Mahnwachen nach Angriff auf NS-Opferporträts

Mai 30th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

"Menschen kommen und nähen die Portraits zusammen. Sie bewachen bei strömendem Regen die Bilder der Ausstellung." (Foto: Klaus Schwertner/Twitter) Ausstellung „Gegen das Vergessen“ in Wien – Porträt­fotos von NS-Ver­folg­ten des zer­schnit­ten. Frei­willige ha­ben spontan Mahn­wa­chen ein­ge­rich­tet

Ö1: Auf der Wiener Ringstraße sind Teile ei­ner Ausstellung zur Er­in­nerung an die Opfer der NS-Gräuel be­reits zum drit­ten Mal be­schädigt wor­den. Frei­willige nähten die zer­schnitte­nen Porträts der Über­leben­den wieder zu­sammen und halten nun Mahn­wache. (Mehr hier: https://oe1.orf.at/player/20190529/553902)

Stellungnahme von _erinnern.at_ zum Vorfall: _erinnern.at_ ver­urteilt aufs schärfs­te den Van­dalis­mus an den Portraits von Ver­folg­ten des National­sozia­lis­mus, die in der Ausstel­lung von Luigi Toscano auf der Wiener Ring­straße ge­zeigt wer­den. Es ist eine Schande und eine Scham, dass Zeit­zeuginnen und Zeit­zeugen der­artig in Österreich herab­ge­wür­digt werden. Die Über­lebens­geschich­ten der Über­lebenden des Holocaust zu be­wahren und weiter­zu­geben ist uns ein großes An­liegen, durch meh­rere Website­projekte, Un­terrichts­materialien, das Zeit­zeu­gIn­nen-Pro­gramm und durch Ausstel­lungen ver­mitteln wir ihre Geschich­ten an Jugendliche. _erin­nern.at_ wird wei­ter­hin daran ar­beiten die Stimmen der Über­lebenden des NS-Ter­rors, die in Öster­reich lange nicht gehört wur­den, zu ver­stärken.

Die Ausstellung wird nun von mehreren Jugend­organisa­tio­nen bewacht, um weite­re Vandalen­akte vor­zu­beugen. Bundes­prä­sident Van der Bellen, der die Ausstel­lung vor we­ni­gen Wochen er­öffnete, ver­urteilte die Beschä­di­gung schärfste und be­suchte die Aus­stel­lung ein weite­res Mal: „Es macht mich tief be­troffen, dass die Aus­stel­lung ‚Gegen das Verges­sen‘ tlw. brutal zer­stört wurde. Ich weiß, dass der aller­größte Teil der österr. Gesell­schaft einen klaren, ab­lehnenvden Stand­punkt zu den NS-Gräue­ltaten hat. Dass es wel­che gibt, die mit der Wahrheit & dem Mahnen, das diese Fotos aus­drücken, nicht um­gehen kön­nen, ist er­schüt­ternd. Es muss für uns An­sporn sein, Em­pathie und Menschen­würde in das Zentrum von Worten und Taten zu stel­len. #NiemalsWieder darf nicht zur Flos­kel wer­den – wir müs­sen es tägvlich leben!“

(Text: www.erinnern.at)

Siehe auch:
Website der Ausstellung – link
ORF „Mahnwache bei Erinnerungsbildern“ – link
SZ-Interview mit dem Ausstellungsmacher – link

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