Februar 18th, 2021 |
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Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte | 1 Comment
Monitor studioM/WDR
17.2.2021 | 01:08:30 Std. | Von Georg Restle
→Video verfügbar bis 18.02.22 | →Audio (mp3)
Ist Rassismus gegen Sinti und Roma ein strukturelles Problem? Welche rassistischen Klischees prägen die Berichterstattung in den Medien?
Die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ hat eine Welle der Empörung gegen den WDR und eine Debatte ausgelöst über Rassismus gegen Sinti und Roma in den Medien und in der Gesellschaft (mehr zum Beispiel hier, hier, hier, hier oder hier). Aus aktuellem Anlass spricht Monitor-Redaktionsleiter Georg Restle daher über Rassismus gegen Sinti und Roma, Rassismus in den Medien und in der Gesellschaft. Seine Gäste sind der Roma-Aktivist Gianni Jovanovic, die Sängerin und Feministin Tayo Awosusi-Onutor sowie Dr. Markus End, Politologe und Antiziganismusforscher an der Technischen Universität Berlin.
(Text und Sendung: WDR)
Februar 17th, 2021 |
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Musik
Ein Wahrzeichen der Sinti-Kultur: Sein virtuoses Geigenspiel prägt Folklore und Swing bis heute. Dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Kultur der Sinti hierzulande wieder bekannt wurde, liegt mit an Schnuckenack Reinhardt. Am 17. Februar 1921 wurde er geboren. →Weiterlesen auf Deutschlandfunk Kultur
Februar 17th, 2021 |
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Facts & Figures
Von März bis Mai 1935 erschien in Belgrad die erste Roma-Zeitung Jugoslawiens: Romano lil/Ciganske novine. Es gab drei Ausgaben.
(Quelle)
Februar 16th, 2021 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
RDL: Polizeihund-Angriff gegen Romafamilie in Deutschland – Entscheidung der Staatsanwaltschaft erwartet
Radio Dreyeckland, 16.2.2021
Fast zehn Monate, nachdem Polizist/innen in Umkirch (Baden-Württemberg) einen Polizeihund auf einen Angehörigen der Minderheit der Roma gehetzt haben, erwartet der Betroffene eine baldige Entscheidung der Staatsanwaltschaft, ob Anklage erhoben wird. Das sagte sein Anwalt Mehmet Daimagüler gegenüber Radio Dreyeckland.
Ende April 2020 war in Umkirch bei Freiburg ein 48-jähriger Mann von einem Polizeihund, laut dessen Bericht auf Befehl des Hundeführers, angefallen und schwer verletzt worden (RDL berichtete). Vorausgegangen war eine Diskussion um eine Lappalie, ein ohne Nummernschild an der Straße stehendes Auto. Der Hund fügte dem Mann so tiefe Bisse zu, dass ihm im Krankenhaus gesagt wurde, er sei nur knapp an einer lebensbedrohenden Verletzung vorbeigekommen. Auch angesichts des brutalen Einsatzes drängt sich der Verdacht antiziganistischer Beweggründe auf. So zeigte sich u. a. auch der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma besorgt.
Die Polizei hatte im Anschluss die übliche reflexhafte Anzeige wegen Widerstands erstattet, doch auch die Familie erstattete eine vollumfängliche Strafanzeige. Nun haben, so Anwalt Daimagüler, alle Familienangehörigen als Zeug/innen ausgesagt. Read the rest of this entry »
Februar 14th, 2021 |
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Facts & Figures
Für den NS-Genozid an den Roma haben sich international auch zwei Bezeichnungen auf Romani etabliert: Porrajmos und Samudaripen.
(Quelle)
Februar 12th, 2021 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
In Graz entsteht ein UNESCO-Zentrum zur Förderung der Menschenrechte in Gemeinden und Regionen
Die Errichtung des UNESCO-Menschenrechtszentrums in Graz wurde im Juli 2020 im Nationalrat beschlossen. Das Europäische Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie (ETC-Graz) wird zu einem Kategorie-II-Zentrum zur Förderung von Menschenrechten auf lokaler und regionaler Ebene. Als Kategorie-II-Zentrum steht das Menschenrechtszentrum unter der Schirmherrschaft der UNESCO und wird Teil des globalen Netzwerks an exzellenten Forschungseinrichtungen zur Umsetzung der strategischen Ziele und globalen Entwicklungsagenden der UNESCO. Das Grazer Zentrum wird, neben jenem in Buenos Aires, das zweite derartige Zentrum weltweit, das sich mit Menschenrechten befasst.
Dieses Menschenrechtszentrum unterstützt eine integrative und gerechte Politikgestaltung durch interdisziplinäre Forschung, Kapazitätsaufbau und internationale Zusammenarbeit und treibt die internationale Menschenrechtsagenda auf lokaler und regionaler Ebene voran. Ein Fokus wird auf die Förderung des interkulturellen Dialogs und die nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden gelegt. Dadurch trägt das Zentrum zur Implementierung der Neuen Urbanen Agenda sowie zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bei.
Für die ersten Jahre wurden drei Schwerpunkte gesetzt: Recht auf Bildung für Romakinder in Südosteuropa, Menschenrechtstrainings für Städte in Afrika und ein „Toolkit for Inclusive Cities in the Arab World“, das bereits im Rahmen des letzten „World Urban Forum“ vorgestellt wurde. Read the rest of this entry »
Februar 10th, 2021 |
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Rassismus & Menschenrechte | 2 Comments
Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg berichtet von Polizeiübergriff gegen elfjähriges Kind in Singen:
Am 6. Februar 2021 wurde um ca. 16:30 Uhr ein elfjähriges Kind nach einer anlasslosen Personenkontrolle in Handschellen abgeführt und auf das Polizeirevier in Singen gebracht. Der Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Baden-Württemberg (VDSR-BW) vertritt die Interessen der betroffenen Familie. Sie hat gestern Abend Strafanzeige gestellt und wird anwaltlich von Dr. Mehmet Daimagüler vertreten, der als Nebenklagevertreter in zahlreichen Prozessen, wie z.B. im „NSU-Verfahren“, Opfer politisch motivierter Gewalt vertreten hat.
Zum Hintergrund:
Mehrere Kinder spielten vor dem Wohnort ihrer Großmutter. Zwei Polizeibeamte führten bei ihnen eine Personenkontrolle durch. Das elfjährige Kind, das später in Handschellen auf das Polizeirevier gebracht wurde, gab den Beamten der Singener Polizei sein Alter an. Die Beamten zogen darauf hin ab. Kurze Zeit später erschienen zwei weitere Polizeibeamte und führten erneut eine Personenkontrolle durch. Einer der zwei Beamten sprach das Kind in gebrochenem Romanes an. Bereits aus diesem Umstand wird deutlich, dass die Beamten das Kind der Minderheit der Sinti und Roma zuordneten. Hierbei wurde das Kind sinngemäß mit den Worten:„Einer von den Zigeunern, die kennen wir ja“, „Du kommst eine Nacht hinter Gitter“ und „Der Tod kommt dich holen“ bedroht. Die Polizeibeamten durchsuchten das elfjährige Kind und fanden ein kleines Klappmesser. Das Kind erklärte, dass es dieses bei sich trüge für Arbeiten im Garten.
Die Mutter und der Vater der anderen Kinder hatten bereits versucht die Kinder telefonisch zu erreichen, um sie zum Essen nach Hause zu holen. Die Beamten verboten den Kindern, an ihre Handys zu gehen. Sie legten nun dem Kind, das sie durchsucht hatten, Handschellen hinter dem Rücken an. Das Kind flehte die Beamten an, seine Mutter benachrichtigen zu dürfen, die sich nicht weit entfernt in der Wohnung aufhielt. Es wies die Beamten auch darauf hin, dass es wegen eines kurz zuvor erlittenen Unfalls drei angebrochene Rippen hätte und an Asthma leide. Read the rest of this entry »
Februar 8th, 2021 |
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Einrichtungen, Facts & Figures
Die 1999 in Kalifornien gegründete Organisation „Voice of Roma“ ist heute die einzige nationale NGO zur Vertretung von „Romani Americans“.
(Quelle/pdf)
Februar 6th, 2021 |
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Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen
Zum Gedenken an das Bombenattentat von Oberwart
Zwei Online-Lesungen aus dem Wiener Literaturhaus: Gedichte von Mircea Lacatus, gelesen von einer der Übersetzerinnen, Ioana Spataru, und Kurzgeschichten von Samuel Mago.
Heinz Wagner/Kurier: 26 Jahre nach dem Rohrbomben-Attentat bei der Roma-Siedlung in Oberwart [...] stand eine Online-Lesung im Wiener Literaturhaus im Zeichen von Roma-Kultur, in dem Fall schreibender Kunst. Zwei Neuerscheinungen in der Edition Exil, die sich seit Jahrzehnten dem Schreiben zwischen Kulturen widmet, wurden – von Jessica Beer moderiert – vorgestellt.
Ioana Spataru liest Mircea Lacatus:
Aus dem Lyrik-Band „Die geheime Geometrie der Seele/geometria secretă a sufletului“ von Mircea Lacatus las eine der beiden Übersetzerinnen, was bei Gedichten immer auch mehr, nämlich Nach-Dichtung bedeutet, Ioana Spataru. Gemeinsam mit ihrer Schwester Irina hatte sie die Gedichte ihres Vaters ins Deutsche übertragen. [...] Lacatus erhielt bereits 2007 den Lyrikpreis der „exil-literaturpreise“, 2009 erschien sein Lyrikdebüt „rund um meine eltern eine burg“.
Samuel Mago:
[...] In lebendigen Wort- und Sprachbildern erzählt Samuel Mago in seinem zweisprachigen Prosaband (Deutsch / Romanes; Übersetzungen: der Autor selbst mit Unterstützung von Mozes Heinschink) Geschichten aus der Welt der Roma. [...]
→Lesen Sie bitte den hier nur in kurzen Auszügen wiedergegebenen Text von Heinz Wagner in voller Länge auf Kurier.at.
Wir danken dem Autor für die freundliche Genehmigung!
Vier Wochen lang kann ein Zusammenschnitt des Abends auf der Homepage des Literaturhauses nachgehört und -gesehen werden.
Februar 3rd, 2021 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
In den 1930ern existierten zwei rumänische Roma-Verbände: Asociaţia Generală a Ţiganilor und Uniunea Generală a Romilor din România.
(Quelle)
Februar 2nd, 2021 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ zeigt, wie tief Antiziganismus in der Gesellschaft verwurzelt ist
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisiert scharf die von Steffen Hallaschka moderierte Sendung „Die letzte Instanz“, die vom WDR am 29. Januar 2021 ausgestrahlt wurde. In der Sendung wurde unter anderem die Frage zu Diskussion gestellt „Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?“
Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats, sagte:
Mit Fassungslosigkeit habe ich registriert, dass zwei Tage nach dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, an dem der 500.000 in Europa ermordeten Sinti und Roma gedacht wurde, es sich vier Menschen aus der Mehrheitsgesellschaft anmaßen, darüber zu urteilen, ob eine von der Minderheit als beleidigend abgelehnte Fremdbezeichnung im deutschen Sprachgebrauch ihre Berechtigung habe oder nicht. Die „letzte Instanz“ bei dieser Frage sind die Betroffenen, deren Meinung in der Sendung jedoch nicht gehört wurde. Diese Sendung erweckt den Eindruck, sie wolle mit Antiziganismus und dümmlichen Auftritten Quote machen.
Dass der Westdeutsche Rundfunk sich nach öffentlichem Druck für die dreiste und populistische Machart der Sendung entschuldigte, ändert nichts an der Tatsache, dass in großen Teilen der Medienlandschaft keinerlei Bewusstsein für den in der Gesellschaft weitverbreiteten und gewaltbereiten Antiziganismus vorhanden ist. Gleichzeitig stellen wir fest, dass in den sozialen Medien die Kritik an dieser Sendung, zumal von jungen Menschen, sehr deutlich geäußert wird – eine positive Entwicklung, die auch gegen die zunehmenden Hass-Kommentare im Internet steht.“
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma empfindet es als unverschämt und beleidigend, wenn in der Sendung billige Witze auf Kosten einer Minderheit gemacht werden, ohne dass die Moderation in irgendeiner Form eingreift. Vielmehr hat der Moderator Hallaschka Diskutanten durch die Art der Zwischenfragen dazu gedrängt, ihre Aussagen auf Kosten von Minderheiten noch zu verschärfen. Dies ist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk absolut inakzeptabel. Hinzu kommt, dass bereits der Einspieler zur Sendung genau die antiziganistischen Aussagen aufgenommen hat, die von den Diskutanten später wiederholt wurden und die Sendung gezielt auf diese ausgerichtet wurde. Read the rest of this entry »
Januar 31st, 2021 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Durch die Annexion der Bukowina 1775 gab es auch im Habsburgerreich versklavte Roma. Hier wurde die Sklaverei erstmalig in Europa abgeschafft.
(Quelle)
Januar 31st, 2021 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Virtuelle Gedenkveranstaltung am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust
Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und des 76. Jahrestages der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 luden das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ein, gemeinsam an die 500.000 ermordeten Sinti und Roma Europas und alle anderen Menschen, die der nationalsozialistischen Willkürherrschaft zum Opfer fielen, zu erinnern. Aufgrund der Covid-19-Pandemie fand die Gedenkveranstaltung ausschließlich virtuell statt. Die Veranstaltung kann auch auf der Gedenkseite zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma angesehen werden. Dort finden sich auch weitergehende Informationen zum Holocaust an den Sinti und Roma.
Das Programm der virtuellen Gedenkveranstaltung:
Begrüßung: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Ansprachen:
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin
Carmen Marschall für die Überlebenden
Ursula Krechel, Schriftstellerin
Berndt Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten
Zitate aus den Ansprachen: Read the rest of this entry »
Januar 29th, 2021 |
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Einrichtungen, Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Religion
1913 gründete der Sonntagsschullehrer Benjamin Niederhauser in Neuenburg das „Schweizerische Komitee der Zigeunermission“.
(Quelle/pdf)
Januar 28th, 2021 |
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Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen
Schulterschluss in der Corona-Krise beim Online-Treffen von Sozialpartnern, Vereinen und Unternehmen in Oberwart: BFI Burgenland veranstaltete „Online Round Table“ im Rahmen von Rombiz
meinbezirk.at: Einen interessanten Austausch mit dem Grundthema „Kleine Unternehmen und die Covid-Krise“ bot das vom BFI Burgenland organisierte virtuelle Treffen von Vertretern der Sozialpartnerschaft, Unternehmern und Roma-Vereinen am 22. Jänner 2020. Zum „Online Round Table“ wurde im Rahmen von Rombiz von Christoph Greiner, Leiter des BFI Oberwart, geladen – das BFI ist Leadpartner in diesem Interreg-Projekt.
Arbeiterkammer- bis Roma-Vertreter
Mit dabei waren Arbeiterkammerpräsident Gerhard Michalitsch, Regionalstellenleiterin der WK Oberwart Verena Schermann, ÖGB-Regionalsekretär Edmund Artner, Unternehmerin und Expertin in Gründungsfragen Anja Haider-Wallner, Geschäftsführer der Roma-VHS und Kulturschaffender Horst Horvath, Vorsitzender des Roma-Volksgruppenbeirats Emmerich Gärtner-Horvath sowie für das BFI-Geschäftsführer Jürgen Grandits und Bildungsmanagerin Beate Venus. Die Teilnehmenden berichteten von den Auswirkungen der Covid-Krise in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern und diskutierten mögliche Lösungsansätze für alle Betroffenen.
Rombiz als Unterstützung
Statements aus der Sicht der Roma kamen von zwei namhaften Vereinsvertretern der Volksgruppe, die das Projekt Rombiz, das vor allem kleine Unternehmen aus dieser Zielgruppe unterstützt, von Beginn an mittragen: Von einem großen Anstieg an sozialen Problemen erzählte Emmerich Gärtner-Horvath, die in seinem Verein Roma-Service stark merkbar seien. Es sei nun mehr Unterstützung in allen Bereichen gefragt, vor allem in der angebotenen Lernbetreuung. Auch er wünscht sich Möglichkeiten, das Selbstbewusstsein der Volksgruppe zu stärken und Personen, die sich als Vorbilder trauen, sich als Roma zu outen.
Horst Horvath berichtete von der Kultur- und Bildungsszene über eine Vielzahl an abgesagten Veranstaltungen. Dies sei nicht nur für alle Beteiligten problematisch, sondern im Besonderen für die Aufarbeitung der Geschichte der Volksgruppe, wo noch viel zu tun sei und die Voraussetzung dafür sei, dass sich Roma in Zukunft selbstbewusster präsentieren könnten. Dies sei auch wichtig, um die Bereitschaft der Roma zu erhöhen, in die Selbständigkeit zu gehen und sich dann als erfolgreiche Roma-Unternehmen zu deklarieren. Read the rest of this entry »
Januar 26th, 2021 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
70 % der befragten Roma in den USA geben an, ihre ethnische Identität in der Regel zu verbergen, um Diskriminierung zu vermeiden.
(Quelle/pdf)
Januar 25th, 2021 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Urteil gegen die Schweiz: Haftstrafe wegen „stillen Bettelns“ war menschenrechtswidrig
In seinem Urteil vom 19. Jänner (Lăcătuş gegen Schweiz [Appl. no. 14065/15]; Pressemitteilung, Legal Summary) hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) der Beschwerde einer rumänischen Romni (28) Recht gegeben, die in der Schweiz wegen „stillen Bettelns“ bestraft wurde. Die Frau hatte seit 2011 im öffentlichen Raum in Genf trotz bestehenden Verbots gebettelt. Sie berief gegen die wiederholten Strafverfügungen der Polizei. Anfang 2014 wurde sie vom Genfer Polizeigericht daraufhin zu einer Geldstrafe von 500 Franken verurteilt; eine kleinere Summe, die ihr bei einer Polizeikontrolle abgenommen wurde, wurde einbehalten. Weil die mittellose Frau die Strafsumme nicht zahlen konnte, wurde sie im März 2015 fünf Tage lang ersatzweise in Haft genommen.
Die Straßburger Richter urteilten nun, dass diese Strafmaßnahmen nicht verhältnismäßig seien und somit die Grundrechte der bettelnden Frau verletzten: ”The Court observed that this was a severe sanction. A measure of this kind had to be justified by sound reasons in the public interest, which had not been present in this case.“ Die Schweiz ist nun verpflichtet, der jungen Frau umgerechnet rund 920 Euro an Schadenersatz zu zahlen.
Recht, ihrer Not öffentlich Ausdruck zu verleihen
Die Richter folgten somit nicht der Rechtsauffassung des Schweizer Bundesgerichts, dass weniger restriktive Maßnahmen nicht ausreichend effektiv seien. Angesichts ihrer prekären Lebenssituation, so der EGMR, habe die Frau aufgrund ihrer Menschenwürde das Recht, ihrer Not öffentlich Ausdruck zu verleihen und zu versuchen, ihre existenziellen Bedürfnisse durch Betteln zu decken:
Begging constituted a means of survival for her. The Court considered that, being in a clearly vulnerable situation, the applicant had had the right, inherent in human dignity, to be able to convey her plight and attempt to meet her basic needs by begging.
Insbesondere rügte das Urteil die pauschale Kriminalisierung des Bettelns: Read the rest of this entry »
Januar 20th, 2021 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Ein um 1966 in der Türkei propagierter Entwurf einer weltweiten Roma-Flagge zeigte Geigen, Trommeln und Gitarren auf pinkem Grund.
(Quelle)
Januar 19th, 2021 |
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Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft
Der deutsche Historiker Wolfgang Wippermann war eine der wichtigsten wissenschaftlichen Stimmen, die den Antiziganismus und den NS-Genozid an den Roma und Sinti – nach Jahrzehnten des Schweigens – ins Bewusstsein der deutschsprachigen Geschichtsforschung brachte. Er verstarb am 3. Jänner in Berlin. Lesen Sie im Folgenden den Nachruf des Friedrich-Meinecke-Instituts.
Am 3. Januar 2021 starb Wolfgang Wippermann, Professor für Neuere Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut, im Alter von 75 Jahren in Berlin. Wolfgang Wippermann prägte das akademische Leben am Friedrich-Meinecke-Institut über viele Jahrzehnte; er war ein leidenschaftlich Lehrender, ein profilierter Historiker und ein streitbarer Zeitgenosse. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er durch eine Stellungnahme für Daniel Goldhagen in der Goldhagen-Kontroverse der 1990er Jahre und durch die kritische Auseinandersetzung mit Totalitarismus- und Extremismustheorien bekannt. Mit dem Tod von Wolfgang Wippermann verliert das Friedrich-Meinecke-Institut eine markante Forscherpersönlichkeit und einen engagierten Historiker.
1945 in Wesermünde geboren, studierte Wolfgang Wippermann in Göttingen und Marburg Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft und kam 1973 an die Freie Universität Berlin. Zwei Jahre später wurde er bei Ernst Nolte mit einer Studie zur Ideologisierung des Deutschen Ordens in Geschichtsschreibung und Publizistik promoviert. 1978 folgte die Habilitation, wiederum bei Ernst Nolte, die sich mit der Bonapartismustheorie von Marx und Engels beschäftigte und 1982 in der renommierten Reihe Geschichte und Theorie der Politik im Klett-Cotta Verlag erschien. 1983 wurde Wolfgang Wippermann zunächst außerplanmäßiger Professor am FMI, um ein Jahr später zum C2-Professor auf Zeit ernannt zu werden. Der Ruf auf eine Professur mit dem Schwerpunkt Faschismusforschung wurde 1988 vom zuständigen Berliner Senator nicht erteilt; dieser folgte nicht der Empfehlung des Präsidiums und der Berufungskommission, die Wippermann in ihrer Bestenauslese auf Platz 1 der Liste gesetzt hatten. Auch wenn Wolfgang Wippermann damit eine Strukturprofessur auf Lebenszeit am Friedrich-Meinecke verwehrt blieb, zählte er zu den Professor*innen des Instituts, die eigene Forschungsthemen signifikant weiterentwickelten, den akademischen und politischen Diskurs mitprägten und eine breite Öffentlichkeitswirkung hatten. International wurde ihm die Professorenwürde vielfach angetragen: Von 1987 bis 1992 nahm er mehrere Gastprofessuren in den USA und in China wahr, u.a. an der Duke University, der Indiana University Bloomington, der University of Minnesota sowie der Capital Normal University in Peking.
Wolfgang Wippermann war ein vielseitiger und produktiver Historiker. Bis zu seinem Tode publizierte er annähernd 40 Monographien, einige davon als Co-Autor, fünf Sammelbände und rund 200 Aufsätze, Handbuch- und Lexikonartikel. Neben Veröffentlichungen wie zur Geschichte der Corps und Burschenschaften oder zur Geschichte der Hunde waren und blieben seine lebenslangen wissenschaftlichen Schwerpunktthemen die Auseinandersetzung mit Faschismus, Nationalsozialismus, Totalitarismus, Antisemitismus und Antiziganismus. Read the rest of this entry »
Januar 18th, 2021 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Im 2. Weltkrieg retteten Lokalbehörden auf der Krim viele muslimische Roma, indem sie diese als Tataren ausgaben.
(Quelle)