WDR: Rassismus in letzter Instanz?

Februar 18th, 2021  |  Published in Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte  |  1 Comment

"Rassismus in Letzter Instanz?" (WDR)Monitor studioM/WDR
17.2.2021 | 01:08:30 Std. | Von Georg Restle
→Video verfügbar bis 18.02.22 |
→Audio (mp3)

Ist Rassismus gegen Sinti und Roma ein struk­tu­rel­les Problem? Wel­che rassisti­schen Klischees prä­gen die Bericht­erstattung in den Medien?

Die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ hat eine Welle der Em­pörung gegen den WDR und eine Debatte aus­ge­löst über Rassismus ge­gen Sinti und Roma in den Medien und in der Ge­sell­schaft (mehr zum Bei­spiel hier, hier, hier, hier oder hier). Aus ak­tuel­lem Anlass spricht Monitor-Re­dak­tions­leiter Georg Restle daher über Rassismus gegen Sinti und Roma, Rassismus in den Medien und in der Gesell­schaft. Seine Gäste sind der Roma-Ak­tivist Gianni Jovanovic, die Sängerin und Femi­nis­tin Tayo Awosusi-Onutor so­wie Dr. Markus End, Po­litolo­ge und Anti­ziganis­mus­forscher an der Tech­ni­schen Uni­ver­sität Berlin.

(Text und Sendung: WDR)

100. Geburtstag von Schnuckenack Reinhardt

Februar 17th, 2021  |  Published in Musik

Ein Wahrzeichen der Sinti-Kultur: Sein virtuoses Geigenspiel prägt Folklore und Swing bis heute. Dass nach dem Zweiten Welt­krieg die Kultur der Sinti hier­zu­lande wieder be­kannt wurde, liegt mit an Schnucke­nack Rein­hardt. Am 17. Februar 1921 wurde er ge­boren. →Weiterlesen auf Deutschlandfunk Kultur

Facts & Figures (348)

Februar 17th, 2021  |  Published in Facts & Figures

Von März bis Mai 1935 er­schien in Bel­grad die ers­te Ro­ma-Zei­tung Ju­go­sla­wi­ens: Romano lil/Ci­gans­ke no­vi­ne. Es gab drei Aus­ga­ben.

(Quelle)

Polizeihund gegen Roma: Warten auf Anklage

Februar 16th, 2021  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

DreyecklandRDL: Polizeihund-Angriff ge­gen Ro­ma­fa­mi­lie in Deutschland – Ent­schei­dung der Staats­an­walt­schaft er­war­tet

Radio Dreyeckland, 16.2.2021

Fast zehn Monate, nachdem Polizist/in­nen in Umkirch (Ba­den-Württem­berg) einen Polizei­hund auf einen An­ge­hö­ri­gen der Minder­heit der Roma gehetzt haben, erwartet der Betrof­fene eine bal­dige Ent­scheidung der Staats­anwalt­schaft, ob Anklage er­hoben wird. Das sagte sein Anwalt Mehmet Daimagüler ge­gen­über Radio Dreyeck­land.

Ende April 2020 war in Umkirch bei Freiburg ein 48-jähri­ger Mann von einem Polizei­hund, laut des­sen Bericht auf Befehl des Hunde­führers, an­ge­fallen und schwer verletzt worden (RDL berichtete). Voraus­gegan­gen war eine Diskus­sion um eine Lap­palie, ein ohne Nummern­schild an der Straße ste­hendes Auto. Der Hund fügte dem Mann so tiefe Bisse zu, dass ihm im Kranken­haus ge­sagt wurde, er sei nur knapp an einer lebens­bedro­hen­den Ver­letzung vorbei­ge­kommen. Auch an­gesichts des brutalen Ein­satzes drängt sich der Verdacht antiziganistischer Be­weg­gründe auf. So zeigte sich u. a. auch der Vor­sit­zen­de des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma be­sorgt.

Die Polizei hatte im Anschluss die übliche reflexhafte Anzeige wegen Wider­stands er­stattet, doch auch die Familie ers­tattete eine voll­umfäng­liche Straf­anzeige. Nun haben, so Anwalt Daimagüler, alle Familien­ange­höri­gen als Zeug/in­nen aus­gesagt. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (347)

Februar 14th, 2021  |  Published in Facts & Figures

Für den NS-Genozid an den Roma ha­ben sich in­ter­na­tio­nal auch zwei Be­zeich­nun­gen auf Ro­ma­ni eta­bliert: Porrajmos und Samudaripen.

(Quelle)

UNESCO-Menschenrechtszentrum in Graz

Februar 12th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Unesco-Menschenrechtszentrum Graz (Bild: Unesco)In Graz entsteht ein UNESCO-Zentrum zur För­de­rung der Men­schen­rech­te in Ge­mein­den und Re­gi­o­nen

Die Errichtung des UNESCO-Men­schen­rechts­zen­trums in Graz wurde im Juli 2020 im Nationalrat be­schlos­sen. Das Euro­päische Trai­nings- und For­schungs­zentrum für Men­schen­rechte und De­mo­kra­tie (ETC-Graz) wird zu einem Ka­te­go­rie-II-Zentrum zur För­derung von Menschen­rechten auf loka­ler und regio­naler Ebene. Als Kate­go­rie-II-Zentrum steht das Men­schen­rechts­zentrum unter der Schirm­herr­schaft der UNESCO und wird Teil des globalen Netz­werks an exzellenten For­schungs­ein­richtun­gen zur Um­setzung der strate­gischen Ziele und globalen Ent­wicklungs­agenden der UNESCO. Das Grazer Zentrum wird, neben jenem in Buenos Aires, das zweite der­artige Zentrum welt­weit, das sich mit Men­schen­rechten befasst.

Dieses Menschenrechtszentrum unterstützt eine integrative und gerechte Politik­gestal­tung durch inter­dis­zipli­näre Forschung, Kapa­zitäts­aufbau und inter­natio­nale Zu­sammen­arbeit und treibt die inter­natio­nale Menschen­rechts­agenda auf lokaler und regiona­ler Ebene voran. Ein Fokus wird auf die Förderung des inter­kulturel­len Dialogs und die nach­hal­tige Ent­wicklung von Städten und Gemeinden ge­legt. Da­durch trägt das Zentrum zur Im­ple­men­tie­rung der Neuen Urbanen Agenda sowie zu den Zielen für nach­haltige Ent­wicklung (SDGs) bei.

Für die ersten Jahre wurden drei Schwerpunkte gesetzt: Recht auf Bildung für Romakinder in Südost­europa, Men­schen­rechts­trainings für Städte in Afrika und ein „Tool­kit for Inclu­sive Cities in the Arab World“, das be­reits im Rahmen des letzten „World Urban Forum“ vor­gestellt wurde. Read the rest of this entry »

Deutschland: Kind in Handschellen

Februar 10th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte  |  2 Comments

Streifenwagen (Bild von Cornell Frühauf/Coernl auf Pixabay)Der Landesverband Deut­scher Sinti und Roma in Ba­den-Württem­berg be­rich­tet von Polizei­über­griff gegen elf­jäh­ri­ges Kind in Singen:

Am 6. Februar 2021 wurde um ca. 16:30 Uhr ein elfjähriges Kind nach einer anlass­losen Per­so­nen­kontrol­le in Hand­schellen abgeführt und auf das Polizei­revier in Singen ge­bracht. Der Ver­band Deutscher Sinti und Roma – Landes­ver­band Baden-Württemberg (VDSR-BW) ver­tritt die Inter­essen der betrof­fe­nen Familie. Sie hat ges­tern Abend Strafanzeige ge­stellt und wird anwalt­lich von Dr. Mehmet Daimagüler ver­treten, der als Neben­klage­ver­treter in zahl­reichen Pro­zes­sen, wie z.B. im „NSU-Ver­fahren“, Opfer poli­tisch moti­vier­ter Gewalt ver­treten hat.

Zum Hintergrund:
Mehrere Kinder spielten vor dem Wohnort ihrer Großmutter. Zwei Polizei­beamte führten bei ihnen eine Per­sonen­kontrolle durch. Das elfjährige Kind, das später in Hand­schellen auf das Polizei­revier ge­bracht wurde, gab den Beamten der Singener Polizei sein Alter an. Die Beamten zogen darauf hin ab. Kurze Zeit später erschie­nen zwei weitere Polizei­beamte und führten erneut eine Per­sonen­kontrolle durch. Einer der zwei Beamten sprach das Kind in ge­bro­che­nem Romanes an. Bereits aus die­sem Umstand wird deutlich, dass die Beamten das Kind der Minderheit der Sinti und Roma zuordneten. Hierbei wurde das Kind sinngemäß mit den Worten:„Einer von den Zigeunern, die ken­nen wir ja“, „Du kommst eine Nacht hinter Gitter“ und „Der Tod kommt dich holen“ bedroht. Die Polizei­beamten durch­suchten das elf­jährige Kind und fanden ein kleines Klapp­messer. Das Kind er­klärte, dass es dieses bei sich trüge für Ar­beiten im Garten.

Die Mutter und der Vater der anderen Kinder hatten bereits versucht die Kinder telefonisch zu er­reichen, um sie zum Essen nach Hause zu holen. Die Beamten ver­boten den Kindern, an ihre Handys zu gehen. Sie legten nun dem Kind, das sie durch­sucht hatten, Handschellen hinter dem Rücken an. Das Kind flehte die Beamten an, seine Mutter be­nach­richti­gen zu dürfen, die sich nicht weit entfernt in der Wohnung auf­hielt. Es wies die Beamten auch darauf hin, dass es wegen eines kurz zuvor erlittenen Unfalls drei an­gebro­chene Rippen hätte und an Asthma leide. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (346)

Februar 8th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures

Die 1999 in Kalifornien ge­grün­de­te Or­ga­ni­sa­ti­on „Voice of Roma“ ist heu­te die ein­zi­ge na­tio­na­le NGO zur Ver­tre­tung von „Ro­ma­ni Ame­ri­cans“.

(Quelle/pdf)

Roma-Kultur-Abend in Wien

Februar 6th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Lesung im Literaturhaus Wien (Foto: Literaturhaus via Kurier.atZum Gedenken an das Bomben­atten­tat von Oberwart

Zwei Online-Lesungen aus dem Wiener Lite­ra­tur­haus: Gedichte von Mircea Lacatus, ge­le­sen von einer der Über­set­zerin­nen, Ioana Spataru, und Kurz­ge­schich­ten von Samuel Mago.

Heinz Wagner/Kurier: 26 Jahre nach dem Rohr­bom­ben-At­tentat bei der Ro­ma-Sied­lung in Oberwart [...] stand eine Online-Le­sung im Wiener Lite­ratur­haus im Zeichen von Roma-Kultur, in dem Fall schrei­ben­der Kunst. Zwei Neu­er­schei­nun­gen in der Edition Exil, die sich seit Jahrzehnten dem Schreiben zwi­schen Kultu­ren wid­met, wur­den – von Jessica Beer mo­deriert – vor­gestellt.

Ioana Spataru liest Mircea Lacatus:
Aus dem Lyrik-Band „Die geheime Geometrie der Seele/geo­metria secretă a sufle­tului“ von Mircea Lacatus las eine der beiden Über­setzerin­nen, was bei Ge­dichten immer auch mehr, näm­lich Nach-Dich­tung bedeutet, Ioana Spataru. Gemein­sam mit ihrer Schwes­ter Irina hatte sie die Gedichte ihres Vaters ins Deutsche über­tragen. [...] Lacatus er­hielt bereits 2007 den Lyrikpreis der „exil-lite­ratur­preise“, 2009 er­schien sein Lyrik­debüt „rund um meine eltern eine burg“.

Samuel Mago:
[...] In lebendigen Wort- und Sprachbildern erzählt Samuel Mago in seinem zwei­spra­chigen Prosaband (Deutsch / Romanes; Über­set­zun­gen: der Autor selbst mit Unter­stüt­zung von Mozes Heinschink) Ge­schichten aus der Welt der Roma. [...]

→Lesen Sie bitte den hier nur in kurzen Auszügen wieder­gege­benen Text  von Heinz Wagner in voller Länge auf Kurier.at.

Wir danken dem Autor für die freund­li­che Ge­neh­mi­gung!
Vier Wochen lang kann ein Zusammenschnitt des Abends auf der Home­page des Lite­ratur­hau­ses nach­ge­hört und -ge­se­hen werden.

Facts & Figures (345)

Februar 3rd, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

In den 1930ern exis­tier­ten zwei ru­mä­ni­sche Ro­ma-Ver­bän­de: Asociaţia Generală a Ţiganilor und Uniunea Generală a Romilor din România.

(Quelle)

WDR: Mit Rassismus Quote machen

Februar 2nd, 2021  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Fernsehrassismus im WDR (Screenshot: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ zeigt, wie tief Anti­ziganis­mus in der Gesell­schaft ver­wur­zelt ist

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kriti­siert scharf die von Steffen Hallaschka mo­de­rier­te Sen­dung „Die letz­te Instanz“, die vom WDR am 29. Ja­nu­ar 2021 aus­ge­strahlt wur­de. In der Sen­dung wurde unter an­de­rem die Frage zu Dis­kus­sion ge­stellt „Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein not­wen­di­ger Schritt?

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats, sagte:

Mit Fassungslosigkeit habe ich registriert, dass zwei Tage nach dem In­ter­natio­na­len Holocaust-Ge­denk­tag, an dem der 500.000 in Europa er­mor­deten Sinti und Roma gedacht wurde, es sich vier Men­schen aus der Mehr­heits­gesell­schaft an­maßen, darüber zu ur­teilen, ob eine von der Minder­heit als beleidi­gend ab­gelehn­te Fremd­bezeich­nung im deutschen Sprach­gebrauch ihre Berech­tigung habe oder nicht. Die „letzte Instanz“ bei dieser Frage sind die Betrof­fenen, deren Meinung in der Sendung je­doch nicht ge­hört wurde. Diese Sendung er­weckt den Eindruck, sie wolle mit Anti­ziganis­mus und dümm­li­chen Auf­tritten Quote machen.
Dass der Westdeutsche Rundfunk sich nach öffent­li­chem Druck für die dreiste und po­pulis­ti­sche Machart der Sendung ent­schul­digte, ändert nichts an der Tat­sache, dass in großen Teilen der Medien­land­schaft keiner­lei Bewusst­sein für den in der Gesell­schaft weit­ver­breite­ten und gewalt­bereiten Antiziganismus vor­han­den ist. Gleich­zeitig stellen wir fest, dass in den sozialen Medien die Kritik an dieser Sendung, zumal von jungen Men­schen, sehr deutlich ge­äußert wird – eine po­sitive Ent­wicklung, die auch gegen die zuneh­men­den Hass-Kom­men­tare im Internet steht.“

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma empfin­det es als un­ver­schämt und belei­digend, wenn in der Sendung bil­lige Witze auf Kosten einer Minder­heit ge­macht werden, ohne dass die Mode­ra­tion in irgend­einer Form ein­greift. Viel­mehr hat der Moderator Hallaschka Dis­ku­tanten durch die Art der Zwi­schen­fragen dazu ge­drängt, ihre Aus­sagen auf Kosten von Minder­heiten noch zu ver­schärfen. Dies ist im öf­fent­lich-recht­li­chen Rundfunk ab­solut in­akzep­ta­bel. Hinzu kommt, dass bereits der Ein­spieler zur Sendung genau die anti­ziganis­ti­schen Aussagen auf­ge­nommen hat, die von den Disku­tanten später wie­der­holt wurden und die Sendung ge­zielt auf diese aus­gerichtet wurde. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (344)

Januar 31st, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Durch die Annexion der Bukowina 1775 gab es auch im Habs­bur­ger­reich ver­sklav­te Ro­ma. Hier wur­de die Skla­verei erst­ma­lig in Euro­pa ab­ge­schafft.

(Quelle)

Holocaustgedenktag 2021

Januar 31st, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Virtuelle Gedenkveranstaltung am Internationa­len Tag des Ge­den­kens an die Opfer des Holo­caust

Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und des 76. Jahres­tages der Befreiung des NS-Ver­nich­tungs­la­gers Ausch­witz-Bir­kenau am 27. Januar 1945 luden das Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma, der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma und die Stiftung Denkmal für die ermor­deten Juden Europas ein, ge­mein­sam an die 500.000 ermor­deten Sinti und Roma Europas und alle an­deren Men­schen, die der national­sozialis­ti­schen Willkür­herr­schaft zum Opfer fielen, zu erin­nern. Auf­grund der Covid-19-Pan­demie fand die Gedenk­veranstal­tung aus­schließ­lich virtuell statt. Die Ver­anstal­tung kann auch auf der Gedenk­seite zum Euro­päi­schen Holo­caust-Ge­denktag für Sinti und Roma an­gesehen werden. Dort finden sich auch weiter­gehende In­for­matio­nen zum Holocaust an den Sinti und Roma.

Das Programm der virtuellen Gedenkveranstaltung:

Begrüßung: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die er­mor­de­ten Juden Europas

Ansprachen:
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin
Carmen Marschall für die Überlebenden
Ursula Krechel, Schriftstellerin
Berndt Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und natio­na­le Min­der­heiten

Zitate aus den Ansprachen: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (343)

Januar 29th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Religion

1913 gründe­te der Sonn­tags­schul­leh­rer Ben­ja­min Nie­der­hau­ser in Neuen­burg das „Schwei­ze­ri­sche Ko­mi­tee der Zi­geu­ner­mis­sion“.

(Quelle/pdf)

Rombiz: Round Table in Oberwart

Januar 28th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romabiz: Onlinetreffen in Oberwart (Foto:BFI Burgenland)Schulterschluss in der Corona-Krise beim On­line-Tref­fen von Sozial­part­nern, Ver­ei­nen und Unter­neh­men in Oberwart: BFI Burgenland ver­anstal­te­te „Online Round Table“ im Rah­men von Rombiz

meinbezirk.at: Einen interes­san­ten Aus­tausch mit dem Grund­thema „Kleine Unter­nehmen und die Co­vid-Krise“ bot das vom BFI Burgen­land or­gani­sierte virtuelle Treffen von Ver­tre­tern der Sozial­partner­schaft, Unter­nehmern und Roma-Vereinen am 22. Jän­ner 2020. Zum „Online Round Table“ wur­de im Rah­men von Rombiz von Christoph Greiner, Leiter des BFI Ober­wart, ge­laden – das BFI ist Lead­part­ner in die­sem Interreg-Pro­jekt.

Arbeiterkammer- bis Roma-Vertreter

Mit dabei waren Arbeiterkammerpräsident Gerhard Michalitsch, Regional­stellen­leiterin der WK Oberwart Verena Schermann, ÖGB-Re­gional­sekretär Edmund Artner, Unter­nehme­rin und Expertin in Grün­dungs­fragen Anja Haider-Wallner, Ge­schäfts­führer der Roma-VHS und Kultur­schaf­fender Horst Horvath, Vor­sitzender des Roma-Volks­gruppen­beirats Emmerich Gärtner-Horvath sowie für das BFI-Ge­schäfts­führer Jürgen Grandits und Bildungs­managerin Beate Venus. Die Teil­neh­men­den be­rich­teten von den Aus­wirkun­gen der Covid-Krise in ihren je­weili­gen Arbeits­feldern und disku­tierten mög­liche Lö­sungs­ansätze für alle Betrof­fenen.

Rombiz als Unterstützung

Statements aus der Sicht der Roma kamen von zwei namhaften Vereinsvertretern der Volksgruppe, die das Projekt Rombiz, das vor allem kleine Unternehmen aus dieser Zielgruppe unterstützt, von Beginn an mittragen: Von einem großen Anstieg an sozialen Problemen erzählte Emmerich Gärtner-Horvath, die in seinem Verein Roma-Service stark merkbar seien. Es sei nun mehr Unterstützung in allen Bereichen gefragt, vor allem in der angebotenen Lernbetreuung. Auch er wünscht sich Möglichkeiten, das Selbstbewusstsein der Volksgruppe zu stärken und Personen, die sich als Vorbilder trauen, sich als Roma zu outen.

Horst Horvath berichtete von der Kultur- und Bildungsszene über eine Vielzahl an abgesagten Veranstaltungen. Dies sei nicht nur für alle Beteiligten problematisch, sondern im Besonderen für die Aufarbeitung der Geschichte der Volksgruppe, wo noch viel zu tun sei und die Voraussetzung dafür sei, dass sich Roma in Zukunft selbstbewusster präsentieren könnten. Dies sei auch wichtig, um die Bereitschaft der Roma zu erhöhen, in die Selbständigkeit zu gehen und sich dann als erfolgreiche Roma-Unternehmen zu deklarieren. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (342)

Januar 26th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

70 % der befragten Roma in den USA ge­ben an, ihre eth­ni­sche Iden­ti­tät in der Re­gel zu ver­ber­gen, um Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­mei­den.

(Quelle/pdf)

Bettelverbot: Schweiz vom EGMR verurteilt

Januar 25th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (Foto: ECHR)Urteil gegen die Schweiz: Haft­strafe we­gen „stil­len Bet­telns“ war men­schen­rechts­wid­rig

In seinem Urteil vom 19. Jänner (Lăcătuş gegen Schweiz [Appl. no. 14065/15]; Pressemitteilung, Legal Summary) hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rechte (EGMR) der Be­schwerde einer rumäni­schen Romni (28) Recht ge­geben, die in der Schweiz wegen „stillen Bettelns“ be­straft wur­de. Die Frau hatte seit 2011 im öffent­li­chen Raum in Genf trotz beste­henden Verbots ge­bettelt. Sie berief gegen die wieder­holten Straf­ver­fügun­gen der Polizei. Anfang 2014 wurde sie vom Genfer Polizei­gericht darauf­hin zu einer Geldstrafe von 500 Franken ver­urteilt; eine kleine­re Summe, die ihr bei einer Polizei­kontrolle ab­genom­men wurde, wurde ein­behalten. Weil die mittel­lose Frau die Straf­summe nicht zahlen konnte, wurde sie im März 2015 fünf Tage lang ersatz­weise in Haft ge­nommen.

Die Straßburger Richter urteilten nun, dass diese Straf­maß­nahmen nicht verhältnis­mäßig seien und somit die Grund­rechte der betteln­den Frau ver­letzten: ”The Court observed that this was a severe sanction. A measure of this kind had to be justified by sound reasons in the public interest, which had not been present in this case.“ Die Schweiz ist nun ver­pflichtet, der jungen Frau um­gerech­net rund 920 Euro an Schaden­ersatz zu zahlen.

Recht, ihrer Not öffent­lich Ausdruck zu ver­leihen

Die Richter folgten somit nicht der Rechtsauffassung des Schweizer Bundesgerichts, dass weniger restriktive Maß­nahmen nicht aus­reichend effektiv seien. Ange­sichts ihrer prekären Lebens­situation, so der EGMR, habe die Frau auf­grund ihrer Menschen­würde das Recht, ihrer Not öffent­lich Ausdruck zu ver­leihen und zu ver­suchen, ihre existenziellen Bedürf­nisse durch Betteln zu decken:

Begging constituted a means of survival for her. The Court considered that, being in a clearly vulnerable situa­tion, the appli­cant had had the right, in­herent in human dignity, to be able to convey her plight and attempt to meet her basic needs by begging.

Insbesondere rügte das Urteil die pauschale Kriminalisie­rung des Bettelns: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (341)

Januar 20th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ein um 1966 in der Türkei pro­pa­gier­ter Ent­wurf ei­ner welt­wei­ten Ro­ma-Flag­ge zeig­te Gei­gen, Trom­meln und Gi­tar­ren auf pin­kem Grund.

(Quelle)

Wolfgang Wippermann (1945–2021)

Januar 19th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Wolfgang Wippermann (Foto. Friedrich-Meinecke-Institut)Der deutsche Historiker Wolfgang Wippermann war eine der wich­tigsten wissen­schaft­li­chen Stim­men, die den Anti­ziganis­mus und den NS-Ge­nozid an den Roma und Sinti – nach Jahr­zehn­ten des Schwei­gens – ins Be­wusst­sein der deutsch­spra­chi­gen Ge­schichts­forschung brach­te. Er ver­starb am 3. Jän­ner in Berlin. Le­sen Sie im Fo­lgen­den den Nachruf des Fried­rich-Mei­necke-Insti­tuts.

Am 3. Januar 2021 starb Wolfgang Wippermann, Professor für Neuere Geschichte am Fried­rich-Mei­necke-Ins­ti­tut, im Alter von 75 Jahren in Berlin. Wolf­gang Wipper­mann prägte das akade­mische Leben am Fried­rich-Mei­necke-Ins­ti­tut über viele Jahr­zehnte; er war ein leiden­schaft­lich Leh­render, ein pro­filierter Histo­riker und ein streit­barer Zeit­ge­nosse. Einer breiten Öffentl­ich­keit wurde er durch eine Stellung­nahme für Daniel Gold­hagen in der Goldha­gen-Kontro­verse der 1990er Jahre und durch die kritische Aus­einan­der­setzung mit Totalitaris­mus- und Extre­mismus­theorien bekannt. Mit dem Tod von Wolfgang Wipper­mann verliert das Fried­rich-Mei­necke-Ins­titut eine markante Forscher­persön­lichkeit und einen en­ga­gierten His­toriker.

1945 in Wesermünde geboren, studierte Wolfgang Wipper­mann in Göttingen und Marburg Ge­schichte, Germanistik und Politik­wissenschaft und kam 1973 an die Freie Univer­sität Berlin. Zwei Jahre später wurde er bei Ernst Nolte mit einer Studie zur Ideolo­gi­sierung des Deutschen Ordens in Geschichts­schrei­bung und Publizistik pro­moviert. 1978 folgte die Habilitation, wie­derum bei Ernst Nolte, die sich mit der Bona­partis­mus­theorie von Marx und Engels be­schäftigte und 1982 in der renom­mierten Reihe Geschichte und Theorie der Politik im Klett-Cotta Verlag erschien. 1983 wurde Wolfgang Wipper­mann zu­nächst außer­plan­mäßiger Professor am FMI, um ein Jahr später zum C2-Pro­fessor auf Zeit ernannt zu werden. Der Ruf auf eine Professur mit dem Schwer­punkt Faschismus­forschung wurde 1988 vom zustän­digen Berliner Senator nicht erteilt; dieser folgte nicht der Empfeh­lung des Präsidiums und der Be­rufungs­kommis­sion, die Wippermann in ihrer Besten­aus­lese auf Platz 1 der Liste ge­setzt hatten. Auch wenn Wolfgang Wipper­mann damit eine Struktur­professur auf Lebens­zeit am Fried­rich-Mei­necke ver­wehrt blieb, zählte er zu den Professor*innen des Instituts, die eigene Forschungs­themen signifikant weiter­ent­wickelten, den akade­mischen und politischen Diskurs mit­prägten und eine breite Öffent­lich­keits­wirkung hatten. Inter­national wurde ihm die Profes­soren­würde vielfach an­getragen: Von 1987 bis 1992 nahm er mehrere Gast­professuren in den USA und in China wahr, u.a. an der Duke University, der Indiana Univer­sity Bloomington, der Univer­sity of Minnesota sowie der Capital Normal Univer­sity in Peking.

Wolfgang Wippermann war ein vielseitiger und produktiver Historiker. Bis zu seinem Tode publizierte er annähernd 40 Mono­graphien, einige davon als Co-Autor, fünf Sammel­bände und rund 200 Aufsätze, Handbuch- und Lexikon­artikel. Neben Ver­öffent­lichun­gen wie zur Geschichte der Corps und Burschen­schaften oder zur Geschichte der Hunde waren und blieben seine lebens­langen wissen­schaftli­chen Schwer­punkt­themen die Auseinan­der­setzung mit Faschismus, National­sozialismus, Totalitaris­mus, Antisemitismus und Antiziganismus. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (340)

Januar 18th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im 2. Weltkrieg retteten Lo­kal­be­hör­den auf der Krim vie­le mus­li­mi­sche Ro­ma, in­dem sie die­se als Ta­ta­ren aus­ga­ben.

(Quelle)