Interview

Romeo Franz: Polizeigewalt zerstört Vertrauen

November 26th, 2021  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

MEP Franz im EU-Parlament in Straßburg, 2018 (Videostill: Europ. Parlament)MEP Romeo Franz (Grüne) im SWR-Pod­cast: Polizeigewalt in der EU ge­gen Sinti und Roma zer­stört Ver­trau­en in den Staat

Interview anhören: →SWR Podcast: 6.41 min (mp3/6,3 MB)

SWR2 am Morgen: Antiziganismus sei eine der ältesten Formen von Rassismus, werde den­noch in der Gesell­schaft am we­nigsten wahr­ge­nommen und kaum verurteilt, sagt Romeo Franz, deutscher Ab­geord­neter für die Grünen im EU-Par­lament und selbst Sinto, in SWR2. Das Euro­päi­sche Parla­ment debat­tiert am 23. Novem­ber die Polizei­gewalt gegen Roma in der EU. Aus­löser ist der Tod des Rom Stanislav Tomáš in Tschechien. Ähn­lich wie beim Tod des schwar­zen George Floyd hatte ein Polizist minu­ten­lang auf dem Nacken von Tomas ge­kniet. Die Ver­urtei­lung solcher anti­ziga­nis­ti­schen Gewalt habe nie den­selben Level gehabt wie die Verurteilung des Antisemitismus, so Franz. Dabei zerstöre die Polizei mit solcher rassisti­schen Gewalt das Vertrauen in den Staat. Der Fall Tomáš sei alles andere als ein Einzel­fall. Bei der Durch­setzung von Covid-19-Qua­ran­tänen sei die Polizei in Tschechien, Bulgarien oder Rumänien mit gro­ßer Gewalt gegen Roma vor­ge­gan­gen. Er verfüge über Videos, so Franz, die zeigten, wie ganze Fa­milien mit größ­ter Bruta­lität von der Polizei zu­sammen­geschla­gen worden seien. Viele Fälle lan­deten gar nicht erst vor Gericht, würden schon vorher ab­ge­schmet­tert. Read the rest of this entry »

Podcast: Antiziganismuskritische Bildungsarbeit

November 5th, 2021  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Transfer TogetherAntiziganismus, ein gesamtgesellschaftliches Problem

Podcast Transfer Together, Folge 35 (24:45 min, 59,4 MB)
→Anhören/Download (mp3)

Nadine Küßner im GesprächSinti und Roma werden seit Jahr­hunder­ten dis­krimi­niert, be­nach­teiligt und als Minderheit ver­folgt. Wie akut dieses Problem auch in Deutschland ist, unter­strich im Juli 2021 der Ab­schluss­bericht der Un­ab­hängi­gen Kom­mis­sion Anti­ziganis­mus. Der Bericht zeigte: Die Dis­kri­minie­rung von Sinti und Roma geht auch von staat­li­chen Insti­tutio­nen aus, wie etwa Schulen. Es man­gelt vor allem an Auf­klärung und Sen­si­bi­lisie­rung. Nadine Küßner hat im Rah­men von TRANSFER TOGETHER ein Weiter­bildungs­angebot ent­worfen, das genau das leisten soll. Im Pro­jekt-Pod­cast spricht sie mit Max Wetterauer über das Format und über ihre Arbeit in der anti­ziga­nismus­kriti­schen Bil­dungs­arbeit.

Arbeitsstelle Anti­ziganismus­prävention der PH Heidel­berg: Home­­page, Twitter, Face­­book

(Sendung und Text: Transfer Together)

„Kind in Handschellen abgeführt“: Interview

November 2nd, 2021  |  Published in Interview, Rassismus & Menschenrechte

Streifenwagen (Bild von Cornell Frühauf/Coernl auf Pixabay)RDL.de: →Anhören (9.16 min)

Das deutsche Radio Radio Dreyeck­land sprach mit Chana Dischereit, der Wis­sen­schaft­li­chen Re­feren­tin für Politik und Öf­fent­lich­keits­arbeit beim Ver­band Deut­scher Sinti & Roma Lan­des­ver­band Ba­den-Württem­berg e.V., über den Fall in Singen (wir be­rich­­te­­ten hier, hier und hier).

(Sendung von RDL.de, 26.10.2021)

Siehe auch:
Update: Neue Entwicklung im Fall in Singen, 23.10.2021
Kind in Handschellen: zweite Strafanzeige, 10.3.2021
Deutschland: Kind in Handschellen, 10.2.2021

Samuel Mago im Ö1-Gespräch

Oktober 31st, 2021  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Samuel Mago„Wir Roma sind nicht Bettler und Kri­mi­nel­le!“: Vik­to­ria Wald­häusl im Ge­spräch mit Samuel Mago, Schrift­stel­ler und Anti­zi­ga­nis­mus-Ak­ti­vist

Ö1, Im Gespräch, 28.10.2021 (→7 Tage online)

Samuel Mago ist stolz, Rom zu sein. Der 1996 in Budapest ge­bo­rene Schrift­steller mit jüdi­schen Wurzeln setz­te sich schon als Schüler in der Wiener Al­bert­gasse ge­gen anti­ziga­nis­ti­sche Klischees ein. An der Uni­ver­sität Wien, wo er „Trans­kul­tu­relle Kom­mu­ni­ka­tion“ stu­diert, war er Mit­be­grün­der der „Hoch­schü­ler*in­nen­schaft Öster­rei­chi­scher Roma und Romnja“. Samuel Magos Literatur ist nicht nur poe­tisch, son­dern auch politisch. Wenn er in seinen Texten posi­tive Gegen­bilder er­schafft und seine von starken Frauen ge­prägte Fa­milien­ge­schichte er­zählt, ist das immer gleicher­maßen Akti­vis­mus wie Ge­denk­arbeit. Viktoria Waldhäusl spricht mit Samuel Mago über des­sen Fami­lien­ge­schichte, über en­ga­gier­te Litera­tur und den Reich­tum der Roma.

Read the rest of this entry »

Dumm gefragt: Kriminelle Roma?

Oktober 29th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Dumm gefragt: „Neigen Sinti und Roma zur Kri­mi­na­lität?!“
WDR/1LIVE, Podcastfolge vom 4.3.2021, 54:02 Min.
Verfügbar bis 4.3.2022

Sinti und Roma werden oft als „fahrendes Volk“ be­zeich­net, und darin steckt schon das erste Vorurteil gegen sie. Den Sinti und Roma wird nach­ge­sagt, sie seien faul, kriminell, wür­den in Wohn­wagen und Zelten leben und viel zu viele Kinder be­kommen. Diese Klischees existie­ren schon seit Jahr­hun­der­ten, wes­halb Sinti und Roma immer wieder ver­folgt und dis­kri­mi­niert wurden.

Fritz Schaefer klärt mit Taisiya und Sejnur, was dran ist und wie Men­schen der Sinti und Roma heute mit Vor­ur­tei­len um­gehen.

(Text: WDR/1Live)

Novi Glas: Antiziganismus & Repräsentanz

Oktober 27th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV

Ein Podcast-Gespräch des bur­gen­land­kroa­ti­schen Me­di­ums „Novi Glas“ mit dem Roma-Ak­ti­vis­ten Mar­tin Hor­vath (Verein Hango Roma)

Martin HorvathAnfang 2021 wurde im deutschen WDR eine Sendung aus­gestrahlt, in der aus­schließ­lich mehr­heits­an­gehö­rige Promis über die Ver­wendung von Be­griffen wie „Zigeunersauce“ dis­kutier­ten. Die Sendung hat hohe Wellen in den sozia­len Medien ge­schlagen und auch Roma-An­gehörige in Österreich em­pört (wir be­rich­te­ten: hier, hier und hier). Martin Horvath (38) aus Siget in der Wart ist Grün­der und Vor­stands­mitglied des Vereins HANGO ROMA, einer der Schwer­punkte des Vereins ist Antizi­ganismus­arbeit. Das ganze Telefon­gespräch mit Horvath ist als Podcast nach­zu­hören und unter­halb in ge­kürzter Form zu lesen.

→Kroatische Zusammenfassung einblenden

/Novi Glas: Wie ist es dir ergangen, als du von dieser Sendung im WDR er­fahren hast?
Martin Horvath: Es ist in den letzten Monaten nicht neu, dass gegen die Volks­gruppe der Roma gehetzt wird. Als Corona ang­efangen hat, in Ungarn, Rumänien, Slowakei hat man Schuldige gesucht und die Schuldigen waren die Roma. Die Sen­dung beweist, dass oft ein Thema ge­wählt wird, mit dem man Quoten erreicht: Die Diskus­sion – soll man das „Zigeunersauce“ nennen oder nicht? – ist aber ver­antwor­tungs­los. Das sind Personen in der Öffent­lichkeit, die man liebt, die Vorbilder sind. Wenn man so diskutiert, ist das nicht in Ordnung. Man kann über die Ver­wendung des Begriffs „Zigeuner“ eine Diskussion halten, aber dann muss man Ver­treter von diver­sen Roma-Or­ga­nisa­tionen einladen, damit man ge­meinsam darüber dis­ku­tieren kann.

NG: Wie stehst du zu diesem Begriff? Verwendest du ihn?
Der Begriff ist nicht in unserem Wortschatz, in Romanes gibt es das Wort „Zigeuner“ nicht einmal. Man ver­bindet es mit dem „ziehenden Gauner“, es ist ein negatives Wort, das uns auf­ge­drückt worden ist. Wir sind so bezeich­net worden. Es gibt Leute, die sich als „Zi­geuner“ be­zeichnen, aber das ist eine per­sönliche Ge­schichte. Das sind Einzelne, aber man kann keine ge­samte Gruppe als „Zigeuner“ be­zeichnen. Es ist jedem über­lassen, wie er sich be­zeich­net. Für mich per­sönlich ist das Wort abscheulich. Read the rest of this entry »

Jomakero rodipe ande Auschwitz-Birkenau

Oktober 26th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 25.10.2021 | 8.19 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Johann Trattner: Spurensuche in Auschwitz-Birkenau

Johann Baranyai jomakero rodipe ande Auschwitz-Bir­kenau Betschiste de­schu­duj orenge o dschene, sar dschi­dov­tscha, Roma taj but­jaschtscha andar o nacijo­nal­fonds, save Auschwitz uso pra­dipe le blokistar de­schuefta akarde ule, pumen reste taj busiha upro drom pumen kerde. O cile dschene, save pumen upro drom Ausch­witzate kerde, jek bara dukaha ham te jek gondoha valaso te schunel taj valsao pedar i ajgeni familija te phukal so lenge adaj upre ada than kerdo ulo, jek aun­pasch­laripe sina. Na ar te gon­dolinel sina, so adaj sa upre ada than kerdo ulo taj soske? O pharo drom uso block deschutrin, kaj o art­schijipe ande Auschwitz le Ro­mendar hi, le Johann Baran­yaiske, sar lo agun butscho­lahi akan Trattner leskero fami­li­jakero anav hi, na loke sina. Kipi le Romendar, le fami­lijen­dar, muschi­ka­scherndar taj le tscha­vendar andar minden­felitike vilagi, kaj Roma anglo haburi dschiv­nahi ando block deschutrin butvar te dikel hi. So adaj le manu­schenca sa kerdo ulo taj saj idijo­logija adaj palal terdschini schoha te hajol ovla. Ando artschi­jipe ando block deschutrin te o anava le dsche­nendar, save ande Ausch­witz-Bir­kenau ledschim ule upre jek tab­lina hi. O Hansi, sar ov le Romen­dar ando Burgenland akar­do ol mindschart te rodel kes­dintscha le anevstar Baranyai. Upre jek kipo le artschi­ji­pestar o Johann Baranyai pra muam prin­dschartscha, savi ande Auschwitz Birkenau ledschim uli.

O Erich Finsches, dschido ando porintschago le Jo­hann Baran­yaiha phukal pedar pri terdschi­vi­pes­keri historija. O barakn, kaj o dschene iste sov­nahi, vaj upri khulali kaj iste dscha­nahi sikan saj sako­di­ves­kero bibastalo dschivipe le manu­schen odoj sina. Read the rest of this entry »

„Selbstbestimmt – junge Rom*nja und Sinti*ze“

Oktober 15th, 2021  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Obwohl Rom*nja und Sinti*ze bereits seit dem 15. Jahrhundert in Österreich leben, wird ihre Geschichte noch immer nicht als Teil der öster­reichi­schen Ge­schichte be­trach­tet. Damit ver­härten sich die Vor­urteile und Rassismen, die sich über die Jahr­hun­derte in der Mehr­heits­gesell­schaft ein­genistet haben. Wäh­rend die ältere Gene­ration der Rom*nja und Sin­ti*ze ihre kultu­relle Her­kunft oft geheim ge­halten hat, um sich vor An­fein­dun­gen, Dis­krimi­nie­rungen und Gewalt zu schützen, tritt die junge Gene­ration selbst­sicher auf.

Wir als Community müssen unsere Ressourcen darauf kon­zentrie­ren, Men­schen zu em­powern. Jung bis alt müssen em­porwert werden. Wir haben lange genug darum ge­beten, einen Platz am Tisch der Do­mi­nanz­ge­sell­schaft zu be­kom­men. Wir müs­sen an­fangen, unse­ren eige­nen Tisch zu bauen.
Roxanna-Lorraine Witt

In diesem Feature lassen wir sieben Rom*nja und Sinti*ze aus Österreich und Deutschland über ihren Ak­ti­vis­mus und neue Narrative sprechen. Dazu gehören die beiden Grün­derin­nen  des Opre Heroes Collectives und Men­schen­rechts­trai­nerin­nen, Ioana und Irina Spataru, die bur­genlän­di­sche Jour­nalis­tin und Autorin Katharina Graf Janoska, Aktivis­tin und Grün­derin des Romblogs Gilda Horvarth, Sinti-Ak­ti­vis­tin und Exe­cu­tive Direc­tor von Save Space Roxan­na-Lorraine Witt und die beiden Grün­der des Rymecast-Podcasts Sejnur Memisi und Nino Novakovic. Read the rest of this entry »

LACKA – Ladislava Gažiová

Oktober 10th, 2021  |  Published in Film & Theater, Interview, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte

Dokumentarfilm von Jakub Jurásek
CZ 2019 | 20:32 Min. | artycok.tv/CC

Porträt der aus der Slowakei stammen­den Prager Künst­le­rin, Kura­torin und Akti­vis­tin mit Roma-Hin­ter­grund Ladislava Gažiová.

Michael Teichmann über „KAMBUKE“ in Graz

August 22nd, 2021  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
16.8.2021 | (on demand)

Michael Teichmann (Foto: M. Pfandl)

In der Sendung ist der Ethnologe Michael Teichmann von der Caritas Graz zu Gast. Als Leiter des Pro­jek­tes „KAMBUKE | kamaha buti te kerel“, zu Deutsch „Wir wollen ar­beiten“, erzählt er über die ver­schie­de­nen Ar­beits­berei­che für und mit Roma.

Projekt „ROMEXA“
Knapp 500 Roma aus Osteuropa, meist aus der Slo­wa­kei, Ru­mä­nien, Bul­ga­rien oder Un­garn, wer­den der­zeit von der Ca­ri­tas Graz in meh­re­ren Pro­jek­ten betreut. Eines davon ist das Pro­jekt „ROMEXA“, das haupt­säch­lich zur Ba­sis­ver­sor­gung von Roma und Romnja dient, die von pre­kären ökono­mischen und so­zia­len Si­tu­a­tio­nen aus ihren Hei­mat­län­dern nach Öster­reich migrie­ren.

Projekt „Chavore“ | Kinder“
Die Kinder der migrierten Familien haben die Möglichkeit am Projekt „Chavore“, zu Deutsch „Kinder“, teil­zu­nehmen und sich dadurch schneller ein­zu­leben. Aktuell werden 40 Kinder in diesem Projekt in Graz be­treut, Teich­mann unter­streicht die Bedeut­sam­keit dieser Maß­nahme für die Inklusion der Fa­milien.

Kindheit ohne „Stereotype“
Michael Teichmann, geboren 1973, wuchs in Oberdrauburg, einer kleinen Ge­meinde in Oberkärnten, auf. Dort be­suchte er die Pflicht­schule und an­schlie­ßend das Gymnasium Lienz. Der heu­tige Ethno­loge erzählt, dass es in seinem Eltern­haus keiner­lei Stereo­type oder typi­sche Vor­urteile gegen­über ande­ren Völkern gab. 1992 begann Michael Teichmann an der Uni Graz zu stu­dieren. Dort lernte er den Sprach­wissen­schaft­ler Dieter Halwachs kennen, der für die Kodi­fizierung und Didakti­sierung des Burgenland-Ro­mani ver­antwort­lich zeichnet. Read the rest of this entry »

Teichmann la Caritasatar Gereci use „KAMBUKE“

August 21st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
16.8.2021 | (on demand)

Michael Teichmann (Foto: M. Pfandl)Andi adiveseskeri sendung o etnologo taj visen­schoftleri upro than la flo­goskera kun­dejatar Michael Teichmann la Cari­tasatar Gereci te schu­nel hi. Ojs schero le pro­jek­tostar KAMBUKE | KAmaha BUti te KErel“ andi nimtschki tschib – „Wir wollen arbeiten“, phu­kal ov peder o min­den­feliti­ke butja­kere thana le Romen­ge taj le Ro­menca.

Projekto „ROMEXA“
Bojd 500 Roma andar i ostitiki Europa, butvar andar i Slovakija, i Rumenija, i Bulgarija vaj andar o Ungriko akan la Cari­tasatar Gereci ande buteder pro­jekti vodim on. Jek le pro­jekten­dar hi o pro­jekto „ROMEXA“, savo le basisake­re fa­sor­gini­peske le Romen­dar taj Romni­jendar dijaninel, save le bi­bastale virtschoft­lichi taj socijali situaci­jendar andar pumare hajma­takere vila­gendar andi Austrija migri­rinen.

Projekto „Chavore | Kinder“
Le tschaven le migririme familijendar o schajipe hi uso projekto „Chavore“ andi nimtschki tschib „Kinder“ use te ol taj afka sikeder pe te integri­rinel. Ando mo­mento 40 tschave ande ada pro­jekto Gereciste vodim on, o Teichmann o bari­kanipe adale keri­pestar la integra­cijake le fami­li­jendar angle asdel.

Tschavengeri cajt oni sterejotiptscha
O Michael Teichmann ando bersch 1973 upro them alo. Upre bartschi­no ov ande Oberdrauburg, jek tikni ge­majn­de ande Oberkärnten. Odoj andi flogos­keri ischkola gelo taj paloda ando gimnasijum Lienz. Read the rest of this entry »

„Desaströse und irreparable Schäden“

Juli 9th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview

Mahnmal in BerlinTagesspiegel: Noa Karavan, Tochter des Bild­hau­ers Dani Karavan, fürch­tet um Ber­li­ner Mahn­mal für die Sin­ti und Roma

Tagesspiegel, 6.7.2021: Die Tochter des Bildhauers Dani Karavan sieht das Berliner Mahn­mal ihres Vaters für die Sinti und Roma durch den Bau einer neu­en S-Bahn-Li­nie in exis­ten­ziel­ler Gefahr. Anders­lautende Dar­stel­lun­gen der Deutschen Bahn und der politi­schen Ver­ant­wort­li­chen seien „einfach falsch“, sagte Noa Kara­van nach einem Besuch und Gesprä­chen in Berlin dem in Berlin er­schei­nen­den Tages­spiegel. „Mir wurde bei mei­nem Besuch immer wieder erklärt, dass die Eingriffe ins Denkmal ‚minimal‘ und ‚tem­porär‘ seien, um das Denk­mal ‚maxi­mal‘ zu schützen. Aber das ist leider un­möglich.“ Noa Kara­van-Cohen ar­beitete bis zum Tod ihres Vaters (wir berichteten) im Mai 20 Jahre lang eng mit ihm zu­sammen und be­treut auch weiter­hin sein Werk. Read the rest of this entry »

Grimme Online Award: „190220“

Juni 28th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Grimme Online AwardVor einigen Tagen wurden die Preise des 21. Grim­me On­line Award ver­geben. Wir stel­len Ihnen ei­ni­ge der Preis­trä­ger (siehe hier und hier) vor. Heute: die Pod­cast-Rei­he „190220 – ein Jahr nach Hanau“, aus­ge­zeich­net in der Ka­te­go­rie „Information“.

Hanau

Der rechtsterroristische Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 forderte neun Todesopfer, drei der Opfer gehörten der Minderheit der Sinti und Roma an: Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun, der sein Leben verlor, weil er versuchte, den Mörder zu stoppen. Die sechsteilige Podcast-Dokumentation „190220 – ein Jahr nach Hanau“ von Viola Funk, Alena Jabarine, Sham Jaff und Seyda Kurt wurde in der Kategorie „Information“ ausgezeichent.

„190220 – ein Jahr nach Hanau“ – Preis verliehen für Recherche und Re­daktion. Begründung der Jury:
Am 19. Februar 2020 ereignete sich in Hanau eines der größten rechtsextremen Attentate der Nachkriegszeit. Neun Menschen wurden ermordet: Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovic, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saracoglu. Weil der Attentäter tot ist, wird es keinen strafrechtlichen Prozess geben – und so bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Eindringlich widmet sich der Podcast „190220 – Ein Jahr nach Hanau“ genau diesen Fragen und legt damit den Finger in eine klaffende Wunde dieser Gesellschaft: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Hätte die Tat verhindert werden können? Und: Welche Verantwortung tragen die Sicherheitsbehörden? Herausragend sind die berührenden Gespräche, die die Journalistin Alena Jabarine mit Angehörigen und Überlebenden vor Ort führt, ohne je voyeuristisch zu werden. Read the rest of this entry »

„Ich habe meine Herkunft verschwiegen“

Mai 24th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radoslav GanevPodcast „heute wichtig“ #3: Radoslav Ganev kämpft gegen Sin­ti-und-Ro­ma-Kli­schees

→Anhören (26:33 min)

Radoslav Ganev, selbst Rom, erzählt im neuen „Stern“-Podcast „heute wichtig“, wie er seit seiner Kind­heit ge­gen Kli­schees an­kämpfte. Der 34-jäh­rige Polito­loge und Konflikt­ma­na­ger hat in München die Initia­tive „RomAnity“ ge­gründet und setzt sich so für die Rechte der Sinti und Roma ein. Rom zu sein, „das bringt dir Proble­me“, sagt Ganev im Pod­cast-Ge­spräch mit Mo­de­rator Michel Abdollahi. Seine Iden­tität habe er des­halb sogar lan­ge Zeit ver­heim­licht. Read the rest of this entry »

Filmtipp: „Our School“ (2011) online

April 13th, 2021  |  Published in Film & Theater, Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

Our School (DVD front cover)Die Filmemacherinnen Mona Nicoară und Miruna Coca-Cozma pro­to­kol­lier­ten in „Our School“ den Auf­bruch einer ru­mä­ni­schen Ge­mein­de aus der Sack­gasse der Segre­ga­tion. Aus An­lass des In­ter­na­tio­na­len Roma-Tags ha­ben sie das Video für ei­nige Tage frei­ge­schal­tet. Empfehlung!

Kostenlos online zu sehen nur noch bis 14. April.

→zum Video-Stream

Etwa zur selben Zeit, als in Rumänien die ersten Dreharbeiten zu diesem Film anliefen, ging die Unicef 2007 mit alarmierenden Zahlen an die Öffentlichkeit: Nur zwei von drei Roma-Kindern in Rumänien werden überhaupt eingeschult; und von jenen, die eine Schule besuchen können, landet ein großer Teil in separaten Klassen oder eigenen Schulen. Vor fast fünfzehn Jahren erhielten deshalb dreißig rumänische Gemeinden EU-Mittel, um diesem Missstand zumindest lokal abzuhelfen. Die aus Rumänien stammende und in New York lebende Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin Mona Nicoară, die einige Jahre für das European Roma Rights Centre in Budapest gearbeitet hat, nahm den Start eines dieser Reformprojekte zum Anlass, sich dem Thema aus der Perspektive der betroffenen Kinder zu nähern: Für ihr Dokumentarfilmdebüt „Şcoala Noastră“/„Our School“ begleitete sie mit der Koregisseurin Miruna Coca-Cozma und dem Kameramann Ovidiu Marginean drei Roma-Schüler, Ali (8), Beni (12) und Dana (16), vier Jahre lang mit der Kamera und protokollierte den Prozess der „Desegration“ ihrer Schule in Târgu Lăpuş, einem kleinen siebenbürgischen Städtchen.

Read the rest of this entry »

Podcast: Der letzte Zeitzeuge aus Worms

April 11th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Transfer TogetherZeitzeugengespräch mit Stefan Köcher, dem letzten Über­le­ben­den des Porajmos in Worms (Rheinland-Pfalz)

Podcast Transfer Together, Folge 33 (1:04:57 min, 47,9 MB)
→Anhören/Download (mp3)


Stefan Körner, der letzte Zeitzeuge aus Worms (Foto: Arbeitsstelle Antiziganismusprävention)Der letzte Wormser Zeitzeuge Stefan Köcher (geb. 1936) hat mit Mit­arbeiten­den der Arbeits­stelle Anti­ziganis­mus­präven­tion der PH Heidel­berg über seine Erfah­rungen und Erin­nerun­gen ge­sprochen. In dem Zeitzeugen­ge­spräch the­mati­siert Herr Köcher die anti­zi­ganis­ti­schen Aus­grenzun­gen gegen seine Person, seine Depor­tatio­nen, wie er sich nach dem Krieg ein neues Leben auf­gebaut hat, seine Ein­schätzung über den Anti­ziganismus in der heuti­gen Gesell­schaft und was er sich für die nach­folgenden Genera­tionen im Um­gang mit der Minder­heit wünscht.

Mehr hier: Der letzte Zeitzeuge aus Worms
Read the rest of this entry »

„Meinen Zorn bereue ich nicht“

März 28th, 2021  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Pfarrer Wolfgang Pucher (Foto: VinziWerke)Als der Gra­zer Vinzi-Pfar­rer 1.000 Euro Prä­mie für den „Bett­ler-Mer­ce­des“ aus­lobte: Armen­pfarrer Wolfgang Pucher – ganz per­sönlich

Graz – Laut gedacht: In der neuen Folge der Pod­cast-Rei­he spricht der Grazer Pfarrer mit „Kleine Zei­tung“-Re­dak­teur Bernd He­cke und räumt dabei ein­mal mehr mit dem Mär­chen von der Bett­ler-Mafia auf.

→Anhören (63 min.)

Kaum ein Obdachloser in Graz, den er nicht beim Namen kennt, um den er sich nicht schon per­sönlich ge­küm­mert hat. Seit Jahr­zehn­ten setzt sich Pfarrer Wolfgang Pucher für die Ärms­ten ein. Kom­promiss­los, enga­giert und wenn nötig – das haben auch schon zahl­reiche Politiker zu spüren be­kommen – mit einer ge­hö­ri­gen Portion Zorn. Seine streit­bare Stimme hat den gesell­schafts­poli­ti­schen Diskurs nicht nur in der Stadt, sondern in ganz Österreich mit­ge­prägt: Vom Umgang mit den Flücht­lingen des Jugo­slawien­kriegs Anfang der 1990er-Jah­re, über die Dis­kus­sion um das Bettelverbot bis hin zu ganz ak­tuellen und bren­nenden Themen. Kurz vor seinem 82. Geburts­tag lässt er sein Leben und sein Wirken als Geistlicher und als Mensch mit Schwä­chen und Fehlern in einem sehr per­sönli­chen Ge­spräch mit Graz-Res­sort­chef Bernd Hecke Revue pas­sieren. [...]

Der Gottesmann erzählt auch davon, wie er 1.000 Euro Prämie aus­gelobt hat, für den, der ihm den Beweis für berüch­tigten Bett­ler-Mercedes bringt, als in der poli­tischen De­batte die Gerüchte von den Roma-Pa­ten der Bettler-Mafia kur­sier­ten. Und Pucher weiß um große Roma-Fa­milien, die sich das Erbettelte auf­teilen, aber eine Mafia, einen der in Graz abends ab­kassiert, habe er nie be­obachtet.

(Text: Podcast Graz Laut gedacht/Kl. Zeitung)

Robert Schweizer ando vakeripe

März 11th, 2021  |  Published in Brauchtum & Tradition, Film & Theater, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Robert Schweizer im Gespräch

Heute macht sich das „TV Erba“-Team wieder einmal auf den Weg, um einen Beitrag über das Leben von Volks­gruppen­an­ge­hö­ri­gen zu ge­stalten. Halt war dies­mal in Oberwart beim „Nostalgiekasperl“. Das Puppen­spiel ist eine Kunst­form, die von den Schau­stellern in der Fa­milie von Ge­nera­tion zu Ge­ne­ration weiter­ge­geben wurde. Unser Redak­teur Adolf Gussak sprach mit der Person hin­ter den Puppen. Wir hoffen auf bal­dige Bes­serung der ak­tuel­len Situation, so­dass Herr Schweizer sein fahren­des Puppen­theater bald wieder be­treiben kann und sich noch viele Kinder an dieser tra­ditio­nel­len Unter­hal­tungs­form be­geis­tern können.

Adi o dschene andar TV Erba papal upro drom pumen keren, jek film pedar o dschivipe flo­goskere grupna­ke­re dsche­nendar te kerel. Khero­dim ulo o “nostal­gi­ja­kero pojaceri” Erbate. O babu­ka­kero khelipe jek kunsta­keri forma hi, savi le famili­jakere dsche­nendar, usar jek generacija usi kija genera­cija, prik dim ol. Amaro re­porteri Adolf Gussak le dsche­noha palo babuki, va­kertscha. Read the rest of this entry »

Ö1: Geschichte einer Auslöschung

März 3rd, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

BuchcoverEin umfangreiches historisches Werk do­ku­men­tiert die Ver­gan­gen­heit der Volks­grup­pe der Ro­ma im Bur­gen­land.

→Anhören (online bis 5.3.2021)

Ö1 Punkt eins | Gäste: Dr. Gerhard Baumgartner, Historiker, wissenschaftlicher Leiter des Doku­men­tations­archivs des öster­rei­chi­schen Widerstandes & Mirjam Karoly, Polito­login, Roma-Ak­tivistin. Ge­stal­tung und Mo­de­ra­tion: Andre­as Ob­recht.

Vor 1938 lebten im Burgenland in 120 Siedlungen rund 8.000 Men­schen der Volks­gruppe der Roma. Schon kurz nach dem „Anschluss“ be­gann die Ver­folgung durch das natio­nal­sozialis­ti­sche Regime, die schließ­lich zur systematischen Vernichtung in Arbeits- und Kon­zentra­tions­lagern führte. Nach der De­portation wur­den die meis­ten Roma-Sied­lungen ab­gerissen oder nieder­gebrannt. Nicht ein­mal zehn Pro­zent der Roma über­lebten die natio­nal­sozia­listi­sche Tyrannei – als sie zurück­kehrten stan­den sie vor den Trümmern ihrer eige­nen Geschichte, die dem Ver­gessen preis­ge­geben war.

Erst 1993 erfolgte die offizielle Anerkennung der Roma als sechste öster­reichi­sche Volksgruppe. 1995 erschüt­terte der bestia­li­sche, rassistische Mord des Bomben­atten­täters Franz Fuchs an vier Män­nern in Oberwart die Öf­fent­lich­keit und führte zu einer ver­stärk­ten schritt­wei­sen Auf­arbeitung der Geschichte der Volks­gruppe.

Nun haben die Historiker Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl eine um­fang­reiche Doku­mentation über die ehemals 120 Ro­ma-Sied­lun­gen im Burgenland vor­gelegt. Read the rest of this entry »

Gertrude Gussak im Gespräch

Februar 27th, 2021  |  Published in Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Gertrude Gussak ando vakeri­pe le Em­me­rich Gärt­ner-Hor­vathiha

Im heutigen Beitrag zeigt TV Erba die prekären Um­stände der 61-jäh­ri­gen Romni Gertrude Gussak. Seit ihrer Kind­heit lebt die heute schwer­kranke Frau im Stegers­bacher Roma-Gra­ben. Sie leidet unter COPD, einer schwe­ren Lungen­krank­heit, und hat einen Herz­fehler. Als Risiko­patientin er­zählt sie über ihre Angst, sich mit dem Covid-Virus zu in­fi­zie­ren und über ihre Einsam­keit, beson­ders seit dem Beginn des ers­ten Lockdowns. Ihr Haus ist sehr reno­vie­rungs­bedürf­tig. In solch be­son­deren Härte­fällen kommt dann Emme­rich Gärtner-Hor­vath (Verein Roma-Ser­vice) mit seinem „RomBus“ ins Spiel, um den Volks­gruppen­an­ge­höri­gen zu helfen.

Ando adiveseskero ardipe sikal TV Erba i bibas­tali situa­cija la 61-ber­schen­gera Rom­ni­jatar Gertrude Gussak. Sajt lake­ri tscha­ven­geri caj­tatar, dschil i nasvali Romni ando Romen­gero jarko Schtegate. Oj tiri­nel telal COPD, jek pharo parne buken­gero nas­valipe, taj telal jek du­kipe upro vodschi. Oj phukal pe­dar lakeri dar, pe le Covid-vi­ru­siha te in­fici­rinel taj pedar lakero kor­kores­kero dschi­vipe, sajt o erschti Lockdown hi. Read the rest of this entry »