Muttersprache: Tagung in Oberwart (April 2019)

Mai 31st, 2019  |  Published in Radijo Erba, Romani, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

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Tagung in Oberwart: Muttersprache verstärkt als Kom­mu­ni­kations­mittel ver­wen­den – Zum Inter­na­tio­na­len Roma­tag am 8. April fand im Offenen Haus Oberwart die jähr­li­che Tagung statt. Wie in jed­em Jahr wur­de ge­mein­sam mit Ex­pertin­nen und Ex­perten ver­sucht, Stra­te­gien für den Er­halt der Roma-Kul­tur zu fin­den.

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In diesem Jahr diskutierte man gemein­sam mit dem Linguis­ten Dieter Halwachs, mit der Leite­rin des Arti­kel-VII-Kul­tur­vereins, für das in der Steiermark an­gesie­del­te Pavelhaus, Susanne Weitlaner, dem aus Ungarn stam­men­den Grün­dungs­mit­glied der Ro­ma-Band Kalyi Jag Gustav Varga und dem Volks­gruppen­beirats-Vor­sitzen­den Emmerich Gärt­ner-Hor­vath der Roma und Sinti, Stanko Horvath für Bur­gen­land-Kro­aten sowie Josef Hollos für Ungarn über Metho­den ge­gen den Sprach­verlust, vor allem bezug­neh­mend auf die Sprache Burgen­land-Ro­mani bzw. Romanes.

Emmerich Gärtner Horvath, Vorsitzender des Volks­gruppen­bei­rates der Roma und Sinti und des Ober­warter Roma-Ver­eins Roma-Service, sieht die Chan­cen einer Wieder­belebung des Romanes als Bil­dungs­auftrag. Über Stra­tegien für den Sprach­erhalt sollte seiner Mei­nung nach nicht nur am Inter­natio­nalen Romatag dis­kutiert werden. Eine Chance sieht er in der Jugend, die sich über Social Media wie­der mehr für die Mutter­sprache Romanes in­teres­sieren. Der Sozio­linguist Dieter Halwachs, des­sen Schwer­punkt in der Sprach­politik und Minder­heiten liegt, er­klärt in seinem Vortrag erfolg­reiche Bei­spiele für die Re­vitalisie­rung von tot­ge­glaub­ten Sprachen. Die Maori in Neuseeland, zum Beispiel, prä­sen­tieren hierbei eines der erfolg­reichs­ten Projekte. Über Jahre hin­weg fand eine Bewusst­werdung der eigenen Kultur und Tra­ditionen statt, bis diese zu einem integra­len Bestand­teil der Gesell­schaft wur­den. Da­durch wurde auch die Sprache er­halten. Wel­che Maß­nahmen für eine Revitali­sie­rung des Ro­manes not­wendig wären, sieht er leicht be­antwortet: in der Ver­wen­dung der Sprache. Den Tagun­gen, die meist nur theo­retisch ver­haftet blei­ben, steht er kri­tisch gegen­über.

(Text: Erba TV)

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