März 31st, 2020 |
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Jugend & Bildung, Medien & Presse, Politik
Aus Politik und Zeitgeschichte (14–15/2020):
Politische Bildung
Die Konjunktur rechtspopulistischer Ideen und die zunehmend offen vorgetragenen menschenfeindlichen und revisionistischen Einstellungen haben die politische Bildung in den vergangenen Jahren vor Herausforderungen gestellt. Was bedeutet die Verschärfung der Debatten für Lehrende in Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen? Wie können und sollen sich Pädagoginnen und Pädagogen zu gesellschaftlichen und politischen Konfliktlagen positionieren? Wann ist Zurückhaltung geboten? Und wann gilt es, eine klare Haltung für oder gegen etwas zu zeigen? Um pädagogisches Handeln auch bei gesellschaftspolitischer Polarisierung zu ermöglichen, müssen Lehrende gegen etwaige Einschüchterungen gewappnet sein. Denn in Schulen und außerschulischen Bildungsinstitutionen werden nicht allein Fähigkeiten, Wissensbestände und Werte vermittelt, sondern zugleich die Grundlagen unseres zukünftigen Zusammenlebens ausgehandelt.
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März 30th, 2020 |
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Allgemeines
Stellungnahme zum Internationalen Roma-Tag
Alle Veranstaltungen zum Internationalen Roma-Tag am 8. April mussten wegen der Coronakrise abgesagt oder verschoben werden. Aus diesem Anlass wendet sich der Beiratsvorsitzende der Volksgruppe der Roma in Österreich, Emmerich Gärtner-Horvath, mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit.
Jedes Jahr am 8. April wird der Internationale Roma-Tag begangen, welcher zum Ziel hat, auf die Situation der größten Minderheitengruppe Europas, die der Roma, aufmerksam zu machen. Viele Roma-Organisationen in Österreich arbeiten sehr aktiv an der Organisation von sozialen und Antirassismus-Projekten, Gedenktafelprojekten für die vom NS-Regime verschleppten und ermordeten Roma und von kulturellen Projekten und Veranstaltungen, um die Situation der Roma zu verbessern.
Ziel des Internationalen Roma-Tages ist, auf die Situation der Roma in Europa aufmerksam zu machen. Die Gesellschaft und Regierung sollen für die Situation der Roma sensibilisiert und eine Verbesserung dieser angestrebt werden.
Durch die derzeitige Situation in Europa bzw. auf der ganzen Welt, wo uns Menschen ein Virus mit dem Namen SARS CoV 2 (Coronavirus) beschäftigt, mussten alle Veranstaltungen zum Internationalen Roma-Tag abgesagt bzw. verschoben werden.
Trotz dieser Situation, die uns Menschen derzeit zu außergewöhnlichen Maßnahmen bewegt und unser Leben einschränkt, ist es mir als Beiratsvorsitzendem der Volksgruppe der Roma ein großes Anliegen, auf die Situation der Roma aufmerksam zu machen. Read the rest of this entry »
März 27th, 2020 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Bulgarien: Anti-Coronavirus-Maßnahmen für Roma „grenzen an Kriegsrecht“
Krassen Nikolow/Euractiv: Bei der Umsetzung von strikten Maßnahmen gegen COVID-19 scheinen die bulgarischen Behörden besonderes Augenmerk auf die Roma-Minderheit im Land zu richten. Angeblich seien viele Roma mit bulgarischen Pässen in den vergangenen Tagen aus Westeuropa zurückgekehrt. Es sei denkbar, dass sie sich im Westen mit dem Coronavirus infiziert hätten, so die Befürchtung.
In einigen Teilen Bulgariens gelten für zehntausende Roma bereits Maßnahmen, die an Kriegsrecht ernnern. Auf Seiten der Behörden herrscht Angst, die Angehörigen der Minderheit könnten die scharfen Regelungen und Ausgangseinschränkungen der Regierung ignorieren. Für ganze Stadtviertel in Nowa Sagora, Kasanlak und Sliwen, in denen insgesamt mehr als 50.000 Roma leben, wurden Sondermaßnahmen verhängt. In diesen drei Städten haben die Stadtverwaltungen ein spezielles Kontrollsystem an den Ausgängen der Roma-Viertel eingeführt, um die Einheimischen daran zu hindern, ihre Wohngebiete in großen Gruppen zu verlassen. Die aktuellen Anti-Coronavirus-Strategie in Bulgarien verbietet es, dass mehr als zwei Erwachsene an einem Ort im Freien gemeinsam unterwegs sind.
Bisher ist in den drei besagten Städten kein einziger COVID-19-Fall gemeldet worden. Allerdings ist bisher auch unklar, wie viele Menschen – wenn überhaupt – getestet wurden.
Die politische Kraft, die den Ruf nach strengeren Maßnahmen für die Roma-Gemeinschaften am lautesten erhebt, ist die nationalistische Partei VMRO, ein Junior-Koalitionspartner der konservativen GERB (EVP-Mitgliedschaft auf EU-Ebene) von Ministerpräsident Bojko Borissow. Die VMRO stellt zwei Abgeordnete im Europäischen Parlament. Diese gehören der EKR-Fraktion an. Die rechte Partei hatte zuvor gefordert, dass die Roma-Viertel im ganzen Land komplett isoliert und unter Quarantäne gestellt werden sollten, weil es „an Disziplin von Seiten ihrer Bewohner“ mangelt. Doch schon bevor die VMRO diese Forderungen stellte, war in Nowa Sagora ein Checkpoint-System für das Roma-Viertel „Schesti“, in dem fast 10.000 Menschen leben, sowie eine Ausgangssperre für Minderjährige verhängt worden.
Die zweifellos bestehenden zahlreichen Probleme im Viertel dürften indes nicht nur auf die „mangelnde Disziplin“ seiner EinwohnerInnen zurückzuführen sein, sondern beispielsweise auch auf die mangelnde Wasserversorgung und Kanalisation.
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März 26th, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma warnt vor Rassismus in der Corona-Krise
Rechtsextreme und nationalistische Politiker in einer Vielzahl von Ländern Mittelost- und Südosteuropas wollen die gegenwärtige Krise, die durch den neuen Corona-Virus entstanden ist, nutzen, um ihre rassistischen Positionen jetzt als Regierungshandeln zu legitimieren und umzusetzen.
In Bulgarien forderten Politiker der extremen Rechten die Regierung auf, als „nationale Maßnahme“ Kontrollstellen an allen von Roma bewohnten Stadtvierten einzurichten. In der Folge haben nationale und lokale Behörden bereits mehrere Roma-Stadtviertel abgeriegelt. Damit werden Roma grundrechtswidrig von jeder medizinischen Versorgung ausgeschlossen, die Versorgung mit Lebensmitteln und allen anderen Gütern des täglichen Bedarfs wird abgeschnitten. Damit bereiten die staatlichen Institutionen bewusst eine humanitäre Notlage vor. Der Rassismus gegen Roma, der in diesen Ländern massiv und gewaltbereit seit Jahren existiert, bekommt durch dieses staatliche Handeln eine neue Qualität. Damit ist wieder die Gefahr von neuen Pogromen gegen Roma gegeben.
Die Krise, die der Corona-Virus international ausgelöst hat, trifft alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft. Anstelle von Stigmatisierung und Ausgrenzung müssen die verantwortlichen Regierungen die besonders bedrohte Situation von Roma in den Ländern Mittel- und Südosteuropas anerkennen und umgehend zielgerichtete Maßnahmen ergreifen. Infolge des bestehenden strukturellen Rassismus in vielen Regionen haben große Teile der Roma-Bevölkerungen keinen Zugang zu Trinkwasser und leben oftmals in desolaten Wohnverhältnissen. Read the rest of this entry »
März 25th, 2020 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung steht der fahrenden Lebensweise sowie den Jenischen, Sinti und Roma positiv gegenüber. Dies zeigt eine von der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) und dem Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführte repräsentative Umfrage. Die Umfrage macht auch deutlich, dass wenig Wissen über die Minderheiten und ihre Lebensweisen vorhanden ist.
→BERICHT: Fachstelle für Rassismusbekämpfung/Eidgenössisches Departement des Innern (Hg.), «Auch Menschen mit fahrender Lebensweise brauchen eine Wohnmöglichkeit». Analyse zur Umfrage «Diversität: Verschiedene Lebensweisen in der Schweiz», Text von Basil Weingartner, Bern 2020, 18 S. (pdf)
Erstmals liegen detaillierte Ergebnisse zur gesellschaftlichen Akzeptanz der fahrenden Lebensweise in der Schweiz vor. Zwei Drittel (67 Prozent) der Bevölkerung sehen die fahrende Lebensweise als Teil der Schweizer Vielfalt. 56 Prozent findet, dass die Schweiz mehr für sie tun sollte, etwa gegen den Mangel an Halteplätzen für fahrende Gruppen. Jenische und Sinti sind heute in der Schweiz akzeptiert. 63 Prozent der Bevölkerung betrachten die Kultur dieser Minderheiten als kulturelle Bereicherung für das Land. Allerdings hatte kaum jemand Kontakt zu den Minderheiten. In allen drei Sprachregionen geben rund 10 Prozent an, bereits einmal bewusst Kontakt zu den beiden Minderheiten gehabt zu haben.
Für die repräsentative Umfrage des BFS wurden 3.000 Personen im Alter von 15 bis 88 Jahren befragt. Zusätzlich ermöglicht ein Bericht der FRB eine Einschätzung der erhobenen statistischen Daten. Dazu sind die Rückmeldungen der im Vorfeld der Erhebung durchgeführten ausführlichen Gesprächen herangezogen und die Einschätzungen von Vertreterinnen und Vertretern der Minderheiten einbezogen worden.
Alle zwei Jahre führen die FRB und das BFS die Umfrage «Zusammenleben in der Schweiz» durch. Bei dieser werden Personen zu ihren Einstellungen zu verschiedenen Formen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit befragt. Read the rest of this entry »
März 24th, 2020 |
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Interview, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Darstellung von Roma in Schulbüchern: Die größte europäische Minderheit ist im Schulunterricht eine Unbekannte
Radio Dreyeckland, Morgenradio, 23.3.2020
→Anhören, 8.05 Min. (mp3)
Rassistisches Denken ist sehr oft mit Stereotypen verknüpft. Erste Stereotype lernen wir bereits in der Schule, in unseren Schulbüchern. Riem Spielhaus ist Professorin für Islamwissenschaft an der Universität Göttingen. Außerdem leitet sie die Abteilung „Wissen im Umbruch“ des „Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung“ (Link). Sie hat sich angeschaut, wie Roma in europäischen Schulbüchern dargestellt werden. Sie sind die größte europäische Minderheit; rund 10 bis 12 Millionen leben nach Schätzungen des Europarats in Europa. In Schulbüchern kommen sie trotzdem kaum vor. Die Geschichts-, Politik- und Sozialkundebücher in 21 europäischen Ländern erwähnen Roma nur rund 800 Mal. Demographische Daten und ihre Verfolgung zu Zeiten des Nationalsozialismus stünden dann im Vordergrund. Als Einzelpersonen mit Namen und individuellem Lebensverlauf lernen Schüler/innen sie hingegen kaum kennen, sagte Riem Spielhaus im Interview mit Isabel.
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März 22nd, 2020 |
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Allgemeines
Auch in Tschechien mangelt es an Schutzmasken. Roma-Communities im ganzen Land haben sich zusammengetan, um Masken in möglichst großer Zahl herzustellen und zu verteilen.
Wie in Österreich mangelt es auch in Tschechien an Schutzmasken – nicht nur für die breite Bevölkerung, sondern auch für das medizinische Personal und besonders gefährdete Personen. Zudem ist in Tschechien seit vergangener Woche das Tragen eines Nasen-Mund-Schutzes im öffentlichen Raum (zumal in Innenräumen wie in Ämtern, Büros oder Supermärkten) verpflichtend vorgeschrieben. Überall im Land beteiligen sich nun Freiwillige an der Herstellung von Atemmasken, um die Bevölkerung mit diesen Masken zu versorgen und der rasanten Ausbreitung der Corona-Pandemie entgegenzuwirken. Auch Roma-Communities in mehreren tschechischen Städten haben damit begonnen, Schutzmasken zu nähen und zu verteilen.
„Es kommen auch Leute aus der Stadt“
In der nordböhmischen Plattenbausiedlung in Chánov bei Most beispielsweise musste der Verein „Aver Roma“ seine Tätigkeiten, Sport- und Bildungsprogramme für Roma-Kinder, wegen der Quarantäne aussetzen. Um nicht in der Untätigkeit zu verharren, zögerten die Vereinsmitglieder nicht lange und gingen dazu über, Masken zu nähen. Romea.cz zitiert Peter Bažo von „Aver Roma“: „Das ist schon unser dritte Tag beim Nähen, und wir haben es geschafft, zwischen 250 und 300 Gesichtsmasken herzustellen und zu verteilen. Bis 18 Uhr nähen wir, und dann macht sich einer von uns ans Verteilen. Die Leute kommen wegen der Schutzmasken zu uns, meistens nur eine Person für die ganze Familie, und wir geben die Masken aus. Hauptsächlich handelt es sich um Leute aus der Siedlung von Chánov, aber es kommen auch Leute aus der Stadt zu uns, und selbstverständlich machen wir keinen Unterschied, egal wer da kommt.“
Aufklärung in den Roma-Gemeinden
Viele marginalisierte (Roma-)Gemeinden in Tschechien stehen der Pandemie besonders schutzlos gegenüber. Auch in der Slowakei erschweren eng gedrängte Wohnverhältnisse und die unzureichende Versorgung mit sauberem Wasser und mit Hygieneartikeln die Lage in den Roma-Siedlungen. Read the rest of this entry »
März 18th, 2020 |
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Facts & Figures, Internet & Blogothek, Romani
Seit März 2006 gibt es die Online-Enzyklopädie Wikipedia auch auf Romani (Vikipidiya).
(Quelle)
März 16th, 2020 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung
Deutschland: Unterrichtsmaterial über Sinti und Roma veröffentlicht
Die Broschüre „Bildungsaufbruch gestalten“ beinhaltet fächerübergreifendes Unterrichtsmaterial zum Thema Sinti und Roma. Neben Hintergrundinformationen zu Geschichte und der Sinti und Roma und einer „Begriffsklärung“ werden Aufgabenblätter zu den Themen: Geschichte, Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik als Kopiervorlagen bereitgestellt. Die Aufgabenblätter sind bewusst so gestaltet, dass diese sowohl fächerübergreifend als auch in verschiedenen Altersstufen und Schulformen eingesetzt werden können. Zielgruppe sind MultiplikatorInnen wie Lehrkräfte aller Schulformen, PädagogInnen sowie alle Personen, die sich für Schule, Bildung und den Themenbereich Sinti und Roma interessieren.
→Die Broschüre ist kostenfrei zu bestellen unter: Big@madhouse-munich.com
oder online abzurufen unter www.diakonie-hasenbergl.de (pdf).
Derzeit arbeitet das Team mit „BiG 2“ an der Konzeption von Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte und PädagogInnen zu dem Thema. Neben einer Einführung in die praktischen Anwendung der Unterrichtsmaterialien soll es hierbei insbesondere um die Geschichte und die aktuelle Situation von Sinti und Roma in Deutschland und Europa sowie um eine Sensibilisierung bezüglich Antiziganismus in der Bildungsarbeit gehen.
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März 15th, 2020 |
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Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
„Die Masche der Roma“? Wann die „Bild“-Medien Roma und Romnja erwähnen
Eine Frau hat mehreren Rentnern Lügengeschichten erzählt und ihre Opfer dabei um viel Geld gebracht: Mal behauptete sie, dass sie ein Vermögen auf einem Schweizer Konto liegen hätte, an das sie aber nur rankäme, wenn man ihr Geld für Notar und Anwalt leiht; mal sagte sie, dass sie Probleme bei der Rückzahlung eines Darlehens hätte. Die Männer gaben ihr teilweise sechsstellige Summen, die sie nie wiederbekamen — insgesamt 1,5 Millionen Euro soll sich die Frau auf diese Weise ergaunert haben. Vergangene Woche wurde sie zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Bild.de und die Frankfurt-Ausgabe der „Bild“-Zeitung berichteten über den Prozess:

(Zur Unkenntlichmachung: Verpixelung links und Augenbalken rechts durch „Bild“, der Rest durch BILDBlog.de.)
Der Autor schildert in seinem Text auch das Vorgehen der Frau und schreibt als Einleitung in „Bild“:
DIE MASCHE DER ROMA:
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März 13th, 2020 |
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Facts & Figures, Frauenrechte
Beim Roma-Kongress der ECRI in Sevilla wurde 1994 erstmals ein „Manifest of Roma/Gypsy Women“ veröffentlicht.
(Quelle)
März 10th, 2020 |
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Musik
Marianne Rosenberg feiert heute ihren 65. Geburtstag. Lange gab sich die umjubelte Sängerin nicht als Sintiza zu erkennen – heute ist sie das wohl prominenteste Gesicht ihrer Volksgruppe in Deutschland. „U Went Rom“ lautet der Titel des ersten Songs, den sie in ihrer zweiten Muttersprache, in Romanes, aufgenommen hat.
Seit ihrem schüchternen Bühnendebüt vor 50 Jahren avancierte sie in den 1970er Jahren rasch zum schillernden Aushängeschild des deutschen Schlagers. Was in der Glitzerwelt des Showbusiness lange niemand wusste: Sie ist auch Sintiza, Tochter des Auschwitz-Überlebenden und Sinti-Bürgerrechtlers Otto Rosenberg, der ihr am Anfang ihrer Karriere auch als Manager zur Seite stand. Über Jahre zwangen Ressentiments und Rassismus die junge Musikerin, ihre Sinti-Herkunft zu verbergen. Ihr Vater habe sie angehalten, ihren Sinti-Hintergrund zu verschweigen, erklärte Rosenberg einmal in einem Gespräch mit der „Zeit“. „Unsere Vorfahren stammen aus Ungarn und Ende, die andere Geschichte will keiner hören, es erschreckt die Leute, sie fühlen sich schuldig“, schärfte ihr der Vater ein. „Ich glaube, alle, die Auschwitz überlebt haben, dachten, das kann noch einmal geschehen. Man spürte es auf den Familienfeiern.“
Als Rosa von Praunheim die damals 21-Jährige vor laufender Kamera mit Gerüchten über ihre Herkunft konfrontierte und fragte, ob ihre Familie unter dem NS-Regime rassische Verfolgung erfahren hätte, antwortete die überrumpelte Sängerin mit einem zögerlichen „Nein“. Die Zeit war noch nicht reif. Doch das Trauma ihrer Elterngeneration lastete schwer auch auf der 1955 Geborenen. Als Marianne Rosenberg sich Ende der 1980er Jahre auch als Schauspielerin versuchte und für Dreharbeiten zur Filmproduktion „Komplizinnen“ in die Hamburger Jugendhaftanstalt in Neuengamme musste, erlitt sie in den engen Zellen einen Nervenzusammenbruch. Hier in Neuengamme hatte sich das Konzentrationslager befunden, in dem ihr Onkel ermordet worden war.
Ich kann nicht verstehen, warum sie weinen
Erst als ihr Vater Otto Rosenberg sich in die Öffentlichkeit wagte und sich für die Minderheit engagierte, begann sich auch die Sängerin öffentlich zu ihren Sinti-Wurzeln zu bekennen. Read the rest of this entry »
März 8th, 2020 |
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Facts & Figures, Frauenrechte
1999 entstand mit der Romani Women Initiative (RWI) der erste internat. Roma-Frauen-Verband. 2004 folgte das Romani Women’s Network (IRWN).
(Quelle)
März 7th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Na prindscharde tetertscha ando ar le kurkestar o tikno gondolipeskero than „Niemals Vergessen“ ande Leopoldskron-Moos (Salzburg) phare pujste tschite. Ada palgondolinel upro ande tschapime dschene le „Zigeuner-“ vaj. „Anhaltelager“istar le nacijonalsocijalistendar ando pasche paschlo Maxglan. O Sinti taj Roma dschi 1945 ando logeri murdarde ule.
O gondolipeskero than la Salzburger Radiofabrikatar 2010 ando keripe jek EU-akere projektistar usi dokumentacija la logeriskera historijatar ando foro Salzburg kerdo ulo. Jeke dschenesko suboton upre pelo o pujsto tschijipe le gondolipeskere thanestar. Palalal dikipe dschenendar i bavlal artschapim ol, hot o pujsto tschipe odotar al. I skulptura andar srasta igen pharo hi. O kascht pasche sasto. O pujsto tschijipe le gondolipekere thanestar uso harengere aunsesim ulo. Odola gejng na prindscharde tetertscha ermitlinen. Te politischi aunastaripe sina, ada dschijakan na prindschardo hi.
Hitleriskeri reschiserkija Riefenstahl
O aguno logeri le nacijonalsocijalistendar ande Maxglan te la Hitler reschiserkijatar Leni Riefenstahl te kerel hi. Oj ando haburi barikani filmiskeri keraschkija andi Germanija sina. Lakere filmiske „Tiefland“, savi oj ando 1940 dschi 1942 dranintscha taj erscht 1954 telal demokratischi situacija andi bundakeri republika kisetintscha, lija oj ando „Dritten Reich“ schtatisktscha andar i flogoskeri grupn le Romendar taj Sintijendar. Odola ale te andar o logeri Maxglan andar Salzburg. Read the rest of this entry »
März 6th, 2020 |
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Facts & Figures
Unter den schottischen Heimkindern, die bis in die 1960er nach Übersee in „Arbeitshäuser“ deportiert wurden, waren Tausende Traveller-Kinder.
(Quelle)
März 5th, 2020 |
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Politik
„Adi sina ada jek konstruktivi arparujipe le cile flogoskere grupnengere dschenenca. Ada jek barikani basis hi, kaj andi cukunft jek latschi khetani buti le bajrotenca le schov austritike flogoskere grupnenca dim schaj ol“, phenel i kancleriskeri birovtschagoskeri ministerkija Susanne Raab.
I bundakeri ministerkija Susanne Raab, savake o kulturakere- taj flogoskere grupnengere koji ande lakero resor perel, paraschtun fartreteren le schov aunprindscharde flogoskere grupnendar use jek arparujipe ando kancleriskero birovtschago akartscha. Use ada vakeripe o anglebeschte taj o dujte anglebeschte le horvackendar, slovenitikendar, ungrikendar, tschechitikendar taj slovakendar sar te la flogoskera grupnatar le Romendar use sina. I kancler birovtschagoskeri ministerkija ari asdija, hot i sicherung taj o pomoschago la tschibtschatar taj kulturatar le flogoskere grupnendar bajderi prijoriteta ovla. „Sar ando tschatschipe angle dim hi, amen upro upre likeripe le aunprindscharde flogoskere grupnendar dikaha taj pomoschinaha.“ O vakeripe pal valami jek masek, kada i Raab pri agenda oficijeli prik lija, sina. „Mange jek aunpaschlaripe hi, kaj me le cile flogoskere grupn saj sik sar dschal resav. Read the rest of this entry »
März 3rd, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
In Salzburg-Leopoldskron wurde ein Holocaust-Mahnmal schwer beschädigt. Die Metallskulptur erinnert seit zehn Jahren an die im NS-Lager Maxglan internierten und von dort deportierten Sinti und Roma.
Bislang unbekannte Täter haben das Salzburger Mahnmal geschändet, das unter dem Titel „Niemals vergessen“ im Stadtteil Leopoldskron-Moos an die während der NS-Herrschaft zwangsinternierten Roma und Sinti erinnert. Den Salzburger Nachrichten zufolge hatte eine Anrainerin bereits am 29. Februar gemeldet, dass die Skulptur am Schwarzgrabenweg (Kreuzung Kräutlerweg) gewaltsam und unter großer Kraftaufwendung vom Steinsockel gestoßen worden war. Am Montag wurde auf einer Polizeiinspektion in der Stadt Salzburg auch eine formelle Anzeige eingebracht. Laut Aussendung der Landespolizeidirektion fällt die Tat in die „Zeit zwischen 22. und 29. Februar 2020“. Die Schadenshöhe sei derzeit nicht bekannt. Der heftige Sturm, der letzte Woche in Salzburg für Sachschäden sorgte, kann jedenfalls nach einer Begehung als Ursache ausgeschlossen werden. Das Mahnmal wiegt mehrere Hundert Kilogramm, auch der sich daneben befindliche Baum ist intakt.
Das Denkmal wurde von der „Radiofabrik – das Freie Radio in Salzburg“ vor zehn Jahren im Rahmen eines EU-Projekts zur Aufarbeitung des NS-Anhaltelagers für Roma und Sinti auf einem Grundstück der Stadt Salzburg in der Nähe der Kendlersiedlung in Leopoldskron-Moos errichtet, um an die Internierten des „Anhalte“- bzw. „Zigeunerlagers“ Maxglan zu erinnern. Das Mahnmal wurde als „Hörmahnmal“ konzipiert, die Skulptur wurde vom Salzburger Künstler Zoltan Pap gestaltet. In Kooperation mit erinnern.at haben auch mehrere Schulen und der Verein Ketani an der Erinnerungsarbeit mitgewirkt.
Das „Zigeunerlager“ Maxglan
Das irreführenderweise nach dem unmittelbar angrenzenden Salzburger Stadtteil Maxglan benannte Zwangslager diente den Nationalsozialisten später als Ausgangspunkt für die Deportationen. Die meisten Lagerinsassen wurden in der Folge in Auschwitz-Birkenau ermordet. Read the rest of this entry »
März 2nd, 2020 |
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Einrichtungen
Seit 14 Jahren bereits unterstützt die Volkshilfe-Initiative „THARA“ Roma und Sinti im Sinne eines umfassenden Empowerment-Programms durch Berufs- und Bildungsberatung. „THARA Romani Zor!“, zu Deutsch „Kraft der Roma“, lautet das Motto der aktuellen Kampagne.
„Die vollständige Chancengleichheit aller hier lebenden Menschen“, so formuliert Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich, das oberste Ziel der Initiative THARA zum 10-jährigen Jubiläum.
„THARA Romani Zor!“ – der Name ist Programm. Das Projekt bestärkt Roma und Romnija, Sinti und Sintize, als eine Teilgruppe europäischer Roma, in Österreich. In der Beratungsstelle in Wien-Leopoldstadt werden Qualifizierungsmaßnahmen und Weiterbildungen, Kurse für „Deutsch im Beruf“ sowie umfassende Unterstützung bei Jobsuche und Bewerbung geboten. Der Leitsatz: „nur durch Bildung ist ein Aufstieg in der Gesellschaft möglich“, wie die Projektleiterin Usnija Buligović hervorhebt.
Integraler Teil der Gesellschaft
Roma und Sinti sind als immerhin größte ethnische Minderheit Europas seit 1993 in Österreich anerkannt. Dennoch ist die Volksgruppe auch heute noch, knapp ein Vierteljahrhundert später, in vielen gesellschaftlichen Bereichen umfassender Diskriminierung ausgesetzt. Weiterhin führt die Mehrheit der rund 12 Millionen Roma in Europa und schätzungsweise 35.000 Roma in Österreich nicht nur symbolisch ein Leben am Rande der Gesellschaft. Eine Vielzahl lebt in Vororten, vor allem in Südosteuropa nicht selten in sogenannten Slumsiedlungen. Vertrieben und ausgeschlossen haben sie tagtäglich mit den Vorurteilen der Mehrheitsbevölkerung zu kämpfen.
Die Folge: „eine Volksgruppe, die ein sehr sehr niedriges Bildungsniveau hat und überproportional von Armut betroffen ist“, erklärt Buligović, selbst Romni und von Anbeginn Teil des Volkshilfe-Projekts. Aus dieser Not heraus gegründet, sei das Besondere an THARA stets der partizipative Ansatz gewesen. Read the rest of this entry »