Juli 31st, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Dikh he na bister! Schau und vergiss nicht!
Gedenken an den Völkermord an Roma/Romnja und Sinti/Sintize in Wien
2. August 2016, 18:00 bis 19:30 Uhr
Ceija-Stojka-Platz, bei der Altlerchenfelder Kirche, 1070 Wien
In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. Die Nationalsozialisten ermordeten an die 90 Prozent der vor 1938 in Österreich lebenden Roma/Romnja und Sinti/Sintize. Bis heute ist das Trauma bei den Überlebenden und den Nachfahren der Opfer wirksam. Von Öffentlichkeit und Politik wurde dieser Genozid lange verschwiegen und vergessen.
Romano Centro organisiert in Kooperation mit der „Roma Genocide Remembrance Initiative“ und „zentrum exil“ zum zweiten Mal eine Gedenkveranstaltung zum 2. August in Österreich. Eine Veranstaltung, bei der keine Politikerinnen und Politiker, sondern Angehörige von Opfern zu Wort kommen. Da es in Wien für die ermordeten Roma/Romnja und Sinti/Sintize keinen eigenen Gedenkort und kein Denkmal gibt, wurde der nach Ceija Stojka benannte Platz bei der Altlerchenfelder Kirche als Veranstaltungsort gewählt.
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Juli 30th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Internationale Gedenkfeier in Auschwitz am 2. August 2016
Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma nimmt am 2. August 2016 mit einer Delegation von 51 Personen, viele davon Holocaustüberlebende, an dem offiziellen Gedenkakt anlässlich des Internationalen Roma-Gedenktages teil. Die Gedenkveranstaltung wird seit vielen Jahren vom Dokumentations- und Kulturzentrum gemeinsam mit dem Verband der Roma in Polen organisiert. Viele Vertreter des diplomatischen Corps sowie verschiedene internationale Delegationen werden anwesend sein. Für die Holocaustüberlebenden der Sinti und Roma wird Raymond Gurême (siehe dROMaBlog) sprechen, der verschiedene NS-Konzentrationslager überlebte und in der französischen Widerstandsbewegung aktiv war.
Zusammen mit dem internationalen Roma-Jugendnetzwerk TERNYPE organisiert das Dokumentations- und Kulturzentrum zudem auch in diesem Jahr in Krakau unter dem Titel „Dikh he na Bister“ („Look and don’t forget“) eine Veranstaltung mit über 350 jungen Roma und Nicht-Roma aus ganz Europa, die auch an dem Gedenkakt am 2. August teilnehmen werden.
(Aussendung Zentralrat)
Juli 30th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Look and don’t forget“ – Jugendbegegnung und Roma-Holocaust-Gedenktag 2016 in Krakau/ Auschwitz, Polen
Vor zwei Jahren organisierte Romano Centro für 40 Jugendliche die Reise zur Jugendbegegnung in Krakau, wo über 1000 junge Roma und Nicht-Roma, AktivistInnen und Freiwillige zusammengekommen sind, um der fast 3000 Roma, die am 2. August 1944 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau getötet wurden, zu gedenken. Dieses Jahr haben junge Roma und Nicht-Roma aus Österreich wieder die Möglichkeit, an einer Jugendbegegnung mit über 300 Jugendlichen aus ganz Europa teilzunehmen. Die Veranstaltung findet vom 1. bis 5. August 2016 in Krakau statt. Im Programm stehen Workshops zu den Themen Antiziganismus, Gedenken, Holocaust- und Menschenrechtsbildung. Außerdem ist die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung am 2. August und der Besuch des Auschwitz-Museums geplant. Die Teilnahme ist kostenlos und für Transport, Unterkunft und Verpflegung ist gesorgt.
(Ankündigung Romano Centro)
Juli 29th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
Wie der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma gestern bekannt gab, waren drei der Opfer des Münchner Anschlags Roma bzw. Sinti. Es habe sich bestätigt, dass dem Blutbad am vergangenen Freitag „Angehörige zweier Familien deutscher Sinti und einer Familie aus dem Kosovo zum Opfer gefallen sind“.
Während lang und breit über die Herkunft des Mörders diskutiert wurde, hielt sich die Öffentlichkeit mit den Opfern nicht lange auf. Dass sich gleich drei Roma und Sinti unter den neun Ermordeten befanden, war jedenfalls (soweit uns bekannt ist) bislang keiner einzigen Zeitung eine Erwähnung wert. Und das bei einer Tat, die (auch) rassistisch motiviert gewesen sein könnte. Der 18-jährige Täter war nämlich, wie die FAZ am Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, „ein Rassist mit rechtsextremistischem Weltbild“, und es spreche einiges dafür, dass er gezielt Menschen „ausländischen“ Aussehens ermordet habe. In der Aussendung des Zentralrats heißt es:
„Zuallererst gilt unser Mitgefühl den Opfern und ihren Angehörigen“, sagte gestern Romani Rose (…). Das Leben so vieler Menschen, die meisten von ihnen sehr jung, sei zerstört worden von einem Hass, der aus einer rechtsradikalen Gesinnung komme. Read the rest of this entry »
Juli 28th, 2016 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken
Für den insolventen Verein Roma Oberwart zeichnet sich möglicherweise eine Lösung ab (wir berichteten). Sollte sich jedoch der Plan, dass das Land Burgenland das Grundstück mit dem Attentats-Mahnmal übernimmt, nicht realisieren lassen, bedeutet dies gleich einen zweifachen Schlag für die Volksgruppe: Zum einen wäre dies dann wohl das endgültige Aus für den 1989 gegründeten Roma-Verein. Zum anderen stünde somit auch der Fortbestand des Denkmals, das an die vier 1995 ermordeten Oberwarter Roma erinnert, auf dem Spiel. Denn dann muss das Grundstück als Teil der Konkursmasse anderweitig veräußert werden; und gelingt dies nicht, wird es zwangsversteigert – ohne dass der neue Eigentümer (anders als im Fall des Ankaufs durch das Land) dazu verpflichtet werden könnte, die Gedenkstätte weiterhin zu erhalten. Die Besorgnis unter den Roma – und insbesondere natürlich unter den nächsten Angehörigen der Opfer –, dass dieser wichtige Gedenkort schon bald einer anderen Nützung weichen könnte, ist jedenfalls groß. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in der Stadt Oberwart, im Land Burgenland und im Bund nichts unversucht lassen, um die Rettung des Vereins und des Mahnmals zu ermöglichen.
(dROMa)
Juli 27th, 2016 |
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Facts & Figures, Romani
Erromintxela ist die Sprache einer Roma-Gruppe im Baskenland, deren Vokabular auf dem Romani u. deren Grammatik auf dem Baskischen beruht.
(Quelle)
Juli 25th, 2016 |
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Einrichtungen
Im April war der Verein Roma Oberwart gezwungen, Konkurs anzumelden. Der Verein war in die Insolvenz geschlittert, weil zugesagte Fördermittel nicht rechtzeitig ausbezahlt wurden. Der Verein hatte Gesamtschulden von 154.000 Euro angehäuft. Damit stand Österreichs älteste Roma-Organisation vor dem Aus. Nun könnte aber überraschend doch noch ein rettender Ausweg gefunden worden sein: Das Land Burgenland überlegt nämlich, dem Verein um rund 40.000 Euro jenes 500 Quadratmeter große Grundstück abzukaufen, auf dem sich das Mahnmal befindet, das seit 1995 an die vier beim Bombenattentat ermordeten Oberwarter Roma erinnert. „Wir versuchen, den Verein durch die Veräußerung des Grundstückes zu sanieren“, zitiert der Kurier den Masseverwalter Wolfgang Steflitsch: „Es gibt die Bedingung, dass der Käufer die Gedenkstätte erhalten muss.“ Ein Sanierungskonzept liegt bereits vor.
Wenn alles klappt, könnte der Verein Roma auf diese Weise sein Ende doch noch abwenden. Im günstigsten Fall könnte der Verein seine Tätigkeit sogar bereits im September wieder aufnehmen. Allerdings ist der Fall noch nicht endgültig entschieden: Das Land hat zwar grundsätzliches Interesse signalisiert, prüft aber derzeit noch die Realisierbarkeit des Vorhabens.
(dROMa)
Juli 24th, 2016 |
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Politik, Recht & Gericht
Vorarlberg ist seit vielen Monaten Schauplatz heftig geführter Debatten über (osteuropäische) Bettler. Dabei ist, wie jetzt eine Studie im Auftrag des Landes bestätigt, ihre Anzahl recht überschaubar und die Behauptung, es gäbe kriminelle Bandenstrukturen, ohne jede empirische Grundlage.
Die aufgeheizte – und von der Politik systematisch geschürte – rassistische Stimmung mündete in eine Reihe umfassender Bettelverbote und schlug sogar schon in direkte Gewalt gegen bettelnde Roma um. Auch der Landesvolksanwalt sieht die Grundrechte in Gefahr. So hält er etwa das in Bregenz verhängte Bettelverbot für rechtswidrig und brachte den Fall im Mai vor den Verfassungsgerichtshof. Dieser hatte in seinen Urteilen bereits mehrfach geklärt, dass allgemeine Bettelverbote gegen die Grundrechte und somit gegen die Verfassung verstoßen. Politik, Polizei und Behörden gehen einstweilen mit Härte gegen die betroffenen Familien vor. Landeshauptmann Wallner drohte obdachlosen Roma-Familien aus Rumänien, die er aus dem Land haben will, sogar mit der Wegnahme ihrer Kinder. Der Öffentlichkeit wurden zudem mehrere Fälle bekannt, in denen die Behörden Ersatzfreiheitsstrafen für bettelnde Roma-Kinder unter 16 Jahren verhängten bzw. androhten – Gefängnis für Kinder, obwohl dies im Gesetz ausdrücklich verboten ist.
(RU/dROMa)
Siehe auch: Studie über Bettler in Vorarlberg vorgestellt
Juli 23rd, 2016 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
In Vorarlberg wurden am Donnerstag die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung über die sich im Land befindlichen Bettler und Notreisenden präsentiert. Erstellt wurde die von der Landesregierung in Auftrag gegebene Studie von Erika Geser-Engleitner von der FH Vorarlberg; die Befragungen haben zwei Mitarbeiter, die selbst der Roma-Minderheit angehören, durchgeführt.
Die Resultate in Kurzform: Die Zahl der im Bundesland gleichzeitig bettelnden Menschen beläuft sich auf täglich mindestens 80 Personen. Zum Kreis der zu den Befragungszeitpunkten (Februar/März 2016 und Mai 2016) erfassten notreisenden Familien zählen insgesamt 200 Personen, unter ihnen auch viele Kinder und Jugendliche. „Ca. die Hälfte aller anwesenden Notreisenden betteln zur gleichen Zeit, während die andere Hälfte etwas anderes tut“, fasst die Aussendung des Landes Vorarlberg die Ergebnisse zusammen. Zum Betteln, dem rund die Hälfte nachgeht, komme demnach der Gelderwerb durch „Zeitungsverkauf, Gelegenheitsarbeit und ganz vereinzelt mittels Straßenkunst“. Die Einkünfte durch Betteln betragen laut Erhebung „pro Tag und Person zwischen zehn und 30 Euro“. Read the rest of this entry »
Juli 19th, 2016 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Fotografien von Jesco Denzel
Galerie für Fotografie in Hannover
Eröffnung: 27.7.2016, 19:00 Uhr
Ausstellung: 28.7. bis 4.9.2016
Die Arbeit des deutschen Fotografen Jesco Denzel zeigt das Leben der Gitans im Herzen der historischen Altstadt von Perpignan in Südfrankreich. Mit rund 8.000 Bewohnern ist das Viertel St. Jacques eine der größten Gitans-Gemeinden in Frankreich, und vor allem die einzige innerstädtische. Während in allen anderen Städten größere Siedlungen sesshafter Gitans an die Stadtränder gedrängt wurden, ist in den engen Gassen von St. Jacques eine lebendige Stadt in der Stadt entstanden. Es sind vor allem die Nachfahren spanischer Calé, die im Laufe des 19. Jahrhunderts ins französische Katalonien auswanderten, die heute in St. Jacques leben, und sie haben noch immer starke Bindung an Spanien. Die Umgangssprache in St. Jacques heißt schlicht ,Gitan’, ein etwas abgewandeltes Katalanisch. Fernab von romantischen Vorstellungen, die man mit mediterranem „Zigeunerleben“ verbinden mag, organisieren die Bewohner von St. Jacques ihr Leben auf eine Art und Weise, die ihren ordentlich-französischen Nachbarn oft suspekt erscheint: „Die arbeiten alle nicht“, ist das gängige Vorurteil. „Wenn ich mich irgendwo vorstelle und der Chef sieht, dass ich ,Zigeuner‘ bin, kann ich gleich wieder gehen“, sagt ein Arbeitsloser aus dem Viertel. Hier zählen Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl und vor allem die Fähigkeit, sich irgendwie durchschlagen zu können. Denn Probleme gibt es reichlich – Arbeitslosigkeit, Drogen und Analphabetismus machen das Leben in St. Jacques bisweilen nicht einfach.
Jesco Denzel, 1972 in Bremen geboren, hat seinen Magister in Politischer Wissenschaft gemacht, ehe er an der Hochschule Hannover Fotojournalismus studierte. Seit 2010 ist er offizieller Fotograf der Bundesregierung.
Öffnungszeiten & Anschrift:
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Juli 18th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Recht & Gericht
In einem „Aula“-Artikel (7-8/2015) diffamierte Stammautor Fred Duswald Befreite des KZ Mauthausen als „Massenmörder“, „Landplage“ und „Kriminelle“. Eine Täter-Opfer-Umkehr, wie sie sich die Nazi-Schergen von einst nicht perfider hätten zurechtlügen können. Der Historiker und grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser zeigte Duswald und den Chefredakteur Martin Pfeiffer daraufhin an. Herausgegeben wird das Magazin vom Freiheitlichen Akademikerverband; der Autor, der Burschenschafter Fred Duswald, ist laut DÖW bekannt für seine „NS-relativierenden“ Artikel. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Graz Ende 2015 jedoch mit einer vor historischer Ignoranz und postnazistischen Abwehrreflexen nur so triefenden Begründung eingestellt – „ein Schlag ins Gesicht der Holocaust-Überlebenden“, schrieb dazu der Standard. Der Zeithistoriker Bertrand Perz sah hierin sogar die „Fortsetzung der NS-Propaganda“. Selbst im Justizministerium war man fassungslos: Strafrechtssektionschef Christian Pilnacek hielt die Entscheidung der Grazer Staatsanwaltschaft für „unfassbar und menschenverachtend“; und auch die Oberstaatsanwaltschaft äußerte „Befremden“. Doch alle rechtlichen Möglichkeiten schienen ausgeschöpft.
Jetzt hat die Affäre, wie Harald Walser auf seiner Website mitteilt, aber doch noch ein ein juristisches Nachspiel. Acht Mauthausen-Überlebende sagen: „Es reicht!”
Nun haben jedoch acht ehemalige Häftlinge des Lagerkomplexes Mauthausen Klage gegen die Aula eingereicht. Dem haben sich Rudolf Gelbard (ehemaliger Häftling Theresienstadt) und Caroline Shklarek-Zelman, die Tochter des Mauthausen-Überlebenden Leon Zelmann, angeschlossen. Möglich war dies, weil auch in Folgenummern der Aula und in Briefen an ihre Abonnenten die braune Diffamierungskampagne fortgesetzt wurde.
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Juli 15th, 2016 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Aus: Pew Research Center, 11. Juli, 2016, “Europeans Fear Wave of Refugees Will Mean More Terrorism, Fewer Jobs” (zum Download/PDF)
Juli 14th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Religion
Kardinal Vallini nach Besuch: Lage im Lager „schreit zum Himmel“.
Der Generalvikar des Papstes für das Bistum Rom kritisiert menschenunwürdige Zustände in einem Roma-Lager am Stadtrand. Bei einem Besuch der Barackenstadt sprach Kardinal Agostino Vallini am Dienstag von einer „Schande“. Wörtlich sagte er in einem Bericht der Bistums-Homepage: „Das ist eine Lage, die zum Himmel schreit, unwürdig einer Stadt wie Rom. Noch nicht einmal nach dem Krieg habe ich Derartiges gesehen.“ Das Roma-Lager vom Castel Romano an der Via Pontina liegt etwa zwanzig Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der Kardinal sprach von dreckigen Straßen, Mäusen und armseligen „Holz-und-Klebeband-Unterkünften“; die Behörden und Bürger müssten ihre Vorurteile gegenüber den Roma überwinden. Bei seiner dreistündigen Visite in dem Lager, von dem es in Rom mehrere gibt, wurde Kardinal Vallini von einigen kirchlichen Freiwilligen begleitet, die sich dort engagieren.
(Text: de.radiovaticana.va)
Juli 10th, 2016 |
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Sport
… ein Rom wird Europameister!
Entweder André-Pierre Gignac mit Frankreich – oder Ricardo Quaresma mit Portugal:


Juli 8th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Religion
Eine Gruppe von Flüchtlingen, Presseberichten zufolge vorwiegend Roma aus Albanien, Mazedonien, Serbien und dem Kosovo, hat am Dienstag den Regensburger Dom besetzt. Mit ihrer Protestaktion wollen die Flüchtlinge, unter ihnen auch mehrere Kinder, auf ihr Schicksal aufmerksam machen und ihre drohende Abschiebung verhindern. Ihr Protest richtet sich insbesondere auch gegen die jüngste Einstufung der Balkanstaaten (seit Herbst 2015 auch Montenegro, Albanien und Kosovo) als „sichere Herkunftsländer“. Asylanträge von Personen aus diesen Ländern gelten in Deutschland jetzt, auch wenn es sich um Angehörige von diskriminierten und besonders gefährdeten Minderheiten handelt, a priori als „unbegründet“.
Bereits Mitte Mai besetzte eine Gruppe von Roma, die unmittelbar von Abschiebung bedroht sind, das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin. Die für das Mahnmal zuständige Stiftung erklärte sich zwar solidarisch mit den Anliegen der Flüchtlinge, ließ das Areal aber dennoch schon nach einigen Stunden polizeilich räumen. Anders nun die Reaktion in Regensburg, wo sich Bistum und Caritas, unterstützt von rund 50 freiwilligen Helfern, um das Wohlergehen der Flüchtlingsgruppe bemühen. Die Caritas versorgt sie mit Essen, Asylsozialberater der Caritas kümmern sich um die Belange der Flüchtlinge.
Im Folgenden die Mitteilung des Bistums Regensburg vom 7.7.2016:
Zur derzeitigen Situation in der Kathedrale St. Peter
Gespräche mit der Gruppe der Betroffenen
Seit Dienstag halten sich ca. 45 Personen aus Balkanländern im Dom auf, die gegen ihre Abschiebung demonstrieren. Das Bistum Regensburg hat sich in den vergangenen Tagen um die humanitäre Versorgung gekümmert und die Behörden gebeten, von einem Zugriff abzusehen. Dieser Aufenthalt im Dom ist jedoch nur für eine sehr begrenzte Zeit möglich, wie die Erfahrungen der letzten Tage gezeigt haben: Toiletten und Handwaschbecken sind zwar vorhanden, aber es gibt im Dom keine Duschen. Die gesundheitliche Versorgung der teils schwerkranken Personen – darunter auch Kinder – ist in den Domräumen nur sehr eingeschränkt und risikoreich möglich. Da eine Übernachtung im Hauptschiff aus Sicherheitsgründen ausscheidet, übernachten im Durchgangsbereich vor der Sakristei derzeit 45 Personen auf 32 eng aneinander gestellten Liegen mit einem einzigen schmalen Fluchtweg ins Freie. Read the rest of this entry »
Juli 5th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Fotoausstellung von Lena Mucha im Rahmen des DOCfield>16 – Festival der Dokumentarfotografie aus Barcelona
Zu sehen noch bis 7. Juli 2016 im Goethe-Institut Barcelona (Roger de Flor, 224)
„Wonderful“ ist das Portrait von Roma-Jugendlichen (Gitanos) in den Vorstädten Barcelonas. 60% der Mitglieder dieser Gemeinschaft sind noch keine dreißig Jahre alt. Es sind Jugendliche, die früh viel Verantwortung übernehmen und entscheidende wirtschaftliche Rollen innerhalb ihrer Familie spielen. Ihre Kraft und Reife stehen hierbei im starken Kontrast zu ihrer Fragilität, ihren Hoffnungen und dem Wunsch nach einer anderen Kindheit und Jugend. Die Ausstellung thematisiert und zeigt Jugendliche inmitten patriarchalischer Strukturen, Traditionen und kultureller sowie sozialer Globalisierung in einer der ältesten ethnischen Minderheiten Europas.
Lena Mucha machte 2011 ihren Abschluss in Sozialanthropologie und Politikwissenschaften an der Universität zu Köln. Sie lebt in Deutschland und Lateinamerika und beschäftigt sich mit Gender sowie mit dem Thema der Migration. Ihre fotografischen Arbeiten wurden international ausgestellt und publiziert und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
Diese Ausstellung ist Teil der Eixample Route DOCfield>16 Festival der Dokumentarfotografie aus Barcelona. Hier finden Sie weitere Informationen.
(Text: www.goethe.de)
Siehe auch:
Gripping Photos Capture A Young Roma Generation On The Outskirts, Huffington Post
El alumnado gitano en secundaria (FSG, 2013), Studie über die Schulsituation in Spanien
Juli 4th, 2016 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Tschechische Republik: Bericht des Europarates stellt geringen Fortschritt bei der Bekämpfung der Segregation von Roma-Kindern im Bildungswesen fest
Der beratende Ausschuss des Europarates zum Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten hat eine Stellungnahme über die Tschechische Republik veröffentlicht. Darin wird festgestellt, dass die Pläne zur Beseitigung der Segregation von Roma-Kindern in Schulen ungeachtet der Bemühungen der Behörden bisher nicht erfolgreich waren. Zudem wird darauf verwiesen, dass die Roma in vielen Bereichen weiterhin diskriminiert werden und dass Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zugenommen haben.
Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, erklärte: „Wenn wir die Diskriminierung der Roma in allen gesellschaftlichen Bereichen beenden wollen, müssen wir gewährleisten, dass Roma-Kinder Zugang zu Bildung haben. Die Tschechische Republik hat Fortschritte erzielt, doch es besteht weiterer Handlungsbedarf.“
Die Stellungnahme des Ausschusses wurde gemeinsam mit der Reaktion der tschechischen Regierung veröffentlicht und enthält eine Bewertung, inwieweit die Tschechische Republik ihre Verpflichtungen aus dem Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten (FCNM) einhält und eine Reihe von Empfehlungen umgesetzt hat. Sie basiert auf einem Besuch in dem Land im Jahr 2015 und betont, dass die Lage der Roma das dringendste soziale Problem in der Tschechischen Republik ist.
Zahlreiche Roma-Kinder werden weiterhin in Sonderschulen mit beschränktem Lehrplan und getrennt von den Schülern in regulären Bildungseinrichtungen unterrichtet. Der Anteil der Roma-Kinder in diesen Sonderschulen stieg von 28 % im Schuljahr 2012/13 auf 32,4 % im Schuljahr 2013/14. Der Ausschuss bedauert, dass die Ziele des Aktionsplans für inklusiven Unterricht sowie des konsolidierten Aktionsplans aus dem Jahr 2012 zur Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menvschenrechte im Fall D. H. nicht erreicht wurden.
Als eine positive Entwicklung begrüßt der Ausschuss eine 2015 verabschiedete Änderung des Schulgesetzes: Dadurch wurde eine Bestimmung gestrichen, welche die Unterbringung von Kindern ohne geistige Behinderung in Sonderschulen ermöglichte. Read the rest of this entry »
Juli 1st, 2016 |
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Radio, Podcast & TV
„Heimat Fremde Heimat“
3. Juli 2016, 13.35 Uhr in ORF 2, u.a. mit folgendem Beitrag:
Samuel Mago – Roma-Aktivist, Journalist und Literat
„Bildung ist der größte Aktivismus“, betont Samuel Mago, der erst 20 Jahre alt ist, aber genau weiß, wovon er spricht. Der Student der Studienrichtung Transkulturelle Kommunikation setzt sich für die Volksgruppe der Roma ein und kämpft gegen Vorurteile. Bereits mit 14 Jahren hat Samuel Mago damit begonnen, sowohl journalistische als auch literarische Texte zu verfassen. Mit seiner Erzählung „Zeuge der Freiheit“ über die Flucht einiger seiner Familienmitglieder aus Ungarn nach Österreich im Jahr 1956 trifft er den Nerv der heutigen Zeit. Ein Bericht von Tatjana Koren.
„Heimat Fremde Heimat“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek angeboten.
(OTS/ORF Presseaussendung)