Archive for September, 2020

„Romanichel“: Skulpturenfund in Dahlem

September 30th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Arno Breker: »ROMANICHEL«, 1940, Marmor, 90 x 68 x 60 cm  (Foto: Gunter Lepkowski; © VG Bild-Kunst, Bonn 2020/Pressebild des Kunsthauses Dahlem)) Skulpturenfund in Berlin-Dahlem: Die Mar­mor­büs­te des NS-Bild­hauers Arno Breker zeigt einen jun­gen Sinto bzw. Rom, dem Be­ker in den 1920er Jah­ren in Paris be­geg­net war. Die un­voll­en­de­te Ar­beit stammt aus dem Jahr 1940 – dem Jahr, in dem die ersten Mas­sen­de­por­ta­tio­nen von Roma und Sinti ins be­set­zte Polen an­lie­fen.

Zu sehen bis 15. 1. 2021 im Kunsthaus Dahlem

Im August 2020 wurden bei Bauarbeiten im Garten des Kunst­haus Dahlem zwei Marmor­skulp­tu­ren ge­funden. Ein Werk konnte durch die Mit­arbei­terin­nen des Kunsthaus Dahlem un­mittel­bar nach Auf­findung als Arno Brekers ver­schollene Skulp­tur „Romanichel“ von 1940 iden­ti­fi­ziert wer­den. Das Werk ist leicht beschädigt – der Schaden be­stand ver­mutlich be­reits zum Zeit­punkt der Ver­grabung. Die Zu­ord­nung des zwei­ten Werks sowie die Er­forschung der Fund­umstände sind in Be­arbeitung.

Nach der Funderfassung wurden beide Objekte zur Präsentation in den Aus­stellungs­bereich des Kunst­haus Dahlem ge­bracht, wo sie ab sofort bis zum 15. Ja­nuar 2021 zu sehen sind (mit Unter­bre­chung durch einen Aus­stel­lungs­umbau vom 19. bis 30. Ok­to­ber 2020).

„Romanichel“ (1940)

Bei dieser Skulptur handelt es sich um einen überlebens­großen Porträt-Kopf aus weißem Marmor, wo­bei le­diglich die Gesichts- und vor­dere Hals­partie aus dem Stein­block heraus­gearbeitet wurden. An­hand histo­rischer Foto­gra­fien konnte das Objekt zweifels­frei als die be­kannte Plastik „Romanichel“ (1940) von Arno Breker iden­tifiziert wer­den. Aller Wahr­schein­lich­keit nach ent­stand das Werk in Brekers Atelier am Käuz­chen­steig. Es gilt als eines der wich­tigsten Bei­spiele von Bre­kers Porträt­torsi.

Bei dem Dargestellten handelt es sich um einen jungen Sinto oder Rom, dessen Name nicht über­liefert ist. Breker be­geg­nete ihm in den 1920er Jahren in Paris und por­trä­tierte ihn mehr­fach, eine erste Fas­sung ent­stand Ende der 1920er Jahre. Über seine Be­gegnung mit dem jungen Mann, der sich im Freundes­kreis um Jean Cocteau be­wegte, schrieb Breker: »Sein Kopf fas­zinierte mich sofort, noch am gleichen Tag be­gannen die Sitzun­gen. Read the rest of this entry »

Fackelwurfprozess: „Ein historisches Urteil“

September 29th, 2020  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Prozess in Ulm: Verurteilung wegen Vertreibung in 45 Fällen
Dreyeckland

Radio Dreyeckland, 29.9.2020 (10:37 min)
→Anhören (mp3)

Am 24.05.2019 fuhr ein dunkler Kleinwagen an dem Wiesen­gelände in Erbach-Dell­men­sin­gen in der Nähe von Ulm vorbei, wo meh­rere Familien, Roma-An­ge­hö­ri­ge, mit ihrem Wohn­wagen standen. Die In­sassen des Klein­wagens riefen anti­ziganis­tische Parolen und warfen eine bren­nende Fackel in Rich­tung des Wohn­wagens einer Fa­milie. Diese verfehlte ihr Ziel nur knapp. Die Ul­mer Polizei nahm fünf Tat­ver­däch­tige vor­läufig fest. Gegen zwei der Be­schul­digten be­stand bereits ein Haft­befehl. Ab Juli 2019 sa­ßen vier der fünf An­geklagten für zehn Mo­nate in Unter­suchungs­haft. Der fünf­te Angeklagte war zum Tat­zeit­punkt minder­jährig und saß für vier­ein­halb Wochen in Unter­su­chungs­haft. Bei den Tätern han­delt es sich um eine gewalt­bereite Grup­pie­rung, die der Fußball-Szene angehört. Alle fünf Angeklagten gaben vor Gericht an, dass sie die Personen aus Erbach-Dell­men­singen am 24.5.2019 vertreiben wollten, was ihnen auch ge­lang. Der Staats­anwalt for­derte Haftstrafen für vier der fünf An­geklagten wegen ver­suchten Mordes und ver­suchter Brand­stiftung nach dem Jugend­strafrecht. [Anm.: Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch erging das Urteil: Die Täter wur­den wegen Ver­treibung bzw. ge­mein­schaft­li­cher Nötigung in 45 Fäl­len zu bedingsten Haftstrafen verurteilt (wir berichteten).]

Radio Dreyeckland sprach mt Chana Dischereit, wis­sen­schaft­li­che Prozess­be­glei­tung, vom Verband Deut­scher Sinti und Roma, Landes­ver­band Baden-Württem­berg (Website).

(Text und Sendung: rdl.de)

Facts & Figures (316)

September 28th, 2020  |  Published in Facts & Figures

Die rumänische Verfassung von 1832 nennt 6 Ka­te­go­ri­en („Gil­den“) von Ro­ma-Grup­pen: Lin­gu­ra­ri, Au­ra­ri, Ur­sa­ri, Zav­ra­gi, Lăeţi, Netoti. (Art. 94)

(Quelle/pdf)

Fest der Vielfalt: Samer Banda

September 25th, 2020  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

„Fest der Vielfalt 2020 – Mulantintschago le minden­fe­li­ti­kos­tar“

Unter dem Motto „Kultur verbindet uns“ findet das „Fest der Vielfalt 2020“ we­gen COVID-19 heuer auch online statt. Die Un­ga­ri­sche Tanz­grup­pe Jabing, die Ro­ma-Band Romano Rath sowie die Samer Banda ge­ben mit ihren tän­ze­ri­schen und mu­si­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen einen Ein­blick in die je­wei­li­gen Kul­turen.

Sa., 26. Sept. 2020, 19.00 Uhr: Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12
Ein­tritt frei (mehr hier)

Fest der Vielfalt: Romano Rath

September 25th, 2020  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

„Fest der Vielfalt 2020 – Mulantintschago le minden­fe­li­ti­kos­tar“

Unter dem Motto „Kultur verbindet uns“ findet das „Fest der Vielfalt 2020“ we­gen COVID-19 heuer auch online statt. Die Un­ga­ri­sche Tanz­grup­pe Jabing, die Ro­ma-Band Romano Rath sowie die Samer Banda ge­ben mit ihren tän­ze­ri­schen und mu­si­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen einen Ein­blick in die je­wei­li­gen Kul­turen.

Sa., 26. Sept. 2020, 19.00 Uhr: Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12
Ein­tritt frei (mehr hier)

Fest der Vielfalt: Ungarische Tanzgruppe Jabing

September 25th, 2020  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

„Fest der Vielfalt 2020 – Mulantintschago le minden­fe­li­ti­kos­tar“

Unter dem Motto „Kultur verbindet uns“ findet das „Fest der Vielfalt 2020“ we­gen COVID-19 heuer auch online statt. Die Un­ga­ri­sche Tanz­grup­pe Jabing, die Ro­ma-Band Romano Rath sowie die Samer Banda ge­ben mit ihren tän­ze­ri­schen und mu­si­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen einen Ein­blick in die je­wei­li­gen Kul­turen.

Sa., 26. Sept. 2020, 19.00 Uhr: Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12
Ein­tritt frei (mehr hier)

Gerichtsurteil wegen Vertreibung in 45 Fällen

September 23rd, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Urteil nach Fackelwurf in Deutschland: Be­ding­te Haft­stra­fen nach rassis­ti­schem An­griff auf fran­zö­si­­sche Ro­ma/Sin­ti in Ba­­den-Württem­­berg. Am Abend des 24. Mai 2019 hat­ten die fünf Tä­ter eine bren­­nen­­de Fackel in Rich­tung der Wohn­wägen ge­­schleu­­dert (wir be­rich­te­ten hier, hier und hier).

Im Ulmer Prozess um einen antiziganistischen Anschlag im Mai 2019 wur­de heu­te nach 16 Ver­hand­lungs­tagen das Urteil über die fünf An­geklagten ver­kündet. Alle fünf wur­den wegen Ver­treibung bzw. ge­mein­schaft­li­cher Nötigung in 45 Fäl­len nach Jugend­strafrecht verurteilt. Al­le Strafen wur­den auf Be­währung aus­ge­setzt. Die Kammer be­tonte, dass die Mo­ti­va­tion der Tat Fremden­feind­lich­keit, Rassismus und Anti­ziganis­mus ge­wesen sei. Auch zum jetzi­gen Zeit­punkt wiesen die An­geklagten diese Nei­gun­gen auf. Für eine Verurteilung we­gen versuch­ten Mordes und ver­such­ter Brandstiftung hätten objektive Indizien gefehlt. Alle An­geklagten wurden ver­pflichtet, die KZ-Ge­denk­stätte Dachau zu be­suchen und danach einen zehn­seitigen, hand­schrift­lichen Bericht an­zu­fertigen über ihre Er­fahrun­gen, Gefühle und Ein­drücke. Zwei der An­geklagten wurden dazu ver­ur­teilt, Geldstrafen in Höhe von 1.200 Euro an die „Hildegard Lagrenne Stiftung“ zu zahlen. Die Stiftung wurde 2012 von An­ge­hörigen der natio­nalen Minderheit der Sinti und Roma ge­grün­det und setzt sich für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland ein.

Die Nebenklage kann mit dem Urteil leben, weil das Gericht die anti­zi­ganis­ti­sche Hass­motivation klar be­nannt hat.
Dr. Mehmet Daimagüler, Vertreter der Nebenklage

Das war die erste Verurteilung wegen gemeinschaftlicher Nötigung aus rassis­ti­schen Motiven auf deut­schem Bo­den nach 1945.
Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender des VDSR-BW

Dieser Fall zeigt, dass Antiziganismus in der Gesellschaft weit ver­brei­tet ist und als Nor­ma­lität wahr­ge­nom­men wird. Ge­nau das ist das ge­fährlich.
Romeo Franz MdEP

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Facts & Figures (315)

September 23rd, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ein Er­lass des faschist. Ita­li­en von 1928 brand­mark­te Ro­ma als Staats­ge­fahr, da sie kom­mu­nist. Schrif­ten ins Land schmug­geln könn­ten.

(Quelle)

Roma-Tag: Tagung & Fest der Vielfalt

September 22nd, 2020  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romaband Romano Rath (foto: volksgruppen.orf.at)Der Verein Hango Roma und die Roma-Volks­hoch­schule Bur­gen­land hat­ten im Früh­jahr 2020 eine Ver­an­stal­tung zum Inter­natio­na­len Tag der Roma ge­plant, der welt­weit am 8. April ge­feiert wird. Die auf­grund der Co­vid-19-Maß­nahmen ab­ge­sagte Ver­an­stal­tung fin­det nun am 26. Sep­tem­ber 2020 im Offe­nen Haus Oberwart (OHO) statt.

Samstag, 26. Sept. 2020, 14.00 Uhr
Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12. Eintritt: frei

Das Attentat von Oberwart hatte erhebliche Folgen für die autoch­tho­ne Roma-Ge­sell­schaft im Burgenland und in Ös­ter­reich. Erst­mals in der Ge­schichte der Zwei­ten Republik wurde der Volks­gruppe ge­sell­schaft­lich re­le­vante Auf­merk­sam­keit zuteil. Die teils prekären Lebens­umstände rückten eben­so in den Blick­punkt der Öffent­lichkeit wie die struk­turelle Dis­krimi­nie­rung und die Vor­urteils­struk­turen, mit denen Roma nach wie vor kon­frontiert waren. Wäh­rend das Attentat von Oberwart also mehr oder we­niger spür­bare Ver­änderun­gen nach sich zog, blie­ben und bleiben Übergriffe auf Roma und Morde in an­deren euro­päischen Ländern weit­gehend fol­gen­los für die Gesell­schaf­ten. Staat­liche Maß­nahmen zur Ver­besse­rung der Lebens­situation der Roma fehlen in den meis­ten Ländern genau­so wie ein rigo­roses Vorgehen gegen rechtsextreme Gruppen und Medien, die mit rassis­tischen Parolen den Boden für die all­tägliche Gewalt gegen Roma be­reiten.

„Tradipe gejng o Roma – Gewalt gegen Roma“

Ab 14.00 Uhr gibt es im Offenen Haus Oberwart eine Tagung zum Thema „Gewalt gegen Roma – Re­zeption und Um­gang mit einem euro­päi­schen Phäno­men“. Read the rest of this entry »

Roma-Politik: EU braucht neuen Ansatz

September 21st, 2020  |  Published in Interview, Politik, Rassismus & Menschenrechte

MEP Franz im EU-Parlament in Straßburg, 2018 (Videostill: Europ. Parlament)Romeo Franz: Die EU-Politik gegen Anti­zi­ga­nis­mus muss sich grund­le­gend än­dern


Fast 30 Prozent der Deutschen he­gen Vor­ur­teile gegen Sinti und Roma. Mit diesen Zah­len aus der Mitte-Stu­die der Fried­rich-Ebert-Stif­tung steht Deutsch­land aller­dings nicht al­lein. In ganz Europa gras­siert, auch mit Blick auf die Co­vid-19-Pan­de­mie, Anti­ziganis­mus. Ein Bericht aus dem EU-Par­la­ment for­dert jetzt eine Neu­aus­richtung im Kampf gegen Vorurteile und Diskriminierung von Menschen mit Romani-Hintergrund.

Von Stefan Lauer/Belltower.News

Romeo Franz sitzt für Bündnis 90/Die Grünen im Europaparlament in Brüssel. Franz ist deutscher Sinto und der zuständige Berichterstatter des EU-Parlaments. Sein Bericht befasst sich mit den Bemühungen der letzten zehn Jahre und stellt ihnen kein gutes Zeugnis aus. Es ist ein Rückblick auf den „Europäischen Rahmen für nationale Roma-Integrationsstrategien“ und gleichzeitig eine Empfehlung für eine neue Rahmenstrategie der Staatengemeinschaft gegen Antiziganismus. Der Rechtsausschuss des Parlaments hat die Empfehlungen für die neue Strategie mit großer Mehrheit verabschiedet.

Ein Problem des bisherigen Vorgehens zeigt sich schon in der Sprache. „Vom Begriff ‚Integration‘ habe ich mich nicht an­ge­sprochen ge­fühlt. Meine Familie lebt seit 600 Jahren in Deutschland“, be­rich­tet Romeo Franz. Er for­dert, dass von Inklusion statt von Integra­tion ge­sprochen wird. Und dass die Heterogenität von Men­schen mit Roma­ni-Hin­ter­grund end­lich wahr­ge­nommen wird. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (314)

September 20th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Die erste archäo­lo­gi­sche Er­for­schung ei­ner Stät­te des NS-Ge­no­zids an den Ro­ma fand 2016/17 im ehe­ma­li­gen KZ Lety in Tsche­chi­en statt.

(Quelle)

Zentralrat für Umbenennung der Pacelliallee

September 18th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Religion

Pius XIIPapst Pius XII. (Eugenio Pacelli) ver­sag­te an­ge­sichts der Shoah und des NS-Ge­no­zids an den Roma und Sinti. Der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma un­ter­stützt die Ini­tia­ti­ve zur der Um­be­nen­nung der Pa­celli­allee in Berlin

Der Zentralrat unterstützt die Initiative der His­to­ri­ker Julien Reitzenstein und Ralf Balke, die Pa­celli­allee nach der frü­he­ren israeli­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Golda Meir zu be­nennen. Seine Unter­stützung drückt auch der Be­auf­tragte der Bundes­regie­rung, Dr. Felix Klein aus, der hervor­hob, dass Pius XII. zum Holo­caust und zum Mord an den Sinti und Roma schwieg. So­wohl Eugenio Pacelli, der spä­tere Papst Pius XII., als auch die katholi­sche Kirche in Deutschland ver­wei­ger­ten sich mit Pas­si­vität, eine hilf­reiche Stimme gegen dieses Mensch­heits­ver­brechen zu sein.

Der vergebliche Versuch eines Angehörigen der Minderheit bei Kardinal Faulhaber am 5. April 1943 in München vor­zu­spre­chen und seine darüber hinaus ge­rich­teten Schrei­ben an den Sprecher der deut­schen Bischofs­konferenz, den Breslauer Kardinal Adolf Bertram, und den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber, zei­gen wie auch andere Quellen, dass hohe Mit­glie­der der katho­li­schen Kirche in Deutsch­land infor­miert waren über die sys­tematische Er­mor­dung tau­sender christ­licher Sinti und Roma im Ver­nichtungs­la­ger Auschwitz-Bir­kenau.

Für die systematische Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten auf­grund der Ab­stammung öffneten die Kirchen in Deutsch­land ihre bis ins 16. Jahr­hundert rei­chen­den Bücher, damit selbst „1/8 Zigeunern“ der Er­mor­dung preis­ge­ge­ben wer­den konn­ten. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (313)

September 16th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Politik

In den postkommunis­ti­schen Län­dern Ost­mit­tel- und Süd­ost­eu­ro­pas wur­den seit der Wen­de über 180 po­li­ti­sche Ro­ma-Par­tei­en an­ge­mel­det.

(Quelle)

Ausstellung „Desde lo Profundo“ in Berlin

September 14th, 2020  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Manolo Gómez, Guerrero Gitano (Foto: Kai Dikhas)Ausstellung von Manolo Gómez

Bis 17.10.2020 im Bildungsforum ge­gen An­ti­zi­ga­nis­mus, Prin­zen­str. 84.2, 10969 Berlin

Am 3. September eröffnete das Bil­dungs­forum gegen Anti­ziganis­mus zu­sam­men mit der Gale­rie Kai Dikhas und dem Theater Aufbau Kreuz­berg/TAK die Aus­stel­lung „Des­de lo Pro­fun­do | Aus der Tiefe“ des spa­ni­schen Künst­lers Manolo Gómez.

Mit seiner Kunst hat der spanische Gitano einen adä­qua­ten bild­neri­schen Aus­druck für den Fla­menco gefunden und so diese Kultur um eine neue Facet­te abstrakter Kunst er­weitert. Dem Träger des Premio de la Cultura Gitana 2012 ge­lingt die kon­geniale Um­setzung des rätsel­haften Duende-Zu­stands des Flamenco in der Malerei und der Keramik. In seiner Kind­heit be­obach­tete Gómez Romero fas­ziniert die Formen, die der auf den Boden fal­lende Kalk bil­dete, mit dem seine Mutter die Wän­de ihres Hau­ses jedes Jahr aufs Neue kälkte. Er verlor sich in der Be­trach­tung der un­zäh­ligen Formen der Kleckse und Spritzer. Und es sind im­mer noch diese Formen, die den Maler heute in seiner Arbeit be­schäf­tigen. Unter Ein­fluss seiner Frau Joana Artigas, deren Vater Joan Gardy Artigas und Groß­va­ter Llorenc Artigas mit ihrer Keramik­kunst Weg­ge­fähr­ten und zum Teil Mit­ar­bei­ter von Pablo Picasso, Juan Miró, Georges Braque, Marc Chagall oder auch Alberto Giacometti wa­ren, wur­de die Arbeits­weise der Kera­mik Teil seines Malerei. In der Werk­statt Artigas lern­te Mano­lo Gómez Ro­mero zu­erst das kerami­sche Arbeiten, um dies später in der Malerei an­zu­wen­den. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (312)

September 11th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Die älteste Nen­nung von Ro­ma in der Wa­la­chei (1385) be­stä­tigt ei­ne frü­he­re Schen­kung von 40 Ro­ma-Un­ter­künf­ten an das Klos­ter Vo­diţa.

(Quelle/pdf)

Rat der Evangelischen Kirche trifft Zentralrat

September 10th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Treffen in HeidelbergRat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Gespräch mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg

Am 1. September 2020 trafen Mitglieder des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Vertreter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma erstmalig in Heidelberg zu offiziellen Gesprächen zusammen. Beide Seiten betonten die Bedeutung des Treffens auf dem Weg zu Vertrauen und Dialog und für das gemeinsame Engagement für Demokratie und Menschenrechte, sowie um Antiziganismus und jeglicher Form von Rassismus und Menschenverachtung entgegenzutreten.

Der vom Rat der EKD entsandten 10-köpfigen Delegation gehörten Präses Dr. Irmgard Schwaetzer, Ratsvorsitzender und Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann und Prälat Dr. Martin Dutzmann an. Von Seiten des Zentralrats und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma nahmen der Vorsitzende Romani Rose, der stellvertretende Vorsitzende Jacques Delfeld und die Vorstandsmitglieder Oswald Marschall und Diana Bastian teil.

Romani Rose hob die Dimension des Treffens für das gemeinsame Engagement der EKD und des Zentralrats hervor: „Es ist für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma von großer Bedeutung, dass die Evangelische Kirche in Deutschland den seit Jahrhunderten tief in unserer Gesellschaft verankerten Antiziganismus thematisiert und bekämpft und das Bewusstsein in Kirche und Gesellschaft über den Holocaust an 500.000 ermordeten Sinti und Roma im NS-besetzen Europa stärkt. Angesichts von zunehmendem Rassismus und Nationalismus, in Deutschland und weltweit, setzen sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und die Evangelische Kirche in Deutschland gemeinsam für unseren demokratischen Rechtstaat und gegen Antiziganismus, Antisemitismus und alle Formen von Rassismus ein.“

Heinrich Bedford-Strohm betonte, wie wichtig es sei, dass der gemeinsame Einsatz von Kirche und Minderheit gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit sichtbar und wahrnehmbar in der Gesellschaft werde: Read the rest of this entry »

Hassvideo: Staatsanwaltschaft will Auslieferung

September 9th, 2020  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Ausschnitt aus dem Facebook-Video aus Tulln (Filmstill via SOS Mitmensch)SOS Mitmensch: Auslieferung von Hermann für effek­ti­ven Kampf ge­gen Hass not­wen­dig. Poli­tik darf Ver­het­zungs-Tat­ver­däch­ti­gen nicht die Mau­er ma­chen

SOS Mitmensch begrüßt das Auslieferungsbegehren der Staats­anwalt­schaft Graz für den FPÖ-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Stefan Hermann auf­grund des Ver­dachts der Ver­hetzung. An den stei­ri­schen Landtag rich­tet die Men­schen­rechts­or­gani­sa­tion den ein­dring­li­chen Appell, der Aus­liefe­rung zu­zu­stimmen. Der Justiz müsse die Mög­lich­keit ge­geben werden, Er­mitt­lun­gen gegen Hermann auf­grund des von ihm in Umlauf ge­brach­ten Anti-Ro­ma-Hass­videos ein­zu­leiten. „Der Fall Hermann ist ein Lackmustest für die Politik, wie ernst sie den Kampf gegen Hass wirk­lich nimmt. Read the rest of this entry »

Parujipe le rasistischi anavestar „Zigeuner“

September 8th, 2020  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
24.8.2020 | (on demand)

Paprika- statt Zigeunerschnitzel (Foto: volksgruppen.orf.at)O anav sar „Zigeuner­schnit­zel“, „Zigeu­ner­soße“ vaj „Zi­geu­ner­räder“ but dsche­nenge prindschar­do hi. Pal but pro­ba­linipe min­den­den­feli­tike Roma taj Sinti orga­ni­sa­ci­jendar taj faraj­nendar o rasis­tischi anav „Zigeu­ner­sauce“ la mar­katar Knorr avro anav usch­tidel.

Imar ando bersch 2013 aja tema diskutirim ulo. O Roma taj Sinti mangle, hot o anav „Zigeu­ner­soße“ andar o sor­timent la fir­matar Knorr lim te ol. Knorr ham oda na kertscha taj phentscha hot imar 100 berscha ada re­cepto tra­dicija hi. Ad keripe nevo koja usch­tidija le mur­darpeha le ameri­ka­neristar George Floyd taj le „Black Lives Matter“-mi­ci­ni­pes­tar. O Emmerich Gärtner-Horvath ang­le­beschto le flogos­kere grup­nen­gere baj­rotistar le Romen­dar andi Austrija, phu­kal, sar ov le aktivis­tiha andar i Svecija burgenlandi­tike vurc­li­nenca aja cajt le irini­peske nu­cintscha. O terno flogos­kero grupnen­gero dscheno taj akti­visto andar i Svecija na pre ana­veha ando pradipe te dschal kamla. O vakeri­pe la redak­cija le ORF-istar tel lenin­tscha. Ov oda na kamla.

Amari kolegkija, i literaturakeri visenschoftlerkija Katharina Graf-Janoska ando lejcti ber­scha inte­re­santi angle vake­riptscha pedar o steri­jo­tiptscha andi Romani kojnha liker­tscha. Schaj hot, o ane­vengero dipe le haben­dar te le burgen­lan­ditike touris­mu­siha ando masch­ka­rutno 20. schel­ber­schengero te kerel hi, phenel i Graf-Ja­noska. O hami­schano sikajipe le Romen­dar taj Sinti­jendar ando kulina­rischi koja na tschak ando Burgenland del. Read the rest of this entry »

Teilerfolg gegen rassistisch besetzte Namen

September 7th, 2020  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
24.8.2020 | (on demand)

Paprika- statt Zigeunerschnitzel (Foto: volksgruppen.orf.at)Benennungen wie „Zigeunerschnitzel“, „Zigeu­ner­soße“ oder „Zigeuner­räder“ sind vielen ge­läufig. Nach jahre­lan­gen Be­mü­hun­gen ver­schie­de­ner Vereine und Insti­tu­tio­nen der Roma und Sinti wird die rassis­tisch be­zeich­ne­te „Zigeuner­sauce“ der Mar­ke Knorr nun um­be­nannt und in Zu­kunft als „Paprikasauce Un­ga­ri­sche Art“ an­ge­bo­ten.

Schon im Jahr 2013 wurde das Thema diskutiert. Damals for­der­ten Roma- und Sinti-Or­gani­sa­tionen, den Begriff „Zigeunersoße“ aus dem Sor­timent der Firma Knorr zu nehmen. Knorr lehnte ab und be­grün­dete die Ent­scheidung mit einer (Anm.: vermeintlich) 100-jäh­rigen Tradition ihrer Soße. Neu ent­flammt wurde die Debatte auf­grund des Todes des US-Ame­ri­kaners George Floyd und der darauf­fol­genden „Black Lives Mat­ter“-Be­wegung. Emmerich Gärtner-Horvath, Vor­sit­zender des Volks­gruppen­bei­rates für Roma in Österreich, erzählt, wie er und ein Aktivist aus der Schweiz mit bur­gen­ländi­schen Roma-Wur­zeln die Gunst der Zeit nutzten. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (311)

September 5th, 2020  |  Published in Facts & Figures

Am 25.9.1942 ordnete Schwe­dens Re­gie­rung die Re­gist­rie­rung al­ler Ro­ma und Fah­ren­den an. Mehr­fach sa­bo­tier­ten Be­amte die Um­set­zung.

(Quelle)