Jugend & Bildung

„Was ist Rassismus gegen Sinti und Roma?“

Februar 19th, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Flyer über Antiziganismus Neue Flyerserie zu grup­pen­­bezo­ge­­­ner Men­schen­feind­lich­keit: eine Bro­­schü­­re be­­han­­delt „Ras­­sis­­mus ge­­gen Sinti und Roma“

Die deutsche Amadeu-Antonio-Stiftung hat eine mehr­tei­lige Reihe von Flyern heraus­ge­geben, in denen sie unter­schied­liche Formen „grup­pen­bezo­ge­ner Men­schen­feind­lich­keit“ (also der Abwertung be­stimm­ter Gruppen in der Gesell­schaft) er­klärt. Die Themen­flyer be­han­deln bei­spiels­weise Anti­semitismus, Ras­sis­mus und Sexismus. Die un­ter­schied­li­chen Flyer er­klä­ren jugend­gerecht das jewei­lige Phäno­men, warum es uns alle be­trifft und was man da­gegen unter­nehmen kann. In der Broschüre „Die Theo­rie in der Praxis“ kön­nen die Ent­stehungs­geschichte und das den Flyern zu­grunde­liegende Konzept nach­gelesen wer­den (S. 28-33). Die Broschüre fin­den Sie hier.

Eine der Broschü­ren be­fasst sich mit Roma­feindlich­keit (Antiziganismus) und fragt: „Was ist Ras­sis­mus ge­gen Sinti und Roma?“, „Wie er­kennen wir das?“ und „Was kön­nen wir tun?“

→Den Flyer gibt es hier zum Down­load (pdf).

Die Flyer können auch gegen eine Versand­kosten­pauschale von fünf Euro bei der Ama­deu-An­tonio-Stif­tung (E-Mail) be­zo­gen wer­den.

(dROMa)

Terne Rroma Südniedersachsen e.V.

Februar 16th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Roma-Jugendinitiative in Deutschland: Gründung der "Roma-Jugend Initiative Northeim"Terne Rroma Südniedersachsen e.V. ist ein Jugend­verein im Land­kreis Nort­heim. Als Ro­ma-Selbst­or­ga­ni­sa­tion ver­netzt Terne Rroma jun­ge Roma und Nicht­roma. Em­power­ment, Anti­rassis­mus­arbeit und Bil­dungs­bera­tung ge­hören zu den Schwer­punkten – und nicht zu­letzt Rap-Work­shops, de­nen nun so­gar eine CD-Ver­öffent­li­chung fol­gen soll.

Seit 2016 gibt es „Terne Rroma Südnieder­sachsen e.V.“, einen Jugend­verein von Roma und Nicht­roma in Northeim. „Terne Rroma“ ver­steht sich als „Migrant*in­nen­selbst­jugend­organi­sa­tion“ und als „Platt­form für Migrant*in­nen, Ge­flüch­tete und Jugend­liche aller Art“. Zu den Schwer­punkten ge­hört Anti­rassismus­arbeit – das heißt vor allem auch, einen sicheren Raum für Jugend­liche zu schaf­fen, die von Rassismus be­troffen sind. Ein beson­deres Augen­merk liegt zu­dem auf dem Bereich Kreativität. So bie­tet „Terne Rroma“ Thea­ter- oder Rap-Se­minare an. Y.W.B. (Young World Breaker) nennt sich die Rap-Crew von „Terne Rroma“, deren „gesell­schafts­kriti­sche, eman­zi­pa­to­rische und politische Songs“ im Rah­men dieser Work­shops ent­stehen. Zu­letzt wurden Schreib- und Empower­ment-Work­shops or­gani­siert. Für das Jahr 2019 hat sich der Verein vor­genom­men, eine eige­ne „inter­kultu­relle, politi­sche CD heraus­zu­geben, mit selbst­produ­zier­ten Songs zu selbst­gewähl­ten Themen“. Ein Doku­mentar­film soll das Projekt be­gleiten.

Mit Projekten wie „Drei Bausteine“ (hier ein Inter­view im Stadt­radio Göttingen) för­dert „Terne Rroma“ Jugend­liche, indem Beratun­gen zum Thema Schule und Beruf an­ge­boten werden.

Zu „Terne Rroma“ gehört auch die bereits seit 2013 be­ste­hende „Roma-Jugend Initiative Northeim“, eine „inter­kultu­relle Jugend­initiative von jun­gen Rom*nja und deren Freund*in­nen, die haupt­säch­lich im Landkreis Northeim und in Göttingen ak­tiv ist“. Read the rest of this entry »

Fortbildung „Voices of the Victims“

Januar 30th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Historikerin Karola Fings (Foto: RomArchive)Fortbildungsveranstaltung für Bildungs­arbeit in Berlin: „Voices of the Victims“

1.2.2019, 10:00 – 15:00 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung Berlin
Hardenbergstr. 22-24, 10623 Berlin

Unter dem Titel „Voices of the Victims“ hat die Histori­ke­rin Karola Fings mit einem Team inter­natio­na­ler Ex­pert_innen Quellen zu­sam­men­ge­tragen, die den NS-Völ­kermord an Sinti und Roma zum ersten Mal aus­schließ­lich aus der Sicht der Ver­folgten dar­stellen. Es handelt sich um frühe schrift­liche Quellen von Ver­folgten aus der NS-Zeit und den Jah­ren un­mittel­bar nach 1945 aus 20 ver­schie­de­nen Ländern. Im Rah­men des digitalen Archivs der Sinti und Roma, RomArchive, wur­den diese Quellen Ende Ja­nuar online zu­lgäng­lich ge­lmacht. Im Rahmen unse­rer Fort­bildung stel­len wir diese Quellen­samm­lung vor und wol­len darüber ins Gespräch kom­men, wie der Bestand in der schuli­schen und außer­schuli­schen Bildungs­arbeit ein­ge­setzt wer­den kann. Im An­schluss an die Fort­bildung wird eine didakti­sche Hand­reichung zu den Materia­lien ent­stehen.

Die Fortbildung ist kostenfrei und richtet sich an Multipli­ka­tor_innen der Bil­dungs­arbeit. In Ko­opera­tion mit dem RomAr­chive und der Berliner Lan­des­zentrale für poli­tische Bildung.

Anmeldung unter: www.berlin.de

(Text: Zentralrat)


Die Stimmen der Verfolgten

Januar 27th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Interview, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Kernbestandteil der neuen Zeitzeugensammlung: Roma-Interviews aus Mri Historija und Amari Historija (hier: Peter Horvath, 2010) (Bild: Roma-Service)Für Bildung und Forschung: Interviewsammlung „weiter_erzählen“ ist online

„_erinnern.at_“ präsentiert zum Holo­caust-Ge­denk­tag am 27. Jän­ner eine neue Web­platt­form mit einer Oral-His­to­ry-Samm­lung  zur NS-Ver­fol­gung in Österreich. Die Video-In­ter­views mit Ver­folg­ten fin­den Sie auf www.wei­terer­zaeh­len.at. 11 der derzeit 64 Videos be­fas­sen sich mit der Ver­folg­ten­gruppe der Roma und Sinti. Der Groß­teil dieser Inter­views sind unseren Roma-Zeit­zeu­gen-Edi­tio­nen „Mri historija“ und „Amari historija“ ent­nom­men. 

74 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stellt _erinnern.at_ zum Inter­na­tio­na­len Holo­caust-Ge­denk­tag am 27. Jän­ner ein digita­les Erin­ne­rungs­pro­jekt vor, das die auf Video auf­ge­zeich­ne­ten Erin­nerun­gen von im National­sozialis­mus ver­folg­ten Men­schen be­wahrt und für Bil­dung sowie For­schung er­schließt.

64 Video-Interviews

weiter_erzählen präsentiert auf einer Website sonst schwer zu­gäng­li­che, nach kura­to­ri­schen Ge­sichts­punkten aus­ge­wählte Video-In­terviews mit Ver­folg­ten des National­sozialis­mus, die einen Be­zug zu Österreich ha­ben. Die Interviews sind ver­schlag­wor­tet und leicht durch­such­bar. Die Stim­men der Zeit­zeugIn­nen wur­den über Jahr­zehnte zu­meist in den Län­dern des Exils in Video­inter­views fest­ge­hal­ten und in ver­schie­de­nen Sammlungen auf­be­wahrt. weiter_erzählen würdigt die Verfolgten, die es auf sich nah­men, ihre Geschich­ten und die ihrer oft ermor­de­ten Familien in Video-In­ter­views zu er­zählen und die uns damit mit unse­rer histori­schen Ver­ant­wor­tung kon­fron­tie­ren. wei­ter_er­zählen stellt die Stim­men der Ver­folgten, fest­gehalten in video­graphier­ten Zeit­zeugIn­nen­gesprä­chen, in den Vorder­grund; wur­den diese Stim­men in Österreich doch all­zu lan­ge nicht gehört.

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ÖRKÖ hilft Schulprojekt in Griechenland

Januar 23rd, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich will 2019 gemeinsam orthodoxer Hilfsorganisation Roma-Kindern in Griechenland einen Schulabschluss ermöglichen (Foto: ÖRKÖ) Spendenprojekt 2019 für Roma in Grie­chen­land

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) führt jedes Jahr ein be­son­de­res Spenden­pro­jekt durch: 2019 will der ÖRKÖ Roma-Kin­der und -Ju­gend­liche in Grie­­­chen­­land un­ter­stüt­zen. Vor al­lem geht es darum, den Kindern und Ju­gend­li­chen einen Schul­ab­schluss und damit bes­sere Berufs- und Lebens­chancen zu er­mög­li­chen.

In Griechenland leben derzeit ca. 50.000 Roma. Inner­halb einer Studie der European Union Agency for Fun­da­men­tal Rights (2014) gaben ca. 50 Pro­zent der be­frag­ten Roma über 16 Jah­ren in Grie­chen­land an, Analphabeten zu sein. Fast 43 Pro­zent der Kinder im Schul­alter gehen nicht zur Schule, wo­mit Grie­chen­land euro­pa­weit einen der höchs­ten Werte er­reicht. Grund da­für ist ins­be­son­dere das frühe Ver­lassen der Schule, um zum Fa­mi­lien­ein­kom­men bei­zu­tra­gen. Auch an­de­re Fak­toren wie Um­züge, Wohn­ver­hält­nis­se, Gesund­heit und Dis­krimi­nie­rung er­schwe­ren die regel­mäßi­ge Teil­nah­me am Unterricht. Zwar steigt die An­zahl der Schul­besu­che von Kindern in den letz­ten Jah­ren ste­tig an, den­noch ist die Teil­nahme am Bildungs­system viel­fach noch nicht aus­rei­chend, um qua­lif­i­zier­te Jobs auf dem Arbeits­markt zu be­kom­men. Viele Haus­halte hängen von den Ein­nah­men aus Saison­arbeit oder staat­li­chen Sozial­leistungen ab, was für viele Fa­mi­lien ein Leben unter­halb der Armuts­grenze be­deutet. Viel­fach führt dies zu einer Ver­schie­bung auf den infor­mel­len Arbeitsmarkt ohne sozia­le Sicherung und fi­nan­ziel­le Sta­bi­lität.

„Demetrias“, ein Träger der griechisch-orthodoxen Kirche, bie­tet in Aliveri Nach­hilfe­unterricht für Roma an, damit die Kinder und Jugend­lichen ihre ver­pass­ten Unter­richts­inhalte auf­ar­bei­ten können.

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Jenny und die Kinder

Januar 12th, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

JennyARD – Echtes Leben: Jenny und die vergessenen Roma-Kinder

13.1.2019 | 17:30 Uhr | Das Erste
15.1.2019 | 21:32 Uhr | tagesschau24
19.1.2019 | 07:15 Uhr | tagesschau24
19.1.2019 | 11:00 Uhr | ARD-alpha

Film von Antje Schneider, 30 Min., D 2018

Jennys Geschichte beginnt mit einem Zufall. Im Win­ter 2007 ent­deckt sie wäh­rend einer Rumänien­reise einen Slum in der Nähe von Sibiu / Hermannstadt. Die Kin­der sind unter­er­nährt. Viele Babys schwe­ben in Le­bens­gefahr. Es gibt kei­nen Strom, kein Was­ser, nur Hütten und Dreck. Jenny Rasche, da­mals 23 Jahre, ist er­schüt­tert. „Diese Be­geg­nung hat mich nicht mehr los­ge­las­sen. Mit­ten in Europa solch ein Elend. Ich habe die Bilder dieser ver­hun­ger­ten Kinder nicht mehr aus dem Kopf be­kom­men.“

Zurück in Deutschland gründet sie eine Hilfs­organi­sa­tion und zieht kurz darauf mit ihrem Mann und ihren drei klei­nen Kin­dern nach Rumänien. Jen­ny möch­te vor Ort helfen. Sie be­ginnt mit dem Ele­men­tars­ten und ver­sorgt die Roma mit Essen und warmer Kleidung. Und sie über­nimmt Ver­ant­wor­tung für die 40 Kinder im Slum. Mit Spenden­gel­dern aus Deutschland und der Schweiz grün­det sie ein Tages­zentrum mit einer an­geg­lie­der­ten Schule für An­alpha­beten.

Die ersten Jahre sind schwierig. Die Kinder, die bisher ein elen­des Bettler­leben führ­ten, sind trauma­ti­siert. Und den­noch: Mit der Zeit fas­sen die Kinder Ver­trauen zu Jenny. Mitt­ler­weile be­suchen viele der Kinder weiter­füh­rende Schulen oder er­ler­nen einen Beruf. Read the rest of this entry »

Report: Antiziganismus online

Dezember 13th, 2018  |  Published in Dokumente & Berichte, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Report Antiziganismus onlineMassive Verbreitung von Antiziganismus im Inter­net: Hass ge­gen Sinti und Roma im Netz bes­ser er­ken­nen, syste­ma­tisch er­fassen und ef­fek­tiv be­kämpfen

Report: Antiziganismus online
Dezember 2018 (→Download/pdf)

Antiziganistischer Hass gehört in fast allen Online-For­ma­ten und auf vielen Web­seiten zum Alltag. Gegen­rede hin­gegen findet nur selten statt. Ins­be­son­dere rechtsextreme Grup­pen und Ak­teure sind erfolgreich darin, Anti­ziganis­mus im Netz zu pro­pa­gie­ren, Hass zu schüren und An­ge­hö­rige der Sinti-und-Ro­ma-Min­der­heit zu dif­fa­mie­ren. Dies zeigt ein ak­tuel­ler Recherche­bericht von Jugend­schutz.net, dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma und dem Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti.

Im Rahmen eines Pilotprojektes waren dabei tausende anti­ziganis­tische Hass­inhalte im Internet unter­sucht sowie eine Viel­zahl an dis­kriminie­renden Stereotypen iden­tifi­ziert wor­den. Mehr als 400 jugend­schutz­recht­liche und oft auch straf­rechtlich rele­vante Ver­stöße wur­den hier­bei dokumen­tiert. Auf­fällig war zudem eine Steige­rungs­dynamik in Kom­mentar­berei­chen: Anti­ziganis­ti­sche Aussagen ver­stärken sich dabei wech­sel­seitig bis hin zu men­schen­ver­ach­ten­den Dar­stel­lun­gen und konkre­ten Gewalt­auf­rufen.

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Pippi als Roma-Mädchen

November 22nd, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Schwedische Originalausgabe von Pippi Langstrumpf (Foto: Wikipedia)Neues Hörspiel in Schweden: Pippi Langstrumpf als Roma-Mädchen

Radio F.R.E.I: →Beitrag anhören (ab 11:20)

Ende September 2018 sorgte eine neue Ver­sion der Aben­teuer von Pippi Langtrumpf für Schlag­zei­len in Schweden. Eine Auto­rin na­mens Gunilla Lundgren hat sich der Ge­schich­te an­ge­nom­men. In Ab­stim­mung mit Kindern mit Migra­tions­hinter­grund ent­wickelte sie die popu­läre Figur zu einem Roma­mädchen aus Rumänien. Pippi lebt in Schwe­den in einem sozia­len Brenn­punkt, einem klei­nen Vor­ort von Stockholm, in einem Bau­wagen, und hat dort we­der Pferd noch Affe, son­dern ledig­lich ein paar Kuschel­tiere. Nichts­desto­trotz ist sie frech und mutig und stark und kämpft sich über­all durch. Ein Kampf war es wohl auch, diese Ge­schichte zu er­zäh­len und dabei den Namen von Pippi zu ver­wenden. Die Erben von Astrid Lindgren, der Schöpfe­rin der po­pulä­ren Figur, waren wohl zu­erst nicht sehr an­getan, ließen sich aber schließ­lich mit dem Argu­ment über­reden, dass die Ein­nah­men aus dem Pro­jekt einer Kinder­bibliothek für Roma­kinder in Bukarest zu­gute kom­men würden. Außer­dem er­klärte die Autorin gegen­über „Deutschland­funk Kul­tur“: „Sie fan­den, dass wir die Geschichte durch­aus so ver­wen­den dür­fen. Wir haben uns ja ledig­lich von Pippi Lang­strumpf inspirieren las­sen. Das ist nicht die Pippi, son­dern ein Mädchen, das Pip­pi heißt.“

Die Idee zu der Geschichte entstand in einem Schreib­workshop in einer Schule in Rinkeby, einer Klein­stadt nahe Stoc­kholm, die oft als „klei­nes Mogadishu“ be­zeich­net wird. Über 90% der Leute, die dort woh­nen, haben Migra­tions­erfah­run­gen, knapp 50% sind afrika­ni­scher Ab­stam­mung. Als der Sender Sveriges Radio von der neu­en Version er­fuhr, nahm er sich der Sache an und pro­du­zierte die Höspiel­serie „Pippi in Rinkeby“. Read the rest of this entry »

Roma im Literaturunterricht

November 7th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Literatur & Bücher

Komparatistik und DidaktikMarie-Luise Wünsche über den Buch­bei­trag „Ästhe­­ti­­sche Pro­duk­­tio­­nen von ‚Sinti und Roma‘ im Lite­ra­tur­unter­richt“:

[Franziska Krumwiede-Steiners Beitrag] widmet sich, wie der Unter­titel bereits an­kün­digt, den „Ästhe­ti­schen Produk­tio­nen von ‚Sinti und Roma‘ im Lite­ra­tur­unter­richt“. Eine der­artige prak­ti­sche An­re­gung für den Deutsch­un­ter­richt war über­fällig. Sie wäre wohl ohne den rich­tungs­wei­sen­den Bei­trag von Klaus-Michael Bogdal, auf den Krum­wiede-Stei­ner auch ver­weist, so immer noch nicht denk­bar ge­wesen. „Europa er­fin­det die Zigeuner“ er­schien 2011 im Suhrkamp-Verlag und wurde mit dem Grimme-Preis aus­ge­zeich­net. Dieser Bei­trag konnte al­ler­dings nicht die Men­schen mit ihren eige­nen Wer­ken in ihr Recht set­zen. Das war nicht das Thema des For­schungs­pro­jekts von Bogdal. Darin geht es um wis­sen­schaft­li­che Be­obach­tun­gen jener Konstruk­tio­nen und Stig­ma­ti­sie­run­gen, mit­tels derer eine mehr oder we­niger bunt zu­sam­men­ge­setzte Grup­pe von Men­schen (…) im­mer wieder neu und anders ent­weder roman­ti­sie­rend als „Zigeuner“ oder aber po­liti­sie­rend als „Sinti und Roma“ be­schrie­ben wurde und noch be­schrie­ben wird. Es kamen also nur die nicht ganz un­problema­ti­schen narra­tiven Struk­tu­ren des Geschich­ten­erzäh­lens über und nicht die Narrative des Ge­schichten­erzäh­lens von so­ge­nann­ten „Zigeunern“ respek­tive so­genann­ten „Sinti“ und „Roma“ zu Wort. Denen er­öff­net der Beitrag inner­halb dieses Sam­mel­bandes nun Frei­räume litera­ri­schen Ler­nens im Deutsch­unterricht hö­herer Jahr­gangs­stufen. (…)

Aus: Marie-Luise Wünsche, Unvergleichlich schöne ver­glei­chende Blicke auf den Lite­ratur­unter­richt und seine Theorien, in: literaturkritik.de, 1.11.2018 (Wir danken Marie-Luise Wünsche für die freundliche Genehmigung!)

Rezension über:
Michael Eggers / Christof Hamann (Hg.): Komparatistik und Didaktik, Aisthesis Ver­lag, Biele­feld 2018, 307 Sei­ten, ISBN-13: 9783849811648. (Inhaltsverzeichnis)

„Kinder im Konzentrationslager“

November 3rd, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Authentische Puppe im KZ Ravensbrück, wie sie österreichische Frauen für ihre teils mitinhaftierten Kinder angefertigt hatten. (Foto: Jocian/Wikimedia, CC-BY-SA-2.0)Colloquium in der Gedenkstätte Ravensbrück

Pressemitteilung, 2.11.2018: Kinder als Häftlinge in Konzentrationslagern sind das The­ma eines wissen­schaft­li­chen Col­loqui­ums, zu dem die Mahn- und Gedenk­stätte Ravensbrück am Sams­tag, 10. No­v. 2018, von 11:00 bis 17:00 Uhr interes­sierte Be­sucherin­nen und Be­sucher ein­lädt. Die Ver­anstal­tung fin­det be­glei­tend zur Aus­stel­lung „Kinder im KZ Bergen-Belsen“ statt, die der­zeit in der Gedenk­stätte Ravens­brück zu sehen ist.

Im KZ Ravensbrück waren mindestens 900 Mädchen und Jun­gen im Alter von zwei bis 16 Jah­ren aus 18 Natio­nen in­haf­tiert. Sie wur­den mit ihren Familien ein­ge­wie­sen oder ohne An­gehö­rige aus ande­ren Lagern über­stellt. Mehr als 600 Kinder ka­men zwi­schen 1943 und 1945 im KZ Ravens­brück zur Welt. Die meis­ten Neu­gebore­nen star­ben nach kurzer Zeit.

Jungen wurden meist ab dem zwölften Lebensjahr im Männer­lager unter­gebracht; ab Herbst 1944 lebten sie dort in einem eige­nen Block. Im Frauen­lager blie­ben die Kinder mit den Er­wach­senen zu­sam­men. Etwa ab dem zwölf­ten Lebens­jahr wurden sie zur Arbeit ein­gesetzt, Jünge­re blie­ben tags­über in den Baracken. Mit­häft­linge organi­sier­ten heim­lich Spiel­zeug und Unter­richt, „Lager­mütter“ wur­den zu Bezugs­per­sonen für Kinder ohne An­ge­hörige. In ihren Spielen wie „Appell“, „Selektion“ und „SS“ bil­de­ten die Kinder die Lager­realität ab.

Anfang 1945 wurden mehr als 4.300 Frauen und Kinder aus dem KZ Ravens­brück in das KZ Ber­gen-Bel­sen de­port­iert. Dort befan­den sich unter den rund 120.000 in­haftier­ten Men­schen aus fast allen euro­päi­schen Ländern auch etwa 3.500 Kinder unter 15 Jah­ren. Die meis­ten von ihnen wur­den als Juden ver­folgt, andere ge­hörten zur Gruppe der Sinti und Roma oder waren mit ihren Müttern aus politi­schen Grün­den in­haf­tiert worden. Read the rest of this entry »

Medien ig­no­rie­rten Jugend­kon­fe­renz

Oktober 29th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutschland: Bundesjugendkonferenz 2018 (Foto: Ursula Schmidt/Amaro Foro))Deutschland: Über engagierte junge Roma und Sinti wird nicht berichtet

Stellungnahme von Amaro Foro e.V. anlässlich der Fachtagung „Antiziganismus in den Medien“

Erfolgreiche Durchführung des größten Zu­sam­men­kom­mens junger Roma und Sinti, doch die Medien ig­no­rie­ren die Bun­des­jugend­kon­fe­renz 2018 und ver­geben die Chan­ce auf ein Zei­chen ge­gen Ras­sis­mus und für Soli­dar­ität und Viel­falt.

Vom 28. 9. bis 1. 10. 2018 fand die diesjährige Bundes­jugend­kon­ferenz der Roma und Sinti in Berlin statt. Sie wurde von Amaro Drom e.V. und Amaro Foro e.V. orga­ni­siert und mit großer Unter­stützung durch Terne Rroma Süd­nieder­sachsen e.V., die Roma-Jugend Initia­tive Northeim sowie Romano Sumnal e.V. aus Sachsen um­ge­setzt. Die Ver­ans­tal­tung war auch dieses Jahr ein großer Erfolg. In den zwei­tägigen Work­shops und dem teils öffent­li­chen Abend­programm dis­kutier­ten die Teil­nehmer*in­nen ihre Ziele und Visio­nen für eine solida­rische Gesell­schaft der Vielen und ver­netzten sich, um dieser Vision gemein­sam näher­zu­kommen.

Die zahlreich eingeladene Presse blieb der Veranstaltung fern.* Schon in den ver­gan­ge­nen Jahren tat sich die Presse schwer damit, der größ­ten bundes­weiten Ver­anstal­tung junger Roma und Sinti (gegen­dert Rom*nja und Sinti*zze) einen Nachrich­ten­wert ab­zu­gewin­nen. Wenn in einer Presse­ein­ladung von Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland Schlag­worte wie „Betteln“, „Krimina­lität“, „Obdach­losig­keit“, „Horrorhaus“ oder „Dis­kriminie­rung“ feh­len, scheint es kein In­teresse zu geben, egal wie aktuell und politisch rele­vant die Inhalte der Ver­anstal­tung sein mögen. Rom*nja und Sin­ti*zze sind für deutsche Medien vor allem dann in­teres­sant, wenn sie als passive Opfer prä­sen­tiert oder als kriminell dar­ge­stellt werden kön­nen. Wollen sie jedoch selbst zu Wort kommen, um ihre Ge­schichten und politi­schen Ziele in die Öffent­lich­keit zu tragen, passen sie nicht mehr in die Schab­lonen, die ihnen die Medien offen­bar zu­weisen – und wer­den ignoriert.**

Schon bei der Bundesjugendkonferenz 2015 in Niedersachsen wurde in loka­len Zeitungen zwar über das zeit­gleich statt­fin­den­de Ernte­dank­fest eines nahe­gelege­nen 200-See­len-Dorfes, nicht aber über das Treffen po­litisch enga­gierter Jugend­licher der größ­ten Minder­heit Europas be­richtet. Read the rest of this entry »

„Wenn die anderen Zigeuner sagen …“

Oktober 27th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

KiRaKa -Kinderradiokanal des WDR„Wenn die anderen Zigeuner sagen, schäme ich mich!“

Eine Radio­ge­schichte über Sinti und Roma
KiRaKa: WDR-Kinderhörspiel | 22.10.18 | 50 Min.

Für Kinder ab 10 Jahren | zur Sendung

Geta ist zwölf und kommt aus Rumänien. Seit vier Jahren wohnt sie in der Dortmunder Nordstadt. Sie fin­det Deutsch­land schön, geht gern zur Schule und träumt da­von, ein­mal Ärztin zu wer­den. Nur eines mag sie gar nicht: Wenn an­de­re Schüler sie „Zigeuner“ nen­nen. Geta gehört zu den Roma, einem Volk, das vor fast 1.000 Jah­ren nach Europa ge­kom­men ist. Gegen keine an­dere Grup­pe gibt es so viele Vor­urteile. Die Be­zeich­nung „Zigeu­ner“ für Roma oder Sinti wurde oft als Schimpf­wort ge­braucht: Man mein­te damit Leute, die fremd, krimi­nell und ge­fähr­lich waren. Wozu solche Feind­bilder führen kön­nen, hat die Ver­folg­ung der Minder­heit im National­sozialis­mus ge­zeigt: Hun­dert­tau­sende wur­den er­mordet. Auch heute noch fühlen sich sogar Sinti und Roma, deren Fami­lien seit Ge­ne­ra­tio­nen in Deutschland sind, wie Men­schen zwei­ter Klasse.

In unserer Radiogeschichte geht es um alte und neue Vorurtei­le, die Ge­schichte die­ses Volkes, seine Sprache und Kultur und darum, wie Sinti- und Roma-Kinder heu­te in Deutsch­land le­ben.

(Sendung: Christiane Kopka | Text: wdr.de)

Interview: Amaro Foro – Unsere Stadt

September 10th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio B-East / Radio FRO 105,0
59:36 Min. | Sendung vom 7.8.2018
Redakteurin: Eugenia Seriakov

„Amaro Foro“ bedeutet „unsere Stadt“ und ist auch der Name der größ­ten Ju­gend­orga­ni­sa­tion von Roma und Nicht-Roma in Deutschland. Ra­dio B-East (Berlin) sprach mit der Pres­se­spre­che­rin Andrea Wierich über den Verein, die Arbeit, Be­ra­tungs­ange­bote und Mög­lich­kei­ten so­wohl für Roma als auch für Schulen und öf­fent­li­che Ver­anstal­tun­gen, um­ge­kehrt über Rassis­mus im All­tag zu be­rich­ten, und über die an­ste­hende Fach­tagung „Anti­­ziganis­­­mus in den Medien“.

(Text: FRO)

Siehe auch:
Interview: „Romano Sumnal“ in Leipzig, 29.8.2018

Mauthausen-App führt durch Außenlager

August 13th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung

Mauthausen-APP (Foto: MKÖ)„So geht Geschichtsvermittlung 2018“

MKÖ präsentiert multimediale Wissensvermittlung: Mit der App durch ehe­ma­li­ge KZ-Au­ßen­lager

Die Wissensvermittlung, vor allem an Jugendliche, ist ein be­deu­ten­der Teil der Arbeit des Maut­hau­sen-Ko­mi­tees Ös­ter­reich (MKÖ). In Er­in­ne­rung an die Er­rich­tung des KZ Mauthausen vor 80 Jah­ren und zur Mahnung launcht das MKÖ die „Maut­hau­sen-Außen­la­ger-App“ mit In­for­ma­tio­nen, Fotos, Videos zur Ge­schich­te und den Über­leben­den. Für die Über­leben­den des KZ Maut­hausen und seiner Außen­lager war die Sensi­bi­li­sie­rung­sarbeit mit Jugend­lichen von enor­mer Be­deu­tung. Diesen Auf­trag haben die Über­leben­den auch dem Maut­hau­sen-Ko­mi­tee Öster­reich bei der Über­gabe ihres Ver­mächt­nis­ses im Jahr 2000 mit­ge­geben.

Das Mauthausen-Komitee Österreich arbeitet, gemein­sam mit sei­nen lo­ka­len Ini­tia­ti­ven, bereits seit Jahr­zehn­ten an der wis­sen­schaft­li­chen Auf­arbei­tung und an der Ver­mitt­lung der Geschichte der ehe­ma­li­gen Außenlager des KZ Mauthausen. Das Maut­hau­sen-Sys­tem um­fass­te neben dem Haupt­lager circa 49 Außen­lager in nahe­zu al­len Bundes­län­dern Öster­reichs. Im Rah­men dieser Zu­sam­men­arbeit wur­de die Ge­schichte der je­wei­li­gen Orte auf­ge­arbei­tet und für die „Mauthau­sen-Außen­lager-App“ auf­be­reitet.

Christa Bauer, Geschäftsführerin des Mauthau­sen-Ko­mi­tees Ös­ter­reich, zur Be­deutung der digi­ta­len Wissens­ver­mitt­lung: „Nicht nur digital af­fine Ju­gend­liche, son­dern auch histo­risch In­teres­sierte aller Alters­grup­pen haben nun die Mög­lich­keit, alle Orte der KZ-Au­ßen­lager vir­tuell zu be­suchen. Read the rest of this entry »

Polizeiakademie: Roma als Lehrinhalt

August 3rd, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Roma und Sinti als Lehrinhalt in Ausbiuldung der Bundespolizei (Bild: ASI.de)Deutschland: Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma in Deutsch­land soll in die Ausbildung von jun­gen Polizei­be­amtin­nen und Polizei­beamten auf­ge­nom­men wer­den. Das ver­ein­bar­ten der Prä­si­dent der Bundes­polizei, Dr. Dieter Romann, und der Vor­sit­zen­de des Zentral­ra­tes, Romani Rose.

Am 27. Juli 2018 besuchte der Vorsitzende des Zentral­rates Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, zu­sam­men mit dem Prä­si­den­ten des Bundes­polizei­präsi­di­ums, Dr. Dieter Romann, die Bun­des­polizei­akademie in Lü­beck. Hin­ter­grund der Ein­ladung war die bei einem Be­such im Bun­des­poli­zei­präsi­dium im ver­gan­ge­nen Ok­to­ber ge­mein­sam ver­ein­barte Auf­nahme des The­mas „Sinti und Roma als nationale Minderheit in die Aus­bil­dung jun­ger Bundes­polizei­anwärter.

Bei dem Besuch im Bundespolizeipräsidium hat­te Romani Rose un­ter ande­rem an­geregt, die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland in die Aus- und Fort­bil­dung der Bundespolizei und in das Programm der Aka­de­mie auf­zu­neh­men. Der Prä­si­dent des Bundes­polizei­prä­si­diums hat diese An­re­gung auf­ge­grif­fen und die Ver­tre­ter des Zentral­rates im Ge­gen­zug ein­gela­den, sich an der Bundespolizeiakademie in Lübeck selbst ein Bild da­von zu ma­chen, wie die Lehr­inhalte für jun­ge Bun­des­polizei­anwär­ter zum The­ma „Minderheitenschutz“ heu­te konkret aus­ge­stal­tet werden.

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„Caravana Gypsy Jazz“

Juli 28th, 2018  |  Published in Jugend & Bildung, Musik

Emanuel Bebe mit 18 Jahren (Foto: evz.ro)Siebenbürgen: Unterstützung für mu­si­ka­li­sches Pro­jekt mit Ro­ma-Kin­dern ge­sucht

HermannstadtEmanuel Mario Bebe, ein 1996 in Bukarest ge­bo­re­ner leiden­schaft­li­cher Musiker und Sänger, der unter pro­fes­sio­neller An­lei­tung und im Selbst­studium Fähig­kei­ten auf Instru­men­ten wie z.B. Schlag­zeug, Querflöte und Akkordeon ent­wickelt hat, be­gibt sich auf die Suche nach finan­ziel­ler und mora­li­scher För­de­rung für ein eigen­hän­dig ini­tiier­tes Pro­jekt unter der Über­schrift „Caravana Gypsy Jazz“. Ema­nuel Mario Bebe wuchs in einem Kinder­haus auf und ar­bei­tet seit sei­nem 18. Lebens­jahr häufig und gerne mit Roma-Kin­dern zu­sam­men, denen er Be­geis­te­rung für das ge­mein­same Singen und Mu­si­zie­ren ver­mittelt. Da­durch ver­folgt er das Ziel, durch Musik talen­tier­ten Heran­wach­sen­den all das wei­ter­zu­geben, was ihn selber auf sei­nem Lebens­weg be­flü­gelt hat, gibt der jun­ge Projek­tinitia­tor be­kannt.

 Das Projekt „Caravana Gypsy Jazz“ bezweckt einen Auf­wärts­trend des Er­halts der Musik­tradition der Roma. Ema­nuel Mario Bebe nimmt sich vor, be­gabte Roma-Kin­der aus be­nach­teilig­ten Ver­hält­nis­sen durch Instru­men­tal- und Gesangs­unterricht mu­si­ka­lisch zu för­dern und ge­mein­sam mit ihnen eine Gypsy-Jazz-Band zu grün­den, die aus Instru­men­ta­lis­ten und einem Chor be­ste­hen soll. Den lernen­den Kindern werden alte Tradi­tionen wei­ter­ge­ge­ben, gleich­zeitig wird ein künst­le­ri­scher Fort­schritt der Musik­formen der Sinti und Roma be­zweckt.

Ein Beginn der Probenarbeit des zu gründen­den Ensembles ist für Sep­tem­ber an­be­raumt. Das musikali­sche Er­geb­nis der Proben, die wö­chen­tlich statt­fin­den wer­den, wird im Dezem­ber in einem ers­ten Kon­zert zu hören sein. In der lang­fris­ti­gen Planung wird auch die Durch­füh­rung einer lan­des­wei­ten Tournee des Pro­jekt­ensemb­les „Cara­va­na Gypsy Jazz“ an­ge­strebt. 

Emanuel Mario Bebe und seine aktuel­len sowie künfti­gen Mit­streiter freuen sich über jede finan­ziel­le Hilfe­stel­lung durch Sponso­ren und Mäzene, die dem be­schrie­be­nen Projekt ide­elle und geld­liche Unter­stützung zu­kom­men las­sen möch­ten. Read the rest of this entry »

Zigeu­ner­fi­gu­ren in Kinderbüchern

Juli 4th, 2018  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Zigeunerfiguren in der Kinder- und Jugendliteratur: "5 Freunde und ein Zigeunermädchen"Bibliografie zu Zigeunerfiguren, Sinti und Roma in der deutschsprachigen Kinder- und Ju­gend­literatur

Bibliografie (pdf)

Die Projektgruppe „Zigeunerbilder“ der AG Jugend­literatur und Medien (AJuM der GEW) hat eine eine Biblio­gra­phie zu Zigeu­ner­fi­gu­ren, Sinti und Roma in der deutsch­spra­chi­gen Kinder- und Ju­gend­literatur er­arbei­tet. Sie sam­melt kinder- und jugend­litera­ri­sche Primär­lite­ra­tur, in der Figuren vor­kom­men, die Zigeuner, Roma oder Sinti sind. Die um­fang­rei­che Biblio­grafie bie­tet For­schen­den nun eine wich­ti­ge Re­cher­che­an­lauf­stelle (zur Bibliografie gelangen Sie hier). In ihrem Artikel beschreibt Ute Wolters als Mit­glied der Projekt­gruppe, in­wie­fern die The­ma­tik ein Desi­de­rat in der Kinder- und Jugend­literatur­for­schung dar­stellt:

Es gibt aus den letzten Jahren mehrere grund­le­gen­de Unter­suchun­gen zum literari­schen bzw. medialen Bild des Zi­geu­ners (Solms 2008, Patrut 2007 und 2008, Bogdal 2011, Brittnacher 2012, Reuter 2014), wobei die Kinder- und Ju­gend­literatur eher stief­mütter­lich bis gar nicht be­han­delt wird. Lange Zeit wurde über­sehen, dass Zigeu­ner als Haupt- oder Neben­figuren in sehr vie­len Texten der Kinder- und Ju­gend­literatur vor­kom­men (Dahrendorf 1980, Kahlkul 1999, Weinkauff 2006, Carstiuc 2011). (Wolters 2015)

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Tititá (Trailer)

Juni 5th, 2018  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Musik

Dokumentarfilm von Tamás Almási (mehr hier)
85 Min. / Ungarn 2015

Anti ist ein 18-jähriger Rom, der es liebt, die Gitarre zu spie­len. Er steht vor der Chance, dem Leben in einem herunter­ge­kom­me­nen Roma-Slum in einem ent­lege­nen Winkel Ungarns zu ent­kom­men, und reist zu Snét­bergers Musik­schule in Felsőörs am Bala­ton (Snétberger Music Talent Center), wo er auf­grund seines Talents – ge­mein­sam mit sechzig ande­ren Roma-Ju­gend­lichen – aus­ge­wählt wurde: die Chan­ce auf ein bes­se­res Leben.

Empower­ment­ mit „Opre Romnja!“

Mai 26th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Jugend & Bildung

Opre Romnja- Treffen junger Roma-Frauen in Düsseldorf_03-2018_c_amaro_drom_webEmpowerment für junge Romnja und Sin­tiz­ze in Deutschland: Mäd­chen und Frauen en­ga­gie­ren sich selbst­be­wusst für ihre In­ter­essen

Im März startete mit „Opre Romnja!“ ein neuer Schwer­punkt der Empower­ment­arbeit von Amaro Drom. Bis­her sind junge Romnja und Sintizze in der Vereins­arbeit unter­re­prä­sen­tiert. Mit „Opre Romnja!“ will Amaro Drom das ändern. Das Projekt wird durch das Deut­sche Kinder­hilfswerk finan­ziert und findet im Rahmen des Pro­jek­tes „Dikhen amen! Seht uns!“ statt, das vom deut­schen Bundes­ministe­rium für Familie, Senio­ren, Frauen und Jugend im Rah­men des Bundes­pro­gramms „De­mo­kra­tie le­ben!“ ge­för­dert wird.

Das Hauptziel von „Opre Romnja!“ ist das selbst­bewuss­te Engagement jun­ger Romnja und Sintizze – nicht nur im Pro­jekt „Dikhen amen!“ und im Verein Amaro Drom. Son­dern auch darüber hinaus. Durch ein ge­stärk­tes Selbst­bewusst­sein neh­men die Mädchen und Frauen ihre Wün­sche ernst und setzen sich be­herzt da­für ein. Um dieses Ziel zu er­rei­chen, braucht es zu­nächst einen Raum, in dem sich die jun­gen Romnja und Sintizze geschützt vor Rassis­mus und Sexismus aus­tau­schen kön­nen. Hierfür ist die Zu­sam­men­arbeit über einen län­ge­ren Zeit­raum wich­tig. Dies er­mög­licht gegen­sei­tiges Ver­trauen und die erfolg­reiche Um­setzung der Wün­sche der Mäd­chen und jun­gen Frauen.

Gemeinsam mit erfahrenen Teamerinnen aus der Com­mu­nity unter­stützt Éva Ádám, pädago­gi­sche Leitung im Pro­jekt „Dikhen amen! Seht uns!“, die Mäd­chen in mehre­ren Tref­fen dabei, ihre eige­nen Be­dürf­nisse und Wünsche zu er­kennen, zu er­grün­den, wie sie diese in die Wirk­lich­keit um­setzen kön­nen, und dieses Wissen an ande­re junge Rom*nja und Sin­ti*zze wei­ter­zu­geben. Umgesetzt werden diese Ziele in mehrstufigen Projekt­ver­anstal­tun­gen in meh­re­ren Bundes­ländern. Dabei lernen die Mädchen und jun­gen Frauen an­de­re Romnja und Sintizze ken­nen. Sie tau­schen sich aus, for­mu­lie­ren eigene Wün­sche und ler­nen älte­re Romnja und Sin­tiz­ze ken­nen, die be­reits gesell­schafts­poli­tisch aktiv sind. Read the rest of this entry »

Wohnung, Buchklub, Wiener Kuchl

Mai 15th, 2018  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher

Buchklub Palikerav (Foto: v via SozialMarie)Im ORF-RadioKulturhaus in Wien wurden die dies­jähri­gen Ge­win­ner der „Sozial­Marie“ be­kannt ge­ge­ben. 15 sozial in­no­va­tive Pro­jekte wur­den mit dem be­reits zum 14. Mal ver­gebe­nen Preis aus­ge­zeich­net. Organi­siert wird der Preis von der Unruhe Pri­vat­stif­tung.

Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preis ging an ein Obdach­losen-Pro­jekt in Tschechien: Housing First for Families in Brno: Fünf­zig ob­dach­lo­se Fa­mi­lien wird eine Stadt­wohnung er­mög­licht. Die Fami­lien wer­den dabei be­glei­tet und be­treut, ein neues Leben zu be­gin­nen. „Die Strate­gie scheint auf­zu­gehen. Über 90 Pro­zent der Fami­lien leben nach einem Jahr weiter­hin gemein­sam in ihrer eige­nen Wohnung, Kin­der kehren aus der Fremd­unter­brin­gung in ihre Familie zu­rück, arbeits­lose Fami­lien­mit­glie­der finden einen Job, die Kinder gehen regel­mä­ßi­ger in die Schule, die finan­zielle Lage und die ge­samte fami­liäre Situa­tion stabi­li­sie­ren sich“, er­klä­ren die Organi­sa­to­ren der Sozial­Marie.

Den zweiten Preis in der Höhe von 10.000 Euro ver­gab die Jury an das slowa­ki­sche Pro­jekt Book Club PAĽIKERAV: Bei diesem „Buchklub“ er­hal­ten junge Roma in Košice Bücher, die ihnen von den Auto­rin­nen und Auto­ren über­ge­ben werden. Die Roma er­stel­len Video-Buch­rezen­sio­nen, die dann im Internet prä­sen­tiert werden. In­zwi­schen werden drei neue Video­rezen­sio­nen pro Woche ver­öffent­licht. Darüber hinaus gibt es Dis­kus­sions­runden und Buch­präsen­ta­tio­nen. Read the rest of this entry »