Mai 31st, 2016 |
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Literatur & Bücher
Erika Thurner, Elisabeth Hussl, Beate Eder-Jordan (Hrsg.): Roma und Travellers. Identitäten im Wandel. Mit einem Vorwort von Karl-Markus Gauß, iup: Innsbruck 2015. (384 S., ISBN 978-3-902936-95-0)
Buchpräsentation mit Lesung in Innsbruck: 31. Mai 2016, 19 Uhr, Studia, Innrain 52f
„… in den letzten Jahren hat die wissenschaftliche Beschäftigung mit so vielen Aspekten der Geschichte, Kultur, Sprache der Roma ein Niveau erreicht, das vor zwei, drei Jahrzehnten noch kaum vorstellbar war. (…) Den akademischen Elfenbeinturm hat es, was die Roma-Studien betrifft, nie gegeben, denn wer immer über Roma forscht, tut es auch, um auf seine Weise das fatale und gefährliche Bild, das sich die Öffentlichkeit von den Roma so lange gemacht hat, zu korrigieren und Wissen zu verbreiten, das in die Gesellschaft hinauswirkt.“
(Karl-Markus Gauß, Vorwort)
Die Herausgeberinnen bieten einen breiten Überblick über die gesellschaftliche Position von Roma, Jenischen und Travellers in Österreich und in einigen anderen europäischen Staaten. Lebensverhältnisse und Lebenszusammenhänge, Sprachen und kulturelle Produktionen sind ebenso Thema wie engagiertes Aufbegehren und organisiertes Sichtbarwerden dieser Minderheiten („Wenigerheiten“ mit den Worten von Ceija Stojka). Namhafte WissenschafterInnen aus unterschiedlichen Disziplinen und AktivistInnen haben sich zu diesem Zweck vernetzt, beteiligten sich an Workshops, Lehrveranstaltungen und Tagungen an der Universität Innsbruck und stellen ihre zum Teil jahrzehntelangen Erfahrungen und Forschungsergebnisse für diesen Sammelband zur Verfügung.
(Text: Univ. Innsbruck)
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Mai 30th, 2016 |
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Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Khamoro: noch bis 4. Juni 2016 in Prag
In Prag begann am Sonntagabend der 18. Jahrgang des internationalen Roma-Festivals Khamoro. Im Mittelpunkt des Festivals stehen Roma-Ensembles aus der ganzen Welt – vom charakteristischen Balkan-Brass bis hin zum Roma-Jazz. Die Konzerte finden an mehreren Orten in Prag statt. Zudem wird das Festival von einem informativen Rahmenprogramm begleitet. Geplant sind zahlreiche Diskussionen sowie Filmvorführungen zum Thema Rechte der Roma vor allem in Europa und Russland sowie ihre Stellung in der Gesellschaft. Das Festival findet zum 18. Mal statt und sollte ursprünglich auf die Lage der Roma aufmerksam machen und zum Abbau von Vorurteilen und Stereotypen dienen. (Text: Radio Praha)
>>Programmübersicht
Mai 30th, 2016 |
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Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen
Der Sonntag: Natalie Weinrich möchte den Sinti zeigen, dass sie in der katholischen Kirche willkommen sind. Deshalb organisiert sie eine Wallfahrt in ihre Weinviertler Heimat Karnabrunn am 11. Juni.
„Ich finde, es gibt nichts Schöneres als eine Wallfahrt nach Karnabrunn!“ Natalie Weinrichs Begeisterung wirkt ansteckend. Wenn sie von der Wallfahrtskirche ihres Heimatortes spricht, gerät sie ins Schwärmen. Die Kirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit steht weithin sichtbar auf einem kleinen Berg und liegt sowohl am Weinviertler Jakobsweg als auch am Niederösterreichischen Weitwanderweg. Natalie Weinrich lebt mit ihrem Mann, dem Jazzmusiker Zipflo Weinrich, und den vier Kindern im Pfarrhof von Karnabrunn. Sie stammt aus einer Sintifamilie in Schwaben.
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Mai 29th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Vor 30 Jahren, am 3. Juni 1986, entschuldigte sich der Schweizer Bundespräsident Alphons Egli für das Unrecht, das Hunderten Jenischen, Roma und Sinti durch das „Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse“ bis 1973 widerfahren war.
Anlässlich dieses Jahrestags veranstaltet die Schweizer Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Bern am 2. Juni eine Podiumsdiskussion über dieses düstere Kapitel der Schweizer Geschichte: Fyer (PDF)
Die Diskriminierung von Jenischen, Sinti und Roma reicht in der Schweiz weit zurück. So war es ausländischen Roma, Sinti und Jenischen zwischen 1906 und 1972 verboten, in die Schweiz einzureisen. Als sie im Zweiten Weltkrieg durch den Nationalsozialismus verfolgt wurden, gewährte die Schweiz ihnen kein Asyl – einige der Abgewiesenen starben anschließend in Konzentrationslagern. Doch nicht nur ausländische Roma, Sinti und Jenische hatten es während dieser Zeit schwer in der Schweiz, auch die Schweizer Minderheitenangehörigen waren den Behörden ein Dorn im Auge. Diese sahen Roma, Sinti und Jenische als «Gefahr», die in «Banden» und «Horden» auftrete und eine «Plage» sei». Sie wurden in der Schweiz polizeilich aufgegriffen und ihre Daten zwischen 1911 und 1990 im «Zigeunerregister» registriert. Nach diesem Eintrag wurden die Familien getrennt: Frauen und Kinder wurden in Heimen untergebracht, während die Männer in Strafanstalten überführt wurden.
Ein besonders dunkles Kapitel hinsichtlich der Schweiz im Umgang mit ihren Minderheiten war das sogenannte «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» der Organisation Pro Juventute, welches auch vom Bund finanziell unterstützt wurde. Ziel dieses Projekts war es, die Schweizer Jenischen zu «sesshaften, brauchbaren Bürgern» zu machen, was schlussendlich die Ausrottung der jenischen Kultur münden sollte. Im Rahmen des «Hilfswerks» wurden zwischen 1926 und 1973 fast 600 jenische Kinder ihren Familien entrissen und in Heimen oder Pflegefamilien fremdplatziert. Für die Betroffenen hatten die Fremdplatzierungen und fürsorgerischen Zwangsmaßnahmen tiefgreifende Folgen: Sie waren oft grausamen Misshandlungen und in vielen Fällen auch sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Read the rest of this entry »
Mai 27th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, ist gegen Ungarn ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet worden. Die Kommission geht damit gegen die systematische Diskriminierung von Kindern aus Roma-Familien vor. Konkret gehe es bei dem Verfahren „um Gesetzgebung und bürokratische Praxis in Ungarn, die zu einer Diskriminierung von Roma-Kindern im Bildungsbereich“ führen, so Kommissionssprecher Christian Wigand. Roma-Kinder haben in Ungarn vielfach nicht den gleichen Zugang zu Bildung wie andere Schüler. Die Europäische Kommission weist darauf hin, „dass der Anteil der Roma-Kinder an speziellen Schulen für geistig behinderte Kinder unverhältnismäßig hoch ist und dass Roma-Kinder auch in den Regelschulen oft getrennt unterrichtet werden“. Dies verletze die EU-Direktive für ethnische und rassische Gleichbehandlung (Council Directive 2000/43/EC). Ähnliche Verfahren wegen Diskriminierung der Volksgruppe hat die Kommission bereits gegen Tschechien und die Slowakei eingeleitet.
Die Regierung in Budapest hat nun zwei Monate Zeit, um auf die Vorwürfe zu antworten, dann wird die Lage neuerlich beurteilt. In einer ersten Stellungnahme wies die ungarische Regierung die Vorwürfe zurück. Es lägen keine offiziellen Daten über Roma-Schüler vor, weil die ethnische Identität der Kinder in Ungarn amtlich gar nicht erfasst werde.
(dROMa)
Mai 25th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Vorarlbergs Städte setzen auf teils sehr umfassende Bettelverbote. Der Landesvolksanwalt sieht die Grundrechte in Gefahr: Jetzt muss sich der Verfassungsgerichtshof damit befassen.
Der Vorarlberger Landesvolksanwalt Florian Bachmayr-Heyda hält das in Bregenz verhängte Bettelverbot für verfassungswidrig. Das Verbot sei rassistisch und räumlich zu weitreichend. Die Regelung greife somit zu sehr in die Grundrechte der bettelnden Menschen ein. Jetzt hat der – im Juni 2015 vom Landtag gewählte – Landesvolksanwalt den Bregenzer Fall vor den Verfassungsgerichtshof gebracht, der generelle Bettelverbote bereits früher für gesetzwidrig erklärt hatte. Ebenso geht Bachmayr-Heyda gegen die weitreichenden Bestimmungen des Campingverbots in Nenzing vor. Auch die Bettelverbote in anderen Vorarlberger Städten (wie in Bludenz, wo es keinerlei zeitliche Begrenzungen des Verbotes gibt) sieht Bachmayr-Heyda kritisch.
Am Dienstag wurde darüber hinaus auch in Feldkirch ein neues Bettelverbot beschlossen. Somit bestehen nunmehr in allen Vorarlberger Städten (Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz) – mit Ausnahme von Hohenems – kommunale Bettelverbote.
(dROMa)
Siehe auch: Auch Eisenstadt hat am Montagabend ein Bettelverbot beschlossen.
Mai 24th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Stellungnahme der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas:
Berlin – Besetzung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas aus Protest gegen drohende Abschiebung
Am Sonntag, den 22. Mai 2016, besetzten ab 16.30 Uhr bis zu 70 Personen das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, um gegen die Abschiebung von Roma aus Deutschland in ihre als »sicher« geltenden Herkunftsländer zu demonstrieren. Angehörige der Minderheit sind insbesondere auf dem Balkan massiver Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt. Unter den Demonstranten waren etliche Romafamilien mit Kindern, die seit langem in Deutschland leben und denen unmittelbar die Abschiebung droht. Die Veranstaltung war polizeilich nicht genehmigt. Auch die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die das Denkmal betreut, war nicht informiert.
Mehr als sechs Stunden verhandelten die Stiftung und Angehörige der Minderheit, die Polizei und Politiker mit den Besetzern. Zugleich bemühten sich weitere Vertreter der Sinti und Roma aus ganz Deutschland – darunter Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma – in zahlreichen Telefonaten mit den Sprechern der Demonstranten um Vermittlung. Schließlich waren diese allerdings nicht bereit, das Denkmalsgelände zu verlassen. Vorschläge seitens der Polizei zu alternativen Versammlungsorten in unmittelbarer Nähe wurden abgelehnt.
Vor allem weil unter den Teilnehmern Säuglinge und Kinder sowie kranke Frauen waren, entschied die Stiftung gegen 24 Uhr in Rücksprache mit Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, die Besetzung durch die Polizei beenden zu lassen. Lediglich einige männliche Demonstranten leisteten Widerstand. Gegen 0.45 Uhr hielten sich keine Personen mehr im Denkmal auf. Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs wurden bewusst nicht erstattet.
Die Stiftung zeigt sich solidarisch mit den Betroffenen und kritisiert die gängige Abschiebepraxis. Read the rest of this entry »
Mai 24th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Aussendung der IL Berlin:
Protest gegen Abschiebungen: Von Abschiebung bedrohte Roma besetzen Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin
Am Sonntagnachmittag wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas durch eine Gruppe von Roma, die unmittelbar von Abschiebung bedroht sind, besetzt. Die Roma, die zum Teil als Familienverbände mit Kindern an der Besetzung teilnehmen, haben sich aus ihrer aussichtslosen Lage heraus entschieden, auf die sie im Besonderen betreffende verschärfte Asyl- und Abschiebepolitik aufmerksam zu machen. Die meisten von ihnen kommen aus Serbien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien oder Montenegro – also jenen Ländern, die die Bundesregierung seit 2014 als „sichere Herkunftsstaaten“ definiert hat. Diese Neuregelung hat zum Ziel, Asylsuchende aus diesen Ländern in Schnellverfahren abzulehnen und schnell abzuschieben. In den letzten Monaten wurden bereits zahlreiche Familien abgeschoben.
Damit ignoriert die Bundesregierung die massive Diskriminierung und soziale Ausgrenzung, der Roma in diesen Ländern ausgesetzt sind. Verschiedene Institutionen, u. a. der UNHCR, das Deutsche Institut für Menschenrechte sowie zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, haben bereits darauf aufmerksam gemacht, dass durch die Verschärfungen der menschenrechtliche und flüchtlingsrechtliche Anspruch der Asylsuchenden auf individuelle Prüfung ihrer Asylanträge und auf Schutz vor Verfolgung unterlaufen wird.
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Mai 22nd, 2016 |
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Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
GfbV/Kurt Weber: Im Oktober 2015 beschloss der deutsche Bundestag mit dem neuen Asylgesetz, dass Montenegro, Albanien und der Kosovo als „sichere Herkunftsländer“ gelten. Asylanträge von Menschen mit diesen Nationalitäten werden ohne vorherige Prüfung als „unbegründet“ abgelehnt. Diese Verordnung hat dabei auch weitreichende Konsequenzen für viele Romakinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind.
Sie haben Kinder? Stellen Sie sich vor, unser Staat beschließt, Sie und Ihre Kinder in ein fremdes Land zu verbannen, ein Land, das Ihre Kinder nicht kennen, dessen Sprache sie nicht sprechen, ein Land ohne Ausbildungsmöglichkeiten, in dem man Ihnen und Ihren Kindern gegenüber nicht wohl gesonnen, vielleicht sogar feindselig eingestellt ist. Stellen Sie sich vor, wie es Ihren Kindern in dieser Situation ergehen mag. Zu Recht werden Sie sagen, diese Fiktion ist absurd, sie ist völlig unmöglich und widerspricht elementarsten Grundrechten. Doch leider ist dies keine reine Fiktion. Jedenfalls kann dieses alptraumhafte Szenario real werden, wenn die Eltern der hier geborenen und aufgewachsenen Kinder keinen deutschen Pass haben und ihr Heimatland vom Bundestag als „sicher“ definiert wurde. Konkret erleben wir solch grausame Absurdität in der Abschiebung von Familien mit Kindern und jugendlichen Roma, die in Deutschland geboren wurden, aufwuchsen und jetzt im Kosovo „entsorgt“ werden (sollen).
Die pauschale Einstufung des Kosovo als „sicheres Herkunftsland“ scheint politisch willkürlich und rechtlich äußerst fragwürdig. Für Roma ist der Kosovo kein „sicheres Herkunftsland“. Das haben die Verfolgung der Minderheiten und die Zerstörung ihrer Häuser und Dörfer in der Vergangenheit gezeigt. Und das ergibt auch der Bericht der GfbV über die heutige Situation von Roma im Kosovo. Die Minderheiten werden diskriminiert, ihre Lebensbedingungen sind katastrophal. Zudem gibt es keine wirksamen sozialen Strukturen, die rückkehrenden Roma helfen könnten, ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Read the rest of this entry »
Mai 21st, 2016 |
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Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Kurt Weber/GfbV: Zehntausende Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter waren vor, während oder im Anschluss an den Konflikt im Kosovo von 1998/1999 gezwungen, vorübergehend Zuflucht in Westeuropa zu suchen. Mit Ende des Kosovokrieges begann die deutsche Bundesregierung, den temporäreren Aufenthaltsstatus von zehntausenden Angehörigen der Volksgruppe nicht zu verlängern und die Betroffenen abzuschieben. Darunter auch viele Kinder, die in Deutschland geboren wurden. Doch ist Abschiebung wirklich die einzige Lösung?
Vielfach wird der Begriff „mangelnde Integrationsfähigkeit“ zur Rechtfertigung für Abschiebung herangezogen. Kritisch besehen lässt dieser Begriff fragwürdige und willkürliche Interpretationen zu. Die abschiebenden Behörden und Politiker machen es sich einfach. Inhaltlich verschleiernd vermeiden sie vom Herkunftsland der Kinder zu sprechen. Stattdessen sagt man, die „Familie“ stamme aus dem Kosovo und deklariert die hier geborenen und aufgewachsenen Kinder kraft Herkunft der Eltern als Familienmitglieder de facto zu Ausländern, zu Immigranten eines Landes, das diese Kinder vermutlich nie kennenlernten. Dass diese Kinder gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention ein Anrecht auf Staatsbürgerschaft in Deutschland hätten – ein Recht, das juristisch in keinem Zusammenhang mit der Integration der Eltern stehen dürfte –, wird dabei ignoriert.[1] Vielmehr gibt es eine Rechtsprechung, die völlig undurchsichtig ist. Man sagt, die „Familie“ sei nicht integrationsfähig und müsse daher abgeschoben werden. Damit wird eine Art Sippenhaft praktiziert, indem man die Kinder pauschal und ohne Differenzierung als „nicht integrationsfähig“ deklariert. Ihre Herkunft aus Deutschland wird ignoriert und ausschließlich der Herkunftsstatus der Eltern als relevant angesehen. Wenn darin eine Logik zu finden ist, dann eher eine zurechtbiegende Logik von Willkür und Ausgrenzung. Mit Rechtsstaatlichkeit, wie ich sie verstehe, hat dies nichts zu tun.
Zwar steht die Familie unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. Man geht davon aus, dass es im Normalfall für die Kinder am besten ist, in der Familie zu bleiben. Aber der Gesetzgeber sorgt auch dafür, dass das Kindeswohl in besonderen Fällen über dem Schutz der Familie steht. Die schwerwiegenden Konsequenzen für Romakinder im Falle einer Abschiebung sind von extremer Härte. Daher sollte es in diesen Fällen verpflichtend sein, das Kindeswohl als übergeordnetes Recht einzustufen.
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Mai 20th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Ando sud polnitiko Borzęcin Dolny na dur Krakaujatar jek holocaustiskero gondolipeskero than na prindscharde dschenendar pujsto tschito ulo. Ada andi april kerdo ulo. O gondolipeskero than upro nacijonalsocijalistischi genocid pal te gondolinel upro Roma. O harengere le tetertschen roden.
O gondolipeskero than jeke hokoneha le betoniskere soklistar tel tschalado ulo. Jek gondolipeskeri tablina, savi aun kerdi sina, tel tschaladi uli. O ande pisinipe, savo te andi Romani tschib la posijaschkijatar Papusza (Bronisława Wajs) sina, upre sikal upro but dschenengero murdaripe le Romendar le nimtschke nimcijendar ando dujto haburi. O gondolipeskero than upre oda than le veschistar kerdo ulo, kaj ando juli 1943 29 polnitike Roma murdarde ule: trin murscha, pantsch dschuvla taj bischujek tschave andar o familiji Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski taj Cioroń. O inicijatorkiji le gondolipeskere thanestar gondolinen, hot adaj jeke sistematischi, organsirti angle gejipeha te kerel hi: „Mange o alava falinen, kaj schaj phenav, so me akan esbe lav“, phenel i polnitiki kinstlerkija Małgorzata Mirga-Tas, savi Romni hi, taj o gondolipeskero than kertscha. Read the rest of this entry »
Mai 17th, 2016 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Látszatélet (Scheinleben)
Schauspiel / Uraufführung
Kornél Mundruczó / Proton Theatre (H)
Halle G im MuseumsQuartier, 1070 Wien | Spieltage: tgl. von 21.5. bis 24.5.2016, 20:30 Uhr | Preis: EUR 15,- / 20,- / 30,- | Sprache: Ungarisch mit deutschen Übertiteln | Dauer: ca. 90 Min., keine Pause | Publikumsgespräch: 21. Mai, im Anschluss an die Vorstellung
Der Sohn einer Roma-Familie wird mit anderer Hautfarbe als seine Geschwister geboren. Die Verleugnung seiner Herkunft überschattet seine gesamte Kindheit. Die Gewalt seines Vaters zwingt ihn, sein Zuhause zu verlassen. In der Anonymität der Stadt will er sein Glück finden. Ab hier könnte die Geschichte des ungarischen Theater- und Filmregisseurs Kornél Mundruczó in eine Theatersaga, ein Paradebeispiel sozialer Etablierung münden. Látszatélet jedoch beschreibt, wie das »neue Leben« vom Albtraum des Selbsthasses erstickt wird. Ein höchst aktuelles (Anti-)Märchen menschlicher Erniedrigung und moralischen Niedergangs.
Grundlage der Geschichte ist ein aktenkundiger Fall der Budapester Polizei: Im Mai 2005 wurde ein junger Rom in einem Bus mit einem Messer attackiert. Der Aufruhr in den Medien war groß. Die Bevölkerung demonstrierte gegen Rassismus. Wie sich herausstellte, war der Täter Mitglied einer traditionalistischen, rechtsextremen Gruppierung und wie sein Opfer: ein Rom.
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Mai 15th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
Hooligans greifen Roma-Siedlung im polnischen Gdańsk (Danzig) an. Trotz Warnung kein Eingreifen der Polizei.
Am Abend des 11. Mai, vor Beginn des Fußballmatches zwischen Lechia Gdańsk und Legia Warschau, erschien eine Gruppe von fünf Hooligans am Eingang des umzäunten, von Roma bewohnten Areals, das unweit des Stadions gelegen ist. Die Hooligans rüttelten am Tor, brüllten Beleidigungen, warfen Steine und drohten später zurückzukehren, um die Baracken niederzubrennen.
Die Roma informierten daraufhin einen Mitarbeiter des Danziger Zentrums zur Unterstützung von Migrantinnen und Migranten, der wiederum die Polizei alarmierte. Die versprach zwar eine Sicherung des Terrains, tatsächlich wurde nichts in dieser Richtung unternommen.
Die fünfzehn Roma, unter ihnen fünf Kinder, flohen in den nahegelegenen Wald, um sich zwischen den Bäumen zu verstecken. Etwa zwei Stunden später erfolgte der Angriff durch ein Dutzend Hooligans. Unter Rufen, die Roma töten zu wollen, bombardierten sie die Baracken mit Steinen, zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch. Erneut wurde die Polizei alarmiert. Nach eigenen Angaben hatte diese dann eine Streife geschickt, die jedoch niemanden mehr am Ort des Geschehens vorgefunden habe und unverrichteter Dinge wieder abgezogen sei. Die Roma, die das Geschehen aus ihrem Versteck beobachtet hatten, warteten noch mehrere Stunden, bevor sie um 2 Uhr in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehrten. Die Familien sind sehr verängstigt, sorgen sich vor neuen Angriffen. Read the rest of this entry »
Mai 14th, 2016 |
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Literatur & Bücher, Romani
Nur ein sehr kleiner Teil der in der Türkei lebenden Roma spricht heute noch Romani. In der südtürkischen Provinz Mersi versuchen Roma, dem weiteren Verschwinden ihrer Sprache entgegenzuwirken. Sie haben nun ein erstes Romani-Türkisch-Wörterbuch in Form einer Broschüre („Romanes-Türkçe Sözlük“) herausgebracht. Das Ziel sei, Kultur und Sprache zu bewahren, erklärt Ali Daylam, der Vorsitzende der Föderation der Roma-Vereine und zugleich einer der Herausgeber, gegenüber der Agentur Anadolu. „Es gibt rund 300 Roma-Vereine in der Türkei, aber sogar dort sind 95 Prozent ihrer Mitglieder der Sprache nicht mehr mächtig“, erklärt Daylam, der sich seit Jahren dafür einsetzt, das Romani in der Türkei wiederzubeleben. „Wir möchten uns alle Mühe geben, um die gegenwärtige Situation des Romani zu verbessern. Wir werden in Zukunft professioneller an die Sache herangehen“, so Daylam. Das neue Basiswörterbuch sei hierbei ein wichtiger Schritt: „Es ist ein Anfang. In Zukunft wollen wir ein umfassenderes und wissenschaftlicheres Wörterbuch vorbereiten.“
Erarbeitet wurde das Wörterverzeichnis von den beiden türkischen Roma-Aktivisten Ali Daylam und Halil İbrahim Nurbel in Zusammenarbeit mit dem international tätigen Roma-Experten Orhan Galjus. Die Broschüre ist als Datei kostenlos hier verfügbar: Download (pdf)
(dROMa)
Mai 12th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
Bislang werden antiziganistische und islamfeindliche Straftaten in Deutschland nicht gesondert erfasst. Das soll sich jetzt ändern.
Aufgrund der aktuellen Zunahme von Gewaltakten und Hasspropaganda gegen Muslime soll die Polizei nach Informationen des „Tagesspiegel“ – ab dem Jahr 2017 – endlich auch weitere Tatkategorien erfassen. Eine von der Innenministerkonferenz beauftragte Expertengruppe habe dies empfohlen. Das Definitionssystem „Politisch motivierte Kriminalität (PMK)“ werde demnach erweitert: Erfasst werden sollen in Zukunft auch islamfeindliche Straftaten sowie christenfeindliche und antiziganistische Delikte, also Straftaten gegen Sinti und Roma.
Über das Ausmaß des Problems des Antiziganismus lagen bisher keine offiziellen Polizeidaten vor. Und das obwohl der sogenannte PMK-Katalog („Themenfeldkatalog Politisch motivierte Kriminalität“) bundesweit Straftaten mit (mutmaßlich) politischem Hintergrund penibel erfasst. Links- wie rechtsextreme Gewaltakte werden darin ebenso verzeichnet wie Propagandadelikte. Der Themenfeldkatalog sieht für die Einordung der Delikte (Stand 2013) angeblich 22 Oberbegriffe und rund 120 Unterthemen vor. Auch Aktionen radikaler Tierschützer finden beispielsweise als eigene Kategorie Eingang in die Statistik – nicht aber antiziganistische Gewalt. Straftaten gegen Roma und Sinti werden, wie auch Gewalt gegen Muslime, einfach pauschal unter dem wenig aussagekräftigen Oberbegriff „Hasskriminalität“ subsumiert; eine eigene Kategorie wie „Antisemitismus“ gibt es nicht. Rückschlüsse auf Art, Ausmaß und Entwicklung der jeweiligen Straftaten lässt diese Form der Erfassung nicht zu. Genau das wäre aber Sinn und Zweck der Statistik.
(dROMa)
Mai 10th, 2016 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Herkommen. Ankommen. Willkommen. Unsere neuen Nachbarn“
Das Wohnbauunternehmen Gesobau, verantwortlich für das erste dezentrale Berliner Wohnprojekt für Romafamilien, veranstaltet eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe: „Roma in Berlin“. Die Ausstellung „Roma in Europa – Enfances Tsiganes“ der französischen Fotografin Jeannette Gregori ist eine der insgesamt neun Veranstaltungen.
In den Diskussionen um die Zuwanderung wird niemandem mit so vielen negativen Vorurteilen begegnet wie den Roma. Vorurteile und diskriminierendes Verhalten stehen oft in engem Zusammenhang. Die GESOBAU möchte gemeinsam mit starken Partnern und der neuen Veranstaltungsreihe „Herkommen. Ankommen. Willkommen. Unsere neuen Nachbarn“ dem entgegensteuern und die vermeintlich so verschiedenen Lebenswelten von Roma und Deutschen miteinander in Bezug setzen. Den Auftakt bilden die Thementage „Roma in Berlin“.
Eröffnet wurde die Veranstaltungsreihe von Barbara Loth, Staatssekretärin für Integration und Frauen in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, und Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der GESOBAU AG. Im Mittelpunkt des Pressegesprächs stand das erste dezentrale Wohnprojekt Berlins „Wohnen und Leben im Märkischen Viertel – ein integratives Wohnkonzept für Romafamilien“. Das Wohnprojekt wird seit 2015 im Reinickendorfer Stadtteil Märkisches Viertel umgesetzt. In einem Partnerschaftsvertrag haben sich die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, das Bezirksamt Reinickendorf, die GESOBAU AG und die Träger Phinove e.V. und Aufwind e.V. zur Umsetzung des Wohnprojekts verpflichtet. Bis Ende 2016 werden zehn Romafamilien, die aus Südosteuropa zugewandert sind, mit angemessenem, bezahlbarem Wohnraum versorgt und bei der Integration unterstützt. Die dezentrale Wohnraumversorgung im Märkischen Viertel ist eine Besonderheit unter den bislang umgesetzten Wohnprojekten für Roma in Berlin.
Thementage „Roma in Berlin“
Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, dem Bezirksamt Reinickendorf, den Trägern Horizonte gGmbH, Aufwind e.V., Phinove e.V. und unterstützt durch den KLAK Verlag widmet sich die GESOBAU vom 3. bis 18. Mai 2016 Europas größter Minderheit und lädt Interessierte ein. Das vielfältige Programm richtet sich an Nachbarn in und um Reinickendorf, Stadtteilakteure, Schulen, Kindergärten und Vertreter aus Wohnungswirtschaft und Politik sowie Interessengemeinschaften in Berlin.
Informationen zu allen Veranstaltungen der Thementage „Roma in Berlin“ vom 3. bis 18. Mai im Märkischen Viertel finden Sie hier. Die Teilnahme an allen Thementagenveranstaltungen ist kostenfrei.
Zur Ausstellung „Roma in Europa – Enfances Tsiganes“: Read the rest of this entry »
Mai 8th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Literatur & Bücher
Neues Kinderbuch auf Romani und Deutsch
In Deutschland ist kürzlich das Büchlein „Sunita und Mira feiern Herdelezi“ präsentiert worden, herausgegeben vom Göttinger Roma-Center, das sich vorwiegend um Flüchtlinge vom Balkan kümmert. Farbenfroh bebildert erzählt die 25-Seiten-Broschüre von Sunita, die ihre Kindergartenfreundin Mira einlädt, mit ihr das Roma-Fest „Herdelezi“ zu feiern. Der Georgstag, Herdelezi (oder Đurđevdan), ist für die Roma des südlichen Balkans und in der Türkei ein besonders wichtiges, ausgiebig begangenes Frühlingsfest – und wird von muslimischen und orthodoxen Roma gleichermaßen gefeiert. „Sunita und Mira feiern Herdelezi“ erzählt eine kleine, fröhliche Geschichte einer interkulturellen Begegnung, und das natürlich zweisprachig, auf Romani und Deutsch. Weniger fröhlich die Hintergründe: Denn eine der beiden Autorinnen ist die Kosovo-Romni Hatigje Osmani; nach 17 Jahren in Deutschland hätte sie plötzlich abgeschoben werden sollen – und war deshalb mit ihrer Familie untergetaucht. Ihr Platz auf dem Podium blieb bei der Buchpräsentation Ende Februar leer.
Sunita und Mira feiern Herdelezi, Eine Geschichte von Doreen Blume-Peiffer und Hatigje Osmani mit Bildern von Anke Bär, Göttingen 2016.
Bestellung unter: www.roma-center.de
(dROMa)
Mai 7th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
RAN: In Kostolac (Ostserbien) leben seit Jahrzehnten Roma, denen einige oder alle Papiere fehlen. Juristisch gesehen handelt es sich um „unsichtbare“ Personen, die keinen Zugang zu grundlegenden Rechten haben – wie z.B. zur Gesundheitsversorgung oder sozialer Absicherung. 34 Angehörige der Roma-Gemeinschaft sollen jetzt Papiere erhalten.
Häufiges Beispiel für Menschen ohne Papiere sind Vertriebene aus Mazedonien, deren Ausweise abgelaufen sind. Um sie zu bekommen, benötigen sie einen Auszug aus dem Geburtenregister in Skopje. Aber wie sollen sie die Grenze ohne gültigen Personalausweis überqueren?
Im Kreise dieser Menschen ist auch Raima Ibraimi, deren Ausweis vor 30 Jahren abgelaufen ist. Ihr Ehemann Skender Ibraimi sollte an ihrer Stelle nach Skopje reisen, um den Auszug zu beantragen. Aber auch das geht nicht, weil sie für die Ausstellung einer Vollmacht einen gültigen Identitätsnachweis benötigt.
Im letzten Jahr hat die Kanzlei für Roma-Fragen sieben Familien geholfen, an die Dokumente zu gelangen. Ein Grund für das Fehlen der Nachweise ist die Uninformiertheit. „Sie können keinerlei Rechte einfordern. Sie können sich nicht anmelden. Sie sind vollkommen schutzlos und können auch ihre Kinder nicht anmelden. Sie haben vor allem keine Gesundheitsversorgung“, sagt Azira Ahmeti von der Kanzlei für Roma-Fragen in Kostolac.
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Mai 6th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Romani
Nevi tschavengeri kenva andi Germanija
Andi Germanija akan i kenvori „Sunita taj Mira mulatinen Herdelezi“ presentirim uli, ar dim le Göttinger Romengere-Centeristar, savo pe butvar vasch o naschigejaschta andar o Balkan sorginel. I feschtimi kipengeri 25-riktschengeri-kenvori la Sunitatar phukal, savi pra tschavengera barengera pajtaschkija Mira akarel, laha o Romengero-mulatintschago „Herdelezi“, jek barikano terno linajiskero mulatintschago, te mulatinel. Jek tikni, loschandi historija jeke interkultureli talalinipestar, taj oda ande duj tschibtscha, andi romani taj nimtschki. Eknaj tschuleder loschande o palutniptscha: Mint jek le duj autorkijendar i Kosovo-Romni Hatigje Osmani hi – lacero than upro podijum usi kenvakeri presentacija ando kisetinipe le feberistar schutscho atschino. Pal 17 berscha andi Germanija akan tel ispidim li te ujahi – oj pra familijaha garutscha pe.
Sunita und Mira feiern Herdelezi, Eine Geschichte von Doreen Blume-Peiffer und Hatigje Osmani mit Bildern von Anke Bär, Göttingen 2016.
Kindi schaj i kenva ol telal: www.roma-center.de
(dROMa)
Mai 5th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellung in Berlin: Die Geschichte von Roma und Sinti in Tschechien und Deutschland
Bis 20. Juni 2016, Mo. bis Do., 10 bis 16 Uhr
Ort: Stiftung EVZ, Lindenstr. 20-25, 10969 Berlin
Am Beginn des Projekts stand die Erkenntnis, dass es viele Vorurteile gibt, die sich auf Unwissen gründen. Die Schülerinnen und Schüler aus Ostrov und Schwabmünchen stellten daher die Geschichte der Sinti und Roma in Tschechien und im benachbarten Deutschland in den Mittelpunkt ihres Projektes. Während der gemeinsamen Projektwochen im November 2014 und April 2015 fragten sie sich: Warum wurden und werden Sinti und Roma diskriminiert – während des Zweiten Weltkrieges und bis heute? In Vorträgen, Workshops, Gesprächen und durch eigene Recherchen lernten sie die Geschichte kennen und Vorurteile zu hinterfragen. Das gemeinsam reflektierte Wissen dokumentiert die hier präsentierte Wanderausstellung.
„Dieses Projekt hat mir geholfen, die Augen zu öffnen und Vorurteilen – nicht nur gegenüber Roma und Sinti – Aufmerksamkeit zu schenken.“ František Hartl, Teilnehmer am Projekt „Wege der Diskriminierung“.
Die Ausstellung ist ein Projekt von Antikomplex e.V. und der Ackermann-Gemeinde e.V. in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Ostrov und dem Leonhard-Wagner-Gymnasium Schwabmünchen.
(Text: Stiftung EVZ)