Facts & Figures (354)
März 16th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Medien & Presse
(Quelle)
März 16th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Medien & Presse
(Quelle)
März 15th, 2021 | Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Veranstaltungen & Ausstellungen
Das virtuelle Dokumentationszentrum zur Geschichte und Gegenwart von Roma-Frauen in Europa ist online. Ein Projekt der Initiative Romane Romnja
Die EDUromnja ist ein virtuelles Dokumentationszentrum, ein Online-Museum zur Geschichte und gegenwärtigen Situation von Roma- und Sinti-Frauen in Europa. Der Name setzt sich aus den Worten EDU (für Bildung und Unterhaltung) und Romnja (weibliche Form von Roma) zusammen, um zu verdeutlichen, dass sowohl Aspekte der Informationsversorgung als auch der Unterhaltung berücksichtigt werden. Geboten wird eine Sammlung selbstbestimmter sozial-, kultur- und alltagsgeschichtlicher Zeugnisse, illustriert durch Objekte, Fotos, Plakate, Schriftstücke sowie Film- und Tondokumente, die online zur Verfügung stehen.
EDUromnja ist ein virtuelles Konstrukt, das ausschließlich im Netz existiert und Objekte zeigt, die in der Realität kein Teil regulärer Museumsprogramme oder anderer Ausstellungen sind. Dass sie dies NICHT sind, zeigt die Notwendigkeit von EDUromja, denn bisher erhielt die Geschichte und Situation der Sinti- und Roma-Frauen wenig Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Dokumentation und in den regulären Programmen von Museen und Archiven.
EDUromnja ist ein Projekt der Initiative Romane Romnja – einer Initiative, die 2010 von Sinti- und Roma-Frauen gegründet wurde. Sie verfolgt das Ziel, das historische Erbe der Romnja zu bewahren und gleichzeitig neue, authentischere Bilder zu schaffen. Die Initiative Romane Romnja mit ihrem Projekt EDUromnja sieht sich auch als Kompetenzzentrum zur Geschichte und Situation der Roma-Frauen. Read the rest of this entry »
März 13th, 2021 | Published in Facts & Figures, Romani
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März 11th, 2021 | Published in Brauchtum & Tradition, Film & Theater, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Robert Schweizer im Gespräch
Heute macht sich das „TV Erba“-Team wieder einmal auf den Weg, um einen Beitrag über das Leben von Volksgruppenangehörigen zu gestalten. Halt war diesmal in Oberwart beim „Nostalgiekasperl“. Das Puppenspiel ist eine Kunstform, die von den Schaustellern in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Unser Redakteur Adolf Gussak sprach mit der Person hinter den Puppen. Wir hoffen auf baldige Besserung der aktuellen Situation, sodass Herr Schweizer sein fahrendes Puppentheater bald wieder betreiben kann und sich noch viele Kinder an dieser traditionellen Unterhaltungsform begeistern können.
Adi o dschene andar TV Erba papal upro drom pumen keren, jek film pedar o dschivipe flogoskere grupnakere dschenendar te kerel. Kherodim ulo o “nostalgijakero pojaceri” Erbate. O babukakero khelipe jek kunstakeri forma hi, savi le familijakere dschenendar, usar jek generacija usi kija generacija, prik dim ol. Amaro reporteri Adolf Gussak le dschenoha palo babuki, vakertscha. Read the rest of this entry »
März 11th, 2021 | Published in Internet & Blogothek, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Internationale Konferenz von Europarat, Zentralrat, Auswärtigem Amt und dem European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) vom 10.–11. März 2021
→Zum Programm | → Zum Livestream
Hassrede ist ein globales Phänomen, von dem Sinti und Roma in Europa und weltweit unverhältnismäßig stark betroffen sind. Sowohl in den traditionellen Medien als auch online, insbesondere in den sozialen Medien, sind Sinti und Roma Opfer von diskriminierenden und hasserfüllten Diskursen, Fehlinformationen, Falschdarstellungen und Fake News, die allesamt als Erscheinungsformen von Antiziganismus gelten.
Die internationale Konferenz „Hate speech and Antigypsyism in the Media“, die vom European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) in Zusammenarbeit mit dem Council of Europe Roma and Travellers Team und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ausgerichtet wird, hat zum Ziel, das Phänomen der Hassrede gegen Sinti- und Roma- Communities und Einzelpersonen zu untersuchen. Read the rest of this entry »
März 10th, 2021 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Vor einem Monat erhob der Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg Vorwürfe gegen die Polizei wegen eines Übergriffs auf ein elfjähriges Kind in Singen (wir berichteten). Nach einem anfänglichen Dementi bestätigte die Polizei, dass es einen solchen Vorfall gab; die Kriminalpolizei hat interne Ermittlungen aufgenommen. Nun berichtet der Landesverband, dass eine weitere Strafanzeige erstattet wurde:
Am 8. März 2021 fand in Singen (Baden-Württemberg) die Vernehmung des elfjährigen Kindes, das am 6. Februar 2021 in Handschellen von mehreren Polizisten abgeführt wurde, und weiteren Zeugen und Zeuginnen statt. Gegen vier Polizisten und Polizistinnen laufen aktuell Ermittlungen wegen Freiheitsberaubung aufgrund einer am 9. Februar 2021 gestellten Strafanzeige. Der Zeugenbeistand Engin Sanli hat nach der richterlichen Vernehmung gegen einen der beteiligten Polizisten eine weitere Strafanzeige wegen Beleidigung und Freiheitsberaubung gestellt.
In einem Hochhaus in Singen hatten zwei Kinder auf einem Balkon im Treppenhaus gespielt. Während der Befragung hatte ein Beamter eines der Kinder, nachdem es seinen Nachnamen genannt hatte, gefragt, ob es von der „Zigeunerfamilie“ sei. Vor dem Haus hatten bereits zwei weitere Beamte zwei Kinder nach deren Personalien befragt. Als die Beamten das Gebäude mit den Kindern verließen, nahmen sie die Personalien der Kinder auf, die unten vor dem Haus spielten. Hierbei wurde eines der Kinder sinngemäß mit den Worten „Einer von den Zigeunern, die kennen wir ja“, „Du kommst eine Nacht hinter Gitter“ und „Der Tod kommt dich holen“ bedroht. Ohne ersichtlichen Anlass führten die Beamten daraufhin einen elfjährigen Jungen in Handschellen ab.
Rechtsanwalt Engin Sanli: „Im Zuge der richterlichen Vernehmung von zwei Zeugen ist bekannt geworden, dass ein Polizeibeamter gegenüber einem weiteren Kind gesagt habe, ob es von der ‚Zigeunerfamilie‘ wäre. Ihm wurde außerdem verwehrt, an das Handy zu gehen, als sein Vater ihn anrief. Die Befragung fand auf einem Balkon im 15. Stock statt. Read the rest of this entry »
März 9th, 2021 | Published in Frauenrechte, Musik
Ein musikalischer Nachtrag zum Internationalen Frauentag: „Nadie nos para“ (Keiner hält uns auf) von La Negra de Graná aus Granada und La Prima aus Valencia, zwei jungen Frauen aus der Minderheit der Gitanos (Roma), die da über furchtlose Frauen singen und dabei ganz anständig auf den Tisch hauen.
Opre Romnja!
März 8th, 2021 | Published in Facts & Figures, Film & Theater, Frauenrechte
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März 7th, 2021 | Published in Facts & Figures, Religion
März 6th, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Romani
Auf Social Media erreicht uns die traurige Nachricht vom Tod des bedeutenden Romani-Sprachwissenschaftlers und Roma-Aktivisten Marcel Courthiade. Der 1953 geborene und lange in Frankreich lebende Forscher und Förderer der Sprache der Roma, der sich seit Jahrzehnten für die Standardisierung des Romani einsetzte, verstarb am 4. März.
Vor seiner akademischen Karriere als Romani-Linguist arbeitete er mehrere Jahre als politischer Analyst und Übersetzer für die französische Botschaft in Tirana. Anschließend lehrte er an der École pratique des hautes études (EPHE) in Paris. Seit 1997 wirkte Couthiade als ao. Professor am Institut national des langues et civilisations orientales (INALCO) an der an der Université Sorbonne Paris Cité. An diesem Institut, an der er selbst seinen PhD erworben hatte, baute er nun den Studiengang „Romani-Sprache und -Kultur“ auf und machte die Sorbonne so zu einer der ganz wenigen Universitäten weltweit, an der die Sprache studiert werden kann. Vor einigen Jahren konzipierte er in diesem Zusammenhang eine internetbasierte interaktive Studienplattform zum Erlernen von Romani: http://www.red-rrom.com/
Marcel Courthiade war insbesondere eine treibende Kraft hinter den Bemühungen, einen international anerkannten Romani-Standard zu etablieren. So präsentierte er 1990 auf dem IV. Kongress der IRU im polnischen Serock ein Modell für die orthografische Vereinheitlichung der in viele Dialekte zerfallenden Sprache. Dieses standardisierte Romani-Alphabet (in seiner Schreibung: Rromani), hat sich jedoch nicht als allgemein anerkannte Norm durchsetzen können und ist heute vor allem in Frankreich, Rumänien und im Kosovo im Gebrauch.
März 4th, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Kunst & Fotografie
Der deutsche Maler Imrich Tomáš verstarb am 12. Februar 2021 im Alter von 72 Jahren
Wer Imrich Tomáš kannte, der weiß, dass er mit seiner starken Haltung, seiner Ehrlichkeit und Offenheit seine Identität als zeitgenössischer Künstler und Angehörigen unserer Minderheit geprägt hat. Er machte es keinem leicht, der versuchte, ihn als „Roma-Künstler“ in eine Schublade zu stecken. Nein, er betonte immer wieder und unermüdlich, dass er ein zeitgenössischer deutscher Künstler sei, was auch seine Kunstwerke deutlich machen. Er kämpfte dafür, dass sich Sinti und Roma in der europäischen Kunstszene als zeitgenössische Künstler verstehen und als solche verstanden werden. Dennoch leugnete er niemals, dass er Angehöriger unserer Minderheit war.
Imrich Tomáš wurde in der Slowakei geboren. 1969, einige Monaten nach der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings, reiste er als 21-Jähriger in die Bundesrepublik, wo er fünf Jahre später an der Hochschule der Künste in Berlin bei Professor Horst Hirsig sein Studium als Maler begann.
Wenn man mit Tomáš über Kunst und Gesellschaft sprach, konnte man immer die besondere und erfrischende Freiheit der Berliner Kunstszene spüren. Seine Kunstwerke aus Hanffasern, Pigment und Kunstharz wirken inspirierend, machen neugierig und rufen seine immer suchenden sowie neugierigen Augen in Erinnerung. Read the rest of this entry »
März 3rd, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV
Ein umfangreiches historisches Werk dokumentiert die Vergangenheit der Volksgruppe der Roma im Burgenland.
→Anhören (online bis 5.3.2021)
Ö1 Punkt eins | Gäste: Dr. Gerhard Baumgartner, Historiker, wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes & Mirjam Karoly, Politologin, Roma-Aktivistin. Gestaltung und Moderation: Andreas Obrecht.
Vor 1938 lebten im Burgenland in 120 Siedlungen rund 8.000 Menschen der Volksgruppe der Roma. Schon kurz nach dem „Anschluss“ begann die Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime, die schließlich zur systematischen Vernichtung in Arbeits- und Konzentrationslagern führte. Nach der Deportation wurden die meisten Roma-Siedlungen abgerissen oder niedergebrannt. Nicht einmal zehn Prozent der Roma überlebten die nationalsozialistische Tyrannei – als sie zurückkehrten standen sie vor den Trümmern ihrer eigenen Geschichte, die dem Vergessen preisgegeben war.
Erst 1993 erfolgte die offizielle Anerkennung der Roma als sechste österreichische Volksgruppe. 1995 erschütterte der bestialische, rassistische Mord des Bombenattentäters Franz Fuchs an vier Männern in Oberwart die Öffentlichkeit und führte zu einer verstärkten schrittweisen Aufarbeitung der Geschichte der Volksgruppe.
Nun haben die Historiker Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl eine umfangreiche Dokumentation über die ehemals 120 Roma-Siedlungen im Burgenland vorgelegt. Read the rest of this entry »
März 1st, 2021 | Published in Facts & Figures, Romani
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Februar 27th, 2021 | Published in Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Gertrude Gussak ando vakeripe le Emmerich Gärtner-Horvathiha
Im heutigen Beitrag zeigt TV Erba die prekären Umstände der 61-jährigen Romni Gertrude Gussak. Seit ihrer Kindheit lebt die heute schwerkranke Frau im Stegersbacher Roma-Graben. Sie leidet unter COPD, einer schweren Lungenkrankheit, und hat einen Herzfehler. Als Risikopatientin erzählt sie über ihre Angst, sich mit dem Covid-Virus zu infizieren und über ihre Einsamkeit, besonders seit dem Beginn des ersten Lockdowns. Ihr Haus ist sehr renovierungsbedürftig. In solch besonderen Härtefällen kommt dann Emmerich Gärtner-Horvath (Verein Roma-Service) mit seinem „RomBus“ ins Spiel, um den Volksgruppenangehörigen zu helfen.
Ando adiveseskero ardipe sikal TV Erba i bibastali situacija la 61-berschengera Romnijatar Gertrude Gussak. Sajt lakeri tschavengeri cajtatar, dschil i nasvali Romni ando Romengero jarko Schtegate. Oj tirinel telal COPD, jek pharo parne bukengero nasvalipe, taj telal jek dukipe upro vodschi. Oj phukal pedar lakeri dar, pe le Covid-virusiha te inficirinel taj pedar lakero korkoreskero dschivipe, sajt o erschti Lockdown hi. Read the rest of this entry »
Februar 26th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken
„Wir kommen doch noch einmal raus“
#otd1945 – Heute im Jahr 1945: Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora berichtet im heutigen Beitrag in ihrem Onlineprojekt #otd1945 („on this day 1945“) von den KZ-Gedichten und -Skizzen des gerade mal 15-jährigen Johann (Mongo) Stojka.
In einem behelfsmäßigen Büchlein hielt ein Junge durch Verse und Zeichnungen seine Erfahrungen fest. Es ist ein kindlicher Blick auf eine inhumane Welt. „Warst du im Lager Buchenwald, da oben ist es gar so kalt“, so der Anfang des Gedichts vom 26. Februar 1945. Verfasser war Johann Stojka, ein 15-jähriger österreichischer Rom.
Nach der Auflösung des „Zigeuner-Familienlagers“ in Auschwitz-Birkenau kam er mit seinem jüngeren Bruder Karl im August 1944 nach Buchenwald. Dort hatte die SS für die jüngsten und schwächsten Sinti und Roma keine Verwendung und stellte einen Rücktransport zur Ermordung zusammen. Johann und Karl blieben zurück, da vermeintlich krank und somit „nicht transportfähig“. Diese Einstufung rettete beiden das Leben. Hoffnungsvoll endet das Gedicht mit den Worten: „Wir kommen doch noch einmal raus“. Die Brüder gehörten zu den wenigen ihrer Großfamilie, die den Genozid an den Sinti und Roma, den Porajmos, überlebten.
(Text: Stefan Lochner auf liberation.buchenwald.de)
Literatur:
Mongo Stojka, Papierene Kinder. Glück, Zerstörung und Neubeginn einer Roma-Familie in Österreich, Wien 2000.
Karl Stojka u. Reinhard Pohanka, Auf der ganzen Welt zu Hause, Wien 1994.
Anm. der dROMa-Red.:
Johann (Mongo) Stojka, der als Musiker und Autor Bekanntheit erlangte, entstammte einer bedeutenden österreichischen Lovara-Familie und war eine der prominentesten und einflussreichsten Roma-Persönlichkeiten Österreichs. Read the rest of this entry »
Februar 26th, 2021 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek
Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora beleuchtet in ihrem neuen Onlineprojekt #otd1945 („on this day 1945“) die letzten Monate der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Bis zum 11. April, dem historischen Datum der Befreiung der beiden Lager, wird das Onlineportal ein facettenreiches Angebot entfalten, das von historischen Hintergründen bis zu aktuellen Programmpunkten reicht und auch die virtuelle Teilnahme an den zentralen Feierlichkeiten zum 76. Jahrestag im April 2021 ermöglichen wird. Bis zum 11. April beschreibt der Blog einzelne Geschehnisse von vor 76 Jahren aus den Konzentrationslagern oder ihrem Umfeld. Schlaglichtartig wird so nachgezeichnet, was 1945 Tag für Tag bis zur Befreiung und darüber hinaus geschah. Diese letzten Kriegsmonate waren von einer weiteren Eskalation des Terrors und der von Deutschen ausgehenden Gewalt gekennzeichnet, obwohl die Niederlage Deutschlands spätestens Anfang 1945 an allen Fronten abzulesen war. Viele Häftlinge in den Konzentrationslagern hofften seitdem auf ihre baldige Befreiung, doch das Morden in den Lagern und auf den Schauplätzen der Zwangsarbeit brach nicht ab. Erst die Ankunft der alliierten Truppen stoppte die Verbrechen.
Februar 22nd, 2021 | Published in Facts & Figures
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Februar 21st, 2021 | Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, Romani
Der deutsche PEN nimmt den Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar zum Anlass, um auf die Sprache und Kultur der Sinti und Roma aufmerksam zu machen und für ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen in unserem Land zu werben.
„Zur Kultur in Deutschland gehört, dass wir in diesem mitten in Europa gelegenen Land reichhaltige Kulturen – im Plural – haben. Dazu zählen mehrere vom Aussterben bedrohte Sprachen, die nur von kleinen Minderheiten gesprochen werden, aber doch die Fülle des Menschseins repräsentieren, wie das Sorbische, Friesisch oder eben auch Romanes“, so PEN-Präsidentin Regula Venske. „Anstatt auf einem angeblichen Grundrecht, ein Schnitzel benennen zu wollen, zu beharren, sollten wir lieber anderen menschlichen Bedürfnissen Raum geben: Neugier und Lust auf Austausch mit unseren Mitmenschen, gemeinsames Trauern, gemeinsames Feiern, gemeinsames Leben. Ich bin sicher, es warten auf Romanes noch große literarische Schätze darauf, gehört und gelesen zu werden.“
Der UNESCO-Atlas der bedrohten Sprachen der Welt schätzt Romanes als bedroht ein. Von der größten Minderheit Europas leben in Deutschland – erst seit 1998 per Gesetz als nationale Minderheit anerkannt – 70 000 bis 150 000 Sinti und Roma. Read the rest of this entry »
Februar 20th, 2021 | Published in Film & Theater
La vita e altri cantieri (2007)
Das Leben und andere Baustellen
Dokumentarfilm von Giuseppe Schettino (Regie) und Jona Zara Klein. Italien. mit dt. UT, 37 Min.
→ Online verfügbar bis 24.2.21 (Seitenende)
Eine Bozner Sinti-Familie lebt hauptsächlich von der Musik, aber seit Laki, der einzige Geiger, zu einer christlichen Sekte übergetreten ist, kann die Band nicht mehr auftreten. Familienoberhaupt Radames versucht die Gruppe wieder zusammenzuführen und sieht sich dabei mit großen Veränderuvgen der eigenen Traditionen konfrontiert. Der Dokumentarfilm „Das Leben und andere Baustellen“ erzählt von Generationen-Konflikten in der Kultur eines bedrohten Volkes.
Der Filmclub in Südtirol zeigt zusammen mit der Filmschule ZeLIG und dem Filmfestival Bozen kostenlos ein Online-Filmpaket: Im Wochenrhythmus werden Filme von Absolvent/innen der Filmschule ZeLIG gezeigt, dazu jeweils ein Hintergrundgespräch (Anm.: das Gespräch mit Giuseppe Schettino wurde auf Italienisch geführt).
(Text: Filmclub)
Februar 19th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Der rechtsterroristische Mordanschlag am 19. Februar 2020 forderte auch Opfer aus der Minderheit der Sinti und Roma. Für Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun war Hanau mehr als nur eine Stadt vor den Toren der Metropole Frankfurt. Hanau war ihre Heimat – ihr Zuhause, genauso wie für rund 96.000 andere Hanauerinnen und Hanauer.
Mercedes lebte dort mit ihrer dreijährigen Tochter und ihrem 17 Jahre alten Sohn. Als sie für sich und die Kinder Pizza holen wollte, wurde sie ermordet. Mercedes wurde 35 Jahre alt. Der 33-jährige Kaloyan kam vor zwei Jahren aus Bulgarien nach Hanau. Er war Vater eines siebenjährigen Sohnes und unterstützte mit seiner Arbeit seine Familie in Bulgarien. In der Bar, in der er gelegentlich aushalf, wurde er erschossen. Vili-Viorel kam im Alter von 16 Jahren aus Rumänien nach Deutschland, weil seine Mutter schwer erkrankt war und sich in Deutschland behandeln lassen wollte. Der junge Mann arbeitete bei einer Kurierfirma. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass er den Täter aufhalten wollte, nachdem dieser am ersten Tatort um sich schoss. Vili-Viorel verfolgte ihn daher mit seinem Auto während er erfolglos versuchte, die Polizei zu alarmieren. Am zweiten Tatort in Hanau-Kesselstadt wurde er vom Täter mit drei Kugeln getroffen, als er starb war er gerade einmal 22 Jahre alt.
Mercedes, Kaloyan und Vili-Viorel waren Hanauer – und sie waren Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma. Sie waren drei von insgesamt neun Todesopfern, die am 19. Februar 2020 in Hanau einem rechtsterroristischen Mordanschlag zum Opfer fielen. Die Trauer um die Toten schmerzt und lässt auch Sinti und Roma in Angst um ihre Sicherheit zurück.
Der Anschlag war nach dem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle und dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke der dritte rechtsterroristische Anschlag mit Todesopfern innerhalb von zwölf Monaten. Er erschütterte die Zivilgesellschaft vor Ort und weit darüber hinaus. Read the rest of this entry »