Berlinale 2018: Genezis

März 5th, 2018  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Spielfilm von Árpád Bogdán (Ungarn 2018, 120 min)
Mit Milán Csordás, Anna Marie Cseh, Enikő Anna Illési

Betrunkene Rassisten überfallen nachts eine Roma-Siedlung, wer­fen Brandsätze, schie­ßen auf flie­hen­de Fa­mi­lien. Dabei wird die Mutter des neun­jähri­gen Ricsi getötet. Weil sein Vater wegen einer Baga­telle für zwei Jahre im Gefäng­nis sitzt, kommt der völlig ver­störte Junge zu den Groß­eltern. Die har­mo­ni­sche Welt sei­ner Kindheit ist zer­stört und er sucht ver­zwei­felt nach Halt in der neuen Situa­tion. Die Gym­na­sias­tin und leiden­schaft­li­che Bogen­schützin Virág ahnt, dass ihr Freund Misi in die Attacke auf das Roma-Dorf ver­wickelt sein könn­te. Als ihre Ah­nung zur Gewiss­heit wird, gerät sie in einen tie­fen Gefühls­kon­flikt und trifft eine fol­gen­rei­che Ent­schei­dung. Die erfolgs­ver­wöhn­te Anwältin Hanna wird als Misis Ver­tei­di­ge­rin be­stellt. Mora­li­sche Fragen und ihre eige­ne Ver­gan­gen­heit zwin­gen sie, Wei­chen für die Zu­kunft zu stel­len. Hinter­grund der drei mit­einan­der ver­bun­de­nen, bild­ge­wal­tig er­zähl­ten Geschichten sind An­grif­fe ungarischer Neonazis auf Ro­ma-Dör­fer in den Jah­ren 2008 und 2009, bei denen sechs Men­schen ge­tötet wur­den. (www.berlinale.de)

Der Regisseur Árpád Bogdán hat selbst Roma-Hintergrund. Sein Lang­spiel­film­debüt Happy New Life (Boldog új ölet) feier­te 2007 im Ber­li­na­le-Pa­nora­ma Pre­miere.

Einige Pressestimmen zu Genezis:
www.perlentaucher.de
fastforward-magazine.de
orf.at

Comments are closed.