Vorarlberg droht Roma mit Kindesentzug

Oktober 21st, 2015  |  Published in Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Landeshauptmann Markus Wallner (Foto: lh.vorarlberg.at)Es gibt ein einziges, ausschlag­geben­des Krite­rium für Kindes­weg­nahmen durch den Staat: das Kindeswohl, sofern es durch keine ande­ren Maß­nahmen mehr ge­schützt werden kann. Was aber, wenn die nackte Not Eltern und Kinder zwingt, in der Obdach­losig­keit zu leben? Wel­che Ant­wort ver­langt das Kindes­wohl? Die Kinder gegen ihren Willen von ihren Eltern zu trennen, sie mit Zwang und Gewalt aus dem Familien­verband zu reißen und in ein frem­des Umfeld (mit frem­der Sprache) zu ver­frach­ten? Oder bedeutet Rück­sicht­nahme auf die Bedürf­nisse und Rechte von Minder­jähri­gen, dafür zu sorgen, dass Eltern und Kinder eine dem Kindes­wohl an­gemes­sene Übernach­tungs­mög­lich­keit bekom­men: mit Dach, Bett und sani­tären An­lagen?

Die richtige Antwort sollte eigentlich für jeden, der sich auf das Krite­rium des Kindes­wohls beruft, fest­stehen. Nicht so in Vorarlberg, wo Landes­haupt­mann Wallner obdach­losen Roma-Fa­mi­lien aus Ru­mä­nien, die er aus dem Land haben will, mit der Weg­nahme ihrer Kinder droht: „Wenn Kindes­wohl im Lande gefähr­det ist, dann ist ein­zu­grei­fen, unter Um­ständen sogar behörd­lich ein­zu­greifen. Möglicher­weise auch sagen (zu) müssen: Wenn das Kindes­wohl ge­fähr­det ist, (beim) Klein­kind, dann müs­sen wir das Kind auch ent­ziehen.“

Plätze in Not­schlaf­stellen gibt es für Frauen mit Kindern in Vorarl­berg übrigens keine.

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(RU/dROMa)

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