April 30th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Sport
2016 pomoschinel i FIFA 139 organisacijenge ande 58 vilagi cilon USD 4,3 milijonenca. Ofto organisaciji use pele, savenge ada bersch pomoschim ol, telende te o projekto andar i Rumenija o „Policy Center for Roma and Minorities“. But ischolaschtscha odoj i ischkola tel phagen taj ande igen soralo tschoripe iste dschin. La FIFAkere pomoschagoha oda akan pal dschumim te ol.
„O Football for Hope-Programo pomoschinel 52 Roma- taj avre tschavenge ande Ferentari, jek igen tschoro foroskero falato ande Bukarest“, phenel i Raluca Negulescu, eksekutivdirektorkija le „Policy Center for Roma and Minorities“. „Lobda te khelel le tschavenge taj tschajenge, save usi risikojakeri grupn le ischkolakere tel phagender genen, o vudar uso tradicijoneli sikadipe prado ol. O programo del le tschavenge o schajipe, pumaro soralipe te lakel taj pumaro potencijal latsche ar te schejpfinel. Vascho ‚Football for Hope‘ schaj imar o erschti tschajakeri lobdakero team kerdo ulo taj schaj afka o teldipe prikal o potencijal taj o talento le Romendar- taj avre tschajendar andar tschore khetaniptscha upre baunim ol.“
(de.fifa.com |Prik bescharipe: Josef Schmidt)
April 30th, 2016 |
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Film & Theater, Interview, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Interview mit Regisseur Benny Brenner (engl.)
Kino für die Ohren – Crossing Europe 2016 | Radio FRO 105,0
Sendung vom 22. April 2016 | Redaktion: Julia Krikler
Ungarn: Der Regisseur Benny Brunner hat einen Film über ein ungarisches Dorf gedreht, dessen Bürgermeister vor Ort ein faschistisches Regime etabliert hat. Die Menschen in Érpatak müssen sich seiner diktatorischen Ordnung beugen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, empfindlich sanktioniert zu werden. Der Bürgermeister und seine Anhänger feiern die Waffen-SS, verbreiten Unwahrheiten über den 2. Weltkrieg, unterdrücken die eigene Bevölkerung und viel mehr noch die ansässigen Roma-Familien, denen schon mal einfach die Kinder weggenommen werden. Das alles passiert vor den Augen des ungarischen Staates, der dieses Vorgehen gutzuheißen scheint. Ein Dokumentarfilm, der Angst vor dem zukünftigen Europa macht!
(Text: cba.fro.at)
April 29th, 2016 |
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Film & Theater, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm von Benny Brunner (hier ein Interview)
Mitabeit: Keno Verseck; NL, 2014, 76 min.
Érpatak, ein Dorf im Nordosten Ungarns, war bis 2005 ziemlich bedeutungslos – bis Mihály Zoltán Orosz zum Bürgermeister gewählt wurde. Als bekennender Antisemit und Roma-Hasser, der Nazi-Lieder singen lässt, entwirft er ein autoritäres Regelwerk zur Disziplinierung der Bevölkerung. Diejenigen, die seine Verhaltensvorschriften nicht einhalten, gelten als „Zerstörer“, ihnen droht Ausgrenzung, sogar Vertreibung aus dem Dorf. Oroszs repressiven politischen Ideen, die vom System eines Victor Orbán gestützt werden, haben vor allem für die dort ansässige Roma-Bevölkerung, die den täglichen Schikanen des Dorfdiktators und seiner Schergen zum Opfer fällt, einschneidende Folgen. Read the rest of this entry »
April 29th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Im südpolnischen Borzęcin Dolny unweit von Krakau wurde eine Holocaustgedenkstätte von unbekannten Tätern geschändet. Entdeckt wurde die Zerstörung des hölzernen Denkmals am vergangenen Freitag. Das Mahnmal erinnert an den nationalsozialistischen Genozid an den Roma. Die Polizei ermittelt.
Das Denkmal war – offenbar mit einer Axt – von seinem Betonsockel geschlagen und zerstört worden. Eine Gedenktafel, die an dem Denkmal befestigt war, wurde ebenfalls heruntergeschlagen. Die Inschrift, die auch einige Verse der Roma-Dichterin Papusza (Bronisława Wajs) enthielt, verwies auf die Massenerschießung von Roma durch die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkriegs. Das Monument wurde an genau der Stelle in einem Waldstück errichtet, wo im Juli 1943 29 polnische Roma ermordet worden waren: 3 Männer, 5 Frauen und 21 Kinder aus den Familien Majewski, Kwiatkowski, Chmielewski und Cioroń. Die Überreste der am Ort des Massakers verscharrten Opfer waren bereits 1959 exhumiert und in einem gemeinsamen Grab am Friedhof in Borzęcin Dolny bestattet worden.
„Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich jetzt fühle“, erklärt die polnische Künstlerin Małgorzata Mirga-Tas, die, selbst Romni, das Mahnmal gestaltet hatte. „So etwas kann nur jemand tun, der jeden Respekt gegenüber anderen, gegenüber der Geschichte, dem Gedenken und uns Roma verloren hat. Jemand will uns wohl zu verstehen geben, dass wir nicht zählen.“
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April 28th, 2016 |
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Facts & Figures
1499 verbot ein Dekret den Roma (Gitanos) in Spanien die Verwendung ihrer Sprache und ihrer Tracht.
(Quelle)
April 27th, 2016 |
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Musik
Loyko ist ein Roma-Ensemble aus St. Petersburg in Russland. Die Formation wurde 1990 vom Violinisten Sergey Erdenko ursprünglich als Duo zusammen mit Igor Staroselzev gegründet. Vorbild und Namensgeber für die Gruppe war Loyko Sobar, ein legendärer Geigenvirtuose aus dem Russland des 19. Jahrhunderts, welcher auch zur Volksgruppe der Roma gehörte. Sergey Erdenko kam 1958 in Khabarovsk in Ostsibirien zur Welt und gehört der Untergruppe der sogenannten Servitka-Roma an.
Weiterlesen auf gypsy-music.jimdo.com
Hier zu sehen ein Konzertmitschnitt vom 15.11.2015 im Jazzit in Salzburg.
April 24th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Sympathiebarometer: Zwei von drei Polen lehnen Roma ab. Seit dem Vorjahr haben sich die Daten weiter verschlechtert.
Eine aktuelle Umfrage des staatlich finanzierten Meinungsforschungsinstituts CBOS (Public Opinion Research Center) fragte nach den Sympathiewerten von 27 Nationen und ethnischen Gruppen (Report 53/2016, noch nicht online). Auf die größte Sympathie der Polen stoßen demnach die benachbarten Tschechen (50%), knapp gefolgt von Italienern (49%) und Slowaken (48%). Am anderen Ende der Skala: Araber und Roma. Zwei Drittel (67%) der befragten Personen drückten ihre Ablehnung gegenüber diesen beiden Gruppen aus. Ebenfalls besonders unbeliebt: Russen (50%), Rumänen (47%), Türken (45%) und Juden (37%). CBOS unterstreicht, dass sich die Einstellung gegenüber einer Reihe von Nationen und Ethnien seit Jahresbeginn 2015 verschlechtert habe – was laut Studienautoren vermutlich auf das durch Flüchtlingskrise und Terroranschläge veränderte Meinungsklima zurückzuführen sei.
Bezüglich der Reihung ergab die im Vorjahr durchgeführte Erhebung jedoch ein durchaus ähnliches Bild: Auf dem allerletzten Platz der 32 abgefragten Nationen und Ethnien fand sich – weit abgeschlagen – die Minderheit der Roma. Noch vor einem Jahr bekundeten allerdings mit 58% deutlich weniger Polen, der Volksgruppe gegenüber negativ eingestellt zu sein. Dieser ablehnenden Mehrheit standen nur 18% gegenüber, die angaben, für Roma Sympathie zu empfinden. Die damalige Umfrage ergab für Roma einen Durchschnittswert von -0,93 (auf einer Skala von -3 bis +3). Auf dem vorletzten Platz landeten die Russen (-0,60); nach Arabern wurde damals noch nicht gefragt. Read the rest of this entry »
April 21st, 2016 |
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Facts & Figures
Johann Wolfgang von Goethe äußerte sich an insg. 28 Stellen seiner Werke, Schriften und Briefe über „Zigeuner“.
(Quelle)
April 16th, 2016 |
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Radio, Podcast & TV
Das ORF-Parlamentsmagazin „Hohes Haus“ bringt am Sonntag, dem 17. April 2016, um 10.30 Uhr in ORF 2 u.a. folgenden Beitrag:
Lebenswelt der Roma — Dass die Volksgruppe der Roma 1993 in Österreich anerkannt wurde, ist nicht zuletzt einem Mann zu verdanken: Prof. Rudolf Sarközi. Durch seinen politischen Einsatz hat sich die Situation für Roma in Österreich deutlich verbessert. Anfang März ist Sarközi verstorben, Kathrin Pollak hat mit seinen Nachfolgern darüber gesprochen, wie es den Roma in Österreich heute geht und welche Projekte für die Zukunft geplant sind.
Und um 13.30 startet, ebenfalls am Sonntag, auf ORF2 das Magazin „Heimat Fremde Heimat“ mit einem Beitrag über die Gewaltserie gegen Bettler in Linz:
Brandanschlag auf das Roma-Zeltlager – was ist geschehen? — Seit Februar dieses Jahres mehren sich die Brandanschläge auf die Zelte von Roma aus Rumänien in Linz. Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) gab sich in Folge entsetzt, da er, wie er meint, von der Polizei über die Anschläge nicht informiert wurde. Laut Polizei und Verfassungsschutz wird seit Februar in alle Richtungen ermittelt. Sabina Zwitter fuhr zwei Monate nach den Anschlägen zu den Tatorten, interviewte die ermittelnden Beamten der Exekutive und den Linzer Bürgermeister und begleitete den Linzer Roma-Vertreter Balog Radul nach Maribor zu einer Sitzung der Romani Union. Dort sorgte die Nachricht von den Linzer Anschlägen bei den internationalen Roma-Vertretern für Entsetzen.
Beide Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek angeboten.
(Text: ORF-Programmankündigung hier und hier)
April 12th, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung
Dokumentarfilm, BG 2015, 64 min.
Regie: Eldora Traykova, Buch: Assen Vladimirov
Zu sehen in Linz am 20.4. und 22.4.2016.
Die Gegend ist idyllisch und ländlich, das Bildungsniveau der Bevölkerung, die zu 99 Prozent aus Roma besteht, vergleichsweise hoch: „Roma-Cambridge“ – so wird Dolni Tsibar in einer der ärmsten Gegenden Bulgariens auch genannt. Die Schule dort ist in Eldora Traykovas Dokumentarfilm Ausgangspunkt, um die Schüler, Lehrer, Eltern und Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes kennenzulernen. Sie erzählen von ihrem Leben, ihren Zielen und ihren Sorgen. Viele der Eltern arbeiten im Ausland, um für die Familie sorgen zu können, während die Kinder davon träumen, eines Tages in Harvard zu studieren. Die engagierten Lehrerinnen und Lehrer sind bemüht, mit den vorhandenen bescheidenen Mitteln die bestmögliche Ausbildung zu bieten. Denn diese ist für Roma, die europaweit immer noch unter Stigmatisierung und Diskriminierung leiden, besonders wichtig, um auf eine bessere Zukunft hoffen zu können. (Katharina Riedler)
(Text: Crossing Europe)
April 10th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Berlin: Kundgebung für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas
Anlässlich des ROMADAY fand am Freitag eine Kundgebung nahe dem Brandenburger Tor statt. Zu der Veranstaltung hatte das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas eingeladen, das damit auf die anhaltende Diskriminierung der größten europäischen Minderheit aufmerksam machte. Unter den mehreren Hundert Teilnehmern waren auch Bundespräsident Joachim Gauck, die Bundestagsvizepräsidentinnen Petra Pau und Claudia Roth sowie Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
Zum Auftakt der Kundgebung sprach Staatsministerin Aydan Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Sie forderte: »Wann immer Sinti und Roma diskriminiert, diffamiert oder angegriffen werden, müssen wir Politikerinnen und Politiker deutlich machen, dass es in unserer Gesellschaft keinen Zentimeter Platz für Antiziganismus geben darf.«
Hauptredner war der niederländische Sinto und Holocaustüberlebende Zoni Weisz, der forderte: »Wir sind Europäer und müssen dieselben Rechte wie jeder andere Einwohner haben, die gleichen Chancen, wie sie für jeden Europäer gelten.«
Als Höhepunkt der Veranstaltung verlasen der Regisseur Rosa von Praunheim, die MTV-Moderatorin Wana Limar und der ehemalige Fußballnationalspieler Arne Friedrich den Aufruf zur Solidarität mit den Sinti und Roma Europas. Der Aufruf ist unter www.romaday.org verfügbar. Read the rest of this entry »
April 8th, 2016 |
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Musik
„Djelem, Djelem“ („Gelem, gelem“) ist die Hymne der Roma-Bewegung, die – wie die blau-grüne Flagge und die Dachbezeichnung Roma – beim ersten Roma-Weltkongress am 8. April 1971 in London festgelegt wurde. Der Liedtext, verfasst von Jarko Jovanović nach einer traditionellen Melodie, erzählt von der Verfolgung der europäischen Roma während des Zweiten Weltkriegs. (Mehr dazu auf: Rombase)
Zum heutigen Internationalen Roma-Tag hier der große serbische Roma-Sänger Šaban Bajramović (1936-2008) mit seiner Version der Hymne aus dem Jahr 2006. Opre Roma!
April 7th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Sport
FIFA dehnt ihr globales soziales Engagement aus – und fördert nun auch Roma-Kinder in Bukarest
2016 unterstützt die FIFA 139 Organisationen in 58 Ländern mit insgesamt USD 4,3 Millionen. Acht Organisationen werden in diesem Jahr neu unterstützt, darunter das Policy Center for Roma and Minorities, das in Rumänien die Quote der Schulabbrecher unter Roma- und anderen Kindern, die in extremer Armut leben, senken will.
„Das Football-for-Hope-Programm hilft 52 Roma- und anderen Kindern in Ferentari, einem der ärmsten und marginalisiertesten Teile Bukarests“, erklärt Raluca Negulescu, Exekutivdirektorin des Policy Center for Roma and Minorities. „Der Fußball ist für Jungen und Mädchen, die zur Risikogruppe der Schulabbrecher gehören, das Tor zur traditionellen Bildung. Das Programm bietet den Kindern die Möglichkeit, ihre Stärken zu entdecken und ihr Potenzial möglichst auszuschöpfen. Dank Football for Hope konnten wir hier das erste Mädchenfußballteam gründen und können so Vorurteile gegenüber dem Potenzial und dem Talent von Roma- und anderen Mädchen aus armen Gemeinschaften abbauen.“
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April 6th, 2016 |
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Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Vorarlberg: Diskusija vascho Roma ojs biknaschtscha papruschengere nevipestar
Thaneskero rot Johannes Rauch taj i birovkija andar Dornbirn Andrea Kaufmann kritisirinen, kaj o dromeskero papruschengero nevipe „marie“ te Romendar biknim ol. O ardijaschtscha i kritika pal dschuminen. Credo le papruschengere nevipestar hi, hot nisaj flogoskeri grupn artschapim te ol.
O thaneskero rot Johannes Rauch (Selene) taj i birovkija andar Dornbirn Andrea Kaufmann (ÖVP) phentscha use jek presejakeri konferenca paraschtun, hot o papruschengero nevipeskero projekto igen latscho hi ham kaj, Roma la schaj biknen na latscho godschikano gondo sina. O projekto „marie“ igen latscho hi – ham o arodipe le dschenendar sa hi, ham na bastalo, phenel i birovkija andar Dornbirn. I „marie“ na le Romendar biknim te ovlahi oj le dschenendar andar Vorarlberg biknim te ovlahi, save imar but berscha dur buti na laken vaj naschipaschendar. O Roma tschak hasna pumenge afka keren, kaj schaj use gudulinen. Ada o tschatschiptscha ande Dornbirn na use muken adaj lila tuke pekan.
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April 5th, 2016 |
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Politik
„Mangelnde politische Unterstützung“: Roma-Beauftragter Pollák wirft das Handtuch
Der Regierungsbeauftragte für die Roma-Minderheit der Slowakei, Peter Pollák, tritt mit Monatsende zurück. Dieser Schritt erfolge aufgrund mangelnder politischer Unterstützung seitens der Regierung. Bereits unter der früheren sozialdemokratischen Regierung Robert Ficos habe Pollák kaum Unterstützung verspürt, jetzt sei sein Schreiben, das er als Roma-Beauftragter nach den Wahlen vom 5. März an die Parteivorsitzenden der neuen Viererkoalition gerichtet hatte, einfach unbeantwortet geblieben. Pollák, der im Frühjahr 2012 als erster Rom ins slowakische Parlament gewählt wurde, warnte davor, dass das Desinteresse der Regierung für die Volksgruppe den Trend zur politischen Radikalisierung der slowakischen Gesellschaft noch weiter zuspitzen werde. Zudem warnte er, das Amt des Regierungsbeauftragten für die Roma aufzulösen oder mit dem für nationale Minderheiten zu fusionieren. Medienberichten zufolge dürfte jetzt die mitregierende Ungarnpartei Most-Hid Pollas Nachfolger nominieren. Die Tiroler Tageszeitung schreibt zum Rücktritt Polláks:
Der Hochschulprofessor Pollak, selbst Angehöriger der Roma-Minderheit, wurde im Oktober 2012 in den Posten des Roma-Beauftragten ernannt, kurz nachdem er für die oppositionelle Protestpartei Gewöhnliche Menschen auch ins Parlament gewählt wurde. Sehr bald geriet er aber unter heftige Kritik, da eine von ihm groß angekündigte Roma-Reform kaum vorankam und schließlich nie umgesetzt wurde. Zudem hatte gerade Pollak ein Gesetz initiiert, mit dem die Auszahlung von Sozialgeldern an die Leistung gemeinnütziger Arbeiten geknüpft wurde. (…) Read the rest of this entry »
April 3rd, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Am Taubenmarkt in der Linzer Innenstadt spielten sich Pressemeldungen zufolge am Nachmittag des 23. März wüste Szenen ab. Augenzeugen berichten, dass ein junger Mann einen Bettler verprügelte und beschimpfte, nachdem ihn dieser angesprochen und um Geld gebeten hatte. Passanten, die den plötzlichen Gewaltausbruch beobachteten, riefen die Polizei. Der junge Mann wurde daraufhin vor zahlreichen Schaulustigen festgenommen. Der verletzte Bettler wurde von den Rettungskräften versorgt und dann ins Krankenhaus verbracht.
Nach Gewaltserie: „Aktion scharf“ und „Schulterschluss“
In Linz wurden in den letzten Wochen drei Brandanschläge auf Zelte von Roma-Familien, die in der Innenstadt betteln, verübt (wir berichteten: Brandanschläge auf Roma-Zelte in Linz und Neuerlicher Brandanschlag in Linz). „Die Grenzen der Zumutbarkeit sind überschritten“, ließ SPÖ-Bürgemeister Klaus Luger daraufhin verlauten. Und er meinte nicht die Gewaltserie. Die Linzer Stadtregierung reagierte auf die Anschläge, indem sie eine „Aktion scharf“ ausrief – allerdings nicht gegen die Attentäter, sondern gegen deren Opfer. Auch ÖVP-Vizebürgermeister Bernhard Baier will nach den Ereignissen endlich einen „Schulterschluss gegen kriminelle Banden“. Und auch er hat dabei nicht ein energisches Vorgehen gegen die Urheber der Brandanschläge im Sinn. Er fordert vielmehr das, worauf auch die Gewalttäter aus sind: die raschestmögliche Vertreibung der Bettler. Nicht anders viele Medien: Die „Die Presse“ beispielsweise erblickt angesichts der jüngsten Angriffe auf Bettler in Linz, Salzburg und Vorarlberg nicht Rassismus und Gewalt, sondern das Betteln als das „Problem, das eskaliert“. Read the rest of this entry »
April 2nd, 2016 |
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Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Bereits zum 34. Mal findet in diesem Jahr die Ungarische Pressefotoausstellung statt. Gezeigt werden die besten Bilder des Jahres. Erstmalig wurden auch Bilder in der Sonderkategorie Flüchtlingskrise ausgezeichnet. Die Ausstellung wurde bereits am 25. März eröffnet und ist noch bis zum 14. Mai im Robert-Capa-Zentrum für Zeitgenössische Fotografie zu besichtigen.
Die Politik des Roma-Körpers
Besonders sehenswert sind die eher konzeptionellen Arbeiten des unabhängigen Fotokünstlers Miklós Déri, der für seine Portraitserie über die Stereotypisierung der ungarischen Romabevölkerung den renommierten André-Kertész-Preis erhielt. Déri ließ Intellektuelle, Wissenschaftler und andere prominente Mitglieder der Romaminderheit in Kostüme und Posen schlüpfen, die dem bis heute existenten Klischee der Roma als Musiker, Gauner und Jahrmarktswahrsager entsprechen. Dem stellt er Bilder der Personen in ihren Alltagsoutfits gegenüber. „Wenn wir ein Bild eines Rom sehen, setzt sich in unserem Kopf automatisch ein auf der ,Rasse‘ des Fotografierten beruhender Wertungsprozess in Gang. Mit meinen Bildern wollte ich den latenten Rassismus sichtbar machen, mit dem Roma beinahe täglich in der Gesellschaft konfrontiert werden“, erklärt Déri das Konzept seiner Fotoreihe.
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April 1st, 2016 |
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Facts & Figures
Nach Rassismusvorwürfen war „gitano“ („Zigeuner“) 2015 das zweitmeistgesuchte Wort des span. Standardwörterbuchs DRAE.
(Quelle)