswald Marschall und Diana Bastian teil.
Romani Rose hob die Dimension des Treffens für das gemeinsame Engagement der EKD und des Zentralrats hervor: „Es ist für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma von großer Bedeutung, dass die Evangelische Kirche in Deutschland den seit Jahrhunderten tief in unserer Gesellschaft verankerten Antiziganismus thematisiert und bekämpft und das Bewusstsein in Kirche und Gesellschaft über den Holocaust an 500.000 ermordeten Sinti und Roma im NS-besetzen Europa stärkt. Angesichts von zunehmendem Rassismus und Nationalismus, in Deutschland und weltweit, setzen sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und die Evangelische Kirche in Deutschland gemeinsam für unseren demokratischen Rechtstaat und gegen Antiziganismus, Antisemitismus und alle Formen von Rassismus ein.“
Heinrich Bedford-Strohm betonte, wie wichtig es sei, dass der gemeinsame Einsatz von Kirche und Minderheit gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit sichtbar und wahrnehmbar in der Gesellschaft werde: Read the rest of this entry »
September 9th, 2020 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
SOS Mitmensch: Auslieferung von Hermann für effektiven Kampf gegen Hass notwendig. Politik darf Verhetzungs-Tatverdächtigen nicht die Mauer machen
SOS Mitmensch begrüßt das Auslieferungsbegehren der Staatsanwaltschaft Graz für den FPÖ-Landtagsabgeordneten Stefan Hermann aufgrund des Verdachts der Verhetzung. An den steirischen Landtag richtet die Menschenrechtsorganisation den eindringlichen Appell, der Auslieferung zuzustimmen. Der Justiz müsse die Möglichkeit gegeben werden, Ermittlungen gegen Hermann aufgrund des von ihm in Umlauf gebrachten Anti-Roma-Hassvideos einzuleiten. „Der Fall Hermann ist ein Lackmustest für die Politik, wie ernst sie den Kampf gegen Hass wirklich nimmt. Read the rest of this entry »
September 8th, 2020 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Roma sam
Radijo Burgenland: 24.8.2020 | (on demand)
O anav sar „Zigeunerschnitzel“, „Zigeunersoße“ vaj „Zigeunerräder“ but dschenenge prindschardo hi. Pal but probalinipe mindendenfelitike Roma taj Sinti organisacijendar taj farajnendar o rasistischi anav „Zigeunersauce“ la markatar Knorr avro anav uschtidel.
Imar ando bersch 2013 aja tema diskutirim ulo. O Roma taj Sinti mangle, hot o anav „Zigeunersoße“ andar o sortiment la firmatar Knorr lim te ol. Knorr ham oda na kertscha taj phentscha hot imar 100 berscha ada recepto tradicija hi. Ad keripe nevo koja uschtidija le murdarpeha le amerikaneristar George Floyd taj le „Black Lives Matter“-micinipestar. O Emmerich Gärtner-Horvath anglebeschto le flogoskere grupnengere bajrotistar le Romendar andi Austrija, phukal, sar ov le aktivistiha andar i Svecija burgenlanditike vurclinenca aja cajt le irinipeske nucintscha. O terno flogoskero grupnengero dscheno taj aktivisto andar i Svecija na pre anaveha ando pradipe te dschal kamla. O vakeripe la redakcija le ORF-istar tel lenintscha. Ov oda na kamla.
Amari kolegkija, i literaturakeri visenschoftlerkija Katharina Graf-Janoska ando lejcti berscha interesanti angle vakeriptscha pedar o sterijotiptscha andi Romani kojnha likertscha. Schaj hot, o anevengero dipe le habendar te le burgenlanditike tourismusiha ando maschkarutno 20. schelberschengero te kerel hi, phenel i Graf-Janoska. O hamischano sikajipe le Romendar taj Sintijendar ando kulinarischi koja na tschak ando Burgenland del. Read the rest of this entry »
September 7th, 2020 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Roma sam
Radio Burgenland: 24.8.2020 | (on demand)
Benennungen wie „Zigeunerschnitzel“, „Zigeunersoße“ oder „Zigeunerräder“ sind vielen geläufig. Nach jahrelangen Bemühungen verschiedener Vereine und Institutionen der Roma und Sinti wird die rassistisch bezeichnete „Zigeunersauce“ der Marke Knorr nun umbenannt und in Zukunft als „Paprikasauce Ungarische Art“ angeboten.
Schon im Jahr 2013 wurde das Thema diskutiert. Damals forderten Roma- und Sinti-Organisationen, den Begriff „Zigeunersoße“ aus dem Sortiment der Firma Knorr zu nehmen. Knorr lehnte ab und begründete die Entscheidung mit einer (Anm.: vermeintlich) 100-jährigen Tradition ihrer Soße. Neu entflammt wurde die Debatte aufgrund des Todes des US-Amerikaners George Floyd und der darauffolgenden „Black Lives Matter“-Bewegung. Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates für Roma in Österreich, erzählt, wie er und ein Aktivist aus der Schweiz mit burgenländischen Roma-Wurzeln die Gunst der Zeit nutzten. Read the rest of this entry »
September 5th, 2020 |
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Facts & Figures
Am 25.9.1942 ordnete Schwedens Regierung die Registrierung aller Roma und Fahrenden an. Mehrfach sabotierten Beamte die Umsetzung.
(Quelle)