SWR2 am Morgen: Antiziganismus sei eine der ältesten Formen von Rassismus, werde dennoch in der Gesellschaft am wenigsten wahrgenommen und kaum verurteilt, sagt Romeo Franz, deutscher Abgeordneter für die Grünen im EU-Parlament und selbst Sinto, in SWR2. Das Europäische Parlament debattiert am 23. November die Polizeigewalt gegen Roma in der EU. Auslöser ist der Tod des Rom Stanislav Tomáš in Tschechien. Ähnlich wie beim Tod des schwarzen George Floyd hatte ein Polizist minutenlang auf dem Nacken von Tomas gekniet. Die Verurteilung solcher antiziganistischen Gewalt habe nie denselben Level gehabt wie die Verurteilung des Antisemitismus, so Franz. Dabei zerstöre die Polizei mit solcher rassistischen Gewalt das Vertrauen in den Staat. Der Fall Tomáš sei alles andere als ein Einzelfall. Bei der Durchsetzung von Covid-19-Quarantänen sei die Polizei in Tschechien, Bulgarien oder Rumänien mit großer Gewalt gegen Roma vorgegangen. Er verfüge über Videos, so Franz, die zeigten, wie ganze Familien mit größter Brutalität von der Polizei zusammengeschlagen worden seien. Viele Fälle landeten gar nicht erst vor Gericht, würden schon vorher abgeschmettert. Read the rest of this entry »
Sinti und Roma werden seit Jahrhunderten diskriminiert, benachteiligt und als Minderheit verfolgt. Wie akut dieses Problem auch in Deutschland ist, unterstrich im Juli 2021 der Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus. Der Bericht zeigte: Die Diskriminierung von Sinti und Roma geht auch von staatlichen Institutionen aus, wie etwa Schulen. Es mangelt vor allem an Aufklärung und Sensibilisierung. Nadine Küßner hat im Rahmen von TRANSFER TOGETHER ein Weiterbildungsangebot entworfen, das genau das leisten soll. Im Projekt-Podcast spricht sie mit Max Wetterauer über das Format und über ihre Arbeit in der antiziganismuskritischen Bildungsarbeit.
„Wir Roma sind nicht Bettler und Kriminelle!“: Viktoria Waldhäusl im Gespräch mit Samuel Mago, Schriftsteller und Antiziganismus-Aktivist
Samuel Mago ist stolz, Rom zu sein. Der 1996 in Budapest geborene Schriftsteller mit jüdischen Wurzeln setzte sich schon als Schüler in der Wiener Albertgasse gegen antiziganistische Klischees ein. An der Universität Wien, wo er „Transkulturelle Kommunikation“ studiert, war er Mitbegründer der „Hochschüler*innenschaft Österreichischer Roma und Romnja“. Samuel Magos Literatur ist nicht nur poetisch, sondern auch politisch. Wenn er in seinen Texten positive Gegenbilder erschafft und seine von starken Frauen geprägte Familiengeschichte erzählt, ist das immer gleichermaßen Aktivismus wie Gedenkarbeit. Viktoria Waldhäusl spricht mit Samuel Mago über dessen Familiengeschichte, über engagierte Literatur und den Reichtum der Roma.
Dumm gefragt: „Neigen Sinti und Roma zur Kriminalität?!“
WDR/1LIVE, Podcastfolge vom 4.3.2021, 54:02 Min.
Verfügbar bis 4.3.2022
Sinti und Roma werden oft als „fahrendes Volk“ bezeichnet, und darin steckt schon das erste Vorurteil gegen sie. Den Sinti und Roma wird nachgesagt, sie seien faul, kriminell, würden in Wohnwagen und Zelten leben und viel zu viele Kinder bekommen. Diese Klischees existieren schon seit Jahrhunderten, weshalb Sinti und Roma immer wieder verfolgt und diskriminiert wurden.
Fritz Schaefer klärt mit Taisiya und Sejnur, was dran ist und wie Menschen der Sinti und Roma heute mit Vorurteilen umgehen.
Ein Podcast-Gespräch des burgenlandkroatischen Mediums „Novi Glas“ mit dem Roma-Aktivisten Martin Horvath (Verein Hango Roma)
Anfang 2021 wurde im deutschen WDR eine Sendung ausgestrahlt, in der ausschließlich mehrheitsangehörige Promis über die Verwendung von Begriffen wie „Zigeunersauce“ diskutierten. Die Sendung hat hohe Wellen in den sozialen Medien geschlagen und auch Roma-Angehörige in Österreich empört (wir berichteten: hier, hier und hier). Martin Horvath (38) aus Siget in der Wart ist Gründer und Vorstandsmitglied des Vereins HANGO ROMA, einer der Schwerpunkte des Vereins ist Antiziganismusarbeit. Das ganze Telefongespräch mit Horvath ist als Podcast nachzuhören und unterhalb in gekürzter Form zu lesen.
Konstantin Vlasich/Novi Glas: Wie ist es dir ergangen, als du von dieser Sendung im WDR erfahren hast?
Martin Horvath: Es ist in den letzten Monaten nicht neu, dass gegen die Volksgruppe der Roma gehetzt wird. Als Corona angefangen hat, in Ungarn, Rumänien, Slowakei hat man Schuldige gesucht und die Schuldigen waren die Roma. Die Sendung beweist, dass oft ein Thema gewählt wird, mit dem man Quoten erreicht: Die Diskussion – soll man das „Zigeunersauce“ nennen oder nicht? – ist aber verantwortungslos. Das sind Personen in der Öffentlichkeit, die man liebt, die Vorbilder sind. Wenn man so diskutiert, ist das nicht in Ordnung. Man kann über die Verwendung des Begriffs „Zigeuner“ eine Diskussion halten, aber dann muss man Vertreter von diversen Roma-Organisationen einladen, damit man gemeinsam darüber diskutieren kann.
NG: Wie stehst du zu diesem Begriff? Verwendest du ihn?
Der Begriff ist nicht in unserem Wortschatz, in Romanes gibt es das Wort „Zigeuner“ nicht einmal. Man verbindet es mit dem „ziehenden Gauner“, es ist ein negatives Wort, das uns aufgedrückt worden ist. Wir sind so bezeichnet worden. Es gibt Leute, die sich als „Zigeuner“ bezeichnen, aber das ist eine persönliche Geschichte. Das sind Einzelne, aber man kann keine gesamte Gruppe als „Zigeuner“ bezeichnen. Es ist jedem überlassen, wie er sich bezeichnet. Für mich persönlich ist das Wort abscheulich. Read the rest of this entry »
Tschibtscha | 25.10.2021 | 8.19 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath
Johann Trattner: Spurensuche in Auschwitz-Birkenau
Johann Baranyai jomakero rodipe ande Auschwitz-Birkenau Betschiste deschuduj orenge o dschene, sar dschidovtscha, Roma taj butjaschtscha andar o nacijonalfonds, save Auschwitz uso pradipe le blokistar deschuefta akarde ule, pumen reste taj busiha upro drom pumen kerde. O cile dschene, save pumen upro drom Auschwitzate kerde, jek bara dukaha ham te jek gondoha valaso te schunel taj valsao pedar i ajgeni familija te phukal so lenge adaj upre ada than kerdo ulo, jek aunpaschlaripe sina. Na ar te gondolinel sina, so adaj sa upre ada than kerdo ulo taj soske? O pharo drom uso block deschutrin, kaj o artschijipe ande Auschwitz le Romendar hi, le Johann Baranyaiske, sar lo agun butscholahi akan Trattner leskero familijakero anav hi, na loke sina. Kipi le Romendar, le familijendar, muschikascherndar taj le tschavendar andar mindenfelitike vilagi, kaj Roma anglo haburi dschivnahi ando block deschutrin butvar te dikel hi. So adaj le manuschenca sa kerdo ulo taj saj idijologija adaj palal terdschini schoha te hajol ovla. Ando artschijipe ando block deschutrin te o anava le dschenendar, save ande Auschwitz-Birkenau ledschim ule upre jek tablina hi. O Hansi, sar ov le Romendar ando Burgenland akardo ol mindschart te rodel kesdintscha le anevstar Baranyai. Upre jek kipo le artschijipestar o Johann Baranyai pra muam prindschartscha, savi ande Auschwitz Birkenau ledschim uli.
O Erich Finsches, dschido ando porintschago le Johann Baranyaiha phukal pedar pri terdschivipeskeri historija. O barakn, kaj o dschene iste sovnahi, vaj upri khulali kaj iste dschanahi sikan saj sakodiveskero bibastalo dschivipe le manuschen odoj sina. Read the rest of this entry »
Obwohl Rom*nja und Sinti*ze bereits seit dem 15. Jahrhundert in Österreich leben, wird ihre Geschichte noch immer nicht als Teil der österreichischen Geschichte betrachtet. Damit verhärten sich die Vorurteile und Rassismen, die sich über die Jahrhunderte in der Mehrheitsgesellschaft eingenistet haben. Während die ältere Generation der Rom*nja und Sinti*ze ihre kulturelle Herkunft oft geheim gehalten hat, um sich vor Anfeindungen, Diskriminierungen und Gewalt zu schützen, tritt die junge Generation selbstsicher auf.
Wir als Community müssen unsere Ressourcen darauf konzentrieren, Menschen zu empowern. Jung bis alt müssen emporwert werden. Wir haben lange genug darum gebeten, einen Platz am Tisch der Dominanzgesellschaft zu bekommen. Wir müssen anfangen, unseren eigenen Tisch zu bauen. Roxanna-Lorraine Witt
In diesem Feature lassen wir sieben Rom*nja und Sinti*ze aus Österreich und Deutschland über ihren Aktivismus und neue Narrative sprechen. Dazu gehören die beiden Gründerinnen des Opre Heroes Collectives und Menschenrechtstrainerinnen, Ioana und Irina Spataru, die burgenländische Journalistin und Autorin Katharina Graf Janoska, Aktivistin und Gründerin des RomblogsGilda Horvarth, Sinti-Aktivistin und Executive Director von Save Space Roxanna-Lorraine Witt und die beiden Gründer des Rymecast-Podcasts Sejnur Memisi und Nino Novakovic. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radio Burgenland: 16.8.2021 | (on demand)
In der Sendung ist der Ethnologe Michael Teichmann von der Caritas Graz zu Gast. Als Leiter des Projektes „KAMBUKE | kamaha buti te kerel“, zu Deutsch „Wir wollen arbeiten“, erzählt er über die verschiedenen Arbeitsbereiche für und mit Roma.
Projekt „ROMEXA“
Knapp 500 Roma aus Osteuropa, meist aus der Slowakei, Rumänien, Bulgarien oder Ungarn, werden derzeit von der Caritas Graz in mehreren Projekten betreut. Eines davon ist das Projekt „ROMEXA“, das hauptsächlich zur Basisversorgung von Roma und Romnja dient, die von prekären ökonomischen und sozialen Situationen aus ihren Heimatländern nach Österreich migrieren.
Projekt „Chavore“ | Kinder“ Die Kinder der migrierten Familien haben die Möglichkeit am Projekt „Chavore“, zu Deutsch „Kinder“, teilzunehmen und sich dadurch schneller einzuleben. Aktuell werden 40 Kinder in diesem Projekt in Graz betreut, Teichmann unterstreicht die Bedeutsamkeit dieser Maßnahme für die Inklusion der Familien.
Kindheit ohne „Stereotype“
Michael Teichmann, geboren 1973, wuchs in Oberdrauburg, einer kleinen Gemeinde in Oberkärnten, auf. Dort besuchte er die Pflichtschule und anschließend das Gymnasium Lienz. Der heutige Ethnologe erzählt, dass es in seinem Elternhaus keinerlei Stereotype oder typische Vorurteile gegenüber anderen Völkern gab. 1992 begann Michael Teichmann an der Uni Graz zu studieren. Dort lernte er den Sprachwissenschaftler Dieter Halwachs kennen, der für die Kodifizierung und Didaktisierung des Burgenland-Romani verantwortlich zeichnet. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radijo Burgenland: 16.8.2021 | (on demand)
Andi adiveseskeri sendung o etnologo taj visenschoftleri upro than la flogoskera kundejatar Michael Teichmann la Caritasatar Gereci te schunel hi. Ojs schero le projektostar KAMBUKE | KAmaha BUti te KErel“ andi nimtschki tschib – „Wir wollen arbeiten“, phukal ov peder o mindenfelitike butjakere thana le Romenge taj le Romenca.
Projekto „ROMEXA“
Bojd 500 Roma andar i ostitiki Europa, butvar andar i Slovakija, i Rumenija, i Bulgarija vaj andar o Ungriko akan la Caritasatar Gereci ande buteder projekti vodim on. Jek le projektendar hi o projekto „ROMEXA“, savo le basisakere fasorginipeske le Romendar taj Romnijendar dijaninel, save le bibastale virtschoftlichi taj socijali situacijendar andar pumare hajmatakere vilagendar andi Austrija migririnen.
Projekto „Chavore | Kinder“
Le tschaven le migririme familijendar o schajipe hi uso projekto „Chavore“ andi nimtschki tschib „Kinder“ use te ol taj afka sikeder pe te integririnel. Ando momento 40 tschave ande ada projekto Gereciste vodim on, o Teichmann o barikanipe adale keripestar la integracijake le familijendar angle asdel.
Tschavengeri cajt oni sterejotiptscha
O Michael Teichmann ando bersch 1973 upro them alo. Upre bartschino ov ande Oberdrauburg, jek tikni gemajnde ande Oberkärnten. Odoj andi flogoskeri ischkola gelo taj paloda ando gimnasijum Lienz. Read the rest of this entry »
Tagesspiegel: Noa Karavan, Tochter des Bildhauers Dani Karavan, fürchtet um Berliner Mahnmal für die Sinti und Roma
Tagesspiegel, 6.7.2021: Die Tochter des Bildhauers Dani Karavan sieht das Berliner Mahnmal ihres Vaters für die Sinti und Roma durch den Bau einer neuen S-Bahn-Linie in existenzieller Gefahr. Anderslautende Darstellungen der Deutschen Bahn und der politischen Verantwortlichen seien „einfach falsch“, sagte Noa Karavan nach einem Besuch und Gesprächen in Berlin dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel. „Mir wurde bei meinem Besuch immer wieder erklärt, dass die Eingriffe ins Denkmal ‚minimal‘ und ‚temporär‘ seien, um das Denkmal ‚maximal‘ zu schützen. Aber das ist leider unmöglich.“ Noa Karavan-Cohen arbeitete bis zum Tod ihres Vaters (wir berichteten) im Mai 20 Jahre lang eng mit ihm zusammen und betreut auch weiterhin sein Werk. Read the rest of this entry »
Vor einigen Tagen wurden die Preise des 21. Grimme Online Award vergeben. Wir stellen Ihnen einige der Preisträger (siehe hier und hier) vor. Heute: die Podcast-Reihe „190220 – ein Jahr nach Hanau“, ausgezeichnet in der Kategorie „Information“.
Der rechtsterroristische Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 forderte neun Todesopfer, drei der Opfer gehörten der Minderheit der Sinti und Roma an: Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun, der sein Leben verlor, weil er versuchte, den Mörder zu stoppen. Die sechsteilige Podcast-Dokumentation „190220 – ein Jahr nach Hanau“ von Viola Funk, Alena Jabarine, Sham Jaff und Seyda Kurt wurde in der Kategorie „Information“ ausgezeichent.
„190220 – ein Jahr nach Hanau“ – Preis verliehen für Recherche und Redaktion.Begründung der Jury:
Am 19. Februar 2020 ereignete sich in Hanau eines der größten rechtsextremen Attentate der Nachkriegszeit. Neun Menschen wurden ermordet: Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovic, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saracoglu. Weil der Attentäter tot ist, wird es keinen strafrechtlichen Prozess geben – und so bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Eindringlich widmet sich der Podcast „190220 – Ein Jahr nach Hanau“ genau diesen Fragen und legt damit den Finger in eine klaffende Wunde dieser Gesellschaft: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Hätte die Tat verhindert werden können? Und: Welche Verantwortung tragen die Sicherheitsbehörden? Herausragend sind die berührenden Gespräche, die die Journalistin Alena Jabarine mit Angehörigen und Überlebenden vor Ort führt, ohne je voyeuristisch zu werden. Read the rest of this entry »
Radoslav Ganev, selbst Rom, erzählt im neuen „Stern“-Podcast „heute wichtig“, wie er seit seiner Kindheit gegen Klischees ankämpfte. Der 34-jährige Politologe und Konfliktmanager hat in München die Initiative „RomAnity“ gegründet und setzt sich so für die Rechte der Sinti und Roma ein. Rom zu sein, „das bringt dir Probleme“, sagt Ganev im Podcast-Gespräch mit Moderator Michel Abdollahi. Seine Identität habe er deshalb sogar lange Zeit verheimlicht. Read the rest of this entry »
Die Filmemacherinnen Mona Nicoară und Miruna Coca-Cozma protokollierten in „Our School“ den Aufbruch einer rumänischen Gemeinde aus der Sackgasse der Segregation.Aus Anlass des Internationalen Roma-Tags haben sie das Video für einige Tage freigeschaltet. Empfehlung!
Etwa zur selben Zeit, als in Rumänien die ersten Dreharbeiten zu diesem Film anliefen, ging die Unicef 2007 mit alarmierenden Zahlen an die Öffentlichkeit: Nur zwei von drei Roma-Kindern in Rumänien werden überhaupt eingeschult; und von jenen, die eine Schule besuchen können, landet ein großer Teil in separaten Klassen oder eigenen Schulen. Vor fast fünfzehn Jahren erhielten deshalb dreißig rumänische Gemeinden EU-Mittel, um diesem Missstand zumindest lokal abzuhelfen. Die aus Rumänien stammende und in New York lebende Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin Mona Nicoară, die einige Jahre für das European Roma Rights Centre in Budapest gearbeitet hat, nahm den Start eines dieser Reformprojekte zum Anlass, sich dem Thema aus der Perspektive der betroffenen Kinder zu nähern: Für ihr Dokumentarfilmdebüt „Şcoala Noastră“/„Our School“ begleitete sie mit der Koregisseurin Miruna Coca-Cozma und dem Kameramann Ovidiu Marginean drei Roma-Schüler, Ali (8), Beni (12) und Dana (16), vier Jahre lang mit der Kamera und protokollierte den Prozess der „Desegration“ ihrer Schule in Târgu Lăpuş, einem kleinen siebenbürgischen Städtchen.
Der letzte Wormser Zeitzeuge Stefan Köcher (geb. 1936) hat mit Mitarbeitenden der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der PH Heidelberg über seine Erfahrungen und Erinnerungen gesprochen. In dem Zeitzeugengespräch thematisiert Herr Köcher die antiziganistischen Ausgrenzungen gegen seine Person, seine Deportationen, wie er sich nach dem Krieg ein neues Leben aufgebaut hat, seine Einschätzung über den Antiziganismus in der heutigen Gesellschaft und was er sich für die nachfolgenden Generationen im Umgang mit der Minderheit wünscht.
Als der Grazer Vinzi-Pfarrer 1.000 Euro Prämie für den „Bettler-Mercedes“ auslobte: Armenpfarrer Wolfgang Pucher – ganz persönlich
Graz – Laut gedacht: In der neuen Folge der Podcast-Reihe spricht der Grazer Pfarrer mit „Kleine Zeitung“-Redakteur Bernd Hecke und räumt dabei einmal mehr mit dem Märchen von der Bettler-Mafia auf.
Kaum ein Obdachloser in Graz, den er nicht beim Namen kennt, um den er sich nicht schon persönlich gekümmert hat. Seit Jahrzehnten setzt sich Pfarrer Wolfgang Pucher für die Ärmsten ein. Kompromisslos, engagiert und wenn nötig – das haben auch schon zahlreiche Politiker zu spüren bekommen – mit einer gehörigen Portion Zorn. Seine streitbare Stimme hat den gesellschaftspolitischen Diskurs nicht nur in der Stadt, sondern in ganz Österreich mitgeprägt: Vom Umgang mit den Flüchtlingen des Jugoslawienkriegs Anfang der 1990er-Jahre, über die Diskussion um das Bettelverbot bis hin zu ganz aktuellen und brennenden Themen. Kurz vor seinem 82. Geburtstag lässt er sein Leben und sein Wirken als Geistlicher und als Mensch mit Schwächen und Fehlern in einem sehr persönlichen Gespräch mit Graz-Ressortchef Bernd Hecke Revue passieren. [...]
Der Gottesmann erzählt auch davon, wie er 1.000 Euro Prämie ausgelobt hat, für den, der ihm den Beweis für berüchtigten Bettler-Mercedes bringt, als in der politischen Debatte die Gerüchte von den Roma-Paten der Bettler-Mafia kursierten. Und Pucher weiß um große Roma-Familien, die sich das Erbettelte aufteilen, aber eine Mafia, einen der in Graz abends abkassiert, habe er nie beobachtet.
Heute macht sich das „TV Erba“-Team wieder einmal auf den Weg, um einen Beitrag über das Leben von Volksgruppenangehörigen zu gestalten. Halt war diesmal in Oberwart beim „Nostalgiekasperl“. Das Puppenspiel ist eine Kunstform, die von den Schaustellern in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Unser Redakteur Adolf Gussak sprach mit der Person hinter den Puppen. Wir hoffen auf baldige Besserung der aktuellen Situation, sodass Herr Schweizer sein fahrendes Puppentheater bald wieder betreiben kann und sich noch viele Kinder an dieser traditionellen Unterhaltungsform begeistern können.
Adi o dschene andar TV Erba papal upro drom pumen keren, jek film pedar o dschivipe flogoskere grupnakere dschenendar te kerel. Kherodim ulo o “nostalgijakero pojaceri” Erbate. O babukakero khelipe jek kunstakeri forma hi, savi le familijakere dschenendar, usar jek generacija usi kija generacija, prik dim ol. Amaro reporteri Adolf Gussak le dschenoha palo babuki, vakertscha. Read the rest of this entry »
Ö1 Punkt eins | Gäste: Dr. Gerhard Baumgartner, Historiker, wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes & Mirjam Karoly, Politologin, Roma-Aktivistin. Gestaltung und Moderation: Andreas Obrecht.
Vor 1938 lebten im Burgenland in 120 Siedlungen rund 8.000 Menschen der Volksgruppe der Roma. Schon kurz nach dem „Anschluss“ begann die Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime, die schließlich zur systematischen Vernichtung in Arbeits- und Konzentrationslagern führte. Nach der Deportation wurden die meisten Roma-Siedlungen abgerissen oder niedergebrannt. Nicht einmal zehn Prozent der Roma überlebten die nationalsozialistische Tyrannei – als sie zurückkehrten standen sie vor den Trümmern ihrer eigenen Geschichte, die dem Vergessen preisgegeben war.
Erst 1993 erfolgte die offizielle Anerkennung der Roma als sechste österreichische Volksgruppe. 1995 erschütterte der bestialische, rassistische Mord des Bombenattentäters Franz Fuchs an vier Männern in Oberwart die Öffentlichkeit und führte zu einer verstärkten schrittweisen Aufarbeitung der Geschichte der Volksgruppe.
Nun haben die Historiker Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl eine umfangreiche Dokumentation über die ehemals 120 Roma-Siedlungen im Burgenland vorgelegt. Read the rest of this entry »
Gertrude Gussak ando vakeripe le Emmerich Gärtner-Horvathiha
Im heutigen Beitrag zeigt TV Erba die prekären Umstände der 61-jährigen Romni Gertrude Gussak. Seit ihrer Kindheit lebt die heute schwerkranke Frau im Stegersbacher Roma-Graben. Sie leidet unter COPD, einer schweren Lungenkrankheit, und hat einen Herzfehler. Als Risikopatientin erzählt sie über ihre Angst, sich mit dem Covid-Virus zu infizieren und über ihre Einsamkeit, besonders seit dem Beginn des ersten Lockdowns. Ihr Haus ist sehr renovierungsbedürftig. In solch besonderen Härtefällen kommt dann Emmerich Gärtner-Horvath (Verein Roma-Service) mit seinem „RomBus“ ins Spiel, um den Volksgruppenangehörigen zu helfen.
Ando adiveseskero ardipe sikal TV Erba i bibastali situacija la 61-berschengera Romnijatar Gertrude Gussak. Sajt lakeri tschavengeri cajtatar, dschil i nasvali Romni ando Romengero jarko Schtegate. Oj tirinel telal COPD, jek pharo parne bukengero nasvalipe, taj telal jek dukipe upro vodschi. Oj phukal pedar lakeri dar, pe le Covid-virusiha te inficirinel taj pedar lakero korkoreskero dschivipe, sajt o erschti Lockdown hi. Read the rest of this entry »