Facts & Figures (273)
Februar 29th, 2020 | Published in Facts & Figures, Sport
Februar 29th, 2020 | Published in Facts & Figures, Sport
Februar 29th, 2020 | Published in Politik
Bundesministerin Raab: Erster Austausch mit allen anerkannten österreichischen Volksgruppen – Konstruktives Gespräch am Freitag im Bundeskanzleramt
OTS/Bundespressedienst: Kanzleramtsministerin Susanne Raab, die auch für Kultus- und Volksgruppenangelegenheiten zuständig ist, hat am Freitag Vertreter der sechs anerkannten Volksgruppen zu einem Austausch im Kanzleramt getroffen. An dem Gespräch nahmen die Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der kroatischen, slowenischen, ungarischen, tschechischen und slowakischen Volksgruppen sowie die Volksgruppe der Roma teil.
„Es war heute ein sehr konstruktiver Austausch mit allen Beteiligten. Das ist eine wichtige Grundlage, dass es in Zukunft eine positive Zusammenarbeit mit den Beiräten der sechs österreichischen Volksgruppen geben wird“, sagte Susanne Raab. Sie betonte, dass die Sicherung und Förderung der Sprache und Kultur der Volksgruppen weiterhin höchste Priorität haben werde. „Wie in der Verfassung vorgegeben, werden wir auf den Bestand und die Erhaltung der anerkannten Volksgruppen achten und dies auch fördern.“
Februar 28th, 2020 | Published in Einrichtungen
Das Projekt KAMBUKE der Caritas richtet sich an Roma in der Steiermark, vornehmlich in Graz. Neben Angeboten zur Qualifizierung will man das Selbstbewusstsein der Roma stärken sowie Vorurteile und Stereotype in der Mehrheitsbevölkerung abbauen.
Martin Pfandl/Annenpost: KAMBUKE steht für „KAmaha BUti te KErel“ auf Romani. Übersetzt heißt das so viel wie „Wir wollen arbeiten” oder „Wir wollen Arbeit“. Romani, auch Romanes genannt, ist die Sprache der Roma. Zielgruppe des Caritas-Projektes sind in der Steiermark lebende Roma, vornehmlich in Graz, die Unterstützung bei der Suche nach Arbeit brauchen oder sich zusätzlich qualifizieren wollen. „Bis jetzt sind es circa 120 Personen, die wir in intensiver Betreuung haben, aber es sind wesentlich mehr Roma und Romnia, die Unterstützung benötigen“, sagt Projektleiter [Anm. d. Red.: und dROMa-Redakteur] Michael Teichmann im Gespräch mit der Annenpost. Mit unterschiedlichen Angeboten und Maßnahmen wolle man möglichst alle, die es brauchen, auch erreichen. Neben Deutschkursen gibt es verschiedenste Qualifizierungsangebote, von Erste-Hilfe-Kursen über Ausbildungen für den Staplerschein oder im Pflegebereich.
Empowerment und Abbau von Vorurteilen
Daneben bietet Kambuke auch Empowerment-Kurse an. Viele hätten Schwierigkeiten, ihr Roma-Sein zu zeigen oder zu betonen, weil sie mit Nachteilen – beispielsweise keine Arbeit zu bekommen – rechneten. Hier gehe es darum, das Selbstbewusstsein voranzubringen und zu informieren, an wen man sich im Falle von Diskriminierungen wenden kann.
Zusätzlich wolle man Stereotype und Vorurteile in der Mehrheitsbevölkerung abbauen und das Bild der Roma zurechtrücken. So veranstaltet Kambuke Podiumsdiskussionen sowie Workshops für SchülerInnen. Außerdem lud das Projekt im Vorjahr mehrmals zum „Romacafé“ im Annenviertler Büro zur Rettung der Welt (der Zwischennutzungsvertrag lief 2019 aus – die Annenpost berichtete). Hier wurden Menschen im Alltag zu Gesprächen mit Kaffee und Kuchen eingeladen. Anwesend waren Projektmitarbeiter sowie Role-Models aus der Roma-Community. Read the rest of this entry »
Februar 27th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Medien & Presse
25 Jahre Romaattentat
75 Jahre Befreiung KZ Auschwitz
Gedenkorte für Roma unter den Opfern des NS-Regimes in Oberpullendorf und Kemeten
→Download der Ausgabe 1/2002 (pdf)
Editorial:
Diese Ausgabe der RomaCajtung befasst sich mit einer Reihe von Gedenkveranstaltungen und der Gedenkarbeit, die die Roma Volkshochschule Burgenland in Kooperation mit anderen Romavereinen und Gemeinden durchführt. Auf der Tagung zum Internationalen Romatag am 4.4.2020 berichten ExpertInnen über das europäische Phänomen der Gewalt gegen Roma und wie unsere Gesellschaft dagegen vorgehen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt unseres Frühjahrsprogrammes widmet sich Roman, der Sprache der Roma. Die Roma VHS erprobt einerseits ein neues Format unter dem Titel „Kurz & Kompakt“. In eintägigen Schnupperkursen in Oberwart und Eisenstadt erhalten die TeilnehmerInnen einen ersten, kompakten Einblick in diese immer seltener verwendete Sprache. In Kooperation mit dem Verein Roma-Service wird aber auch ein intensiver Sprachkurs an 10 Abenden angeboten.
Präsentationen neuer Publikationen von Katharina Janoska „KriegsROMAn. Die Geschichte einer Familie“ sowie von Mag. Dr. Gerhard Baumgartner und Mag. Dr. Herbert Brettl „Einfach weg! Verschwundene Romasiedlungen im Burgenland“ werden sowohl im Frühjahrsprogramm als auch im Herbstprogramm in Kooperation mit den AutorInnen durchgeführt. Read the rest of this entry »
Februar 24th, 2020 | Published in Facts & Figures
Februar 21st, 2020 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Trauer um die Opfer des Mordanschlags in Hanau. Rechtsterroristen verlieren jede Hemmung – Rassismus und Rechtsextremismus müssen jetzt entschlossen bekämpft werden
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ist tieferschüttert über den rassistischen Mord an neun Menschen in Hanau. Wie sich jetzt bestätigt, ist unter den Opfern des Mordanschlags in Hanau auch mindestens eine junge Romni, die als deutsche Staatsbürgerin Angehörige der nationalen Minderheit war. Möglicherweise befindet sich auch ein junger Sinto unter den Opfern. Auch unter den anderen Opfern und den Verletzten des Anschlags könnten sich weitere Angehörige der Minderheit befinden.
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, erklärte : „Der Zentralrat und alle Sinti und Roma in Deutschland trauern mit den Angehörigen um die ermordete junge Frau, die Mutter von zwei Kindern. Wir trauern um sie und um alle Opfer dieses rechtsterroristischen Anschlags.“
„Dieser Anschlag zeigt, daß der Haß, den Rechtsextremisten und deren politische Vertreter seit langem gegen Minderheiten sähen und der in den rassistischen Internet-Foren sich immer mehr verstärkt, tödlich ist. Wie schon bei dem rechtsradikalen Anschlag auf das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München im Juli 2016 sind auch in Hanau Angehörige unserer Minderheit unter den Opfern. Read the rest of this entry »
Februar 21st, 2020 | Published in Einrichtungen, Medien & Presse
Seit Dezember 2018 geben der Zentralrat und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma das jährlich erscheinende Magazin Newess gemeinsam heraus. Der Newess (was auf Romanes „Neuigkeiten“ bedeutet) informiert in der Form eines Jahresrückblicks über die Arbeitsschwerpunkte beider Institutionen. Darüber hinaus werden Artikel mit tiefergehenden Analysen aktueller politischer Themen zu ausgewählten Themen veröffentlicht. Der Newess ermöglicht auch den Landes- und Mitgliedsverbänden, die dem Zentralrat angeschlossen sind, über die Schwerpunkte ihrer Arbeit zu berichten.
Sollten Sie die Übersendung des Magazins wünschen, dann senden Sie bitte eine E-Mail an: zentralrat@sintiundroma.de
Die bisherigen Ausgaben (pdf): Read the rest of this entry »
Februar 20th, 2020 | Published in Facts & Figures, Politik
Februar 19th, 2020 | Published in Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Zentralrat: Aussagen Orbáns zum Debrecener Segregationsurteil negieren den Rechtsstaat und sind eine Bedrohung für die Demokratie in Ungarn
Anlässlich der alljährlichen Pressekonferenz von Ministerpräsident Viktor Orbán am 9. Januar 2020 stellte Orbán offen ein Urteil des Debrecener Berufungsgerichts in Frage, welches den ungarischen Staat bereits im September 2019 zu Schadenersatzzahlungen für die rechtswidrige segregierte Beschulung von Roma-Kindern im ostungarischen Ort Gyöngyöspata verurteilt hatte. Gegen diese Entscheidung des Gerichts ist die Stadt Gyöngyöspata vor das Oberste Bundesgericht in Ungarn gezogen. Orbán will als Ministerpräsident jetzt direkt Einfluss auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes nehmen, indem er in der Frage eine „Nationale Konsultation“ ankündigte, da das Urteil „das Rechtsempfinden der Bürger“ verletzen würde. Dabei suggerierte er in zynischer Verkehrung der Tatsachen, dass nicht die Roma-Kinder die Geschädigten seien, sondern vielmehr die Bürger von Gyönygöspata, die nicht verstehen würden, „dass eine ethnische Minderheit (…) eine stattliche Summe bekommt, ohne irgendwie dafür gearbeitet zu haben“. Die „Nationalen Konsultationen“ der Regierung bestehen aus Fragebögen, die an alle Haushalte in Ungarn verschickt werden und suggestiv formulierte Fragen enthalten, die auf die Bestätigung der Regierungspolitik abzielen.
„Mit diesen Aussagen schürt Viktor Orbán nicht nur in unverantwortlicher Weise Ressentiments gegen die Minderheit. Der Regierungschef rechtfertigt gleichzeitig das staatliche Versagen bei der Durchsetzung einer gleichberechtigten Bildungsteilhabe für Roma in Ungarn“, so der Zentralratsvorsitzende Romani Rose heute. Trotz ihres gesetzlichen Verbots im Jahre 2003 ist die schulische Segregation von Roma-Kindern in Ungarn nach wie vor weit verbreitet. Wenngleich diese Praxis von ungarischen Gerichten mehrfach als verfassungswidrig verurteilt und auch von der Europäischen Kommission gerügt wurde, scheitert die gemeinsame Beschulung häufig am Widerstand der lokalen und nationalen staatlichen Behörden sowie der Lehrer und Eltern aus der Mehrheitsgesellschaft. „Indem Orbán sich jetzt offen gegen das Urteil des Debrecener Berufungsgerichts stellt, legitimiert er diese rechtswidrige Praxis“, so Rose weiter. „Wenn ein Regierungsoberhaupt Anweisung gibt, rechtskräftige Gerichtsentscheidungen nicht zu vollstrecken und gleichzeitig ankündigt, das Urteil der Obersten Gerichtshofes durch eine Volksbefragung ersetzen zu wollen, dann setzt er damit den Rechtsstaat außer Kraft. In einem Rechtsstaat fällen Gerichte ihre Urteile auf der Basis von Gesetzen und nicht auf der Grundlage eines von Rassisten aufgeputschten Volksempfindens“, so der Zentralratsvorsitzende. Read the rest of this entry »
Februar 18th, 2020 | Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Marina Rosselle & Dan Turner: GROW
Ausstellung in der Galerie Kai Dikhas in Berlin
Eröffnung: Do., 20. Februar 2020, 19–21 Uhr
Eintritt frei, die Künstler*innen sind anwesend
21. Februar bis 28. März 2020
Mi. bis Sa., 14–18 Uhr u.n.V.
Galerie Kai Dikhas und Kunstraum Dikhas Dur, Aufbau-Haus am Moritzplatz, Prinzenstr. 84 I, Aufgang 2,10969 Berlin
Sinti und Roma finden sich, ganz so wie Künstler*innen an sich, oft am Rand der Gesellschaft wieder. So befinden sich auch die Plätze für nicht sesshaft lebende, fahrende Manouche in Frankreich meist am Rand der Städte an oft unwirtlichen Orten. Zwischen brechendem Asphalt und Schotter beobachtet Marina Rosselle Wildkräuter, die für sich eine Nische gefunden haben und sich oft mit grazilen Blüten gegen die harte Wirklichkeit durchsetzen. Die Künstlerin lässt sich von diesen Pflanzen zu zarten Zeichnungen, Grafiken und Installationen inspirieren und so entsteht ein persönliches Bild der Wirklichkeit ihrer Community.
Der britische Künstler Dan Turner arbeitet ebenfalls, aber auf ganz andere Weise mit dem Thema der Wildkräuter: Er beruft sich auf das traditionelle Kräuter-Wissen der britischen Traveller und spielt so auch mit dem Thema des den Roma nachgesagten Hexenwissens. Turner, der Bildhauerei studierte und dessen Arbeiten als Teil des 3. Pavillons der Sinti und Roma „FutuRoma“ auf der 58. Biennale in Venedig zu sehen waren, kuratiert von Dr. Daniel Baker im Auftrag des ERIAC, sät in performativen Aktionen die Kräuter selbst. Die dann wachsenden Pflanzen dehnen den Begriff der Skulptur. Es zeigt sich das Wunder des Wachsens und wir wissen, dass selbst kleine Wurzeln große Steine brechen können. Read the rest of this entry »
Februar 15th, 2020 | Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Neue Studie zur Darstellung von Roma in europäischen Lehrplänen und Schulbüchern
In einer ersten Sichtung von Lehrplänen und Schulbüchern für die Fächer Geschichte, Politik- und Sozialkunde sowie Geographie in 21 europäischen Ländern und Kosovo legen der Europarat, der Roma-Education Fonds und das Georg-Eckert-Institut/Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie vor. Dabei wurden 850 Bücher daraufhin untersucht, wie häufig Roma in ihnen erwähnt werden, in welchen thematischen Zusammenhängen sie vorkommen und welche Bilder dabei vermittelt werden.
Stereotype Darstellungen von Musikern, Tänzerinnen und ungewaschenen Kindern als Roma, bilden die Normalität. Auch wenn Schulbücher in den meisten europäischen Ländern Roma wenig und in stereotypisierender Form thematisieren, gibt es eine Reihe von Ansätzen, die sich davon abhebt. „Wenn Schulbücher einmal mehr als ein Wort oder einen Satz über Roma beinhalten, dann häufig in Passivkonstruktionen. Das es auch anders geht, zeigt ein ungarisches Geschichtsschulbuch, das nicht nur die Vernichtung von Roma im Zweiten Weltkrieg erwähnt, sondern dabei auch den Namen nennt, den der Völkermord in der Zeit des Nationalsozialismus in der Sprache der Roma, dem Romanes, hat: Porajmos“, erklärt die Bildungsforscherin Prof. Dr. Riem Spielhaus vom Georg-Eckert-Institut.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass Roma vor allem in Überblickskapiteln über die Bevölkerungszusammensetzung oder den Massenmord im Zweiten Weltkrieg erwähnt werden und dabei häufig namenlos bleiben. Nur sehr wenige Schulbücher gehen auf die aktuelle Lebenssituation von Roma ein. Read the rest of this entry »
Februar 14th, 2020 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Februar 12th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken
Die von Gerhard Baumgartner, dem Wissenschaftlichen Leiter des DÖW, im Rahmen der Gedenkfeier für die Opfer des Bombenattentats von Oberwart gehaltene Rede zum Nachlesen, veröffentlicht auf der Website des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands.
Ansprache im Rahmen der Gedenkfeier für die Opfer des Bombenattentats von Oberwart vor 25 Jahren, Oberwart, 4. Februar 2020
Das Bombenattentat von Oberwart war der erste [Anm.: innen-]politische Mord der Nachkriegszeit: ein Österreicher tötete vier seiner Landsleute aus politischen Motiven. Das Attentat markiert das Ende von fünf Jahrzehnten friedfertiger und konsensualer Politik in Österreich und ein Wiedererwachen eines mörderischen, rassistischen Rechtsextremismus. Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon wurden Opfer einer rechtsextremen Ideologie, die sich gegen Minderheiten im eigenen Land und gegen Zuwanderer und Zuwanderinnen richtete und richtet.
Die Bombe von Oberwart war eine direkte Reaktion auf die Anerkennung der Roma als österreichische Volksgruppe. Mit einstimmigem Beschluss des Nationalrates vom 16. Dezember 1993 wurden die österreichischen Roma- und Sintigruppen unter der Bezeichnung „Volksgruppe der Roma“ als sechste österreichische Volksgruppe anerkannt. Dem war ein langes und zähes Ringen vorausgegangen. Schon seit den 1970er-Jahren hatten Vertreter der österreichischen Volksgruppen und internationale Roma-Aktivisten immer wieder eine Anerkennung im Sinne des Volksgruppengesetzes 1976 gefordert. Am 15. Juli 1989 wurde hier in Oberwart der erste Vertretungsverein der Volksgruppe etabliert. Die Bemühungen des Vereins unter der Leitung des ersten Präsidenten Ludwig Papai führten schon vier Jahre später zur offiziellen Anerkennung.
Mit dieser Anerkennung gelang es den österreichischen Roma und Sinti – wie es der erste Vorsitzende des Volksgruppenbeirates Prof. Rudolf Sarközi formulierte –, einen Schritt vom Rand der österreichischen Gesellschaft in deren Mitte zu machen. Die Anerkennung markierte tatsächlich das Ende einer jahrhundertelangen institutionalisierten Verfolgungsgeschichte – auch durch die Republik Österreich.
In der Zwischenkriegszeit lebten rund 12.000 österreichische Roma und Sinti auf dem Gebiet des heutigen Österreich, die Mehrzahl davon, rund 9.000, im Burgenland. Dem Rassenwahn und der Verfolgungspolitik der Nationalsozialisten fielen 90 Prozent der österreichischen Romabevölkerung zum Opfer. Read the rest of this entry »
Februar 10th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma sam
Radijo Burgenland: 3.2.2020 | (on demand)
Le gondolipeske le atentatistar Erbate, upral i rat le 4. upro 5. feberistar 1995, mulatintscha i Roma VHS andi koperacija la „AK-Bücherei“iha jek podijumakeri diskusijona.
Angle 25 berscha ando 4to feberi 1995 o Erwin Horvath, o Karl Horvath, o Peter Sarközi taj o Josef Simon use jek politischi taj rasistischi motivirimo bombakero aunastaripe, kada on jek tablina le pisinipeha „Roma pal andi Indija“ tel te lel kamnahi, murdarde ule. Oda atentato bar duk la flogoskera grupnake le Romendar pal mukla. Medijakere fatretertscha, save ojs erschti odoj sina, taj pedar oda keripe schaj phukade, sina o agune ORF-iskere journalistscha Walter Reiss taj Erich Schneller, sar o Peter Sitar, Erbakero redakteur uso papruschengeri nevipe „Kurier“. On pal gondolinde khetan le Ludwig Horvathiha, savo andi Roma sidlung dschil, usi podijumakeri diskusijona, upro di le terorjistar, savo andi historija ande gelo.
Ando kesdipe o mediji jeka „Fehde“jatar phukavnahi taj na jeke rasistischi motivirti aunastaripestar upro Roma. Aja informacija upro arpheniptscha le harendar anglo than odotar ar gelo. Nisaj rodipe ko taj sar oda schaj sina imar informacija ari dim uli, savo o rasismus upri flogoskeri grupn le Romendar papal sikatscha. Paloda ertschi o tschapinipe le nevipendar ari dim ulo taj jek di paloda phendo ulo, hot jek atentato sina, taj upri flogoskeri grupn le Romendar gelo.
O Walter Reiss andar o ORF Burgenland ande oja cajt phukavlaihi taj palgondolinel upro erschti ori la bibastatar. Erich Schneller, mitglid la Flogoskera Utscha Ischkolatar taj vodaschi le Romengere micinipestar, o erschti vakeriptscha le reste dscheneca la flogoskera grupnaha kertscha. But lendar traumatisirim sina. O trauma, so o bibastalipe andi NS-akeri cajt terdschivdo ulo, igen hor beschto sina, taj i dar savi imar jefkar terdschivde papal dschivdo ulo. Read the rest of this entry »
Februar 8th, 2020 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Februar 7th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Medien & Presse, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma sam
Radio Burgenland: 3.2.2020 | (on demand)
Anlässlich des Gedenkens an das Attentat in Oberwart, in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995, veranstaltete die Roma-VHS in Kooperation mit der AK-Bücherei eine Podiumsdiskussion in Oberwart.
Vor 25 Jahren tötete eine Rohrbombe vier Roma: Josef Simon, Erwin Horvath, Karl Horvath und Peter Sarközi. Das rassistisch motivierte Attentat hinterließ tiefe Wunden bei den Volksgruppenangehörigen und rückte diese zugleich in den Fokus der Öffentlichkeit. Medienvertreter, die damals zu den Ersten gehörten, die über die Geschehnisse in Oberwart berichteten, waren die ehemaligen ORF-Journalisten Walter Reiss und Erich Schneller sowie Peter Sitar, selbst Oberwarter und damals Redakteur beim Kurier. Sie erinnerten sich bei der Podiumsdiskussion gemeinsam mit Ludwig Horvath, der in der Roma-Siedlung lebt, an jenen Tag, der als Tag des Terrors in die Geschichte eingegangen ist.
Noch bevor man von einem rassistisch motivierten Akt ausging, berichteten einige Medien von einer Fehde zwischen den Einwohnern der Romasiedlung. Diese Information ging auf Aussagen von Ermittlungsbeamten vor Ort zurück. Noch bevor man Klarheit hatte, verbreitete sich diese Information, die den Rassismus gegen Roma, drei Jahre nachdem diese als Volksgruppe anerkannt worden waren, deutlich werden ließ. Erst dann folgte eine Nachrichtensperre, bis schließlich klargestellt wurde: Es war ein Attentat, abgezielt auf die Volksgruppe der Roma.
Walter Reiss berichtete damals für den ORF und erinnert sich an diese ersten Stunden nach dem Grauen. Die Distanz als Journalist zu wahren, war für ihn damals die größte Herausforderung. Erich Schneller, Vorstandsmitglied der Roma-Volkshochschule und jahrelanger Wegbegleiter der Romabewegung, führte die ersten Interviews mit Betroffenen aus der Volksgruppe. Viele befanden sich in einer Art Schockzustand. Read the rest of this entry »
Februar 4th, 2020 | Published in Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken
Nach der Explosion der tödlichen Rohrbombe in der Romasiedlung Oberwart vor 25 Jahren ist erst eineinhalb Tage später in Richtung Terroranschlag ermittelt worden. Bis dahin wurden auch eine Fehde unter Roma, ein misslungener Sprengversuch und eben ein Anschlag als Möglichkeiten in Betracht gezogen.
Dem ORF Burgenland liegt exklusiv das Protokoll jenes Beamten vor, der den Einsatz in Oberwart im Februar 1995 zu Beginn geleitet hatte. Zunächst wurde gegen die vier toten Männer ermittelt. So wurde zum Beispiel auch vermutet, dass sie die Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ – als das die Rohrbombe getarnt war – selbst sprengen hatten wollen. Es gab Hausdurchsuchungen in der Roma-Siedlung. Erst eineinhalb Tage später wurde eine SOKO-Oberwart der Einsatzgruppe zur Bekämpfung des Terrorismus eingesetzt. Das brachte den Behörden viel Kritik ein: Die Opfer seien zu Tätern gemacht worden, lautete der Vorwurf.
Lesen Sie bitte den vollständigen Artikel mit den Auszügen aus dem Polizeiprotokoll auf burgenland.orf.at.
Februar 4th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Der Oberwarter Bombenanschlag jährt sich heuer zum 25. Mal. Die Volksgruppe hat sich seit damals verändert, vieles ist besser geworden.
Roland Pittner, Kurier: „Wenn ich heute dort bei der Romasiedlung runter schaue, sehe ich noch den Gatsch, das Blut und die Hautfetzen“, sagt Tina Nardai. Sie war elf Jahre alt, als eine Rohrbombe vier Oberwarter Roma in der Nacht auf 5. Februar 1995 in den Tod riss. Josef Simon (40), Peter Sarközi (27), Karl Horvath (22) und Erwin Horvath (18) wurden tödlich verletzt. Die Bilder haben sich in Nardais Kopf gebrannt.
Und dieser Tag im Februar war ein Tag, der die Volksgruppe verändert hat. „Wir waren Kinder, es hat niemand mit uns darüber geredet. Es gab kein Kriseninterventionsteam, wir haben damit leben müssen und mit der Angst nach dem Anschlag“, sagt Nardai. Ihre Tochter Alysea ist heute so alt wie sie damals beim Attentat. Sie und ihre Schulkollegen bereiten gemeinsam mit Manuela Horvath vom Romapastoral der Diözese Eisenstadt die Gedenkfeier vor. „Es war totales Chaos in der Siedlung“, schildert Horvath. Sie war zehn Jahre alt, als ihr Onkel am 5. Februar 1995 in der Früh am Rande der Siedlung die vier Leichen entdeckte.
Angst
An die Angst können sich noch alle erinnern, keiner wusste damals, wer für die Bombe verantwortlich war und ob es weitere Anschläge geben würde. „Beim Begräbnis waren vermummte Polizisten mit Gewehren am Dach der katholischen Kirche. In der Zeit danach durften wir nicht mehr ohne Erwachsene draußen spielen“, erinnert sich Horvath. Das Geschehene ganz zu verarbeiten, sei unmöglich. „Es gehört zur jüngsten Zeitgeschichte, diese rassistischen Anschläge kann man nicht einfach streichen. Es war nicht nur die Rohrbombe in Oberwart“, sagt Horvath. Gemeinsam mit den Schülern hat sie die Biografien der Opfer erforscht. Mit einem Film haben die Jugendlichen das Geschehene aufgearbeitet. „Wir haben bei der Gedenkstätte gefilmt und Interviews mit Zeitzeugen des Attentats geführt. Der ehemalige Bischof Paul Iby schilderte uns, wie er diesen Tag erlebt hat“, sagt Alysea Nardai. Die Mädchen machen bei der Volksgruppenarbeit gerne mit.
Veränderung
Dass sie Roma sind, ist für die Jugendlichen ganz normal. „Ich stehe dazu“, sagt Alysea. Read the rest of this entry »