Soziales Wohnen: Pilotprojekt in Brünn
Juni 25th, 2016 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
In den zurückliegenden Jahren ist die Zahl der Armenviertel in Tschechien gestiegen. In diesen ghettoartigen Siedlungen leben meist Roma, die es ohnehin schwer haben bei der Suche nach Arbeit und Wohnung. Die Stadt Brno / Brünn startet daher ein (…) neues Sozialwohnungsprojekt.
Radio.cz, 15.6.1916, Till Janzer: „Die Bronx“ – so heißt umgangssprachlich das größte Armenviertel in Brünn. Es liegt relativ nah am Stadtzentrum. Auf mehrere Häuser verteilt leben dort etwa 8000 bis 9000 arme Menschen. Rund 7000 von ihnen sind Roma, und die allermeisten haben keine Arbeit. Aber auch andernorts in der südmährischen Stadt bestehen Armensiedlungen, wenn auch kleinere. Für viele Bewohner ist das Problem, dass sie bei den Mieten gnadenlos abgezockt werden. (…)
Viele Menschen aus den Armensiedlungen hätten gerne andere Unterkünfte. Doch auf dem Wohnungsmarkt sind sie meist chancenlos. Deswegen lanciert der Brünner Magistrat nun das Projekt Rapid Re-Housing. 50 Familien mit Kindern sollen bis Ende des Jahres städtische Wohnungen erhalten. (…) Die Neumieter erhalten zudem Unterstützung durch Sozialarbeiter. Martin Freund von der Initiative Žít Brno engagiert sich als Stadtverordneter im Bereich Wohnen und leitet den Ausschuss für Minderheiten: „Der Sozialarbeiter sollte mindestens einmal pro Woche bei der Familie vorbeischauen. Er soll dabei helfen, dass die Wohnung in Ordnung ist und die Beziehungen zu den Nachbarn klappen.“ (…)
Das Vorbild dafür stammt aus Amsterdam. Dort habe das entsprechende Projekt fast zu einhundert Prozent Erfolg gehabt, sagt Martin Freund. Der Brünner Magistrat hat jedenfalls 450 Familien ausgewählt, die in Frage kommen. Wer letztlich die Glücklichen sind, wird ausgelost. (…) Was in Brünn probiert wird, gilt als Pilotprojekt in Tschechien. (…)
Lesen Sie bitte den hier nur in Auszügen wiedergegebenen Artikel ungekürzt auf Radio.cz.
Siehe dazu auch: Tschechien: Geschäft mit der Armut (30.12.2013)