Juni 30th, 2016 |
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Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen
21to Ladipe le Romendar Cejiste
Kurko, 14to august 2016
10.00 orenge|Uhr: Mischa le bare raschajiha Manfred Scheuer, i muschika kerel: O Leon Berger | Gottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer, Musikalische Gestaltung: Leon Berger
11.00 orenge|Uhr: Talalinipe angli Basilika | Begegnung vor der Basilika
15.30 orenge|Uhr: Kisetinipeskero molinipe usi Maria upri norditiki rik la Basilikatar | Abschlussgebet bei der Marienstatue auf der Nordseite der Basilika
Bejg ladipeskere cajtscha andar o Burgenland | Busabfahrtszeiten Burgenland:
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Juni 29th, 2016 |
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Facts & Figures
Im „Kopenhagener Abschlussdokument“ vom 29.6.1990 betonte die KSZE erstmals explizit das bes. Schutzbedürfnis von Roma.
(Quelle)
Juni 28th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
„Konnten kriminelle Strukturen in Österreich nachgewiesen werden? Sind eigentlich alle Bettler Roma?“ Das sind häufig gestellte Fragen an die BettelLobbyWien. Hier ihre Antworten:
Der Begriff „organisierte Bande“ dient in erster Linie der Diffamierung von bettelnden Menschen, die in Gruppen oder in Familien unterwegs sind. „Organisiert“ sind sie so, wie andere Menschen auch „organisiert“ sind: Sie kennen sich, kommunizieren miteinander, bilden Fahr- und Wohngemeinschaften etc. Diese normalen sozialen Interaktionen sind in Österreich jedoch bereits strafbar, weil die Regelungen zum „Betteln als Teil einer organisierten Gruppe“ oder zum „Organisieren von Bettelei“ so weit ausgelegt werden können, dass jede soziale Interaktion (auch ein Sichtkontakt) ausreicht, um den Tatbestand zu erfüllen. Es kommt dadurch zu einer großen Anzahl an Strafen aufgrund „organisierter Bettelei“, die dann wieder als großes Problem dargestellt werden.
Tatsächlich kriminelle Strukturen konnten in Österreich bisher trotz massiven Bemühungen der Polizei nicht nachgewiesen werden. Es wurden vereinzelt Fälle von Ausbeutung oder Nötigung unter Armutsbetroffenen bekannt, die TäterInnen waren jedoch selbst bettelarm. Diese wurden zurecht verurteilt. Die reichen Bosse oder die „Mafia“, von der in diesem Zusammenhang immer die Rede ist, waren sie aber auch nicht. Sämtliche Studien und die Erfahrung aus der Sozialarbeit zeigen, dass es sich bei BettlerInnen um Menschen handelt, die sich für das Betteln entscheiden, weil ihnen momentan keine anderen Möglichkeiten offen stehen. Viele sind auf der Suche nach Arbeit. Das Betteln sehen sie als Möglichkeit, legal zu Geld zu kommen, in Abgrenzung zu tatsächlich illegalen Tätigkeiten oder der Sexarbeit. Read the rest of this entry »
Juni 25th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
In den zurückliegenden Jahren ist die Zahl der Armenviertel in Tschechien gestiegen. In diesen ghettoartigen Siedlungen leben meist Roma, die es ohnehin schwer haben bei der Suche nach Arbeit und Wohnung. Die Stadt Brno / Brünn startet daher ein (…) neues Sozialwohnungsprojekt.
Radio.cz, 15.6.1916, Till Janzer: „Die Bronx“ – so heißt umgangssprachlich das größte Armenviertel in Brünn. Es liegt relativ nah am Stadtzentrum. Auf mehrere Häuser verteilt leben dort etwa 8000 bis 9000 arme Menschen. Rund 7000 von ihnen sind Roma, und die allermeisten haben keine Arbeit. Aber auch andernorts in der südmährischen Stadt bestehen Armensiedlungen, wenn auch kleinere. Für viele Bewohner ist das Problem, dass sie bei den Mieten gnadenlos abgezockt werden. (…)
Viele Menschen aus den Armensiedlungen hätten gerne andere Unterkünfte. Doch auf dem Wohnungsmarkt sind sie meist chancenlos. Deswegen lanciert der Brünner Magistrat nun das Projekt Rapid Re-Housing. 50 Familien mit Kindern sollen bis Ende des Jahres städtische Wohnungen erhalten. (…) Die Neumieter erhalten zudem Unterstützung durch Sozialarbeiter. Martin Freund von der Initiative Žít Brno engagiert sich als Stadtverordneter im Bereich Wohnen und leitet den Ausschuss für Minderheiten: „Der Sozialarbeiter sollte mindestens einmal pro Woche bei der Familie vorbeischauen. Er soll dabei helfen, dass die Wohnung in Ordnung ist und die Beziehungen zu den Nachbarn klappen.“ (…)
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Juni 24th, 2016 |
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Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher
Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil geht an den Oberwarter Rom und Autor Stefan Horvath und den Historiker Gerhard Scheit
Preisbegründung
Februar 1995, einen Tag, nachdem sein Sohn Peter Sárközi und drei andere junge Roma beim Terroranschlag von Oberwart ermordet worden waren, begann Stefan Horvath zu schreiben. Er schrieb, weil er nicht mehr schlafen konnte, weil er sein ganzes Leben lang, wie er selbst sagte, still geblieben war, so wie auch schon sein Vater, der die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald, Gusen und Mauthausen überlebt hatte und seine Mutter, Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück. Seit 1995, seit seinem 46. Lebensjahr, schreibt Stefan Horvath, er schreibt über das Überleben der Roma in Oberwart während des Porajmos, über das Leben nach 1945, nach 1995. Er erzählt und sein Erzählen ist ein Ankämpfen gegen das eigene Stillschweigen und gegen das Totschweigen durch die Gesellschaft. Seit 2003 sind die Bücher „Ich war nicht in Auschwitz“, „Katzenstreu“, „Atsinganos. Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen“ erschienen, viele Gedichte und der Einakter „Begegnung zwischen einem Engel und einem Zigeuner“ entstanden. Es sind starke literarische Arbeiten über den alltäglichen Antiziganismus in Österreich, welche das Schweigen brechen, den Diskriminierungen, der erdrückenden Ungerechtigkeit, dem Hass ein Ende setzen wollen. Stefan Horvath schreibt ohne Verbitterung, ohne Illusion, jedoch mit viel Hoffnung und meisterhaftem erzählerischem Können.
Biographie von Stefan Horvath (Oberwart)
Stefan Horvath wurde am 12. November 1949 in Oberwart, Burgenland, geboren. Er wuchs in der zweiten, 1946 entstandenen Oberwarter Roma-Siedlung, weit vom Ortskern entfernt und zwischen Schießplatz und Deponie gelegen, auf. Die Siedlung bestand die ersten Jahre aus einer Baracke der Roten Armee, und als die Roma die erste Entschädigungszahlungen für die zu Unrecht erlittene Haft erhielten, ließen sie von diesen Zahlungen Häuser in Massivbauweise errichten. Lage und Ausstattung der Siedlung waren Symbol dafür, wie wenig willkommen die Roma, die die NS-Verfolgung überlebt hatten, in ihrer Heimat waren. Read the rest of this entry »
Juni 22nd, 2016 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Die politische Einstellung der deutschen Bevölkerung ist polarisiert. Während eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft rechtsextremes Denken und auch Gewalt zum Teil strikt ablehnt und Vertrauen in demokratische Institutionen hat, sind Menschen mit rechtsextremer Einstellung immer mehr bereit, Gewalt anzuwenden. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „Die enthemmte Mitte“, die das Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig in Kooperation mit der Heinrich Böll-, der Otto Brenner- und der Rosa Luxemburg-Stiftung durchgeführt haben.
„Es gibt zwar keine Zunahme rechtsextremer Einstellungen, aber im Vergleich zur Studie vor zwei Jahren befürworten Gruppen, die rechtsextrem eingestellt sind, stärker Gewalt als Mittel der Interessensdurchsetzung.“ Als Erfolg der Zivilgesellschaft könne man es dagegen ansehen, dass in demokratischen Milieus Gewalt deutlich stärker abgelehnt wird als 2014. „Beides steht in Deutschland nebeneinander: Wir haben Menschen, die sich aktiv um Flüchtlinge bemühen, und es gibt Menschen, die Flüchtlinge aktiv ablehnen“, sagt der Studienleiter. Damit habe eine deutliche Polarisierung und Radikalisierung stattgefunden.
Die Radikalisierung zeigt sich auch bei der Einstellung zu bestimmten gesellschaftlichen Gruppen. „Die Ablehnung von Muslimen, Sinti und Roma, Asylsuchenden und Homosexuellen hat noch einmal deutlich zugenommen.“
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Juni 20th, 2016 |
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Sport
Am Wochenende begann im Südtiroler Puster- und Gadertal die EUROPEADA 2016, die dritte Fußball-Europameisterschaft der autochtonen nationalen Minderheiten mit 24 Männer- und erstmals auch sechs Frauenteams. Mit dabei: eine Roma-Auswahl aus Ungarn. Das Romateam zählt zu den Favoriten. Schon bei der ersten Europeada 2008 belegte das „Hungarian Gipsy National Football Team“ den dritten Platz. Und das letzte Mal (2012) mussten sich die ungarischen Roma nur dem unbezwingbaren Team der Südtiroler geschlagen geben. Der Auftakt in Niederdorf verlief für die Roma jedenfalls wunschgemäß: mit einem herzhaften 4:0 gegen die bunt zusammengewürfelte Minderheitenauswahl aus Estland. Über das Turnier selbst erfährt man auf der Website der Europeada Folgendes:
Die Veranstaltung steht unter dem Motto Vielfältigkeit, Achtsamkeit, Respekt. Sechs Minderheiten nehmen sowohl am Frauen- als auch am Männerturnier teil: die deutschsprachigen Südtiroler und die Ladiner aus Italien, die Lausitzer Sorben aus Deutschland, die Okzitaner aus Frankreich, die Rätoromanen aus der Schweiz und die Russlanddeutschen. Außerdem sind folgende Männerteams mit dabei: die Deutschen in Dänemark, die Dänen in Deutschland, die Nordfriesen – ebenfalls aus Deutschland, die Minderheitenauswahl Estland, die Zimbern aus Italien, die Serben in Kroatien, die Kärntner Slowenen aus Österreich, die Deutschen in Polen, die Ungarn in Rumänien, die Aromunen – auch aus Rumänien, die Kroaten in Serbien, die Ungarn in der Slowakei, die Krimtataren aus der Ukraine, die Deutschen in Ungarn, die Slowaken in Ungarn, die Roma – ebenfalls aus Ungarn, die Manx aus der Isle of Man. Die Vertretungen der Minderheiten kommen aus 17 unterschiedlichen europäischen Ländern.
Die Auswahl „Hungarian Gipsy National Football Team“ vertritt die Minderheit der Roma in Ungarn. Der Kader für die EUROPEADA 2016: Read the rest of this entry »
Juni 19th, 2016 |
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Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma sam
Radijo Burgenland: 20.6.2016 | Live: 20:50 Uhr (on demand)
Roma-Butschu – eine beliebte Tradition
O kesdipeskero gondo adale mulatintschagostar sina taj meg mindig hi, o khetanipe upre te likerel. O Roma-Butschu, andi nimtschki tschib Roma-Kirtag, savo suboton, ando 11to juni 2016 upro mulatintschagoskero rito Schuh andi Boslina tel likerdo ulo, i kultureli identiteta la flogoskera grupnatar le Romendar sikatscha, phenel o Emmerich Gärtner-Horvath, schero le farajnistar Roma-Service. Asaj mulatintschago sar o Roma-Butschu, sakoneske o schajipe del, pe te resel, i kultura upre te likerel taj pe te prindscharel te siklol. Diskriminacija tel baunim ol taj neve pajtaschtschage phandle on, afka o Gärtner-Horvath bajder. I muschika upro Roma-Butschu le Romengere-muschikaschendar la prindscharda burgenlanditika bandatar Romano Rath alo. I horvacki banda Pannonix pre tradicijoneli dschija angle terdschartscha. O utschipeskero gendo le Roma-Butschujistar 2016 i kamli taj prindschardi Romni Ivana Cibulova sina. (volksgruppen.orf.at)
Der traditionelle Roma-Kirtag im südburgenländischen Bachselten, der vom Verein Roma-Service organisiert und durchgeführt wird, stand dieses Jahr im Zeichen von „Musik verbindet“. Gemeinsam präsentieren seit 1991 alle burgenländischen Volksgruppen ihre Kultur.
Die Grundidee dieser Veranstaltung war und ist es, das Miteinander zu fördern. Der Roma-Butschu, also Roma-Kirtag, der am Samstag, den 11. Juni 2016 auf der Festwiese Schuh in Bachselten stattgefunden hat, zeigte die kulturelle Identität der Volksgruppe der Roma, sagt Emmerich Gärtner-Horvath, Obmann des Vereins Roma-Service. Read the rest of this entry »
Juni 17th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Sport
Seit einigen Tagen macht ein Video von der EM in Frankreich die Runde, das englische Fußballanhänger dabei zeigt, wie sie sich die Wartezeit zwischen den Spielen verkürzen: indem sie bettelnde Roma-Kinder auf der Straße verspotten. Aufgenommen wurde das Video vor einem Restaurant in Lille. Nun ist dies nicht das einzige Dokument derartiger menschlicher Niedertracht: Bettelnde Menschen zu verhöhnen scheint sich neuerdings zum beliebten Zeitvertreib von Fußballhooligans zu entwickeln – ob tschechische Anhänger von Sparta Prag in Rom, die im März auf eine Frau urinierten; oder Hooligans des PSV Eindhoven, die sich (ebenfalls im März) auf der Plaza Mayor von Madrid einen Spaß daraus machten, Roma-Frauen aus Osteuropa zu erniedrigen. (Zum Glück gab es angesichts solcher Szenen auch den einen oder anderen holländischen Fan, der sich demonstrativ anders verhielt.)
(dROMa)
Juni 15th, 2016 |
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Film & Theater
Spielfilm, Schweden 2015, 100 Min.
schwed. Originalfassung (teilweise Romani)
Buch & Regie: Jonas Selberg Augustsén
Die in Schweden lebenden Roma Enesa, Saska und Baki sind Geschwister in ihren Zwanzigern, die sich eines Tages auf einen 1000-Kilometer-Trip quer durchs Land begeben, um ihrer alten Großmutter Sirpa eine alte Wanduhr zurückzubringen. (filmtrailer.com)
In der Stille der Nacht fliegt einzig der Müllhubschrauber von Tor zu Tor. Gesteuert wird er von einem anarchischen Poeten aus der Zukunft, lebenslang dazu verurteilt, den Schlick der Fantasie zu sammeln. Dieses surreale Bild des schwedischen Dichters Gunnar Ekelof eröffnet eine nicht minder eigenwillige Reise: Eine alte Roma-Dame sehnt sich nach ihrer Wanduhr, die schon ein Jahr beim Uhrmacher liegt. Also ruft sie ihre Enkelin an, und wenig später setzt sich ein Saab in Bewegung. Mit an Bord: die Uhr, drei Reisende, von denen einer sich leidenschaftlich an Kreuzworträtseln versucht, eine Rolle Luftpolsterfolie und eine Anlage, die vor Blitzern warnt. Unbewegte, schwarz-weiß fotografierte Einstellungen fangen Momente einer beinahe endlosen Fahrt ein, die mitten ins Bizarre der schwedischen Gesellschaft führt – und zugleich subtil manches über deren Umgang mit Minderheiten verrät. (Nordlichter)
Juni 13th, 2016 |
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Facts & Figures
Eine Weinrechnung der Stadt Hildesheim vom 20.9.1407 gilt als ältester Beleg für das Eintreffen von Roma in Deutschland.
(Quelle)
Juni 10th, 2016 |
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Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen
Unser Verein Roma-Service lädt ein zum Roma-Butschu (Roma-Kirtag) am 11. Juni 2016, Bachselten (Mischendorf, Bez. Oberwart)
O tradicijoneli Roma-Butschu ando 11. juni 2016 upro mulatintschagoskero rito Schuh, andi Boslina, tel likerdo ol. Kesdim ol 19:30 orenge. I muschika kerel i Romani-banda Romano Rath, i Ivana Cibulova (3ti than usi show „Die große Chance“ taj „Supertalent“ kandidatkija), i terni Romni Indira Gussak taj i horvacki banda Pannonix.
Der traditionelle Roma-Butschu findet am 11. Juni 2016 auf der Festwiese Schuh in Bachselten statt. Beginn: 19:30 Uhr. Für musikalische Highlights sorgen „Romano Rath“, Ivana Cibulova (3. Platz bei „Die große Chance“ und „Supertalent“-Kandidatin), die junge Romni Indira Gussak sowie die kroatische Band Pannonix.
Juni 8th, 2016 |
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Ehrungen & Nachrufe, Musik
Ando 2to juni o Sinti-Jazzgitaraschi taj komponisto Häns’che Weiss pal pharo nasvalipe ando foro Berlin mulo.
O 1951 upro them alo muschikaschi o koji pre virtujosi gitarakere cidipestar andi familija siklino taj 18 berschenca, hat ando bersch 1969, ov uso Schnuckenack Reinhardt Quintett use gelo. Paloda andar oda, o Häns’che Weiss Quintett ari alo, kaj pasche o sologitaraschi Weiss te o Titi Winterstein upri heduja cidlahi. Usar o 1980te berscha o Weiss pro muschikakero keripe bulhartscha taj ov le Bossa Novaske taj le Moderni Jazziske use pe irintscha.
Le Häns’che Weissiha, jek le barikaneder dschendendar leskere genresistar mulo.
Juni 7th, 2016 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Vortrag und Podiumsdiskussion am 9. Juni in Graz:
Mentalitäten sind Gefängnisse von langer Dauer – Antiziganismus: Zur Geschichte und Gegenwart des Rassismus gegenüber Roma
Das Projekt ZORROM bietet Beratung in Arbeits- und Bildungsfragen für Roma und Romnja, die vornehmlich aus den neuen EU-Staaten Rumänien, Bulgarien und der Slowakei in die Steiermark emigriert sind (Flyer). Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Qualifizierung, zum Empowerment und zu Anti-Diskriminierung. ZORROM soll die Chancen der Klientinnen und Klienten signifikant erhöhen, sich in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und damit ihre prekäre Lebenssituation zu verbessern.
Für den 9. Juni lädt das kürzlich angelaufene Caritasprojekt nun zu einem Vortragsabend mit Podiumsdiskussion über Antiziganismus ins Grazer ViniNest:
Ort: VinziNest (Speisesaal), Kernstockgasse 14, 8020 Graz
Zeit: Donnerstag, 9. Juni, 18:45-20:45
Ablauf: Read the rest of this entry »
Juni 5th, 2016 |
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Ehrungen & Nachrufe, Musik
Am 2. Juni verstarb der Sinti-Jazzgitarrist und Komponist Häns’che Weiss nach schwerer Krankheit in Berlin.
Der 1951 geborene Musiker lernte die Grundlagen seines virtuosen Gitarrenspiels in der Familie und trat mit 18 Jahren 1969 in das Schnuckenack Reinhardt Quintetts ein. Aus diesem ging später das Häns’che Weiss Quintett hervor, in dem neben dem Sologitarristen Weiss unter anderem Titi Winterstein an der Violine spielte. Ab den 1980er Jahren erweiterte Weiss sein musikalisches Schaffen und wandte sich auch der Bossa Nova und dem Modern Jazz zu.
Mit Häns’che Weiss verstarb einer der Bedeutendsten seines Genres.
Juni 4th, 2016 |
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Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Amaro Foro stellte Berliner Antiziganismus-Bericht 2015 vor
„Dokumentation von antiziganistischen Vorfällen in Berlin 2015 und Medien-Monitoring 2015 zur Reproduktion antiziganistischer Stereotype“ >>Download (pdf)
Wie wichtig der gegenseitige Austausch ist, um Ressentiments gegen Sinti und Roma zu beseitigen, wurde am 12. Mai deutlich, als Diana Botescu und Andrea Wierich von Amaro Foro im RomnoKher-Raum des Aufbau-Hauses am Kreuzberger Moritzplatz ihre Dokumentation antiziganistischer Vorfälle 2015 zusammen mit einem Medien-Monitoring der Öffentlichkeit vorstellten. „Ob bei Behörden, im Arbeitsleben, in der Schule oder bei der Polizei: Antiziganistische Beleidigungen und Angriffe geschehen überall“, beklagte Merdjan Jakupov, Vorstandsvorsitzender von Amaro Foro. Projektleiterin Diana Botescu ergänzte mit einem drastischen Beispiel aus ihrer Veröffentlichung: „Einer Familie wurde im Jobcenter am Empfangsschalter gesagt: ‚Ich will Ihre Unterlagen nicht sehen, ich will mit Zigeunern nichts zu tun haben.‘ Als die Frau daraufhin in Tränen ausbrach, wurde sie von der Security rausgeschmissen.“
Auch in den Medien seien antiziganistische Klischees omnipräsent, kritisierte Andrea Wierich, Pressereferentin von Amaro Foro, die das Medien-Monitoring zur Dokumentation erstellte. Wierich sagte: „Besonders in den immer wiederkehrenden Debatten über sogenannte Problemhäuser zeigt sich eine erschreckende Unwilligkeit zur Differenzierung und Reflexion und eine erstaunliche Hemmungslosigkeit, auf Stereotype zurückzugreifen.“
Insgesamt sind in der knapp 40-seitigen Dokumentation 39 Fallbeispiele zusammengetragen worden, die antiziganistische Diskriminierung beim Kontakt mit Behörden und Ordnungsämtern, beim Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohnraum, medizinischer Versorgung sowie zu Gütern und Dienstleistungen ebenso wie Diskriminierung im Alltag und im öffentlichen Raum belegen.
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Juni 3rd, 2016 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
GfbV-Studie zur Zwangsmigration von Roma aus dem Kosovo (2015)
GfbV-Bericht: Lost in Transition. The Forced Migration Circle of Roma, Ashkali and Balkan Egyptians from Kosovo (108 S., PDF, 7,8 MB) | Zusammenfassung (PDF, 176 KB)
Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter sind im Kosovo weiterhin einer strukturellen und kumulativen Diskriminierung ausgesetzt; sie haben kaum Zugang zu Arbeit und Wohnraum und die Kinder werden in den Schulen diskriminiert. Flüchten sie Richtung Westeuropa, werden sie innert kürzester Zeit wieder in den Kosovo zurückgeschickt, bloß um den Kosovo wieder zu verlassen, da sie dort nicht leben können – ein Teufelskreis. Der neueste Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz (GfbV) zeigt dieses Versagen Europas auf. Die GfbV fordert nachhaltige Lösungen und ruft auf, von der zwangsweisen Rückführung von Roma, Aschkali und Balkan-Ägyptern abzusehen.
Der Mitte Dezember 2015 veröffentlichte Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz (GfbV) «Lost in Transition – The forced migration circle of Roma, Ashkali and Balkan Egyptians from Kosovo» zeigt auf, dass die bisherige Politik Westeuropas, Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter zwangsweise in den Kosovo zurückzuführen, gescheitert ist. Die Mehrheit der abgeschobenen Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter muss den Kosovo wieder verlassen, da eine strukturelle und kumulative Diskriminierung ihnen ein Überleben im Kosovo unmöglich macht. Die meisten gehen daher entweder in den Untergrund in Westeuropa oder nach Serbien, in der Hoffnung in einem der informellen Slums überleben zu können.
Familien vor Ort befragt
In den Jahren 2014 und 2015 befragte die GfbV 70 Familien, die aus Westeuropa zwangsweise in den Kosovo rückgeführt worden sind. 30 Familien davon hatten zu diesem Zeitpunkt den Kosovo bereits Richtung Serbien verlassen und wurden dort befragt. Als die GfbV die Befragten im August 2015 wieder kontaktieren wollte, waren von den Familien noch ganze 7 im Kosovo und 15 in Serbien – 48 Familien befanden sich wieder in Westeuropa. Read the rest of this entry »
Juni 1st, 2016 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Eine audiovisuelle Ausstellung über Roma in Košice
Fotografien von Anja Schäfer | Audioporträts von Elisabeth Putz
Eröffnung am 2. Juni 2016, 19 Uhr
Haus am Kleistpark, Berlin (Einladung)
In dem audiovisuellen Ausstellungsprojekt „Millionaires of time …“ zeichnen die Fotografin Anja Schäfer und die Hörfunkautorin Elisabeth Putz jenseits gängiger Fremdzuschreibungen ein vieldimensionales Bild der Roma, die nahe der ostslowakischen Stadt Košice in Šaca bzw. Luník IX leben. Letzteres gilt als eines der größten Ghettos von Roma in Europa.
Die atmosphärischen fotografischen und auditiven Porträts zeigen die Menschen in ihrer Individualität. Sie lassen einen Mikrokosmos lebendig werden, der auf übergeordnete gesellschaftspolitische Strukturen verweist. In der Ausstellungsinstallation aus Fotografien und mobilen Hörstationen entsteht ein Raum, in dem das Publikum hörend, sehend und assoziierend entdecken kann.
Rund 250.000 Roma leben in der Slowakei. (Anm. d. Red.: andere Schätzungen liegen weit höher; der Europarat beispielsweise geht von rund 500.000 Roma aus). „Wir können kommen, wann immer wir wollen“, sagt František, denn er sei „ein Millionär der Zeit“. Man hört oft, Roma seien aus der Zeit gefallen, sie wüssten nicht, was Zeit bedeute, oder aber sie hätten alle Zeit der Welt. Und František, eine der porträtierten Personen, weiß von diesem Klischeebild und spielt damit. Wer sind „DIE ROMA“? Ein Volk? Eine Nation ohne Land – aber mit Flagge und Hymne? Die Ausstellung ist der Versuch, hinter eine Mauer aus Klischees zu blicken, an der lange und von vielen Seiten gearbeitet wurde.
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