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Serbien: 30 Jahre ohne Identitätsnachweis

Mai 7th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Unsichtbar - Invisible Man Sculpture, Ralph Ellison Memorial, Harlem/New York (Foto: Tony Fischer/Flickr)RAN: In Kostolac (Ostserbien) leben seit Jahrzehn­ten Ro­ma, denen eini­ge oder alle Pa­piere feh­len. Juris­tisch ge­se­hen han­delt es sich um „unsicht­bare“ Per­so­nen, die kei­nen Zugang zu grund­legen­den Rechten ha­ben – wie z.B. zur Gesund­heits­ver­sor­gung oder so­zia­ler Ab­siche­rung. 34 An­ge­hö­rige der Ro­ma-Ge­meinschaft sol­­len jetzt Papiere erhal­ten.

Häufiges Beispiel für Menschen ohne Papiere sind Ver­trie­bene aus Mazedonien, deren Aus­weise ab­ge­lau­fen sind. Um sie zu be­kom­men, be­nö­ti­gen sie einen Aus­zug aus dem Geburten­register in Skopje. Aber wie sol­len sie die Grenze ohne gül­ti­gen Per­sonal­ausweis über­queren?

Im Kreise dieser Menschen ist auch Raima Ibraimi, de­ren Ausweis vor 30 Jah­ren ab­ge­lau­fen ist. Ihr Ehe­mann Skender Ibraimi soll­te an ihrer Stel­le nach Skopje reisen, um den Aus­zug zu be­antra­gen. Aber auch das geht nicht, weil sie für die Aus­stel­lung einer Voll­macht einen gül­ti­gen Iden­ti­täts­nach­weis be­nötigt.

Im letzten Jahr hat die Kanzlei für Roma-Fragen sieben Fami­lien ge­hol­fen, an die Dokumente zu ge­lan­gen. Ein Grund für das Feh­len der Nach­weise ist die Un­infor­miert­heit. „Sie kön­nen keiner­lei Rechte ein­for­dern. Sie kön­nen sich nicht an­mel­den. Sie sind voll­kom­men schutz­los und kön­nen auch ihre Kinder nicht an­mel­den. Sie haben vor al­lem keine Gesund­heits­ver­sor­gung“, sagt Azira Ahmeti von der Kanz­lei für Roma-Fra­gen in Kostolac.

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