Wien: Gedenkfeier am Ceija-Stojka-Platz
Juli 31st, 2016 | Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Dikh he na bister! Schau und vergiss nicht!
Gedenken an den Völkermord an Roma/Romnja und Sinti/Sintize in Wien
2. August 2016, 18:00 bis 19:30 Uhr
Ceija-Stojka-Platz, bei der Altlerchenfelder Kirche, 1070 Wien
In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. Die Nationalsozialisten ermordeten an die 90 Prozent der vor 1938 in Österreich lebenden Roma/Romnja und Sinti/Sintize. Bis heute ist das Trauma bei den Überlebenden und den Nachfahren der Opfer wirksam. Von Öffentlichkeit und Politik wurde dieser Genozid lange verschwiegen und vergessen.
Romano Centro organisiert in Kooperation mit der „Roma Genocide Remembrance Initiative“ und „zentrum exil“ zum zweiten Mal eine Gedenkveranstaltung zum 2. August in Österreich. Eine Veranstaltung, bei der keine Politikerinnen und Politiker, sondern Angehörige von Opfern zu Wort kommen. Da es in Wien für die ermordeten Roma/Romnja und Sinti/Sintize keinen eigenen Gedenkort und kein Denkmal gibt, wurde der nach Ceija Stojka benannte Platz bei der Altlerchenfelder Kirche als Veranstaltungsort gewählt.
Die Künstlerin Ceija Stojka (1933–2013), die als Kind drei Konzentrationslager überlebt hatte, hat als erste Romni in Österreich ihre Erfahrungen niedergeschrieben und ab 1988 in mehreren Büchern veröffentlicht. Ihre Erinnerungen waren und sind wesentlich für die Aufklärung über den Völkermord und standen am Beginn der Roma-Bürgerrechtsbewegung in Österreich.
Ceija Stojkas Enkelin Simona Anozie wird neben Manuela Horvath (ebenfalls Enkelin von Holocaust-Überlebenden), Simonida Selimović (Roma-Aktivistin) und Sebestyén Fiumei als Vertreter der Jüdischen Österreichischen HochschülerInnen bei der Veranstaltung sprechen. In einer Ausstellung werden Gemälde von Ceija Stojka gezeigt, sowie Fotos der „Roma Genocide Remembrance Initiative“ aus Auschwitz. Die Gedenkfeier soll jedes Jahr am 2. August stattfinden und so Bewusstsein schaffen, den Opfern der größten europäischen Minderheit Respekt erweisen und gegen das Vergessen aufrufen.
(Text: OTS/Romano Centro)