Rassismus & Menschenrechte
September 20th, 2018 |
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Film & Theater, Frauenrechte, Interview, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Eine Dokumentation über die Lebenswirklichkeit von Romnija in Vorarlberg
Im Auftrag des „Vorarlberg-Museums“ wurde 2017 für die Ausstellung „Romane Thana“ ein 13-minütiger Dokumentarfilm über die Lebensrealität von vier Romnija, die über ihr Leben in Vorarlberg berichten, erstellt. Der Film der österreichischen Roma-Aktivistinnen Irina Spataru und Ionia Spataru ist über die Website www.romane-thana.at online abrufbar (nach unten scrollen).
September 19th, 2018 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Radio RomaRespekt #25: „Das Antidiskriminierungsgesetz gilt nicht in Usti“
Sendung vom August 2018: Ubytovna ist tschechisch und heißt „Wohnheim“. In Usti nad Labem steht so ein Gebäude in der Klíšská-Straße 53. Hier wohnten bis vor Kurzem viel mehr Menschen, als die Anzahl der Fenster vermuten lässt. Und diese Menschen bezahlten dafür wesentlich mehr Geld, als der Zustand des Gebäudes vermuten lässt. Und dann schließt dieses Wohnheim auch noch. Miroslav Broz erklärt die Hintergründe des Kampfs von etwa 200 Roma in Usti im Juni 2018 um würdevollen Wohnraum. Er ist aktiv bei der Graswurzelorganisation Konexe in Usti nad Labem in Tschechien.
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September 13th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
In Sachsen brannten hintereinander zwei Häuser: Ende Dezember 2017 in der Trockentalstraße (über 40 Menschen wurden evakuiert, rund 20 von ihnen verletzt, vier davon schwer) und am 5. Februar 2018 in der Dürerstraße (zwei deutsche Nichtroma kamen im Dachgeschoss ums Leben, vier weitere Bewohner, darunter Roma, wurden verletzt). Beide Häuser liegen in der 65.000-Einwohner-Stadt Plauen und haben denselben Eigentümer. In beiden Fällen handelte es sich um Brandstiftung. Und in beiden Häusern wohnten Roma aus Osteuropa – manche von ihnen waren eben erst nach dem Brand in der Trockentalstraße in der Dürerstraße untergekommen. Alles nur Zufall, meint die Staatsanwaltschaft. ,Wirklich?‘, fragt nun ein Artikel der „taz“, der die Brandserie Revue passieren lässt:
Um die Vorgänge aufzuklären, hat die taz mit Brandopfern, Anwälten, Anwohnern, Flüchtlingshelfern, dem Vermieter, Ersthelfern, Sozialarbeitern, einer Lehrerin, der Staatsanwaltschaft, einem Richter und der Polizei gesprochen. Die Recherchen zeigen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen beiden Bränden. Er wird aber vor dem Landgericht Zwickau keine Bedeutung haben. Und da die Ermittlungen zum ersten Brand inzwischen eingestellt sind, vermutlich auch nie aufgeklärt werden.
Die „taz“ berichtet von drei weiteren Bränden: So hatte es bereits Ende 2015, im April 2017 sowie im Juni 2017 in Plauen in Häusern, in denen Roma leben, gebrannt, zumindest zum Teil handelte es sich nachweislich um Brandstiftung. Read the rest of this entry »
September 10th, 2018 |
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Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Radio B-East / Radio FRO 105,0
59:36 Min. | Sendung vom 7.8.2018
Redakteurin: Eugenia Seriakov
„Amaro Foro“ bedeutet „unsere Stadt“ und ist auch der Name der größten Jugendorganisation von Roma und Nicht-Roma in Deutschland. Radio B-East (Berlin) sprach mit der Pressesprecherin Andrea Wierich über den Verein, die Arbeit, Beratungsangebote und Möglichkeiten sowohl für Roma als auch für Schulen und öffentliche Veranstaltungen, umgekehrt über Rassismus im Alltag zu berichten, und über die anstehende Fachtagung „Antiziganismus in den Medien“.
(Text: FRO)
Siehe auch:
Interview: „Romano Sumnal“ in Leipzig, 29.8.2018
September 2nd, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
Die syrischen Dom: Eine unbekannte Volksgruppe auf der Flucht
Fast täglich hören wir von syrischen Flüchtlingen. Sei es in Berichten über ihre Ankunft in Deutschland, in Nachrichten über Fluchtursachen und -wege oder im Zusammenhang mit dem sogenannten Flüchtlingsdeal mit der Türkei. Was dabei nicht beachtet wird, ist, dass syrische Flüchtlinge keine homogene Gruppe darstellen. Unter ihnen sind viele Angehörige von Minderheiten: Christen, Yeziden, Assyrer/ Aramäer/ Chaldäer, Kurden. Und auch Dom.
Kamal Sido/GfbV: Etwa fünf Millionen Dom[1] leben verstreut in vielen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, darunter Syrien, Libanon, Jordanien, Palästina, Israel und Türkei. Und doch sind sie außerhalb der Region eine weitgehend unbekannte ethnische Minderheit. Religiös identifizieren sich die meisten von ihnen – wie in der Region vorherrschend – mit dem sunnitischen Islam, in den sie spirituelle Einflüsse integriert haben. Allerdings gibt es auch hier Untergruppen, wie die alawitischen Abdal.
Die Dom sprechen – neben der in der jeweiligen Region vorherrschenden Sprache Arabisch, Kurdisch oder Türkisch – eine ganz eigene – indo-europäische – Sprache, „Domari“ genannt, die Romani, der Sprache der europäischen Roma, ähnelt. Durch diese Sprachverwandtschaft ist es naheliegend, dass die Dom und die Roma gemeinsame Wurzeln in Indien haben. Leider haben sie mit dem Roma in Europa noch eine weitere Gemeinsamkeit: So wie diese werden auch die Dom in ihrer Region seit Jahrzehnten diskriminiert und marginalisiert.
Leben in Syrien vor dem Krieg
Die Dom lebten schon vor Zeiten des Osmanischen Reiches (ca. 1300 bis 1922) im Gebiet des heutigen Syrien. Als kommerzielle Nomaden bewegten sie sich vor und auch während der Osmanischen Zeit frei durch die Region und arbeiteten in verschiedenen Handwerken, je nach Nachfrage der vor Ort angesiedelten Bevölkerung. Read the rest of this entry »
September 1st, 2018 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
Der Anteil der Russen, die angeben, die Anwesenheit von „Zigeunern“ im Land sollte begrenzt werden, stieg innerh. eines Jahres von 17 auf 32% (2018).
(Quelle)
August 30th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
RAN, 28.8.2018: Nachdem es in der Ukraine wiederholt zu gewalttätigen Angriffen gegen Roma und Roma-Siedlungen gekommen ist, verklagen Menschenrechtsorganisationen die ukrainische Polilzei, da diese ihren Pflichten, Roma vor rassistischer Gewalt zu schützen, nicht nachgekommen sei. Das European Roma Rights Centre (ERRC) und das National Roma Centre vertreten Roma, die bei gewalttätigen Angriffen am 23. Juni und am 10. Mai zu Schaden kamen. Die Klage argumentiert mit Verstößen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention, andere Menschenrechtsabkommen und nationale Gesetze. Laut ERRC gibt es zunehmend Beweise für Absprachen zwischen rechtsextremen Gruppierungen und der Polizei sowie anderen Behörden. In einem Video schreiten die Polizisten nicht ein (ab ca. min. 11), als eine Miliz eine Roma-Siedlung in Kiew zerstört. Read the rest of this entry »
August 18th, 2018 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Konferenz des IDZ „Gewalt gegen Minderheiten: Internationale Perspektiven und Strategien zum Umgang mit Hasskriminalität“
Fachtagung am 20. & 21. Sept. 2018 in Jena
Begrenzte Plätze! Anmeldung bis 23.8.2018.
Eine wichtige Tagung zu einem wichtigen Thema. Seltsam nur, dass die europäische Minderheit, die derzeit wie keine andere mörderischer Gewalt und Pogromen ausgesetzt ist (in den letzten Wochen etwa hier, hier, hier, hier und hier), weder in der Ankündigung noch im Programm konkret genannt wird: Roma nämlich. Darauf angesprochen, schreiben die Veranstalter: „Der Schwerpunkt der Tagung liegt auf Deutschland. Es ist vorgesehen, mit Onur Özata, der als Rechtsanwalt u.a. Sinti vertritt, die zum Opfer von Gewalt wurden (bspw. beim OEZ-Anschlag in München [wir berichteten]), auch auf Antiziganismus einzugehen.“
Im Folgenden der Ankündigungstext des IDZ:
Neun Menschen aus Einwandererfamilien und eine Polizistin tötete der in Jena entstandene „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) – ohne dass Behörden und Gesellschaft die Motive des Terrors erkannten. Von 193 Todesopfern rechter Gewalt, die die Amadeu Antonio Stiftung zählt, sind nur 83 staatlich anerkannt. In Deutschland gab es im Jahr 2017 nach Erhebungen der Amadeu Antonio Stiftung und von Pro Asyl 1.713 Übergriffe gegen Geflüchtete oder ihre Unterkünfte. Im gleichen Jahr erfasste die Polizei insgesamt 1.453 antisemitische Delikte. In beiden Fällen sind das durchschnittlich täglich mehr als vier Straftaten dieser Art. Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) zeigen: 2017 wurden mindestens 17 wohnungslose Menschen getötet. Deutsche Behörden registrierten 2017 300 Straftaten gegenüber LSBTTIQ* aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Read the rest of this entry »
August 10th, 2018 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Romani Rose fordert Erklärung des Duisburger SPD-Oberbürgermeisters zu seinen Äußerungen über Kindergeldzahlung an EU-Ausländer: „Hier werden rassistische Stereotype gezielt benutzt, um Sündenböcke zu produzieren – selbst auf die Gefahr von Gewaltanschlägen hin“.
Mit scharfer Kritik reagiert der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, auf Äußerungen des SPD-Oberbürgermeisters von Duisburg, der die aktuellen Zahlen der Bundesregierung zur Überweisung von Kindergeld in andere Länder der Europäischen Union zum Anlass nahm, auf die Situation in Duisburg aufmerksam zu machen.
„Selbstverständlich muss gegen jede Form des Betrugs ermittelt werden, und ebenso selbstverständlich muss jeder Missbrauch von Leistungen unterbunden werden. Dies muss ohne Ansehen der Person geschehen, entsprechend den Vorgaben unseres Rechtsstaates. In diesem Kontext aber durch eine gezielte, an der Abstammung festgemachte Kennzeichnung die Angehörigen der Minderheit zur alleinigen Ursache dieses Problems zu machen, steht in der Tradition der Herstellung von Sündenböcken und birgt, gerade jetzt, die Gefahr von Gewalt gegen Sinti und Roma in Deutschland“, erklärte Romani Rose. Es sei darüber hinaus ein Kennzeichen zutiefst rassistischer Bilder, wenn der Duisburger Oberbürgermeister erst kriminelle Schlepperbanden verantwortlich macht, die „Sinti und Roma“ nach Duisburg bringen würden [Der Duisburger OB zeigt sich hier wenig informiert: Sinti leben seit über 600 Jahren im deutschen Sprachraum; weder in Bulgarien noch Rumänien gibt es Sinti], und er dann erklärt: „Ich muss mich hier mit Menschen beschäftigen, die ganze Straßenzüge vermüllen und das Rattenproblem verschärfen. Das regt die Bürger auf.“ Genau diese Verbindung von „Rattenproblem“ und Vorwürfen gegen die gesamte Minderheit mache Sinti und Roma zur Zielscheibe potentieller Gewalt. Read the rest of this entry »
August 8th, 2018 |
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Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Die Europäische Grundrechteagentur FRA spricht sich in einem neuen Bericht für eine verbesserte Praxis der Datensammlung bei Hassverbrechen aus.
European Union Agency for Fundamental Rights (FRA):
Hate crime and data collection practice across the EU
Publications Office of the European Union: Luxembourg 2018
→Download (pdf)
Die Europäische Grundrechteagentur (FRA) hat einen neuen Bericht herausgegeben, der sich für eine effizientere Dokumentation von Hassverbrechen in den Mitgliedsländern der EU ausspricht. Der Bericht liefert einen Überblick über die Praxis der Dokumentation in den 28 Mitgliedsstaaten der EU. Auf dieser Grundlage wurden Verbesserungsvorschläge formuliert:
- Die Staaten sollten detaillierte Daten sammeln und den Bias bei Hassverbrechen berücksichtigen. Das machen bislang nur 15 Mitgliedsstaaten.
- Es sollten regelmäßig Viktimisierungs-Berichte erstellt werden, um einen besseren Einblick in die nationale Situation zu bekommen. Nur in neun Mitgliedsstaaten werden in diesen Berichten Fragen zu Hassverbrechen gestellt.
- Stakeholder sollten auf das Know-how der Zivilgesellschaft zurückgreifen, z.B. wird empfohlen, dass die Polizei von Vertreter_innen der Zivilgesellschaft fortgebildet wird.
- Die Polizei sollte für das Thema Hassverbrechen sensibilisiert werden, um den Opfern mehr Respekt und Verständnis entgegenzubringen. Read the rest of this entry »
August 6th, 2018 |
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Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Gegen Hass im Internet:
Bürgerrechtliche Initiativen seit 2000
Zusammengestellt von Arnold Roßberg, hrsg. vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, November 2017
→Download (pdf)
Die Dokumentation von Arnold Roßberg beschreibt das Kapitel der Bürgerrechtsarbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zu der ebenso wichtigen wie schwierigen Thematik „Bedrohungen und Hetze im Internet“. Über mehr als 17 Jahre wehrte sich die Selbstorganisation und Vertretung der deutschen Sinti und Roma gegen die – seit den Anfängen des Internets immer stärker und gefährlicher werdende – Hasspropaganda und Drohungen mit Gewalt durch Neonazis, die sich gezielt – unter Benutzung des alten NS-Jargons – auch gegen Sinti und Roma (ebenso wie gegen die Juden) richteten.
Wegen der weltweiten Dimension des Internets und der daraus resultierenden, fast unüberwindlichen rechtlichen und technischen Probleme gibt es bis heute keine perfekte Lösung, um diese Hass-Seiten endgültig zurückzudrängen. Beginnend mit der ersten großen internationalen Konferenz unter Beteiligung von Politik, Internetwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Jahrtausendwende in Berlin bis hin zur Schaffung des „Gesetzes zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz – NetzDG)“, das im Oktober 2017 in Kraft trat, hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kontinuierlich politische und bürgerrechtliche Initiativen zur Bekämpfung des Hasses im Internet unternommen. Diese Initiativen bestanden aus politischen Fachgesprächen, öffentlichen Veranstaltungen und Presseerklärungen, Eingaben und Statements bei internationalen Organisationen, Behörden und Justiz, Fachtagungen mit den Internetunternehmen und den Minderheitenorganisationen u.a.m.
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August 3rd, 2018 |
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Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma in Deutschland soll in die Ausbildung von jungen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aufgenommen werden. Das vereinbarten der Präsident der Bundespolizei, Dr. Dieter Romann, und der Vorsitzende des Zentralrates, Romani Rose.
Am 27. Juli 2018 besuchte der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, zusammen mit dem Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, die Bundespolizeiakademie in Lübeck. Hintergrund der Einladung war die bei einem Besuch im Bundespolizeipräsidium im vergangenen Oktober gemeinsam vereinbarte Aufnahme des Themas „Sinti und Roma als nationale Minderheit in die Ausbildung junger Bundespolizeianwärter.
Bei dem Besuch im Bundespolizeipräsidium hatte Romani Rose unter anderem angeregt, die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland in die Aus- und Fortbildung der Bundespolizei und in das Programm der Akademie aufzunehmen. Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums hat diese Anregung aufgegriffen und die Vertreter des Zentralrates im Gegenzug eingeladen, sich an der Bundespolizeiakademie in Lübeck selbst ein Bild davon zu machen, wie die Lehrinhalte für junge Bundespolizeianwärter zum Thema „Minderheitenschutz“ heute konkret ausgestaltet werden.
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August 1st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenkveranstaltung zum Roma Genocide Remembrance Day in Göttingen
2.8.2018, 17 Uhr, Foyer des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4 – Göttingen
Am 2. August 2018 findet die Gedenkveranstaltung des Roma Centers zum Roma Genocide Remembrance Day statt. Dr. Dietmar Sedlaczek, Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen, hält einen Vortrag über die im Jugendkonzentrationslager Moringen inhaftierten Sinti-Jungen, die nach Auschwitz deportiert worden sind. Im Anschluss werden wir die Ausstellung des Roma-Antidiscrimination-Networks „Kampf ums Bleiberecht“ eröffnen. Mit der Gedenkveranstaltung erinnern wir nicht nur der Ermordeten – die Ausstellung befasst sich mit den Überlebenden und der heutigen politischen Situation für Roma, die immer noch kein sicheres Bleiberecht haben. Unsere Wanderausstellung wird für zwei Wochen im Neuen Rathaus Göttingen zu sehen sein. Anschließend zieht sie nach Hamburg weiter.
(Text: Roma-Center)
Juli 30th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
RAN: Am 21. Juli wurde Daniel D., ein junger Rom, in der slowakischen Stadt Žilina von einer Gruppe Skinheads schwer misshandelt. Daniel war an diesem Tag mit Freunden in die Stadt gekommen, um seinen 21. Geburtstag zu feiern. Als die Gruppe gegen zwei Uhr morgens die Kneipe verließ, wurde sie von zehn bis 15 Skinheads angegriffen, die mit Stöcken bewaffnet waren. Nachdem Daniel zu Hause angekommen war, fühlte er sich so schlecht, dass seine Eltern einen Krankenwagen riefen. Mit dem Krankenwagen kam eine Polizistin, die „erklärte“, die Innenstadt sei eben nicht für Roma geeignet, sondern nur für „Weiße“. Daniels Vater erstattete Anzeige, wobei die Polizei eine rassistische Motivation für den Angriff ausschloss. Die Opfer konnten einige der Angreifer identifizieren und gaben dem European Roma Rights Centre (ERRC) gegenüber an, es sei gut möglich, dass es eine persönliche Verbindung zwischen einem/einer der Polizist/innen und einem Skinhead gebe. Derzeit liegt Daniel mit einem schweren Hirnschaden im Koma und muss möglicherweise operiert werden. Einem Mann, der ihm helfen wollte, wurde das Bein gebrochen.
(Text: Roma Antidiscrimination Network RAN)
Mehr hier: ERRC, 23.7.2018
Juli 29th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
Italien erlebt eine neue Gewaltwelle gegen Migranten: In den letzten eineinhalb Monaten wurden bei acht Angriffen zehn Personen durch (Luftgewehr-)Schüsse verletzt, darunter ein Romakind.
Der Fall des kleinen Roma-Mädchens ist nur einer von insgesamt acht Fällen in Italien (hier und hier), bei denen zehn Immigranten, zumeist Schwarze, auf der Straße durch Gewaltakte teils schwer verletzt wurden – und das innerhalb von nur eineinhalb Monaten. Die Opfer wurden von Schüssen, zumeist aus Luftdruckwaffen, getroffen, in vielen Fällen (in Caserta, Neapel, Forlì und Latina) abgefeuert aus einem vorbeifahrenden Auto.
Die letzten Angriffe ereignete sich vor dem Wochenende in Cassola (Vicenza) und in Caserta (Kampanien). In Cassola wurde ein kapverdischer Arbeiter auf einer Hebebühne in sieben Metern Höhe von einem Geschoss vom Kaliber 4,5 mm am Rücken verletzt. Der 40-jährige Täter, der von seiner Wohnung aus auf den Mann geschossen hatte, erklärt, er habe nur auf eine Taube gezielt. Und ein Asylwerber aus Guinea erstatte Anzeige, weil zwei jungen Männer auf einem Motorrad ihn im Stadtzentrum von Caserta zunächst bedroht und dann mit einem Luftgewehr beschossen hätten. Er wurde dabei leicht im Gesicht verletzt. Möglicherweise gab es noch weitere Vorfälle, die den Behörden nicht bekannt wurden. So hatte eine junge Frau aus Nigeria, die Anfang Juli in Forlì am Bein getroffen wurde, den Angriff aus Angst erst mehrere Tage später zur Anzeige gebracht.
„Salvini, Salvini!“
Eine Gewaltwelle, die das aufgeheizte rassistische Klima in Italien nach der Regierungsbeteiligung der rechtsextremen Lega Nord widerspiegelt (so skandierten die Täter in Caserta am 11. Juni „Salvini, Salvini!“, den Namen des neuen Innenministers, während sie mehrere Schüsse auf zwei junge Männer aus Mali abfeuerten). Der jüngsten Gewaltserie waren heuer bereits einige Angriffe und Morde auf offener Straße vorangegangen. Read the rest of this entry »
Juli 29th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
Das einjährige Romamädchen, das in Rom von einem Projektil getroffen wurde, ist außer Lebensgefahr. Der Täter, ein pensionierter Parlamentsmitarbeiter, wurde gefasst.
Der Täter, der letzte Woche mit einer Luftdruckwaffe auf ein einjähriges Roma-Mädchen in Rom geschossen und dieses lebensgefährlich verletzt hatte, konnte mittlerweile ausgeforscht werden. Es handelt sich um einen 59-jährigen Italiener, der den Schuss von seinem Balkon im siebten Stock aus abgefeuert hatte. Der Pensionist, bis vor kurzem Parlamentsmitarbeiter im Senat, gibt an, er habe nur seine neue Waffe „ausprobieren wollen“ und das Kind „versehentlich“ getroffen. Die Ermittler konfiszierten bei einer Hausdurchsuchung neben einer Pistole auch ein Luftdruckgewehr.
Das Projektil hatte die Wirbelsäule und die Lunge des Kindes verletzt und war knapp neben dem Herzen stecken geblieben. Das Mädchen befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr und konnte bereits aus der Intensivstation des Kinderkrankenhauses Bambino Gesù, wo es operiert worden war, entlassen werden. Sein Zustand ist aber nach wie vor kritisch, Medienberichten zufolge könnte das Kind gelähmt bleiben.
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Juli 27th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Kulturanthropologin Anna Lipphardt zum weiteren gesellschaftlichen Lernprozess nach dem Urteilsspruch
Das Urteil im NSU-Prozess ist nach fünf Jahren gesprochen worden: lebenslange Haft für Beate Zschäpe. Für Anna Lipphardt, Professorin am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Freiburg, ist es wichtig, dass trotz des Urteils nicht nur die juristische und politische Aufklärung der Taten und der Unterstützerinnen und Unterstützer des NSU fortgeführt wird. „Vielmehr müssen wir die Auseinandersetzung um den NSU-Prozess als langfristigen gesellschaftlichen Lernprozess begreifen. Wir müssen den Umgang staatlicher Behörden, der Medien und der Gesamtgesellschaft mit den Verbrechen des NSU und seinen Opfern weiter kritisch hinterfragen und entsprechende Veränderungen einleiten“, fordert Lipphardt.
In Zukunft gelte es besonders, sich für transparente und verlässliche Regelungen zur Akteneinsicht einzusetzen. „Sobald wie möglich müssen klare Zuständigkeiten und Abläufe etabliert werden, die den Aktenzugang für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Journalistinnen und Journalisten sowie Akteurinnen und Akteure zivilgesellschaftlicher Initiativen regeln, die sich um die weitere Aufklärung des NSU-Komplexes bemühen.“ Dies ist unter anderem für die Aufarbeitung der Fehlermittlungen zum Mord an Michèle Kiesewetter in Heilbronn von Bedeutung. Dort richtete sich der Verdacht zunächst zwei Jahre lang auf Sinti und Roma, während die eigentlichen Täter – der NSU und seine Unterstützer – unbehelligt blieben. „Obwohl die beiden Opfer in Heilbronn Staatsdiener und Angehörige der Mehrheitsbevölkerung waren, kamen auch hier diskriminierende gruppenbezogene Ermittlungsansätze zum Tragen. Read the rest of this entry »
Juli 24th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
UN-Experten fordern Ukraine auf, „systematische Verfolgung“ der Roma-Minderheit zu stoppen
Experten des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) haben, so wörtlich, „die verabscheuungswürdigen Einschüchterungs- und Gewalttaten gegen Angehörige der Roma-Minderheit unmissverständlich verurteilt.“ „Wir sind ernsthaft besorgt über den wachsenden Hass und die rassistisch motivierte Gewalt gegen diese Gemeinschaft – insbesondere gegen ihre schutzbedürftigsten Mitglieder, Frauen und Kinder“, so die Expertengruppe. Seit April 2018 wurden Angehörige der Minderheit, darunter insbesondere Frauen und Kinder, in verschiedenen Regionen des Landes Opfer einer Serie gewalttätiger Übergriffe. Siedlungen der Minderheit wurden angezündet, Bewohner eingeschüchtert, angegriffen und gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Die UN-Experten gaben an, die Täter seien mutmaßlich Mitglieder rechtsextremer Gruppierungen wie der sogenannten „Sich-C14“ und der „Nationalbrigade“.
„Diese Übergriffe zeigen ein beunruhigendes Muster der systematischen Verfolgung von Roma in der Ukraine, das durch zunehmende Hassreden und Stigmatisierung sowie durch die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage des Landes noch verstärkt wird“, warnten die UN-Vertreter. Read the rest of this entry »
Juli 22nd, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
Am Dienstagnachmittag wurde ein kleines Roma-Mädchen in Rom von einem Schuss lebensgefährlich verletzt. Das Projektil wurde offenbar aus einer Luftdruckpistole abgefeuert. Die Mutter befand sich mit dem Mädchen im Arm auf der Via Togliatti, als sie bemerkte, dass das Kind am Rücken blutete. Die 15 Monate alte Cerasela wurde im Krankenhaus Bambino Gesù notoperiert. Die Verletzung ist schwerwiegend und könnte eine bleibende Lähmung nach sich ziehen. Der Zustand Ciraselas ist weiterhin ernst, sie befand sich nach dem Eingriff noch immer in Lebensgefahr. Bei dem Metallkörper, der chirurgisch entfernt wurde, dürfte es sich um ein Geschoss einer Luftdruckpistole handeln. Die Carabinieri ermitteln. Pressemeldungen zufolge erscheint ein rassistisches Tatmotiv immer wahrscheinlicher. Cerasela lebt mit ihrer aus Rumänien stammenden Familie im Roma-Camp in der Via di Salone in Rom.
(dROMa)
Juli 22nd, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Verhetzung: Was ist das?
Verhetzung: Was kann ich dagegen tun?
283 StGB (Österreich)
(1) Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird,
- zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer körperlichen oder geistigen Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert, oder zu Hass gegen sie aufstachelt, oder
- in der Absicht, die Menschenwürde anderer zu verletzen, eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, diese Gruppe in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen oder herabzusetzen, oder
- Verbrechen im Sinne der §§ 321 bis 321f, die von einem inländischen oder einem internationalen Gericht rechtskräftig festgestellt wurden, billigt, leugnet, gröblich verharmlost oder rechtfertigt, wobei die Handlung gegen eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe gerichtet ist und in einer Weise begangen wird, die geeignet ist, zu Gewalt oder Hass gegen solch eine Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe aufzustacheln,
ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.
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