Geschichte & Gedenken

„Sinti und Roma. Eine deutsche Geschichte“

Juli 27th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Marianne Rosenberg (Foto:ZDF/Heinz Wieseler)Als „Zigeuner“ beschimpft, verfolgt, von den Nazis er­mor­det und aus­ge­grenzt bis heute:

ZDF-History: Sinti und Roma. Eine deutsche Geschichte“ blickt am Sonn­tag, 28. Juli 2019, 23.45 Uhr, an­hand be­we­gen­der Lebens­läufe auf die Ge­schich­te der Sinti und Ro­ma in Deutschland.

Der Film von Annette von der Heyde erzählt unter ande­rem vom Vater der Sänge­rin Marianne Rosenberg. Im Mai 1944 kämpfte er in Auschwitz mit im Auf­stand ge­gen die SS, über­lebte und hielt seine Kinder an, ihre Her­kunft bes­ser zu ver­schwei­gen. Dotschy Reinhardt er­zählt als junge Ver­trete­rin der gro­ßen Musiker­dy­nas­tie Reinhardt vom Schick­sal ihrer Fa­mi­lie. Rita Vowe-Trollmann er­in­nert an ih­ren Vater, den Boxer „Rukeli“, dem die Nazis den Meis­ter­titel ein­fach ab­erkann­ten – we­gen „un­deut­schen Boxens“. Romani Rose be­richtet von sei­nem Vater Oskar, der ver­geb­lich beim Münch­ner Kardinal Faulhaber um Hilfe für sein Volk bat. Der Musiker Janko Lauenberger er­in­nert an seine Ver­wandte Erna. „Ede und Unku“ heißt das Buch über sie, das in der DDR Schul­lek­türe war. Die Doku­men­ta­tion zeigt auch, wie Sinti und Roma nach dem Krieg für Ent­schä­di­gung und An­erken­nung kämpf­ten, und dass Anti­ziganis­mus noch im­mer weit ver­breitet ist.

Auszüge aus den Interviews

Read the rest of this entry »

Symposium zum Roma-Genozid

Juli 24th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Tagung zum Roma-Holocaust im Studienzentrum in Dachau (Foto: Max-Mannheimer-Studienzentrum, Dachau)Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte 2019

Sinti und Roma: Der nationalsozialis­tische Völker­mord in his­to­ri­scher und ge­sell­schafts­poli­ti­scher Per­spektive

25./26. Oktober 2019
Max-Mannheimer-Haus, Dachau

→zum Veranstaltungsprogramm (pdf)
|
Anmeldung bis zum 5.10.2019 auf www.mmsz-dachau.de

Der Völkermord an den Sinti und Roma erfuhr erst eine öffentl­ich weit­hin sicht­bare An­erken­nung, als 2012 in Berlin das zentra­le Denkmal für diese Opfer­gruppe ge­schaf­fen wur­de. Noch bis weit in die 1970er Jahre war die Be­haup­tung gang und gäbe, die Ver­folgung der Min­der­heit und selbst die De­portatio­nen in das Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau seien keine rassen­po­li­tisch mo­ti­vier­ten Maß­nahmen des natio­nal­sozia­lis­ti­schen Re­gimes ge­wesen.

Dachau ist in Bezug auf den Völkermord und seine Nach­geschichte ein zentraler Ort: Ab 1938 waren gro­ße Gruppen von Sinti und Roma im Kon­zentra­tions­lager in­haf­tiert und ins­be­son­de­re den Medizin­verbrechen aus­gesetzt. In der KZ-Ge­denk­stätte fand 1980 ein Hungerstreik statt, der wie die im Jahr zu­vor von der Bürger­rechts­be­we­gung deutscher Sinti und Roma in der KZ-Ge­denk­stätte Bergen-Belsen durch­ge­führte Gedenk­kund­gebung zu einer Wende in der Wahr­neh­mung des Völkermordes bei­trug. Auf­merk­sam­keit erregte schließ­lich 1993 der Pro­test gegen die staat­liche Ab­schie­bung von Roma, dessen Schau­platz er­neut die KZ-Ge­denk­stätte Dachau war.

Das Dachauer Symposium wendet sich der Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit zu. Ge­fragt wird ferner nach den Kon­tinui­tä­ten und Brüchen nach 1945. Anti­ziganis­ti­sche Ein­stellun­gen ha­ben nicht nur das Leben der Überlebenden und de­ren Nachkommen über­schat­tet, son­dern er­schwe­ren bis heute auch die Bildungs­arbeit. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (232)

Juli 19th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ab dem 15. Jh. wur­den Ro­ma oft als Ägyp­ter (in der Fol­ge: gyp­sies, gi­ta­nos) be­zeich­net. Dies geht verm. auf die Roma­sied­lung Gyp­pe (Klein-Ä­gyp­ten) auf dem Pe­lo­pon­nes zu­rück.

(Quelle/pdf)

Neuerlicher Angriff auf Berliner Mahnmal

Juli 15th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Die Glasplatten des Roma-Holocaust-Denkmals in Berlin (Foto: Wikimedia)Glasdenkmal für ermordete Sinti und Roma in Berlin erneut beschädigt

Das Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Roma und Sinti in Berlin wur­de aber­mals von Un­be­kann­ten ge­schändet – be­reits zum zwei­ten Mal, und das inner­halb weni­ger Tage (und nur kurz vor dem be­vor­ste­hen­den 75. Jahres­tag des Massen­mor­des an­läss­lich der Auf­lösung des so­ge­nann­ten „Zigeuner­lagers“ in Auschwitz-Bir­kenau am 2. August). Die An­zeige des neuer­li­chen Vor­fall ging laut Polizei­anga­ben schon am Don­ners­tag über die Internet­wache ein. In beiden Fäl­len wurden die zum Denkmal ge­hö­renden Glas­platten mit einem spitzen Gegen­stand zer­kratzt. Über die Hinter­gründe der bei­den Taten liegen der Polizei nach eige­nen An­gaben der­zeit noch keine näheren Informa­tio­nen vor. In den Presse­meldun­gen ist von „Vandalis­mus“ die Rede. Der Sen­der „rbb24“ be­rich­tet, dass der Staats­schutz des Landes­kriminal­amtes nicht von einem politi­schen Motiv aus­gehe, weil die Kratz­spuren keinen Schrift­zug er­kennen lie­ßen. Read the rest of this entry »

Roma-Holocaust-Denkmal geschändet

Juli 12th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Mit Bestürzung reagiert der Vorsitzende des Zen­tralrats Deut­scher Sinti und Roma auf die Schändung des Denk­mals für die er­mor­deten Sinti und Roma Europas in Berlin. Un­bekann­te Täter hat­ten ein gro­ßes «A» in eine Glas­scheibe der Gedenk­stätte am Simson­weg im Großen Tier­gar­ten geritzt.

„Es ist sicher kein Zufall, dass wenige Wochen vor dem 75. Jahres­tag der Auf­lösung des so­ge­nannten „Zi­geuner­lagers“ B IIe in Auschwitz-Bir­kenau am 2. Au­gust jetzt schon Rechts­extre­misten und krank­hafte Natio­na­lis­ten Anschläge auf Gedenk­orte vor­nehmen. Sinti und Roma sind in Deutschland und in Europa einem zu­neh­mend gewalt­berei­ten Rassismus aus­ge­setzt, der im­mer wieder auch von staat­li­cher Seite – wie noto­risch bei­spiels­weise vom italie­ni­schen Innen­minister Salvini – an­geheizt und ge­recht­fer­tigt wird. Der aggres­sive Anti­ziganis­mus rich­tet sich zuerst ge­gen Sinti und Roma, aber im Kern gegen unsere Demo­kratie und un­seren Rechts­staat“, so Romani Rose, der Vor­sit­zende des Zentral­rates. Der Zentralrat be­grüßt, dass um­gehend der zu­stän­dige Staats­schutz des LKA Berlin die Er­mittlungen über­nom­men hat.

Das Denkmal, in unmittelbarer Nähe zum Deutschen Bundestag ge­le­gen, war 2012 im Bei­sein von Bundes­prä­si­dent Joachim Gauck und Bun­des­kanz­lerin Angela Merkel ein­ge­weiht wor­den.

(Herbert Heuß, Wissenschaftlicher Leiter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma)

Erinnerungsorte für Roma in der Ukraine

Juli 7th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Orte des Roma-Holocausts in der Ukraine: Im Juni 2019 fanden die ersten Einweihungszeremonien an den Erinnerungsorten statt (Foto: erinnerung bewahren) Während der deutsche Besatzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg er­mor­de­ten Ein­satz­grup­pen der SS, Ein­hei­ten der Wehrmacht, der Polizei und loka­ler Hilfs­polizei in der Ukraine zehn­tau­sen­de Roma. Lan­ge Zeit fand dieses Kapi­tel des Holocaust in der For­schung nur we­nig Be­ach­tung. In der Er­in­ne­rungs­kultur der Sowjet­union ka­men die Massen­erschießungen von Roma nicht vor. Inspi­riert durch die Or­gani­sat­ion „Yahad-In Unum“, die es sich zur Auf­gabe ge­macht hat, alle Orte der Massen­er­schie­ßun­gen von Juden und Roma in Osteuropa zu iden­ti­fi­zieren, be­gann 2010 das American Jewish Committee Berlin an den ver­nach­lässig­ten Massen­gräbern würdi­ge Gedenkorte ein­zu­rich­ten. Das deut­sche Auswärtige Amt för­derte das Pro­jekt, das mitt­ler­weile als „Erinnerung bewahren“ von der Stif­tung Denkmal für die er­mor­deten Juden in Europa weiter­ge­führt wird.

Am 18. Und 19. Juni wurden in der Ukraine im Gebiet Shytomyr die ers­ten drei Ge­denk­orte für Roma der Öffent­lich­keit über­geben. Die Ein­weihungen fand unter Beteili­gung des Vor­sit­zen­den des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, statt. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (224)

Juni 14th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im Rahmen des grie­chisch-tür­ki­schen Be­völ­ke­rungs­aus­tauschs 1923 muss­ten auch zahl­rei­che Ro­ma aus Thes­sa­lo­ni­ki ih­re Hei­mat ver­las­sen.

(Quelle)

Mahnwachen nach Angriff auf NS-Opferporträts

Mai 30th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

"Menschen kommen und nähen die Portraits zusammen. Sie bewachen bei strömendem Regen die Bilder der Ausstellung." (Foto: Klaus Schwertner/Twitter) Ausstellung „Gegen das Vergessen“ in Wien – Porträt­fotos von NS-Ver­folg­ten des zer­schnit­ten. Frei­willige ha­ben spontan Mahn­wa­chen ein­ge­rich­tet

Ö1: Auf der Wiener Ringstraße sind Teile ei­ner Ausstellung zur Er­in­nerung an die Opfer der NS-Gräuel be­reits zum drit­ten Mal be­schädigt wor­den. Frei­willige nähten die zer­schnitte­nen Porträts der Über­leben­den wieder zu­sammen und halten nun Mahn­wache. (Mehr hier: https://oe1.orf.at/player/20190529/553902)

Stellungnahme von _erinnern.at_ zum Vorfall: _erinnern.at_ ver­urteilt aufs schärfs­te den Van­dalis­mus an den Portraits von Ver­folg­ten des National­sozia­lis­mus, die in der Ausstel­lung von Luigi Toscano auf der Wiener Ring­straße ge­zeigt wer­den. Es ist eine Schande und eine Scham, dass Zeit­zeuginnen und Zeit­zeugen der­artig in Österreich herab­ge­wür­digt werden. Die Über­lebens­geschich­ten der Über­lebenden des Holocaust zu be­wahren und weiter­zu­geben ist uns ein großes An­liegen, durch meh­rere Website­projekte, Un­terrichts­materialien, das Zeit­zeu­gIn­nen-Pro­gramm und durch Ausstel­lungen ver­mitteln wir ihre Geschich­ten an Jugendliche. _erin­nern.at_ wird wei­ter­hin daran ar­beiten die Stimmen der Über­lebenden des NS-Ter­rors, die in Öster­reich lange nicht gehört wur­den, zu ver­stärken.

Die Ausstellung wird nun von mehreren Jugend­organisa­tio­nen bewacht, um weite­re Vandalen­akte vor­zu­beugen. Bundes­prä­sident Van der Bellen, der die Ausstel­lung vor we­ni­gen Wochen er­öffnete, ver­urteilte die Beschä­di­gung schärfste und be­suchte die Aus­stel­lung ein weite­res Mal: „Es macht mich tief be­troffen, dass die Aus­stel­lung ‚Gegen das Verges­sen‘ tlw. brutal zer­stört wurde. Read the rest of this entry »

Michail Krausnick verstorben

Mai 28th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken

Michail Krausnick (1943-2019), Foto: ZentraratMit seinem Tod verlieren die Sinti und Roma in Deutschland ei­nen Freund und Mit­stre­iter, der durch sei­ne Bücher und Dreh­bücher den Opfern und den Über­leben­den des NS-Völker­mordes Erin­nerung und Würde ge­geben hat. Der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma wid­met dem Ver­storbenen und seinem Lebens­werk fol­gende Zeilen:

Michail Krausnick war ein Mensch von ungemeiner Freund­lich­keit und Be­harr­lich­keit, von Be­scheiden­heit und einer be­eindrucken­den Detail­kennt­nis (nicht nur) seiner Stoffe und Themen. Mit seinem Buch „Da woll­ten wir frei sein“, das schon 1983 erst­mals er­schien, gab Michail Krausnick über­haupt erst­mals einer Sinti-Fa­milie, die die NS-Ver­folgun­gen ebenso wie die bundes­deutsche Nach­kriegs­diffa­mie­rung er­fahren hatte, eine Stimme. Mit diesem Buch wurde in der Form der Oral His­tory über die Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager, über den Völkermord und über die be­schä­mende deutsche Nach­kriegs­geschichte di­rekt von einer der vielen betrof­fenen Familien be­richtet. Den nach der Haupt­erzäh­lerin dieses Buches be­nann­ten „Hilde­gard-Lagren­ne-Preis“ der Stadt Mann­heim er­hielt Michail Kraus­nick 2016.

Die ungemeine Empathie und sein Einfühlungs­vermö­gen kenn­zeichnen alle Bücher von Michail Kraus­nick und be­sonders jene, die er mit und über Sinti und Roma schrieb. Für den Zentral­rat schrieb er „Elses Ge­schichte“ auf, die als acht­jähri­ges Mädchen nach Auschwitz de­por­tiert wor­den war und überlebt hatte. Die Ver­folgung von Sinti und Roma waren ein Dauer­thema für Michail Krausnick, zu dem er immer wieder publi­ziert: „Wo sind sie hin­ge­kommen? Der Völker­mord an den Sinti und Roma“ 1995 und „Auf Wieder­sehen im Himmel! Die Ge­schichte der Angela Reinhardt“ 2001. Auf der Basis dieses Buches ent­stand der gleich­namige Film über das Schick­sal der Sinti-Kinder von der St. Josefs­pflege, die zu­erst für rassen­hygieni­sche Versuche miss­braucht und dann nach Auschwitz-Bir­kenau de­portiert und dort er­mordet wurden.

Read the rest of this entry »

„Alle haben sie weggebracht“

Mai 27th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Peter Horvath war 1939 sechs Jahre alt. Er lebte mit seinen Eltern und seinem Bruder in einem klei­nen Haus in der Roma­siedlung in Jois (Be­zirk Neusiedl am See). Sein Vater war kurz zuvor aus der Wehrmacht ent­las­sen worden, ob­wohl er bereits eine höhere Po­sition inne­hatte. Da es dazu keinen Anlass ge­geben hatte, be­fürch­tete er das Schlimmste für sich und seine Familie. Er sollte Recht be­halten: „Im 39er Jahr, wie der Hitler ge­kommen ist, haben sie meine Mutter und meinen Bruder ab­geholt und sie haben sie weg­gebracht. Sie sind nach Auschwitz ge­kommen. Die SA ist in der Nacht ge­kommen, da kann ich mich noch gut er­innern, und hat alle zu­sammen­getrie­ben und weg­ge­bracht. Sie sind zu­erst nach Wien ge­kom­men, und von der Elisa­beth­pro­menade aus sind dann alle mit dem Trans­port in die KZs gebracht wor­den. Und meine Mutter und mein Bruder waren in meh­reren Lagern, und zum Schluss ka­men sie nach Auschwitz. Am An­fang waren sie in Ravensbrück, und von dort dann nach Auschwitz. Und mein Vater und ich sind davon­gekom­men, das war unser Glück. Read the rest of this entry »

Ritzing enthüllt Mahnmal

Mai 25th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Am Sonntag den 19. Mai 2019 wurde ein Denkmal in der Ge­mein­de Ritzing (Be­zirk Ober­pullen­dorf, Bur­gen­land) für die 21 Opfer des Natio­nal­sozia­lis­mus, 18 da­von waren Roma und drei Eutha­nasie­opfer, ent­hüllt und der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht.

Der Historiker Herbert Brettl und der Künst­ler Christian Gmei­ner wa­ren die Haupt­initia­to­ren dieses künstle­ri­schen Mahnmals. Eine Beton­säule, die die Namen der Opfer trägt, ragt nun neben dem Friedhof in Ritzing aus dem Bo­den und er­innert an die im National­sozialis­mus ermor­de­ten Ein­heimi­schen. Um die Säule sind Beton­kreise an­geord­net, in denen sich Ritzin­ger und An­gehö­rige der Volks­gruppe der Roma mit ihren Fuß­ab­drücken ver­ewig­ten und somit eben­falls ein Zeichen gegen das Ver­gessen setz­ten. Der Künst­ler Christian Gmeiner, des­sen Vater aus Ritzing stamm­te, war es ein beson­deres An­liegen, diesen mehr­schichti­gen symbo­li­schen Charak­ter des Denkmals her­vor­zu­heben.

Der Histori­ker Brettl hat es sich schon seit vielen Jahren zum Ziel ge­macht, die lan­ge ver­drängte und ver­gessene Ge­schichte der Roma im Burgenland auf­zu­arbeiten und sicht­bar zu machen. Dieses Auf­arbei­ten führte in der Ver­gangen­heit schon zu der Er­rich­tung eini­ger Denk- und Mahn­mäler für Roma und Sinti in den Ge­mein­den des Bur­gen­landes. Auch in Ritzing er­forsch­te er die Geschichte der drei Roma-Fa­milien, die vor dem National­sozialis­mus im Ort an­sässig waren. Nach­dem der Vor­schlag für ein Mahnmal im Ge­meinde­rat ein­gereicht wurde, gab es sofort die Zu­stim­mung des Bürger­meis­ters und der Mit­glieder aller Frak­tio­nen. Read the rest of this entry »

RomaRespect #28: Früher in Dresden

April 2nd, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #28: Geschichte der Sinti und Roma in Dresden

Sendung vom 20.3.2019: Wie erging es eigent­lich Sinti und Roma frü­her in Sachsen? Wie wur­den sie be­han­delt oder auch von Insti­tu­tio­nen dis­krimi­niert? Warum? In­wie­fern ha­ben sie sich da­ge­gen gewehrt? Wer hat sich mit ihnen solidarisiert? Und das in wel­cher Form? Was hat eigent­lich die Ge­schich­te der Sinti und Roma mit der Ent­stehung und Ent­wick­lung des Kapitalismus zu tun? Und was hat das Gan­ze mit der Gegen­wart, dem Hier und Jetzt zu tun?

Die Historikerin Claudia Pawlowitsch hat sich in Archive begeben und nach Ant­wor­ten auf diese Fra­gen ge­sucht – aus einer soli­da­ri­schen Posi­tion mit Sinti und Sin­tez­ze, Roma und Romnja.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Illustrierte Wochenpost, 3. März 1939

März 11th, 2019  |  Published in Fundstücke, Geschichte & Gedenken, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Artikel 1939Vom Wort zur Tat: Von der Medien­hetze ge­gen „Zigeu­ner“ war es nur noch ein klei­­ner Schritt zum Roma-Ho­lo­caust.

Vor (fast) exakt 80 Jahren, am 3. März 1939, ver­öffent­lich­te die Wiener Wo­chen­zei­tung „Il­lustrierte Wochen­post“, Nr. 9, S. 8, unter dem Ti­tel „Zigeuner – die große Landplage“ einen ganz­seiti­gen Artikel über die öster­rei­chi­schen Roma. Von dieser ras­sisti­schen Hetze, die an einen jahr­zehnte­lan­gen me­dia­len Diskurs an­knüpf­te, war es jetzt nur mehr ein klei­ner Schritt zum Holocaust. Etwa neun Zehn­tel der Roma des Bur­gen­landes wurden kurz darauf depor­tiert und er­mordet.

„Die Zigeunerfrage, die bisher im Altreich eine rela­tiv un­bedeu­tende Rolle ge­spielt hat, ist in der Ostmark ein bren­nen­des Problem“, heißt es in dem Artikel. „Und zwar ein Problem der Rassen­mi­schung so­wohl wie der Krimi­nali­tät.“ Dem Re­por­ter G. Ebert, der an­geb­lich vor Ort im Bur­gen­land recher­chier­te, habe sich „der nach­hal­ti­ge Ein­druck einer kultu­rel­len Ver­kommen­heit und De­gene­ra­tion, die ekel­erre­gend ist“, er­geben – die Tonali­tät des ge­samten Artikels zielt auf Ent­mensch­li­chung ab.

Im Rah­men des Artikels ab­gedruckt ist auch ein Schrei­ben des Bürger­meis­ters von Sankt Margarethen (Be­zirk Ei­sen­stadt-Um­ge­bung). Bürger­meis­ter Unger war offen­bar einer jener zahl­­rei­­chen Scharf­macher auf loka­ler Ebene, wel­che die national­sozia­lis­ti­schen Be­­hör­den zu im­mer radi­ka­le­ren Verfolgungs­maß­nah­men dräng­ten und deren Ver­nichtungs­willen erst so richtig be­feuer­ten. Als Vor­wand dien­ten ein­mal mehr die an­geb­lich hor­renden Fürsorge­kosten, welche die ver­armte Roma­bevöl­ke­rung für die Kom­munen be­deu­­te­te. So gip­felt auch die­ser Arti­kel mit einem ab­schlie­ßenden Ruf nach dras­ti­schen Maß­­nahmen gegen das „arbeits­scheue Parasiten­volk“, das man da „groß­ge­zo­gen“ habe, „nie­man­den (sic!) zu­nutze und al­len zum Scha­den“. „Die Ge­meinden, die Zigeuner be­herber­gen müs­sen, ru­fen nach Lösung der Zigeuner­frage (…)“.

Als dieser Artikel erschien, war bereits die ers­te De­porta­tions­welle an­ge­rollt: Schon 1938 waren 232 öster­rei­chi­sche Roma und Sinti in­haftiert und in Kon­zentra­tions­lager eingewiesen worden. Read the rest of this entry »

Ermittlungen nach Hetze auf KZ-Gelände

März 9th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Screenshot der Website, auf der die Täter Fotos hochgeladen hatten, um mit der Schändung der Gedenkstätte zu prahlen (Foto: Romez.cz)Tschechien: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen rassistischer Plakate in Lety

Radio Praha, 8.3.2019: Die tschechischen Behörden er­mit­teln gegen zwei Männer, die nahe dem ehe­ma­li­gen Roma-KZ in Lety Plakate mit ras­sis­ti­schen Texten auf­ge­stellt hatten (wir berichteten). Ihnen droh­ten bis zu drei Jahre Haft, teilte der zu­stän­dige Staats­anwalt mit. Laut dem Nach­rich­ten­server Romea.cz sollen beide Männer einer rechts­nationalen Ver­eini­gung an­ge­hören. (Anm. der dROMa-Red.: Es han­delt sich um die Grup­pierung „My proti všem“, übersetzt: „Wir gegen alle“). Die Plakate wa­ren im Mai und Juni ver­gan­ge­nen Jahres auf dem Ge­lände der Gedenk­stätte für den Roma-Ho­lo­caust auf­ge­taucht (mehr hier).

Read the rest of this entry »

Frauengeschichten aus der Nachkriegszeit

Februar 25th, 2019  |  Published in Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Fotoausstellung über Sintifamilien im Nachkriegsdeutschland: Hilda Johanna Eckstein (Foto: privat, via mittelhessen.de)„Wie aus der ,Zigeunerin‘ eine ‚Sintezza‘ wu­rde – Frauen­ge­schich­ten aus der Nach­kriegs­zeit“: Aus­stel­lungs­eröff­nung mit der Jazz-Mu­si­ke­rin Dotschy Reinhardt im Rat­haus in Gießen am am 25. Feb­ru­ar um 17 Uhr.

Für die Ausstellung „Wie aus der, Zigeunerin‘ eine ‚Sintez­za‘ wur­de – Frauen­geschich­ten aus der Nach­kriegs­zeit“ haben die in Gießen an­säs­sigen Sinti-Fa­mi­li­en Fischer und Eckstein ihre Foto­alben ge­öff­net. Dabei haben sie ein­drucks­volle Auf­nahmen aus dem Leben von Frauen ent­deckt, die vom 25. Februar bis 8. März von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Rat­haus am Berli­ner Platz prä­sen­tiert wer­den.

Die Verfolgung und der Porajmos – das Wort bedeutet „Ver­schlin­gen“ und steht für den Völker­mord an den Sinti und Roma – im Natio­nal­sozia­lis­mus mar­kieren eine schmerz­hafte Zäsur, wel­che die Zer­störung der Jahr­hun­derte alten Kultur zum Ziel hatte. Die Aus­stel­lung soll zei­gen, dass es für die Über­lebenden wei­ter­ging und dass dies zu einem gro­ßen Teil ein Ver­dienst der Frauen war.

Der Fokus der Ausstellung liegt – das verdeutlicht der Unter­titel – auf „Frauen­geschich­ten in der Nach­kriegs­zeit“. Er­gänzt wird die Schau durch Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zur Geschichte und zum All­tag der Sinti.

Zur Eröffnung am Montag, 25. Februar, kommt die deutsche Jazz-Mu­sike­rin und Auto­rin Dotschy Rein­hardt nach Gießen. Ihre Musik unter­malt die Eröffnung. Read the rest of this entry »

Kemeten erinnert – aber gedenkt nicht

Februar 11th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

"Geschichtsskulptur" statt Gedenkenort in Kemeten (Foto: Horst Horvath, RomaCajtung) RomaCajtung 1/2019: Vorgeschichte: seit vielen Jahren ver­sucht die Roma-Com­mu­nity die Gemein­de Kemeten (Süd­burgenland) dazu zu be­we­gen, sich ihrer histo­ri­schen Ver­ant­wor­tung gegen­über 200 Ver­trie­benen und zum Groß­teil ermor­deten frü­he­ren Ge­mein­de­be­woh­nerIn­nen be­wusst zu wer­den und eine beschei­dene Gedenk­stätte zu er­rich­ten. Über meh­rere Jahre wurden die Roma-Ver­treter mit der Aus­sage hin­gehalten und ver­tröstet, dass auf einer zu errich­ten­den Ge­schichts­skulptur ein ent­spre­chen­des Ele­ment an­gebracht ist.

Der so genannte „Geschichtskreis“ wur­de nun­mehr auf­ge­stellt.

Allerdings: Niemand von den Roma-Ver­tre­terIn­nen wurde zur Eröff­nung ein­geladen und außer einem sehr neutra­len Hinweis auf die ge­schicht­li­chen Fakten ist nichts zu fin­den, was ein Be­dauern oder ein Erin­nern oder ein Gedenken aus­löst.

Natürlich begrüßen die Roma-Vertre­terIn­nen es, wenn öffent­lich auf die Ver­bre­chen der NS-Diktatur hin­gewie­sen wird., Aber eine Gedenkstätte – oder ein Gedenkort – ist diese „Skulp­tur“ ein­deu­tig nicht. Wir hoffen sehr – und appel­lie­ren an die Ge­meinde­ver­tretung – einen be­schei­denen Gedenk­ort an­gesichts der enorm hohen Opfer­zahl (immer­hin wur­den mehr als 10 Pro­zent der dama­ligen Kemet­nerInnen ermordet) zu er­richten.

Andreas Lehner
Vorsitzender der Roma-Volkshochschule Burgenland

Aus: RomaCajtung, 1/2019, S. 5

Siehe auch:
Virtujeli gondolipeskero than Kemetate
, 21.9.2016
Virtueller Gedenkort für Kemeten, 11.9.2016
Kein Ort für Blumen und für Kerzen, 5.9.2011
Kemeten: „Eine Beleidigung für die Toten“, 29.11.2010
Kemeten: „Na anglo völinipe“, 1.4.2010
Die Schande von Kemeten, 31.3.2010


Jahrestag des Roma-Attentats in Oberwart

Februar 4th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika

Anlässlich des 24. Jahrestags des Rohr­bomben­atten­tats vom 4. Febru­ar 1995, bei dem vier Volks­grup­pen­ange­hö­rige der Roma er­mordet wur­den, lud die Roma-Pastoral am Sonn­tag, 3. Febru­ar 2019, um 14.30 Uhr in Ober­wart bei der Gedenk­stätte „Am Anger“ zum jähr­li­chen Geden­ken ein. Erst­mals nahm auch der Diö­ze­san­bischof von Szombathely teil.

Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimms­ten rassis­ti­schen Ver­bre­chen in der Zwei­ten Republik be­gangen: Vier An­ge­hö­ri­ge der Roma, Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wur­den in Ober­wart durch eine Rohr­bombe ge­tötet. Auf der Bombe war ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“ an­ge­bracht. Bei dem Ver­such, dieses Schild zu ent­fernen, explo­dierte die Spreng­falle, die Teil einer rassis­tisch und völkisch mo­ti­vier­ten Anschlag­serie des At­ten­täters Franz Fuchs war. János Székely, Diö­zesan­bischof der Diöze­se Szombathely und Roma-Pas­to­ral-Be­auf­trag­ter der Unga­rischen Bischofs­konferenz, hat die Gedenk­feier mit­zelebriert. Kinder und Jugend­liche aus der Volks­gruppe sowie die Musik­gruppe Romano Rath haben die Gedenk­feier mit­gestal­tet.

Read the rest of this entry »

Sinti-Büro mit Hakenkreuz beschmiert

Januar 31st, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Hakenkreuz während Gedenkstunde - Ermittlungen laufen (Foto: CC-BY-2.0, Wikipedia/Dirk Vorderstraße)Düsseldorf: Hakenkreuz-Schmie­re­rei auf Sinti-und-Ro­ma-Ge­schäfts­stelle wäh­rend Holocaust-Ge­denk­stunde

Während am Sonntagabend anläss­lich des Holocaust-Ge­denk­tags im Düsseldorfer Max­haus der NS-Opfer ge­dacht wur­de, be­schmier­ten un­be­kannte Täter das Außen­schild am Haus des Landes­ver­ban­des der Sinti und Roma Nord­rhein-West­falen in der Kölner Stra­ße mit einem großen Haken­kreuz. Der 1982 ge­grün­dete Landes­verband hat dort auch seine Bera­tungs­stelle. Der Angriff er­eignete sich wäh­rend der Gedenk­ver­anstal­tung, an der auch der Lan­des­ver­band Deutscher Sinti und Roma als Ko­opera­tions­partner betei­ligt war und wo auch der Ver­bands­vor­sitzende Roman Franz eine Gedenk­rede hielt. Der Landes­verband hat Straf­anzeige er­stattet. Der Ver­band sieht den Vorfall als „volks­verhetzen­den Angriff auf Sinti und Roma und eine be­wusste Ver­höhnung der Opfer des natio­nal­sozia­lis­ti­schen Völker­mord­ver­bre­chens“, heißt es in einer Mit­tei­lung. Read the rest of this entry »

Fortbildung „Voices of the Victims“

Januar 30th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Historikerin Karola Fings (Foto: RomArchive)Fortbildungsveranstaltung für Bildungs­arbeit in Berlin: „Voices of the Victims“

1.2.2019, 10:00 – 15:00 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung Berlin
Hardenbergstr. 22-24, 10623 Berlin

Unter dem Titel „Voices of the Victims“ hat die Histori­ke­rin Karola Fings mit einem Team inter­natio­na­ler Ex­pert_innen Quellen zu­sam­men­ge­tragen, die den NS-Völ­kermord an Sinti und Roma zum ersten Mal aus­schließ­lich aus der Sicht der Ver­folgten dar­stellen. Es handelt sich um frühe schrift­liche Quellen von Ver­folgten aus der NS-Zeit und den Jah­ren un­mittel­bar nach 1945 aus 20 ver­schie­de­nen Ländern. Im Rah­men des digitalen Archivs der Sinti und Roma, RomArchive, wur­den diese Quellen Ende Ja­nuar online zu­lgäng­lich ge­lmacht. Im Rahmen unse­rer Fort­bildung stel­len wir diese Quellen­samm­lung vor und wol­len darüber ins Gespräch kom­men, wie der Bestand in der schuli­schen und außer­schuli­schen Bildungs­arbeit ein­ge­setzt wer­den kann. Im An­schluss an die Fort­bildung wird eine didakti­sche Hand­reichung zu den Materia­lien ent­stehen.

Die Fortbildung ist kostenfrei und richtet sich an Multipli­ka­tor_innen der Bil­dungs­arbeit. In Ko­opera­tion mit dem RomAr­chive und der Berliner Lan­des­zentrale für poli­tische Bildung.

Anmeldung unter: www.berlin.de

(Text: Zentralrat)


Heterotopie X 3 in Berlin

Januar 28th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutschland: Ausstellung Heterotopie X 3 in BerlinVerwobene Geschichten

Ausstellung: „Heterotopie X 3
Installationen der Erinnerung“

27.1.2019 bis 6.3.2019
Ort: DokuZ Sinti und Roma Berlin
Aufbau-Haus am Moritzplatz

Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin
Öffnungszeiten: Mo. & Mi., 9.30 bis 16 Uhr; nach Vereinbarung

Für die Olympischen Spiele 1936 soll­te Ber­lin „zigeunerfrei“ ge­macht wer­den. In ganz Berlin wur­den Sinti und Roma auf­­ge­­grif­­fen und in ein Inter­nie­rungs­­lager im Berliner Vorort Marzahn ge­bracht. Die schmerz­haften Erin­nerun­gen an diese Zeit ver­stärken heute den Kampf der Sinti- und Roma-Selbst­orga­ni­sa­tio­nen um Gerech­tig­keit und ver­mischen sich mit den gegen­wärtigen Lebens­erfah­run­gen der Roma aus Osteuropa. Die Aus­stellung zeigt diese ver­wobe­nen Geschichten und Erin­ne­rungen, die Berlin be­wohnen und um­kreisen.

Read the rest of this entry »