Rom: Einjährige außer Lebensgefahr

Juli 29th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Nach Operation ist das Mädchen außer Lebensgefahr - Krankenhaus Bambino Gesu in RomDas ein­jährige Roma­mäd­chen, das in Rom von einem Pro­jek­til ge­trof­fen wurde, ist außer Lebens­ge­fahr. Der Tä­ter, ein pen­sio­nier­ter Par­laments­mit­arbei­ter, wurde ge­fasst.

Der Täter, der letzte Woche mit einer Luft­druck­waffe auf ein ein­jähri­ges Roma-Mäd­chen in Rom ge­schossen und dieses lebens­ge­fähr­lich ver­letzt hat­te, konn­te mitt­ler­weile aus­ge­forscht werden. Es han­delt sich um einen 59-jäh­ri­gen Italie­ner, der den Schuss von seinem Balkon im sieb­ten Stock aus ab­ge­feuert hat­te. Der Pen­sio­nist, bis vor kur­zem Parla­ments­mit­arbei­ter im Senat, gibt an, er habe nur seine neue Waf­fe „aus­pro­bie­ren wollen“ und das Kind „ver­se­hent­lich“ ge­trof­fen. Die Er­mitt­ler kon­fis­zier­ten bei einer Haus­durch­su­chung neben einer Pistole auch ein Luft­druck­ge­wehr.

Das Projektil hatte die Wirbelsäule und die Lunge des Kindes ver­letzt und war knapp ne­ben dem Herzen stecken ge­blie­ben. Das Mäd­chen be­fin­det sich nicht mehr in Lebens­gefahr und konn­te bereits aus der Inten­siv­station des Kinder­kran­ken­hau­ses Bambino Gesù, wo es ope­riert wor­den war, ent­las­sen wer­den. Sein Zu­stand ist aber nach wie vor kri­tisch, Medien­berich­ten zu­folge könn­te das Kind ge­lähmt blei­ben.

Der Fall sorgte auch in Italien für Ent­set­zen: Roms Bür­ger­meis­te­rin Virginia Raggi (5 Stelle) be­suchte das Kind und seine in einem Roma­camp in Rom leben­de Fami­lie im Kran­ken­haus Bambino Gesù. Auch Organisationen der Roma- und Sinti-Com­mu­nity wandten sich in einem gemeinsamen Schrei­ben an den italie­ni­schen Staats­prä­siden­ten Sergio Mattarella. „Italien darf nicht zum Wil­den Westen werden, das ist Bar­ba­rei“, kom­men­tier­te dieser den Vor­fall.

Der Fall des Roma-Mädchens ist nur einer von ins­gesamt acht Fäl­len in Italien, bei denen zehn Im­migran­ten auf der Stra­ße teils schwer ver­letzt wur­den – und das inner­halb von nur ein­ein­halb Mo­na­ten.

(dROMa)

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