Film & Theater

„Talkshow 1933“ in Oberwart

Oktober 23rd, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Petra Piuk (Foto: OHO)Teateriskero projekto | Theaterprojekt:
Talkshow 1933 – Und welche Augenfarbe haben Sie?

Do., 8.11.2018, 20:00 Uhr – Premiere
Offenes Haus Oberwart, Lisztg. 12

Eine Talkshow im Jahr 1933. Die Fernseh­mode­ra­to­rin dis­ku­tiert mit ihren Studio­gästen die Frage: Was tun mit einer im Land un­er­wünsch­ten Min­der­heit? Politiker bieten Lö­sungs­vor­schläge an: Ent­zug der Bürger­rechte, Zwangs­arbeit, Insel­inter­nie­rung. Inhalt­li­che und sprach­li­che Pa­ralle­len zu heute wer­den sicht­bar. Die Geschichte wird zur Ge­gen­wart. Histo­ri­sche und text­liche Grund­lage bil­det die „Ver­handlungs­schrift über die am 15. Jänner 1933 in Oberwart ab­ge­hal­te­ne Ta­gung zur Zigeuner­frage im Burgen­land“. An die­ser Konferenz nah­men nam­haf­te Politiker und hoch­ran­gi­ge Beamte teil. Ziel war es, Lö­sun­gen für das so ge­nann­te Zi­geu­ner­problem aus­zu­ar­beiten.

Text: Petra Piuk; Regie: Angelika Messner

Eine Produktion der ThIB – Theaterinitiative Burgenland, Offenes Haus Oberwart und der Roma-Volks­hochschule Burgenland

Weitere Termine:
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Festival „Ake dikhea?“ sucht Filme

Oktober 5th, 2018  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ake dikhea 2018Aufruf zur Anmeldung von Filmen

An alle Roma, Sinti, Kale, Kalderash, Lovara, Lalleri, Ursari, Beasch, Manouches, Askali, Aurari, Romanichals, Droma, Doma, Gypsies, Travellers und al­le an­de­ren Romno-Gruppen dieser Welt … 2018 fin­det in Berlin be­reits das zwei­te Mal das Roma-Film­festi­val statt:

AKE DIKHEA? Festival of Romani Film
6. – 10. Dezember 2018

Wir suchen dafür nach Filmen, mit denen sich Roma und Sinti iden­ti­fi­zieren kön­nen. Es kön­nen Filme von Roma- sowie Nicht-Ro­ma-Filme­macher*in­nen vor­ge­schla­gen wer­den, de­ren Themen das Leben von Sinti und Roma in Europa be­tref­fen und die Rea­lität dis­kriminie­rungs­kri­tisch reflek­tieren.

Möglichkeiten der Anmeldung von Filmen:
FilmFreeWay: https://filmfreeway.com/AkeDikhea
Formular: http://bit.ly/akedikhea2018
Oder auch per E-Mail: info@romatrial.org

Frist für die Abgabe von Vorschlägen: 15.10.2018 (ganzer Tag)

Hintergrundinformationen:
„Ake dikhea?“ heißt übersetzt „Siehst du?“. Es ist ein selbst­organi­siertes, inter­natio­na­les Roma-Filmfestival, das im De­zem­ber 2018 in Berlin statt­findet. Das Festival prä­sen­tiert Berlin, Deutschland und ganz Euro­pa aus der Sicht von Sinti und Roma: Durch wel­che Filme füh­len wir uns re­präsen­tiert, wel­che Themen sind uns wich­tig, wie sehen wir uns und wie wollen wir ge­se­hen wer­den? Wir wol­len nicht darauf war­ten, bis uns je­mand eine Stimme gibt. Wir wol­len selbst den gesell­schaft­li­chen Raum mit­ge­stal­ten und über die Themen und die Form der Festival­ver­an­stal­tun­gen ent­schei­den.
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4 Romnja: 4 Leben – 1 Geschichte

September 20th, 2018  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Interview, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

4 RomnjaEine Dokumentation über die Le­bens­­wirk­lich­keit von Rom­nija in Vor­arl­berg

Im Auftrag des „Vorarlberg-Mu­se­ums“ wur­de 2017 für die Aus­stel­lung „Romane Thana“ ein 13-mi­nüti­ger Doku­men­tar­film über die Lebens­realität von vier Romnija, die über ihr Le­ben in Vor­arlberg be­rich­ten, er­stellt. Der Film der öster­rei­chischen Roma-Ak­ti­vis­tinnen Irina Spataru und Ionia Spataru ist über die Website www.romane-thana.at online ab­ruf­bar (nach un­ten scrollen).

Theater: „Medea Rromnja“ in Berlin

September 6th, 2018  |  Published in Film & Theater

Ich bin Medea.
Die Frau auf dem Scheiterhaufen.
Die von Euripides zur Kindsmörderin gemacht wurde.
Medea, die FRAU IN DER REVOLTE.

Ich bin Medea.
Die keine Heimat finden sollte, konnte, wollte.
Die Frau, die alle begehrten, fürchteten, tot sehen wollten.
AUF DEN LIPPEN BLUT.

WIR SIND MEDEA: Rroma, an den Rändern der Städte. Bespuckt, bedroht, verjagt.
Vor uns unsere Kinder von Euch genannt Aussatz. Ihr nennt Euch das Volk und uns Barbaren.
DON’T TELL US WHO WE ARE!

Roma-Theater in Berlin: Medea Romnja (Foto: TAK via exberliner.com)„Medea Rromnja“ durchforstet und hinter­fragt den Mythos MEDEA. Das inter­na­tio­nale, aus Roma und Nicht-Roma be­ste­hen­de Team eig­net sich da­bei Aspek­te des Mate­rials an, um eine kraft­volle Per­for­mance zu er­schaf­fen, die nicht nur (un­bewuss­te) Vor­urteile of­fen­legt, son­dern auch Roma An­satz­punkte für einen selbst­be­wuss­ten Um­gang mit der eige­nen Ge­schich­te und Zu­kunft bietet. Sprachen: Deutsch, Englisch, Romanes, mit deut­schen und engl. Un­ter­titeln.

Premiere: Sa., 8.9.2018, 20:00 Uhr
im „Theater Aufbau Kreuzberg“, Berlin (mehr)

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Bis zum Ende der Welt

Juni 23rd, 2018  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Bis zum Ende der Welt (Bild: ARD Degeto/George Pauly)Regie: Matthias Tiefenbacher, Buch: Thorsten Näter
Spielfilm, 88 Min., Deutschland 2014

➜Film ansehen, noch verfügbar bis 30.6.2018

Einst war Maria Nikolai (Christiane Hörbiger) eine ge­fei­erte Musi­kerin. Vor 20 Jah­ren kam sie mit ihrem in­zwi­schen ver­stor­be­nen Mann nach Hamburg. Doch ihr früher nach­bar­schaft­lich ge­präg­tes Viertel droht sich all­mäh­lich in einen sozialen Brenn­punkt zu ver­wan­deln: In ihrem Haus ist Maria in­zwi­schen fast die ein­zi­ge Deutsche. Vor al­lem die große Roma-Fa­milie im obe­ren Stock­werk be­obach­tet sie mit Miss­trauen und voller Vor­urteile – dass sie selbst einst als bet­tel­arme ost­euro­päi­sche Migran­tin nach Deutschland kam, ist für sie etwas an­de­res. Ihr Ver­such, den un­gelieb­ten Nachbarn die Polizei auf den Hals zu hetzen, schlägt fehl. Die Kripo­beam­tin Susanne kennt die Res­sen­ti­ments gegen Roma nur zu gut – ihre eigene Roma-Her­kunft hält sie aus Angst vor Dis­krimi­nie­rung ge­heim.

Als eine rassistische Jugendclique einen bruta­len Überfall auf Marias Nach­barn verübt, ge­währt sie dem 16-jährigen Rom Bero (Samy Abdel Fattah) und seinen jün­ge­ren Geschwis­tern Zu­flucht in ihrer Woh­nung. Der beschei­den wir­ken­de Junge war ihr schon vor­her posi­tiv auf­gefal­len. Nun merkt sie durch Zufall, dass er ein außer­ordent­li­ches Musik­talent besitzt. Maria be­schließt, Bero priva­ten Musik­unterricht zu geben und ihn zum Vor­spielen am Kon­serva­to­rium an­zu­melden. Read the rest of this entry »

Heute & morgen: „Roma Armee“ in Wien

Juni 16th, 2018  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

»Die Gemeinschaft der europäischen Völker zer­brach, als – und weil – sie den Aus­schluss und die Ver­fol­gung seines schwächs­ten Mit­glieds zu­ließ.«
(Hannah Arendt)

Sa. 16. Juni & So. 17. Juni 2018, 20 Uhr
„Roma Armee“ im Volkstheater, Wien

Zu sehen ist die Produktion des Berliner „Gorki Theaters“ im Rahmen des Roma-Kultur­festivals „E Bistarde | Vergiss mein nicht“.

Tititá (Trailer)

Juni 5th, 2018  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Musik

Dokumentarfilm von Tamás Almási (mehr hier)
85 Min. / Ungarn 2015

Anti ist ein 18-jähriger Rom, der es liebt, die Gitarre zu spie­len. Er steht vor der Chance, dem Leben in einem herunter­ge­kom­me­nen Roma-Slum in einem ent­lege­nen Winkel Ungarns zu ent­kom­men, und reist zu Snét­bergers Musik­schule in Felsőörs am Bala­ton (Snétberger Music Talent Center), wo er auf­grund seines Talents – ge­mein­sam mit sechzig ande­ren Roma-Ju­gend­lichen – aus­ge­wählt wurde: die Chan­ce auf ein bes­se­res Leben.

Online ansehen: Zuwandern (2014)

Mai 31st, 2018  |  Published in Film & Theater, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

Dokumentarfilm von Sabine Herpich & Diana Botescu
81 Min. / Deutschland 2014
Rumänisch/Deutsch mit deutschen (oder engl.) Unter­titeln

➜Ansehen im Großformat auf Vimeo

Als sich ihre wirtschaftliche Situation ver­schlech­terte, be­schlos­sen Carmen und George Badea, aus Rumänien aus­zu­wan­dern. Die Frage, in wel­chem Land ein bes­seres Leben mög­lich wäre, war für sie zu­nächst zweit­rangig. Mehr zufällig fiel die Wahl auf Deutschland, ge­mein­sam mit ihrem Sohn Daniel fuhr das Ehe­paar schließ­lich nach Berlin. Man­gels Kon­takten und deutschen Sprach­kennt­nis­sen ver­brach­ten sie dort den ers­ten Winter in einer ver­las­se­nen Garten­laube. Geld für Essen ver­dien­ten sie sich durch das Sam­meln von Pfand­flaschen.

Der Film begleitet die Familie neun Monate lang und er­zählt von der Zeit, als das Leben auf der Straße zwar vor­bei, aber ihre wirt­schaft­li­che Situa­tion noch nicht stabil war. In den Blick kommt dabei auch die Inter­ak­tion ver­schie­de­ner Behör­den mit der Familie.

Förderpreis Dokumentarfilm, dokKa Karlsruhe 2014

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RomaRespekt #24: Ulli Gladik & Natasha

Mai 18th, 2018  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #24: Ulli Gladik und ihr Film „Natasha“

Sendung vom April 2018: In Dresden beschloss der Stadt­rat kürz­lich ein Bettel­verbot für Kinder. Die voran­gegan­gene De­bat­te war mas­siv geprägt von anti­romais­ti­schen Stereo­typen. Gegen die­ses Verbot in Dresden hat die Dresd­ner Bettellobby (wir berichteten) ge­kämpft, die sich nach dem Vor­bild der Bettellobby in Wien ge­grün­det hat. Und die Filme­ma­che­rin Ulli Gladik hat wie­derum die Wiener Bettellobby mit­begrün­det. Sie wur­de nach Dresden ein­ge­laden, um ihren Film zu zei­gen und um über ihr Engage­ment zu spre­chen.

Ihr hört ein Interview mit Ulli Gladik, Filme­mache­rin und Aktivis­tin aus Wien. Es geht um die Wiener Bettel­lobby und um die Ent­ste­hungs­um­stände des Films „Natasha“.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

„Heimat Fremde Heimat“ am 29. April

April 29th, 2018  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Heimat Fremde HeimatStefan Lenglinger präsentiert im ORF-Magazin „Hei­mat Frem­de Heimat“ in ORF 2 (online ansehen) u.a. fol­gen­de Beiträge:

Roma und Europa – Die unendliche Geschichte der Dis­kri­mi­nie­rung

Es ist die Zeit der Utopien, auch für die europäi­schen Roma: Die jenische Schrift­stel­le­rin Simone Schönett the­ma­ti­siert in ihrem Roman die Idee eines ei­ge­nen eu­ro­pä­i­schen Roma-Staates, je­doch ohne Land. Das Berli­ner Maxim-Gor­ki-The­ater pro­vo­ziert die­ser Tage mit dem Stück „Roma-Armee“, das nach einer Idee der be­iden Wiener Rom­ni­ja Sandra und Simonida Selimović ent­stan­den ist. Nicht mit Waffen, aber mit Kunst wol­le man gegen die nicht enden wol­len­de Diskri­mi­nie­rung an­kämpfen, so die Haupt­dar­stel­le­rin Sandra Seli­mo­vić. Die öster­rei­chi­schen Volks­grup­pen­ver­tre­ter for­dern einen euro­päi­schen gesetz­li­chen Rahmen, der Anti­ziganis­mus unter Strafe stellt und einen euro­päi­schen Kom­mis­sar, der sich für die Be­lange der größ­ten euro­päi­schen Volks­gruppe ein­setzt. Sabina Zwitter be­rich­tet.

Roma-Literatur – Was ist das eigentlich?

Immer wieder werden Roma als ungebildetes, nicht litera­ri­sches Volk stig­ma­ti­siert. Viel­mehr wur­den aber die Weis­heiten, Erin­ne­run­gen und Er­zählun­gen bei den Roma münd­lich über­liefert. Dabei diente ihnen ihre Sprache in Zei­ten der Ver­fol­gung als Schutz, den sie logi­scher­weise nicht auf­geben woll­ten. Mit der Kodi­fi­zie­rung des Romani in Österreich setz­te die öster­rei­chi­sche Volks­gruppe ein Signal der Öff­nung, aber auch litera­ri­sche Zeichen. „Was ist Roma-Li­te­ra­tur? Ist es Literatur, die in Ro­ma­ni ge­schrie­ben wur­de, oder Litera­tur, die von Roma ge­schrie­ben wurde? Oder viel­leicht Litera­tur, die sich mit Roma-Themen aus­einan­der­setzt? Diese Fragen be­ant­worten die Schrift­steller und Brü­der Samuel und Károly Mágó sowie die Lite­ra­tur­wis­sen­schafte­rin Katharina Janoska. Ein Beitrag von Sabina Zwitter.

(Text: ORF, Programmankündigung)

Soldaţii. Poveste din Ferentari

April 22nd, 2018  |  Published in Film & Theater

Eine Liebe in Rumänien: Soldatii-Poveste-din-Ferentari_Soldiers-A-Story-from-Ferentari (Foto: Crossing Europe 2018)Soldiers. A Story from Ferentari

Spielfilm von Ivana Mladenović
119 min., Rumänien / Serbien / Belgien 2017

Crossing Europe: 25.4. & 26.4.2018

Der 40-jährige Anthropologe Adi wurde gera­de von sei­ner Freun­din ver­lassen. Nun zieht er nach Ferentari, be­rüch­tigt als de­sola­tes­tes Vier­tel Bukarests, um an einer Studie über Manele­musik zu schrei­ben. Diese Pop­musik dient in der Roma-Com­mu­nity man­chen als Aus­weg, vor al­lem aber ist es ein weite­rer Trick für Mafio­si, um ihre Musiker aus­zu­neh­men und sie in skla­ven­arti­gen Um­stän­den zu hal­ten. Der Rom Alberto, ein Ex-Häft­ling und Bär von einem Mann, ver­spricht Adi bei seiner Re­cher­che zu hel­fen. Aus der Arbeits­freund­schaft ent­wickelt sich eine Ro­manze, die all­mäh­lich zu ech­ter Liebe wird: eine mo­der­ne Romeo-und-Ju­lia-Ge­schich­te vom Ran­de Bu­ka­rests.

Ivana Mladenović:
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ARTE: Ein Dirigent und sein Traum

März 24th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Musik, Radio, Podcast & TV

Riccardo Sahiti und sein Orchester (Foto: Programmankündigung rbb)Die Roma-und-Sinti-Philharmoniker

Ein Film von Margarete Kreuzer

ARTE, 24.3.2018 (Erstsendung: 25.1.2015)
➔verfügbar bis 30.3.2018

Es ist ein besonderes Symphonieorchester: Alle Mit­glie­der sind Sinti oder Roma, und alle sind Profis – klassisch aus­gebil­dete Musiker, die in Berufs­orches­tern in ganz Europa spie­len. So oft wie mög­lich finden sie zusam­men, um als Bot­schafter ihres Volkes ge­gen Klischees, Vertrei­bung und Ver­gessen anzu­spie­len. Ein Porträt eines un­gewöhn­li­chen Orchesters und sei­ner Mit­glieder.

Die Dokumentation begleitet das Orchester wäh­rend der Vorberei­tun­gen zu einem Konzert und ver­lässt mit einzel­nen Musikern immer wieder den musika­li­schen Kosmos, um einen Einblick ihr priva­tes Leben zu gewinnen. Im Mittel­punkt des Films steht der Dirigent Riccardo Sahiti, Gründer des Orches­ters und sein leiden­schaft­li­cher Spiritus Rector.

Sein Traum: Er möchte die „Roma und Sinti Philharmoniker“ zu einer festen Institution machen, um nicht länger um ihre Existenz ban­gen zu müssen. Ob Aus­wärtiges Amt, Zentral­rat deutscher Sinti und Roma oder Euro­päi­sches Parlament – Riccardo Sahiti, un­frei­willig auch Manager des Orches­ters, spricht überall vor. Der Film beglei­tet ihn aber auch auf einer sehr emotiona­len Reise in seine Heimat, den Kosovo, wo er Krieg und Vertreibung er­lebt hat. Read the rest of this entry »

Filminstallation »Roma Helden 1956«

März 6th, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma im Ungarn-Aufstand 1956Kurzfilmabend in Heidelberg
Dienstag, 13.03.2018 18:00 Uhr
Dokumentations- und Kul­tur­zentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 2, Heidelberg

Ankündigung des Dokumentations- und Kulturzentrums:

Binnen weniger Stunden entwickelte sich am 23. Okto­ber 1956 aus einer De­monstra­tion von Stu­die­ren­den in Budapest der Ungarische Volksaufstand. Das Auf­be­geh­ren der Men­schen wur­de in den fol­gen­den Ta­gen und Wo­chen mit be­son­de­rer Härte nieder­ge­schla­gen. Zahl­rei­che Men­schen wur­den hin­ge­rich­tet, zehn­tau­sende wur­den in Inter­nie­rungs­lager oder Ge­fäng­nis­se ver­schleppt, 200.000 Men­schen ver­lie­ßen ihre Heimat. Auch für zahl­rei­che Roma war es selbst­ver­ständ­lich, sich dem Frei­heits­kampf an­zu­schlie­ßen, als sie den legen­dä­ren Aufruf der Revolution hör­ten: „Wer Ungar ist, hält mit!“

Beim Kurzfilmabend führen wir im Ge­spräch mit den Be­su­cher/in­nen durch die Film­installa­tion „Roma Helden 1956“. Sie weist auf die Betei­li­gung dieser Men­schen hin und gibt ihnen ein Ge­sicht: In kur­zen Filmen wer­den die Geschich­ten von Gyula Dandos, Gabor Dilinko, Istvan Fatyol, Csanyi Sandor und Ilonka Szabo er­zählt.

(www.sintiundroma.de)

Berlinale 2018: Genezis

März 5th, 2018  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Spielfilm von Árpád Bogdán (Ungarn 2018, 120 min)
Mit Milán Csordás, Anna Marie Cseh, Enikő Anna Illési

Betrunkene Rassisten überfallen nachts eine Roma-Siedlung, wer­fen Brandsätze, schie­ßen auf flie­hen­de Fa­mi­lien. Dabei wird die Mutter des neun­jähri­gen Ricsi getötet. Weil sein Vater wegen einer Baga­telle für zwei Jahre im Gefäng­nis sitzt, kommt der völlig ver­störte Junge zu den Groß­eltern. Die har­mo­ni­sche Welt sei­ner Kindheit ist zer­stört und er sucht ver­zwei­felt nach Halt in der neuen Situa­tion. Die Gym­na­sias­tin und leiden­schaft­li­che Bogen­schützin Virág ahnt, dass ihr Freund Misi in die Attacke auf das Roma-Dorf ver­wickelt sein könn­te. Als ihre Ah­nung zur Gewiss­heit wird, gerät sie in einen tie­fen Gefühls­kon­flikt und trifft eine fol­gen­rei­che Ent­schei­dung. Read the rest of this entry »

Nazif Mujić gestorben

Februar 19th, 2018  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater

Preisträger der Berlinale 2013 (Foto: Berlinale)Nazif Mujić, Preisträger der Berlinale 2013, ist am Sonn­tag in sei­nem nord­bos­ni­schen Hei­mat­ort im Al­ter von 48 Jah­ren ge­stor­ben.

Mit seiner Familie spielte Mujić in dem semi­doku­men­ta­ri­schen Film „Aus dem Leben eines Schrott­samm­lers“ („Epi­zo­da u životu berača željeza“) eine Epi­sode aus seinem Leben und wurde dafür mit dem Silbernen Bären als Bes­ter Dar­steller aus­ge­zeich­net. Noch im selben Jahr suchte der bos­ni­sche Rom, unter­stützt von der Berlinale-Lei­tung, in Deutsch­land um Asyl an. 2014 wurde der An­trag je­doch ab­ge­wie­sen. Nazif Mujić war bereits seit län­ge­rem krank und lebte in Armut. Erst kürz­lich ver­kaufte er aus Geld­man­gel seinen Silbernen Bären.

(dROMa)

Siehe auch:
SWR2: Nazif und der silberne Bär, 13.2.2018
„Berlinale-star“ i rupuni medva biknel, 26.1.2017
Berlinale-Star vor Abschiebung, 26.1.2014
Berlinale: Das Leben der vier Mujićs, 15.2.2013

Hinweis: Gratisfilm „Desert Inspiration“

Februar 16th, 2018  |  Published in Film & Theater, Internet & Blogothek, Musik

Flimmit-Gratisfilm der WocheDokumentarfilm von Robert Krieg & Monika Nolte
57 Min., D 2015 (DVD erschienen bei W-Film)

Der Dokumentarfilm (mehr hier) ist derzeit noch auf dem öster­rei­chi­schen Streaming­portal Flimmit.at als „Gratisfilm der Woche“ zu sehen. Kosten­lose An­mel­dung genügt. Auf der Website von Lulo Reinhardt, dem Pro­ta­go­nis­ten des Films, heißt es über „Desert Inspi­ra­tion“:

An einem faszinierenden Ort, in einem schönen, ganz aus Lehm erbau­ten Tighremt bei Agdz, einer kleinen Oasen­stadt im Süd­os­ten Marokkos, hat sich seit 2007 ein un­gewöhn­li­ches Musikfest entvwickelt . Unter dem Motto „Trefft Euch!“ spie­len an zwei Tagen Musiker aus Europa mit Ver­tre­tern der Musik der Berber zu­sam­men. Der Höhe­punkt ist die Fusion der aus Europa mit­ge­brach­ten Musik mit dem Rhythmus der Awash-In­ter­preten, die in ihren Gesängen und Tänzen die ur­sprüng­liche Einheit des Men­schen mit der Natur und dem Kos­mos be­schwö­ren.

An diesem Ort, dem Tor zur grenzenlosen Wüste, wird die Relati­vität und End­lich­keit mensch­li­cher Exis­tenz beson­ders spürbar. In der Oase begeg­nen sich drei Men­schen, denen die Her­kunft aus einer noma­di­schen Kultur gemein­sam ist: Der Sinto Lulo Reinhardt, der Berber Cherif El Hamri und die ju­gend­li­che Berberin Fati Ait el Caid. Lulo ver­bindet seine von Sinti Swing, Rumba, Blues und Flamenco inspi­rier­ten Kom­posi­tio­nen mit den hypno­tischen und repe­te­tivven Klängen der Berber-Musik, die in Cherif El Hamri einen ihrer über­zeu­gends­ten Ver­treter ge­fun­den hat. Fati über­setzt für die beiden, wo die univer­sale Sprache der Musik zur Ver­ständi­gung nicht aus­reicht. Read the rest of this entry »

SWR2: Nazif und der silberne Bär

Februar 13th, 2018  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Familie Mujic (Foto: swr.de)SWR2 Feature: Nazif und der silberne Bär – Vom kurzen Ruhm eines Rom

Einstündige Sendefassung der gleich­na­mi­gen Podcast-Se­rie von Zoran Solomun

Sendung vom 14.2.2018, 22:03 Uhr | Die Serie „Nazif und der sil­ber­ne Bär“ kön­nen Sie auch in der ARD Audio­thek App oder als Podcast hö­ren.

Nazif Mujić ist ein Rom aus Ostbosnien, der von Altmetall lebt, das er sam­melt und wei­ter­ver­kauft. Im Winter 2011 er­war­ten er und seine Frau Senada ihr drit­tes Kind. Als es plötz­lich im Mutter­leib stirbt, än­dert sich ihre Leben dra­ma­tisch. Sie haben weder eine Kranken­ver­si­che­rung noch ge­nü­gend Bargeld, um die nöti­ge Operation zu be­zah­len. Mit einem ille­galen Trick ge­lingt es erst im letz­ten Moment, ihr Leben zu retten.

Der be­rühmte bosnische Filmregisseur und Oscar-Ge­win­ner Danis Tanović er­fährt von ihrer Ge­schichte und ver­filmt sie mit Nazif und Senada, die sich selbst spie­len, in den Haupt­rollen. Der halb­dokumen­ta­ri­sche Film wird zu einem Rie­sen­erfolg: Auf der Berlinale 2013 er­hält Tanović den Großen Preis der Jury und Nazif Mujić den Silber­nen Bären als bes­ter Dar­steller. Nazif und Senada hof­fen, dass sich ihr Leben nun zum Bes­se­ren wen­den wird.

(SWR2 Programminfo)

Auf Spurensuche in Marzahn

Januar 30th, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Die Theaterperformance »Rastplatz Marzahn«, eine auf Zeit­zeugen­erin­ne­run­gen basie­rende Re­konstruk­tion des Zwangslagers für Sinti und Roma in Mar­zahn-Hel­lers­dorf, feierte im Ok­tober Pre­miere. Am Mitt­woch wird das Stück im Rahmen des Jugend­forums „denk!mal“ im Berliner Ab­ge­ord­ne­ten­haus erst­mals einem breite­ren Publi­kum vor­ge­stellt.


„Es hat furchtbar gestunken. Normaler­weise hätten wir uns an einem sol­chen Ort nie auf­ge­halten, schon allein wegen un­se­rer Gesetze nicht, die das ver­bieten. Wir wur­den aber zwangs­weise dort ab­ge­stellt.“ (Otto Rosenberg)

Heute ein unscheinbarer Ort zwischen Hoch­häu­sern und S-Bahn­geleisen in Mar­zahn-Hel­lers­dorf. Von 1936 bis 1945 be­fand sich an dieser Stelle ein Sammel­lager für Sinti und Roma. Die Ver­schleppung und Fest­setzung der Volks­gruppe auf die­sem Platz war der erste Schritt zu ihrer syste­ma­ti­schen Ver­fol­gung und Ver­nichtung. Für die mediale Theater­performance hat sich das Ensemble aus jun­gen Men­schen und Schau­spie­ler*innen hier auf die Spuren­suche nach der Geschichte des „Rast­platz Marzahn“ be­ge­ben. Read the rest of this entry »

Django – Ein Leben für die Musik (Trailer)

Januar 28th, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik

Django – Ein Leben für die Musik
Spielfilm von Étienne Comar, Frankreich 2017, 115 Min.

Frankreich, 1943. Der begnadete Jazzgitarrist Django Reinhardt ist auf dem Gipfel sei­nes Er­fol­ges. Abend für Abend spielt er in aus­ver­kauf­ten Sälen und be­geis­tert das Publikum mit sei­nem Gypsy-Swing, einer Musik voller Lebens­lust und Witz, der sich auch die deutschen Besatzer nicht ent­ziehen kön­nen. Wäh­rend andere Sinti in ganz Europa ver­folgt werden, kann sich Django auf­grund seiner Popularität in Si­cher­heit wiegen – bis ihn die National­sozia­lis­ten auf Tournee nach Deutschland schicken wol­len. Django wei­gert sich. Seine Pariser Ge­liebte hilft ihm, mit seiner schwan­ge­ren Frau und seiner Mutter an der Schweizer Grenze unter­zu­tauchen. Read the rest of this entry »

„Django – Jek dschivipe la muschikake“

Januar 17th, 2018  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik

Django FilmplakatO nacis ando Pariser koncertakero kher lo­schane use pu­men mici­nen, na dur niko buter upro padi be­schel. Le svingis­tar la gita­ra­tar niko nasch­tig pe tschil. Mirno o Reinhardt le dsche­nen use peste cidel taj jeke tikne asaji­peha ov pal pe cidel upral i bühne. Parasch­tun o „Django – Ein Leben für die Musik“ an­do kino te dikel hi.

Ada leskero drama hi, le barikane gitarististar taj band­lea­deris­tar, savo ojs pijonir le euro­pi­tike jazzis­tar prin­dschardo hi. O film le fran­ci­ti­ke Etienne Comaristar phral i 67. Berlinale an­do feberi. O „Django“ khelel pe andi ande limi Francija 1943 taj phu­tschel pe palo fali­ke­ripe le Sinti muschi­kas­tostar Reinhardt uso naci, save leske ando Paris nisch­ta na kerde. Le avre Sinti taj Romen ham trad­nahi taj mur­dar­nahi. Avre ala­venca: Schaj jek kinst­leri kompro­mis­tscha le ben­geha ande dschal, te les­keri kunst va­schoda schaj atschel? O Reinhardt (Reda Kateb) phe­nel upro phutscha­jipe ande jek les­kere vake­ri­pen­dar pra piran­jaha Louise (Cécile de France): „Me muschi­ka­schi som. Me muschi­ka kerav, ada lek feder dscha­nav. Ko mre use schu­nasch­tscha hi, nan mro proble­mo.“

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