Archive for April, 2019

Facts & Figures (219)

April 29th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Die Schauspielerin und spätere Zir­kus­direk­to­rin Moira Orfei (1931–2015) ent­stamm­te einer italieni­schen Ro­ma­fa­mi­lie. Sie wirkte in 47 Fil­men mit.

(Quelle)

Crossing Europe (Linz): Seule à mon mariage

April 25th, 2019  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte

Alone at My WeddingÖsterreichpremiere: Seule à mon mariage
(Alone at My Wedding
)

Spielfilm von Marta Bergman
BEL/FRA/RUM 2018, 121 Min.
Französisch/Romanes/Rumänisch/Flä­misch

Screenings bei Crossing Europe:
25.4.2019, 15:15: Movie 1 (Filmgast an­we­send)
27.4.2019, 10:30: Ursulinensaal

Pamela (Alina Serban) ist eine Romni Anfang 20, die mit ihrer Groß­mutter und ihrer zwei­jäh­ri­gen Tochter in einem Dorf am Stadt­rand von Bukarest lebt. Da ihre Eltern tot sind und es keine ech­ten beruf­li­chen Per­spekti­ven gibt, sieht sie im Ver­las­sen ih­rer Familie die Chan­ce für ein bes­se­res Leben und geht als „Kata­log-Braut“ mit einem Belgier eine Ehe ein. Der Film macht deut­lich, dass Ehen manch­mal mehr aus der Not als aus Liebe ge­schlos­sen wer­den. Der bit­ter­süße Ton, die leb­hafte Per­for­mance der Haupt­dar­stel­lerin und die außer­ge­wöhn­li­che Ge­schichte spre­chen für die­sen sehens­wer­ten Film.  (Sophie Rieger, YAAAS 2019)

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Tschechien: Zehn Jahre nach Vítkov

April 24th, 2019  |  Published in Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Brandanschlag in VitkovGespräch zum Mordan­schlag auf eine Roma-Fa­milie vor zehn Jah­ren und zur Kon­ti­nu­i­tät ras­sis­ti­scher Ge­walt in Tschechien

RadioBlau, Leipzig, Sendung vom 19.4.2019
→Anhören mp3 (15:15 min, 35 MB)

Wir hören ein Gespräch mit Michael vom Blog EcoleUsti (ecoleusti.wordpress.com), der an den ras­sis­ti­schen Brand­anschlag in Vítkov in Tsche­chi­en am 18. April 2009 erinnert (siehe hier und hier) und auf die Kon­tinui­tä­ten und Voraus­set­zun­gen rassis­ti­scher Gewalt in der Tsche­chi­schen Republik und da­rüber­hinaus ver­weist.

(Sendung und Text: RadioBlau)

Siehe auch:
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„Zigeuner­ein­schlag – bes­ser nichts an­bieten“

April 22nd, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Versehentlich bekannt gewordener interner Vermerk beweist massive rassistische Diskriminierung am WohnungsmarktRassistische Diskriminierung bei Woh­nungs­ver­ga­be in Deutsch­land: Ein in­ter­ner Ver­merk der Woh­nungs­genos­sen­schaft Hameln ruft Em­pö­rung und Kri­tik des Min­der­hei­ten­ra­tes Deutsch­lands hervor

Eine rassistische Bemerkung auf einem Form­blatt für Woh­nungs­su­chende sorgte vor eini­gen Tagen für hef­tige Kritik an der Woh­nungs­ge­nos­sen­schaft Hameln (WGH) in Niedersachsen. Ein Mit­arbeiter oder eine Mit­arbei­terin der WGH hatte einer 68-Jäh­rigen eine Beschei­ni­gung über eine ver­geb­li­che Be­wer­bung auf eine Zwei­zim­mer­wohnung über­sandt. Neben den per­sön­li­chen Daten stand nicht nur der Satz „Es lie­gen der­zeit keine An­gebote vor“, son­dern auch die Be­mer­kung „1 Pers.; leich­ter Zigeuner­ein­schlag; bes­ser nichts an­bieten“ – offen­bar ein interner Ver­merk, der nicht nach außen drin­gen sollte.

Die Hamelerin war sprachlos und empört. Ihre Mutter und an­dere Familien­mit­glie­der seien in der NS-Herr­schaft als „Zigeuner“ ver­folgt, in Kon­zentra­tions­lager ge­sperrt oder von den Nazis er­mordet wor­den. Die rassis­tische Be­merkung trifft sie damit umso mehr, heißt es im Arti­kel auf stern.de.

Der Fall zieht grö­ßere Kreise. Denn nun haben viele Sinti und Roma das schwarz auf weiß, was viele ver­muten, aber nur selten be­legen können: Auch acht Jahr­zehnte nach der Ver­folgung der Minder­heit durch die National­sozialis­ten wer­den Sinti und Roma in Deutsch­land weiter­hin be­nachtei­ligt.

Es gebe nach wie vor eine Form von alltägli­cher Dis­kriminie­rung, sag­te Herbert Heuß vom Zentralrat Deut­scher Sinti und Roma in Deutsch­land gegen­über der Nord­west-Zei­tung. Es pas­siere immer wieder, sagt der wis­sen­schaft­li­che Leiter des Zentral­rats: Mal ist es eine junge Frau, die auf einem Computer­monitor in einem süd­west­deutschen Jobcenter einen ent­spre­chen­den Vermerk ge­sehen haben will. Mal ein Bewer­ber, bei dem die pas­senden Jobs trotz Quali­fi­kation immer plötz­lich ver­geben sind. Doch einen so klar doku­men­tier­ten Fall wie in Hameln gebe es nur selten.

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„Das Bild der Zigeunerin“ (2017)

April 19th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazStrahinja Dobrivojević (2017): Das Bild der Zigeunerin in aus­ge­wähl­ten Wer­ken von Adal­bert Stifter, Karl Emil Franzos und Her­mann Hesse

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Ins­ti­tut für Germanistik), 66 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Die Einstellung verschiedener Bevölkerungen der Welt ge­gen­über dem Fremden ist seit lan­gem ein wich­tiger For­schungs­punkt, so­wohl in der Politik und Ge­schichte als auch in der Sprache und der Literatur­wissen­schaft. Die Bilder des Fremden rei­hen sich an­einan­der und sind ein un­er­läss­li­cher Bestand­teil der An­erken­nung jeder Minder­heits­gruppe ge­wor­den. In eini­gen Fäl­len sind diese Bilder eine positive An­nah­me des Frem­den, aber im größ­ten Teil um­fassen sie an brei­tes Spektrum an Ur­tei­len, Vor­über­zeu­gun­gen und Ver­achtung.

Diese Arbeit, Das Bild der Zigeunerin in ausgewählten Werken von Stifter, Franzos und Hesse, hat das An­liegen, die eher nega­tiven Bilder des Frem­den auf­grund konkre­ter literari­scher Bei­spiele aus den vor­han­de­nen Werken dar­zu­stel­len. Darun­ter be­fin­den sich zwei Wer­ke von Adalbert Stifter (Katzensilber und Der Waldbrunnen), ein Werk von Karl Emil Franzos (Die Hexe) und ein Werk von Hermann Hesse (Narziß und Goldmund). Al­le Wer­ke außer Die Hexe stel­len ein Bild des Frem­den dar, das ob­wohl es ne­gativ am An­fang per­zi­piert wer­den könn­te, am Ende eher affirma­tiv ist. Die Hexe hin­ge­gen ist eine Erzählung, an deren Bei­spiel sich das nega­tive Bild des Fremden am bes­ten ver­stehen lässt. Die Arbeit ist so ein­ge­glie­dert, dass jeder Teil eine aus­führ­liche Dar­stellung der wich­tigs­ten Motive und Topoi um­fasst. Read the rest of this entry »

Radio: Musik von Minderheiten (2010)

April 17th, 2019  |  Published in Interview, Musik, Radio & TV, Wissenschaft

Aus dem Radioarchiv (Sendung vom 12. Mai 2010)


ECO Promi Time – Ursula Hemetek: Musik von Minderheiten
Radio FREEQUENNS, Liezen
101.72 MB, 74:04 min

Ursula Hemetek ist Institutsleiterin des Instituts für Volksmusik­for­schung und Ethno­musiko­lo­gie an der Uni­ver­si­tät für Musik und dar­stel­lende Kunst in Wien, wo sie die Musik von Min­der­heiten in Österreich, ins­beson­dere der Roma, der Bur­gen­län­di­schen Kroaten und der Bosnier in Wien er­forscht, die viel­leicht die Grund­lage von Austropop sein könn­ten … Marlene Kindler be­fragt sie auf ECO Promi Time.

(Text: cba.fro.at)

Siehe auch:
Radio: Das „Fremde“ vor der Haustür, 8.1.2018
Wittgenstein-Preis für Ursula Hemetek, 20.6.2018
Forschung zur Musik von Minderheiten, 25.1.2016

Facts & Figures (218)

April 16th, 2019  |  Published in Facts & Figures

69 % der jungen er­wach­se­nen Roma in mar­gi­na­li­sier­ten Wohn­ge­gen­den in Mon­te­neg­ro ha­ben kei­nen Pflicht­schul­ab­schluss – der höchs­te Wert am West­bal­kan.

(Quelle/pdf)

Gedanken für den Tag: Marion Dworzack

April 13th, 2019  |  Published in Allgemeines, Radio & TV

Marion Dworzack (Foto: Romano Svato)Marion Dworzack zum Internationa­len Tag der Roma


Ö1 | Gedanken für den Tag, 12.4.2019
Gestaltung: Alexandra Mantler

→Anhören (7 Tage Ö1)

„Auf meinem sehr, sehr langen Weg“. Marion Dworzack, Romni, Femi­nis­tin und Ka­tho­­likin, er­zählt von prä­gen­den Per­sön­lich­keiten der Roma-Com­mu­ni­ty und was die­se Zu­ge­hö­rig­keit für sie selbst be­deutet.

„Auf meinem sehr, sehr langen Weg / Traf ich viele schöne Roma“, heißt es in dem Lied „Djelem Djelem“, das als of­fi­ziel­le Hymne der Roma gilt. Doch schon die zwei­te Strophe er­in­nert mit der Zeile „Ich hat­te ein­mal eine gro­ße Familie / Die Schwar­ze Legion er­mordete sie“ an die Ver­trei­bung und Ermor­dung der Roma durch kroa­ti­sche Faschis­ten. Nur ein Ka­pitel in einer lan­gen Geschichte der Dis­kriminie­rung und Ver­folgung, der die Roma im­mer wieder aus­gesetzt waren. Rund 12 Millio­nen Roma gibt es heute in Europa, sie sind damit die größ­te Minder­heit. In Österreich le­ben Roma schon seit dem 15. Jahr­hun­dert. Sie sind heute als Volks­gruppe an­erkannt und fast alle sess­haft, werden al­ler­dings in der öffent­li­chen Dis­kus­sion immer wieder als „um­her­ziehend“ dar­gestellt. Oft sind Be­schrei­bun­gen negativ kon­notiert und von Klischee­vor­stellun­gen ge­prägt, etwa wenn Roma als „Diebes- und Bettel­banden“ her­halten müs­sen.

„DIE Roma“ gibt es allerdings nicht: Zwar verbindet eine ge­mein­same Sprache, aber die je­weili­ge Geschich­te und auch die Reli­gions­bekennt­nisse sind viel­fältig. Seit 1990 gilt der 8. April als „Intern­ationa­ler Tag der Roma“. Welt­weit fin­den an diesem Tag Aktio­nen statt, die auf die Rechte der Roma, auf Heraus­for­derun­gen und Chancen, be­son­ders hin­weisen. Marion Dworzack ist in Tirol auf­gewach­sen, ist en­gagier­te Feministin und Katholikin, ar­bei­tet als Be­amtin und hat erst mit 30 Jahren zu ihren Ro­ma-Wur­zeln ge­funden. In den „Ge­danken für den Tag“ zum „Inter­nationa­len Tag der Roma“ er­zählt sie von prä­genden Per­sönlich­keiten der Roma-Com­munity und was diese Zu­gehörig­keit für sie selbst be­deutet.

(Text: Ö1 Programminfo)

Journal-Panorama: Roma in Europa

April 12th, 2019  |  Published in Allgemeines, Radio & TV

Ö1Verfolgt, benachteiligt, diskriminiert: Roma in Europa

Ö1, Journal-Panorama, 11.4.2019 (Sendereihe)
Gestaltung: Maria Harmer

→Anhören (7 Tage Ö1)

Die Roma – ein Überbegriff für unterschiedliche Grup­pie­run­gen, die frü­her als Zigeuner be­zeich­net wur­den. 10 bis 12 Mil­lio­nen Roma leben in Europa. Sie sind eine der am stärks­ten aus­ge­grenz­ten Gruppen des Kon­ti­nents, sozial wie wirt­schaft­lich. Wie ist ihre Situa­tion in ein­zel­nen euro­päi­schen Ländern, wel­che Rolle spielt die Roma-Bür­ger­rechts­bewe­gung und wie lässt sich die Dis­krimi­nie­rung be­kämpfen? Das wurde an­läss­lich des „Inter­natio­na­len Tags der Roma“ am 8. April bei einer Ver­anstal­tung im ORF-Radio­Kulturhaus dis­ku­tiert.

(Text: Ö1 Programminfo)

Ukraine: Gefälschter DNA-Beweis?

April 11th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Ukraine VertreibungMassive Unregelmäßigkeiten im Mordprozess gegen Rom in der Ukraine

In der Oblast Odessa ist vor zwei­ein­halb Jah­ren ein klei­nes Mäd­chen ver­ge­wal­tigt und er­mor­det wor­den. Als mut­maß­li­cher Täter wurde ein junger Rom ver­haf­tet. An­schlie­ßend ver­wüs­tete ein auf­ge­brach­ter Mob die Häuser von Roma, wäh­rend die Polizei ta­ten­los zu­sah, und die ge­sam­te Roma-Com­mu­ni­ty wur­de ge­räumt (wir be­rich­te­ten, mehr le­sen). Nun sind berechtigte Zweifel an der Schuld des Mannes aufgekommen und ein Gericht hat geurteilt, dass die Räumung rechtswidrig war.

Anscheinend waren „Beweismittel“, die einen jungen Rom mit einem er­mor­deten Kind in Ver­bin­dung ge­bracht hat­ten, ge­fälscht. Seine Ver­haf­tung hatte zu gewalt­täti­gen An­grif­fen ge­gen Roma in der Oblast Odessa ge­führt.

Das ist nicht das erste Mal, dass Proble­me im Ver­fahren gegen den jungen Mann auf­treten, der sich seit zwei­ein­halb Jahren in Arrest be­findet und sich dort wohl eine Tuber­ku­lose zu­ge­zogen hat. Nun gibt es je­doch Hin­weise auf eine vor­sätz­liche Fäl­schung von Be­weis­mitteln.

Kurz nachdem die achtjährige Angelina in der Nähe ihres Zu­hau­ses in Loschtschyniwka tot auf­ge­fun­den wor­den war, ist der da­mals 21-jäh­ri­ge Mychajl Ch. ver­haftet wor­den. Der junge Mann hatte sein ganzes Leben in dieser Gegend ver­bracht. Je­doch wurde nun die Tat­sache, dass er Rom ist, von An­woh­nern zum An­lass für Aus­schrei­tun­gen ge­nom­men. Dabei wur­den Häuser von Roma zer­stört und Be­wohner ge­zwun­gen zu fliehen. Die Angriffe gin­gen um die Welt – auch da die Be­hör­den auf Sei­ten der An­greifer stan­den und die Roma-Fami­lien „über­zeug­ten“, die Ge­gend zu ver­las­sen.

Der Prozess gegen Ch. begann im November 2017 in Odessa. Bisher wur­den sechs Zeugin­nen und Zeugen auf­ge­rufen, wäh­rend 44 weitere sowie acht Expertinnen und Experten noch gehört werden müssen. Am 14. Februar hat das Gericht Ch.s Haft weiter ver­län­gert, nach­dem ein Zeuge ihm an­schei­nend ein Alibi ge­geben hatte. Am sel­ben Tag, als der Be­scheid kam, gab es eine Zeugen­aus­sage, die ent­schei­den­de Beweise ge­gen ihn in Frage stellt.

Bei Letzterer handelt es sich um die Befragung Ihor Manzoruks, der in dem Fall DNA-Pro­ben unter­sucht hatte. Hier wur­den im Prozess nun mas­sive Un­regel­mäßig­keiten fest­ge­stellt (detail­liert im unten ver­linkten Artikel nach­zu­lesen). Zudem gibt es weite­re Proble­me mit der Anklage gegen Ch. Read the rest of this entry »