„Das Bild der Zigeunerin“ (2017)

April 19th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazStrahinja Dobrivojević (2017): Das Bild der Zigeunerin in aus­ge­wähl­ten Wer­ken von Adal­bert Stifter, Karl Emil Franzos und Her­mann Hesse

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Ins­ti­tut für Germanistik), 66 S.

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Abstract (Link):

Die Einstellung verschiedener Bevölkerungen der Welt ge­gen­über dem Fremden ist seit lan­gem ein wich­tiger For­schungs­punkt, so­wohl in der Politik und Ge­schichte als auch in der Sprache und der Literatur­wissen­schaft. Die Bilder des Fremden rei­hen sich an­einan­der und sind ein un­er­läss­li­cher Bestand­teil der An­erken­nung jeder Minder­heits­gruppe ge­wor­den. In eini­gen Fäl­len sind diese Bilder eine positive An­nah­me des Frem­den, aber im größ­ten Teil um­fassen sie an brei­tes Spektrum an Ur­tei­len, Vor­über­zeu­gun­gen und Ver­achtung.

Diese Arbeit, Das Bild der Zigeunerin in ausgewählten Werken von Stifter, Franzos und Hesse, hat das An­liegen, die eher nega­tiven Bilder des Frem­den auf­grund konkre­ter literari­scher Bei­spiele aus den vor­han­de­nen Werken dar­zu­stel­len. Darun­ter be­fin­den sich zwei Wer­ke von Adalbert Stifter (Katzensilber und Der Waldbrunnen), ein Werk von Karl Emil Franzos (Die Hexe) und ein Werk von Hermann Hesse (Narziß und Goldmund). Al­le Wer­ke außer Die Hexe stel­len ein Bild des Frem­den dar, das ob­wohl es ne­gativ am An­fang per­zi­piert wer­den könn­te, am Ende eher affirma­tiv ist. Die Hexe hin­ge­gen ist eine Erzählung, an deren Bei­spiel sich das nega­tive Bild des Fremden am bes­ten ver­stehen lässt. Die Arbeit ist so ein­ge­glie­dert, dass jeder Teil eine aus­führ­liche Dar­stellung der wich­tigs­ten Motive und Topoi um­fasst. Aus diesem Grund wur­den zuerst die theo­re­ti­schen, mit den Roma ver­bun­de­nen An­sätze prä­sen­tiert, wo­durch die ganze Frage­stellung besser ver­stan­den wer­den kann.

Die Ergebnisse dieser Arbeit sind mit einem inter­diszipli­nä­ren Zugang zum heutigen Alltag und der synchro­ni­schen Posi­tion der Roma zu ver­binden. Dies be­deutet, dass die Be­ziehung zum Fremden nicht nur die Literatur um­fas­sen soll­te, son­dern auch den Film, das Theater und die Musik. Die Analy­sen der Werke dienen dazu, eine Ähn­lich­keit zwi­schen der heuti­gen und ehe­mali­gen Per­spektive näher­zu­bringen. Sie trach­ten auch zu zeigen, in­wie­fern sich das Bild des Fremden im Laufe der ver­gan­genen zwei Jahr­hun­derte (nicht) ver­ändert hat.

Siehe auch:
Roma im Literaturunterricht, 7.11.2018
Zigeu­ner­fi­gu­ren in Kinderbüchern, 4.7.2018

Literaturnobelpreisträger & ihre „Zigeuner“ (Solms)
, 8.7.2015
Literatur von und über Roma (Katharina Janoska
), 9.7.2014

„Europa erfindet die Zigeuner“ (Klaus-Michael Bogdal)
, 1.5.2012

Weitere Abschlussarbeiten:
„Ich nenne es banken“ (2017), 4.3.2019
„Betteln als Performance“ (2018)
, 25.2.2019
Betteldebatte: Rassismus in Salzburger Medien­
, 27.11.2017
„An den Grenzen der Hoffnung“ (2016)
, 18.8.2017
E-Theses: Gegenöffentlichkeit der Roma (2015)
, 21.10.2016
„Mri Historija“ gelesen mit Axel Honneth (2012), 9.10.2016
Birgit Fuchs: Bettelverbote in Österreich
, 17.12.2015
E-Theses: „Für die öffentliche Sicherheit“ (2012), 30.11.2013

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