Facts & Figures (354)

März 16th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Medien & Presse

Von Nov. 1934 bis April 1941 er­schien Glasul Romilor (Ro­ma-Stim­me), die ers­te pe­rio­di­sche Ro­ma-Zei­tung Ru­mä­ni­ens. Es gab 15 Aus­ga­ben.

(Quelle)

EDUromnja: Frauenmuseum ist online

März 15th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Veranstaltungen & Ausstellungen

EDUromnjaDas virtuelle Dokumentationszentrum zur Geschichte und Ge­gen­wart von Ro­ma-Frau­en in Euro­pa ist online. Ein Pro­jekt der Ini­tia­ti­ve Ro­ma­ne Romnja

Die EDUromnja ist ein virtuelles Dokumentations­zentrum, ein Online-Museum zur Ge­schichte und gegen­wär­ti­gen Situa­tion von Roma- und Sinti-Frauen in Euro­pa. Der Name setzt sich aus den Worten EDU (für Bildung und Unter­hal­tung) und Romnja (weibliche Form von Roma) zu­sammen, um zu ver­deut­lichen, dass so­wohl Aspekte der Infor­mations­ver­sor­gung als auch der Unter­haltung berück­sich­tigt werden. Ge­boten wird eine Sammlung selbst­bestimm­ter sozial-, kultur- und alltags­geschicht­li­cher Zeug­nisse, illustriert durch Objekte, Fotos, Plakate, Schrift­stücke sowie Film- und Ton­dokumente, die online zur Ver­fü­gung stehen.

EDUromnja ist ein virtuelles Konstrukt, das ausschließ­lich im Netz exis­tiert und Ob­jekte zeigt, die in der Realität kein Teil regulärer Museums­program­me oder ande­rer Aus­stellungen sind. Dass sie dies NICHT sind, zeigt die Not­wendig­keit von EDUromja, denn bisher erhielt die Geschichte und Situa­tion der Sinti- und Ro­ma-Frauen wenig Auf­merksam­keit in der wissen­schaftli­chen Doku­mentation und in den regulä­ren Program­men von Museen und Archiven.

EDUromnja ist ein Projekt der Initiative Romane Romnja – einer Initia­tive, die 2010 von Sinti- und Roma-Frauen ge­grün­det wurde. Sie ver­folgt das Ziel, das histori­sche Erbe der Romnja zu be­wahren und gleich­zeitig neue, authen­ti­schere Bilder zu schaffen. Die Initia­tive Romane Romnja mit ihrem Pro­jekt EDUromnja sieht sich auch als Kom­petenz­zentrum zur Geschichte und Situation der Roma-Frauen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (353)

März 13th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Romani

Das Online-Formular für die be­vor­ste­hen­de Volks­zäh­lung in Tsche­chi­en kann u.a. auch in einer Ro­ma­nes-Fas­sung ab­ge­ru­fen wer­den.

(Quelle)

Robert Schweizer ando vakeripe

März 11th, 2021  |  Published in Brauchtum & Tradition, Film & Theater, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Robert Schweizer im Gespräch

Heute macht sich das „TV Erba“-Team wieder einmal auf den Weg, um einen Beitrag über das Leben von Volks­gruppen­an­ge­hö­ri­gen zu ge­stalten. Halt war dies­mal in Oberwart beim „Nostalgiekasperl“. Das Puppen­spiel ist eine Kunst­form, die von den Schau­stellern in der Fa­milie von Ge­nera­tion zu Ge­ne­ration weiter­ge­geben wurde. Unser Redak­teur Adolf Gussak sprach mit der Person hin­ter den Puppen. Wir hoffen auf bal­dige Bes­serung der ak­tuel­len Situation, so­dass Herr Schweizer sein fahren­des Puppen­theater bald wieder be­treiben kann und sich noch viele Kinder an dieser tra­ditio­nel­len Unter­hal­tungs­form be­geis­tern können.

Adi o dschene andar TV Erba papal upro drom pumen keren, jek film pedar o dschivipe flo­goskere grupna­ke­re dsche­nendar te kerel. Khero­dim ulo o “nostal­gi­ja­kero pojaceri” Erbate. O babu­ka­kero khelipe jek kunsta­keri forma hi, savi le famili­jakere dsche­nendar, usar jek generacija usi kija genera­cija, prik dim ol. Amaro re­porteri Adolf Gussak le dsche­noha palo babuki, va­kertscha. Read the rest of this entry »

Hate Speech und Antiziganismus in den Medien

März 11th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

ERIAC Hate Spreech and AntigypsyismInternationale Konferenz von Europarat, Zentralrat, Aus­wär­ti­gem Amt und dem European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) vom 10.–11. März 2021

→Zum Programm | → Zum Livestream

Hassrede ist ein globales Phänomen, von dem Sinti und Roma in Europa und weltweit un­ver­hältnis­mäßig stark be­troffen sind. Sowohl in den tra­ditio­nel­len Medien als auch online, ins­beson­dere in den sozialen Medien, sind Sinti und Roma Opfer von dis­krimi­nie­renden und hass­erfüllten Diskur­sen, Fehl­infor­matio­nen, Falsch­dar­stellungen und Fake News, die allesamt als Er­schei­nungs­formen von Anti­ziganis­mus gelten.

Die internationale Konferenz „Hate speech and Antigypsyism in the Media“, die vom Euro­pean Roma Insti­tute for Arts and Culture (ERIAC) in Zu­sam­men­arbeit mit dem Council of Europe Roma and Travellers Team und dem Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma aus­ge­rich­tet wird, hat zum Ziel, das Phä­nomen der Hassrede gegen Sinti- und Roma- Com­mu­nities und Einzel­per­sonen zu unter­suchen. Read the rest of this entry »

Kind in Handschellen: zweite Strafanzeige

März 10th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Streifenwagen (Bild von Cornell Frühauf/Coernl auf Pixabay)Vor einem Monat erhob der Landesverband Deut­scher Sinti und Roma in Ba­den-Württem­berg Vor­würfe gegen die Po­lizei­ wegen eines Über­­griffs auf ein elf­jäh­ri­ges Kind in Singen (wir be­rich­te­ten). Nach einem an­fäng­li­chen De­menti be­stä­tigte die Polizei, dass es einen sol­chen Vor­fall gab; die Kri­minal­poli­zei hat in­terne Er­mitt­lun­gen auf­ge­nom­men. Nun be­richtet der Landes­ver­band, dass eine wei­te­re Strafanzeige er­stat­tet wurde:

Am 8. März 2021 fand in Singen (Ba­den-Württem­berg) die Ver­neh­mung des elf­jähri­gen Kindes, das am 6. Febru­ar 2021 in Hand­schellen von meh­reren Polizisten ab­geführt wurde, und weite­ren Zeugen und Zeu­gin­nen statt. Gegen vier Polizisten und Poli­zistin­nen laufen ak­tuell Ermitt­lungen wegen Frei­heits­berau­bung auf­grund einer am 9. Februar 2021 ge­stellten Straf­anzeige. Der Zeugen­bei­stand Engin Sanli hat nach der richter­lichen Ver­nehmung gegen einen der betei­lig­ten Polizisten eine weite­re Straf­anzeige wegen Beleidi­gung und Frei­heits­berau­bung gestellt.

In einem Hochhaus in Singen hatten zwei Kinder auf einem Balkon im Treppen­haus ge­spielt. Während der Be­fragung hatte ein Beamter eines der Kinder, nach­dem es seinen Nach­namen genannt hatte, ge­fragt, ob es von der „Zigeuner­familie“ sei. Vor dem Haus hatten bereits zwei weite­re Beamte zwei Kinder nach deren Per­sona­lien befragt. Als die Be­amten das Gebäude mit den Kindern ver­ließen, nahmen sie die Perso­na­lien der Kinder auf, die unten vor dem Haus spiel­ten. Hierbei wur­de eines der Kinder sinn­gemäß mit den Worten „Einer von den Zigeunern, die kennen wir ja“, „Du kommst eine Nacht hinter Gitter“ und „Der Tod kommt dich holen“ be­droht. Ohne er­sicht­li­chen Anlass führ­ten die Beamten darauf­hin einen elf­jährigen Jungen in Hand­schellen ab.

Rechtsanwalt Engin Sanli: „Im Zuge der richterlichen Ver­nehmung von zwei Zeugen ist be­kannt geworden, dass ein Polizei­beamter gegen­über einem weiteren Kind gesagt habe, ob es von der ‚Zigeuner­familie‘ wäre. Ihm wurde außer­dem verwehrt, an das Handy zu gehen, als sein Vater ihn anrief. Die Befra­gung fand auf einem Balkon im 15. Stock statt. Read the rest of this entry »

„Nadie nos para“ (Keiner hält uns auf)

März 9th, 2021  |  Published in Frauenrechte, Musik

Ein musikalischer Nachtrag zum Internationalen Frauentag: „Nadie nos para“ (Kei­ner hält uns auf) von La Negra de Graná aus Granada und La Prima aus Valencia, zwei jun­gen Frauen aus der Min­der­heit der Gitanos (Roma), die da über furcht­lose Frauen sin­gen und dabei ganz an­stän­dig auf den Tisch hauen.

Opre Romnja!

Facts & Figures (352)

März 8th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater, Frauenrechte

Für ihre filmwissenschaftliche Stu­die über „Ro­ma­ni Wo­men’s Ci­ne­ma“ (2020) er­fasste Émelie Her­bert-Pon­ton­nier 23 Roma-Re­gis­seurin­nen.

(Quelle)

Facts & Figures (351)

März 7th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Religion

Unter dem Patronat der Gat­tin des fin­ni­schen Staats­präs. Paasikivi fand 1955 in Hel­sin­ki die 1. In­ter­nat. Kon­fe­renz der Zi­geu­ner­mis­sio­na­re statt.

(Quelle/pdf)

Marcel Courthiade (1953–2021)

März 6th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Romani

Marcel Courthiade (Foto: Fundación Secretariado Gitano)Auf Social Media erreicht uns die traurige Nach­richt vom Tod des be­deu­ten­den Roma­ni-Sprach­wis­sen­schaft­lers und Roma-Ak­ti­vis­ten Marcel Courthiade. Der 1953 geborene und lange in Frank­reich le­bende For­scher und För­de­rer der Spra­che der Roma, der sich seit Jahr­zehn­ten für die Stan­dar­di­sie­rung des Romani ein­setzte, ver­starb am 4. März.

Vor seiner akademischen Karriere als Romani-Linguist ar­beitete er meh­rere Jahre als politi­scher Analyst und Über­setzer für die fran­zö­sische Bot­schaft in Tirana. Anschließend lehrte er an der École pratique des hautes études (EPHE) in Paris. Seit 1997 wirkte Couthiade als ao. Pro­fessor am Institut national des langues et civili­sations orien­tales (INALCO) an der an der Uni­ver­sité Sorbonne Paris Cité. An diesem Institut, an der er selbst seinen PhD er­worben hatte, baute er nun den Studien­gang „Roma­ni-Sprache und -Kultur“ auf und machte die Sor­bonne so zu einer der ganz wenigen Uni­versi­tä­ten welt­weit, an der die Sprache studiert werden kann. Vor einigen Jahren kon­zipierte er in diesem Zu­sammen­hang eine internet­basierte inter­aktive Studien­platt­form zum Er­lernen von Ro­mani: http://www.red-rrom.com/

Marcel Courthiade war insbesondere eine treibende Kraft hinter den Be­mühungen, einen inter­natio­nal an­er­kannten Romani-Stan­dard zu etablie­ren. So prä­sentierte er 1990 auf dem IV. Kon­gress der IRU im pol­nischen Serock ein Modell für die orthogra­fische Ver­ein­heit­li­chung der in viele Dialekte zer­fallenden Sprache. Dieses standar­disierte Roma­ni-Alphabet (in seiner Schrei­bung: Rromani), hat sich je­doch nicht als all­gemein an­erkannte Norm durch­setzen können und ist heute vor allem in Frank­reich, Rumä­nien und im Ko­sovo im Ge­brauch.

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Trauer um Imrich Tomáš

März 4th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Kunst & Fotografie

Imrich Tomáš (Foto: Nihad Nino Pušija/Dokuzentrum)Der deutsche Maler Imrich Tomáš ver­starb am 12. Febru­ar 2021 im Alter von 72 Jahren

Wer Imrich Tomáš kannte, der weiß, dass er mit seiner starken Hal­tung, seiner Ehrlich­keit und Offen­heit seine Identität als zeit­genös­si­scher Künstler und An­ge­höri­gen unserer Minder­heit geprägt hat. Er machte es keinem leicht, der ver­suchte, ihn als „Roma-Künst­ler“ in eine Schub­lade zu stecken. Nein, er be­tonte immer wieder und un­ermüd­lich, dass er ein zeit­genös­si­scher deutscher Künstler sei, was auch seine Kunst­werke deut­lich machen. Er kämpfte dafür, dass sich Sinti und Roma in der euro­päischen Kunst­szene als zeit­genös­sische Künstler verstehen und als solche ver­standen werden. Dennoch leugnete er nie­mals, dass er An­gehö­riger unse­rer Minder­heit war.

Imrich Tomáš wurde in der Slowakei geboren. 1969, einige Monaten nach der gewalt­samen Nieder­schla­gung des Prager Frühlings, reiste er als 21-Jähriger in die Bundes­republik, wo er fünf Jahre später an der Hoch­schule der Künste in Berlin bei Pro­fes­sor Horst Hirsig sein Studium als Maler begann.

Wenn man mit Tomáš über Kunst und Gesellschaft sprach, konnte man immer die beson­dere und erfri­schen­de Freiheit der Berliner Kunst­szene spüren. Seine Kunst­werke aus Hanf­fasern, Pigment und Kunstharz wir­ken inspi­rie­rend, machen neu­gierig und rufen seine immer su­chenden sowie neu­gierigen Augen in Erinnerung. Read the rest of this entry »

Ö1: Geschichte einer Auslöschung

März 3rd, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

BuchcoverEin umfangreiches historisches Werk do­ku­men­tiert die Ver­gan­gen­heit der Volks­grup­pe der Ro­ma im Bur­gen­land.

→Anhören (online bis 5.3.2021)

Ö1 Punkt eins | Gäste: Dr. Gerhard Baumgartner, Historiker, wissenschaftlicher Leiter des Doku­men­tations­archivs des öster­rei­chi­schen Widerstandes & Mirjam Karoly, Polito­login, Roma-Ak­tivistin. Ge­stal­tung und Mo­de­ra­tion: Andre­as Ob­recht.

Vor 1938 lebten im Burgenland in 120 Siedlungen rund 8.000 Men­schen der Volks­gruppe der Roma. Schon kurz nach dem „Anschluss“ be­gann die Ver­folgung durch das natio­nal­sozialis­ti­sche Regime, die schließ­lich zur systematischen Vernichtung in Arbeits- und Kon­zentra­tions­lagern führte. Nach der De­portation wur­den die meis­ten Roma-Sied­lungen ab­gerissen oder nieder­gebrannt. Nicht ein­mal zehn Pro­zent der Roma über­lebten die natio­nal­sozia­listi­sche Tyrannei – als sie zurück­kehrten stan­den sie vor den Trümmern ihrer eige­nen Geschichte, die dem Ver­gessen preis­ge­geben war.

Erst 1993 erfolgte die offizielle Anerkennung der Roma als sechste öster­reichi­sche Volksgruppe. 1995 erschüt­terte der bestia­li­sche, rassistische Mord des Bomben­atten­täters Franz Fuchs an vier Män­nern in Oberwart die Öf­fent­lich­keit und führte zu einer ver­stärk­ten schritt­wei­sen Auf­arbeitung der Geschichte der Volks­gruppe.

Nun haben die Historiker Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl eine um­fang­reiche Doku­mentation über die ehemals 120 Ro­ma-Sied­lun­gen im Burgenland vor­gelegt. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (350)

März 1st, 2021  |  Published in Facts & Figures, Romani

Weniger bekannte Ro­ma­ni-Be­zeich­nun­gen für den Ro­ma-Holo­caust sind: Kali Traš („Schwar­ze Angst“) u. Berša Bibahtale („Un­glück­li­che Jah­re“).

(Quelle)

Gertrude Gussak im Gespräch

Februar 27th, 2021  |  Published in Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Gertrude Gussak ando vakeri­pe le Em­me­rich Gärt­ner-Hor­vathiha

Im heutigen Beitrag zeigt TV Erba die prekären Um­stände der 61-jäh­ri­gen Romni Gertrude Gussak. Seit ihrer Kind­heit lebt die heute schwer­kranke Frau im Stegers­bacher Roma-Gra­ben. Sie leidet unter COPD, einer schwe­ren Lungen­krank­heit, und hat einen Herz­fehler. Als Risiko­patientin er­zählt sie über ihre Angst, sich mit dem Covid-Virus zu in­fi­zie­ren und über ihre Einsam­keit, beson­ders seit dem Beginn des ers­ten Lockdowns. Ihr Haus ist sehr reno­vie­rungs­bedürf­tig. In solch be­son­deren Härte­fällen kommt dann Emme­rich Gärtner-Hor­vath (Verein Roma-Ser­vice) mit seinem „RomBus“ ins Spiel, um den Volks­gruppen­an­ge­höri­gen zu helfen.

Ando adiveseskero ardipe sikal TV Erba i bibas­tali situa­cija la 61-ber­schen­gera Rom­ni­jatar Gertrude Gussak. Sajt lake­ri tscha­ven­geri caj­tatar, dschil i nasvali Romni ando Romen­gero jarko Schtegate. Oj tiri­nel telal COPD, jek pharo parne buken­gero nas­valipe, taj telal jek du­kipe upro vodschi. Oj phukal pe­dar lakeri dar, pe le Covid-vi­ru­siha te in­fici­rinel taj pedar lakero kor­kores­kero dschi­vipe, sajt o erschti Lockdown hi. Read the rest of this entry »

#otd1945: Kinderverse aus Buchenwald

Februar 26th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

Buchenwald - Seitenauszug aus dem Gedichtbuch von Johann (Mongo) Stojka, 1945 (Foto: Kazerne Dossin in Mechelen/buchenwald.de)) „Wir kommen doch noch einmal raus“

#otd1945 – Heute im Jahr 1945: Die Stif­tung Gedenk­stät­ten Buchenwald und Mit­­tel­­bau-Dora be­rich­tet im heu­ti­gen Bei­trag in ihrem On­line­pro­jekt #otd1945 („on this day 1945“) von den KZ-Ge­­dich­ten und -Skiz­zen des ge­rade mal 15-jäh­­ri­gen Jo­hann (Mongo) Stojka.

In einem behelfsmäßigen Büchlein hielt ein Junge durch Verse und Zeich­nun­gen seine Erfah­run­gen fest. Es ist ein kind­li­cher Blick auf eine inhumane Welt. „Warst du im Lager Buchen­wald, da oben ist es gar so kalt“, so der An­fang des Gedichts vom 26. Febru­ar 1945. Ver­fasser war Johann Stojka, ein 15-jäh­riger öster­rei­chi­scher Rom.

Nach der Auflösung des „Zigeuner-Familienlagers“ in Ausch­witz-Bir­kenau kam er mit seinem jün­geren Bruder Karl im August 1944 nach Buchen­wald. Dort hatte die SS für die jüngs­ten und schwächs­ten Sinti und Roma keine Ver­wen­dung und stellte einen Rück­transport zur Ermordung zu­sammen. Johann und Karl blieben zurück, da ver­meint­lich krank und somit „nicht tran­sport­fähig“. Diese Einstufung rettete beiden das Leben. Hoff­nungs­voll endet das Gedicht mit den Worten: „Wir kom­men doch noch einmal raus“. Die Brüder ge­hörten zu den weni­gen ihrer Großfamilie, die den Genozid an den Sinti und Roma, den Porajmos, überlebten.

(Text: Stefan Lochner auf liberation.buchenwald.de)

Literatur:
Mongo Stojka, Papierene Kinder. Glück, Zerstörung und Neubeginn einer Roma-Familie in Österreich, Wien 2000.
Karl Stojka u. Reinhard Pohanka, Auf der ganzen Welt zu Hause, Wien 1994.

Anm. der dROMa-Red.:
Johann (Mongo) Stojka, der als Musiker und Autor Bekanntheit er­lang­te, ent­stamm­te einer bedeu­ten­den öster­reichi­schen Lovara-Fa­milie und war eine der pro­minen­tes­ten und einfluss­reichs­ten Roma-Per­sön­lich­keiten Öster­reichs. Read the rest of this entry »

Buchenwald: Countdown zur Befreiung

Februar 26th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek

76 Jahre Befreiung von Buchenwald - ein Onlineprojekt in DeutschlandDie Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mit­tel­bau-Dora be­leuch­tet in ih­rem neu­en Onlineprojekt #otd1945 („on this day 1945“) die letz­ten Mo­nate der KZ Buchen­wald und Mit­tel­bau-Dora.

Bis zum 11. April, dem historischen Datum der Be­freiung der bei­den Lager, wird das Online­por­tal ein facet­ten­rei­ches Angebot ent­falten, das von histo­ri­schen Hinter­gründen bis zu aktu­el­len Programm­punkten reicht und auch die virtu­elle Teil­nahme an den zentra­len Feier­lich­keiten zum 76. Jahres­tag im April 2021 ermög­lichen wird. Bis zum 11. April beschreibt der Blog ein­zelne Gescheh­nisse von vor 76 Jahren aus den Kon­zentra­tions­lagern oder ihrem Umfeld. Schlaglicht­artig wird so nach­ge­zeich­net, was 1945 Tag für Tag bis zur Befreiung und darüber hinaus ge­schah. Diese letz­ten Kriegs­monate waren von einer weite­ren Eska­la­tion des Terrors und der von Deutschen aus­gehen­den Gewalt ge­kenn­zeichnet, obwohl die Nieder­la­ge Deutschlands spä­testens Anfang 1945 an allen Fronten ab­zu­lesen war. Viele Häftlinge in den Kon­zentra­tions­lagern hoff­ten seitdem auf ihre baldige Befrei­ung, doch das Morden in den Lagern und auf den Schau­plätzen der Zwangs­arbeit brach nicht ab. Erst die An­kunft der alliierten Trup­pen stopp­te die Verbrechen.

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Facts & Figures (349)

Februar 22nd, 2021  |  Published in Facts & Figures

Nach seinem Ver­bot in Frank­reich ver­leg­te der Ro­ma-Welt­ver­band Com­munau­té Mon­dia­le Gi­tane sei­nen Sitz 1965 vo­rü­ber­ge­hend nach Wien.

(Quelle)

PEN solidarisiert sich mit Romanes

Februar 21st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, Romani

PEN-Zentrum DeutschlandDer deutsche PEN nimmt den Inter­na­tio­na­len Tag der Mutter­sprache am 21. Febru­ar zum An­lass, um auf die Sprache und Kultur der Sinti und Roma auf­merk­sam zu machen und für ein fried­li­ches Mit­einan­der ver­schie­de­ner Kul­tu­ren in un­se­rem Land zu wer­ben.

„Zur Kultur in Deutschland gehört, dass wir in diesem mitten in Europa ge­lege­nen Land reich­halti­ge Kultu­ren – im Plural – haben. Dazu zählen meh­rere vom Aus­sterben be­drohte Sprachen, die nur von klei­nen Minder­heiten ge­spro­chen werden, aber doch die Fülle des Mensch­seins re­präsen­tie­ren, wie das Sorbische, Friesisch oder eben auch Romanes“, so PEN-Prä­si­den­tin Regula Venske. „An­statt auf einem an­geb­lichen Grund­recht, ein Schnitzel be­nennen zu wollen, zu be­harren, sollten wir lieber an­deren menschlichen Bedürfnissen Raum geben: Neugier und Lust auf Aus­tausch mit unseren Mit­menschen, ge­mein­sames Trauern, gemein­sames Feiern, gemein­sames Leben. Ich bin sicher, es warten auf Roma­nes noch große literari­sche Schätze darauf, ge­hört und gelesen zu werden.“

Der UNESCO-Atlas der bedrohten Sprachen der Welt schätzt Ro­manes als be­droht ein. Von der größ­ten Minder­heit Europas leben in Deutschland – erst seit 1998 per Gesetz als natio­nale Minder­heit an­erkannt – 70 000 bis 150 000 Sinti und Roma. Read the rest of this entry »

Das Leben und andere Baustellen

Februar 20th, 2021  |  Published in Film & Theater

La vita e altri cantieri (Filmclub)La vita e altri cantieri (2007)
Das Leben und andere Baustellen

Dokumentarfilm von Giuseppe Schettino (Regie) und Jona Zara Klein. Italien. mit dt. UT, 37 Min.
→ Online verfügbar bis 24.2.21 (Seitenende)

Eine Bozner Sinti-Familie lebt haupt­säch­lich von der Musik, aber seit Laki, der einzige Geiger, zu einer christlichen Sekte über­getre­ten ist, kann die Band nicht mehr auf­treten. Fa­milien­oberhaupt Radames ver­sucht die Gruppe wieder zu­sam­men­zu­führen und sieht sich dabei mit großen Ver­änderu­vgen der eige­nen Traditio­nen kon­fron­tiert. Der Doku­mentar­film „Das Leben und andere Bau­stellen“ erzählt von Ge­ne­ra­tio­nen-Kon­flikten in der Kultur eines be­drohten Volkes.

Der Filmclub in Südtirol zeigt zusammen mit der Film­schule ZeLIG und dem Film­festi­val Bozen kos­ten­los ein On­line-Film­paket: Im Wochen­rhythmus wer­den Filme von Ab­sol­vent/in­nen der Film­schule ZeLIG ge­zeigt, dazu je­weils ein Hinter­grund­gespräch (Anm.: das Ge­spräch mit Giu­seppe Schettino wur­de auf Italie­nisch ge­führt).

(Text: Filmclub)

Der Anschlag von Hanau und seine Folgen

Februar 19th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Say their names: die Opfer von HanauDer rechtsterroristische Mordanschlag am 19. Februar 2020 forderte auch Opfer aus der Minderheit der Sinti und Roma. Für Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun war Hanau mehr als nur eine Stadt vor den Toren der Metro­pole Frankfurt. Hanau war ihre Heimat – ihr Zu­hause, ge­nau­so wie für rund 96.000 ande­re Ha­nauerin­nen und Ha­nauer.

Mercedes lebte dort mit ihrer drei­jährigen Toch­ter und ihrem 17 Jahre alten Sohn. Als sie für sich und die Kinder Pizza holen wollte, wurde sie er­mordet. Mercedes wurde 35 Jahre alt. Der 33-jäh­rige Kaloyan kam vor zwei Jahren aus Bulgarien nach Hanau. Er war Vater eines sieben­jäh­rigen Sohnes und unter­stützte mit seiner Arbeit seine Familie in Bul­garien. In der Bar, in der er ge­legent­lich aushalf, wurde er er­schossen. Vili-Viorel kam im Alter von 16 Jah­ren aus Rumänien nach Deutsch­land, weil seine Mutter schwer er­krankt war und sich in Deutschland be­han­deln lassen wollte. Der junge Mann arbeitete bei einer Kurier­firma. In­zwi­schen gilt es als erwiesen, dass er den Täter auf­halten wollte, nachdem dieser am ersten Tatort um sich schoss. Vili-Viorel ver­folgte ihn daher mit seinem Auto wäh­rend er erfolg­los ver­suchte, die Polizei zu alar­mieren. Am zwei­ten Tatort in Hanau-Kes­sel­stadt wurde er vom Täter mit drei Kugeln ge­troffen, als er starb war er ge­rade ein­mal 22 Jahre alt.

Mercedes, Kaloyan und Vili-Viorel waren Hanauer – und sie waren An­gehö­rige der Minder­heit der Sinti und Roma. Sie waren drei von ins­gesamt neun Todes­opfern, die am 19. Februar 2020 in Hanau einem rechts­terroris­ti­schen Mord­anschlag zum Opfer fielen. Die Trauer um die Toten schmerzt und lässt auch Sinti und Roma in Angst um ihre Sicher­heit zurück.

Der Anschlag war nach dem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle und dem Mord am Kasseler Regie­rungs­prä­si­denten Walter Lübcke der dritte rechts­ter­roris­tische Anschlag mit Todes­opfern innerhalb von zwölf Monaten. Er er­schütterte die Zivil­gesell­schaft vor Ort und weit darüber hinaus. Read the rest of this entry »