Archive for März, 2020

APuZ-Themenheft: Politische Bildung

März 31st, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Medien & Presse, Politik

Aus Politik und Zeitgeschichte: Politische Bildung (2020)Aus Politik und Zeitgeschichte (14–15/2020):

Politische Bildung

Die Konjunktur rechtspopulistischer Ideen und die zu­neh­mend offen vor­getra­genen men­schen­feind­li­chen und revi­sionis­tischen Ein­stellungen haben die politi­sche Bildung in den ver­gan­genen Jahren vor Heraus­for­derun­gen ge­stellt. Was be­deutet die Ver­schär­fung der Debatten für Lehrende in Schulen und außer­schu­li­schen Bildungs­ein­rich­tungen? Wie kön­nen und sollen sich Päda­go­ginnen und Päda­gogen zu gesell­schaft­lichen und politi­schen Konflikt­lagen po­sitio­nieren? Wann ist Zurück­haltung ge­bo­ten? Und wann gilt es, eine klare Haltung für oder ge­gen et­was zu zeigen? Um pädagogi­sches Handeln auch bei gesell­schafts­politi­scher Polarisierung zu er­mög­lichen, müs­sen Lehrende ge­gen etwaige Ein­schüch­terun­gen ge­wapp­net sein. Denn in Schulen und außer­schuli­schen Bildungs­institutionen wer­den nicht allein Fähig­keiten, Wissens­be­stände und Werte ver­mittelt, son­dern zu­gleich die Grund­lagen unse­res zu­künf­tigen Zusammen­lebens aus­gehandelt.

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8. April: Für eine bessere Zukunft der Roma

März 30th, 2020  |  Published in Allgemeines

Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma (Foto: Roma-Service)Stel­lung­nahme zum Inter­na­tio­na­len Roma-Tag


Alle Veranstaltungen zum Internationalen Roma-Tag am 8. April muss­ten wegen der Corona­krise ab­ge­sagt oder ver­scho­ben wer­den. Aus die­sem An­lass wen­det sich der Beirats­vor­sitzen­de der Volks­grup­pe der Roma in Ös­ter­reich, Emmerich Gärtner-Horvath, mit einer Stel­lung­nahme an die Öf­fent­lich­keit.

Jedes Jahr am 8. April wird der Internationale Roma-Tag be­gangen, wel­cher zum Ziel hat, auf die Situa­tion der größ­ten Min­der­heiten­gruppe Europas, die der Roma, auf­merk­sam zu machen. Viele Roma-Or­ga­ni­satio­nen in Österreich arbei­ten sehr aktiv an der Or­ganisa­tion von sozialen und Anti­rassis­mus-Pro­jekten, Gedenk­tafel­projekten für die vom NS-Regime ver­schlepp­ten und er­mordeten Roma und von kultu­rellen Pro­jekten und Ver­anstal­tun­gen, um die Situa­tion der Roma zu ver­bessern.

Ziel des Internationalen Roma-Tages ist, auf die Situation der Roma in Europa auf­merk­sam zu machen. Die Gesell­schaft und Regierung sol­len für die Situa­tion der Roma sensi­bi­li­siert und eine Ver­besserung dieser an­gestrebt werden.

Durch die derzeitige Situation in Europa bzw. auf der ganzen Welt, wo uns Men­schen ein Virus mit dem Namen SARS CoV 2 (Corona­virus) be­schäftigt, muss­ten alle Ver­anstal­tungen zum Inter­natio­nalen Roma-Tag ab­gesagt bzw. ver­scho­ben werden.

Trotz dieser Situation, die uns Menschen derzeit zu außer­gewöhn­li­chen Maß­nahmen bewegt und unser Leben ein­schränkt, ist es mir als Beirats­vorsit­zen­dem der Volks­gruppe der Roma ein gro­ßes An­liegen, auf die Situa­tion der Roma auf­merksam zu machen. Read the rest of this entry »

Corona: Abschottung von Roma in Bulgarien

März 27th, 2020  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

In Nowa Sagora, Kasanlak und Sliwen werden die Roma-Viertel streng kontrolliert. COVID-19-Fälle gab es bisher in keiner der drei Städte. Hier: Checkpoint für Roma im Viertel Stolipinovo [Foto: Screenshot, TV Kanal 3 via Euractiv],Bulgarien: Anti-Coronavirus-Maß­nah­men für Roma „gren­zen an Kriegsrecht“

Krassen Nikolow/Euractiv:  Bei der Umsetzung von stri­kten Maß­nah­men gegen COVID-19 schei­nen die bul­ga­ri­schen Be­hör­den be­son­de­res Au­gen­merk auf die Ro­ma-Min­der­heit im Land zu rich­ten. An­geb­lich sei­en viele Roma mit bul­ga­ri­schen Päs­sen in den ver­gan­ge­nen Ta­gen aus West­eu­ro­pa zu­rück­ge­kehrt. Es sei denk­bar, dass sie sich im Wes­ten mit dem Co­ro­na­virus in­fi­ziert hät­ten, so die Be­fürch­tung.

In einigen Teilen Bulgariens gelten für zehn­tausende Roma bereits Maß­nahmen, die an Kriegsrecht er­nnern. Auf Seiten der Behör­den herrscht Angst, die An­gehö­rigen der Minder­heit könnten die scharfen Rege­lungen und Aus­gangs­ein­schrän­kungen der Regierung igno­rieren. Für ganze Stadtviertel in Nowa Sagora, Kasanlak und Sliwen, in denen ins­gesamt mehr als 50.000 Roma leben, wurden Sonder­maß­nahmen ver­hängt. In diesen drei Städten haben die Stadt­verwaltun­gen ein spe­zielles Kontroll­system an den Ausgängen der Roma-Viertel ein­geführt, um die Ein­heimi­schen daran zu hindern, ihre Wohn­gebiete in großen Gruppen zu ver­lassen. Die aktuel­len Anti-Co­rona­vi­rus-Stra­te­gie in Bulgarien ver­bietet es, dass mehr als zwei Erwach­sene an einem Ort im Freien ge­mein­sam unter­wegs sind.

Bisher ist in den drei besagten Städten kein einziger COVID-19-Fall gemel­det wor­den. Aller­dings ist bis­her auch unklar, wie viele Men­schen – wenn über­haupt – ge­testet wurden.

Die politische Kraft, die den Ruf nach strengeren Maßnahmen für die Roma-Ge­mein­schaf­ten am lautes­ten erhebt, ist die natio­nalisti­sche Partei VMRO, ein Junior-Ko­alitions­partner der konser­vativen GERB (EVP-Mit­glied­schaft auf EU-Ebene) von Minister­präsi­dent Bojko Borissow. Die VMRO stellt zwei Ab­geord­nete im Europäi­schen Parlament. Die­se ge­hören der EKR-Fraktion an. Die rechte Partei hatte zuvor gefor­dert, dass die Roma-Vier­tel im ganzen Land komplett isoliert und un­ter Quarantäne ge­stellt werden sollten, weil es „an Disziplin von Seiten ihrer Bewoh­ner“ mangelt. Doch schon bevor die VMRO diese For­derun­gen stellte, war in Nowa Sagora ein Checkpoint-Sys­tem für das Ro­ma-Viertel „Schesti“, in dem fast 10.000 Men­schen leben, sowie eine Ausgangs­sperre für Minder­jährige ver­hängt worden.

Die zweifellos bestehenden zahlreichen Probleme im Viertel dürften indes nicht nur auf die „man­gelnde Disziplin“ seiner Ein­woh­nerInnen zurück­zu­führen sein, son­dern bei­spiels­weise auch auf die man­gelnde Wasser­versorgung und Kanalisation.

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Rassismus in der Corona-Krise

März 26th, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Rassismus in Zeiten des Corona (Bild: Amnesty)Zentralrat Deutscher Sinti und Roma warnt vor Ras­sis­mus in der Co­ro­na-Krise

Rechtsextreme und nationalistische Politiker in einer Vielzahl von Ländern Mittel­ost- und Süd­ost­europas wol­len die gegen­wär­tige Krise, die durch den neu­en Coro­na-Virus ent­stan­den ist, nutzen, um ihre ras­sisti­schen Posi­tio­nen jetzt als Regie­rungs­han­deln zu legi­timieren und um­zu­setzen.

In Bulgarien forderten Politiker der extremen Rechten die Regie­rung auf, als „nationale Maß­nahme“ Kontroll­stellen an allen von Roma be­wohnten Stadt­vierten ein­zu­richten. In der Folge haben natio­nale und loka­le Behörden be­reits meh­rere Roma-Stadt­viertel ab­geriegelt. Damit wer­den Roma grund­rechts­widrig von jeder medizinischen Ver­sorgung aus­geschlos­sen, die Versorgung mit Lebens­mitteln und allen ande­ren Gütern des täg­lichen Bedarfs wird ab­geschnitten. Damit be­reiten die staat­lichen Institu­tio­nen be­wusst eine humanitäre Notlage vor. Der Rassis­mus gegen Roma, der in diesen Län­dern massiv und gewalt­bereit seit Jahren existiert, be­kommt durch dieses staatliche Handeln eine neue Qualität. Da­mit ist wie­der die Gefahr von neuen Pogromen ge­gen Roma ge­geben.

Die Krise, die der Corona-Virus international ausgelöst hat, trifft alle Men­schen un­ab­hängig von ihrer Herkunft. An­stelle von Stigma­ti­sie­rung und Aus­grenzung müs­sen die ver­ant­wortli­chen Regierun­gen die beson­ders be­drohte Situa­tion von Roma in den Län­dern Mittel- und Südost­europas an­erkennen und um­gehend ziel­gerichtete Maß­nahmen er­greifen. Infolge des be­stehen­den struk­turel­len Rassismus in vielen Regionen ha­ben große Teile der Roma-Be­völke­run­gen keinen Zugang zu Trinkwasser und leben oft­mals in desolaten Wohn­verhält­nis­sen. Read the rest of this entry »

Mehrheit der Schweizer akzeptiert Fahrende

März 25th, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Fahrende in Nyon (Foto: SF)Eine Mehrheit der Schweizer Be­völ­ke­rung steht der fah­ren­den Le­bens­weise so­wie den Jeni­schen, Sinti und Roma po­si­tiv ge­gen­über. Dies zeigt eine von der Fach­stelle für Ras­sis­mus­be­kämp­fung (FRB) und dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik (BFS) durch­ge­führ­te re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge. Die Um­frage macht auch deut­lich, dass we­nig Wis­sen über die Min­der­hei­ten und ihre Le­bens­wei­sen vor­han­den ist.

→BERICHT: Fachstelle für Rassismusbekämpfung/Eidgenössisches Departement des Innern (Hg.), «Auch Menschen mit fahrender Lebensweise brauchen eine Wohnmöglichkeit». Analyse zur Umfrage «Diversität: Ver­schie­dene Lebens­weisen in der Schweiz», Text von Basil Weingartner, Bern 2020, 18 S. (pdf)

Erstmals liegen detaillierte Ergebnisse zur gesell­schaft­li­chen Akzeptanz der fahren­den Lebens­weise in der Schweiz vor. Zwei Drittel (67 Pro­zent) der Bevöl­kerung sehen die fahrende Lebens­weise als Teil der Schweizer Vielfalt. 56 Pro­zent findet, dass die Schweiz mehr für sie tun sollte, etwa gegen den Mangel an Halteplätzen für fah­rende Grup­pen. Jenische und Sinti sind heute in der Schweiz ak­zeptiert. 63 Pro­zent der Bevöl­kerung be­trach­ten die Kultur dieser Minder­heiten als kultu­rel­le Bereiche­rung für das Land. Aller­dings hatte kaum je­mand Kontakt zu den Minder­heiten. In allen drei Sprach­regio­nen geben rund 10 Pro­zent an, bereits ein­mal bewusst Kontakt zu den beiden Minder­heiten ge­habt zu haben.

Für die repräsentative Umfrage des BFS wurden 3.000 Perso­nen im Alter von 15 bis 88 Jah­ren befragt. Zu­sätzlich er­möglicht ein Bericht der FRB eine Ein­schätzung der erho­benen statis­ti­schen Daten. Dazu sind die Rück­meldungen der im Vorfeld der Erhe­bung durch­geführten aus­führ­lichen Ge­sprächen heran­gezogen und die Ein­schätzungen von Ver­tre­terin­nen und Ver­tretern der Minder­heiten ein­be­zogen worden.

Alle zwei Jahre führen die FRB und das BFS die Umfrage «Zusammen­leben in der Schweiz» durch. Bei dieser werden Per­sonen zu ihren Ein­stellungen zu ver­schie­denen For­men von Rassismus und Frem­den­feind­lich­keit be­fragt. Read the rest of this entry »

Riem Spielhaus über Roma in Schulbüchern

März 24th, 2020  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

In alten Schulbüchern fallen rassistische und stereotype Darstellungen leichter auf - aber auch heutige Schulbücher reproduzieren sie. (Quelle: flickr.com/Nina Stössinger via rdl.de)Darstellung von Roma in Schulbüchern: Die größte euro­pä­i­sche Min­der­heit ist im Schul­un­ter­richt eine Un­be­kannte

Radio Dreyeckland, Morgenradio, 23.3.2020
→Anhören, 8.05 Min. (mp3)

Rassistisches Denken ist sehr oft mit Stereotypen ver­knüpft. Erste Stereo­type lernen wir be­reits in der Schule, in unse­ren Schul­büchern. Riem Spielhaus ist Pro­fes­so­rin für Islam­wissen­schaft an der Univer­si­tät Göttingen. Au­ßer­dem leitet sie die Abtei­lung „Wissen im Um­bruch“ des „Ge­org-Eckert-Insti­tuts für in­ter­na­tio­na­le Schul­buch­forschung“ (Link). Sie hat sich an­geschaut, wie Roma in euro­päi­schen Schulbüchern dar­ge­stellt werden. Sie sind die größ­te euro­päische Minder­heit; rund 10 bis 12 Millio­nen leben nach Schätzun­gen des Europa­rats in Europa. In Schul­büchern kom­men sie trotz­dem kaum vor. Die Geschichts-, Politik- und Sozial­kun­de­bücher in 21 euro­päi­schen Ländern er­wäh­nen Roma nur rund 800 Mal. Demo­graphi­sche Daten und ihre Ver­folgung zu Zeiten des National­sozia­lis­mus stünden dann im Vor­der­grund. Als Einzel­personen mit Namen und indivi­duel­lem Lebens­verlauf ler­nen Schü­ler/in­nen sie hin­gegen kaum ken­nen, sagte Riem Spielhaus im Inter­view mit Isabel.

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Tschechien: Roma nähen Schutzmasken

März 22nd, 2020  |  Published in Allgemeines

Roma produzieren Masken 1Auch in Tschechien man­gelt es an Schutz­mas­ken. Roma-Com­mu­nities im gan­zen Land haben sich zu­sam­men­ge­tan, um Mas­ken in mög­lichst gro­ßer Zahl her­zu­stel­len und zu ver­tei­len.

Wie in Österreich mangelt es auch in Tschechien an Schutz­masken – nicht nur für die breite Bevöl­ke­rung, son­dern auch für das medizi­nische Per­sonal und beson­ders gefähr­dete Per­sonen. Zudem ist in Tschechien seit ver­gan­ge­ner Woche das Tragen eines Nasen-Mund-Schutzes im öffent­li­chen Raum (zumal in Innen­räu­men wie in Ämtern, Büros oder Super­märkten) ver­pflich­tend vor­ge­schrie­ben. Überall im Land betei­ligen sich nun Frei­willige an der Her­stel­lung von Atem­masken, um die Bevöl­kerung mit diesen Masken zu ver­sorgen und der rasan­ten Aus­breitung der Coro­na-Pan­demie ent­gegen­zu­wirken. Auch Roma-Com­mu­nities in meh­reren tsche­chischen Städten haben damit be­gonnen, Schutz­masken zu nähen und zu ver­teilen.

„Es kommen auch Leute aus der Stadt“

Roma produzieren Masken 2In der nordböhmischen Plattenbau­siedlung in Chánov bei Most bei­spiels­weise musste der Verein „Aver Roma“ seine Tätig­keiten, Sport- und Bil­dungs­program­me für Roma-Kinder, wegen der Quarantäne aus­setzen. Um nicht in der Un­tätigkeit zu ver­harren, zögerten die Vereins­mitglieder nicht lange und gin­gen dazu über, Masken zu nähen. Romea.cz zitiert Peter Bažo von „Aver Roma“: „Das ist schon unser dritte Tag beim Nähen, und wir haben es ge­schafft, zwischen 250 und 300 Gesichts­masken her­zu­stellen und zu ver­tei­len. Bis 18 Uhr nähen wir, und dann macht sich einer von uns ans Ver­teilen. Die Leute kom­men wegen der Schutz­masken zu uns, meis­tens nur eine Person für die ganze Familie, und wir geben die Masken aus. Haupt­säch­lich handelt es sich um Leute aus der Siedlung von Chánov, aber es kom­men auch Leute aus der Stadt zu uns, und selbst­ver­ständ­lich machen wir keinen Unter­schied, egal wer da kommt.“

Aufklärung in den Roma-Gemeinden

Viele marginalisierte (Roma-)Gemeinden in Tschechien stehen der Pandemie beson­ders schutzlos gegen­über. Auch in der Slowakei er­schwe­ren eng ge­drängte Wohn­ver­hältnisse und die unzureichende Versor­gung mit saube­rem Wasser und mit Hygiene­artikeln die Lage in den Roma-Sied­lungen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (277)

März 18th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Internet & Blogothek, Romani

Seit März 2006 gibt es die On­line-En­zyklo­pä­die Wi­ki­pe­dia auch auf Ro­ma­ni (Vi­ki­pi­di­ya).

(Quelle)

Broschüre „Bildungsaufbruch gestalten“

März 16th, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung

UnterrichtsmaterialDeutschland: Unterrichtsmaterial über Sinti und Roma ver­öf­fent­licht

Die Broschüre „Bildungsaufbruch gestalten“ beinhaltet fächer­über­grei­fen­des Unterrichts­material zum Thema Sinti und Roma. Neben Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zu Geschichte und der Sinti und Roma und einer „Begriffs­klärung“ wer­den Auf­gaben­blätter zu den The­men: Geschichte, Kunst, Kultur und Gesell­schafts­politik als Kopier­vorla­gen bereit­ge­stellt. Die Auf­ga­ben­blätter sind be­wusst so ge­stal­tet, dass diese sowohl fächer­über­greifend als auch in ver­schie­denen Alters­stufen und Schul­formen ein­gesetzt werden kön­nen. Zielgruppe sind Multi­plika­torInnen wie Lehrkräfte aller Schul­formen, Päda­gogInnen so­wie alle Per­sonen, die sich für Schule, Bildung und den Themen­bereich Sinti und Roma in­teres­sieren.

→Die Broschüre ist kostenfrei zu bestellen unter: Big@madhouse-munich.com
oder online abzurufen unter www.diakonie-hasenbergl.de (pdf).

Derzeit arbeitet das Team mit „BiG 2“ an der Konzeption von Fort­bildungs­ange­boten für Lehrkräfte und Päda­go­gInnen zu dem Thema. Neben einer Ein­führung in die prak­ti­schen Anwendung der Unterrichts­materialien soll es hierbei ins­besondere um die Geschichte und die ak­tuelle Situa­tion von Sinti und Roma in Deutschland und Europa so­wie um eine Sensibi­li­sierung be­züg­lich Antiziganismus in der Bildungsarbeit gehen.

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Die Masche der Bild-Zeitung

März 15th, 2020  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

„Die Masche der Roma“? Wann die „Bild“-Medien Roma und Romnja er­wäh­nen

Eine Frau hat mehreren Rentnern Lügengeschichten er­zählt und ihre Opfer dabei um viel Geld ge­bracht: Mal be­haup­tete sie, dass sie ein Ver­mögen auf einem Schweizer Konto lie­gen hätte, an das sie aber nur ran­käme, wenn man ihr Geld für Notar und Anwalt leiht; mal sagte sie, dass sie Proble­me bei der Rück­zah­lung eines Darlehens hätte. Die Männer gaben ihr teil­weise sechs­stel­lige Summen, die sie nie wieder­beka­men — ins­ge­samt 1,5 Millio­nen Euro soll sich die Frau auf diese Weise er­gaunert haben. Ver­gan­gene Woche wurde sie zu sechs Jah­ren und neun Mo­na­ten Haft ver­urteilt. Bild.de und die Frankfurt-Aus­ga­be der „Bild“-Zeitung be­rich­te­ten über den Pro­zess:

zwischenueberschriftroma01
(Zur Unkenntlichmachung: Verpixelung links und Augen­bal­ken rechts durch „Bild“, der Rest durch BILD­Blog.de.)

Der Autor schildert in seinem Text auch das Vorgehen der Frau und schreibt als Ein­lei­tung in „Bild“:

DIE MASCHE DER ROMA:

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Facts & Figures (276)

März 13th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Frauenrechte

Beim Roma-Kongress der ECRI in Sevilla wur­de 1994 erst­mals ein „Ma­ni­fest of Ro­ma/Gyp­sy Wo­men“ ver­öf­fent­licht.

(Quelle)

Sie gehört zu uns: Marianne Rosenberg ♫

März 10th, 2020  |  Published in Musik

Marianne Rosenberg feiert heute ihren 65. Geburts­tag. Lan­ge gab sich die umjubelte Sän­ge­rin nicht als Sintiza zu er­ken­nen – heu­te ist sie das wohl pro­mi­nen­tes­te Ge­sicht ih­rer Volks­grup­pe in Deutschland. „U Went Rom“ lau­tet der Ti­tel des ers­ten Songs, den sie in ihrer zwei­ten Mut­ter­spra­che, in Romanes, auf­ge­nom­men hat.

Seit ihrem schüchternen Bühnendebüt vor 50 Jahren avancierte sie in den 1970er Jahren rasch zum schillernden Aushängeschild des deutschen Schlagers. Was in der Glitzerwelt des Showbusiness lange niemand wusste: Sie ist auch Sintiza, Tochter des Auschwitz-Überlebenden und Sinti-Bürgerrechtlers Otto Rosenberg, der ihr am Anfang ihrer Karriere auch als Manager zur Seite stand. Über Jahre zwangen Ressentiments und Rassismus die junge Musikerin, ihre Sinti-Herkunft zu verbergen. Ihr Vater habe sie angehalten, ihren Sinti-Hintergrund zu verschweigen, erklärte Rosenberg einmal in einem Gespräch mit der „Zeit“. „Unsere Vorfahren stammen aus Ungarn und Ende, die andere Geschichte will keiner hören, es erschreckt die Leute, sie fühlen sich schuldig“, schärfte ihr der Vater ein. „Ich glaube, alle, die Auschwitz überlebt haben, dachten, das kann noch einmal geschehen. Man spürte es auf den Familienfeiern.“

Als Rosa von Praunheim die damals 21-Jährige vor laufender Kamera mit Gerüchten über ihre Herkunft konfrontierte und fragte, ob ihre Familie unter dem NS-Regime rassische Verfolgung erfahren hätte, antwortete die überrumpelte Sängerin mit einem zögerlichen „Nein“. Die Zeit war noch nicht reif. Doch das Trauma ihrer Elterngeneration lastete schwer auch auf der 1955 Geborenen. Als Marianne Rosenberg sich Ende der 1980er Jahre auch als Schauspielerin versuchte und für Dreharbeiten zur Filmproduktion „Komplizinnen“ in die Hamburger Jugendhaftanstalt in Neuengamme musste, erlitt sie in den engen Zellen einen Nervenzusammenbruch. Hier in Neuengamme hatte sich das Konzentrationslager befunden, in dem ihr Onkel ermordet worden war.

Ich kann nicht verstehen, warum sie weinen

Erst als ihr Vater Otto Rosenberg sich in die Öffentlichkeit wagte und sich für die Minderheit engagierte, begann sich auch die Sängerin öffentlich zu ihren Sinti-Wurzeln zu bekennen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (275)

März 8th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Frauenrechte

1999 entstand mit der Ro­ma­ni Wo­men Ini­ti­a­tive (RWI) der ers­te in­ter­nat. Ro­ma-Frau­en-Ver­band. 2004 folg­te das Ro­ma­ni Wo­men’s Net­work (IRWN).

(Quelle)

Pujsto tschijipe le gondolipeskere thanestar

März 7th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Geschändet: Umgestürztes Sinti-Mahnmal in Salzburg-Leopoldskron (Foto: Radiofabrik)Na prindscharde tetertscha ando ar le kur­­kestar o tik­no gon­­do­­li­­pes­­kero than „Niemals Vergessen“ an­de Leopolds­­kron-Moos (Salzburg) pha­re pujste tschite. Ada pal­gon­do­linel upro ande tscha­pime dschene le „Zigeuner-“ vaj. „Anhaltelager“istar le naci­jo­nal­so­cijalis­ten­dar ando pasche pasch­lo Max­glan. O Sinti taj Roma dschi 1945 ando lo­geri mur­darde ule.

O gondolipeskero than la Salzburger Radiofabrikatar 2010 ando keripe jek EU-ake­re pro­jek­tistar usi doku­men­tacija la logeris­kera histori­jatar ando foro Salzburg ker­do ulo. Jeke dsche­nesko suboton upre pelo o pujsto tschi­jipe le gondo­li­pes­kere tha­nestar. Pala­lal dikipe dsche­nendar i bavlal artscha­pim ol, hot o pujsto tschipe odotar al. I skulptura andar srasta igen pharo hi. O kascht pasche sasto. O pujsto tschi­jipe le gondo­lipekere tha­nestar uso haren­gere aun­sesim ulo. Odola gejng na prin­dscharde teter­tscha ermit­linen. Te poli­tischi aunasta­ripe sina, ada dschi­jakan na prin­dschardo hi.

Hitleriskeri reschiserkija Riefenstahl

O aguno logeri le nacijonalsocijalistendar ande Maxglan te la Hitler reschi­ser­kijatar Leni Riefenstahl te kerel hi. Oj ando haburi bari­kani filmis­keri kerasch­kija andi Germa­nija sina. Lakere filmiske „Tiefland“, savi oj ando 1940 dschi 1942 dranin­tscha taj erscht 1954 telal demokra­tischi situa­cija andi bun­dakeri re­publika ki­setin­tscha, lija oj ando „Dritten Reich“ schta­tisktscha andar i flogos­keri grupn le Romen­dar taj Sinti­jendar. Odola ale te andar o logeri Maxglan an­dar Salzburg. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (274)

März 6th, 2020  |  Published in Facts & Figures

Unter den schottischen Heim­kin­dern, die bis in die 1960er nach Übersee in „Ar­beits­häu­ser“ de­por­tiert wur­den, wa­ren Tau­sen­de Tra­vel­ler-Kin­­der.

(Quelle)

Erschti khetan beschipe la ministerkijaha Raab

März 5th, 2020  |  Published in Politik

Volksgruppenvertreter im BKA 2020„Adi sina ada jek konstruktivi arpa­rujipe le cile flogos­kere grup­nen­gere dsche­nenca. Ada jek bari­kani basis hi, kaj andi cu­kunft jek la­tschi khe­ta­ni buti le baj­ro­ten­ca le schov austri­tike flo­gos­ke­re grup­nen­ca dim schaj ol“, phe­nel i kanc­le­ris­ke­ri bi­rov­tscha­gos­ke­ri mi­nis­ter­ki­ja Susanne Raab.

I bundakeri ministerkija Susanne Raab, savake o kul­tu­ra­ke­re- taj flo­goskere grup­nen­gere koji ande lakero resor perel, pa­raschtun fartre­teren le schov aun­prin­dschar­de flo­goskere grupnen­dar use jek arpa­ru­jipe ando kancle­riskero birov­tschago akartscha. Use ada vake­ripe o angle­beschte taj o dujte angle­beschte le hor­vackendar, slove­ni­ti­ken­dar, ungri­kendar, tsche­chi­tiken­dar taj slova­ken­dar sar te la flo­gos­kera grupnatar le Romendar use sina. I kancler birov­tscha­gos­keri minis­ter­kija ari asdija, hot i siche­rung taj o pomo­schago la tschib­tschatar taj kul­turatar le flogos­kere grup­nendar baj­deri prijo­riteta ovla. „Sar ando tscha­tschipe angle dim hi, amen upro upre like­ripe le aun­prin­dscharde flo­goske­re grupnendar di­kaha taj pomo­schi­naha.“ O vake­ripe pal valami jek masek, kada i Raab pri agenda ofi­ci­jeli prik lija, sina. „Mange jek aun­pasch­laripe hi, kaj me le cile flogos­kere grupn saj sik sar dschal resav. Read the rest of this entry »

Salzburger NS-Mahnmal geschändet

März 3rd, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Geschändet: Umgestürztes Sinti-Mahnmal in Salzburg-Leopoldskron (Foto: Radiofabrik)In Salzburg-Leopoldskron wur­de ein Holo­caust-Mahn­mal schwer be­schä­digt. Die Metall­skulp­tur er­innert seit zehn Jah­ren an die im NS-La­ger Maxglan in­ter­nier­ten und von dort de­por­tier­ten Sin­ti und Ro­ma.

Bislang unbekannte Täter haben das Salzburger Mahnmal geschändet, das unter dem Titel „Niemals vergessen“ im Stadtteil Leopolds­kron-Moos an die während der NS-Herrschaft zwangsinternierten Roma und Sinti erinnert. Den Salzburger Nachrichten zufolge hatte eine Anrainerin bereits am 29. Februar gemeldet, dass die Skulptur am Schwarzgrabenweg (Kreuzung Kräutlerweg) gewaltsam und unter großer Kraftaufwendung vom Steinsockel gestoßen worden war. Am Montag wurde auf einer Polizeiinspektion in der Stadt Salzburg auch eine formelle Anzeige eingebracht. Laut Aussendung der Landespolizeidirektion  fällt die Tat in die „Zeit zwischen 22. und 29. Februar 2020“. Die Schadenshöhe sei derzeit nicht bekannt. Der heftige Sturm, der letzte Woche in Salzburg für Sachschäden sorgte, kann jedenfalls nach einer Begehung als Ursache ausgeschlossen werden. Das Mahnmal wiegt mehrere Hundert Kilogramm, auch der sich daneben befindliche Baum ist intakt.

Das Denkmal wurde von der „Radiofabrik – das Freie Radio in Salzburg“ vor zehn Jahren im Rahmen eines EU-Projekts zur Aufarbeitung des NS-Anhaltelagers für Roma und Sinti auf einem Grundstück der Stadt Salzburg in der Nähe der Kendlersiedlung in Leopoldskron-Moos errichtet, um an die Internierten des „Anhalte“- bzw. „Zigeunerlagers“ Maxglan zu erinnern. Das Mahnmal wurde als „Hörmahnmal“ konzipiert, die Skulptur wurde vom Salzburger Künstler Zoltan Pap gestaltet. In Kooperation mit erinnern.at haben auch mehrere Schulen und der Verein Ketani an der Erinnerungsarbeit mitgewirkt.

Das „Zigeunerlager“ Maxglan

Das irreführenderweise nach dem unmittelbar angrenzenden Salzburger Stadtteil Maxglan benannte Zwangslager diente den Nationalsozialisten später als Ausgangspunkt für die Deportationen. Die meisten Lagerinsassen wurden in der Folge in Auschwitz-Birkenau ermordet. Read the rest of this entry »

Kraft der Roma: „THARA Romani Zor!“

März 2nd, 2020  |  Published in Einrichtungen

Die Beraterin und Jobcoachin Gordana Djordjević hilft Personen, die die Initiative aufsuchen, in allen Belangen zum Thema Bildung und Beruf. (Foto: © spendeninfo.at / Thomas Kronberger) Seit 14 Jahren bereits unterstützt die Volkshilfe-Ini­tia­ti­ve „THARA“ Roma und Sinti im Sinne eines um­fas­sen­den Em­power­ment-Pro­gramms durch Berufs- und Bildungs­beratung. „THARA Romani Zor!“, zu Deutsch „Kraft der Roma“, lau­tet das Motto der ak­tuel­len Kam­pagne.

„Die vollständige Chancengleichheit aller hier le­ben­den Men­schen“, so for­mu­liert Erich Fenninger, Ge­schäfts­füh­rer der Volkshilfe Österreich, das obers­te Ziel der Initia­tive THARA zum 10-jäh­rigen Ju­bi­läum.

„THARA Romani Zor!“ – der Name ist Programm. Das Projekt bestärkt Roma und Romnija, Sinti und Sin­tize, als eine Teil­gruppe euro­päi­scher Roma, in Öster­reich. In der Beratungs­stelle in Wien-Leo­pold­stadt werden Quali­fizierungs­maß­nah­men und Weiter­bildun­gen, Kurse für „Deutsch im Beruf“ sowie um­fassende Unter­stützung bei Job­suche und Bewer­bung ge­boten. Der Leit­satz: „nur durch Bildung ist ein Auf­stieg in der Gesell­schaft mög­lich“, wie die Projekt­lei­te­rin Usnija Buligović hervor­hebt.

Integraler Teil der Gesellschaft

Roma und Sinti sind als immerhin größte ethnische Minderheit Europas seit 1993 in Öster­reich an­erkannt. Den­noch ist die Volks­gruppe auch heute noch, knapp ein Viertel­jahr­hun­dert später, in vielen gesell­schaft­li­chen Bereichen um­fas­sender Dis­kriminie­rung aus­gesetzt. Weiter­hin führt die Mehr­heit der rund 12 Millio­nen Roma in Europa und schät­zungs­weise 35.000 Roma in Öster­reich nicht nur sym­bo­lisch ein Leben am Rande der Gesell­schaft. Eine Viel­zahl lebt in Vor­orten, vor allem in Süd­ost­europa nicht selten in so­genann­ten Slum­siedlungen. Ver­trieben und aus­geschlossen haben sie tag­täglich mit den Vor­urteilen der Mehr­heits­bevöl­ke­rung zu kämpfen.

Die Folge: „eine Volksgruppe, die ein sehr sehr niedriges Bildungsniveau hat und über­pro­portio­nal von Armut betroffen ist“, er­klärt Buligović, selbst Romni und von An­beginn Teil des Volkshilfe-Pro­jekts. Aus dieser Not heraus ge­gründet, sei das Be­sondere an THARA stets der par­tizi­pa­tive Ansatz gewesen. Read the rest of this entry »