Studie über Roma in Schulbüchern
Februar 15th, 2020 | Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Neue Studie zur Darstellung von Roma in europäischen Lehrplänen und Schulbüchern
In einer ersten Sichtung von Lehrplänen und Schulbüchern für die Fächer Geschichte, Politik- und Sozialkunde sowie Geographie in 21 europäischen Ländern und Kosovo legen der Europarat, der Roma-Education Fonds und das Georg-Eckert-Institut/Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie vor. Dabei wurden 850 Bücher daraufhin untersucht, wie häufig Roma in ihnen erwähnt werden, in welchen thematischen Zusammenhängen sie vorkommen und welche Bilder dabei vermittelt werden.
Stereotype Darstellungen von Musikern, Tänzerinnen und ungewaschenen Kindern als Roma, bilden die Normalität. Auch wenn Schulbücher in den meisten europäischen Ländern Roma wenig und in stereotypisierender Form thematisieren, gibt es eine Reihe von Ansätzen, die sich davon abhebt. „Wenn Schulbücher einmal mehr als ein Wort oder einen Satz über Roma beinhalten, dann häufig in Passivkonstruktionen. Das es auch anders geht, zeigt ein ungarisches Geschichtsschulbuch, das nicht nur die Vernichtung von Roma im Zweiten Weltkrieg erwähnt, sondern dabei auch den Namen nennt, den der Völkermord in der Zeit des Nationalsozialismus in der Sprache der Roma, dem Romanes, hat: Porajmos“, erklärt die Bildungsforscherin Prof. Dr. Riem Spielhaus vom Georg-Eckert-Institut.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass Roma vor allem in Überblickskapiteln über die Bevölkerungszusammensetzung oder den Massenmord im Zweiten Weltkrieg erwähnt werden und dabei häufig namenlos bleiben. Nur sehr wenige Schulbücher gehen auf die aktuelle Lebenssituation von Roma ein. Read the rest of this entry »