Terrorwelle gegen Migranten in Italien
Juli 29th, 2018 | Published in Rassismus & Menschenrechte | 1 Comment
Italien erlebt eine neue Gewaltwelle gegen Migranten: In den letzten eineinhalb Monaten wurden bei acht Angriffen zehn Personen durch (Luftgewehr-)Schüsse verletzt, darunter ein Romakind.
Der Fall des kleinen Roma-Mädchens ist nur einer von insgesamt acht Fällen in Italien (hier und hier), bei denen zehn Immigranten, zumeist Schwarze, auf der Straße durch Gewaltakte teils schwer verletzt wurden – und das innerhalb von nur eineinhalb Monaten. Die Opfer wurden von Schüssen, zumeist aus Luftdruckwaffen, getroffen, in vielen Fällen (in Caserta, Neapel, Forlì und Latina) abgefeuert aus einem vorbeifahrenden Auto.
Die letzten Angriffe ereignete sich vor dem Wochenende in Cassola (Vicenza) und in Caserta (Kampanien). In Cassola wurde ein kapverdischer Arbeiter auf einer Hebebühne in sieben Metern Höhe von einem Geschoss vom Kaliber 4,5 mm am Rücken verletzt. Der 40-jährige Täter, der von seiner Wohnung aus auf den Mann geschossen hatte, erklärt, er habe nur auf eine Taube gezielt. Und ein Asylwerber aus Guinea erstatte Anzeige, weil zwei jungen Männer auf einem Motorrad ihn im Stadtzentrum von Caserta zunächst bedroht und dann mit einem Luftgewehr beschossen hätten. Er wurde dabei leicht im Gesicht verletzt. Möglicherweise gab es noch weitere Vorfälle, die den Behörden nicht bekannt wurden. So hatte eine junge Frau aus Nigeria, die Anfang Juli in Forlì am Bein getroffen wurde, den Angriff aus Angst erst mehrere Tage später zur Anzeige gebracht.
„Salvini, Salvini!“
Eine Gewaltwelle, die das aufgeheizte rassistische Klima in Italien nach der Regierungsbeteiligung der rechtsextremen Lega Nord widerspiegelt (so skandierten die Täter in Caserta am 11. Juni „Salvini, Salvini!“, den Namen des neuen Innenministers, während sie mehrere Schüsse auf zwei junge Männer aus Mali abfeuerten). Der jüngsten Gewaltserie waren heuer bereits einige Angriffe und Morde auf offener Straße vorangegangen. Am 3. Februar schoss ein 28-jähriger Italiener in Macerata aus dem quer durch die Stadt fahrenden Auto auf fremdländisch aussehende Passanten, anschließend rief er „Viva l’Italia“ und hob den Arm zum faschistischen Gruß. Sechs Personen wurden bei dem Angriff verletzt, eine lebensgefährlich. Am 4. März ermordete ein 65-Jähriger bei Florenz einen Senegalesen mit einer Pistole. Am 2. Juni wurde eine junge Frau aus Mali – eine Gewerkschafterin, die wegen ihrer Tätigkeit für afrikanische Immigranten bereits Morddrohungen erhalten hatte – in Kantabrien erschossen.
(Roman Urbaner/dROMa)
Juli 29th, 2018 at 11:46 (#)
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