Einrichtungen

SozialMarie an The Omama Project

Mai 7th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung

Slowakische Romnija geben frühkindliche Förderung in ihren Siedlungen: The Omama Project (Foto: cestavon)Die SozialMarie wurde am 1. Mai zum 15. Mal an 15 heraus­ra­gen­de soziale In­no­va­tio­nen im ORF Radio­Kultur­haus ver­geben. Die 15 ex­zel­len­ten sozialen In­nova­tio­nen, die mit neuen Heran­gehens­weisen und Lö­sun­gen auf gesell­schaft­li­che Probleme re­agie­ren, fin­den Sie hier.

Vererbte Armut ist nach wie vor Grund für lebenslange Be­nach­tei­li­gung. Der mit 15.000 € dotierte erste Preis ging an The Omama Project (Website) Frauen, die in slowa­kischen Roma-Sied­lungen leben, werden in Metho­den der kind­lichen Früh­för­derung ge­schult. Als Omamas unter­stützen sie in den Sied­lungen Mütter die motori­schen und kogni­tiven Fähig­keiten ihrer Kleinen zu ent­wickeln.

Worum geht es?

Omama is an early child development home-vi­si­ting pro­gram which sup­ports a healthy cog­nitive, social, and physical de­velop­ment of Roma children li­ving in poverty du­ring the most cri­tical period of every child’s life (0-3 years). Home visits are de­livered by trained Roma wo­men from the local com­muni­ties. They are em­powered to be a part of the solution in en­ding the cycle of gene­ra­tio­nal poverty.

Würdigung der Jury

Early and regular steps. Gentle, innovative, persis­tent. Every small step of progress is celebra­ted: The child suc­ceeds in an exer­cise. The Omama is em­ployed for the first time in her life. The children will not auto­mati­cally be en­rolled in a special school later. A de­tailed manual, an obser­va­tion sheet com­pleted after each visit, and the scien­tific support serve to im­prove and expand: More Omamas in more settle­ments. The pro­mo­tion of children after the third year of life as well. Politi­cians take more respon­si­bility for the situa­tion of the Roma mino­rity by strong­ly sup­por­ting their im­prove­ment.

Über den zweiten Preis (10.000 €) freut sich die Genossen­schaft für Gemein­wohl. Sie steht für eine alter­native Öko­nomie und bietet gemein­wohl­orien­tierte Finanz- und Bil­dungs­an­gebote. Mit dem drit­ten Preis (5.000 €) wurde die Social Rental Agency – On the Way out of the Hou­sing Crisis in Ungarn aus­ge­zeich­net. Die Agen­tur ver­mittelt zwi­schen Woh­nungs­losen und privaten sowie kom­mu­nalen Wohn­part­nerIn­nen und schafft leist­bare Miet­ver­hältnisse.

(Text: SozialMarie)

PH Burgenland le historischi kesdipeha

Mai 5th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Romani

Emmerich Gärtner-Horvath von Roma-Service präsentiert ein Kinderbuch auf Roman in der PH Burgenland (Foto: Roma-Service)Erschtivar andi historija la Austrijatar bojd jek sikavipe dsche­nenge, sa­ve mesch­ter­tscha/ mesch­ter­ki­ji te ol kam­na, le tschib­tscha­kere pha­ri­pes­kere gen­doha Bur­genland-Ro­­man (Bur­gen­land-Ro­­ma­ni), de­la. Use aja joma sikal pe akan i Peda­go­gi­schi Utschi Isch­kola Burgen­land andi Tikni Martona.

I Sabine Weisz, direktorkija la Pedagogischi Utschi Isch­ko­latar Bur­gen­land, lo­scha­nel pe, hot lakeri isch­kola aja joma uso upre like­ripe jeke bari­kane fak­to­ristar la bur­genlan­di­tika kultu­ratar akan schaj kerel. Te dosta aun­mej­dinip­tscha dija (pantsch dsche­ne iste le on) akor le dsche­ven­des­kere semes­te­riha 2019/2020 ada but­jakero vodi­ni­pes­kero sika­vipe, ande blokime sika­vipes­kere ori (10 kurke ando semes­teri: pa­rasch­tun 13:45 – 20:30 oren­ge, suboton 8:00 – 18:45 oren­ge) schaj kes­dinel.

Ando 3ti semesteri akor o tschibtschakero pha­ripes­kero gendo „Roman“ del. Akan o Burgen­land-Ro­man, kekaj te aja tschib ando tschu­lipen­gero isch­kola­kero tscha­tschi­pe ando Burgen­land tel pisim hi, ando bur­genlan­ditike isch­koli na sikado ol, so te upro fali­nipe le mesch­te­rendar adala tschib­tschake pasch­lol, phe­nel i ischko­lakeri insch­pektor­kija le tschu­lipen­gere isch­kola­kere ko­jastar le thanes­kere isch­kolakere ro­tistar Burgen­land, Karin Vukman-Artner.

Online aunmejdinipe dschi uso 15to maj

O online aunmejdinipe vasch o uprelipe meg dschi uso 15to maj na­schel (pascho kori­dor: 1ti juli – 14to au­gust 2019), pa­loda avre upre­li­pes­kere- taj ajg­nungake­re koji del. Read the rest of this entry »

Romani wird Teil der Lehrerausbildung

Mai 3rd, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Romani

Direktorin Sabine Weisz, FH Burgenland (Foto: ORF.at)Muttersprache: PH Burgenland mit historischem Durchbruch

Erstmals in der Geschichte Österreichs könnte es bald einen Lehrgang für wer­dende Pflicht­schul­lehrer/in­nen mit dem Sprach­schwe­rpunkt Burgen­land-Ro­man (Bur­gen­land-Ro­mani) ge­ben. Zu die­sem Schritt zeigt sich die Päda­gogi­sche Hoch­schule Bur­gen­land in Eisenstadt nun be­reit.

Sabine Weisz, Di­rek­to­rin der Päda­go­gi­schen Hoch­schule Burgen­land, freut sich, dass ihre Schu­le diesen Schritt zum Erhalt eines we­sent­lichen Faktors des bur­genl­ändi­schen Kultur­guts nun setzten kann. Bei ge­nügend An­mel­dungen (min­des­tens fünf Per­sonen) würde mit dem Winter­semes­ter 2019/2020 dieser berufs­beglei­tende Lehr­gang, des­sen Unter­richt in ge­blockten Lehr­ver­anstal­tun­gen (10 Wochen­enden pro Se­mester: freitags 13:45 bis 20:30 Uhr, samstags 8:00 bis 18:45 Uhr) statt­findet, starten.

Ab dem 3. Semes­ter würde der sprach­liche Schwer­punkt „Roman“ ge­setzt wer­den. Momen­tan wird Burgen­­land-Ro­man (Burgen­land-Ro­mani) trotz des auch für diese Sprache gel­tenden Min­der­heiten­schul­geset­zes im Burgen­land an den Schulen nicht unter­richtet, was natür­lich auch am Lehr­kräfte­mangel für diese Sprache liege, be­dauert die Pflicht­schul­inspek­torin des Minder­heiten­schul­wesens des Landes­schul­rats Burgen­land, Karin Vukman-Artner.

Online-Anmeldung bis 15. Mai

Die Online-Anmeldung zum Aufnahmeverfahren läuft noch bis 15. Mai (Neben­korri­dor: 1. Juli bis 14. August 2019), da­nach fin­den wei­tere Auf­nahme- und Eig­nungs­ver­fah­ren statt.

Der Start eines Ausbildungslehrgangs für künftige Lehrer/in­nen mit Burgen­land-Ro­man-Kom­pe­ten­zen wäre ein Meilen­stein für die Volks­gruppe. Nun liegt es an den In­teres­sen­ten/in­nen selbst, diesen per­sönli­chen und his­tori­schen Schritt zu wagen, damit sich dieser wich­tige Schwer­punkt an der Päda­gogi­schen Hoch­schule mani­fes­tie­ren kann.

Näheres zum Studium: Lehramt Primarstufe, ab Oktober 2019 berufs­be­glei­tend; Dauer: acht Se­mester

(Text: volksgruppen.orf.at)

Expertenkommission Antiziganismus konstituiert

März 30th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Expertenkommission Antiziganismus wurde konstituiert - hier die Mitglieder mit Minister Horst Seehofer und Romani Rose. (Foto: BMI/Bertrand)27. März 2019: Deutsche Bundes­regie­rung be­ruft die Mit­glie­der der Un­ab­hän­gi­gen Ex­per­ten­kom­mis­sion Anti­ziga­nis­mus. Das „RomArchive“ geht in die Trä­ger­schaft des Do­ku­men­ta­ti­ons- und Kul­tur­zentrums Deut­scher Sin­ti und Ro­ma über.

Am 27. März 2019 berief die deutsche Bundesregie­rung die Mit­glieder der im Koa­li­tions­vertrag ver­ein­barten Un­abhän­gigen Experten­kom­mission Anti­ziganis­mus. Der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma be­grüßt die schnelle Be­ru­fung durch den Bundes­minis­ter des In­nern, Horst Seehofer, nach­dem der Deut­sche Bundestag in der ver­gan­ge­nen Woche ent­spre­chen­de Ent­schlie­ßungs­anträge der Koali­tions­frak­tio­nen wie der Oppo­sitions­frak­tio­nen – mit Aus­nah­me der AfD – ver­han­delt hatte.

Minister Seehofer unter­strich die Bedeu­tung der Exper­ten­kom­mis­sion für die zukünf­tige politi­sche Aus­rich­tung bei der Be­kämp­fung des Anti­ziganis­mus. Es sei sein Wunsch und der Wunsch seines Minis­te­riums, dass die Kom­mission einen Abschluss­bericht mit subs­tan­tiel­lem Gehalt lie­fere, der Bundes­tag, Bundes­regierung und der Min­der­heit der Sinti und Roma glei­cher­ma­ßen Vor­gaben für einen respekt­vollen Um­gang lie­fern möge.

Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sag­te in der kons­tituie­ren­den Sitzung heute: „Anti­ziganis­mus ist tief­ver­wurzelt in der deutschen und der eu­ro­päi­schen Gesell­schaft. Die Ächtung des Anti­ziganis­mus durch die Bundes­regierung und durch die Politik muss jetzt durch ent­spre­chende An­stren­gun­gen ins­be­son­dere in der politi­schen Bildung unter­mauert wer­den.“ Der Deutsche Bundestag hat­te wäh­rend der Debatte am ver­gan­ge­nen Freitag die Be­kämpfung des Anti­ziga­nis­mus als gemein­same Aufgabe von Politik und Gesell­schaft be­nannt, aber im dann ver­abschie­de­ten Ent­schlie­ßungs­antrag (PDF) der Koalition keine Selbst­ver­pflich­tung des Bun­des­tages hier­zu auf­ge­nommen.

Um so wichtiger ist für den Zentralrat Deut­scher Sinti und Roma jetzt die Arbeit der Exper­ten­kommis­sion, die neben einem Bericht zum Ende der Le­gis­latur­perio­de kon­krete Em­pfehlun­gen an die Bundes­regie­rung geben soll, um die histori­sche Dimen­sion ebenso auf­zu­arbeiten wie den gegen­wärti­gen Anti­ziganis­mus zu be­kämpfen. Hier­zu ge­höre vor­ran­gig die Dokumen­tation anti­ziganis­tisch moti­vier­ter Straf­taten wie die Beobach­tung von Anti­ziganis­mus in den Medien und den Aus­wirkun­gen bei den Ein­stel­lun­gen in der Be­völke­rung. Ins­beson­dere sollte die Kom­mis­sion ihr Augen­merk auf Schule und Bildung rich­ten, denn gerade in den Schulen gibt es kaum ver­läss­li­ches und gut auf­berei­tetes Bildungs­mate­rial zum The­ma Sinti und Roma, so Rose. Read the rest of this entry »

Roma-Autorenverband startet neu durch

März 5th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher

IRWA LogoIn der „International Roma Writers Association“ (IRWA) hat­ten sich Roma-Au­to­ren 2002 zu einem Inter­es­sens­ver­band zu­sam­men­ge­schlos­sen. Die Ak­ti­vi­tä­ten ver­san­de­ten je­doch schon nach we­ni­gen Jah­ren. Nun, nach über einem Jahr­zehnt des Still­stands, nimmt der Ver­band seine Tätig­keit wie­der auf. Roma-Au­torin­nen und -Au­to­ren aus al­ler Welt sind auf­gerufen, dem Ver­band bei­zu­tre­ten (sie­he un­ten).

Erfreuliche Nachrichten aus der Welt der Literatur: In Kuopio in Finn­land hat die „Inter­natio­nal Roma Writers As­so­cia­tion“ (Kansain­vä­li­nen Romani­kirjaili­jaliitto / Mas­karthe­mut­no Romane Hra­mut­nen­go Khe­dipen) nach Jahren des Still­stands wieder ihre Akti­vi­täten auf­ge­nom­men. Ur­sprüng­lich ge­gründet wor­den war der Ro­ma-Auto­ren­verband be­reits im Juli 2002 im Rah­men eines Kon­gres­ses im finni­schen Karjaa. Tat­kräftig unter­stützt wurde der neue Ver­band dabei von der Finni­schen Autoren­ver­eini­gung. Nobel­preis­träger Günter Grass schickte eine Glückwunsch­note und wurde zum ersten Ehren­mitglied der IRWA. Dem feier­li­chen Gründungs­akt voraus­ge­gan­gen war ein inter­natio­na­les Roma-Lite­raten­treffen in Köln, wo 2001 die Ein­richtung eines neuen Ver­bandes vor­berei­tet wurde. Das Treffen gip­felte in der „Kölner Erklärung“ vom 19. No­vem­ber 2001, in wel­cher die Ziel­setzungen der Ver­einigung fest­ge­legt wurden:

„Ziel des Verbandes ist es, die gemeinsa­men Interes­sen der Roma-Schrift­stel­lerin­nen und -Schrift­steller wahr­zu­nehmen und ihr viel­sprachiges und viel­fältiges literari­sches Schaffen sicht­bar zu ma­chen. Unter den Roma soll unsere Initia­tive dazu bei­tragen, das Bewusst­sein von der kultu­rel­len Gemein­sam­keit zu stärken, literari­sche Kreati­vität zu för­dern und das Romanès in seinen vielen Varian­ten als mo­derne Literatur­sprache zu etablie­ren. Um eine jun­ge Gene­ration von Ro­ma-Schrift­stel­lerin­nen und -Schriftstellern zu er­mutigen, regen wir die Ein­richtung von Stipendien und Preisen an.“

Zu den Zielen des neu geschaffenen Autoren­verbands zählte unter ande­rem die Schaf­fung einer „Romani Library“, ein um­fassendes, europa­weites Über­setzungs- und Editions­vorhaben. Read the rest of this entry »

Terne Rroma Südniedersachsen e.V.

Februar 16th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Roma-Jugendinitiative in Deutschland: Gründung der "Roma-Jugend Initiative Northeim"Terne Rroma Südniedersachsen e.V. ist ein Jugend­verein im Land­kreis Nort­heim. Als Ro­ma-Selbst­or­ga­ni­sa­tion ver­netzt Terne Rroma jun­ge Roma und Nicht­roma. Em­power­ment, Anti­rassis­mus­arbeit und Bil­dungs­bera­tung ge­hören zu den Schwer­punkten – und nicht zu­letzt Rap-Work­shops, de­nen nun so­gar eine CD-Ver­öffent­li­chung fol­gen soll.

Seit 2016 gibt es „Terne Rroma Südnieder­sachsen e.V.“, einen Jugend­verein von Roma und Nicht­roma in Northeim. „Terne Rroma“ ver­steht sich als „Migrant*in­nen­selbst­jugend­organi­sa­tion“ und als „Platt­form für Migrant*in­nen, Ge­flüch­tete und Jugend­liche aller Art“. Zu den Schwer­punkten ge­hört Anti­rassismus­arbeit – das heißt vor allem auch, einen sicheren Raum für Jugend­liche zu schaf­fen, die von Rassismus be­troffen sind. Ein beson­deres Augen­merk liegt zu­dem auf dem Bereich Kreativität. So bie­tet „Terne Rroma“ Thea­ter- oder Rap-Se­minare an. Y.W.B. (Young World Breaker) nennt sich die Rap-Crew von „Terne Rroma“, deren „gesell­schafts­kriti­sche, eman­zi­pa­to­rische und politische Songs“ im Rah­men dieser Work­shops ent­stehen. Zu­letzt wurden Schreib- und Empower­ment-Work­shops or­gani­siert. Für das Jahr 2019 hat sich der Verein vor­genom­men, eine eige­ne „inter­kultu­relle, politi­sche CD heraus­zu­geben, mit selbst­produ­zier­ten Songs zu selbst­gewähl­ten Themen“. Ein Doku­mentar­film soll das Projekt be­gleiten.

Mit Projekten wie „Drei Bausteine“ (hier ein Inter­view im Stadt­radio Göttingen) för­dert „Terne Rroma“ Jugend­liche, indem Beratun­gen zum Thema Schule und Beruf an­ge­boten werden.

Zu „Terne Rroma“ gehört auch die bereits seit 2013 be­ste­hende „Roma-Jugend Initiative Northeim“, eine „inter­kultu­relle Jugend­initiative von jun­gen Rom*nja und deren Freund*in­nen, die haupt­säch­lich im Landkreis Northeim und in Göttingen ak­tiv ist“. Read the rest of this entry »

Amare kulture, amare identitetora

Februar 6th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek

Video-Präsentation des vor einigen Tagen online ge­gan­ge­nen RomArchive auf Ro­m­ani, un­ter­titelt auf Deutsch und Eng­lisch.

Our cultures, our identities
Unsere Kulturen, unsere Identitäten
Amare kulture, amare identitetora

Siehe auch:
RomArchive: „This is why we do it!“, 24.1.2019
RomArchive: Kesdipe ando Berlin, 18.1.2019
RomArchive: Startschuss in Berlin, 11.1.2019

Sinti-Büro mit Hakenkreuz beschmiert

Januar 31st, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Hakenkreuz während Gedenkstunde - Ermittlungen laufen (Foto: CC-BY-2.0, Wikipedia/Dirk Vorderstraße)Düsseldorf: Hakenkreuz-Schmie­re­rei auf Sinti-und-Ro­ma-Ge­schäfts­stelle wäh­rend Holocaust-Ge­denk­stunde

Während am Sonntagabend anläss­lich des Holocaust-Ge­denk­tags im Düsseldorfer Max­haus der NS-Opfer ge­dacht wur­de, be­schmier­ten un­be­kannte Täter das Außen­schild am Haus des Landes­ver­ban­des der Sinti und Roma Nord­rhein-West­falen in der Kölner Stra­ße mit einem großen Haken­kreuz. Der 1982 ge­grün­dete Landes­verband hat dort auch seine Bera­tungs­stelle. Der Angriff er­eignete sich wäh­rend der Gedenk­ver­anstal­tung, an der auch der Lan­des­ver­band Deutscher Sinti und Roma als Ko­opera­tions­partner betei­ligt war und wo auch der Ver­bands­vor­sitzende Roman Franz eine Gedenk­rede hielt. Der Landes­verband hat Straf­anzeige er­stattet. Der Ver­band sieht den Vorfall als „volks­verhetzen­den Angriff auf Sinti und Roma und eine be­wusste Ver­höhnung der Opfer des natio­nal­sozia­lis­ti­schen Völker­mord­ver­bre­chens“, heißt es in einer Mit­tei­lung. Read the rest of this entry »

„Expertenkommission Antiziganismus“

Januar 29th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Eine neue Expertenkommission in Deutschland soll helfen, Romafeindlichkeit zu dokumentieren und zu bekämpfen. Hier: Romani Rose, Pressekonferenz des Zentralrats zum "Fall Maria", 2014 (Foto: Zentralrat)Deutsche Bundesregierung beruft „Ex­per­ten­kom­mis­sion Anti­ziga­nis­mus“

Am 30. Januar 2019 beruft die Bundesregierung die Mitglieder der im Koali­tions­ver­trag ver­ein­bar­ten un­ab­hän­gi­gen „Ex­per­ten­kom­mis­sion Anti­zi­ga­nis­mus“. Der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma be­grüßt die schnelle Beru­fung durch den Bun­des­minis­ter des In­nern, Horst Seehofer. Der Vor­sitzen­de des Zentral­rates Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, er­klärte dazu heute: „Anti­ziga­nis­mus ist tief­ver­wurzelt in der deutschen und der euro­päi­schen Ge­sell­schaft. Die Ächtung des Anti­zi­ga­nis­mus durch die Bundes­regierung und durch die Politik muss jetzt durch ent­spre­chende An­stren­gun­gen ins­beson­dere in der politi­schen Bildung unter­mauert wer­den. Der Zentralrat er­war­tet daher auch, dass der Deutsche Bundestag sich aus­führ­lich mit der Be­kämp­fung des Anti­ziganis­mus be­fasst.”

Romani Rose trifft deshalb am gleichen Tag zu einem Spitzen­gespräch mit dem Vor­sitzen­den der CDU/CSU-Frak­tion, Ralph Brinkhaus, zu­sam­men. Der Zentral­rat erwartet von der Kom­mission neben einem Bericht zum Ende der Le­gis­la­tur­pe­rio­de konkrete Empfeh­lun­gen an die Bundes­regie­rung, um die histo­ri­sche Dimen­sion eben­so auf­zu­arbeiten wie den gegen­wär­tigen Anti­ziganismus zu be­kämpfen. Hier­zu gehöre vor­rangig die Doku­men­ta­tion anti­ziganis­tisch moti­vier­ter Straf­taten eben­so wie die Be­obach­tung von Anti­ziganis­mus in den Medien und den Aus­wirkun­gen bei den Ein­stel­lun­gen in der Be­völ­ke­rung.

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Die Stimmen der Verfolgten

Januar 27th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Interview, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Kernbestandteil der neuen Zeitzeugensammlung: Roma-Interviews aus Mri Historija und Amari Historija (hier: Peter Horvath, 2010) (Bild: Roma-Service)Für Bildung und Forschung: Interviewsammlung „weiter_erzählen“ ist online

„_erinnern.at_“ präsentiert zum Holo­caust-Ge­denk­tag am 27. Jän­ner eine neue Web­platt­form mit einer Oral-His­to­ry-Samm­lung  zur NS-Ver­fol­gung in Österreich. Die Video-In­ter­views mit Ver­folg­ten fin­den Sie auf www.wei­terer­zaeh­len.at. 11 der derzeit 64 Videos be­fas­sen sich mit der Ver­folg­ten­gruppe der Roma und Sinti. Der Groß­teil dieser Inter­views sind unseren Roma-Zeit­zeu­gen-Edi­tio­nen „Mri historija“ und „Amari historija“ ent­nom­men. 

74 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stellt _erinnern.at_ zum Inter­na­tio­na­len Holo­caust-Ge­denk­tag am 27. Jän­ner ein digita­les Erin­ne­rungs­pro­jekt vor, das die auf Video auf­ge­zeich­ne­ten Erin­nerun­gen von im National­sozialis­mus ver­folg­ten Men­schen be­wahrt und für Bil­dung sowie For­schung er­schließt.

64 Video-Interviews

weiter_erzählen präsentiert auf einer Website sonst schwer zu­gäng­li­che, nach kura­to­ri­schen Ge­sichts­punkten aus­ge­wählte Video-In­terviews mit Ver­folg­ten des National­sozialis­mus, die einen Be­zug zu Österreich ha­ben. Die Interviews sind ver­schlag­wor­tet und leicht durch­such­bar. Die Stim­men der Zeit­zeugIn­nen wur­den über Jahr­zehnte zu­meist in den Län­dern des Exils in Video­inter­views fest­ge­hal­ten und in ver­schie­de­nen Sammlungen auf­be­wahrt. weiter_erzählen würdigt die Verfolgten, die es auf sich nah­men, ihre Geschich­ten und die ihrer oft ermor­de­ten Familien in Video-In­ter­views zu er­zählen und die uns damit mit unse­rer histori­schen Ver­ant­wor­tung kon­fron­tie­ren. wei­ter_er­zählen stellt die Stim­men der Ver­folgten, fest­gehalten in video­graphier­ten Zeit­zeugIn­nen­gesprä­chen, in den Vorder­grund; wur­den diese Stim­men in Österreich doch all­zu lan­ge nicht gehört.

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RomArchive: „This is why we do it!“

Januar 24th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Interview, Veranstaltungen & Ausstellungen

„RomArchive“, das mit Spannung erwartete neue digitale Archiv der Roma-Kul­turen, wird heute auf www.romarchive.eu erst­mals online gehen (wir be­rich­te­ten). Pa­ral­lel dazu star­tet ein mehr­tägi­ges Eröff­nungs­festival („Perfor­ming RomAr­chive“, 24.–27. Jänner 2019). Ein vorab publi­ziertes Kurz­video mit State­ments der Initia­to­rin­nen und von Kura­torin­nen und Kura­to­ren nennt, leider zum Teil nur auf Englisch, eini­ge Über­le­gungen zu dem in Berlin an­ge­sie­del­ten Groß­pro­jekt: „This is why we do it!“

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RomArchive: Kesdipe ando Berlin

Januar 18th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, dROMa (Magazin)

RomArchive Logo„Sinti taj Roma phenen, sar o khetan beschariptscha ar ditschon“

Akan i cajt adaj hi: Ando arto kurko i website le RomAr­chi­vistar, le digi­tali archi­vistar le Sinti­jendar taj Romen­dar, ando pradipe dschal. Vascho­da andi aka­de­mija la kustatar upro Pariser than ando foro Berlin o kultu­ra­kero fes­tiva­lo „Performing RomArchive“ tel liker­do ol, savo ande artschi­jiptscha, kon­certscha, po­di­juma­kere dis­kusiji taj genip­tscha, o kerip­tscha taj i kultura le Sinti­jendar taj Romen­dar, ang­le ter­dscharel.

O ande Berlin kerdo RomArchive dschi­ja­kana o lek bare­der inter­nacijo­nali kultu­ra­kero pro­jekto le Romen­dar hi. Ando masch­karut­no jeneri o digi­tali archivo, savo bara vojaha uschar­do ol, online dschal, jek fes­tiva­lo („Performing RomArchive“, 24.–27. jeneri 2019) o pra­dipe vo­dinla. Konci­pirim ojs virtu­jeli museum kam­la RomArchive le kunsta­kere kera­schen­ge taj la kultu­rake le Romen­dar, akan jek dikipe te del, savo lenge use terdschol. „Amen sajt but schel­ber­scha adaj sam, amen mindig jek fa­lato la kinstle­ren­gera pro­dukc­ijo­natar sa­mahi – ham ada na ulo esbe lim“, afka i Nicoleta Bitu, Romen­geri-ak­tivistkija andar Bukarest taj angle­be­schasch­ki­ja le bajro­tistar.

Dugeder sajt trin berscha valami 150 aktertscha, ku­ra­tor­kiji taj kura­tortscha, kunsta­kere kerasch­tscha taj eksper­tscha, Roma taj gadsche, sa bari­kane dsche­ne, uso upre bau­ninipe le khetan kedi­pestar butscha­linen. Ando RomArchiv kunst andar o cile falati te dikel dela, muschi­ka, kheli­pe, teateri, lite­ra­tura taj sikadi kunst, bul­hardo histo­rischi doku­men­tenca taj visen­schoft­lichi teks­tenca. Read the rest of this entry »

RomArchive: Startschuss in Berlin

Januar 15th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, dROMa (Magazin)

RomArchive„Sinti und Roma bestimmen die Inhalte“

Jetzt ist es soweit: In der nächs­ten Woche wird end­lich die Web­site von RomAr­chive, dem Digita­len Archiv der Sinti und Roma, ver­öf­fent­licht. Aus diesem An­lass fin­det in der Akade­mie der Künste am Pari­ser Platz in Berlin das Kul­tur­fes­tival „Per­for­ming RomAr­chive“ statt, das in Aus­stel­lun­gen, Kon­zerten, Po­diums­diskus­sio­nen und Lesun­gen Künste und Kul­tu­ren der Sinti und Roma vor­stellt.

Das in Berlin verankerte RomArchive ist das bis­lang größ­te inter­natio­nale Kultur­pro­jekt der Roma. Mitte Jän­ner geht das mit Span­nung er­war­te­te digitale Archiv jetzt online, ein Festival („Perfor­ming RomAr­chive“, 24.–27. Jänner 2019) wird die Er­öff­nung be­glei­ten. Kon­zi­piert als vir­tuel­les Museum will RomAr­chive dem Kunst­schaf­fen und der Kultur der Roma end­lich die Sicht­bar­keit geben, die sie ver­die­nen. „Wir sind hier seit vie­len Jahr­hun­der­ten, wir waren im­mer Teil der künst­le­ri­schen Pro­duk­tion – aber das wurde nicht wahr­ge­nom­men“, so Nicoleta Bitu, Roma-Ak­tivis­tin aus Bukarest und Vor­sit­zen­de des Beirats.

Seit mehr als drei Jahren arbeiten rund 150 Akteure, Ku­ra­torin­nen und Ku­rato­ren, Kunst­schaf­fende und Ex­per­ten, Roma wie Nicht-Ro­ma und alle­samt hoch­karä­tig be­setzt, am Aufbau der Samm­lun­gen. Um­fas­sen wird das RomArchive Kunst aller Gat­tun­gen, Musik, Tanz, Theater, Lite­ratur und bil­den­de Kunst, er­wei­tert um histo­rische Doku­mente und wis­sen­schaft­li­che Texte. Read the rest of this entry »

RomaBiz: Hilfe für Roma-Unternehmen

Dezember 15th, 2018  |  Published in Einrichtungen

Projekt Romabiz (Foto: BFI Burgenland)BFI Burgenland startet Roma-Projekt für die burgenländisch-ungarische Grenzregion

Ziel des Projektes ist die Steigerung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Roma- und Sinti-KMU durch Stärkung ihrer Management- und unternehmerischen Kompetenzen. Es wird derzeit eine Erhebung durch persönliche Befragung zur unternehmerischen Situation von Roma- und Sinti-Unternehmen in der burgenländisch-ungarischen Grenzregion durchgeführt, um vorherrschende Charakteristika und Bedürfnisse punktgenau aufzugreifen. Die Unternehmen werden anschließend im Rahmen von Einzelberatungen sowie bei Bedarf durch Mentoring von geschulten Beraterinnen und Beratern unterstützt. Daneben werden Gruppencoachings zur Entwicklung besonders wettbewerbswirksamer Kompetenzen und Strategien angeboten.

„Treffen am Runden Tisch und Exkursionen zum Kennenlernen von Best-Practice-Beispielen fördern die Intensivierung des Erfahrungsaustausches und die Vernetzung“, ist BFI-Projektmanager Christoph Greiner überzeugt. Es wird zudem eine innovative, internetbasierte und mit mobilen Anwendungen ausgestattete Unternehmensplattform aufgebaut, wo Roma-Unternehmer/innen die Möglichkeit haben, ihre Unternehmen zu präsentieren und nützliche Informationen zu platzieren.

Interessierte Personen können sich ab sofort zur Teilnahme anmelden.

Kontakt:
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Interview: Amaro Foro – Unsere Stadt

September 10th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio B-East / Radio FRO 105,0
59:36 Min. | Sendung vom 7.8.2018
Redakteurin: Eugenia Seriakov

„Amaro Foro“ bedeutet „unsere Stadt“ und ist auch der Name der größ­ten Ju­gend­orga­ni­sa­tion von Roma und Nicht-Roma in Deutschland. Ra­dio B-East (Berlin) sprach mit der Pres­se­spre­che­rin Andrea Wierich über den Verein, die Arbeit, Be­ra­tungs­ange­bote und Mög­lich­kei­ten so­wohl für Roma als auch für Schulen und öf­fent­li­che Ver­anstal­tun­gen, um­ge­kehrt über Rassis­mus im All­tag zu be­rich­ten, und über die an­ste­hende Fach­tagung „Anti­­ziganis­­­mus in den Medien“.

(Text: FRO)

Siehe auch:
Interview: „Romano Sumnal“ in Leipzig, 29.8.2018

Interview: „Romano Sumnal“ in Leipzig

August 29th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV

Deutschland - Jugendgruppe des Vereins Romano Sumnal (Foto: Romano Sumnal)Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma in Leipzig – der Verein Ro­ma­no Sum­nal

RadioBlau, Sendung vom 20.08.2018
→Anhören mp3 (11:55 min, 27 MB)

Ein Interview mit Petra Sejdi vom Verein „Ro­ma­no Sum­nal. Verein für Ro­ma in Sachsen | O klubi e Ro­men­ge taro Sach­sen“ in Leipzig. An­läss­lich einer Foto­ausstel­lung zur Ge­schich­te der Sinti und Roma im Natio­nal­sozia­lis­mus blickt eine Ver­anstal­tung in Leip­zig auch auf die spe­ziell Leip­zi­ger Ge­schich­te. RadioBlau hat mit Petra Sejdi über Ge­schich­te und Ge­gen­wart ge­spro­chen.

(Text: Radio Blau)

Mauthausen-App führt durch Außenlager

August 13th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung

Mauthausen-APP (Foto: MKÖ)„So geht Geschichtsvermittlung 2018“

MKÖ präsentiert multimediale Wissensvermittlung: Mit der App durch ehe­ma­li­ge KZ-Au­ßen­lager

Die Wissensvermittlung, vor allem an Jugendliche, ist ein be­deu­ten­der Teil der Arbeit des Maut­hau­sen-Ko­mi­tees Ös­ter­reich (MKÖ). In Er­in­ne­rung an die Er­rich­tung des KZ Mauthausen vor 80 Jah­ren und zur Mahnung launcht das MKÖ die „Maut­hau­sen-Außen­la­ger-App“ mit In­for­ma­tio­nen, Fotos, Videos zur Ge­schich­te und den Über­leben­den. Für die Über­leben­den des KZ Maut­hausen und seiner Außen­lager war die Sensi­bi­li­sie­rung­sarbeit mit Jugend­lichen von enor­mer Be­deu­tung. Diesen Auf­trag haben die Über­leben­den auch dem Maut­hau­sen-Ko­mi­tee Öster­reich bei der Über­gabe ihres Ver­mächt­nis­ses im Jahr 2000 mit­ge­geben.

Das Mauthausen-Komitee Österreich arbeitet, gemein­sam mit sei­nen lo­ka­len Ini­tia­ti­ven, bereits seit Jahr­zehn­ten an der wis­sen­schaft­li­chen Auf­arbei­tung und an der Ver­mitt­lung der Geschichte der ehe­ma­li­gen Außenlager des KZ Mauthausen. Das Maut­hau­sen-Sys­tem um­fass­te neben dem Haupt­lager circa 49 Außen­lager in nahe­zu al­len Bundes­län­dern Öster­reichs. Im Rah­men dieser Zu­sam­men­arbeit wur­de die Ge­schichte der je­wei­li­gen Orte auf­ge­arbei­tet und für die „Mauthau­sen-Außen­lager-App“ auf­be­reitet.

Christa Bauer, Geschäftsführerin des Mauthau­sen-Ko­mi­tees Ös­ter­reich, zur Be­deutung der digi­ta­len Wissens­ver­mitt­lung: „Nicht nur digital af­fine Ju­gend­liche, son­dern auch histo­risch In­teres­sierte aller Alters­grup­pen haben nun die Mög­lich­keit, alle Orte der KZ-Au­ßen­lager vir­tuell zu be­suchen. Read the rest of this entry »

„Gegen Hass im Internet“

August 6th, 2018  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Dokumentation des Zentralrats: "Gegen Hass im Internet: Bürgerrechtliche Initiativen seit 2000"Gegen Hass im Internet:
Bürgerrechtliche Initiativen seit 2000

Zusammengestellt von Arnold Roßberg, hrsg. vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, No­vem­ber 2017

→Download (pdf)

Die Dokumentation von Arnold Roßberg be­schreibt das Kapi­tel der Bürger­rechts­arbeit des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma zu der eben­so wich­ti­gen wie schwie­rigen Thema­tik „Bedro­hung­en und Hetze im Internet“. Über mehr als 17 Jahre wehr­te sich die Selbst­orga­ni­sa­tion und Ver­tretung der deutschen Sinti und Roma ge­gen die – seit den An­fängen des Inter­nets immer stär­ker und gefähr­li­cher wer­dende – Hass­propa­ganda und Drohun­gen mit Gewalt durch Neonazis, die sich ge­zielt – unter Be­nut­zung des alten NS-Jar­gons – auch gegen Sinti und Roma (eben­so wie gegen die Juden) rich­te­ten.

Wegen der weltweiten Dimension des Internets und der daraus re­sul­tie­ren­den, fast un­über­wind­lichen recht­li­chen und tech­ni­schen Proble­me gibt es bis heute keine per­fekte Lösung, um die­se Hass-Seiten end­gültig zu­rück­zu­drängen. Beginnend mit der ersten großen internationalen Konferenz unter Be­teili­gung von Politik, Internet­wirtschaft und zivil­gesell­schaftl­ichen Or­gani­sa­tio­nen zur Jahr­tausend­wende in Berlin bis hin zur Schaf­fung des „Gesetzes zur Ver­besse­rung der Rechts­durch­set­zung in sozialen Netzwerken (Netz­werk­durch­setzungs­gesetz – NetzDG)“, das im Ok­to­ber 2017 in Kraft trat, hat der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma kon­tinuier­lich poli­tische und bürger­recht­liche Initia­tiven zur Be­kämpfung des Hasses im Internet unter­nommen. Diese Initia­tiven be­standen aus politi­schen Fach­gesprä­chen, öffent­lichen Ver­anstal­tun­gen und Presse­erklärun­gen, Ein­gaben und State­ments bei inter­nationa­len Or­ganisa­tio­nen, Behörden und Justiz, Fach­tagungen mit den In­ter­net­unter­nehmen und den Min­der­heiten­organisa­tio­nen u.a.m.

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Themenheft zu „Antiziganismus“

Juni 29th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Themenheft AntiziganismusNeues Themenheft zu „Antiziganismus“ – Zeitschrift „Bürger & Staat“ liegt bei Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg vor

Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Bürger & Staat“ (PDF), die bei der Landes­zentrale für poli­ti­sche Bildung Ba­den-Württem­berg (LpB) jetzt vor­liegt, be­han­delt das Thema An­ti­ziganis­mus aus viel­fälti­ger Per­spek­tive. Was darun­ter genau zu ver­ste­hen ist, er­läu­tert eine erste Ab­hand­lung zu Begriff, Er­schei­nungs­formen und Funk­tio­nen dieser Form des Rassismus. Er­in­nert wird an die Ver­fol­gung von Sinti und Roma in der NS-Zeit am Bei­spiel Mannheims. Zwei Bei­träge ge­hen dann auf die Bürger­rechts­bewe­gung der Sinti und Roma nach 1945 ein: so­wohl in Ba­den-Württem­berg als auch in Deutschland. Die Bil­dungs­situa­tion dieser Be­völ­kerungs­grup­pe kommt zur Sprache; ein histori­scher Über­blick zum „Anti­ziganis­mus in der Foto­grafie“ lässt sich als Ver­such be­greifen, die Tiefen­schich­ten des Se­hens auf „Zigeuner“ frei­zu­le­gen, die seit Jahr­hun­der­ten von Stereo­typen über­la­gert sind und sich ein­ge­prägt haben. Schließ­lich wird bei­spiel­haft berich­tet: ein kri­ti­scher Blick rich­tet sich dabei auf arbeits­markt­poli­ti­sche Roma-Pro­jekte aus EU-För­der­program­men. Dem­gegen­über steht ein „Mut ma­chen­des Bei­spiel aus Dörfern im Osten der Slowakei, wo Roma-Grup­pen in der Mehr­heit sind“. Ein Autor fragt: „’Siche­re Her­kunfts­länder’ – auch für Roma?“. Wei­tere Ab­handlun­gen setzen sich mit anti­ziga­nis­ti­schen Er­mitt­lungs­an­sätzen bei Polizei- und Si­cher­heits­behör­den in Baden-Württemberg und der po­li­ti­schen Bil­dungs­arbeit zum The­men­bereich aus­einan­der, so über den Um­gang mit dem „Bild des Fremden“. Read the rest of this entry »

Bayern: Staatsvertrag mit Sinti & Roma

Juni 12th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Politik

BayernBayerischer Landtag stimmt Staats­ver­trag zwi­schen dem Frei­­staat Bay­ern und dem Ver­­band Deut­scher Sinti und Ro­ma – Lan­­des­­ver­­band Bay­ern zu. Ein­stimmig.

Der Bayerische Landtag stimmte am Mitt­woch dem am 20. Fe­bruar 2018 zwi­schen dem Freistaat Bayern und dem Baye­ri­schen Lan­des­ver­band Deut­scher Sinti und Roma un­ter­zeich­ne­ten Staats­vertrag ein­stim­mig zu. Der dama­lige Minis­ter­prä­si­dent Horst Seehofer hat­te den Vertrag ge­mein­sam mit dem Vor­sitzenvden des Landes­ver­bandes Deutscher Sinti und Roma, Erich Schneeberger, un­ter­zeich­net. Nach der nun er­folg­ten Zu­stim­mung durch den Bayeri­schen Landtag tritt der Ver­trag zum 1. Juli 2018 in Kraft.

Mit der Zustimmung zum Staatsvertrag wird ein wesent­li­cher Schritt zur Um­setzung des Euro­päi­schen Rah­men­über­ein­kom­mens zum Schutz natio­naler Minder­heiten voll­zogen. Wie im Vertrag fest­ge­stellt wird, soll „die be­ste­hen­de enge Zu­sam­men­arbeit zwi­schen dem Freistaat und dem Lan­des­verband fort­ge­setzt und in­ten­si­viert wer­den.“ Freistaat und Lan­des­ver­band arbei­ten weiter­hin ge­mein­sam an dem Ziel, der Dis­krimi­nie­rung von An­gehö­ri­gen der Min­der­heit auf allen Gebieten des öf­fent­li­chen und gesell­schaft­li­chen Lebens ef­fi­zient und ef­fek­tiv ent­gegen­zu­wirken.“ Dabei unter­stützen Freistaat und Landes­verband Initia­ti­ven auf den Ge­bieten von Bildung, Kultur und Wissen­schaft, die dem Schutz und dem Er­halt der kultu­rel­len Iden­tität der hier als nationale Min­der­heit le­ben­den Sinti und Roma dienen und dem Antiziganismus ent­gegen­wir­ken.“ Read the rest of this entry »