Die Filmemacherinnen Mona Nicoară und Miruna Coca-Cozma protokollierten in „Our School“ den Aufbruch einer rumänischen Gemeinde aus der Sackgasse der Segregation.Aus Anlass des Internationalen Roma-Tags haben sie das Video für einige Tage freigeschaltet. Empfehlung!
Etwa zur selben Zeit, als in Rumänien die ersten Dreharbeiten zu diesem Film anliefen, ging die Unicef 2007 mit alarmierenden Zahlen an die Öffentlichkeit: Nur zwei von drei Roma-Kindern in Rumänien werden überhaupt eingeschult; und von jenen, die eine Schule besuchen können, landet ein großer Teil in separaten Klassen oder eigenen Schulen. Vor fast fünfzehn Jahren erhielten deshalb dreißig rumänische Gemeinden EU-Mittel, um diesem Missstand zumindest lokal abzuhelfen. Die aus Rumänien stammende und in New York lebende Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin Mona Nicoară, die einige Jahre für das European Roma Rights Centre in Budapest gearbeitet hat, nahm den Start eines dieser Reformprojekte zum Anlass, sich dem Thema aus der Perspektive der betroffenen Kinder zu nähern: Für ihr Dokumentarfilmdebüt „Şcoala Noastră“/„Our School“ begleitete sie mit der Koregisseurin Miruna Coca-Cozma und dem Kameramann Ovidiu Marginean drei Roma-Schüler, Ali (8), Beni (12) und Dana (16), vier Jahre lang mit der Kamera und protokollierte den Prozess der „Desegration“ ihrer Schule in Târgu Lăpuş, einem kleinen siebenbürgischen Städtchen.
Der letzte Wormser Zeitzeuge Stefan Köcher (geb. 1936) hat mit Mitarbeitenden der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der PH Heidelberg über seine Erfahrungen und Erinnerungen gesprochen. In dem Zeitzeugengespräch thematisiert Herr Köcher die antiziganistischen Ausgrenzungen gegen seine Person, seine Deportationen, wie er sich nach dem Krieg ein neues Leben aufgebaut hat, seine Einschätzung über den Antiziganismus in der heutigen Gesellschaft und was er sich für die nachfolgenden Generationen im Umgang mit der Minderheit wünscht.
In einer Pressemitteilung berichtet der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg von einem Vorfall am 19. März in der Nähe von Ulm. Mehrere Wohnwagen einer Zirkustruppe, die aufgrund der Pandemie in in Weidenstetten gestrandet war, brannten ab. Auch Personen waren in Gefahr, konnten sich aber ins Freie retten. Der Landesverband spricht von einem möglichen antiziganistischen Brandanschlag. Die Polizei ermittelt. Die Aussendung im Originalwortlaut:
Am Morgen des 19. März 2021 wurden in Weidenstetten im Alb-Donau-Kreis unweit von Ulm gegen 5:40 Uhr drei Wohnwagen einer Zirkustruppe, zu der auch Sinti gehören, durch einen Brand zerstört. Zwei junge Männer kamen bei dem Brand beinahe ums Leben. Sie konnten sich noch in letzter Sekunde aus den brennenden Wagen retten und verloren alles, was sie besitzen. Der Wohnwagen eines weiteren Mitglieds des Zirkus ist größtenteils abgebrannt. In der Nähe standen zwei Wohnwagen, die ebenfalls durch die Hitze beschädigt wurden.
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und einen Brandmittelspürhund eingesetzt. Ein antiziganistischer Brandanschlag mit dem Ziel der Vertreibung kann nicht ausgeschlossen werden. Betroffene berichteten auch, der Bürgermeister habe dem Zirkus angedroht, dass seine Wagen in Flammen aufgehen könnten, wenn er nicht weiterziehen würde. Der Zirkus musste sich vor 15 Monaten aufgrund der Corona-Pandemie, die Aufführungen unmöglich machte, am Ortsrand von Weidenstetten niederlassen. Zugleich kam es nach dem Brand zu einer Solidarisierung aus der lokalen Bevölkerung. Eine Spendensammlung fand statt, ein Ulmer Hotel stellte eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung, neue Wohnwagen wurden gespendet.
Der VDSR-BW steht in Kontakt mit den Betroffenen und hat ihnen bürgerrechtliche Beratung und Rechtsschutz angeboten. Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender des VDSR-BW:
Sollte sich der Verdacht eines antiziganistischen Brandanschlags erhärten, würden Erinnerungen an den Anschlag im Mai 2019 auf eine Roma-Familie in dieser Region geweckt. Die fünf Täter wurden vom Landgericht Ulm im September 2020 wegen Vertreibung bzw. gemeinschaftlicher Nötigung in 45 Fällen verurteilt. Read the rest of this entry »
Der Internationale Tag der Roma wird jährlich am 8. April begangen – ein weltweiter Aktionstag, mit dem auf die Situation der Roma aufmerksam gemacht werden soll. Zum einen wird an diesem Tag die Diskriminierung der Volksgruppe in den Blickpunkt gerückt, zum anderen wird die Roma-Kultur gefeiert. Voice of Diversity organisiert bereits zum dritten Mal aus diesem Anlass eine international besetzte Podiumsdiskussion mit anschließendem Konzert im Porgy & Bess in Wien.
2020 endete die EU-Roma-Strategie, die zum Ziel hatte, die Ungleichheit zwischen Roma und Nicht-Roma zu beenden. Das Versprechen wurde nicht eingelöst. Die COVID-19-Pandemie und Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben die bestehende Kluft zur Mehrheitsbevölkerung und die Diskriminierung von Roma noch weiter verschärft. Am 7. Oktober 2020 präsentierte die EU-Kommission einen reformierten strategischen Rahmen zur Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma auf Ebene der Europäischen Union für den Zeitraum 2020–2030.
Zeichen der Anerkennung zum Internationalen Tag der Roma. Österreichs Ministerrat nimmt IHRA-Arbeitsdefinition von Antiziganismus an.
Nationalfonds:Der 8. April ist der Internationale Tag der Roma – ein bedeutender Tag, wenn es um die Sensibilisierung für die Wahrnehmung von Menschen geht, für die der oft negativ konnotierte Begriff „Zigeuner“ in der Alltagssprache noch immer allzu geläufig ist. Vor 50 Jahren, am 8. April 1971, wurde in London der erste Welt-Roma-Kongress abgehalten, ein erster großer Schritt für die Rechte dieser Bevölkerungsgruppe.
Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds, dessen zentrale Aufgabe seit 1995 die Anerkennung aller Opfergruppen ist, betont: „Die Diskriminierung von Menschen und Bevölkerungsgruppen ist ein Warnsignal im Hinblick auf den Zustand einer Gesellschaft. Die möglichen Folgen wurden im Nationalsozialismus nur allzu deutlich sichtbar. Darum ist es so dringlich, nicht nur gegen Antisemitismus, sondern gegen Ausgrenzung jeder Art entschieden vorzugehen.“
Bis heute ist Antiziganismus ein zu wenig beachtetes Phänomen auch in Österreich. Die durch die IHRA unter maßgeblicher Mitwirkung Österreichs erarbeitete Arbeitsdefinition ist ein Mittel, ihn zu erkennen und zu benennen. Read the rest of this entry »
Vor 50 Jahren, am 8. April 1971, fand in London der erste Welt-Roma-Kongress statt, um damit die Anfänge der Roma-Bürgerrechtsbewegung einzuläuten. Seit nunmehr dreißig Jahren werden zu diesem Datum weltweit Aktionstage abgehalten, um auf dieses bedeutsame Ereignis aufmerksam zu machen. Anlässlich des diesjährigen Welt-Roma-Tages lädt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka Expertinnen und Experten ein, um die europäische Dimension der Situation dieser Volksgruppe im Jahr 2021 zu beleuchten.
Nach den Eröffnungsworten von Manuela Horvath (Leiterin der Romapastoral der Diözese Eisenstadt) hält Bundesministerin Susanne Raab die Keynote.
Am Podium diskutieren Sabine Schweitzer (Zeithistorikerin) [Anm. d. Red.: statt Gerhard Baumgartner], Emmerich Gärtner-Horvath (Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma und Chef des Vereins Roma-Service), Ursula Till-Tentschert (Stv. Abteilungsleiterin an der EU-Grundrechteagentur) und Usnija Buligovic (THARA Arbeitsmarktprojekt für Roma und Sinti, Volkshilfe).
Zum Tod des Menschenrechtlers Paul Polansky (1942–2021)
Nach langer schwerer Krankheit ist der Historiker und Autor Paul Polansky am 26. März 2021 in Serbien gestorben. Er hat sich über 30 Jahre lang für die Rechte von Roma eingesetzt und gehört zu den wichtigsten Menschenrechtlern in diesem Bereich.
RAN: Paul Polansky wurde am 17. Februar 1942 als Kind tschechisch-deutscher Einwanderer in den USA geboren. In den 1990er Jahren hat er in Tschechien gelebt und die Geschichte des Konzentrationslagers für Roma im tschechischen Letyöffentlich gemacht, nachdem er umfangreiches Archivmaterial ausgegraben und Zeitzeugen befragt hatte. Die Geschichte des Lagers war seit dem Zweiten Weltkrieg weitgehend verloren gegangen, verschleiert oder verzerrt worden. Zu den Häftlingen des Lagers gehörten der berühmte Partisan Josef Serinek und seine Familie. Später wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers eine Schweinefarm errichtet.
Polansky hat zahlreiche Bücher und u.a. den Dokumentarfilm „Gypsy Blood“ publiziert. 2004 erhielt er den Weimarer Menschenrechtspreis, da er sich unter Einsatz seines Lebens für die im Kosovo lebenden Roma einsetzte. Read the rest of this entry »
Antiziganismus in den Medien
Podcast Transfer Together, Folge 31 (31:29 min, 43 MB) →Anhören/Download (mp3)
Die WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ vom 29. Januar 2021 hat für viel Aufregung gesorgt (wir berichteten hier und hier). In der Runde wurden rassistische Bilder von Sinti und Roma diskutiert, ohne Betroffene zu Wort kommen zu lassen. Das Beispiel zeigt, wie aktuell und wichtig es ist, über diese Stereotype aufzuklären und über die weit verbreitete Diskriminierung von Sinti und Roma zu sprechen. Nadine Küßner (Antiziganismusprävention, PH Heidelberg) hat für diese Podcast-Folge mit Angelina Kappler (Winzerin, dt. Weinkönigin), Anja Reuss (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) und Georgi Ivanov (Amaro Foro e.V.) über Antiziganismus in den Medien gesprochen und darüber, wie man ihm begegnen kann.
1937/38 versuchte die Sowjetunion, eine autonome Region für Roma (Romanistan) zu begründen. Dafür wurden Roma nach Sibirien zwangsverbracht.
IHRA: Nicht rechtsverbindliche Arbeitsdefinition von Antiziganismus
8. Oktober 2020
Mit Sorge zur Kenntnis nehmend, dass die mangelnde Anerkennung des Völkermords an den Sinti und Roma zuden Vorurteilen und zur Diskriminierung beigetragen hat, die viele Gemeinschaften der Sinti und Roma* heute noch erfahren, sowie in der Wahrnehmung unserer Verantwortung, solchen Formen von Rassismus und Diskriminierung entgegenzutreten (Artikel 4 und 7 der IHRA-Ministererklärung von 2020 sowie Artikel 3 der Erklärung von Stockholm), verabschiedet die IHRA die folgende Arbeitsdefinition von Antiziganismus:
Antiziganismus manifestiert sich in individuellen Äußerungen und Handlungen sowie institutionellen Politiken und Praktiken der Marginalisierung, Ausgrenzung, physischen Gewalt, Herabwürdigung von Kulturen und Lebensweisen von Sinti und Roma sowie Hassreden, die gegen Sinti und Roma sowie andere Einzelpersonen oder Gruppen gerichtet sind, die zur Zeit des Nationalsozialismus und noch heute als „Zigeuner“ wahrgenommen, stigmatisiert oder verfolgt wurden bzw. werden. Dies führt dazu, dass Sinti und Roma als eine Gruppe vermeintlich Fremder behandelt werden, und ihnen eine Reihe negativer Stereotypen und verzerrter Darstellungen zugeordnet wird, die eine bestimmte Form des Rassismus darstellen.
Als Leitfaden für die Arbeit der IHRA wird Folgendes anerkannt:
Antiziganismus gibt es seit Jahrhunderten. Er war ein zentrales Element der gegen Sinti und Roma gerichteten Verfolgungs- und Vernichtungspolitik, wie sie vom nationalsozialistischen Deutschland sowie von denjenigen faschistischen und extrem nationalistischen Partnern und anderen Mittätern, die sich an diesen Verbrechen beteiligten, betrieben wurde.
Antiziganismus hat weder mit der NS Zeit begonnen noch danach aufgehört, sondern ist weiterhin ein zentrales Element von an Sinti und Roma begangenen Verbrechen. Read the rest of this entry »
Deutschland hat als erstes Land die Arbeitsdefinition von Antiziganismus der „Internationalen Allianz zum Holocaust-Gedenken“ (International Holocaust Remembrance Alliance,IHRA) angenommen. Antiziganismus bezeichnet den Rassismus gegenüber Sinti und Roma. Deutschland macht nun die Definition der IHRA zur Grundlage für politisches und Verwaltungshandeln. Außenminister Maas sagte in Berlin, der Völkermord an den Sinti und Roma während der NS-Zeit sei viel zu lange in Vergessenheit geraten. Die Diskriminierung von Sinti und Roma halte sich „hartnäckig in unseren Gesellschaften“. Nach der IHRA-Definition handelt es sich etwa um Antiziganismus, wenn Sinti und Roma verzerrt dargestellt oder ihre Verfolgung durch die Nationalsozialisten geleugnet werden. Der Begriff „Zigeuner“ wird als antiziganistisch bewertet, wenn er als Beleidigung verwendet wird.
Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin bemüht sich, mit einer Aufklärungskampagne für die Coronaimpfungen auch die Communities von Geflüchteten und Migranten zu erreichen. Der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid informiert in dem Video über die Impfungen gegen Covid-19. Diese Informationen in 14 Sprachen „sind für Geflüchtete und alle anderen gedacht, die noch nicht so gut Deutsch sprechen“.
1978 prangerte ein Bericht der Dissidenten der Charta 77 (Dokument 23) die an Romnja vorgenommenen Zwangssterilisationen in der ČSSR an.
Als der Grazer Vinzi-Pfarrer 1.000 Euro Prämie für den „Bettler-Mercedes“ auslobte: Armenpfarrer Wolfgang Pucher – ganz persönlich
Graz – Laut gedacht: In der neuen Folge der Podcast-Reihe spricht der Grazer Pfarrer mit „Kleine Zeitung“-Redakteur Bernd Hecke und räumt dabei einmal mehr mit dem Märchen von der Bettler-Mafia auf.
Kaum ein Obdachloser in Graz, den er nicht beim Namen kennt, um den er sich nicht schon persönlich gekümmert hat. Seit Jahrzehnten setzt sich Pfarrer Wolfgang Pucher für die Ärmsten ein. Kompromisslos, engagiert und wenn nötig – das haben auch schon zahlreiche Politiker zu spüren bekommen – mit einer gehörigen Portion Zorn. Seine streitbare Stimme hat den gesellschaftspolitischen Diskurs nicht nur in der Stadt, sondern in ganz Österreich mitgeprägt: Vom Umgang mit den Flüchtlingen des Jugoslawienkriegs Anfang der 1990er-Jahre, über die Diskussion um das Bettelverbot bis hin zu ganz aktuellen und brennenden Themen. Kurz vor seinem 82. Geburtstag lässt er sein Leben und sein Wirken als Geistlicher und als Mensch mit Schwächen und Fehlern in einem sehr persönlichen Gespräch mit Graz-Ressortchef Bernd Hecke Revue passieren. [...]
Der Gottesmann erzählt auch davon, wie er 1.000 Euro Prämie ausgelobt hat, für den, der ihm den Beweis für berüchtigten Bettler-Mercedes bringt, als in der politischen Debatte die Gerüchte von den Roma-Paten der Bettler-Mafia kursierten. Und Pucher weiß um große Roma-Familien, die sich das Erbettelte aufteilen, aber eine Mafia, einen der in Graz abends abkassiert, habe er nie beobachtet.
Als Kind war die Kunst sein Zufluchtsort, ein Weg in eine buntere Welt. Heute bangt der Gitano-Künstler José Luis Mesas Sánchez um die Zukunft seines Wandgemäldes auf Mallorca.
„Es war einmal ein Kind, das gerne malte. Es malte so gerne, dass es das überall und zu jeder Zeit tat, und das brachte ihm Probleme mit der Schule ein. Es bemalte sein Schreibpult, die Wände und sogar die Bücher – und immer wurde es damit bestraft, dass es sich in die Ecke stellen musste, um über sein Verhalten nachzudenken.“ Dieses Kind war der heute 47-jährige Künstler José Luis Mesas Sánchez. Er wurde als eines von sieben Geschwistern einer aus Andalusien nach Mallorca emigrierten Familie von Gitanos, wie die Roma in Spanien genannt werden, in Palma geboren. Die Passage stammt aus dem Kinderbuch „Mi mundo“ („Meine Welt“), das er zusammen mit der Autorin Patricia Chinchilla gestaltet hat und das erzählt, wie Mesas einst zur Kunst fand.
Für den damals Siebenjährigen, der wie drei seiner Geschwister in ein Kinderheim gegeben wurde, nahm die Geschichte eine positive Wendung: Eine neue Kunstlehrerin entdeckte sein großes Talent, förderte ihn und brachte ihn dazu, in ein Skizzenbuch zu malen, anstatt seine Umgebung zu verschönern. Sein Stil entwickelte sich im Lauf der Jahre von Pop-Art und Surrealismus hin zu einer eigenen, farbenfrohen künstlerischen Sprache, die er „Mesismo“ nennt. Seine Markenzeichen: Marienkäfer, Fische und Libellen. Heute ist Mesas ein international tätiger Künstler, der laut eigener Aussage in 29 Museen vertreten ist. Doch die Ironie des Schicksals will, dass er nach all den Jahren wieder Ärger bekommt, weil er eine Wand bemalt hat: die Fassade des Hotels Armadams in Palma de Mallorca (siehe hier).
Dieses charmante Filmdokument einer Zufallsbegegnung während Bob Dylans Englandtour 1965 ist als Extra auf der DVD von „Dont Look Back“ von D. A. Pennebaker (1967) enthalten, als Blu-ray und DVD erschienen in der Criterion Collection.
Wenn man den vielen User-Kommentaren von angeblich Beteiligten und ihren Verwandten und Nachfahren Glauben schenkt, hat die Familie dieses Fundstück im Internet entdeckt – und sich scharenweise auf der Youtube-Seite eingefunden. Dass dieser denkwürdige kleine Moment mit Bob Dylan und Joan Baez als besondere Anekdote in die Familiengeschichte eingegangen ist, wollen wir jedenfalls gerne glauben.
Ab 1912/13 mussten „Nomaden“ in Frankreich anthropometrische Ausweise mit Körper-/Gesichtsmaßen (auch Ohren- u. Fingerlängen) bei sich tragen.
Minderheiten zwischen Allianz und Konkurrenz – das Versprechen einer pluralen Demokratie?
Online-Vortrag und -Diskussion am 25.03.2021, 18:00 bis 19:30 Uhr | →zur Anmeldung
Ankündigung: Die deutsche Bundesregierung wirbt für den Rechtsstaat und das Versprechen einer pluralen Demokratie. Doch vor allem dort, wo selbstbewusste Minderheiten ihr Recht auf Gleichheit und Freiheit einfordern, kommen diese Versprechen an ihre Grenzen. Debatten um die Rechtssicherheit, gleichberechtigte Teilhabe und Zugehörigkeit von Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, sowie Forderungen nach dem Abbau struktureller und symbolischer Ungleichheiten sind zentrale Herausforderungen unserer postmigrantisch geprägten Bundesrepublik.
Wie können gesellschaftliche Minderheitenpositionen erfolgreich Einfluss auf demokratische Prozesse nehmen? Inwieweit können abgrenzende Identitätspolitiken ein Erfolgsmodell sein? Wann braucht es Allianzen, um Ungleichheit und Diskriminierung abzubauen?
Nach einem Impulsvortrag des Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume, werden Vertreter*innen der drei bundesweiten Kompetenznetzwerke Antiziganismus, antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus über diese Fragen sprechen, den Istzustand kritisch reflektieren, aktuelle Herausforderungen diskutieren und gemeinsam mit dem Publikum Zukunftsperspektiven entwickeln.
Die Veranstaltung findet online über Zoom statt. Der Link zur Teilnahme wird davor per Mail verschickt. Anmeldung ab dem 15. März 2021 unter: →www.teilseiend.de